[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Atemschutzvorrichtung gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1 und 2, sowie ein Verfahren zum Betreiben einer Atemschutzvorrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 11.
[0002] Die Debatte über Atemschutzmasken, insbesondere in der aktuellen Lage, nimmt kein
Ende. Der geringe Komfort ist für viele Menschen nicht mit dem Nutzen vereinbar, insbesondere
da der Schutz nur für Andere wirkt, jedoch nicht für den Träger selbst. Für viele
Aktivitäten, alltägliche wie das Einkaufen, aber auch die meisten Freizeitaktivitäten,
ist der erforderliche Abstand trotz Maske aufwendig und schwer einzuhalten. Jeder
Mensch ist somit auf die Rücksicht anderer angewiesen und kann sich selbst nicht schützen.
Dies ist vor allem für Personen mit geschwächtem Immunsystem ein hohes Risiko.
[0003] Virale Infektionen werden vor allem über die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen.
Dies bedeutet, dass die Viren über Körperflüssigkeiten, wie Tröpfchen der Atmenluft,
an weitere Personen übertragen werden.
[0004] Herkömmliche Atemschutzmasken werden aus mehreren Lagen von verschiedenen Materialien,
wie dichter Baumwolle oder Filtermaterialien, hergestellt. Ein derartiges Material
soll die Tröpfchen und Aerosole in der Atemluft des Trägers so weit wie möglich absorbieren,
so dass diese keine Gefahr für die Mitmenschen darstellen können.
[0005] Um aber eine möglichst vollkommene Abschirmung zu erreichen, muss das verwendete
Material möglichst dicht sein, was jedoch andererseits auch das Atmen stark behindert.
Vor allem für Personen, die aufgrund von Kundenkontakt den ganzen Arbeitstag eine
Maske tragen müssen, werden hierbei stark benachteiligt. Auch für viele Schüler stellen
die Atemschutzmasken und nötigen Abstandsregeln eine starke Beeinträchtigung dar.
[0006] Atemschutzvorrichtungen sind beispielsweise aus der
DE 697 31 559 T2 bekannt. Dort wird ein Schutzsystem beschrieben, das als Helm ausgestaltet ist. Dieser
Helm weist einen Diffusor, einen Lufteinlass, einem Luftauslass, mindestens eine innere
Leitvorrichtung und einen transparenten, gebogenen Gesichtsschirm auf. Der Luftstrom
wird hier vom Diffusor im Stirnbereich freigesetzt und im Bereich des Kinns wieder
aufgefangen. Jedoch ist der Tragekomfort dieses Helms in Vergleich zu Stoffmasken
nicht erhöht. Zwar ermöglicht ein derartiger Helm eine leichtere Atmung, da kein Stoff
nahe an Mund-/Nasenbereich anliegt, jedoch ist ein derartiger Helm um einiges teurer
und schwerer als eine Stoffmaske. Außerdem heizen sich Bereiche des Helms während
der Benutzung auf. Durch das hohe Gewicht eines Vollhelms könnte es bei langzeitiger
Nutzung, wie es beispielsweise von Verkäufer/innen verlangt wird, sogar zu Haltungsschäden
führen.
[0007] Die Akzeptanz eines derartigen Helmes wird auch dadurch geschmälert, dass durch die
Verwendung eines Visiers, welches das Gesicht verdeckt und belüftet ist, die akustische
Verständigung des Trägers stark eingeschränkt wird oder nur durch einen enormem technischen
Aufwand ermöglicht werden kann.
[0008] Atemschutzvorrichtungen, die eine gezielte Luftzufuhr zum Mund- und Nasenraum des
Trägers gewährleisten, sind aus der
DE 10 2018 005 343 A1 bekannt. Bei dieser Atemschutzvorrichtung ist der Tragekomfort im Vergleich zu Vollhelmen
zwar erhöht, jedoch kommt es durch die Luftzufuhr in den Mund- und Nasenbereich des
Anwenders aus mehreren Richtungen (von oben und den Seiten) es zu erheblichen Verwirbelungen
der Luft. Die von dem Anwender abgegebenen Tröpfchen und Aerosole werden von der Atemschutzvorrichtung
auf Höhe des Gesichtes nach vorne abgeleitet. Dies bedeutet, dass derartige Masken
eine Gefahr für andere Personen in der Umgebung darstellen. Daher sind derartige Atemschutzvorrichtungen
nicht mit herkömmlichen Stoffmasken vergleichbar. Diese Druckschrift erwähnt auch
eine Maske mit einem vertikalen Luftstrom, jedoch weist diese ein transparentes Visier
auf (Fig. 11 und 12), so dass diese Lösung die gleichen Nachteile wie die
DE 697 31 559 T2 aufweist, wie beispielsweise das hohe Gewicht oder auch die Verständigungsprobleme.
[0009] Demgegenüber liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Atemschutzvorrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 und 2 sowie ein Verfahren zum Betrieb einer Atemschutzvorrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 11 zu schaffen, die den Komfort sowie die Akzeptanz
von Atemschutzvorrichtungen optimiert.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Ansprüche 1, 2 bzw. 11 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Erfindungsgemäß ist bei einer derartigen Atemschutzvorrichtung ein Aufbau vorgesehen,
der sich aus einer Lufteintrittsöffnung, einer Luftfördereinrichtung, einem Steuerungsmodul
oder einer Steuervorrichtung, einer Luftaustrittsöffnung sowie einer Haltevorrichtung
zusammensetzt. Die Luftfördereinrichtung kann beispielsweise als batterie- oder akkubetriebenes
Gebläse ausgestaltet sein. In vorteilhafter Weiterbildung weist entweder die Lufteintrittsöffnung
und/oder die Luftfördereinrichtung ein Filtersystem für Umgebungsluft auf. In einer
weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Luftfördereinrichtung als Druckluftbehälter
zum Bereitstellen sauberer Atemluft ausgestaltet.
[0012] Das Steuerungsmodul ist für die Steuerung eines Luftstroms aus der Luftfördereinrichtung
zuständig. Der Luftstrom wird somit durch die Luftfördereinrichtung zu mindestens
einer Luftaustrittsöffnung geleitet, welche oberhalb des Mund-/Nasenbereichs oder
des Augen-/Mund-/Nasenbereichs an der Haltevorrichtung angeordnet ist und nach unten
weist.
[0013] In erfindungsgemäßer Ausgestaltung ist die Haltevorrichtung an einem Kopfhalter angebracht
Durch die Luftaustrittsöffnung oder die Luftaustrittsöffnungen wird ein nach unten
strömender, also vertikaler und das Gesicht bedeckender laminarer Luftvorhang erzeugt.
Dieser schirmt das Gesicht des Anwenders von der Umgebung ab.
[0014] In erfindungsgemäßer Ausgestaltung ist der Luftvorhang in einem geringen Abstand
zum Gesicht des Anwenders, insbesondere wenige Millimeter, so angebracht, dass die
Luftströmung senkrecht nach unten weist, ohne einer Scheibe oder eines Visieres zu
bedürfen. Dies erlaubt nicht nur den Schutz des Anwenders, sondern auch anderer Menschen.
[0015] Die gezielte Luftströmung des Luftvorhanges aufgrund der Ableitung der Atemluft des
Anwenders nach unten, also zum Boden hin, verhindert eine Tröpfcheninfektion. Die
eingeleitete Strömung, also der Luftvorhang, drängt die natürliche Fallkurve der Tröpfchen
steiler abwärts und hält sie o von anderen Personen fern.
[0016] Auch schützt der efindungsgemäße Luftvorhang den Träger selbst, da auch Tröpfchen
von außen, also Tröpfchen der Atemluft anderer Personen, den Luftvorhang nicht durchdringen
können, da sie nach unten abgelenkt werden.
[0017] Erfindungsgemäß ist auch eine gleichzeitige Benutzung dieser erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
und herkömmlicher Stoffmasken ermöglicht, ohne den Träger oder andere Personen, welche
sich in der Nähe des Trägers aufhalten, zu gefährden.
[0018] In einer weiteren Ausgestaltungsform sind die Luftaustrittsöffnungen an der Seite
des Gesichtes, insbesondere im Bereich der Stirn bis unter das Kinn, angeordnet. In
diesem Fall kann eine horizontale, laminare Strömung des Luftvorhangs erreicht werden,
und es können auch Filter vorgesehen sein, die die Ausatemluft des Verwenders filtern.
Auch diagonale Gestaltungen des Luftvorhangs sind denkbar.
[0019] Überraschend vorteilhaft ist die Verwendung von Stegen seitlich am Rande des erzeugten
Luftvorhangs. Diese dienen zur besseren Abschirmung des Gesichtsfeldes und bilden
somit einen zusätzlichen Schutz.
[0020] In einer weiteren Ausgestaltung weisen diese Stege Luftzutrittsöffnungen mit integrierten
Luftfiltern auf. Strömt nun die Luft des erzeugten Luftvorhangs an diesen Stegen entlang,
wird durch den Venturi-Effekt an den Luftzutrittsöffnungen ein Unterdruck erzeugt
und somit zusätzliche Atemluft durch die Filter gesaugt. Somit wird die Frischluft
überraschend zuverlässig und einfach von der Seite zugeführt, ohne ein zusätzliches
Gebläse zu erfordern.
[0021] Dies gewährleistet, dass keine ungefilterte Luft in den Augen-/Mund-/Nasenbereich
des Anwenders gelangen kann und dieser somit bestens geschützt ist.
[0022] Die erfindungsgemäße Atemschutzvorrichtung ist vergleichsweise preisgünstig herzustellen.
Sie hat wegen des Verzichts auf ein Visier auch ein geringes Gewicht. Auch verhindert
der Verzicht auf ein Visier das Gefühl der Atemnot, wie es herkömmliche Stoffmasken
verursachen. Die freie Zugänglichkeit zu den Atemorganen vermittelt ein besonderes
Sicherheitsgefühl. Dies erhöht auf eine überraschend einfache Art die Akzeptanz der
erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung.
[0023] Durch die gezielte und effiziente Abschirmung des Augen-, Mund- und Nasenbereichs
können auch die Abstandsregeln zwischen Personen, welche beispielsweise bei großen
Epidemien wie der SARS-CoV-2 Epidemie vorgeschrieben werden, deutlich geringer, insbesondere
unter 1,5m, gehalten werden, ohne eine Gefahr der Ansteckung zu bergen.
[0024] Bevorzugt kann der Luftvorhang manuell an- und ausgeschaltet sowie die Intensität
der Luftströmung stufenlos oder in Stufen eingestellt werden, durch Luftfördereinrichtung.
[0025] Erfindungsgemäß ist gemäß einem anderen Aspekt der Erfindung die Haltevorrichtung
mit einer Personen-Erkennungsvorrichtung, welche an das Steuermodul angeschlossen
ist, ausgestattet. Dies erlaubt die Aktivierung des Luftvorhangs bei Annäherung einer
Person, die einen vorher definierten Mindestabstand unterschreitet. Somit wird der
Luftvorhang durch die Steuervorrichtung nur aktiviert, wenn es nötig ist, sich also
eine Person im Gefahrenbereich befindet. Wenn das Steuerungsmodul die Abwesenheit
von Personen im Gefahrenbereich erkennt, wird die Atemschutzvorrichtung insbesondere
automatisch abschaltet. Somit kann ein unnötiger Energie- und/oder Luftverbrauch -
bei Verwendung eines Druckluftbehälters - somit vermieden werden.
[0026] Des Weiteren erhöht diese automatische Aktivierung den Tragekomfort, da somit die
Belästigung durch die austretende Luft und das Gebläse auf das nötige Minimum reduziert
wird.
[0027] Bevorzugt gibt das Steuermodul bei Erkennen einer Gefährdungssituation durch die
Personen-Erkennungsvorrichtung zusätzlich zum Einschalten des Luftvorhangs ein optisches
und oder akustisches Signal ab, welches anzeigt, dass eine oder mehrere Personen im
Gefährdungsbereich sind.
[0028] Die Personen-Erkennungsvorrichtung kann beispielsweise als Kamera ausgestaltet sein.
In einer weiteren Ausgestaltungsform könnte sie beispielsweise als Näherungssensor
oder auch als IR- oder Ultraschall-Schalter ausgestaltet sein.
[0029] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird als Luftquelle Druckluft verwendet.
Diese kann mittels eines Spenders im Bereich des Gebläses mit geeigneten Aerosolen
oder anderen Bestandteilen, welche die Verträglichkeit für die Haut verbessern, angereichert
sein.
[0030] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann die Stärke der Luftströmung durch
das Steuermodul abhängig vom Abstand von der Gefahrenquelle eingestellt werden. Je
nachdem, wie nahe andere Personen dem Träger kommen, kann die erforderliche Leistungsstufe
individuell eingestellt werden. Dies kann entweder manuell per Knopfdruck geschehen.
Bevorzugt erfolgt die Einschaltung automatisch durch das Steuermodul, unter Berücksichtigung
der Daten der Personen-Erkennungsvorrichtung.
[0031] In einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, die einzelnen Komponenten der
Atemschutzvorrichtung als Baukasten bereitzustellen, so dass die Atemschutzvorrichtung
durch unterschiedliche Kombinationen der Bauteile überraschend einfach an die jeweiligen
Bedingungen angepasst werden kann.
[0032] In einer anderen Ausgestaltung kann der Luftstrom durch eine Heizung in der Luftfördereinrichtung
geheizt werden, so dass auch eine Verwendung in kälteren Monaten oder kälteren Regionen
der Erde möglich ist.
[0033] Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
mehrerer Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen.
[0034] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
gemäß Anspruch 1;
- Fig. 2
- eine schematische perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 1 und 2;
- Fig. 3
- eine schematische perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 2;
- Fig. 4
- eine schematische perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Haltevorrichtung
in Untersicht;
- Fig. 5
- eine schematische perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung in Untersicht;
- Fig. 6
- eine schematische perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 2;
- Fig. 7
- eine schematische perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 2;
- Fig. 8
- eine schematische perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 2;
- Fig. 9
- eine schematische perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 2;
- Fig. 10
- eine schematische perspektivische Ansicht eines vertikalen Querschnitts einer erfindungsgemäßen
Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 2;
- Fig. 11
- eine schematische perspektivische Ansicht eines vertikalen Querschnitts einer weiteren
erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 2; und
- Fig. 12
- eine schematische perspektivische Ansicht eines vertikalen Querschnitts einer weiteren
erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung gemäß Anspruch 2.
[0035] Fig. 1 zeigt eine Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 1 mit einer Luftfördereinrichtung
(22), nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse oder einem Druckluftbehälter,
einer Luftleitung
(2), die in eine Haltevorrichtung
(4) integriert ist, und mit mindestens einer Luftaustrittsöffnung
(6), welche den Luftvorhang
(8) erzeugt. Die Haltevorrichtung
(4) ist mit einem Kopfhalter
(10) verbunden, welcher die Atemschutzvorrichtung
(1), je nach Kopfgröße einstellbar, komfortabel am Kopf des Trägers fixiert.
[0036] Der Luftvorhang
(8) wird erzeugt, indem die Luftfördereinrichtung
(22) die durch die Filter gereinigte Umgebungsluft oder Druckluft durch die Luftleitung
(2) zu der Luftaustrittsöffnung
(6) oder den Luftaustrittsöffnungen
(6) transportiert. Die Luftaustrittsöffnung
(6) ist an der Unterseite der Haltevorrichtung
(4), insbesondere im Bereich der Stirn oder über die gesamte Gesichtsbreite des Anwenders,
angeordnet. Sie kann aus einem einzigen Schlitz bestehen, der sich über die gesamte
Breite erstreckt.
[0037] Eine weitere Ausgestaltungsform verwendet mehrere, insbesondere runde, Luftaustrittsöffnungen
(6), insbesondere mehrere Düsen, die eng nebeneinander angeordnet sind.
[0038] Auch ist es möglich, mehrere Reihen solcher Düsen versetzt zueinander anzuordnen,
um das Ausströmen der Luft zu optimieren. Bevorzugt sind diese Düsen, Schlitze oder
Bohrungen konisch ausgeführt, so dass die Lft beschleunigt wird und der Venturi-Effekt
besser ausgenutzt werden kann.
[0039] Ein erfindungsgemäßer Luftvorhang
(8), und damit auch die Luftaustrittsöffnung
(6), ist bevorzugt in einem Abstand zum Gesicht des Trägers, insbesondere in einem Abstand
von mindestens 5 mm vor dem Gesicht des Trägers, ausgebildet.
[0040] Erfindungsgemäß ist/sind die Luftaustrittsöffnung/en
(6) so gestaltet, dass aus ihnen eine gezielte, vertikale und laminare Luftströmung von
oben nach unten austritt.
[0041] Entsprechend der natürlichen Rundung der Stirn oder des Gesichtsbereichs, ist die
Haltevorrichtung
(4) und damit auch die Anordnung der Luftaustrittsöffnungen
(6) oder der schlitzförmigen Luftaustrittsöffnung
(6) bevorzugt gebogen, insbesondere halbbogenförmig, gestaltet. Dies ermöglicht es auch,
dass der somit erzeugte Luftvorhang
(8) in Aufsicht eine Krümmung aufweist. Damit überstreicht der Luftvorhang (8) das Gesicht
des Anwenders in im wesentlichen gleichem Abstand.
[0042] Ebenso ist eine Ausgestaltung der Atemschutzvorrichtung
(1) als Ringvorhang möglich, welcher sich dann um den gesamten Kopf des Anwenders erstreckt.
[0043] Zur seitlichen Abschirmung sind bevorzugt Stege
(12) mit Luftzutrittsöffnungen
(14) mit integrierten Luftfiltern angebracht, so dass auch die seitlich eindringende Atemluft
(16) zuverlässig gefiltert wird. Strömt nun die Luft des erzeugten Luftvorhangs
(8) an diesen Stegen
(12) entlang, wird durch den sogenannten Venturi-Effekt an den Luftzutrittsöffnungen
(14) ein Unterdruck erzeugt, welcher weitere Atemluft
(16) durch die Filter saugt. Somit kann die seitlich eindringende Atemluft
(16) zuverlässig gefiltert werden, ohne ein zusätzliches Gebläse zu erfordern. Dies gewährleistet,
dass keine ungefilterte Luft in den Augen-/Mund-/ Nasenbereich des Trägers gelangen
kann und dieser somit geschützt ist.
[0044] Das Steuermodul
(20) steuert die von der Luftfördereinrichtung
(22), beispielsweise einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse gegebenenfalls mit einem
Filtersystem für Umgebungsluft oder einen Druckluftbehälter, abgegebene Luft und leitet
diese über die Luftleitung
(2) den Luftaustrittsöffnungen
(6) zu.
[0045] Durch die Verwendung eines Gebläses mit Filterung der Umgebungsluft können Kosten
eingespart werden, da die hierzu geeigneten Filter in der Regel eine höhere Lebensdauer
aufweisen als ein Druckluftbehälter. Will man jedoch sicher gehen, dass die verwendete
Atemluft hochrein und nicht verunreinigt ist, kann ein Druckluftbehälter eingesetzt
werden. Bevorzugt wird ein solcher mitgeführt und lediglich bei hohem Gefahrenpotential
angeschlossen.
[0046] Möglich ist es auch, die Luftfördereinrichtung
(22) inklusive einem Filter und/oder einen Druckluftbehälter in einem handlichen Rucksack
mitzuführen.
[0047] Fig 2 zeigt eine Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 1 und 2 mit einer Luftfördereinrichtung
(22), nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse oder einem Druckluftbehälter,
einer Luftleitung
(2), die in eine Haltevorrichtung
(4) integriert ist, und mit einer Luftaustrittsöffnung
(6), welche wie in
Fig. 1 den Luftvorhang
(8) erzeugt. Die Haltevorrichtung
(4) ist mit einem Kopfhalter
(10) verbunden, welcher die Atemschutzvorrichtung
(1) wie in
Fig. 1 am Kopf des Trägers fixiert.
[0048] Zur seitlichen Abschirmung sind auch hier Stege
(12) mit Luftzutrittsöffnungen
(14) mit integrierten Luftfiltern angebracht, so dass wie auch in
Fig. 1 die seitlich eindringende Atemluft
(16) durch den sogenannten Venturi-Effekt zuverlässig gefiltert wird.
[0049] Außerdem ist in diesem Ausführungsbeispiel erfindungsgemäß an der Stirnseite der
Haltevorrichtung
(4) zusätzlich eine Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) angebracht. Diese Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) steht in Verbindung mit einem Steuermodul
(20). Dieses aktiviert den Luftvorhang
(8) automatisch bei Annäherung einer Person, falls diese einen vorher definierten Mindestabstand,
beispielsweise 2 Meter, unterschreitet.
[0050] Wenn das Steuerungsmodul
(20) hingegen erkennt, dass sich keine Personen im Gefahrenbereich aufhalten, wird die
Atemschutzvorrichtung
(1) automatisch abschaltet. Somit kann ein unnötiger Energie- und/oder Luftverbrauch
- bei Verwendung eines Druckluftbehälters - vermieden werden. Des Weiteren erhöht
diese automatische Aktivierung des Luftvorhangs
(8) den Tragekomfort, da somit die Lärmbelästigung des Trägers durch die austretende
Luft auf das nötige Minimum reduziert wird.
[0051] Die Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) kann beispielsweise als Kamera, als Näherungssensor oder als IR- oder Ultraschall-Schalter
ausgestaltet sein.
[0052] Des Weiteren kann erfindungsgemäß ein Sicherheitsmechanismus festgelegt werden, der
eine manuelle Abschaltung der Atemschutzvorrichtung
(1) nicht erlaubt, solange durch die Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) Personen in der Umgebung wahrgenommen werden. Dies ist vor allem bei Großveranstaltungen
von Vorteil, da somit vom Veranstalter, welcher die Atemschutzvorrichtung
(1) bereitstellt und das Steuermodul
(20) dementsprechend konfigurieren kann, sichergestellt werden kann, dass niemand fahrlässig
die Atemschutzvorrichtung
(1) abschaltet und somit sich selbst und Andere gefährdet.
[0053] Fig. 3 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 2 mit einer Luftfördereinrichtung
(22), nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse oder einem Druckluftbehälter,
einer Luftleitung
(2), die in eine Haltevorrichtung
(4) integriert ist, und mit einer Luftaustrittsöffnung
(6), welche den Luftvorhang
(8) erzeugt. Die Haltevorrichtung
(4) ist mit einem Kopfhalter
(10) verbunden, welcher die Atemschutzvorrichtung
(1) komfortabel am Kopf des Trägers fixiert.
[0054] Außerdem ist an der Stirnseite der Haltevorrichtung
(4) eine Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) mit einem Steuermodul
(20), wie in der Beschreibung zu
Fig. 2 dargestellt, angebracht.
[0055] In vorteilhafter Ausgestaltung kann der Kopfhalter
(10) und die Luftfördereinrichtung
(2) auch als ein Teil, beispielsweise als Schlauch aus flexiblem Kunststoff, ausgestaltet
sein. Dies hält die Kosten des Geräts niedrig.
[0056] Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung der perspektivischen Ansicht einer Haltevorrichtung
(4) in Untersicht. Die Luftaustrittsöffnung
(6) ist in diesem Ausführungsbeispiel als bogenförmige Öffnung, insbesondere als ein
bogenförmiger Schlitz, dargestellt, so dass ein ununterbrochener, gebogener Luftvorhang
(8) erzeugt wird.
[0057] An der vom Träger wegweisenden Seite der Haltevorrichtung
(4) ist die Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) angeordnet, welche den gesamten Bereich vor und bevorzugt auch neben dem Träger erfasst.
In einer weiteren Ausgestaltungsform ist die Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) so angeordnet dass sie einen 360° Blick um den Verwendet hat. Somit kann sichergestellt
werden, dass der Luftvorhang
(8) bei jeglicher Gefährdung durch zu nahe kommende Personen aktiviert wird.
[0058] Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung der perspektivischen Ansicht einer weiteren Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Haltevorrichtung
(4) in Untersicht. Die Luftaustrittsöffnungen
(6) sind in diesem Ausführungsbeispiel als Düsen ausgebildet, welche bogenförmige entlang
der Haltevorrichtung
(4) angeordnet sind. Diese Luftaustrittsöffnungen
(6) sind bevorzugt so nahe zueinander angeordnet, dass die austretende Luft einen ununterbrochenen,
gebogenen Luftvorhang
(8) bildet. In einer weiteren Ausgestaltungsform sind mehrere Reihen solcher Luftaustrittsöffnungen
(6), insbesondere mehrere bogenförmige Reihen runder Düsen, nebeneinander angeordnet.
Diese Reihen können versetzt zueinander ausgeschaltet sein, so dass ein breiter, vertikaler
Luftvorhang
(8) mit laminarer Luftströmung gebildet wird.
[0059] An der vom Träger wegweisenden Seite der Haltevorrichtung
(4) ist wie auch schon in
Fig. 4 die Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) angeordnet.
[0060] Fig. 6 zeigt einen schematischen seitlichen Querschnitt durch eine Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 1 und 2 mit einer Luftfördereinrichtung
(22), nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse oder einem Druckluftbehälter,
einer Luftleitung
(2), die in eine Haltevorrichtung
(4) integriert ist, und mit einer Luftaustrittsöffnung
(6), welche auf die gleiche Weise wie in
Fig. 1 den Luftvorhang
(8) erzeugt.
[0061] Die Haltevorrichtung
(4) ist mit einem Kopfhalter
(10) verbunden, welcher die Atemschutzvorrichtung
(1) wie in
Fig. 1 am Kopf des Trägers fixiert.
[0062] Zur seitlichen Abschirmung sind in diesem Ausführungsbeispiel Stege
(12) mit Luftzutrittsöffnungen
(14) mit integrierten Luftfiltern angebracht, so dass wie auch bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß
Fig. 1 Atemluft
(16) durch den Venturi-Effekt seitlich angesaugt wird. Die Atemluft steht so in Form eines
Überangebots zur Verfügung, was die meisten Anwender als sehr angenehm empfinden.
In dieser Darstellung ist der Einfachheit halber nur ein Steg
(12), nämlich der Steg in Blickrichtung hinter dem Luftvorhang
(8), dargestellt.
[0063] Außerdem ist in diesem Ausführungsbeispiel erfindungsgemäß an der Stirnseite der
Haltevorrichtung
(4) eine Personen-Erkennungsvorrichtung
(18) mit einem Steuermodul
(20), wie in der Beschreibung zu
Fig. 2 dargestellt, angebracht.
[0064] Die schematische Darstellung des Querschnittes einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
(1) zeigt die Verbindung
(24) der Luftfördereinrichtung
(22) mit der Luftleitung
(2), sowie die erfindungsgemäße Lufteintrittsöffnung
(26). Außerdem zeigt sie die Integration der Luftleitung
(2) in die Haltevorrichtung
(4) und den Kopfhalter
(10), sowie die Luftaustrittsöffnungen
(6) im Stirnbereich des Verwenders und die daraus ausströmende laminare Strömung des
Luftvorhangs
(8). Bevorzugt kann an der Lufteintrittsöffnung
(26) und/oder in der Luftfördereinrichtung
(22) und/oder an einem beliebigen Ort innerhalb der Luftleitung
(2) ein Luftfilter angebracht werden. Wird - beispielsweise bei einer starken Gefährdungssituation
- eine Druckluftkartusche angeschlossen, kann die Lufteintrittsöffnung
(26) vollständig verschlossen werden, so dass keine Umgebungsluft eindringen kann.
[0065] Fig. 7 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 2, ähnlich
Fig. 3, mit einer Luftfördereinrichtung
(22), nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse oder einem Druckluftbehälter,
einer Luftleitung
(2), die in eine Haltevorrichtung
(4) integriert ist, und mit einer Luftaustrittsöffnung
(6), welche den Luftvorhang
(8) erzeugt. Die Haltevorrichtung
(4) ist mit einem Kopfhalter
(10) verbunden, welcher die Atemschutzvorrichtung
(1) komfortabel am Kopf des Trägers fixiert.
[0066] Außerdem ist an der Stirnseite der Haltevorrichtung
(4) eine Personen-Erkennungsvorrichtung
(18), wie in der Beschreibung zu
Fig. 2 dargestellt, angebracht.
[0067] In diesem Ausführungsbeispiel ist die gesamte Elektronik und Technik, also das Steuermodul
(20) und die Luftfördereinrichtung
(22) in einem Bügel
(28), vergleichbar mit einem Haarreif, angeordnet. Dies ermöglicht es, das Gewicht der
Atemschutzvorrichtung
(1) gering zu halten und somit die Akzeptanz steigern.
[0068] In dieser Ausführungsform sind die Luftzutrittsöffnungen
(14), insbesondere mit integrierten Filtern, zur Erzeugung weiterer Atemluft durch den
Venturi-Effekt nicht wie in
Fig. 1 in zusätzlichen Stegen, sondern integriert in die Haltevorrichtung
(4) realisiert.
[0069] Fig. 8 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 2, ähnlich
Fig. 7, mit einer Luftfördereinrichtung
(22), nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse, welches bevorzugt mittels eines
USB-Anschlusses geladen werden kann, einer Luftleitung
(2), welche gleichzeitig als Haltevorrichtung
(4) dient, und mit einer oder mehreren Luftaustrittsöffnungen
(6), welche den Luftvorhang
(8) erzeugen. Die Haltevorrichtung
(4) geht stufenlos in einen Kopfhalter
(10) über.
[0070] Der Luftvorhang
(8) ist in dieser Abbildung symbolhaft als gerade Linie vor dem Mund-/Nasenbereich des
Trägers dargestellt.
[0071] Die Luftfördereinrichtung (22) kann in beliebiger geeigneter Weise ausgestaltet sein.
Beispielsweise kann sie ein akkubetriebenes Gebläse sein, das vom Benutzer getragen
wird und an die Luftleitung
(2) angeschlossen ist und Umgebungsluft ansaugt. Alternativ kann sie auch eine Druckluftquelle
in Form einer unter Überdruck stehenden Flasche (Gasfrasche) sein, die mit gereinigter
Umgebungsluft unter hohem Druck (50Bar) gefüllt ist. In diesem Fall erfolgt die Luftabgabe
über ein regelbares Druckminderventil.
[0072] Bevorzugt kann bei der Verwendung von Umgebungsluft eine UV-Diode zur Desinfektion
der angesaugten Luft verwendet werden. Dies stellt die Versorgung des Trägers mit
Viren-freier Luft sicher. Auch vergleichbare Vorrichtungen zur Desinfektion der angesaugten
Umgebungsluft sind denkbar.
[0073] In diesem Ausführungsbeispiel ist die gesamte Elektronik und Technik, also das Steuermodul
(20) und die Luftfördereinrichtung
(22), in der Haltevorrichtung
(4) eingebaut. Außerdem ist ein Akku vorgesehen, welcher mittels eines herkömmlichen
USB-Anschlusses geladen werden kann. Dies erlaubt es erfindungsgemäß, das Gewicht
der Atemschutzvorrichtung
(1) gering zu halten und somit die Akzeptanz zu steigern. Auch ist es bei einer Auflademöglichkeit
mittels USB möglich, durch das zusätzliche Verwenden einer sogenannten "Powerbank"
- neben dem integriertem Akku - eine lange Laufzeit des Gerätes sicherzustellen.
[0074] Auch kann in Gebrauch die Stromquelle getauscht werden, damit ein zuverlässiger,
langzeitiger Schutz des Trägers sichergestellt ist. Bei einem derartigen Tausch kann
beispielsweise eine zusätzliche Powerbank angeschlossen, die leere Powerbank durch
eine voll geladene ausgetauscht, eine zusätzliche Stromversorgung via USB (beispielsweise
mit einem herkömmlichen Ladegerät wie es für Mobiltelefone verwendet wird) angeschlossen
oder vollkommen auf eine derartige Stromversorgung umgestellt werden. Hierbei ist
es besonders günstig, dass in einer bevorzugten Ausgestaltungsform die Atemschutzvorrichtung
(1) ein Alarmsignal abgibt, bevor der verwendete Akku, entweder der integrierte, aber
auch der angeschlossene Akku leer ist. Der Träger hat dann noch genug Zeit, auf eine
andere Stromquelle umzustellen oder den Gefahrenbereich zu verlassen. Somit kann sichergestellt
werden, dass die Atemschutzvorrichtung
(1) nicht unerwartet ausfällt und der Träger somit immer optimal geschützt wird.
[0075] In dieser Ausführungsform ist die Haltevorrichtung
(4) aus sehr leichtem Plastikmaterial realisiert und weist im Nasenbereich Aussparungen
(30) auf, um das Gewicht weiterhin zu reduzieren, aber dennoch die Stabilität so hoch
wie möglich zu halten. Weiterhin ist die Möglichkeit gegeben, zwischen der Haltevorrichtung
(4) und dem Gesicht des Träger, also im Auflagebereich der Haltevorrichtung
(4) eine Polsterung anzubringen. Bevorzugt sind hierbei Materialien wie verschiedene
Schaumstoffe oder aber auch Silikone.
[0076] Die Haltevorrichtung
(4) kann in einem weiteren Ausführungsbeispiel beispielsweise wie eine Brille, also mit
Bügeln vergleichbar zu Brillenbügeln, an den Ohren des Patienten befestigt sein oder
- falls der Benutzer Brillenträger ist - an den tatsächlich verwendeten Brillenbügeln
befestigt werden.
[0077] Der Venturi-Effekt wird in diesem Ausführungsbeispiel nicht wie in
Fig. 1 durch zusätzliche Stege erreicht, sondern wird durch den Luftvorhang
(8) selbst und insbesondere an dessen Seiten, insbesondere im Bereich der hinteren Wangen
bis hin zu den Ohren des Trägers, erzeugt.
[0078] Fig. 9 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 2, ähnlich
Fig. 8, einer Luftleitung
(2), welche gleichzeitig eine Haltevorrichtung
(4) darstellt, und mit einer durchgängigen oder mehreren Luftaustrittsöffnungen
(6), welche den Luftvorhang
(8) erzeugen. Die Haltevorrichtung
(4) geht stufenlos in einen Kopfhalter
(10) über. Der Bereich, welcher durch den Luftvorhang
(8) abgeschirmt wird, ist in dieser Figur symbolhaft als mehrere gerade Linien vor dem
Mund-/Nasenbereich des Trägers dargestellt.
[0079] Aus dieser Figur ist auch ersichtlich, bis zu welchem Bereich der Wangen sich der
Luftvorhang erstreckt. Denkbar sind jedoch auch andere Ausgestaltungen des Luftvorhangs
(8), beispielsweise bis hin zu den Ohren des Trägers.
[0080] Fig. 10 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 2. Hierbei ist ein vertikaler Querschnitt gezeigt. Eine Luftleitung
(2) weist hierbei zwei parallele Reihen von mehreren Luftaustrittsöffnungen
(6) oder zwei parallele durchgängige Luftaustrittsöffnungen
(6) auf. Somit können zwei parallele Luftvorhänge
(8) erzeugt werden, wobei sich der eine näher am Träger befindet und der andere weiter
außen, also weiter vom Träger beabstandet. Somit wird ein sozusagen doppellagiger
Luftvorhang
(8) erzeugt. Die zwei parallelen Luftvorhänge
(8) können so ausgestaltet sein, dass sie gleiche Intensität aufweisen.
[0081] Jedoch ist auch eine Ausgestaltung möglich, bei welcher einer der beiden Luftvorhänge
(8), bevorzugt der äußere, eine stärkere Luftleistung aufbringt als der andere. Bei einer
unterschiedlich starken Ausgestaltung liegt somit ein Haupt-Luftvorhang und ein unterstützender
Sicherheits-Luftvorhang vor.
[0082] Auch ist es möglich, dass die Stärke der beiden Luftvorhänge
(8) vom Benutzer eingestellt und zu jeder Zeit variiert werden kann. Weiterhin ist eine
Ausgestaltung möglich, bei welcher die Luftvorhänge
(8) im Bereich des Mund-/Nasenraumes eine stärkere Luftleistung aufweisen als im Bereich
der Wangen/Ohren. Eine derartige Ausgestaltung schützt somit insbesondere die essentiellen
Bereiche durch die Hauptluftleistung, wobei dennoch ein seitliches Eindringen von
Viren effektiv unterbunden wird.
[0083] Die Luftaustrittsöffnungen
(6) sind in diesem Ausführungsbeispiel so ausgestaltet, dass sie sich von oben nach unten
aufweiten und somit auch die beiden erzeugten, parallelen Luftvorhänge
(8) jeweils von oben nach unten in ihrer Breite zunehmen. Dies erlaubt es besonders sicher,
zum einen die Außenluft
(32), welche beispielsweise mit Viren belastet sein kann, durch den äußeren Luftvorhang
(8) vom Mund-/Nasenraum des Trägers abzulenken und zum anderen auch die Atemluft des
Trägers
(34) durch den inneren Luftvorhang
(8) nach unten hin abzulenken. Somit kann ein gleichzeitiger Schutz des Trägers als auch
der Menschen in dessen Umgebung sichergestellt werden.
[0084] Fig. 11 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 2, ähnlich
Fig. 10. Hierbei ist ein vertikaler Querschnitt gezeigt. Eine Luftleitung
(2) weist hierbei zwei parallele Reihen von mehreren Luftaustrittsöffnungen
(6) oder zwei parallele durchgängige Luftaustrittsöffnungen
(6) auf. Somit können zwei parallele Luftvorhänge
(8) erzeugt werden, wobei sich der eine näher am Träger befindet und der andere weiter
außen. Somit wird ein sozusagen doppellagiger Luftvorhang
(8) erzeugt.
[0085] Die Luftaustrittsöffnungen
(6) sind in diesem Ausführungsbeispiel als vertikale, parallele Schlitze ausgestaltet,
so dass die beiden erzeugten, parallelen Luftvorhänge
(8) von oben nach unten eine konstante, homogene Breite aufweisen. Auch hier wird zum
einen die Außenluft
(32), welche beispielsweise mit Viren belastet sein kann, durch den äußeren Luftvorhang
(8) vom Mund-/Nasenraum des Trägers abgelenkt und zum anderen auch die Atemluft des Trägers
(34), welche mit Tröpfchen und Viren des Trägers belastet ist, durch den inneren Luftvorhang
(8) nach unten hin abgelenkt. Somit kann auch hier ein gleichzeitiger Schutz des Trägers
und auch der Menschen in dessen Umgebung sichergestellt werden.
[0086] Fig. 12 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform einer erfindungsgemäßen Atemschutzvorrichtung
(1) gemäß Anspruch 2, analog
Fig. 10 und 11.
[0087] Die Luftaustrittsöffnungen
(6) sind in diesem Ausführungsbeispiel als vertikale und zueinander geneigte Schlitze
ausgestaltet, so dass die beiden erzeugten, Luftvorhänge
(8) an einem bestimmten, vorher definierten Punkt
(36) aufeinander treffen. Ab diesem Punkt
(36) nach unten ist die Stärke des Luftvorhang
(8) somit verdoppelt und stellt den Abtransport der mit Partikeln, Tröpfchen oder Viren
belasteten Außenluft
(32) sowie Atemluft
(34) nach unten, also vom Gesicht des Trägers und der umgebenden Personen weg, sicher.
Somit kann ein gleichzeitiger Schutz des Trägers als auch der Menschen in dessen Umgebung
sichergestellt werden.
1. Atemschutzvorrichtung mit einer Lufteintrittsöffnung, einer Luftfördereinrichtung,
nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse oder einem Druckluftbehälter,
insbesondere mit einem Filtersystem für Umgebungsluft, mit einem Steuerungsmodul für
die Steuerung eines Luftstroms aus der Luftfördereinrichtung, durch welche der Luftstrom
durch mind. eine Luftaustrittsöffnung ausblasbar ist, welche Luftaustrittsöffnung
an einer Haltevorrichtung angebracht ist, welche Haltevorrichtung mit einem Kopfhalter
am Kopf eines Anwenders befestigbar ist dadurch gekennzeichnet, dass ein von der oder den Luftaustrittsöffnungen erzeugter Luftvorhang vor dem Gesicht
des Anwenders im wesentlichen vertikal nach unten strömt und das Gesicht von der Umgebung
abschirmt, und dass insbesondere an der Haltevorrichtung den Luftvorhang seitlich
begrenzende Stege angebracht sind und Luftzutrittsöffnungen mit integrierten Luftfiltern
aufweisen, wobei insbesondere an den Stegen vorbeiströmende Luft des Luftvorhangs
über den Venturi-Effekt Luft aus den Luftzutrittsöffnungen ansaugt und so zusätzliche
Atemluft zur Verfügung stellt.
2. Atemschutzvorrichtung mit einer Lufteintrittsöffnung, einer Luftfördereinrichtung,
nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse oder einem Druckluftbehälter,
insbesondere mit einem Filtersystem für Umgebungsluft, mit einem Steuerungsmodul für
die Steuerung eines Luftstroms aus der Luftfördereinrichtung, durch welche der Luftstrom
durch mind. eine Luftaustrittsöffnung ausblasbar ist, welche Luftaustrittsöffnung
an einer Haltevorrichtung angebracht ist, welche Haltevorrichtung mit einem Kopfhalter
am Kopf eines Anwenders befestigbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein durch die Luftaustrittsöffnung erzeugter Luftvorhang vor dem Gesicht des Anwenders
im wesentlichen vertikal nach unten strömt und das Gesicht von der Umgebung abschirmt
und dass eine Personen-Erkennungsvorrichtung, insbesondere eine Kamera, an das Steuerungsmodul
angeschlossen ist, die bei Anwesenheit mindestens einer Person in der Umgebung des
Anwenders die Luftfördereinrichtung einschaltet und insbesondere bei Abwesenheit automatisch
abschaltet.
3. Atemschutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftvorhang als eine gezielte, vertikale und laminare Luftströmung von oben nach
unten in einem Abstand zum Gesicht des Trägers, insbesondere in einem Abstand von
mindestens 5 mm vor dem Gesicht des Trägers, ausgebildet ist.
4. Atemschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftaustrittsöffnung oder die Luftaustrittsöffnungen bogenförmig, insbesondere
halbbogenförmig, an der Haltevorrichtung angeordnet sind und dass der erzeugte Luftvorhang
in Aufsicht eine Wölbung aufweist.
5. Atemschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftvorhang durch eine visierfrei nach unten strömende Luftströmung gebildet
ist.
6. Atemschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei zueinander parallele Luftvorhänge vorgesehen sind, welche insbesondere
sich von der Luftaustrittsöffnung nach unten hin aufweiten.
7. Atemschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Luftvorhänge vorgesehen sind, welche mit einem Winkel, insbesondere
mit einem Winkel von 5 bis 10 Grad, aufeinander zu gerichtet sind, die sich an einem
vorher definierten Punkt treffen.
8. Atemschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Steuerungsmodul die Intensität der Strömung des Luftvorhangs, über die Leistung
des Gebläses, insbesondere abhängig vom Abstand von der Gefahrenquelle, insbesondere
einem vorher definierten Abstand zu anderen Personen, einstellbar ist.
9. Atemschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Steuerungsmodul ein optisches und oder akustisches Signal aktivierbar ist,
wenn die Personen-Erkennungsvorrichtung die Anwesenheit einer Person in der Umgebung
des Anwenders, insbesondere wenn diese Person einen vorher definierten Mindestabstand
unterschreitet, erkennt.
10. Atemschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftfördereinrichtung, nämlich ein batterie- oder akkubetriebenes Gebläse oder
ein Druckluftbehälter, insbesondere mit einem Filtersystem für Umgebungsluft, in einem
Rucksack angeordnet ist.
11. Verfahren zum Betreiben einer Atemschutzvorrichtung mit einer Lufteintrittsöffnung,
einer Luftfördereinrichtung, nämlich einem batterie- oder akkubetriebenem Gebläse
oder einem Druckluftbehälter, insbesondere mit einem Filtersystem für Umgebungsluft,
mit einem Steuerungsmodul für die Steuerung eines Luftstroms aus der Luftfördereinrichtung,
durch welche der Luftstrom durch mind. eine Luftaustrittsöffnung ausgeblasen wird,
welche Luftaustrittsöffnung an einer Haltevorrichtung angebracht wird, welche Haltevorrichtung
mit einem Kopfhalter am Kopf eines Anwenders befestigt wird dadurch gekennzeichnet, dass ein über die Luftaustrittsöffnung erzeugter Luftvorhang dem Gesicht des Anwenders
im wesentlichen vertikal nach unten strömt und das Gesicht von der Umgebung abschirmt
und dass eine an das Steuerungsmodul angeschlossene Personen-Erkennungsvorrichtung,
insbesondere eine Kamera, bei Anwesenheit mindestens einer Person in der Umgebung
des Anwenders, insbesondere in einem vorher definierten Bereich um den Anwender herum,
die Atemschutzvorrichtung eingeschaltet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erkennen der Abwesenheit vom Personen in der Umgebung des Anwenders, insbesondere
in einem vorher definierten Gefahrenbereich, die Atemschutzvorrichtung automatisch
abschaltet wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Luftvorhang der Augen-, Mund- und Nasenbereich abgeschirmt wird, indem
sich der Luftvorhang vollflächig mit einer im Wesentlichen laminaren Strömung nach
unten vor diesem Bereich erstreckt., insbesondere vollständig durch den Luftvorhang
abgeschirmt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11, 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung mit den Luftaustrittsöffnungen am oberen Teil des Gesichtes,
insbesondere oberhalb des Mund-/Nasenbereichs, besonders bevorzugt oberhalb des Augen-/Mund-/Nasenbereichs,
und an der Stirn des Anwenders angeordnet und mit dem Kopfhalter befestigt wird, und
dass die eingeleitete Strömung, insbesondere der im Wesentlichen vertikale Luftvorhang,
vor dem Mund-/Nasenbereiches, die natürliche Fallkurve von ausgeatmeten Tröpfchen
steiler abwärts drängt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erkennen der Anwesenheit mindestens einer Person in der Umgebung des Anwenders,
insbesondere in einem vorher definierten Bereich in der Nähe des Anwenders, das Steuerungsmodul
festlegt, dass die Atemschutzvorrichtung und der von ihr erzeugte Luftvorhang manuell
nicht mehr abgeschaltet werden kann.