[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schmalgangstapler, in welchem Maßnahmen
zur Verhinderung von Hubgerüstschwingungen und zum Ausgleich von Hubgerüstverformungen
getroffen sind.
[0002] Zum sicheren und effizienten Betrieb von Flurförderzeugen mit einem Hubmast bzw.
einem Hubgerüst ist es notwendig, Schwingungen im Fahrzeug soweit als möglich zu unterdrücken
oder gar proaktiv zu verhindern. Es ist zu diesem Zweck beispielsweise aus dem Stand
der Technik bekannt, in Schubmaststaplern die Schubfunktion zu nutzen, um Schwingungen
des Hubmasts auszugleichen, welche durch vielerlei Einflüsse auftreten können, insbesondere
Bodenunebenheiten und die Trägheit einer getragenen Last.
[0003] Beispiele für Maßnahmen zur Dämpfung von Schwingungen in Schubmaststaplern sind beispielsweise
aus der
DE 10 2008 020 593 A1 und der
DE 10 2008 020 592 A1 bekannt, in welchen jeweils mittels einer Abspannung eine Dämpfung von Hubgerüstschwingungen
realisiert wird. Eine derartige Möglichkeit entfällt jedoch bei fest eingespannten
Hubmasten, wie sie im Fall von Gegengewichtsstaplern und insbesondere Schmalgangstaplern
(Hochregalstaplern) zum Einsatz kommen. Somit lassen sich die oben angesprochenen
Konzepte aufgrund der fundamental unterschiedlichen Gestaltungen von Schubmaststaplern
und Schmalgangstaplern nicht ohne weiteres übertragen, so dass eine effiziente Dämpfung
von Hubgerüstschwingungen und ähnlichen Störungen in Schmalgangstaplern bisher noch
nicht realisiert worden ist.
[0004] Insbesondere besteht ein typisches Problem von Schmalgangstaplern aufgrund der großen
Hubhöhen, die die Entwicklung moderner Hochregale und Hochregallager zur Effizienzsteigerung
mit sich bringen, darin, dass sich aufgrund der ungünstigen Hebelverhältnisse von
sehr hoch ausgefahrenen Hubgerüsten Schwingungen davon besonders stark auswirken und
auch Verformungen des Hubgerüsts bei Lastwechseln in dem entsprechenden Fahrzeug zu
einer mangelnden Standfestigkeit beitragen. Aufgrund des hierdurch entstehenden instabilen
Verhaltens der Fahrzeuge können diese häufig nicht bei ihren theoretisch maximalen
Geschwindigkeiten und Umschlagsraten betrieben werden, sodass hier nicht ausgeschöpftes
Potential besteht und ein kosteneffizienterer Betrieb solcher Fahrzeuge möglich wäre.
[0005] Zum Ausgleich dieses Mankos und zur standfesten Realisierung von immer größeren Hubhöhen
ist bisher der Ansatz verfolgt worden, den Fahruntergrund für entsprechende Flurförderzeuge
möglichst eben auszubilden, um das Auftreten von Schwingungen oder ein Neigen der
sich auf dem Untergrund bewegenden Flurförderzeuge von vornherein zu verhindern. Diese
Maßnahme erfordert jedoch einen aufwendigen Unterhalt und eine regelmäßige Wartung
der entsprechenden Fahruntergründe, wobei viele Betreiber derartiger Logistikanlagen
von vornherein gebäudeseitige Maßnahmen scheuen, da es für sie wünschenswert ist,
zur Kostensenkung und zur Erhaltung ihrer Flexibilität nur einen geringen Aufwand
innerhalb ihrer Infrastruktur zu betreiben.
[0006] Es ist somit die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen verbesserten Schmalgangstapler
bereitzustellen, in welchem Maßnahmen zur Reduzierung von Hubgerüstschwingungen und
Hubgerüstverformungen getroffen sind, welche es letztlich erlauben, das erfindungsgemäße
Fahrzeug mit einer erhöhten Effizient zu betreiben.
[0007] Zu diesem Zweck umfasst der erfindungsgemäße Schmalgangstapler einen Fahrzeugkörper
mit einer Längsrichtung und einer Breitenrichtung, wobei die Längsrichtung der Haupt-Fahrtrichtung
des Schmalgangstaplers entspricht, dem Fahrzeugkörper zugeordnete, gemäß zweier sich
in der Breitenrichtung des Schmalgangstaplers verlaufender Achsen angeordnete Räder,
welche dazu eingerichtet sind, den Schmalgangstapler bei einer Fahrt auf einem Fahrtuntergrund
anzutreiben und zu lenken, ein Antriebssystem, welches dazu eingerichtet ist, auf
wenigstens eines der Räder ein Beschleunigungsmoment auszuüben, ein sich bezüglich
der Längsrichtung des Schmalgangstaplers zwischen den beiden Achsen im Wesentlichen
vertikal erstreckendes Hubgerüst, wobei das Hubgerüst mittels einer Lageranordnung
gegenüber dem Fahrzeugkörper bezüglich wenigstens eines Bewegungsfreiheitsgrads beweglich
gelagert ist, wenigstens eine Erfassungseinheit, welche dazu eingerichtet ist, wenigstens
einen Zustandsparameter des Schmalgangstaplers und/oder seiner Umgebung zu erfassen
und entsprechende Daten auszugeben, wenigstens einen Aktor, welcher dazu eingerichtet
ist, eine Bewegung des Hubgerüsts gegenüber dem Fahrzeugkörper entsprechend dem wenigstens
einen Freiheitsgrad zu bewirken, und eine Steuereinheit, welche betriebsmäßig mit
der wenigstens einen Erfassungseinheit und dem wenigstens einen Aktor gekoppelt und
dazu eingerichtet ist, auf Grundlage des wenigstens einen durch die wenigstens eine
Erfassungseinheit erfassten Zustandsparameters einen Ist-Zustand des Schmalgangstaplers
zu bestimmen, eine Wirkung einer Betätigung des wenigstens einen Aktors auf den Ist-Zustand
zu ermitteln und den wenigstens einen Aktor derart anzusteuern, dass eine Differenz
zwischen dem bestimmen Ist-Zustand und einem vorbestimmen Soll-Zustand verringert
wird.
[0008] Erfindungsgemäß wird somit durch die Erfassung wenigstens eines Zustandsparameters
und einer auf Grundlage dieses erfassten Zustandsparameters durchgeführten Bestimmung
eines Ist-Zustands die Möglichkeit geschaffen, durch ein Bewegen des Hubgerüsts gemäß
seinem wenigstens einen Freiheitsgrad eine Annäherung des bestimmten Ist-Zustands
an einen vorbestimmen Soll-Zustand vorzunehmen. Hierbei versteht sich, dass der Bewegungsfreiheitsgrad
sowohl ein Translations- als auch ein Rotations-Freiheitsgrad sein kann und im allgemeinsten
Fall sogar Ausführungsformen umfasst sein können, in welchen die Lageranordnung lediglich
eine Verformung des Hubgerüsts zulassen muss, ohne dass eine Verlagerung des Hubgerüsts
an der Lagerstelle vorliegt, während der Soll-Zustand beispielsweise einem schwingungsfreien
Zustand entsprechen kann, in welchem das Hubgerüst perfekt vertikal verlaufend ausgerichtet
ist, ungeachtet dessen, ob der Fahruntergrund möglichweise eine Neigung aufweist.
Es versteht sich somit, dass die im Folgenden häufig zitierte vertikale Richtung bei
Komponenten des Schmalgangstaplers auf das Bezugssystem des Fahrzeugs bezogen sein
soll und nicht auf den absoluten Raum. Dementsprechend kann die Definition des Soll-Zustands
im Wesentlichen durch eine beliebige geeignete Parametrisierung hinsichtlich zahlreicher
momentaner Zustandseigenschaften des Fahrzeugs definiert sein.
[0009] Prinzipiell kann ferner in der allgemeinsten Form der vorliegenden Erfindung ein
Schwenken oder Neigen des Hubgerüsts um alle drei Hauptachsen stattfinden, angetrieben
werden und/oder erfasst werden, also eine Seitenneigung um eine Achse entlang der
Längsrichtung des Schmalgangstaplers, eine Längsneigung um eine Achse entlang der
Breitenrichtung des Schmalgangstaplers und eine Torsion um die vertikale Richtung,
wobei die jeweiligen Neigungs- bzw. Torsionsachsen selbst auch hinsichtlich ihrer
relativen Lage zu dem Hubgerüst zunächst einmal nicht festgelegt sind.
[0010] Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass die Steuereinheit ebenfalls betriebsmäßig
mit dem Antriebssystem gekoppelt und dazu eingerichtet sein kann, eine Wirkung einer
Modulation des durch das Antriebssystem auf wenigstens ein Rad ausgeübten Beschleunigungsmoments
auf den Ist-Zustand zu ermitteln und das Antriebssystem derart anzusteuern, dass eine
Differenz zwischen dem bestimmten Ist-Zustand und einem vorbestimmten Soll-Zustand
verringert wird. Aufgrund üblicher Fahrzeuggeometrien bietet sich eine Modulation
des Beschleunigungsmoments, welche selbstverständlich nicht nur eine positive Beschleunigung,
sondern auch ein Abbremsen des Schmalgangstaplers umfassen kann, zum Entgegenwirken
gegen Schwingungen oder Nickbewegungen des Hubgerüsts um eine Achse parallel zur Breitenrichtung
des Fahrzeugs an.
[0011] Zur Ausgestaltung der Erfassungseinheit im Zusammenhang mit dem durch die Steuereinheit
zu implementierenden Steuerungs- bzw. Regelungskonzept können unterschiedliche Ansätze
verfolgt werden, wobei als Führungsgröße beispielsweise ein definiertes Niveau des
Fahrzeugs und eine definierte Aktor-Position herangezogen werden können. Im Rahmen
dieses Beispiels wird ein aktuelles Niveau mithilfe einer der Erfassungseinheiten
ermittelt und es kann ein Vergleich mit einem unter Hinzuziehung von geeigneten der
Erfassungseinheiten vorhergesagten zukünftigen Niveau stattfinden. Aus diesen Störgrößen
kann die Steuereinheit dann eine Aktorreaktion ermitteln, welche sowohl die aktuelle
als auch die zukünftige Abweichung zwischen Ist-Zustand und Soll-Zustand berücksichtigt
und auf dieser Grundlage minimieren kann.
[0012] Hierzu werden insbesondere die Stellgröße sowie ihre Richtung und ihr zeitlicher
Verlauf ermittelt und umgesetzt. In Ausgestaltungen mit einer Mehrzahl von Aktoren
können diese ferner zur Verkürzung der Reaktionszeit gegenläufig angeordnet sein und
angesteuert werden. Selbstverständlich sind jedoch auch andere Verfahren denkbar,
beispielsweise Simulationen der Fahrzeuggeometrie in Echtzeit, in welche der wenigstens
eine momentan erfasste Zustandsparameter sowie eine der Steuereinheit zur Verfügung
stehende Modellierung der Fahrzeuggeometrie eingehen können, und auf welche entsprechende
Simulationen von möglichen Aktorbetätigungen in geeigneter Weise angewendet werden.
In diesem Zusammenhang können insbesondere auch erfasste Zustandsparameter über die
Umgebung des Schmalgangstaplers einfließen, beispielsweise über lokale Bodenunebenheiten
oder -neigungen.
[0013] Somit kann in einer Ausführungsform die wenigstens eine Erfassungseinheit dazu eingerichtet
sein, eine Neigung des Fahrzeugkörpers, des Hubgerüsts und/oder des Fahruntergrunds
gegenüber der Horizontalen zu erfassen, insbesondere eine Neigung quer zu der Längsrichtung
des Schmalgangstaplers.
[0014] Alternativ oder zusätzlich kann die wenigstens eine Erfassungseinheit jedoch ebenfalls
dazu eingerichtet sein, eine Beschleunigung und/oder eine Schwingung des Fahrzeugkörpers
und/oder des Hubgerüsts zu erfassen. Insbesondere in Fällen, in welchen proaktiv Ausgleichsbewegungen
des Hubgerüsts vorgenommen werden sollen, welche das Entstehen von Schwingungen bereits
ursächlich unterbinden, kann es ferner wünschenswert sein, wenn die wenigstens eine
Erfassungseinheit dazu eingerichtet ist, eine relative oder absolute Position des
Schmalgangstaplers zu erfassen, wobei ihr ferner eine mit einer Steuereinheit betriebsmäßig
gekoppelte Speichereinheit zugehörig sein kann, in welcher Topologiedaten zu dem von
dem Schmalgangstapler befahrbaren Fahruntergrund vorliegen. Hierbei kann zur Erfassung
der relativen und/oder absoluten Position des Fahrzeugs auf bekannte Technologien
wie den Einsatz von GPS oder lokalen Transpondern zurückgegriffen werden oder auch
odometrische oder ähnliche Messungen vorgenommen werden, sowie eine beliebige Kombination
solcher Verfahren. Selbstverständlich ist es zu einer Verifizierung bzw. iterativen
Verbesserung der Topologiedaten möglich, eine Erfassung des Fahruntergrunds bzw. eine
Aufzeichnung der erfassten Zustandsparameter über der Zeit bzw. abhängig von einer
Position des Schmalgangstaplers vorzunehmen, beispielsweise um mithilfe einer Implementierung
von künstlicher Intelligenz ein Maschinenlernen hinsichtlich der Umgebung des Fahrzeugs
bzw. dessen Reaktion auf Störungen und Wirkungen von durch den wenigstens einen Aktor
durchführbaren Betätigungen vorzunehmen.
[0015] Zur Optimierung der Aktorreaktion auf detektierte oder vorhergesagte Störungen kann
es ferner vorteilhaft sein, wenn die Steuereinheit ferner dazu eingerichtet ist, eine
Klassifizierung von möglichen Störungen auf Grundlage des wenigstens einen durch die
wenigstens eine Erfassungseinheit erfassten Zustandsparameters vorzunehmen. Insbesondere
können ankommende Störgrößen hinsichtlich ihrer Frequenz klassifiziert werden und
beispielsweise in langwellige und kurzwellige Störungen unterteilt werden. Auf diese
Weise können sowohl kurzwellige Störanteile, wie beispielsweise ein seitliches Schaukeln,
als auch langwellige Störanteile, wie beispielsweise ein Nicken des Hubgerüsts, überlagert
und minimiert werden.
[0016] Auch hinsichtlich der Ausgestaltung des wenigstens einen Aktors bestehen erfindungsgemäß
unterschiedliche Möglichkeiten, wobei die Wahl des jeweils geeignetsten Aktors von
diversen Parametern bei der Konstruktion des erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers
abhängt, beispielsweise des gewünschten oder erforderlichen Ansprechverhaltens sowie
des benötigten Betätigungswegs. Insbesondere kann der wenigstens eine Aktor wenigstens
eines umfassen aus einem einfach wirkenden Hydraulikzylinder, einem doppelt wirkenden
Hydraulikzylinder, einem Linearmotor, einem Schrittmotor, einer Gewindespindel, einem
Zahnstangenantrieb, einem Elektromagneten und einem Piezo-Element.
[0017] Als besonders geeignet für viele mögliche Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Schmalgangstaplers hat sich ein Aktor erwiesen, welcher einen Hydraulikzylinder mit
variabler Feder-Vorspannung umfasst, wobei bei großen bewegten Massen das statische
Gleichgewicht bzw. die Nulllage durch Vorspannen der Feder mit einem Kolben über eine
hydraulische Druckbeaufschlagung an einem ersten Anschluss kompensiert wird. Die eigentliche
Betätigung erfolgt dann über einen zweiten Druckanschluss, wobei die zum Auslösen
einer Bewegung des Hubgerüsts benötigte Energie hierbei um die in der Feder gespeicherte
Arbeit reduziert ist.
[0018] Ebenfalls hinsichtlich der Ausgestaltung der Lageranordnung und demzufolge der Anbindung
des Hubgerüsts an den Fahrzeugkörper und des hierdurch entstehenden Freiheitsgrads
sind unterschiedliche Ausführungsformen denkbar, wobei zunächst einmal vorgesehen
sein kann, die Lageranordnung mit einem Dämpfungselement zu versehen, welches dazu
eingerichtet ist, eine Bewegung des Hubgerüsts gegenüber dem Fahrzeugkörper entlang
wenigstens einer Richtung zu dämpfen.
[0019] In einer ersten möglichen Ausführungsform kann das Hubgerüst mittels der Lageranordnung
bezüglich einer Lagerebene schwebend gelagert sein, welche sich im Wesentlichen vertikal
und in Breitenrichtung des Schmalgangstaplers erstreckt, wobei der Aktor oder wenigstens
einer der Aktoren dazu eingerichtet sein kann, das Hubgerüst gegenüber dem Fahrzeugkörper
in vertikaler Richtung zu verlagern, wobei vorzugsweise zwei Aktoren vorgesehen sein
können, welche an gegenüberliegenden Seiten des Hubgerüsts angeordnet sind.
[0020] Auf diese Weise ist das Hubgerüst dazu in der Lage, separat vertikale Translationsbewegungen
und Neigungsbewegungen um in Längsrichtung des Schmalgangstaplers orientierte Achsen
sowie aus der Überlagerung der beiden Richtungen resultierende Bewegungen auszuführen.
Hierdurch kann auf unterschiedliche Arten von Anregungen bedarfsgerecht reagiert werden,
beispielsweise können die oben bereits beschriebenen kurzwelligen Anregungen durch
Seitenneigungs-Bewegungen des Hubgerüsts bekämpft werden, welche beispielsweise in
der Ausführungsform durch eine gegenläufige Bewegung der beiden beiderseits des Hubgerüsts
angeordneten Aktoren hervorgerufen werden können, während die durch die ebenfalls
bereits angesprochenen langwelligen Störungen hervorgerufenen Nickbewegungen näherungsweise
durch eine Vertikalbewegung des Hubgerüsts ausgeglichen werden können, welche durch
synchrone Aktorbewegungen hervorgerufen wird. Somit kann durch eine geeignete Ansteuerung
des oder der Aktoren das Bodenprofil identisch nachgebildet werden bzw. diesem Profil
gefolgt werden, was einer Überlagerung der Aktorbewegungen gegen kurzwellige und langwellige
Störungen entsprechen kann.
[0021] Als alternative oder zusätzliche Maßnahme kann es vorgesehen sein, die Lageranordnung
selbst bezüglich des Fahrzeugkörpers durch den Aktor oder einen der Aktoren bewegbar
anzuordnen.
[0022] Indem bei einer Kombination der beiden zuvor beschriebenen Maßnahmen durch den Aktor
oder die Aktoren zur Verlagerung des Hubgerüsts in vertikaler Richtung eine in im
Wesentlichen horizontaler Richtung verlaufenden Wirkachse mit einer derartigen Ankupplung
des Aktors oder der Aktoren an das Hubgerüst gebildet wird, dass eine Betätigung des
Aktors zur Bewegung der Lageranordnung gegenüber dem Fahrzeugkörper zu einem Schwenken
des Hubgerüsts um die Wirkachse führt, kann ein weiterer Mechanismus geschaffen werden,
um Nickbewegungen des Hubgerüsts zu bekämpfen. Hierbei versteht es sich, dass die
Ankupplung der Aktoren zur Verlagerung des Hubgerüsts in vertikaler Richtung in einer
geeigneten Weise ausgeführt sein muss, beispielsweise durch Radial-Gelenklager, um
das Schwenken des Hubgerüsts um die Wirkachse zu ermöglichen.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform kann das Hubgerüst mittels der Lageranordnung bezüglich
einer Lagerebene schwebend gelagert sein, welche sich im Wesentlichen vertikal und
in Breitenrichtung des Schmalgangstaplers erstreckt, wobei ferner eine weitere Lageranordnung
vorgesehen sein kann, welche dazu eingerichtet ist, ein Schwenken des Hubgerüsts um
eine Achse zu ermöglichen, welche sich senkrecht zu der Lagerebene erstreckt, wobei
das Schwenken um diese Achse durch einen entsprechend angeordneten Aktor antreibbar
ist. Hierbei kann beispielsweise daran gedacht werden, die weitere Lageranordnung
mittels beidseitig symmetrisch zwischen dem Fahrzeugkörper und dem Hubgerüst vorgesehenen
gleichartigen Schwenkhebeln drehbar zu lagern, deren Achsen senkrecht zu der Lagerebene
sind. Hierdurch kann mittels dieser Schwenkhebel in der Grundstellung ein parallel
zu der Breitenrichtung und symmetrisch zu der Lagerebene ausgerichtetes Parallelogramm
gebildet werden. Indem nun ein Aktor eine Kraft auf das Hubgerüst außerhalb der auf
Höhe der Schwenkhebel liegenden Breitenachse in Richtung dieser Breitenachse ausübt,
kann eine Schwenk-Kippbewegung des Hubgerüsts entlang der Hebelradien resultieren,
was zu einem sehr agilen Ansprechverhalten und eine hierdurch bewirkte sehr geringe
notwendige Aktorkraft führt.
[0024] Ferner kann die weitere Lageranordnung dazu eingerichtet sein, zusätzlich ein Schwenken
des Hubgerüsts um eine in der Lagerebene liegende weitere Achse zu ermöglichen, wobei
die Lageranordnung bezüglich des Fahrzeugkörpers durch einen der Aktoren bewegbar
angeordnet sein kann. Hierbei ist durch die weitere Achse in Analogie zu der weiter
oben beschriebenen Ausführungsform eine Wirkachse gebildet, um welche eine Nickbewegung
des Hubgerüsts stattfinden kann, was zu einem exakt bestimmten Freiheitsgrad für das
Schwenken des Hubgerüsts und einem vergrößerten möglichen Niveauausgleich bei einer
gleichzeitig leichtgängigen Lagerung führen kann.
[0025] Hierbei können die weiteren Lageranordnungen und der Aktor zum Schwenken des Hubgerüsts
an einander gegenüberliegenden Seiten des Hubgerüsts bezüglich der Breitenrichtung
des Schmalgangstaplers angeordnet sein, sodass die senkrecht zu der Lagerebene verlaufende
Schwenkachse am Rand oder gar außerhalb des Hubgerüsts selbst liegt.
[0026] Auch in dieser Ausführungsform kann die Lageranordnung bezüglich des Fahrzeugkörpers
durch einen der Aktoren bewegbar angeordnet sein und durch den Aktor zum Schwenken
des Hubgerüsts und die weitere Lageranordnung kann eine in im Wesentlichen horizontaler
Richtung verlaufende Wirkachse mit einer derartigen Ankopplung dieses Aktors und der
weiteren Lageranordnung an das Hubgerüst gebildet sein, dass eine Betätigung des Aktors
zur Verlagerung der Lageranordnung gegenüber dem Fahrzeugkörper zu einem Schwenken
des Hubgerüsts um die Wirkachse führt.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Hubgerüst mittels der Lageranordnung
lediglich vertikal beweglich gelagert sein und mittels einer weiteren Lageranordnung
lediglich bezüglich der Breitenrichtung des Schmalgangstaplers beweglich gelagert
sein, wobei der Aktor oder einer der Aktoren dazu eingerichtet sein, das Hubgerüst
im Bereich der weiteren Lageranordnung in der Breitenrichtung des Schmalgangstaplers
zu verlagern, um so durch eine elastische Torsion des Hubgerüsts ein Schwenken davon
zu bewirken. In diesem Zusammenhang sei festgehalten, dass die weitere Lageranordnung
einen kleinen begrenzten Freiheitsgrad in vertikaler Richtung aufweisen kann, jedoch
vorwiegend eine Bewegung in der Breitenrichtung des Schmalgangstaplers angedacht ist.
Diese Ausführungsform hat den Vorteil einer sehr einfachen und kostengünstigen Ausgestaltung
der Lageranordnung und auch der weiteren Lageranordnung, wobei auf bekannte Ausgestaltungen
von Hubgerüsten und Grundrahmen von Schmalgangstaplern zurückgegriffen werden kann.
[0028] Auch in dieser Ausführungsform kann die Lageranordnung ferner bezüglich des Fahrzeugkörpers
durch einen der Aktoren bewegbar angeordnet sein und durch die weitere Lageranordnung
eine in im Wesentlichen horizontaler Richtung verlaufende Wirkachse mit einer derartigen
Ankopplung der weiteren Lageranordnung daran gebildet sein, dass eine Betätigung des
Aktors zur Bewegung der Lageranordnung gegenüber dem Fahrzeugkörper zu einem Schwenken
des Hubgerüsts um die Wirkachse führt.
[0029] In noch einer weiteren Ausführungsform kann eine weitere Lageranordnung vorgesehen
und dazu eingerichtet sein, ein Schwenken des Hubgerüsts um eine in Längsrichtung
des Schmalgangstaplers verlaufende ortsfeste Schwenkachse zu ermöglichen, wobei der
Aktor oder einer der Aktoren dazu eingerichtet sein kann, das Schwenken des Hubgerüsts
um die Schwenkachse zu bewirken. Im Gegensatz zu der oben beschriebenen Ausführungsform
mit einer schwebenden Lagerung des Hubgerüsts, welche ebenfalls eine Schwenkbewegung
des Hubgerüsts um eine in Längsrichtung des Schmalgangstaplers verlaufende Achse ermöglicht,
ist in dieser weiteren Ausführungsform die Schwenkachse in ihrer Position im Wesentlichen
festgelegt.
[0030] In dieser Ausführungsform kann die weitere Lageranordnung ferner dazu eingerichtet
sein, eine Bewegung des Hubgerüsts entlang der Schwenkachse zu ermöglichen, und es
können zwei Aktoren vorgesehen sein, welche dazu angeordnet sind, unter einem Winkel
zueinander auf das Hubgerüst einzuwirken, wobei die Aktoren vorzugsweise zusammen
mit der Breitenrichtung des Schmalgangstaplers ein Dreieck bilden, insbesondere ein
gleichschenkliges oder gleichseitiges Dreieck. In dieser Ausführungsform sind demzufolge
die Freiheitsgrade des Hubgerüsts exakt bestimmt, während andererseits nur wenige
Lagerstellen vorgesehen werden müssen. Durch eine Verdrehung gemäß einer in Längsrichtung
des Fahrzeugs verlaufenden Achse ist ein Ausgleich auch größerer Niveauschwankungen
möglich, während andererseits leichtgängige Lager eingesetzt werden können.
[0031] In einer weiteren Variante kann eine weitere Lageranordnung vorgesehen sein, welche
eine bogenförmige Linearführung oder ein Drehkranzlager umfasst, welche/welches dazu
eingerichtet ist, ein Schwenken des Hubgerüsts um einen in Breitenrichtung des Schmalgangstaplers
zentral an dem Hubgerüst vorgesehenen Schwenkpunkt zu ermöglichen, wobei der Aktor
oder einer der Aktoren dazu eingerichtet ist, das Schwenken des Hubgerüsts um den
Schwenkpunkt zu bewirken. Durch die Verwendung einer derartigen bogenförmigen Linearführung
bzw. eines derartigen Drehkranzlagers ist der Freiheitsgrad für das Schwenken des
Hubgerüsts exakt bestimmt und es kann keine zusätzliche Translation in der vertikalen
Richtung auftreten. Ebenfalls ist eine Torsion des Hubgerüsts um die vertikale Achse
im Wesentlichen ausgeschlossen. Andererseits ist jedoch durch die Verdrehung um die
in der Fahrzeug-Längsrichtung orientierte Schwenkachse ein großer Niveauausgleich
bei einer gleichzeitig leichtgängigen Lagerung möglich.
[0032] Hierbei kann in dieser Ausführungsform die weitere Lageranordnung ferner dazu angeordnet
sein, ein Schwenken des Hubgerüsts um eine im Wesentlichen horizontal in Breitenrichtung
des Schmalgangstaplers durch den Schwenkpunkt verlaufende Wirkachse zu ermöglichen,
wobei ein weiterer Aktor derart angeordnet sein kann, dass eine Betätigung des weiteren
Aktors zu einem Schwenken des Hubgerüsts um die Wirkachse führt. Auch in dieser Variante
ist darauf zu achten, dass die weitere Lageranordnung die zusätzliche Schwenkbewegung
zulässt, insbesondere kann die bogenförmige Linearführung bzw. das Drehkranzlager
als Ganzes bewegbar vorgesehen sein. Der so zur Verfügung stehende zusätzliche Bewegungsfreiheitsgrad
kann im Betrieb des Schmalgangstaplers insbesondere zum Ausgleich von Nickbewegungen
des Hubgerüsts eingesetzt werden, welche häufig im Rahmen der oben bereits angesprochenen
langwelligen Störungen auftreten.
[0033] In einer alternativen Variante kann die Lageranordnung derart eingerichtet sein,
ein Schwenken des Hubgerüsts um eine in Längsrichtung des Schmalgangstaplers verlaufende
ortsfeste Schwenkachse zu ermöglichen, wobei der Aktor oder einer der Aktoren dazu
eingerichtet ist, das Schwenken des Hubgerüsts um die Schwenkachse zu bewirken, wobei
die Schwenkachse bezüglich der Breitenrichtung des Schmalgangstaplers zentral an der
Unterseite des Hubgerüsts angeordnet ist, beispielsweise hinsichtlich der vertikalen
Richtung im Bereich der Räder des Schmalgangstaplers.
[0034] Hierbei kann vertikal oberhalb der Lageranordnung eine weitere Lageranordnung vorgesehen
sein, welche eine Bewegung des Hubgerüsts in Breitenrichtung des Schmalgangstaplers
ermöglicht und hierzu insbesondere eine Rollenführung umfassen kann. Diese Ausgestaltung
der weiteren Lageranordnung erlaubt eine robuste Führung des Hubgerüsts und gleicht
Fluchtungsfehler zwischen dem Hubgerüst und dem Fahrzeugkörper aus.
[0035] Insbesondere können hierbei der Aktor zum Schwenken des Hubgerüsts um die Schwenkachse
und die weitere Lageranordnung eine Baugruppe bilden, beispielsweise indem die angesprochene
Rollenführung ebenfalls als Aktor zum Schwenken des Hubgerüsts betreibbar ist.
[0036] Alternativ oder zusätzlich kann die Lageranordnung in dieser Variante ferner dazu
eingerichtet sein, ein Schwenken des Hubgerüsts um eine im Wesentlichen in Breitenrichtung
des Schmalgangstaplers verlaufende Wirkachse zu ermöglichen, wobei die weitere Lageranordnung
derart durch einen weiteren Aktor bewegbar gegenüber dem Fahrzeugkörper angeordnet
sein kann, dass ein Betätigen des weiteren Aktors ein Schwenken des Hubgerüsts um
die Wirkachse bewirkt. In analoger Weise zu der oben beschriebenen Variante kann der
durch diese Maßnahme erzielte zusätzliche Freiheitsgrad für das Hubgerüst insbesondere
zum Unterdrücken von langwelligen Störungen in Form von Nickbewegungen des Hubgerüsts
eingesetzt werden.
[0037] Schließlich sei noch darauf hingewiesen, dass in den zuletzt beschriebenen Varianten
die Lageranordnung ein Drehkranzlager oder einen Lagerbolzen umfassen kann.
[0038] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsformen davon deutlich, wenn diese zusammen mit den beiliegenden
Figuren betrachtet wird. Diese zeigen im Einzelnen:
- Fig. 1a und 1b
- schematische Ansichten einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers
mit einer Mehrzahl von daran vorgesehenen Erfassungseinheiten;
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht eines hydraulischen Aktors mit variabler Federvorspannung,
wie er in den verschiedenen Ausführungsformen von erfindungsgemäßen Schmalgangstaplern
zum Einsatz kommen kann;
- Fig. 3a und 3b
- eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers in zwei schematischen
Ansichten;
- Fig. 4a und 4b
- eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers in zwei schematischen
Ansichten;
- Fig. 5a und 5b
- eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers in zwei schematischen
Ansichten;
- Fig. 6a und 6b
- eine vierte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers in zwei schematischen
Ansichten;
- Fig. 7a bis 7c
- eine fünfte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers in drei schematischen
Ansichten;
- Fig. 8a bis 8c
- eine sechste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers in zwei schematischen
Ansichten; und
- Fig. 9a und 9b
- eine siebte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers in drei schematischen
Ansichten.
[0039] In den Figuren 1a und 1b ist zunächst ein erfindungsgemäßer Schmalgangstapler schematisch
in zwei verschiedenen Ansichten dargestellt. Hierbei ist der Schmalgangstapler mit
dem Bezugszeichen 10 bezeichnet und umfasst einen Fahrzeugkörper 12 mit einem vorderen
Paar von Rädern 14a und 14b, welche an jeweiligen Längsträgern 16 vorgesehen sind,
sowie ein angetriebenes und gelenktes Hinterrad 18, mit welchen das Fahrzeug 10 auf
einem Fahruntergrund U aufsteht.
[0040] Die Drehachsen der Vorderräder 14a und 14b sowie des Hinterrads 18 verlaufen jeweils
in Breitenrichtung x des Fahrzeugs 10, während die Geradeaus-Fahrrichtung des Fahrzeugs
10 auch als Längsrichtung y bezeichnet ist.
[0041] Zwischen den beiden Achsen der Vorderräder 14a und 14b sowie des Hinterrads 18 in
Längsrichtung y des Fahrzeugs 10 erstreckt sich in im Wesentlichen vertikaler (z)-Richtung
ein Hubgerüst 20, mit welchem in der in den Figuren 1a und 1b gezeigten Ausführungsform
ein Fahrerstand 20a in einer vertikal verlagerbaren Weise verbunden ist.
[0042] Aufgrund seiner Bauweise mit dem zwischen den Achsen der Vorderräder 14a und 14b
sowie des Hinterrads 18 angeordneten Hubgerüst 20 eignet sich der hier dargestellte
Schmalgangstapler 10 in erster Linie für den Einsatz in Logistikeinrichtungen, in
welchen lediglich schmale Gänge zwischen Hochregalen vorgesehen sind, in welchen Waren
eingelagert und von einem in dem Fahrerstand 20a befindlichen Bediener kommissioniert
werden können. Es versteht sich, dass in alternativen Varianten der Schmalgangstapler
10 auch als führerloses Fahrzeug ausgebildet sein könnte und demzufolge autonom oder
ferngesteuert betrieben werden könnte, wobei in solchen Varianten der Fahrerstand
20a durch einen entsprechenden Aufbau ersetzt werden würde. Ferner versteht es sich,
dass das Fahrzeug 10 noch zahlreiche weitere Komponenten umfassen kann, welche für
derartige Fahrzeuge üblich sind, beispielsweise ein Hydrauliksystem, welches einige
der im Folgenden beschriebenen Aktoren versorgen kann.
[0043] Hinsichtlich unterschiedlicher Ausführungsformen der Befestigung und Lagerung des
Hubgerüsts 20 gegenüber dem Fahrzeugkörper 12 mittels verschiedener Varianten von
Lageranordnungen sei auf die nachfolgenden Figuren verwiesen, im Zusammenhang mit
den Figuren 1a und 1b seien nun zunächst einmal verschiedene Erfassungseinheiten erläutert,
mit welchen wenigstens ein Zustandsparameter des Schmalgangstaplers 10 und/oder seiner
Umgebung erfasst werden kann und welche in unterschiedlichen Ausführungsformen solcher
Schmalgangstapler 10 jeweils alleine oder in beliebigen Kombinationen vorgesehen sein
können.
[0044] Hierbei ist in der Figur 1a zunächst einmal ein Neigungssensor 22 im Bereich des
Hubgerüsts 20 dargestellt, welcher beispielsweise als mehrachsiger Beschleunigungssensor
ausgebildet sein kann und demzufolge Neigungen des Hubgerüsts 20 um wenigstens eine
aus den x-, y- und z-Achsen erfassen kann. Weiterhin sind an beiden Seiten des Fahrzeugs
10 in Breitenrichtung x jeweilige Untergrundsensoren 24a und 24b vorgesehen, welche
die Beschaffenheit des Fahruntergrunds U seitlich des Fahrzeugs 10 erfassen und Unebenheiten
davon detektieren können.
[0045] In ähnlicher Weise sind in der Figur 1b weitere Untergrundsensoren 24c und 24d dargestellt,
welche eine entsprechende Erfassung des Fahruntergrunds U vor und hinter dem Fahrzeug
10 gemäß der Längsrichtung y davon vornehmen können. Zudem ist in der Figur 1b ein
weiterer Beschleunigungs- bzw. Neigungssensor 26 im Bereich des Fahrzeugkörpers 12
dargestellt, welcher analog zu dem dem Hubgerüst 20 zugeordneten Sensor 22 als Dreiachsen-Beschleunigungssensor
ausgebildet sein kann.
[0046] Weitere hier nicht dargestellte, jedoch ebenfalls in erfindungsgemäßen Schmalgangstaplern
einsetzbare Sensoren umfassen Positionssensoren für eine relative oder absolute Position
des Schmalgangstaplers im Raum, beispielsweise Empfänger für GPS oder für von lokalen
Transmittern ausgegebene Positionsbestimmungsinformationen, Beschleunigungs- und Geschwindigkeitssensoren
zum Erfassen eines Fahrzustands des Schmalgangstaplers 10, etc.
[0047] Gemäß dem Regelungs- bzw. Steuerungskonzept des erfindungsgemäßen Fahrzeugs liefern
die einzelnen Erfassungseinheiten ihre Daten an eine in den Figuren lediglich schematisch
angedeutete Steuereinheit 27, welche auf Grundlage der derart gelieferten Zustandsparameter
einen Ist-Zustand des Fahrzeugs 10 bestimmt, eine Wirkung einer Betätigung des wenigstens
einen im Folgenden noch beschriebenen Aktors auf diesen Ist-Zustand ermittelt und
daraufhin den wenigstens einen Aktor derart ansteuert, dass eine Differenz zwischen
dem bestimmten Ist-Zustand und einem vorbestimmten Soll-Zustand verringert wird, welcher
beispielsweise derart definiert sein kann, dass das Hubgerüst 20 ungeachtet möglicher
Neigungen oder Unebenheiten des Fahruntergrunds U und damit des Fahrzeugkörpers 12
des Fahrzeugs 10 in einer perfekt vertikalen Ausrichtung gehalten wird.
[0048] Zu diesem Zweck kann die Steuereinheit 27 ferner betriebsmäßig mit einem ebenfalls
nicht dargestellten Antriebssystem des Schmalgangstaplers 10 gekoppelt sein, welches
beispielsweise ein Antriebsmoment auf das Fahrzeug 10 mittels des gelenkten und angetriebenen
Hinterrads 18 ausübt und ebenfalls durch Bremseingriffe eine Verzögerung des Fahrzeugs
10 hervorrufen kann. Hierzu kann die Steuereinheit 27 die Wirkung einer Modulation
des durch das Antriebssystem auf das Hinterrad 18 ausgeübten Beschleunigungsmoments
auf den Ist-Zustand ermitteln und das Antriebssystem derart ansteuern, dass eine Differenz
zwischen dem bestimmen Ist-Zustand und einem vorbestimmen Soll-Zustand verringert
wird.
[0049] Für die Beschreibung eines Beispiels für einen besonders geeigneten Aktuatortyp für
die im Folgenden beschriebenen Aktuierungen des Hubgerüsts 20 des Schmalgangstaplers
10 sei weiterhin auf die Figur 2 verwiesen, in welcher ein hydraulischer Aktor 30
mit variabler Federvorspannung dargestellt ist. Dieser umfasst einen ersten Kolben
42 und einen zweiten Kolben 44, wobei der zweite Kolben 44 dazu vorgesehen ist, die
eigentliche Kraftübertragung auf die entsprechende Komponente des Schmalgangstaplers
10 zu bewirken. Demhingegen wird mittels des ersten Kolbens 42 eine Vorspannung auf
eine zwischen den beiden Kolben 42 und 44 angeordnete Spiralfeder 46 ausgeübt, indem
an einen ersten Hydraulikanschluss 48 ein Hydraulikdruck geliefert wird. Hierdurch
lässt sich das statische Gleichgewicht, bzw. die Nulllage des Zylinders 30, festlegen,
wobei bei einem weiteren Anlegen eines Hydraulikdrucks an einen zweiten Druckanschluss
50 eine Bewegung des zweiten Kolbens 44 ausgelöst wird und die hierzu benötigte Energie
um die in der Feder gespeicherte Arbeit reduziert ist.
[0050] Eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers, in welcher
ein derartiger Aktor zum Einsatz kommen kann, ist nun in den Figuren 3a und 3b gezeigt
und dort mit dem Bezugszeichen 100 bezeichnet. Hier und auch in der nachfolgenden
Beschreibung weiterer Ausführungsformen sei beispielsweise hinsichtlich der Platzierung
möglicher Erfassungseinheiten sowie auch der Richtungen und Achsen in den Fahrzeugen
auf die Beschreibung der Figuren 1a und 1b verwiesen, wobei äquivalente oder identische
Komponenten der Ausführungsformen jeweils mit demselben Bezugszeichen, erhöht um ein
Vielfaches von 100 bezeichnet sind und auf ihre Beschreibung im Einzelnen an diversen
Stellen verzichtet wird.
[0051] Demzufolge umfasst der Schmalgangstapler 100 einen Fahrzeugkörper 112 und ein Hubgerüst
120 sowie zwei Vorderräder 114a und 114b sowie ein Hinterrad 118. Ebenfalls ist an
dem Hubgerüst 120 ein Fahrerstand 120a in einer vertikal verlagerbaren Weise angebracht.
Ferner ist auch das Hubgerüst 120 selbst mittels einer Lageranordnung 128 gegenüber
dem Fahrzeugkörper 112 beweglich gelagert, in der in den Figuren 3a und 3b gezeigten
Ausführungsform insbesondere bezüglich den x- und z-Richtungen schwebend gelagert,
d.h. wenigstens innerhalb eines vorbestimmten Bereichs gemäß diesen Richtungen frei
oder in einer gedämpften Weise beweglich sowie bezüglich der y-Richtung festgelegt.
[0052] Somit ist es möglich, mittels zweier erster, zwischen dem Hubgerüst 120 und dem Fahrzeugkörper
112 angeordneter Aktoren 130a und 130b das Hubgerüst 120 an seinen Anbindungspunkten
zu den Aktoren 130a und 130b jeweils gegenüber dem Fahrzeugkörper 112 in z-Richtung
um einen vorbestimmen Betrag zu verlagern, welcher durch das maximale Hubvermögen
der beiden Aktoren 130a und 130b festgelegt ist. Hierdurch kann bei einer asymmetrischen
Ansteuerung der beiden Aktoren 130a und 130b zudem ein Kippen des Hubgerüsts um einen
vorbestimmten Betrag in der x-z-Ebene herbeigeführt werden. Indem ferner die Anbindung
der beiden Aktoren 130a und 130b an das Hubgerüst 120, beispielsweise mittels Radial-Gelenklagern,
in einer schwenkbaren Weise erfolgt, wird durch die imaginäre Verbindungsachse der
beiden Anbindungspunkte der Aktoren 130a und 130b eine Wirkachse X130 geschaffen,
welche in x-Richtung verläuft und um welche ebenfalls ein Schwenken des Hubgerüsts
120 möglich ist, welches einer Nickbewegung des Hubgerüsts 120 entspricht.
[0053] Um dieses Schwenken oder Nicken anzutreiben, ist in dem Schmalgangstapler 100 ferner
ein weiterer Aktor 132 vorgesehen, welcher eine Verlagerung der Lageranordnung 128
gegenüber dem Fahrzeugkörper 112 in y-Richtung ermöglicht.
[0054] Somit ist in der in den Figuren 3a und 3b gezeigten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schmalgangstaplers sowohl eine Verlagerung des Hubgerüsts 120 in vertikaler (z)-Richtung,
ein Kippen oder Schwenken des Hubgerüsts 120 in der durch die x- und z-Richtungen
aufgespannte Ebene als auch ein Nicken des Hubgerüsts 120 um die Wirkachse X130 möglich,
sodass eine Vielzahl von möglichen Schwingungen oder Störungen des Hubgerüsts 120
bezüglich seines vordefinierten Soll-Zustands ausgeglichen oder bekämpft werden können.
[0055] Eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schmalgangstaplers, in welchem
ebenfalls Aktoren der in Figur 2 gezeigten Art zum Einsatz kommen können, ist in den
Figuren 4a und 4b gezeigt und dort mit dem Bezugszeichen 200 bezeichnet.
[0056] In dieser zweiten Ausführungsform ist das Hubgerüst 220 analog zu dem Hubgerüst 120
aus den Figuren 3a und 3b mittels einer Lageranordnung 228 schwebend bezüglich einer
Lagerebene gelagert, welche sich in den x- und z-Richtungen erstreckt. Weiterhin ist
eine weitere Lageranordnung 234 vorgesehen, welche durch zwei Schwenkhebel 234a und
234b an beiden Seiten des Hubgerüsts 220 in x-Richtung ausgeführt ist und welche ein
Schwenken des Hubgerüsts 220 um eine in y-Richtung verlaufende Achse ermöglicht, welches
durch einen in x-Richtung orientierten ersten Aktor 230 angetrieben wird.
[0057] Durch die Ausbildung der zweiten Lageranordnung 234 mithilfe der beiden Schwenkhebel
234a und 234b ist ferner in ähnlicher Weise zu der Ausführungsform aus den Figuren
3a und 3b eine entlang der x-Richtung verlaufende Wirkachse gebildet, welche durch
eine mit den beiden Schwenkhebeln 234a und 234b verbundene, lediglich drehbar gelagerte
Welle 236 gebildet ist. Diese Welle 236 erlaubt ein Schwenken oder Nicken des Hubgerüsts
220, welches durch einen zweiten Aktor 232 angetrieben werden kann, welcher in analoger
Weise zu der in den Figuren 3a und 3b gezeigten Ausführungsform eine Verlagerung der
ersten Lageranordnung 228 in y-Richtung hervorruft. Somit entsprechen sich die Ausführungsformen
aus den Figuren 3a und 3b sowie 4a und 4b hinsichtlich der möglichen Freiheitsgrade
und antreibbaren Schwenkbewegungen der Hubgerüste 120 bzw. 220, unterscheiden sich
allerdings in der Gestaltung ihrer jeweiligen weiteren Lageranordnungen 134 und 234
sowie der Positionierung und der Wirkungsweise ihrer Aktoren 130a und 130b bzw. 230.
[0058] Die Figuren 5a und 5b zeigen weiterhin eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schmalgangstaplers, welcher mit dem Bezugszeichen 300 bezeichnet ist und ebenfalls
deutliche Überschneidungen zu der Ausführungsform 100 aus den Figuren 3a und 3b aufweist.
[0059] Insbesondere verfolgen die beiden genannten Ausführungsformen gleiche Konzepte hinsichtlich
ihrer ersten Lageranordnungen 128 bzw. 328 sowie eines darauf in y-Richtung einwirkenden
Aktors 132 bzw. 332. Ebenfalls ist auch das Hubgerüst 320 aus den Figuren 5a und 5b
schwebend hinsichtlich einer in x-Richtung und z-Richtung verlaufenden Ebene und schwenkbar
um eine Wirkachse X330 gegenüber dem Fahrzeugkörper 312 angeordnet. Allerdings ist
in der in den Figuren 5a und 5b gezeigten Ausführungsform 300 lediglich ein einzelner
Aktor 330 zur Verlagerung des Hubgerüsts 320 in z-Richtung vorgesehen, welcher ausschließlich
auf eine Seite davon einwirken kann.
[0060] Auf der in z-Richtung gegenüberliegenden Seite des Hubgerüsts 320 steht dem Aktor
330 ein Radial-Gelenklager 331 gegenüber, welches sowohl das Schwenken des Hubgerüsts
320 um die bereits angesprochene Wirkachse X330 ermöglicht als auch selbst eine in
y-Richtung verlaufende Schwenkachse bildet, welche das durch den Aktor 330 angetriebene
Schwenken innerhalb der Lagerebene ermöglicht. Hierbei bilden der Aktor 330 und das
Radial-Gelenklager 331 gemeinsam eine weitere Lageranordnung 334. Zwar liegt demzufolge
in dieser Ausführungsform der Drehpunkt für das angesprochene Schwenken in der Lagerebene
außerhalb des Hubgerüsts 320 selbst, hierdurch ist jedoch die Wirkweise und Effizienz
einer derart angetriebenen Schwenkbewegung nicht verschlechtert.
[0061] In dieser Ausführungsform ist ferner eine weitere Variante denkbar, in welcher die
Lageranordnung 328 das Hubgerüst 320 auch in x-Richtung fest einspannt, sodass lediglich
ein Freiheitsgrad in z-Richtung in dieser Variante der Lageranordnung 328 verbliebt.
Hierbei müsste dann zu einer Schwenkbewegung um die mittels des Radial-Gelenklagers
331 gebildete in y-Richtung verlaufende Achse eine leichte elastische Verformung des
Hubgerüsts 320 zwischen den beiden Lageranordnungen 328 und 334 vorgesehen und in
Kauf genommen werden.
[0062] Die Figuren 6a und 6b zeigen nun eine vierte Ausführungsform 400 eines erfindungsgemäßen
Schmalgangstaplers, welche der ersten Ausführungsform aus den Figuren 3a und 3b hinsichtlich
seiner Lageranordnung 428 und eines diese verlagernden Aktors 432 im Wesentlichen
entspricht. In Gegensatz zu der ersten Ausführungsform ist jedoch die weitere Lageranordnung
434 durch zwei in der x-Richtung freie, an beiden Seiten des Hubgerüsts 420 vorgesehene
Lagerelemente 434a und 434b in Form zylindrischer Gleitführungselemente gebildet,
welche gemeinsam eine weitere Lageranordnung 434 bilden und ein Nicken des Hubgerüsts
420 um eine Wirkachse X430 erlauben.
[0063] Zwar können diese zylindrischen Gleitführungselemente 434a und 434b ebenfalls ein
gewisses Spiel in z-Richtung aufweisen, in jedem Fall stellen sie jedoch einen Freiheitsgrad
in x-Richtung für ein Schwenken des Hubgerüsts 420 um eine in im Wesentlichen in y-Richtung
verlaufende Schwenkachse bereit, welches ggf. eine Torsion des Hubgerüsts aufgrund
der Festlegung davon in z-Richtung erfordert. Um dieses Schwenken anzutreiben ist
erneut ein Aktor 430 vorgesehen, welcher eine Verlagerung des Hubgerüsts 420 in x-Richtung
im Bereich der weiteren Lageranordnung 434 antreibt. Hierbei kann die Lageranordnung
428 wiederum derart ausgebildet sein, dass sie lediglich eine Bewegung in z-Richtung
des Hubgerüsts 420 zulässt und somit die Schwenkbewegung um die in y-Richtung verlaufende
Schwenkachse durch eine elastische Biegung des Hubgerüsts 420 bewirkt wird. Diese
Ausführungsform zeichnet sich durch einfach und kostengünstig gebildete Lageranordnungen
aus und es können aufgrund der relativ großen Ähnlichkeiten mit bereits in Produktion
befindlichen Schmalgangstaplern weitere Synergieeffekte erzielt werden.
[0064] In den Figuren 7a bis 7c ist eine fünfte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schmalgangstaplers dargestellt und mit dem Bezugszeichen 500 bezeichnet. Diese Ausführungsform
500 zeichnet sich dadurch aus, dass im Bereich der Lageranordnung 528 zwei Aktoren
530a und 530b vorgesehen sind, welche unter einem Winkel zueinander auf das Hubgerüst
einwirken und hierzu gemäß einem gleichschenkligen Dreieck mit der Breitenrichtung
des Schmalgangstaplers 500 angeordnet sind.
[0065] In dieser Ausführungsform erlaubt die Lageranordnung 528 eine Bewegung des Hubgerüsts
520 in der x-y-Ebene und die weitere Lageranordnung 534 bildet ein Drehzentrum für
ein Schwenken des Hubgerüsts 520 um jeweilige Achsen sowohl um die x-Richtung als
auch um die y-Richtung. Indem nun die beiden Aktoren 530a und 530b in einer koordinierten
Weise betrieben werden, können sowohl Schwingungen um parallel zur x-Richtung als
auch parallel zur y-Richtung verlaufende Achsen in einer geeigneten Weise angetrieben
werden, wobei durch das Vorsehen des Drehzentrums im Bereich der weiteren Lageranordnung
534 die Freiheitsgrade exakt bestimmt sind und weniger Lagerstellen notwendig sind.
Ferner können die verwendeten Lager besonders leichtgängig ausgebildet werden und
auch ein größerer Niveauausgleich, insbesondere hinsichtlich einer Verdrehung um die
x-Achse, ist einfach realisierbar.
[0066] Die Ausführungsform aus den Figuren 8a bis 8c, die dort mit dem Bezugszeichen 600
bezeichnet ist und zwei Varianten umfasst, die in den Figuren 8b und 8c dargestellt
sind, stellt in gewisser Weise eine Abwandlung der Ausführungsform 500 aus den Figuren
7a bis 7c dar, da auch hier jeweils eine weitere Lageranordnung 634 vorgesehen ist,
welche einen zentrisch platzierten Dreh-Mittelpunkt für ein Schwenken des Hubgerüsts
620 um eine zur y-Richtung parallele Achse zu ermöglicht. Hierzu ist in der Variante
aus Figur 8b eine bogenförmige Linearführung 634a als weitere Lageranordnung 634 vorgesehen,
während in der Variante aus Figur 8c ein Drehkranz-Lager 634b als weitere Lageranordnung
634 verwendet wird.
[0067] Durch den in x-Richtung wirkenden Aktor 630 kann somit in beiden Varianten ein Schwenken
um die jeweilige durch die Lageranordnung 634 und in y-Richtung verlaufende Achse
hervorgerufen werden, während die entsprechenden Lagerstellen ferner derart ausgebildet
sind, dass durch ein Betätigen eines in y-Richtung orientierten weiteren Aktors 632,
welcher ein Verlagern der Lageranordnung 628 ermöglicht, ferner ein Schwenken des
Hubgerüsts um eine durch die Lagerstelle und in x-Richtung verlaufende Wirkachse X634
hervorgerufen werden kann. Auch in dieser Ausführungsform sind die Freiheitsgrade
für das Schwenken des Hubgerüsts exakt bestimmt und es ist keine zusätzliche Translation
in z-Richtung in den Lagerstellen notwendig. Somit ist eine leichtgängige Lagerung
möglich und auch größere Niveauausgleiche, insbesondere bei einer Verdrehung um die
zur y-Richtung parallele Schwenkachse, sind einfach realisierbar.
[0068] Zuletzt ist in den Figuren 9a und 9b eine siebte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schmalgangstaplers gezeigt und mit dem Bezugszeichen 700 bezeichnet. In dieser Ausführungsform
ist die Lageranordnung 728 durch ein Drehkranz-Lager gebildet, welches zentral an
der Unterseite des Hubgerüsts 720 angeordnet ist, insbesondere hinsichtlich der vertikalen
Richtung im Bereich der Räder 714a, 714b und 718 des Schmalgangstaplers 700. Diese
Lageranordnung 728 ermöglicht ein Schwenken des Hubgerüsts 720 sowohl um eine in x-Richtung
X728 verlaufende Schwenkachse als auch um eine in y-Richtung verlaufende Schwenkachse
Y728.
[0069] Um die entsprechenden Schwenkbewegungen anzutreiben, ist einerseits ein als Drehspindel
ausgebildeter Aktor 730 und andererseits ein als Zylinder ausgebildeter weiterer Aktor
732 vorgesehen, welcher ferner die Drehspindel 730 in y-Richtung verlagern kann. Somit
treibt die Drehspindel 730 das Schwenken des Hubgerüsts 720 um die in y-Richtung verlaufende
Schwenkachse Y728 an, während der Zylinder 732 das Schwenken des Hubgerüsts 720 um
die in x-Richtung verlaufende Schwenkachse X728 antreibt.
[0070] Es sei zuletzt darauf hingewiesen, dass zahlreiche der eben besprochenen Ausführungsformen
auch in Varianten mit weniger Freiheitsgraden ausführbar sind, beispielsweise könnte
in den Ausführungsformen aus den Figuren 3a bis 6b jeweils die jeweilige Lageranordnung
128, 228, 328 bzw. 428 fest an dem entsprechenden Fahrzeugkörper 112, 212, 312 bzw.
412 angebracht sein, so dass auf die weiteren Aktoren 132, 232, 332 bzw. 432 und damit
auf die Möglichkeit, das jeweilige Hubgerüst 120, 220, 320 bzw. 420 zu Nickbewegungen
anzuregen, verzichtet würde. Weiterhin sei darauf hingewiesen, dass die vorliegende
Erfindung nicht auf Schmalgangstapler mit drei Rädern beschränkt ist, von welchen
lediglich eines angetrieben und gelenkt ist, sondern dass auch andere Konfigurationen
denkbar sind, beispielsweise mit vier Rädern, von welchen zwei angetrieben und die
beiden anderen gelenkt sind.
1. Schmalgangstapler, umfassend:
- einen Fahrzeugkörper (112) mit einer Längsrichtung (y) und einer Breitenrichtung
(x);
- dem Fahrzeugkörper (112) zugeordnete, gemäß zweier sich in der Breitenrichtung (x)
des Schmalgangstaplers verlaufender Achsen angeordnete Räder (114a, 114b, 118), welche
dazu eingerichtet sind, den Schmalgangstapler bei einer Fahrt auf einem Fahruntergrund
(U) anzutreiben und zu lenken;
- ein Antriebssystem, welches dazu eingerichtet ist, auf wenigstens eines der Räder
(114a, 114b, 118) ein Beschleunigungsmoment auszuüben;
- ein sich bezüglich der Längsrichtung (y) des Schmalgangstaplers zwischen den beiden
Achsen im Wesentlichen vertikal erstreckendes Hubgerüst (120);
wobei das Hubgerüst (120) mittels einer Lageranordnung (128) gegenüber dem Fahrzeugkörper
(112) bezüglich wenigstens eines Bewegungsfreiheitsgrades beweglich gelagert ist;
- wenigstens eine Erfassungseinheit (22, 24a-24d, 26), welche dazu eingerichtet ist,
wenigstens einen Zustandsparameter des Schmalgangstaplers und/oder seiner Umgebung
zu erfassen und entsprechende Daten auszugeben;
- wenigstens einen Aktor (130a, 130b), welcher dazu eingerichtet ist, eine Bewegung
des Hubgerüsts (120) gegenüber dem Fahrzeugkörper (112) entsprechend dem wenigstens
einen Freiheitsgrad zu bewirken; und
- eine Steuereinheit (27), welche betriebsmäßig mit der wenigstens einen Erfassungseinheit
(22, 24a-24d, 26) und dem wenigstens einen Aktor (130a, 130b) gekoppelt und dazu eingerichtet
ist:
∘ auf Grundlage des wenigstens einen durch die wenigstens eine Erfassungseinheit (22,
24a-24d, 26) erfassten Zustandsparameters einen Ist-Zustand des Schmalgangstaplers
zu bestimmen;
∘ eine Wirkung einer Betätigung des wenigstens einen Aktors (130a, 130b) auf den Ist-Zustand
zu ermitteln; und
∘ den wenigstens einen Aktor (130a, 130b) derart anzusteuern, dass eine Differenz
zwischen dem bestimmen Ist-Zustand und einem vorbestimmten Soll-Zustand verringert
wird.
2. Schmalgangstapler nach Anspruch 1,
wobei die Steuereinheit (27) ferner betriebsmäßig mit dem Antriebssystem gekoppelt
und dazu eingerichtet ist:
∘ eine Wirkung einer Modulation des durch das Antriebssystem auf wenigstens ein Rad
(114a, 114b, 118) ausgeübten Beschleunigungsmoments auf den Ist-Zustand zu ermitteln;
und
∘ das Antriebssystem derart anzusteuern, dass eine Differenz zwischen dem bestimmen
Ist-Zustand und einem vorbestimmten Soll-Zustand verringert wird, und/oder wobei die
Steuereinheit (27) ferner dazu eingerichtet ist, eine Klassifizierung von möglichen
Störungen auf Grundlage des wenigstens einen durch die wenigstens eine Erfassungseinheit
(22, 24a-24d, 26) erfassten Zustandsparameters vorzunehmen.
3. Schmalgangstapler nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die wenigstens eine Erfassungseinheit (22, 24a-24d, 26) dazu eingerichtet ist,
eine Neigung des Fahrzeugkörpers (112), des Hubgerüsts (120) und/oder des Fahruntergrunds
(U) gegenüber der Horizontalen zu erfassen, insbesondere eine Neigung quer zu der
Längsrichtung des Schmalgangstaplers, und/oder wobei die wenigstens eine Erfassungseinheit
(22, 24a-24d, 26) dazu eingerichtet ist, eine Beschleunigung und/oder eine Schwingung
des Fahrzeugkörpers (112) und/oder des Hubgerüsts (120) zu erfassen, und/oder wobei
die wenigstens eine Erfassungseinheit (22, 24a-24d, 26) dazu eingerichtet ist, eine
relative oder absolute Position des Schmalgangstaplers zu erfassen, und ihr ferner
eine mit der Steuereinheit (27) betriebsmäßig gekoppelte Speichereinheit zugehörig
ist, in welcher Topologiedaten zu dem von dem Schmalgangstapler befahrbaren Fahruntergrund
(U) vorliegen.
4. Schmalgangstapler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der wenigstens eine
Aktor (130a, 130b) wenigstens eines umfasst aus einem einfach wirkenden Hydraulikzylinder,
einem doppelt wirkenden Hydraulikzylinder, einem Linearmotor, einem Schrittmotor,
einer Gewindespindel, einem Zahnstangenantrieb, einem Elektromagneten und einem Piezoelement,
wobei vorzugsweise der wenigstens eine Aktor (130a, 130b) einen Hydraulikzylinder
mit variabler Federvorspannung (30) umfasst.
5. Schmalgangstapler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Lageranordnung
(128) ein Dämpfungselement umfasst, welches dazu eingerichtet ist, eine Bewegung des
Hubgerüsts (120) gegenüber dem Fahrzeugkörper (112) entlang wenigstens einer Richtung
zu dämpfen.
6. Schmalgangstapler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hubgerüst (120)
mittels der Lageranordnung (128) bezüglich einer Lagerebene schwebend gelagert ist,
welche sich im Wesentlichen vertikal (z) und in Breitenrichtung (x) des Schmalgangstaplers
erstreckt, und wobei der Aktor oder wenigstens einer der Aktoren (130a, 130b) dazu
angeordnet und eingerichtet ist, das Hubgerüst (120) gegenüber dem Fahrzeugkörper
(112) in vertikaler Richtung (z) zu verlagern, vorzugsweise zwei Aktoren (130a, 130b),
welche an gegenüberliegenden Seiten des Hubgerüsts (120) angeordnet sind.
7. Schmalgangstapler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Lageranordnung
(128) bezüglich des Fahrzeugkörpers (112) durch den Aktor oder einen der Aktoren (132)
bewegbar angeordnet ist.
8. Schmalgangstapler nach Anspruch 6 und 7,
wobei durch den Aktor oder die Aktoren (130a, 130b) zur Verlagerung des Hubgerüsts
(120) in vertikaler Richtung (z) eine in im Wesentlichen horizontaler Richtung (x)
verlaufende Wirkachse (X130) mit einer derartigen Ankopplung des Aktors oder der Aktoren
(130a, 130b) an das Hubgerüst (120) gebildet ist, dass eine Betätigung des Aktors
(132) zur Bewegung der Lageranordnung (128) gegenüber dem Fahrzeugkörper (112) zu
einem Schwenken des Hubgerüsts (120) um die Wirkachse (X130) führt.
9. Schmalgangstapler nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei das Hubgerüst (220) mittels der Lageranordnung (228) bezüglich einer Lagerebene
schwebend gelagert ist, welche sich im Wesentlichen vertikal (z) und in Breitenrichtung
(x) des Schmalgangstaplers erstreckt, wobei ferner eine weitere Lageranordnung (234)
vorgesehen ist, welche dazu eingerichtet ist, ein Schwenken des Hubgerüsts (220) um
eine Achse zu ermöglichen, welche sich senkrecht zu der Lagerebene erstreckt, welches
Schwenken durch einen entsprechend angeordneten Aktor (230) antreibbar ist, wobei
vorzugsweisedie weitere Lageranordnung (228) ferner dazu eingerichtet ist, zusätzlich
ein Schwenken des Hubgerüsts (220) um eine in der Lagerebene liegende weitere Achse
(236) zu ermöglichen, wobei die Lageranordnung (228) bezüglich des Fahrzeugkörpers
(212) durch einen der Aktoren (232) bewegbar angeordnet ist, und/oder wobei die weitere
Lageranordnung (331) und der Aktor (330) zum Schwenken des Hubgerüsts (320) an einander
gegenüberliegenden Seiten des Hubgerüsts (320) bezüglich der Breitenrichtung (x) des
Schmalgangstaplers angeordnet sind, wobei weiter vorzugsweise die Lageranordnung (328)
bezüglich des Fahrzeugkörpers (312) durch einen der Aktoren (332) bewegbar angeordnet
ist und durch den Aktor (330) zum Schwenken des Hubgerüsts (320) und die weitere Lageranordnung
(331) eine in im Wesentlichen horizontaler Richtung verlaufende Wirkachse (X330) mit
einer derartigen Ankopplung des Aktors (330) und der weiteren Lageranordnung (331)
an das Hubgerüst (320) gebildet ist, dass eine Betätigung des Aktors (332) zur Bewegung
der Lageranordnung (328) gegenüber dem Fahrzeugkörper (312) zu einem Schwenken des
Hubgerüsts (320) um die Wirkachse (X330) führt.
10. Schmalgangstapler nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei das Hubgerüst (420) mittels der Lageranordnung (428) lediglich vertikal beweglich
gelagert ist und mittels einer weiteren Lageranordnung (434) bezüglich der Breitenrichtung
(x) des Schmalgangstaplers beweglich gelagert ist, wobei der Aktor oder einer der
Aktoren (430) dazu eingerichtet ist, das Hubgerüst (420) im Bereich der weiteren Lageranordnung
(434) in der Breitenrichtung (x) des Schmalgangstaplers zu verlagern, um so durch
eine elastische Torsion des Hubgerüsts (420) ein Schwenken davon zu bewirken, wobei
vorzugsweisedie Lageranordnung (428) bezüglich des Fahrzeugkörpers (412) durch einen
der Aktoren (432) bewegbar angeordnet ist und durch die weitere Lageranordnung (434)
eine in im Wesentlichen horizontaler Richtung (x) verlaufende Wirkachse (X430) mit
einer derartigen Ankopplung der weiteren Lageranordnung (434) an das Hubgerüst (420)
gebildet ist, dass eine Betätigung des Aktors (432) zur Bewegung der Lageranordnung
(428) gegenüber dem Fahrzeugkörper (412) zu einem Schwenken des Hubgerüsts (420) um
die Wirkachse (X430) führt.
11. Schmalgangstapler nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei eine weitere Lageranordnung (534) vorgesehen und dazu eingerichtet ist, ein
Schwenken des Hubgerüsts (520) um eine in Längsrichtung (y) des Schmalgangstaplers
verlaufende ortsfeste Schwenkachse (Y534) zu ermöglichen, wobei der Aktor oder einer
der Aktoren (530a, 530b) dazu eingerichtet ist, das Schwenken des Hubgerüsts (520)
um die Schwenkachse (Y534) zu bewirken, wobei vorzugsweisedie weitere Lageranordnung
(534) ferner dazu eingerichtet ist, eine Bewegung des Hubgerüsts (520) entlang der
Schwenkachse (Y534) zu ermöglichen, und zwei Aktoren (530a, 530b) vorgesehen sind,
welche dazu angeordnet sind, unter einem Winkel zueinander auf das Hubgerüst (520)
einzuwirken, wobei die beiden Aktoren (530a, 530b) vorzugsweise zusammen mit der Breitenrichtung
(x) des Schmalgangstaplers ein Dreieck bilden, insbesondere ein gleichschenkliges
oder gleichseitiges Dreieck.
12. Schmalgangstapler nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei eine weitere Lageranordnung (634) vorgesehen ist, welche eine bogenförmige Linearführung
(634a) oder ein Drehkranzlager (634b) umfasst, welche/welches dazu eingerichtet ist,
ein Schwenken des Hubgerüsts (620) um einen in Breitenrichtung (x) des Schmalgangstaplers
zentral an dem Hubgerüst (620) vorgesehenen Schwenkpunkt zu ermöglichen, wobei der
Aktor oder einer der Aktoren (630) dazu eingerichtet ist, das Schwenken des Hubgerüsts
(620) um den Schwenkpunkt zu bewirken, wobei vorzugsweisedie weitere Lageranordnung
(634) ferner dazu eingerichtet ist, ein Schwenken des Hubgerüsts (620) um eine im
Wesentlichen horizontal in Breitenrichtung (x) des Schmalgangstaplers durch den Schwenkpunkt
verlaufende Wirkachse (X634) zu ermöglichen, wobei ein weiterer Aktor (632) derart
angeordnet ist, dass eine Betätigung des weiteren Aktors (632) zu einem Schwenken
des Hubgerüsts (620) um die Wirkachse führt.
13. Schmalgangstapler nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die Lageranordnung (728) dazu eingerichtet ist, ein Schwenken des Hubgerüsts
(720) um eine in Längsrichtung (y) des Schmalgangstaplers verlaufende ortsfeste Schwenkachse
(Y728) zu ermöglichen, wobei der Aktor oder einer der Aktoren (730) dazu eingerichtet
ist, das Schwenken des Hubgerüsts (720) um die Schwenkachse (Y728) zu bewirken, wobei
die Schwenkachse (Y728) bezüglich der Breitenrichtung (x) des Schmalgangstaplers zentral
an der Unterseite des Hubgerüsts (720) angeordnet ist, beispielsweise hinsichtlich
der vertikalen Richtung (y) im Bereich der Räder (714a, 714b, 718) des Schmalgangstaplers,
wobei vorzugsweisevertikal oberhalb der Lageranordnung (728) eine weitere Lageranordnung
(734) vorgesehen ist, welche eine Bewegung des Hubgerüsts (720) in Breitenrichtung
(x) des Schmalgangstaplers ermöglicht, insbesondere umfassend eine Rollenführung,
wobei weiter vorzugsweiseder Aktor (730) zum Schwenken des Hubgerüsts (720) um die
Schwenkachse (Y728) und die weitere Lageranordnung (734) als eine Baugruppe gebildet
sind.
14. Schmalgangstapler nach Anspruch 13,
wobei die Lageranordnung (728) ferner dazu eingerichtet ist, ein Schwenken des Hubgerüsts
(720) um eine im Wesentlichen in Breitenrichtung (x) des Schmalgangstaplers verlaufende
Wirkachse (X728) zu ermöglichen, und wobei die weitere Lageranordnung (734) derart
durch einen weiteren Aktor (732) bewegbar gegenüber dem Fahrzeugkörper (712) angeordnet
ist, dass ein Betätigen des weiteren Aktors (732) ein Schwenken des Hubgerüsts (720)
um die Wirkachse (X728) bewirkt.
15. Schmalgangstapler nach einem der Ansprüche 13 und 14, wobei die Lageranordnung (728)
ein Drehkranzlager oder einen Lagerbolzen umfasst.