[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Beschichtung, eine Beschichtung
sowie ein Bauteil mit einer Beschichtung.
[0002] An eine Randschicht auf einem Zahnrad, insbesondere auf Zahnflanke und Zahnfuß, werden
hinsichtlich einer Tragfähigkeit besondere Anforderungen gestellt. An einer Zahnkontur
der Randschicht soll eine hohe Tragfähigkeit vorliegen, an einem Innenumfang der Randschicht
ist eine gewisse Zähigkeit gewünscht. Dies gelingt bisher mittels Einsatzhärten.
[0003] Einsatzhärten ist ein Verfahren zur Oberflächenhärtung, insbesondere zur Härtung
der Randschicht. Das Verfahren umfasst insbesondere folgende Schritte: Aufkohlen,
Härten und Anlassen eines, vorteilhaft Einsatzstahl umfassenden, Werkstücks.
[0004] Beim Aufkohlen wird die Randschicht des Werkstücks mit Kohlenstoff angereichert.
Durch die Diffusion des Kohlenstoffs von der angereicherten Randschicht in Richtung
des Kerns stellt sich ein Kohlenstoffprofil ein, das typischerweise einen mit zunehmendem
Randabstand zum Kern hin abnehmenden Verlauf des Kohlenstoffgehaltes (auch: C-Gehalt)
aufweist. Im Anschluss an die Aufkohlung wird das Härten und Anlassen durchgeführt.
Hierdurch wird die Randhärte und Einsatzhärtungstiefe eingestellt.
[0005] Das Einsatzhärten weist jedoch einige Nachteile auf, wie beispielsweise eine lange
Prozesszeit.
[0006] Eine der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe kann folglich darin gesehen werden, eine
Oberflächenhärtung von Zahnrädern zu verbessern und eine Prozesszeit zu verringern.
[0007] Die Lösung der Aufgabe gelingt durch Anspruch 1, d. h. ein Verfahren zur Herstellung
einer Beschichtung, wobei die Beschichtung wenigstens zwei Schichten umfasst, auf
einem Grundkörper, wobei eine Mehrzahl an Partikeln beschleunigt wird, derart, dass
die Partikel bei Auftreffen auf einer Oberfläche des Grundkörpers an den Grundkörper
anhaften, wobei in einer ersten Beschichtungsphase die Mehrzahl an Partikeln wenigstens
ein erstes Pulver aufweist, wobei in der ersten Beschichtungsphase eine erste Schicht
gebildet wird, wobei in einer zweiten Beschichtungsphase die Mehrzahl an Partikeln
wenigstens das erste Pulver und wenigstens ein zweites Pulver aufweist, wobei in der
zweiten Beschichtungsphase eine zweite Schicht gebildet wird.
[0008] Der Grundkörper ist vorzugsweise ein Bauteil, insbesondere ein Zahnrad. Die Erfindung
eignet sich besonders gut für Zahnrädern in Getrieben mit einer hohen Leistungsdichte.
Hierzu zählen mitunter Getriebe für Windkraftanlagen, Förderbänder und den Bereich
Automotive. Auch andere Anwendungsgebiete sind denkbar.
[0009] Die Beschichtung ist vorzugsweise eine Randschicht.
[0010] Die Mehrzahl an Partikeln kann auch als eine Partikelmenge bezeichnet werden. Es
handelt sich hierbei vorzugsweise um granulares Material.
[0011] Ein Verfahren, bei welchem eine Mehrzahl an Partikeln beschleunigt wird, derart,
dass die Partikel bei Auftreffen auf einer Oberfläche eines Grundkörpers an den Grundkörper
anhaften, ist beispielsweise das Kaltgasspritzen. Durch Umwandlung der hohen kinetischen
Energie der beschleunigten Partikel gelingt hierbei die Beschichtung.
[0012] Das Kaltgasspritzen (auch Cold Spray genannt) ist ein Verfahren im Bereich des thermischen
Spritzens. Dieses Verfahren ist vorteilhaft, da ein Spritzwerkstoff weder an- noch
aufgeschmolzen wird und dadurch ein thermischer Einfluss auf Schicht und Trägermaterial
gering ist
[0013] Beim Kaltgasspritzen wird vorteilhaft ein Prozessgas, z. B. Stickstoff oder Helium,
bei hohem Druck (vorzugsweise 30 bar bis 50 bar) einer Spritzpistole zugeführt und
im Pistolengehäuse auf eine Temperatur erwärmt, die vorzugsweise zwischen 800°C und
1100°C liegt.
[0014] Eine anschließende Expansion des erhitzten und hochgespannten Gases in einer konvergent-divergenten
Düse auf Umgebungsdruck hat zur Folge, dass das Prozessgas auf Überschallgeschwindigkeit
beschleunigt und auf Temperaturen von ca. unter 100°C abkühlt.
[0015] Granulares Material, insbesondere Pulver, wird mittels einer Fördereinheit und einem,
vorzugsweise gleichartigen, Trägergas im konvergenten Bereich der Düse injiziert und
im Hauptgasstrom auf Partikelgeschwindigkeiten von vorteilhaft 900 m/s bis 1200 m/s)
beschleunigt.
[0016] Pulverpartikel treffen in einem vorteilhaft stark fokussierten Spritzstrahl auf eine,
vorzugsweise unbehandelte, Bauteiloberfläche auf. Es erfolgt eine Verformung des Substrats,
also der Bauteiloberfläche, sowie eine Verformung der Pulverpartikel selbst, wodurch
eine fest haftende, dichte und oxidarme Schicht gebildet wird.
[0017] Die hohe kinetische Energie der Pulverpartikel und der damit verbundene, hohe Verformungsgrad
beim Aufprall auf dem Bauteil, ermöglichen die Herstellung von homogenen und sehr
dichten Schichten, bei einer variablen Schichtdicke von 1 µm bis hin zu 20 cm.
[0018] Vorzugsweise werden beim Kaltgasspritzen metallische Schichten hergestellt, deren
physikalische und chemische Eigenschaften sich kaum von denen des Ausgangswerkstoffes
des Bauteils unterscheiden.
[0019] In einer vorteilhaften Ausführungsform wird ein Mischverhältnis des ersten Pulvers
und des zweiten Pulvers in der zweiten Beschichtungsphase durch eine Mischeinheit
verändert, derart, dass am Beginn der zweiten Beschichtungsphase eine Anzahl an Partikeln
des ersten Pulvers größer ist als eine Anzahl der Partikel des zweiten Pulvers und
am Ende der zweiten Beschichtungsphase die Anzahl an Partikeln des ersten Pulvers
kleiner ist als die Anzahl an Partikeln des zweiten Pulvers.
[0020] In anderen Worten: Die Menge des ersten Pulvers wird reduziert, die Menge des zweiten
Pulvers wird erhöht.
[0021] Auf diese Weise wird vorteilhaft ein fließender Übergang geschaffen.
[0022] Es ist jedoch auch möglich, zuerst das erste Pulver mit einem gewissen C-Gehalt und
anschließend das zweite Pulver mit einer höheren C-Gehalt zu nutzen. Dies schafft
einen abrupten Übergang.
[0023] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist das erste Pulver einen ersten Kohlenstoffgehalt
auf, wobei das zweite Pulver einen zweiten Kohlenstoffgehalt aufweist, wobei der zweite
Kohlenstoffgehalt höher ist als der erste Kohlenstoffgehalt.
[0024] Dies bietet den Vorteil, dass durch ein schichtweises Auftragen von Werkstoffen,
wobei die Werkstoffe vorteilhaft eine gleiche Legierung umfassen, sich jedoch hinsichtlich
ihres Kohlenstoffgehalts unterscheiden, ein Kohlenstoffprofil nachgebildet wird. Hierbei
nimmt der Kohlenstoffgehalt der Beschichtung vom Außenumfang der Beschichtung zum
Innenumfang hin ab (in anderen Worten: auf ein Profil bezogen von außen nach innen),
wodurch das vom Einsatzhärten bekannte Kohlenstoffprofil nachgebildet wird. Durch
das erfindungsgemäße Verfahren gelingen die Beschichtung und die Nachbildung des Kohlenstoffprofils
aber wesentlich schneller als beim Aufkohlen während des Einsatzhärtens. Die Prozesszeit
wird dadurch deutlich verkürzt.
[0025] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist das erste Pulver Stahl-Partikel, vorzugsweise
Einsatzstahl-Partikel, auf.
[0026] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist das zweite Pulver Stahl-Partikel, vorzugsweise
Einsatzstahl-Partikel, auf.
[0027] Als Stahl-Partikel eignen sich besonders gut Verzahnungsstahl-Partikel sowie deren
Legierungen.
[0028] Geeignet sind beispielsweise Stähle des Typs 18CrNiNo7-6 oder 16MnCr5. Der Kohlenstoffgehalt
ist in den verschiedenen Pulvern vorteilhaft unterschiedlich, sodass das in den Figuren
gezeigte Kohlenstoffprofil erreicht wird.
[0029] Vorteilhaft ist Kohlenstoff in einer gewünschten Dosierung in den Stahl-Partikeln
gelöst.
[0030] Alternativ sind Kohlenstoff-Partikel in einer gewünschten Dosierung hinzugefügt.
[0031] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist in einer dritten Beschichtungsphase
die Mehrzahl an Partikeln wenigstens ein zweites Pulver auf, wobei in der dritten
Beschichtungsphase eine dritte Schicht gebildet wird, wobei in einer vierten Beschichtungsphase
die Mehrzahl an Partikeln wenigstens das zweite Pulver und wenigstens ein drittes
Pulver aufweist, wobei in der vierten Beschichtungsphase eine vierte Schicht gebildet
wird.
[0032] Es können auf diese Weise beliebig viele Schichten gebildet werden. Dies ist beispielsweise
abhängig von einer Gesamtgröße des Bauteils.
[0033] Die Lösung der oben gestellten Aufgabe gelingt ferner durch eine Beschichtung, insbesondere
hergestellt nach dem beschriebenen Verfahren, aufweisend wenigstens zwei Schichten,
wobei eine erste Schicht einen ersten Kohlenstoff-Massenanteil aufweist, wobei eine
zweite Schicht einen zweiten Kohlenstoff-Massenanteil aufweist.
[0034] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist ein Übergang zwischen der ersten Schicht
und der zweiten Schicht fließend.
[0035] Auf diese Weise wird ein optimales Kohlenstoffprofil erreicht.
[0036] Auch ein abrupter Übergang ist möglich.
[0037] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist ein Übergang zwischen der ersten Schicht
und der zweiten Schicht wenigstens im Wesentlichen linear ausgebildet.
[0038] Die Lösung der oben gestellten Aufgabe gelingt überdies durch ein Bauteil, aufweisend
eine derartige Beschichtung.
[0039] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Bauteil als Zahnrad ausgeführt.
[0040] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
FIG 1 eine beispielhafte Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
FIG 2 eine Beschichtung eines Zahnrads mittels der in FIG 1 beschriebenen Vorrichtung
1,
FIG 3 einen typischen Aufbau der Beschichtung,
FIG 4 ein Diagramm zum Kohlenstoffgehalt,
FIG 5 einen möglichen Gesamtablauf des Verfahrens zur Herstellung der Beschichtung,
FIG 6 den Verfahrensschritt S5 aus FIG 5 im Detail.
[0041] FIG 1 zeigt eine beispielhafte Vorrichtung 1 zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Die Figur 1 zeigt eine beheizte Hochdruckkammer 3 sowie ein Heizelement
5. Ein Prozessgas 7, vorzugsweise Stickstoff oder Helium, wird in der Vorrichtung
1, vorteilhaft als Spritzpistole ausgeführt, bei hohem Druck zugeführt und auf eine
Temperatur zwischen 800°C und 1100°C aufgeheizt. Die Vorrichtung 1 zeigt hierzu eine
Druckmessung 11, das Heizelement 5 und die beheizte Hochdruckkammer 3.
[0042] Die Vorrichtung 1 weist ferner eine Stromversorgung 9 auf.
[0043] Die Figur zeigt eine Düse 14, in welcher das erhitzte und hochgespannte Prozessgas
7 vorteilhaft auf Umgebungsdruck expandier. Das Prozessgas 7 wird durch die Expansion
auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt und auf Temperaturen von weniger als 100°C
abgekühlt. Dies gelingt u.a. mit einer Düsenkühlung 15.
[0044] Mittels einer Fördereinheit 18 und einem Trägergas 16, wobei das Trägergas 16 vorzugsweise
gleichartig zum Prozessgas 7 ist, werden Partikel 40, insbesondere Pulver, injiziert.
Dies gelingt vorteilhaft im konvergenten Bereich der Düse 14.
[0045] Im Hauptgasstrom werden die Partikel 40 auf Geschwindigkeiten von vorzugsweise 900m/s
bis 1200 m/s beschleunigt. Die Figur zeigt eine Mischeinheit 19, in welcher eine gewünschte
Pulvermischung aus den Pulvern P1, P2, P3, ..., Pn erhalten wird. Das erste Pulver
P1 lagert beispielsweise in einer Kammer K1. Das zweite Pulver P2 lagert beispielsweise
in einer Kammer K2. Das dritte Pulver P3 lagert beispielsweise in einer Kammer K3.
[0046] Es ist eine beliebige Anzahl von Pulvern und somit auch Kammern möglich. Dies ist
in der Figur durch Pn und Kn gekennzeichnet.
[0047] Ein Spritzstrahl 21 führt, wie in der Figur gezeigt, zu einem Partikeleinschlag 20
auf einer Oberfläche 23 eines Bauteils 24. Auf diese Weise wird eine Beschichtung
20 gebildet. Die Beschichtung 20 weist in der Figur eine erste Schicht 22 auf. Vorteilhaft
weist die fertiggestellte Beschichtung wenigstens zwei Schichten auf.
[0048] FIG 2 zeigt eine Beschichtung eines Zahnrads 30 mittels der in FIG 1 beschriebenen
Vorrichtung 1. Das Zahnrad 30 weist eine Zahnflanke 31, einen Zahnfuss 32, einen Zahnkopf
33 sowie eine Kopffläche 34 auf.
[0049] Mittels der Vorrichtung 1 erfolgt vorzugsweise eine Herstellung einer Randschicht
auf dem Zahnrad 30, insbesondere auf der Zahnflanke 31 und dem Zahnfuss 32. Mittels
der Vorrichtung 1 werden nacheinander Schichten von Werkstoffen gleicher Legierung,
jedoch mit unterschiedlichen Kohlenstoffgehalten aufgebracht.
[0050] Der Kohlenstoffgehalt nimmt vorzugsweise von einem Außenumfang zu einem Innenumfang
(in anderen Worten: beim Profil von außen nach innen) hin ab. Dies gelingt durch die
Mischung der verschiedenen Pulver. Das Zahnrad 30 wird beispielsweise zuerst mit Pulver
P3 aus der Kammer K3 bespritzt, anschließend aus einer Mischung aus Pulver P2 aus
Kammer K2 und Pulver P3, anschließend mit Pulver P2, anschließend aus einer Mischung
aus Pulver P1 aus Kammer K1 und Pulver P2 und zuletzt mit Pulver P1.
[0051] Die Mischeinheit 19 entnimmt vorteilhaft den einzelnen Kammern Kl, ..., Kn derart
viel Pulver, dass ein fließender Übergang von Pulver P2 zu Pulver P1 bzw. von Pulver
P3 zu Pulver P2 gelingt. Jedoch ist auch ein abrupter Übergang denkbar.
[0052] FIG 3 zeigt einen typischen Aufbau einer Beschichtung 100. Die Figur zeigt auf der
X-Achse die Breite b sowie auf der Y-Achse eine Profiltiefe t der Beschichtung.
[0053] An einem Außenumfang A der Beschichtung liegt eine Schicht mit Pulver P1 vor, anschließend
folgt entlang des Pfeiles 50 eine Schicht P2 anschließend eine Schicht P3 anschließend
eine Schicht P4 ... bis hin zu einer Schicht Pn. Die Schicht P1 weist vorteilhaft
den größten Kohlestoffgehalt auf, die Schicht Pn an einem Innenumfang I weist vorteilhaft
den geringsten Kohlenstoffgehalt auf. Entlang des Pfeiles 50 nimmt der Kohlenstoffgehalt
der Beschichtung ab.
[0054] Der Kohlenstoffgehalt einer jeden Schicht P1, ..., Pn steht in direkter Verbindung
mit einer Härte einer Schicht P1, ..., Pn. Je größer der Kohlenstoffgehalt einer Schicht
P1, ..., Pn ist, desto härter ist die Schicht P1, ..., Pn. Dies bedeutet vorteilhaft,
dass die äußerste Schicht am härtesten ist und die innerste Schicht am weichsten,
vorzugsweise ähnlich weich wie das Bauteil 24, z.B. ausgeführt als Zahnrad 30, ist.
Dies ist auch in FIG 4 gezeigt.
[0055] FIG 4 zeigt ein Diagramm zum Kohlenstoffgehalt mit der Profiltiefe t auf der X-Achse
und dem Kohlenstoffgehalt C auf der Y-Achse.
[0056] Die Figur zeigt den Verlauf der einzelnen Schichten P1, ..., Pn, die durch die verschiedenen
Pulver bzw. Pulvermischungen hervorgerufen wurden. Die Figur zeigt einen Verlauf des
C-Gehalts, startend beim Außenumfang A mit P1 und somit mit einem sehr hohen Kohlenstoffgehalt.
Es folgt eine Mischung aus P1 und P2, wobei ein Mischverhältnis vorteilhaft wenigstens
im Wesentlichen fließend in Richtung der Profiltiefe verläuft, zum Innenumfang I der
Beschichtung. Es folgt eine Schicht, aufweisend Pulver P2, anschließend eine Mischung
aus P2 und P3, anschließend eine Schicht aus P3.
[0057] Die Figur zeigt, einen treppenförmigen Verlauf des Kohlenstoff-Gehalts C mit abgerundeten
Ecken. Die abgerundeten Ecken kennzeichnen den fließenden Übergang.
[0058] Eine Feinheit der Stufung kann durch die Feinheit bei der Mischung von Pulvern mit
unterschiedlichen C-Gehalten beeinflusst werden. Somit kann ein beim heutigen Einsatzhärten
typisches C-Profil nachgebildet werden.
[0059] Eine Stufe entspricht beispielsweise einer Schichtdicke von 10 bis 200 pm. Dies ist
jedoch abhängig von einer Bauteilgröße. Auch eine Anzahl an Schichten ist abhängig
von der Bauteilgröße. Vorteilhaft gilt: Je größer das Bauteil, desto dicker die Schicht.
[0060] Auch ein linearer Verlauf ist denkbar. Eine Härte h korrespondiert zum C-Gehalt.
[0061] FIG 5 zeigt einen möglichen Gesamtablauf des Verfahrens zur Herstellung der Beschichtung.
In einem Verfahrensschritt S1 erfolgt ein Zuführen unter Druck von Prozessgas in eine
Spritzpistole.
[0062] In einem Verfahrensschritt S2 erfolgt ein Aufheizen des Pistolengehäuses bzw. ein
Aufheizen des Prozessgases im Pistolengehäuse.
[0063] In einem Verfahrensschritt S3 erfolgt eine Expansion des Prozessgases in der Düse.
[0064] In einem Verfahrensschritt S4 erfolgt eine Beschleunigung des Prozessgases, was eine
Folge aus Verfahrensschritt S3 darstellt.
[0065] In einem Verfahrensschritt S5 wird ein Mischverhältnis des Pulvers, welches zu injizieren
ist, herbeigeführt. Der Verfahrensschritt S5 wird in der folgenden FIG 6 noch genauer
erläutert.
[0066] In einem Verfahrensschritt S6 erfolgt eine Injektion des Pulvers in den Hauptgasstrahl,
wodurch das Pulver in einem Verfahrensschritt S7 beschleunigt wird.
[0067] In einem Verfahrensschritt S8 erfolgt ein Auftreffen der Partikel, beispielsweise
auf einer Oberfläche eines Bauteils.
[0068] In einem Verfahrensschritt S9 erfolgt eine Verformung des Substrats des Bauteils,
also des Bauteilmaterials, sowie der Partikel selbst.
[0069] In einem Verfahrensschritt S10 ist eine feste Schicht erreicht. Die feste Schicht
erfolgt durch eine Verformung des Substrats und der Partikel beim Aufprall der Partikel
durch deren hohe kinetische Energie.
[0070] Ein Wärmeeintrag ist hierbei nur gering, was ein Vorteil für das Bauteil ist. Je
nach Werkstoff der Partikel wie auch des Bauteils ist eine gewisse Aufprallgeschwindigkeit
nötig, die zu einer festen Verbindung von Partikel und Bauteil führt. Ist eine Aufprallgeschwindigkeit
der Partikel größer als diese Geschwindigkeit, wird ein Verformungsgrad zwischen Partikel
und Bauteil erhöht. Ist die Aufprallgeschwindigkeit hingegen zu hoch, wird Material
abgetragen und keine Schicht gebildet. Ist die Aufprallgeschwindigkeit jedoch zu gering,
wird keine Anhaftung der Partikel an dem Bauteil erreicht.
[0071] Als Beschichtungswerkstoffe, die als Pulver an Grundkörper bzw. Bauteile angespritzt
werden, eignen sich beispielsweise Magnesium, Aluminium, Titan, Nickel, Kupfer, Tantal,
Niob, Silber und /oder Gold. Ferner sind auch Legierungen, aufweisend Nickel-Chrom,
Bronze, Aluminium-Legierungen, Titan-Legierungen und MCrAlY-Legierungen denkbar. Es
sind auch Materialgemische denkbar, welche beispielsweise Metall und Keramik aufweisen
sowie andere Kompositwerkstoffe. Auch Stahl, insbesondere Einsatzstahl, kann als Pulver
an Bauteile angespritzt werden.
[0072] Die Grundkörper bzw. Bauteile sind vorteilhaft derart ausgeführt, dass sie Metall,
Kunststoff, Glas und/oder Keramik aufweisen. Es sind jedoch auch andere Beschichtungsstoffe
denkbar. Es sind auch andere Trägermaterialien der Bauteile denkbar. Für den Grundkörper
können kostengünstige Werkstoffe verwendet werden.
[0073] FIG 6 zeigt den Verfahrensschritt S5 aus FIG 5 im Detail. Im Verfahrensschritt S5
wird, wie bereits erläutert, das Mischverhältnis des Pulvers herbeigeführt.
[0074] In einem Verfahrensschritt S51 wird nur Pulver 3 aus Kammer K3 genutzt, um es in
Verfahrensschritt S6 zu injizieren.
[0075] Im Verfahrensschritt S52 wird eine Mischung von Pulver 3 und Pulver 2 herbeigeführt.
[0076] In einem Verfahrensschritt S53 wird nur Pulver 2 genutzt. In einem Verfahrensschritt
S54 wird Pulver 1 und Pulver 3 genutzt.
[0077] In einem Verfahrensschritt S55 wird Pulver 1 genutzt. Pulver 1 bildet somit die Schicht
am Außenumfang der Beschichtung und Pulver 3 die Schicht am Innenumfang, welche direkt
am Grundkörper anliegt. Pulver 1 weist vorzugsweise den höchsten Kohlenstoffgehalt
und Pulver 3 den niedrigsten Kohlenstoffgehalt auf.
[0078] Die Pulvermischung im Verfahrensschritt S52 und Verfahrensschritt S54 kann ferner
dergestalt sein, dass ein abrupter Übergang von einem Pulver auf das andere Pulver
erfolgt. Vorteilhaft ist jedoch ein fließender, insbesondere wenigstens im Wesentlichen
linearer, Übergang zwischen den Pulvern. Dies bedeutet, dass ein Pulvergehalt des
einen Pulvers langsam abnimmt, während der Pulvergehalt des anderen Pulvers in gleichem
Maße zunimmt. Die Anzahl der verschiedenen Pulver ist rein beispielhaft, es können
mehr als drei Pulver verwendet werden, jedoch auch weniger.
[0079] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass in kurzer Zeit das beim heutigen Einsatzhärten
typische C-Profil nachgebildet wird.
1. Verfahren zur Herstellung einer Beschichtung (100), wobei die Beschichtung (100) wenigstens
zwei Schichten umfasst, auf einem Grundkörper (24, 30), wobei eine Mehrzahl an Partikeln
(40) beschleunigt wird, derart, dass die Partikel (40) bei Auftreffen auf einer Oberfläche
des Grundkörpers (24, 30) an den Grundkörper (24, 30) anhaften,
wobei in einer ersten Beschichtungsphase die Mehrzahl an Partikeln (40) wenigstens
ein erstes Pulver (P1, P2, P3, ... Pn) aufweist, wobei in der ersten Beschichtungsphase
eine erste Schicht gebildet wird, wobei in einer zweiten Beschichtungsphase die Mehrzahl
an Partikeln (40) wenigstens das erste Pulver (P1, P2, P3, ... Pn) und wenigstens
ein zweites Pulver (P1, P2, P3, ... Pn) aufweist, wobei in der zweiten Beschichtungsphase
eine zweite Schicht gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Mischverhältnis des ersten Pulvers (P1, P2, P3,
... Pn) und des zweiten Pulvers (P1, P2, P3, ... Pn) in der zweiten Beschichtungsphase
durch eine Mischeinheit (19) verändert wird, derart, dass am Beginn der zweiten Beschichtungsphase
eine Anzahl an Partikeln (40) des ersten Pulvers größer ist als eine Anzahl der Partikel
(40) des zweiten Pulvers (P1, P2, P3, ... Pn) und am Ende der zweiten Beschichtungsphase
die Anzahl an Partikeln (40) des ersten Pulvers kleiner ist als die Anzahl an Partikeln
(40) des zweiten Pulvers.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Pulver (P1, P2,
P3, ... Pn) einen ersten Kohlenstoffgehalt aufweist, wobei das zweite Pulver (P1,
P2, P3, ... Pn) einen zweiten Kohlenstoffgehalt aufweist, wobei der zweite Kohlenstoffgehalt
höher ist als der erste Kohlenstoffgehalt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Pulver (P1, P2,
P3, ... Pn) Stahl-Partikel, vorzugsweise Einsatzstahl-Partikel, aufweist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das zweite Pulver (P1, P2,
P3, ... Pn) Stahl-Partikel, vorzugsweise Einsatzstahl-Partikel, aufweist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in einer dritten Beschichtungsphase
die Mehrzahl an Partikeln (40) wenigstens ein zweites Pulver (P1, P2, P3, ... Pn)
aufweist, wobei in der dritten Beschichtungsphase eine dritte Schicht gebildet wird,
wobei in einer vierten Beschichtungsphase die Mehrzahl an Partikeln (40) wenigstens
das zweite Pulver (P1, P2, P3, ... Pn) und wenigstens ein drittes Pulver (P1, P2,
P3, ... Pn) aufweist, wobei in der vierten Beschichtungsphase eine vierte Schicht
gebildet wird.
7. Beschichtung (100), insbesondere hergestellt nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 6, aufweisend wenigstens zwei Schichten, wobei eine erste Schicht einen ersten
Kohlenstoff-Massenanteil aufweist, wobei eine zweite Schicht einen zweiten Kohlenstoff-Massenanteil
aufweist.
8. Beschichtung (100) nach Anspruch 7, wobei ein Übergang zwischen der ersten Schicht
und der zweiten Schicht fließend ist.
9. Beschichtung (100) nach einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei ein Übergang zwischen
der ersten Schicht und der zweiten Schicht wenigstens im Wesentlichen linear ausgebildet
ist.
10. Bauteil (24, 30), aufweisend eine Beschichtung (100) nach einem der Ansprüche 7 bis
9.
11. Bauteil (24, 30) nach Anspruch 10, ausgeführt als Zahnrad (30) .