[0001] Die Erfindung betrifft einen indirekt beheizbaren Drehrohrofen, die Verwendung einer
Nickelbasislegierung sowie die Verwendung eines indirekt beheizbaren Drehrohrofens.
[0002] Bei einem indirekt beheizbaren Drehrohrofen handelt es sich um eine bestimmte Bauart
eines Drehrohrofens. Wie aus dem Stand der Technik bekannt, umfasst ein Drehrohrofen
ein zylindrisches Drehrohr, das mit seiner leicht zur Horizontalen geneigten Längsachse
drehbar um seine Längsachse gelagert ist. Beim Betrieb des Drehrohrofens wird das
Drehrohr beheizt und um seine Längsachse gedreht. Am höher gelegenen Ende des Drehrohrs
wird zu brennendes Gut in das Drehrohr eingegeben. Durch die Neigung des Drehrohrs
und dessen Drehbewegung bewegt sich das Brenngut entweder selbsttätig kontinuierlich
vom höher gelegenen zum niedriger gelegenen Ende des Drehrohrs. Alternativ kann diese
Bewegung auch durch entsprechende Einbauten im Drehrohr, beispielsweise Spiralen,
unterstützt oder bewirkt werden. Während dieses Durchgangs des Brennguts durch das
Drehrohr wird das Brenngut für die gewünschte Dauer und Temperatur mit Hitze beaufschlagt.
Die Dauer des Durchgangs des Brennguts durch das Drehrohr kann durch die Neigung der
Längsachse, die Länge des Drehrohrs, die Rotationsgeschwindigkeit und - soweit vorhanden
- die Einbauten beeinflusst werden. Während des Durchgangs des Brennguts durch das
Drehrohr kann dieses mit einer Brenntemperatur in der gewünschten Höhe beaufschlagt
werden.
[0003] Bei indirekt beheizten Drehrohröfen wird das Drehrohr zur Beaufschlagung des Brenngutes
im Drehrohr indirekt beheizt. Hierzu wird das Drehrohr von außen beheizt. Beispielsweise
kann das Drehrohr zur indirekten Beheizbarkeit insoweit mittels Brennern, beispielsweise
Gasbrennern, oder elektrischen Heizungen von außen beheizt werden. Dabei ist es möglich,
das Drehrohr auf Temperaturen bis weit über 1.000°C zu beheizen. Die Vorrichtungen
zur Beheizung des Drehrohrs, also beispielsweise Brenner oder eine elektrische Heizung,
sind üblicherweise in einem isolierten Gehäuse angeordnet, das das Drehrohr umgibt.
Während des Durchgangs des Brennguts durch das Drehrohr wird das Brenngut dabei insbesondere
durch Kontakt mit der heißen, innenseitigen Oberfläche des Drehrohres sowie durch
die von der innenseitigen Oberfläche des Drehrohres abgestrahlten Wärmestrahlung mit
Temperatur beaufschlagt und hierdurch thermisch behandelt.
[0004] Indirekt beheizte Drehrohröfen werden insbesondere für die thermische Behandlung
von Schüttgütern, beispielsweise Granulaten, Pulvern oder Nanopulvern eingesetzt.
Vorteilhaft an der thermischen Behandlung von Schüttgütern in indirekt beheizten Drehrohröfen
ist insbesondere, dass diese im indirekt beheizbaren Drehrohr ein sehr genau definiertes
Temperaturprofil durchlaufen und unter besonderen Prozessbedingungen behandelt werden
können, wie beispielsweise unter Inert- oder Schutzgasatmosphäre.
[0005] Grundsätzlich haben sich indirekt beheizte Drehrohröfen zur thermischen Behandlung
von Brenngut, insbesondere auch den vorbezeichneten Schüttgütern bewährt.
[0006] Allerdings besteht insbesondere für hochwertige, hochreine Brenngüter oder Brenngüter,
welche chemisch aggressive Bestandteile beinhalten die Gefahr, dass auf Grund von
mechanischem Abrieb durch das Brenngut im Drehrohr während des Brennprozesses oder
durch chemische Reaktionen des Brenngutes mit dem Drehrohr das Brenngut mit Bestandteilen
des Drehrohres verunreinigt werden kann. Dieser Effekt kann bei unterschiedlichen
Anwendungen durch die jeweils notwendige Ofenatmosphäre, beispielsweise eine hoch
sauerstoffhaltige Ofenatmosphäre, noch verstärkt werden. Da solche Verunreinigungen
für eine Vielzahl von Produkten nicht akzeptierbar ist, kommt die Verwendung eines
indirekt beheizten Drehrohrofens für die thermische Behandlung von zahlreichen Brenngütern
bislang nicht in Frage.
[0007] Es hat in der Vergangenheit nicht an Versuchen gefehlt, einen indirekt beheizbaren
Drehrohrofen zur Verfügung zu stellen, der ein indirekt beheizbares Drehrohr aus einem
Material umfasst, durch welches die vorbezeichnete Verunreinigung von Brenngut, insbesondere
also von Brenngut in Form von hochwertigen, hochreinen Produkten, vermieden wird.
Unter dem Gesichtspunkt der notwendigen Temperaturbeständigkeit sowie statischen und
dynamischen Belastbarkeit des Materials des Drehrohrs sind der möglichen Auswahl des
Materials des Drehrohrs insoweit jedoch Grenzen gesetzt. Dies hat zur Folge, dass
auch bei einer möglichen Anpassung des Materials des Drehrohrs eines indirekt beheizbaren
Drehrohrofens an die Anforderungen des Brennguts die Verwendung eines indirekt beheizbaren
Drehrohrofens für bestimmte Brenngüter bislang nicht in Frage kam.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen indirekt beheizbaren Drehrohrofen
zur Verfügung zu stellen, der für die thermische Behandlung eines sehr breiten Spektrums
von Brenngut verwendet werden kann, insbesondere eines breiteren Spektrums von Brenngut,
als dies mit den aus dem Stand der Technik bekannten indirekt beheizbaren Drehrohröfen
möglich ist. Insbesondere liegt der Erfindung insoweit die Aufgabe zugrunde, einen
indirekt beheizbaren Drehrohrofen zur Verfügung zu stellen, der auch für die thermische
Behandlung von hochwertigen, insbesondere hochreinen Produkten verwendet werden kann,
die während der thermischen Behandlung im Drehrohrofen nicht oder nur in einem sehr
geringen Umfang verunreinigt werden dürfen, insbesondere nicht oder nur in einem sehr
geringen Umfang durch Bestandteile des indirekt beheizbaren Drehrohrs des indirekt
beheizbaren Drehrohrofens verunreinigt werden dürfen.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß zur Verfügung gestellt ein indirekt
beheizbarer Drehrohrofen, der die folgenden Merkmale umfasst:
Ein indirekt beheizbares Drehrohr;
das Drehrohr weist innenseitig eine Beschichtung aus einer Nickelbasislegierung auf.
[0010] Überraschend hat sich erfindungsgemäß herausgestellt, dass die vorbezeichneten Aufgaben
dadurch gelöst werden können, dass das Drehrohr des indirekt beheizbaren Drehrohrofens
auf seiner Innenseite eine Beschichtung in Form einer Nickelbasislegierung aufweist.
[0011] Die Erfindung beruht insbesondere auf der erfindungsgemäßen Erkenntnis, dass es technisch
nicht möglich ist, ein indirekt beheizbares Drehrohr zur Verfügung zu stellen, das
gleichzeitig zum einen eine solche Temperaturbeständigkeit sowie statische und dynamische
Belastbarkeit aufweist, dass es den thermischen und physikalischen Belastungen standhält,
denen ein Drehrohr in einem indirekt beheizten Drehrohrofen unterworfen ist, als auch
zum anderen ferner eine solch mechanische Festigkeit, insbesondere Abriebfestigkeit,
und chemische beziehungsweise korrosive Beständigkeit aufweist, dass eine Verunreinigung
des Brennguts durch Bestandteile des Materials des Drehrohres verhindert werden kann.
Vielmehr haben die Erfinder erkannt, dass die erfindungsgemäßen Aufgaben nur dann
gelöst werden können, wenn das Drehrohr aus unterschiedlichen Materialien besteht.
Erfindungsgemäß besteht das Drehrohr insoweit aus einem Material, das innenseitig
mit einem anderen Material, nämlich erfindungsgemäß einem Material in Form einer Nickelbasislegierung,
beschichtet ist. Dies ermöglicht es, das Material des Drehrohrs spezifisch hinsichtlich
der geforderten Temperaturbeständigkeit sowie statischen und dynamischen Belastbarkeit
zu optimieren, während das Beschichtungsmaterial neben einer Temperaturbeständigkeit
auch spezifisch hinsichtlich seiner Anforderungen an eine mechanische Festigkeit,
insbesondere Abriebfestigkeit, sowie chemische Beständigkeit, insbesondere Korrosionsbeständigkeit,
optimiert werden kann.
[0012] Erfindungsgemäß wurde überraschend erkannt, dass ein indirekt beheizbares Drehrohr
eines indirekt beheizbaren Drehrohrofens zum einen hervorragend innenseitig durch
eine Nickelbasislegierung beschichtet werden kann. Zum anderen wurde erfindungsgemäß
erkannt, dass durch eine solche Nickelbasislegierung ein Material zur Verfügung gestellt
werden kann, das unter dem Gesichtspunkt der vorbezeichneten mechanischen und chemischen
Festigkeit hervorragende Eigenschaften aufweist. Insbesondere kann auf Basis einer
solchen Nickelbasislegierung ein Material zur Verfügung gestellt werden, welches bei
Kontakt mit hochwertigen, hochreinen Produkten während deren thermischer Behandlung
im Drehrohr praktisch keine Bestandteile abgibt, durch welche die Produkte verunreinigt
werden könnten.
[0013] Ferner weisen Nickelbasislegierungen neben einer guten mechanischen Beständigkeit
(insbesondere auch einer guten Abriebfestigkeit) und Korrosionsbeständigkeit insbesondere
auch eine hervorragende Hochtemperaturbeständigkeit (Kriechfestigkeit) auf, so dass
sie auch für einen Einsatz bei hohen Temperaturen in einem indirekt beheizbaren Drehrohr,
insbesondere beispielsweise auch für Temperaturen über 1.000°C, geeignet sind.
[0014] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist eine Nickelbasislegierung vorgesehen,
die für Einsatztemperaturen über 1.000°C geeignet ist, insbesondere für Einsatztemperaturen
über 1.100°C.
[0015] Erfindungsgemäß hat sich herausgestellt, dass die Zusammensetzung der Nickelbasislegierung
in einem sehr breiten Spektrum möglich ist, um die geforderten Anforderungen zu erfüllen.
[0016] Nach einer bevorzugten Ausführungsform kann die Nickelbasislegierung in Form einer
der folgenden Nickelbasislegierungen vorliegen: Nickel-Aluminium-Legierungen, Nickel-Molybdän-Legierungen,
Nickel-Wolframcarbid-Legierungen oder niedriglegierte Nickellegierungen.
[0017] Die Nickelbasislegierung kann einen Anteil an Nickel (Ni) im Bereich von 30 bis 99,5
%, weiter bevorzugt im Bereich von 60 - 99,5 % und besonders bevorzugt im Bereich
von 60 - 90 % umfassen.
[0018] Alle hierin gemachten Angaben in % sind Angaben in Masse-% und bezogen auf die Gesamtmasse
der Nickelbasislegierung. Die Anteile der Legierungsbestandteile der Nickelbasislegierung
in % geben ferner die chemische Zusammensetzung der Nickelbasislegierung an.
[0019] Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Nickelbasislegierung neben Nickel
wenigstens einen der folgenden Bestandteile umfasst: Al (Aluminium), Mo (Molybdän),
WC (Wolframcarbid), Kupfer (Cu), Titan (Ti) oder Chrom (Cr).
[0020] Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Nickelbasislegierung einen Gesamtanteil
an Al, Mo, WC, Cu, Ti und Cr im Bereich von 0,5 - 70 %, weiter bevorzugt im Bereich
von 0,5 - 40 % und besonders bevorzugt im Bereich von 10 - 40 % umfasst. Gleichzeitig
kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Nickelbasislegierung die oben bezeichneten
Anteile an Nickel umfasst.
[0021] Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Nickelbasislegierung einen Anteil
an A1 im Bereich von 0,5 - 20,0 % und Ni im Bereich von 80,0 - 99,5 % umfasst.
[0022] Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Nickelbasislegierung einen Anteil
an Mo im Bereich von 0,5 - 20,0 % und Ni im Bereich von 80,0 - 99,5 % umfasst.
[0023] Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Nickelbasislegierung einen Anteil
an WC im Bereich von 0,5 - 60,0 % und Ni im Bereich von 40,0 - 99,5 % umfasst.
[0024] Über die vorbezeichneten Legierungsbestandteile hinaus kann die Nickelbasislegierung
grundsätzlich einen oder mehrere der weiteren bekannten Legierungsbestandteile für
Nickelbasislegierungen umfassen.
[0025] Erfindungsgemäß ist bevorzugt vorgesehen, dass die Beschichtung eine Dicke im Bereich
von 0,1 mm bis 1,5 mm aufweist. Erfindungsgemäß hat sich herausgestellt, dass bei
einer Dicke der Beschichtung unter 0,1 mm die Gefahr besteht, dass das Brenngut während
des Brennprozesses im Drehrohrofen in Kontakt mit Bereichen des Drehrohres tritt,
wodurch das Brenngut verunreinigt werden könnte. Ferner hat sich herausgestellt, dass
bei einer Dicke der Beschichtung über 1,5 mm thermische Spannungen in der Beschichtung
auftreten können, die zu einer Beschädigung der Beschichtung führen können. Weiter
bevorzugt weist die Beschichtung eine Dicke im Bereich von 0,2 bis 1,0 mm, noch bevorzugter
im Bereich von 0,4 bis 0,8 mm und noch bevorzugter im Bereich von 0,5 bis 0,6 mm auf.
[0026] Das indirekt beheizbare Drehrohr kann grundsätzlich durch sämtliche der aus dem Stand
der Technik bekannten Technologien innenseitig mit der erfindungsgemäßen Nickelbasislegierung
beschichtet werden. Bevorzugt kann die Beschichtung insoweit durch wenigstens eines
der folgenden Verfahren auf die Innenseite des indirekt beheizbaren Drehrohrs aufgetragen
sein: Thermisches Spritzen oder Einbrennen. Bekanntermaßen handelt es sich bei thermischem
Spritzen um eine Technologie, bei der der die spätere Beschichtung bildende Werkstoff,
im vorliegenden Fall also eine Nickelbasislegierung, zunächst aufgeschmolzen und anschließend
in einem Gasstrom auf die zu beschichtende Oberfläche, im vorliegenden Fall also die
Innenseite des Drehrohrs, aufgespritzt wird. Nach einer bevorzugten Ausführungsform
des thermischen Spritzens wird die Nickelbasislegierung mittels Flammspritzen, noch
bevorzugter mittels Drahtflammspritzen auf die Innenseite des Drehrohres aufgetragen.
[0027] Bekanntermaßen wird beim Einbrennen der zu beschichtende Werkstoff, erfindungsgemäß
also eine Nickelbasislegierung, zunächst pulverförmig oder als Emulsion auf die zu
beschichtende Oberfläche, im vorliegenden Fall also die Innenseite des Drehrohrs,
aufgebracht und anschließend unter inerter Atmosphäre eingebrannt.
[0028] Die Beschichtung aus einer Nickelbasislegierung bildet die Innenseite des Drehrohrs.
Damit bildet die Beschichtung aus einer Nickelbasislegierung die Oberfläche des Drehrohrs,
mit der das im Drehrohr thermisch zu behandelnde Brenngut beim Durchlauf durch das
Drehrohr in Kontakt kommt.
[0029] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform liegt das indirekt beheizbare Drehrohr
in Form eines metallischen Drehrohrs vor. Erfindungsgemäß hat sich herausgestellt,
dass ein indirekt beheizbares metallisches Drehrohr und eine Beschichtung aus einer
Nickelbasislegierung optimal derart aufeinander abgestimmt werden können, dass das
Drehrohr eine optimale Temperaturbeständigkeit sowie statische und dynamische Belastbarkeit
und gleichzeitig durch die Beschichtung aus einer Nickelbasislegierung auf seiner
Innenseite eine optimale mechanische Festigkeit (insbesondere Abriebfestigkeit) und
chemische Beständigkeit aufweist. Ein besonderer Vorteil eines metallischen Drehrohres
liegt insbesondere auch darin, dass die Eigenschaften, insbesondere die physikalischen
Eigenschaften des Drehrohres und der Beschichtung optimal aufeinander abgestimmt werden
können. Insbesondere können das Wärmedehnungsverhalten eines metallischen Drehrohres
und der Beschichtung aus einer Nickelbasislegierung optimal aufeinander abgestimmt
werden und insbesondere einander angeglichen werden. Dies hat insbesondere auch den
Vorteil, dass thermische Spannungen während des Brennprozesses, die bei einem unterschiedlichen
Wärmedehnungsverhalten von Drehrohr und Beschichtung entstehen könnten, vermeiden
werden können.
[0030] Insoweit ist nach einer bevorzugten Ausführungsform auch vorgesehen, dass die Differenz
des Längenausdehnungskoeffizienten zwischen dem Drehrohr und der Beschichtung aus
einer Nickelbasislegierung < 2,0 beträgt, bevorzugter < 1,5 und noch bevorzugter <
1,0. Der Längenausdehnungskoeffizient ist der Längenausdehnungskoeffizient α bei 20°C
mit α in 10
-6 · K
-1.
[0031] Nach einer bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Drehrohrofen ein
Drehrohr aus Stahl, besonders bevorzugt aus einem warmfesten Stahl vor. Besonders
bevorzugt liegt ein hochwarmfester Stahl vor, insbesondere ein hochwarmfester Stahl,
der bei Temperaturen oberhalb 600°C, oder auch oberhalb 1.000°C und besonders bevorzugt
auch oberhalb 1.200°C belastbar, insbesondere dynamisch belastbar ist.
[0032] Nach einer bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Drehrohrofen ein
Drehrohr aus einem hitzebeständigen Stahl auf, insbesondere einem hochkorrosionsbeständigen
Stahl.
[0033] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der erfindungsgemäße
Drehrohrofen ein Drehrohr aus einem der folgenden Stähle aufweist: Ferritischer Stahl,
nickellegierter Stahl, austenitischer Stahl oder Stahl aus einem Nickelbasiswerkstoff.
Ganz besonders bevorzugt weist der Drehrohrofen ein Drehrohr aus einem austenitischen
Stahl auf.
[0034] Erfindungsgemäß wurde festgestellt, dass die vorbezeichneten Stähle, insbesondere
austenitischer Stahl, hervorragend mit einer Nickelbasislegierung innenseitig beschichtet
werden können und dabei die vorbezeichneten Anforderungen hinsichtlich einer hohen
Temperaturbeständigkeit sowie statischen und dynamischen Belastbarkeit des Drehrohres
sowie aufeinander abgestimmter Eigenschaften, insbesondere physikalischer Eigenschaften
von Drehrohr und Beschichtung, erfüllen können.
[0035] Soweit das Drehrohr aus Stahl besteht, liegen der Stahl des Drehrohrs und die Nickelbasislegierung
in unterschiedlichen Legierungen vor. Dabei ist der Stahl des Drehrohrs, wie oben
ausgeführt, insbesondere hinsichtlich einer hohen Temperaturbeständigkeit sowie statischen
und dynamischen Belastbarkeit des Drehrohres optimiert. Demgegenüber ist die Nickelbasislegierung,
wie oben ausgeführt, neben einer Temperaturbeständigkeit auch insbesondere hinsichtlich
ihrer Anforderungen an eine mechanische Festigkeit, insbesondere Abriebfestigkeit,
sowie chemische Beständigkeit, insbesondere Korrosionsbeständigkeit, optimiert.
[0036] Das Drehrohr des erfindungsgemäßen Drehrohrofens kann im Übrigen gemäß den aus dem
Stand der Technik bekannten, indirekt beheizbaren Drehrohren von indirekt beheizbaren
Drehrohröfen gestaltet sein. Bevorzugt weist das Drehrohr einen Innendurchmesser im
Bereich von 100 bis 3.000 mm auf. Ferner weist das Drehrohr bevorzugt eine Länge im
Bereich von 1.000 bis 50.000 mm auf.
[0037] Über die vorbezeichneten, erfindungsgemäßen Merkmale hinaus kann der erfindungsgemäße
Drehrohrofen gemäß dem Stand der Technik gestaltet sein. Insoweit kann das Drehrohr
gemäß den aus dem Stand der Technik bekannten Technologien indirekt beheizbar sein.
Insoweit kann der erfindungsgemäße Drehrohrofen Heizeinrichtungen aufweisen, über
die das Drehrohr indirekt - also von außen - beheizbar ist. Bei diesen Heizeinrichtungen
kann es sich insbesondere um Brenner, bevorzugt Gasbrenner, oder elektrische Heizeinrichtungen
handeln. Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass das Drehrohr über diese Heizeinrichtungen
auf Temperaturen von über 150°C, insbesondere auch auf Temperaturen von über 600°C,
nach einer bevorzugten Ausführungsform auf über 1.000°C, weiter bevorzugt auf Temperaturen
im Bereich von 1.000 bis 1.200°C und nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform
auf Temperaturen im Bereich von 1.100 bis 1.200°C indirekt beheizbar ist. Die vorbezeichneten
Temperaturen beziehen sich auf die Innenseite des Drehrohrs, also den Bereich des
Drehrohrs, an dem sich das durch das Drehrohr thermisch zu behandelnde Brenngut beim
Durchgang durch das Drehrohr befindet. Die vorbezeichneten Temperaturen beziehen sich
insbesondere auf die Innenseite des Drehrohrs im Bereich des Einlaufs, also des höher
gelegenen Endes des Drehrohres, an dem das im Drehrohr zu brennende Gut in das Drehrohr
eingegeben wird.
[0038] Ferner kann das Drehrohr, wie aus dem Stand der Technik bekannt, mit einer leicht
zur Horizontalen geneigten Längsachse um seine Längsachse drehbar gelagert sein, beispielsweise
über Wälzlager. Ferner kann das Drehrohr, wie aus dem Stand der Technik bekannt, in
einem isolierten Gehäuse eingebaut sein, das das Drehrohr umgibt, wobei auch die Heizeinrichtungen
für das Drehrohr in diesem Gehäuse angeordnet sein können. Ferner kann der Drehrohrofen
die aus dem Stand der Technik bekannten Einrichtungen zur Aufgabe des Brenngutes in
das Drehrohr, zur Entnahme des im Drehrohr thermisch behandelten Brenngutes aus dem
Drehrohr, zur gasdichten Abdichtung des Drehrohrs (zur Einstellung einer gewünschten
Ofenatmosphäre) sowie für eine etwaige Kühlung des thermisch behandelten Brenngutes
umfassen.
[0039] Gegenstand der Erfindung ist auch die Verwendung des erfindungsgemäßen Drehrohrofens
zur thermischen Behandlung von Brenngut, insbesondere zur thermischen Behandlung von
Brenngut in Form von Schüttgütern, insbesondere in Form von Schüttgütern in Form von
Granulaten, Pulvern oder Nanopulvern. Insbesondere wird der Drehrohrofen zur thermischen
Behandlung von hochwertigem, insbesondere hochwertigem hochreinem Brenngut, insbesondere
Brenngut in Form der vorbezeichneten Schüttgüter, verwendet, insbesondere in Form
von solchem hochwertigem, hochreinem Brenngut, welches durch das Drehrohr nicht verunreinigt
werden darf.
[0040] Gegenstand der Erfindung ist ferner auch die Verwendung einer Nickelbasislegierung
zur innenseitigen Beschichtung eines indirekt beheizbaren Drehrohrs eines indirekt
beheizbaren Drehrohrofens. Die Verwendung der Nickelbasislegierung erfolgt dabei mit
der Maßgabe, dass das Drehrohr innenseitig mit der Nickelbasislegierung beschichtet
wird, insbesondere durch die vorbezeichneten Verfahren. Bei dieser Verwendung können
die Nickelbasislegierung, das Drehrohr sowie der Drehrohrofen die hierin offenbarten,
erfindungsgemäßen Merkmale des erfindungsgemäßen Drehrohrofens aufweisen.
[0041] Weitere Merkmale ergeben sich aus den Ansprüchen, der Figur eines Ausführungsbeispiels
sowie der zugehörigen Beschreibung des Ausführungsbeispiels.
[0042] Sämtliche Merkmale der Erfindung können, einzeln oder in Kombination, beliebig miteinander
kombiniert sein.
[0043] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Drehrohrofens näher
erläutert.
[0044] Dabei zeigt, stark schematisiert und nicht maßstabsgerecht,
- Figur 1
- eine Schnittansicht eines Drehrohrs eines erfindungsgemäßen Drehrohrofens entlang
seiner Längsachse.
[0045] In Figur 1 ist das in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 1 gekennzeichnete Drehrohr
eines nicht näher dargestellten, indirekt beheizbaren Drehrohrofens dargestellt. Das
Drehrohr 1 weist eine im Wesentlichen rohrförmige Gestalt mit einer Längsachse L auf.
Das Drehrohr 1 ist mit einer leichten Neigung der Längsachse L zur Horizontalen H
drehbar um seine Längsachse L gelagert. Hierzu ist das Drehrohr 1 über nicht dargestellte
Wälzlager, auf denen das Drehrohr 1 an seinem einen, hier höheren Ende 2 und an seinem
zweiten, gegenüberliegenden, hier unteren Ende 3 drehbar auf einem Untergrund gelagert.
Das Drehrohr 1 besteht aus einem austenitischen Stahlrohr 4, das innenseitig eine
Beschichtung aus einer Nickelbasislegierung 5 aufweist.
[0046] Das Drehrohr 1 weist eine Länge (entlang der Längsachse L) von 2.500 mm und einen
lichten Durchmesser (senkrecht zur Längsachse L) von 186 mm auf.
[0047] Die Nickelbasislegierung 5 weist folgende chemische Zusammensetzung auf:
| Ni: |
90 Masse-% |
| Al: |
10 Masse-% |
[0048] Die Beschichtung 5 weist eine Dicke von 0,5 mm auf.
[0049] Die Differenz des linearen Längenausdehnungskoeffizienten α (bei 20° mit α in 10
-6 K
-1) des austenitischen Stahls 4 und der Nickelbasislegierung 5 beträgt weniger als 1,0.
[0050] Um den austenitischen Stahl 4 des Drehrohres 1 mit der Nickelbasislegierung 5 zu
beschichten, wurde die Nickelbasislegierung 5 mittels Drahtflammspritzen auf die Innenseite
des austenitischen Stahls 4 des Drehrohres 1 aufgetragen.
[0051] Das Drehrohr 1 ist über eine nicht näher dargestellte elektrische Heizung von außen
indirekt beheizbar.
[0052] Bei der praktischen Anwendung wird das Drehrohr 1 über die elektrische Heizung von
außen indirekt beheizt.
[0053] Ferner wird im Drehrohr 1 thermisch zu behandelndes Brenngut im Bereich des oberen
Endes 2 über eine nicht näher dargestellte Einrichtung in das Drehrohr 1 eingetragen.
Gleichzeitig wird das Drehrohr 1 über nicht näher dargestellte Antriebsmittel um seine
Längsachse L gedreht. Durch die Heizeinrichtungen wird das Drehrohr 1 erhitzt und
diese Wärme auf das im Drehrohr 1 befindliche Brenngut übertragen. Gleichzeitig bewegt
sich das Brenngut aufgrund der Rotationsbewegung des Drehrohrs 1 um seine Längsachse
L in Richtung des unteren Endes 3 des Drehrohrs 1. Während dieses Durchgangs des Brenngutes
1 durch das Drehrohr 1 wird das Brenngut thermisch im Drehrohr 1 behandelt. Nach dem
Durchgang des Brennguts durch das Drehrohr 1 wir das Brenngut über nicht näher dargestellte
Vorrichtungen aus dem Drehrohr 1 entnommen.
[0054] Das Drehrohr 1 eignet sich in besondere Weise zur thermischen Behandlung von Brenngut
in Form von hochwertigen, hochreinen Produkten, insbesondere in Form von Schüttgütern,
die durch das Drehrohr 1 nicht verunreinigt werden dürfen.
1. Indirekt beheizbarer Drehrohrofen, umfassend die folgenden Merkmale:
1.1 Ein indirekt beheizbares Drehrohr (1);
1.2 das Drehrohr (1) weist innenseitig eine Beschichtung (5) aus einer Nickelbasislegierung
auf.
2. Drehrohrofen nach Anspruch 1, wobei die Nickelbasislegierung einen Anteil an Nickel
im Bereich von 30 - 99,5 % umfasst.
3. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Nickelbasislegierung
neben Ni wenigstens einen der folgenden Bestandteile umfasst: Al, Mo oder WC.
4. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Nickelbasislegierung
einen Anteil an A1 im Bereich von 0,5 - 20,0 % und Ni im Bereich von 80,0 - 99,5 %
umfasst.
5. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Nickelbasislegierung
einen Anteil an Mo im Bereich von 0,5 - 20,0 % und Ni im Bereich von 80,0 - 99,5 %
umfasst.
6. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Nickelbasislegierung
einen Anteil an WC im Bereich von 0,5 - 60,0 % und Ni im Bereich von 40,0 - 99,5 %
umfasst.
7. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Beschichtung
(5) eine Dicke im Bereich von 0,1 mm bis 1,5 mm aufweist.
8. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Beschichtung
(5) durch wenigstens eines der folgenden Verfahren aufgetragen ist: Thermische Spritzen
oder Einbrennen.
9. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem metallischen
Drehrohr (1).
10. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Drehrohr
(1) aus Stahl.
11. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Drehrohr
(1) aus einem warmfesten Stahl.
12. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Drehrohr
(1) aus einem hitzebeständigen Stahl.
13. Drehrohrofen nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Drehrohr
(1) aus austenitischem Stahl.
14. Verwendung einer Nickelbasislegierung zur innenseitigen Beschichtung eines indirekt
beheizbaren Drehrohrs eines indirekt beheizbaren Drehrohrofens.
15. Verwendung des Drehrohrofens nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 14 zur thermischen
Behandlung von Brenngut.