[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zu einer gelenkigen Verbindung eines Rollpanzers
eines Rollladens mit einer Rollladenwelle mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1 und einen Rollladen mit einer solchen Anordnung mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 6. Die Anordnung soll ein Aufschieben eines herunter gelassenen beziehungsweise
geschlossenen Rollladens verhindern oder jedenfalls erschweren.
[0002] Ein Rollladen weist einen Rollpanzer aus gelenkig miteinander verbundenen Rollladenstäben
auf, die um zueinander parallele Schwenkachsen, die in einer Längsrichtung der Rollladenstäbe
verlaufen, schwenkbar miteinander verbunden sind. Die Rollladenstäbe werden auch als
"Lamellen" oder als "Rollladenprofile" bezeichnet und bestehen typischer Weise aus
Kunststoff oder aus Aluminium, früher auch aus Holz. Der Rollpanzer ist auf eine Rollladenwelle
aufwickelbar und seine Rollladenstäbe werden in seitlichen Führungsschienen verschieblich
geführt, wenn er von der Rollladenwelle abgewickelt wird.
[0003] Die
europäische Patentanmeldung EP 0 731 247 A2 offenbart einen Rollladen, dessen erste Rollladenstäbe zu einem Schutz gegen Aufschieben
ein Stück weit ineinander schiebbar sind und die ineinandergeschoben gegen Schwenken
aneinander gehalten sind. Ein erster der ersten Rollladenstäbe ist gelenkig mit einer
Rollladenwelle und ein letzter der ersten Rollladenstäbe ist gelenkig mit einem ersten
weiteren Rollladenstab, wobei die weiteren Rollladenstäbe wie bei herkömmlichen Rollpanzern
gelenkig miteinander verbunden sind. Wird der bekannte Rollladen von der Rollladenwelle
abgewickelt, schieben sich am Ende des Abwickelns die ersten Rollladenstäbe ineinander,
so dass sie gegen gegenseitiges Verschwenken aneinander gehalten sind und dadurch
ein Aufschieben des Rollpanzers verhindern, wenn die Rollladenwelle drehfest gehalten
wird.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist, eine gelenkige Verbindung zum Verbinden eines Rollpanzers
eines Rollladens mit einer Rollladenwelle vorzuschlagen, mit der ein Rollpanzer des
Rollladens auf die Rollladenwelle aufwickelbar ist und die gegen ein Aufschieben des
geschlossenen oder herunter gelassenen Rollpanzers schützt. Weitere Aufgabe der Erfindung
ist, einen Rollladen mit einer derartigen Anordnung vorzuschlagen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 6 gelöst.
Die erfindungsgemäße Anordnung weist eine Schubgliederkette und ein Verbindungsglied
auf. Die Schubgliederkette dient zu einem gelenkigen Verbinden des Verbindungsglieds
mit einer Rollladenwelle und das Verbindungsglied dient zu einem gelenkigen Verbinden
eines Rollpanzers mit der Schubgliederkette, so dass der Rollpanzer auf die Rollladenwelle
aufwickelbar ist, wobei die Schubgliederkette und das Verbindungsglied vor dem Rollpanzer
beziehungsweise als innerste Lage zwischen dem Rollpanzer und der Rollladenwelle auf
die Rollladenwelle aufgewickelt werden. Eine "Schubgliederkette" ist eine Kette, die
eine Zug- und eine Druckkraft übertragen kann. Ein erstes Kettenglied der Schubgliederkette
ist gelenkig um eine erste Schwenkachse schwenkbar mit der Rollladenwelle verbindbar,
wobei die erste Schwenkachse parallel zu einer Drehachse der Rollladenwelle verläuft.
Als "erstes Kettenglied" wird hier dasjenige bezeichnet, das gelenkig mit der Rollladenwelle
verbindbar ist beziehungsweise verbunden wird und das vorzugsweise ein Endglied der
Schubgliederkette ist.
[0006] Die Kettenglieder der Schubgliederkette sind um zueinander parallele Schwenkachsen,
die parallel zur ersten Schwenkachse verlaufen, schwenkbar miteinander verbunden.
Insbesondere sind die Kettenglieder der Schubgliederkette so ausgebildet, dass sie
sich bei einer Druckbeanspruchung der Schubgliederkette aneinander abstützen oder
ineinander schieben, so dass ihre Schwenkwinkel gegeneinander in einer Richtung begrenzt
sind und die Schubgliederkette mindestens in einer Richtung nicht ausknickt.
[0007] Ein letztes Kettenglied der Schubgliederkette ist um eine zweite Schwenkachse, die
parallel zu der ersten Schwenkachse und zu den Schwenkachsen der Kettenglieder der
Schubgliederkette verläuft, schwenkbar mit dem Verbindungsglied verbunden. Als "letztes
Kettenglied" wird hier das Kettenglied bezeichnet, das gelenkig mit dem Verbindungsglied
verbunden ist. Es ist vorzugsweise ebenfalls ein Endglied der Schubgliederkette.
[0008] Das Verbindungsglied weist eine parallel zu den Schwenkachsen gesehen hakenförmige
Verbindungseinrichtung zu einem um eine dritte Schwenkachse, die parallel zu den anderen
Schwenkachsen verläuft, schwenkbaren Verbinden mit einem ersten Rollladenstab des
Rollpanzers auf. Als "erster Rollladenstab" wird hier der Rollladenstab des Rollpanzers
bezeichnet, der zum gelenkigen Verbinden mit dem Verbindungsglied vorgesehen ist,
beziehungsweise verwendet wird. Normalerweise wird dazu ein Rollladenstab an einem
Ende des Rollpanzers verwendet. Die hakenförmige Verbindungseinrichtung des Verbindungsglieds
ist so ausgeführt, dass sie gelenkig in ein hakenförmiges Verbindungsprofil des ersten
Rollladenstabs einhängbar oder einführbar ist. Das hakenförmige Verbindungsprofil
dient zu einem gelenkigen Verbinden der Rollladenstäbe miteinander, wobei das hakenförmige
Verbindungsprofil des ersten Rollladenstabs zum gelenkigen Verbinden mit dem Verbindungsglied
der erfindungsgemäßen Anordnung verwendet wird.
[0009] Die Erfindung sieht einen Schwenkanschlag für den ersten Rollladenstab vor, der einen
Schwenkwinkel des ersten Rollladenstabs zum Verbindungsglied in einer Schwenkrichtung
begrenzt, beziehungsweise durch den der Schwenkwinkel begrenzbar ist, so dass bei
einer Druckbeaufschlagung sich der erste Rollladenstab an den Schwenkanschlag anlegt
und dadurch ein Weiterschwenken beziehungsweise ein Ausknicken verhindert. Dadurch
wird ein Aufschieben des abgewickelten oder heruntergelassenen Rollpanzers verhindert
oder jedenfalls erschwert, wenn die Rollladenwelle drehfest gehalten wird. Der Schwenkanschlag
befindet sich auf einer der zweiten Schwenkachse abgewandten Seite der dritten Schwenkachse,
er kann sich an einer gedachten, die beiden Schwenkachsen enthaltenden Ebene auf einer
der zweiten Schwenkachse abgewandten Seite der dritten Schwenkachse befinden oder
einen seitlichen Versatz zu der gedachten Ebene aufweisen. Vorzugsweise sind die Kettenglieder
der Schubgliederkette und das Verbindungsglied so ausgebildet, dass sie einschließlich
des ersten Rollladenstabs bei einer Druckbeanspruchung einen Bogen bilden, dessen
Krümmung durch die Begrenzung der Schwenkwinkel der Kettenglieder, des Verbindungsglieds
und des ersten Rollladenstabs zueinander begrenzt ist.
[0010] Vorzugsweise ist der Schwenkanschlag auf einer der Rollladenwelle zugewandten Innenseite
des Verbindungsglieds angeordnet, damit die genannte Krümmung begrenzt ist. Die Innenseite
ist die beim Aufrollen des Rollladens innen liegende Seite des Verbindungsglieds.
[0011] Insbesondere ist der Schwenkanschlag starr zur zweiten und dritten Schwenkachse.
Die Verbindungseinrichtung weist also beispielsweise kein Federglied zwischen den
die Schwenkachsen bildenden Elemente und dem Schwenkanschlag auf.
[0012] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass sich der Schwenkanschlag mindestens
10 Millimeter, insbesondere mindestens 20 mm und vorzugsweise mindestens 30 mm weit
von der dritten Schwenkachse auf der der zweiten Schwenkachse abgewandten Seite der
dritten Schwenkachse erstreckt. Diese Erstreckung wird also parallel zu der zuvor
genannten gedachten Ebene durch die zweite und dritte Schwenkachse gemessen, wobei
der Schwenkanschlag wie erwähnt einen seitlichen Versatz zu der gedachten Ebene aufweisen
kann.
[0013] Vorzugsweise erstreckt sich der Schwenkanschlag über mindestens ein Viertel, insbesondere
über mindestens ein Drittel und vorzugsweise über mindestens die Hälfte des ersten
Rollladenstabs von der dritten Schwenkachse aus auf der der zweiten Schwenkachse abgewandten
Seite der dritten Schwenkachse.
[0014] Durch diese Erstreckung werden Hebelverhältnisse ermöglicht, die eine Begrenzung
lokaler Kräfte bewirkt. Insbesondere kann eine Überlastung des ersten Rolladenstabs
im Bereich der hakenförmigen Verbindungseinrichtung und im Bereich der Anlage am Schwenkanschlag
vermieden werden.
[0015] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht einen gekröpften Schwenkanschlag vor, das
heißt einen zweimal entgegengesetzt abgewinkelten Schwenkanschlag. Parallel zu den
Schwenkachsen gesehen kann das Verbindungsglied zusammen mit dem Schwenkanschlag die
Form eines Z mit einem kurzen und zu Flanschen des Z ungefähr rechteckigen Steg aufweisen,
wobei die Flansche des Z nicht parallel zueinander sein müssen.
[0016] Um den Schwenkwinkel des ersten Rollladenstabs in Bezug zu dem Verbindungsglied zu
beschränken, sieht die Erfindung vor, dass der Schwenkanschlag eine Anschlagfläche
für den ersten Rollladenstab aufweist, die mindestens 5 mm, insbesondere mindestens
10 mm versetzt zu einer gedachten Ebene durch die zweite und die dritte Schwenkachse
angeordnet ist.
[0017] Vorzugsweise beschränkt der Schwenkanschlag den Schwenkwinkel des ersten Rollladenstabs
in Bezug zu dem Verbindungsglied in einer Schwenkrichtung auf 50° oder weniger, insbesondere
auf 40° oder weniger gegenüber einer gedachten Ebene durch die zweite und die dritte
Schwenkachse. Der Schwenkwinkel ergibt sich aus dem Winkel, den die Anschlagfläche
mit der gedachten Ebene einschließt. In einer entgegengesetzten Schwenkrichtung wird
der Schwenkwinkel des ersten Rollladenstabs zum Verbindungsglied nicht von dem Schwenkanschlag
begrenzt.
[0018] Der erfindungsgemäße Rollladen mit den Merkmalen des Anspruchs 6 weist einen Rollpanzer
auf, der in vorstehend erläuterter Weise mit der erfindungsgemäßen Anordnung gelenkig
mit einer Rollladenwelle verbunden ist, so dass er auf die Rollladenwelle aufwickelbar
und von ihr abwickelbar ist. Beim Aufwickeln wird zuerst die Schubgliederkette, dann
das Verbindungsglied und anschließend der Rollpanzer auf die Rollladenwelle aufgewickelt.
Bei abgewickeltem Rollladen halten die Schubgliederkette und das Verbindungsglied
den Rollpanzer gegen Aufschieben, und zwar durch die Möglichkeit, eine Schubkraft
zu übertragen und durch die Schwenkwinkelbegrenzungen zwischen den Kettengliedern,
dem Verbindungsglied und dem ersten Rollladenstab, die ein Ausknicken zumindest in
einer Richtung verhindern.
[0019] Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen,
Ausführungen und Ausgestaltungen der Erfindung, sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung
genannten und/oder in einer Figur gezeichneten Merkmale und Merkmalskombinationen
sind nicht nur in der jeweils angegebenen oder gezeichneten Kombination, sondern auch
in grundsätzlich beliebigen anderen Kombinationen oder aber einzeln verwendbar. Es
sind Ausführungen der Erfindung möglich, die nicht alle Merkmale eines abhängigen
Anspruchs aufweisen. Auch können einzelne Merkmale eines Anspruchs durch andere offenbarte
Merkmale oder Merkmalskombinationen ersetzt werden. Ausführungen der Erfindung, die
nicht alle Merkmale des Ausführungsbeispiels, sondern einen grundsätzlich beliebigen
Teil der gekennzeichneten Merkmale des Ausführungsbeispiels aufweisen, sind möglich.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Schnittdarstellung eines Ausschnitts eines erfindungsgemäßen
Rollladens mit einer erfindungsgemäßen Anordnung zu einer gelenkigen Verbindung eines
Rollpanzers des Rollladens mit einer Rollladenwelle; und
- Figur 2
- eine Stirnansicht eines Teils des Rollpanzers und eines Teils der erfindungsgemäßen
Anordnung.
[0021] Der in Figur 1 teilweise dargestellte, erfindungsgemäße Rollladen 1 weist ein achteckiges
Rohr als Rollladenwelle 2, eine Schubgliederkette 3, ein Verbindungsglied 4 und einen
Rollpanzer 5 mit Rollladenstäben 6 auf, von denen ein erster Rollladenstab 6a mit
dem Verbindungsglied 4 verbunden ist. Der erste Rollladenstab 6a weist wie die übrigen
Rollladenstäbe 6 an seinem oberen und an seinem unteren Rand in Stirnansicht hakenförmige,
komplementäre Verbindungsprofile 14 auf, mit denen die Rollladenstäbe 6 in einer Längsrichtung
der Rollladenstäbe 6 ineinandergeschoben sind, wodurch die Rollladenstäbe 6 gelenkig
um zueinander parallele und in der Längsrichtung der Rollladenstäbe 6 verlaufende
Schwenkachsen schwenkbar miteinander verbunden sind. Die Schwenkachsen der Rollladenstäbe
6 verlaufen parallel zu einer Drehachse der Rollladenwelle 2, die eine Längsachse
des achteckigen Rohrs ist, das die Rollladenwelle 2 bildet. An Längsseiten des Rollpanzers
5 sind Enden der Rollladenstäbe in U-förmigen Führungsschienen 7 verschiebbar geführt,
wenn der Rollpanzer 5 von der Rollladenwelle 2 abgewickelt, das heißt der Rollladen
1 herunter gelassen beziehungsweise geschlossen ist.
[0022] Das Verbindungsglied 4 und die Schubgliederkette 3 bilden eine erfindungsgemäße Anordnung
8, die den Rollpanzer 5 gelenkig mit der Rollladenwelle 2 verbindet. Zur Verbindung
mit der Rollladenwelle 2 sind zwei Ringe 9 mit achteckigem Innenumfang mit einem Abstand
nebeneinander drehfest auf der Rollladenwelle 2 angeordnet. Zu einer gelenkigen Verbindung
eines ersten Kettenglieds der Schubgliederkette 3 mit der Rollladenwelle 2 weisen
die beiden Ringe 9 miteinander fluchtende Löcher auf, durch die ein Stift achsparallel
zur Rollladenwelle 2 durchgesteckt ist. Der Stift durchgreift Löcher in dem ersten
Kettenglied der Schubgliederkette 3, wodurch das erste Kettenglied um eine erste Schwenkachse
S1 schwenkbar mit der Rollladenwelle 2 verbunden ist. Die erste Schwenkachse S1 befindet
sich außerhalb des achteckigen Rohrs, das die Rollladenwelle 2 bildet, und die erste
Schwenkachse S1 verläuft parallel zur Drehachse der Rollladenwelle 2 und zu den Schwenkachsen
der Rollladenstäbe 6. In Figur 1 verdeckt die Rollladenwelle 2 das erste Kettenglied,
so dass seine schwenkbare Verbindung mit der Rollladenwelle 2 nicht sichtbar ist.
[0023] Ein letztes Kettenglied 10 der Schubgliederkette 3 ist um eine zweite Schwenkachse
S2 schwenkbar mit dem Verbindungsglied 4 der erfindungsgemäßen Anordnung 8 verbunden.
Die schwenkbare Verbindung wird von Lagerzapfen 11 gebildet, die gleichachsig von
einem Fortsatz 12 des Verbindungsglieds 4 zur Seite nach außen stehen und die in Langlöcher
13 in Seiten des Verbindungsglieds 4 greifen, wodurch das letzte Kettenglied 10 und
das Verbindungsglied 4 sowohl schwenkbar als auch begrenzt verschiebbar verbunden
sind. Die zweite Schwenkachse S2, die von den Lagerzapfen 11 definiert wird und um
die das letzte Kettenglied 10 zum Verbindungsglied 4 schwenkbar ist, verläuft parallel
zur Drehachse der Rollladenwelle 2 und zur ersten Schwenkachse S1. Durch die Verschiebbarkeit
lässt sich der Fortsatz 12 des letzten Kettenglieds 10 der Schubgliederkette 3 nach
Art eines Steckers in das Verbindungsglied 4 stecken, wodurch das letzte Kettenglied
10 und das Verbindungsglied 4 fest gegen Schwenken aneinander gehalten sind. Entsprechend
existiert die zweite Schwenkachse S2 nur im herausgezogenen Zustand. Figur 2 zeigt
das letzte Kettenglied 10 mit seinem Fortsatz 12 in das Verbindungsglied 4 gesteckt
und mit Strichlinien das letzte Kettenglied 10 aus dem Verbindungsglied 4 herausgezogen
und in einer Richtung verschwenkt.
[0024] Alle Kettenglieder der Schubgliederkette 3 weisen den vorstehend beschriebenen Fortsatz
12 mit den gleichachsig nach außen abstehenden Lagerzapfen 11 auf, die in Langlöcher
13 in den Seiten eines jeweils nächsten Kettenglieds greifen, wodurch die Kettenglieder
schwenkbar und begrenzt verschiebbar miteinander verbunden sind. Ist die Schubgliederkette
3 auf Zug belastet, sind ihre Kettenglieder auseinandergezogen und lassen sich gegeneinander
verschwenken, so dass die Schubgliederkette 3 beispielsweise auf die Rollladenwelle
2 aufwickelbar ist. Wird die Schubgliederkette 3 auf Druck beansprucht, schieben sich
die Fortsätze 12 ihrer Kettenglieder in das jeweils nächste Kettenglied, so dass die
Kettenglieder gegen Verschwenken aneinander gehalten sind. Dadurch knickt die Schubgliederkette
3 beziehungsweise knicken ihre Kettenglieder nicht aus. Schwenkachsen, um die die
Kettenglieder der Schubgliederkette 3 gegeneinander verschwenkbar sind, verlaufen
parallel zueinander und parallel zur ersten und zur zweiten Schwenkachse sowie zur
Drehachse der Rollladenwelle 2.
[0025] Auf einer der Schubgliederkette 3 abgewandten Seite der Langlöcher 13 des Verbindungsglieds
4 weist das Verbindungsglied 4 eine parallel zu den Schwenkachsen gesehen hakenförmige
Verbindungseinrichtung 15 zu einem gelenkigen Verbinden mit dem ersten Rollladenstab
6a auf. Parallel zu den Schwenkachsen gesehen weist die hakenförmige Verbindungseinrichtung
15 dieselbe Form wie die Verbindungsprofile 14 der Rollladenstäbe 6 auf, mit denen
die Rollladenstäbe 6 schwenkbar miteinander verbunden sind. Mit der hakenförmigen
Verbindungseinrichtung 15 lässt sich das Verbindungsglied 4 um eine dritte Schwenkachse
S3 schwenkbar in das dem Verbindungsglied 4 zugewandte und zugeordnete, ebenfalls
hakenförmige Verbindungsprofil 14 des ersten Rollladenstabs 6a einhängen oder wie
die Rollladenstäbe 6 untereinander zu ihrer schwenkbaren Verbindung parallel zu den
Schwenkachsen, das heißt in Längsrichtung der Rollladenstäbe 6 einführen. Die hakenförmige
Verbindungseinrichtung 15 des Verbindungsglieds 4 muss nicht dieselbe Form wie die
entsprechenden Verbindungsprofile 14 der Rollladenstäbe 6 aufweisen sondern eine Form
haben, durch die sich das Verbindungsglied 4 schwenkbar mit dem ersten Rollladenstab
6a verbinden lässt. Die dritte Schwenkachse S3, um die das Verbindungsglied 4 und
der erste Rollladenstab 6a gegeneinander verschwenkbar sind, verläuft parallel zu
den Schwenkachsen der Kettenglieder der Schubgliederkette 3, der ersten und der zweiten
Schwenkachse S1, S2 und zur Drehachse der Rollladenwelle 2.
[0026] Das Verbindungsglied 4 weist drei gekröpfte, das heißt zweimal in entgegengesetzten
Richtungen um jeweils etwa 90° abgewinkelten Fortsätze auf, nämlich zwei kürzere und
ein längerer Fortsatz, die gemeinsam einen Schwenkanschlag 16 für den ersten Rollladenstab
6a bildet. Die Fortsätze sind starr mit dem restlichen Teil des Verbindungsglieds
4 und daher starr zur zweiten und dritten Schwenkachse S1, S2. Der Schwenkanschlag
16 befindet sich auf einer der zweiten Schwenkachse S2 abgewandten Seite der dritten
Schwenkachse S3. Wie erwähnt, ist das Verbindungsglied 4 um die zweite Schwenkachse
S2 gegenüber dem letzten Kettenglied 10 der Schubgliederkette 3 und der erste Rollladenstab
6a um die dritte Schwenkachse S3 gegenüber dem Verbindungsglied 4 schwenkbar. Der
Schwenkanschlag 16 ist auf einer der Rollladenwelle 2 zugewandten Innenseite des Verbindungsglieds
4 angeordnet, also auf der Seite, die beim Aufrollen des Rollladens 1 innen liegt.
Der Schwenkanschlag 16 weist einen Versatz zu einer gedachten Ebene E durch die zweite
und die dritte Schwenkachse S2, S3 auf und begrenzt einen Schwenkwinkel des ersten
Rollladenstabs 6a in einer Schwenkrichtung. Im Ausführungsbeispiel begrenzt der Schwenkanschlag
16 den Schwenkwinkel des ersten Rollladenstabs 6a in der Richtung, in der der erste
Rollladenstab 6a in Bezug auf das Verbindungsglied 4 beim Aufwickeln auf die Rollladenwelle
2 schwenkt. In Figur 2 ist die Begrenzung des Schwenkwinkels des ersten Rollladenstabs
6a in Bezug auf das Verbindungsglied 4 durch Anlage am Schwenkanschlag 16 mit Strichlinien
dargestellt. Der Schwenkanschlag 16 weist dazu eine Anschlagfläche 17 auf, an der
der erste Rollladenstab 6a zu Anlage kommt. Mit durchgezogenen Linien ist der erste
Rollladenstab 6a in der Lage gezeichnet, die er bei einer Zugbeanspruchung der Schubgliederkette
3, des Verbindungsglieds 4 und des Rollpanzers 5 einnimmt. Im Ausführungsbeispiel
ist der Schwenkwinkel des ersten Rollladenstabs 6a in Bezug auf das Verbindungsglied
4 in dieser Schwenkrichtung durch den Schwenkanschlag 16 auf etwa 35° gegenüber der
gedachten Ebene E begrenzt, das heißt die Anschlagsfläche 17 schließt mit der Ebene
E einen Winkel von etwa 35° ein.
[0027] Wie zu sehen, erstreckt sich der Schwenkanschlag 16 von der dritten Schwenkachse
S3 auf der der zweiten Schwenkachse S2 abgewandten Seite der dritten Schwenkachse
bis ungefähr zu einer Mitte des ersten Rollladenstabs 6a. Da es um die Erstreckung
in Bezug auf die zweite und dritte Schwenkachse S2, S3 geht, ist diese Erstreckung
parallel zu der gedachten Ebene E zu messen. Sie beträgt im Ausführungsbeispiel etwa
30 bis 40 Millimeter. Gleichzeitig ist die Anschlagfläche 17 etwa 15 bis 20 Millimeter
versetzt zu der gedachten Ebene E angeordnet.
[0028] Wird der Rollpanzer 5 des erfindungsgemäßen Rollladens 1 von der Rollladenwelle 2
abgewickelt und sitzt ein letzter oder unterster Rollladenstab auf beispielsweise
einem Fenstersims auf, schieben sich zunächst die Rollladenstäbe 6 wie bei herkömmlichen
Rollpanzern zusammen. Anschließend verschiebt sich das Verbindungsglied 4 zum ersten
Rollladenstab 6a, mit dem es schwenkbar verbunden ist, bis es auf dem ersten Rollladenstab
6a aufsitzt und die Kettenglieder der Schubgliederkette 3 schieben sich ineinander,
so dass ihre Fortsätze 12 in das jeweils nächste Kettenglied gelangen und ein Schwenken
und Ausknicken der Kettenglieder verhindern. Bei einem Weiterdrehen der Rollladenwelle
2 in einer Abwickelrichtung überträgt die Schubgliederkette 3 eine Schubkraft auf
das Verbindungsglied 4 und drückt das Verbindungsglied 4 so weit quer zur Verschieberichtung,
bis der erste Rollladenstab 6a am Schwenkanschlag 16 des Verbindungsglieds 4 anliegt,
wodurch eine weitere Bewegung quer zur Verschieberichtung verhindert wird. Der Rollpanzer
5 lässt sich nicht aufschieben, das heißt nicht in Richtung der Rollladenwelle 2 verschieben,
wenn die Rollladenwelle 2 drehfest gehalten wird. Ein Öffnen des Rollladens 1 ist
nur durch Drehen der Rollladenwelle 2 in einer Aufwickelrichtung möglich.
Bezugszeichenliste
Anordnung zu einer gelenkigen Verbindung eines Rollpanzers eines Rollladens mit einer
Rollladenwelle und Rollladen mit einer solchen Anordnung
[0029]
- 1
- Rollladen
- 2
- Rollladenwelle
- 3
- Schubgliederkette
- 4
- Verbindungsglied
- 5
- Rollpanzer
- 6
- Rollladenstab
- 6a
- erster Rollladenstab
- 7
- Führungsschienen
- 8
- Anordnung
- 9
- Ring
- 10
- letztes Kettenglied
- 11
- Lagerzapfen
- 12
- Fortsatz
- 13
- Langloch
- 14
- Verbindungsprofil
- 15
- hakenförmige Verbindungseinrichtung
- 16
- Schwenkanschlag
- 17
- Anschlagfläche
- E
- gedachte Ebene durch die erste und zweite Schwenkachse S1, S2
- S1
- erste Schwenkachse
- S2
- zweite Schwenkachse
- S3
- dritte Schwenkachse
1. Anordnung zu einer gelenkigen Verbindung eines Rollpanzers (5) eines Rollladens (1)
mit einer Rollladenwelle (2), wobei die Anordnung (8) ein Verbindungsglied (4) und
eine Schubgliederkette (3) aufweist, deren erstes Kettenglied um eine erste Schwenkachse
(S1) schwenkbar mit der Rollladenwelle (2) verbindbar und deren letztes Kettenglied
(10) um eine zweite Schwenkachse (S2), die parallel zur ersten Schwenkachse (S1) verläuft,
schwenkbar mit dem Verbindungsglied (4) verbunden ist, wobei das Verbindungsglied
(4) eine parallel zu den Schwenkachsen (S1, S2) gesehen hakenförmige Verbindungseinrichtung
(15) zu einem um eine zu der ersten und der zweiten Schwenkachse (S1, S2) parallelen
dritten Schwenkachse (S3) schwenkbaren Verbinden mit einem ersten Rollladenstab (6a)
des Rollpanzers (5) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsglied (4) einen Schwenkanschlag (16) für den ersten Rollladenstab
(6a) aufweist, der sich auf einer der Schubgliederkette (3) abgewandten Seite der
dritten Schwenkachse (S3) befindet, zur Beschränkung eines Schwenkwinkels des ersten
Rollladenstabs (6a) zum Verbindungsglied (4) um die dritte Schwenkachse (S3) in einer
Schwenkrichtung.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Schwenkanschlag (16) mindestens 10 mm, insbesondere mindestens 20 mm und
vorzugsweise mindestens 30 mm weit von der dritten Schwenkachse (S3) auf der der zweiten
Schwenkachse (S2) abgewandten Seite der dritten Schwenkachse (S3) erstreckt.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkanschlag (16) parallel zu den Schwenkachsen (S1, S2, S3) gesehen gekröpft
ist.
4. Anordnung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkanschlag (16) eine Anschlagfläche (17) für den ersten Rollladenstab (6a)
aufweist, die mindestens 5 mm, insbesondere mindestens 10 mm versetzt zu einer gedachten
Ebene (E) durch die zweite und die dritte Schwenkachse (S2, S3) angeordnet ist zur
Beschränkung des Schwenkwinkels des ersten Rollladenstabs (6a) in Bezug zu dem Verbindungsglied
(4).
5. Anordnung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Kettenglieder der Schubgliederkette (3) bei einer Druckbeaufschlagung der
Schubgliederkette (3) aneinander gegen ein Ausknicken abstützen.
6. Rollladen mit einem Rollpanzer (5), der gelenkig miteinander verbundene Rollladenstäbe
(6) aufweist, und mit einer Rollladenwelle (2), auf die der Rollpanzer (5) aufwickelbar
und von der er abwickelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Rollladenstab (6a) des Rollpanzers (5) gelenkig um die dritte Schwenkachse
(S3) schwenkbar mit der hakenförmigen Verbindungseinrichtung (15) des Verbindungsglieds
(4) der Anordnung (8) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche verbunden
ist, dass das erste Kettenglied der Schubgliederkette (3) um die erste Schwenkachse
(S1) schwenkbar mit der Rollladenwelle (2) verbunden ist und dass sich der Schwenkanschlag
(16) auf einer Seite des Rollpanzers (5) des ersten Rollladenstabs (6a) befindet.
7. Rollladen und Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Schwenkanschlag (16) über mindestens ein Viertel, insbesondere über mindestens
ein Drittel und vorzugsweise über mindestens die Hälfte des ersten Rollladenstabs
(6a) von der dritten Schwenkachse (S3) aus auf der der zweiten Schwenkachse (S2) abgewandten
Seite der dritten Schwenkachse (S3) erstreckt.
8. Rollladen und Anordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkanschlag (16) den Schwenkwinkel des ersten Rollladenstabs (6a) in Bezug
zu dem Verbindungsglied (4) in einer Schwenkrichtung auf 50° oder weniger, insbesondere
auf 40° oder weniger, gegenüber einer gedachten Ebene (E) durch die zweite und die
dritte Schwenkachse (S2, S3) begrenzt.