Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneidklingenmontagevorrichtung, eine Schneidvorrichtung,
insbesondere Ultraschall-Schneidvorrichtung, sowie ein Magazin für eine Schneidklinge.
Ferner wird ein Verfahren zum Wechsel einer Schneidklinge bereitgestellt.
Stand der Technik
[0002] Im Stand der Technik sind Ultraschall-Schneidvorrichtungen bekannt, die zum Schneiden
von beispielsweise künstlichem oder natürlichem Leder Anwendung finden.
[0003] Beispielsweise ist die
EP 2 347 870 A1 bekannt, die eine Vorrichtung zum Herstellen einer Aufreißlinie in der Rückseite
eines Abdeckmaterials offenbart, wobei das Abdeckmaterial bevorzugt zumindest abschnittsweise
aus Kunststoff besteht, insbesondere eines Innenverkleidungsmaterials für Fahrzeuge.
Die Vorrichtung umfasst eine Auflage, durch die das Abdeckmaterial abstützbar ist,
und ein in einem Abstand darüber angebrachtes, motorisch in Richtung der Auflage hin-
und herbewegbares Werkzeug, das in die Rückseite des Abdeckmaterials eintauchbar und
dem Verlauf der gewünschten Aufreißlinie folgend vorwärts bewegbar ist. Die Vorrichtung
zeichnet sich dadurch aus, dass das Werkzeug durch einen Meißel gebildet ist, dessen
Hin- und Herbewegung mit einer Frequenz von 16 bis 70kHz, bevorzugt 18 bis 40kHz bewirkt
wird.
[0004] Ein Hin- und Herbewegung einer Schneidklinge mit einer Ultraschall-Schneidvorrichtung
erfolgt dabei mittels einer Sonotrode. Die Schneidklinge ist auf Grund der hohen Frequenz
während des Schneidprozesses entsprechend hohen Beschleunigungskräften ausgesetzt.
[0005] Es hat sich gezeigt, dass auf Grund der genannten Belastung auf die Schneidklinge
Maßnahmen erforderlich sind, die verhindern, dass die Schneidklinge während eines
Schneidprozesses durch die oszillierenden Kräfte an einem Schneidklingenhalter einer
Schneidvorrichtung angeschweißt wird. Dabei ist es zum Beispiel bekannt, an der Schneidklinge
oder dem Schneidklingenhalter eine Kupferpaste aufzubringen, die zwischen der Schneidklinge
und dem Schneidklingenhalter eine Schicht bildet und somit ein Verschweißen dieser
beiden Elemente verhindert.
[0006] Allerdings hat dieses Vorgehen den Nachteil, dass zum Wechseln einer Schneidklinge
ein relativ hoher Aufwand betrieben werden muss. Hierzu muss ein Bediener beim Wechsel
einer Schneidklinge die Kupferpaste an der Schneidklinge oder am Schneidklingenhalter
auftragen, sodass die Kupferpaste zwischen der Schneidklinge und dem Schneidklingenhalter
eine Schicht ausbilden kann.
[0007] Dies führt zu relativ hohen Stillstandzeiten einer Anlage mit einer solchen Schneidvorrichtung.
Darüber hinaus besteht beim manuellen Wechsel der Schneidklinge stets eine Verletzungsgefahr
für den Bediener.
[0008] Ferner stellt der Wechsel der Schneidklingen stets eine Fehlerquelle dar, die zu
einer nachfolgend verminderten Schnittqualität am Produkt führt, beispielsweise wenn
die Schneidklinge nicht in der korrekten Winkelausrichtung in den Schneidklingenhalter
eingeführt und dort befestigt wird. Dies kann neben einer verminderten Schnittqualität
auch zum Bruch der Schneidklinge oder zur Zerstörung des zu fertigenden Produkts führen.
Darüber hinaus kann der Nutzer bei falschem Einziehdrehmoment zur Befestigung der
Schneidklinge ein Verschweißen mit dem Schneidklingenhalter herbeiführen, bzw. die
Schnittstelle zwischen Klinge/Sonotrode zerstören.
Gegenstand der Erfindung
[0009] Ziel der Erfindung ist es, die zuvor genannten Probleme zumindest teilweise zu beheben
und einen Wechsel einer Schneidklinge zu erleichtern.
[0010] Hierfür stellt die Erfindung eine Schneidklingenmontagevorrichtung gemäß Anspruch
1 bereit. Ferner ist die Erfindung auf eine Schneidvorrichtung, ein Magazin für eine
Schneidklinge sowie ein Verfahren zum Wechsel einer Schneidklinge gerichtet. Bevorzugte
Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen aufgeführt. Dabei können Merkmale
der abhängigen Ansprüche zur Schneidklingenmontagevorrichtung auch bei der Schneidvorrichtung,
dem Magazin für die Schneidklinge und/oder dem Verfahren zum Einsatz kommen. Entsprechendes
gilt für die abhängigen Ansprüche zur Schneidvorrichtung, zum Magazin für eine Schneidklinge
sowie zum Verfahren.
[0011] Erfindungsgemäß umfasst die Schneidklingenmontagevorrichtung eine Schneidklinge mit
einem Schaft, sowie ein Befestigungselement, das den Schaft der Schneidklinge zumindest
abschnittsweise aufnimmt. Ferner weist das Befestigungselement eine Struktur zur Befestigung
an einem Schneidklingenhalter einer Schneidvorrichtung auf.
[0012] Die genannte Struktur zur Befestigung an einem Schneidklingenhalter einer Schneidvorrichtung
kann ein Gewinde sein. Gemäß weiteren Ausführungsformen kann es sich bei der Struktur
um einen Vorsprung oder eine Aussparung handeln, an der ein Schneidklingenhalter einer
Schneidvorrichtung einrasten kann.
[0013] Die Schneidklingenmontagevorrichtung hat den Vorteil, dass die korrekte Ausrichtung
der Schneidklinge am Schneidklingenhalter wiederholbar hergestellt werden kann. Somit
ist es möglich, eine Schneidklinge sicher und zuverlässig zu wechseln. Ferner kann
ein bestimmtes Einziehdrehmoment zur Verbindung der Schneidklinge am Schneidklingenhalter
einer Schneidvorrichtung überwacht und wiederholbar eingehalten werden. Auch die Einbaulänge
der Schneidklinge kann überwacht werden.
[0014] Ferner wird mit der Schneidklingenmontagevorrichtung ein Klingenwechsel ermöglicht,
ohne den Fertigungs- oder Schneidprozess zu unterbrechen. Auf diese Weise kann die
Taktzeit des Klingenwechsels im Vergleich zu einem manuellen Wechsel verkürzt und
in einem definierten Zeitfenster ausgeführt werden.
[0015] Auch kann eine Bewertung hinsichtlich der Qualität der Klinge erfolgen. Hierfür ist
es gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass die Schneidklingenmontagevorrichtung
eine Einrichtung zum Erfassen und/oder Auswerten der Qualität der Schneidklinge aufweist.
[0016] Im Magazin kann eine Schneidklinge oder können mehrere Schneidklingen aufgenommen
werden. Dadurch, dass der Wechsel der Schneidklinge durch eine Übernahme der Schneidklinge
vom Magazin erfolgt, können mögliche Fehler bei der manuellen Montage einer Schneidklinge
vermieden werden. Nimmt ein Magazin mehrere Schneidklingen auf, so können unterschiedliche
Klingengeometrien bereitgehalten werden, die je nach Erfordernis in eine Schneidvorrichtung
eingewechselt werden können. Somit wird die Flexibilität einer Anlage/Maschine mit
einer solchen Schneidvorrichtung und einem deutlich gesteigert.
[0017] In einer Ausführungsform ist es vorgesehen, dass das Befestigungselement eine Eingriffsstruktur
aufweist, an der ein Übertragungselement Antriebselement eingreifen kann, um das Befestigungselement
in eine Drehbewegung zu versetzen. Somit kann das Befestigungselement mittels einer
Drehbewegung fixiert werden.
[0018] Dabei ist es bevorzugt, dass die Eingriffsstruktur zahnradartig ausgebildet ist,
sodass eine sichere und definierte Kraftübertragung gewährleistet ist.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform weist die Schneidklinge einen, insbesondere umlaufenden,
Vorsprung auf, der an einer Innenseite des Befestigungselements anliegt. Der Vorsprung
der Schneidklinge kann an einem inneren Abschnitt des Befestigungselements zur Anlage
kommen.
[0020] Es ist bevorzugt, dass die genannte Struktur, die in einer bevorzugten Ausführungsform
als Gewinde ausgebildet ist, weiter bevorzugt ein Innengewinde ist. Somit kann eine
sichere Befestigung gewährleistet und ein Klingenwechsel in einem definierten Zeitfenster
ausgeführt werden.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, dass das Befestigungselement
relativ zur Schneidklinge drehbar ist, sodass mit einer relativ einfachen Konstruktion
ein Befestigen der Schneidklinge ermöglicht wird.
[0022] Ferner betrifft die Erfindung Schneidvorrichtung, die beispielsweise als Ultraschall-Schneidvorrichtung
ausgebildet ist. Die Schneidvorrichtung umfasst: einen Antrieb zur Erzeugung einer
oszillierenden Bewegung, und einen Schneidklingenhalter, der eine Schneidklingenaufnahme
zur Aufnahme einer Schneidklinge aufweist. Dabei ist die Schneidklingenaufnahme derart
ausgebildet, dass der Antrieb die Schneidklinge antreiben kann. Ferner ist es vorgesehen,
dass der Schneidklingenhalter eine Struktur, insbesondere ein Gewinde, aufweist, an
der zur Befestigung eines eine Schneidklinge aufnehmenden Befestigungselements anbringbar
ist.
[0023] Die genannte Struktur kann, wie bereits erläutert, ein Gewinde sein. Gemäß weiteren
Ausführungsformen kann es sich bei der Struktur um einen Vorsprung oder eine Aussparung
handeln.
[0024] Mittels der Schneidvorrichtung wird ein Klingenwechsel ermöglicht, ohne den Fertigungs-
oder Schneidprozess zu unterbrechen. Somit kann die Taktzeit des Klingenwechsels im
Vergleich zu einem manuellen Wechsel verkürzt und in einem definierten Zeitfenster
ausgeführt werden. Auch kann eine Auswertung hinsichtlich der Qualität der Klinge
erfolgen.
[0025] Die Struktur, insbesondere Gewinde, des Schneidklingenhalters kann ein Außengewinde
sein.
[0026] In einer Ausführungsform ist es vorgesehen, dass an einem äußersten Abschnitt des
Schneidklingenhalters ein Anlageabschnitt bereitgestellt wird oder ist, der als Anschlag
für einen Vorsprung der Schneidklinge dient oder ausgebildet ist.
[0027] Ferner wird ein Magazin für eine Schneideklinge, oder mehrere Schneidklingen, bereitgestellt,
wobei das Magazin aufweist: einen Schneidklingenträger, der zur Aufnahme eines Befestigungselements
für eine Schneidklinge ausgebildet ist, ein Antriebselement, das eingerichtet ist,
eine Befestigung des Befestigungselements an einer Schneidvorrichtung zu bewirken.
Die Befestigung kann dabei insbesondere durch eine Drehbewegung des Befestigungselements,
angetrieben durch das Antriebselement, bewirkt werden.
[0028] Mit einem solchen Magazin wird ein zügiger Klingenwechsel gewährleistet. Hinsichtlich
weiterer Vorteile wird auf die voranstehenden Erläuterungen zur Schneidklingenmontagevorrichtung
und zur Schneidvorrichtung verwiesen.
[0029] In einer Ausführungsform ist es vorgesehen, dass das Magazin eine Einrichtung zum
Erfassen und/oder Auswerten der Qualität der Schneidklinge aufweist.
[0030] Das Magazin kann derart ausgebildet sein, dass der Schneidklingenträger ein erstes
Bauteil und ein zweites Bauteil aufweist, die relativ zueinander beweglich sind, wobei
das Nachführelement am ersten Bauteil angreift, um das erste Bauteil des Schneidklingenträgers
in einer axialen Richtung zu bewegen.
[0031] Bevorzugt ist das Antriebselement zum Übertragen einer Drehbewegung auf das Befestigungselement
als Zahnrad ausgebildet.
[0032] Ferner ist es bevorzugt, dass ein Antriebselement sowie eine Welle vorgesehen sind,
die miteinander verbunden sind. Das Antriebselement kann an der Welle befestigt sein.
Ferner kann sich die Welle in einer zur axialen Richtung parallelen Richtung erstrecken.
[0033] Am Magazin kann ein Gegenlager vorgesehen sein, das derart angeordnet ist, dass das
Befestigungselement zwischen dem Gegenlager und dem Antriebselement aufgenommen ist.
Somit kann eine sichere Kraftübertragung gewährleistet werden. Auch wird das Befestigungselement
während eines Klingenwechsels sicher gehalten.
[0034] Ferner wird ein Verfahren zum Wechsel einer Schneidklinge bereitgestellt. Ihm Rahmen
des Verfahrens kann eine Schneidvorrichtung oder ein Magazin gemäß einem der zuvor
genannten Aspekte zum Einsatz kommen.
[0035] Im Zuge des Verfahrens wird eine Schneidvorrichtung, insbesondere Ultraschallschneidvorrichtung,
relativ zu einem Magazin ausgerichtet, sodass eine Schneidklinge durch einen Schneidklingenhalter
der Schneidvorrichtung aufnehmbar ist. Ferner umfasst das Verfahren den Schritt des
Befestigens der Schneidklinge an einem Schneidklingenhalter der Schneidvorrichtung
mittels eines angetriebenen Befestigungselements.
[0036] Mittels des genannten Verfahrens wird ein Wechsel der zügiger Schneidklinge ermöglicht,
ohne den Fertigungs- oder Schneidprozess zu unterbrechen. Auf diese Weise kann die
Taktzeit des Klingenwechsels im Vergleich zu einem manuellen Wechsel verkürzt und
in einem definierten Zeitfenster ausgeführt werden. Auch kann eine Auswertung hinsichtlich
der Qualität der Klinge erfolgen.
[0037] Es ist bevorzugt, dass das Befestigungselement zum Befestigen der Schneidklinge in
eine Drehbewegung versetzt wird. Diese Drehbewegung wird durchgeführt, bis eine Befestigung
der Schneidklinge erfolgt ist. Im Zuge dessen wird die Schneidklinge in einer definierten
Ausrichtung an der Schneidvorrichtung angebracht.
[0038] Es ist bevorzugt, dass im Zuge des Verfahrens ein Klingenwechsel durchgeführt wird.
Insbesondere wird vor dem Befestigen der Schneidklinge eine bereits an der Schneidvorrichtung
befestigte Schneidklinge entnommen und im Magazin aufgenommen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0039] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
einer bevorzugten Ausführungsform.
- Fig. 1
- zeigt eine Schnittansicht eines Magazins für eine Schneidklinge sowie eine darin aufgenommene
Schneidklingenmontagevorrichtung mit einer Schneidklinge.
- Fig. 2
- zeigt die Anordnung gemäß Fig. 1, wobei eine Schneidvorrichtung zur Aufnahme der Schneidklinge
herangeführt wird.
- Fig. 3
- zeigt die in Fig. 2 dargestellte Schneidvorrichtung bei der Übernahme der Schneidklinge.
- Fig. 4
- zeigt einen Zustand, in dem die Schneidklinge vom Magazin herausgeführt wird.
- Fig. 5
- stellt eine Situation dar, in der die Schneidklinge vom Magazin entfernt ist.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform
[0040] Nachfolgend wird anhand der beigefügten Figuren eine Ausführungsform beschrieben.
Weitere in diesem Zusammenhang genannte Modifikationen von Einzelmerkmalen können
jeweils miteinander kombiniert werden, um weitere Ausführungsformen der Erfindung
auszubilden. Auch wenn die beschriebene Ausführungsform rein beispielhaft, und nicht
einschränkend, zu verstehen ist, können Einzelmerkmale der beschriebenen Ausführungsform
zur Spezifizierung der Erfindung herangezogen werden.
[0041] In der nachfolgend beschriebenen Ausführungsform ist eine Schneidklinge 10 in einem
Magazin 100 aufgenommen. Obwohl das Magazin 100 gemäß der Ausführungsform lediglich
eine einzelne Schneidklinge 10 aufnimmt, kann das Magazin 100 beliebig erweitert werden
und somit eine Vielzahl von Schneidklingen aufnehmen.
[0042] Eine derartige Schneidklinge 10 wird beispielsweise für ein trennendes Verfahren
für unzählige Materialien verwendet, oder um in ein Material Schwächungslinien einzubringen.
Insbesondere kann es sich dabei um eine Schwächungslinie in einem Kunstledermaterial
handeln, das zur Verkleidung eines Innenbauteils eines PKWs verwendet wird.
[0043] Die Schneidklinge 10 umfasst eine Spitze 11, die in das zu schneidende Material eintaucht,
sowie einen Schaft 13, der in einem Schneidklingenhalter (nachfolgend beschrieben)
aufgenommen wird. Zwischen der Spitze 11 und dem Schaft 13 ist ein Vorsprung 12 vorgesehen,
der, wie nachfolgend erläutert, mit einem Anlageabschnitt eines Schneidklingenhalters
in Kontakt kommt.
[0044] Die Schneidklinge 10 ist in einem Befestigungselement 20 aufgenommen, das sich zumindest
abschnittsweise um den Schaft 13 in der Schneidklinge 10 erstreckt. Der Vorsprung
12 der Schneidklinge 10 kommt dabei an einem inneren Abschnitt des Befestigungselements
20 zur Anlage.
[0045] Das Befestigungselement 20 umfasst eine Außeneingriffstruktur 21, die an einer Außenumfangsseite
des Befestigungselements 20 ähnlich wie beispielsweise ein Zahnrad ausgebildet ist,
sowie ein Innengewinde 22, das dem Schaft 13 der Schneidklinge 10 in einem bestimmten
Abstand gegenüberliegt. Obwohl im Rahmen der vorliegenden Ausführungsform ein zahnradartiges
Befestigungselement beschrieben wird, kann das Befestigungselement beispielsweise
auch in einer Sechskantform oder ähnlichem ausgebildet sein.
[0046] Das Befestigungselement 20 mit der Schneidklinge 10 ist in einem Magazin 100 aufgenommen.
Das Magazin 100 umfasst ein Gehäuse 101 sowie eine Basis 102. Die Basis 102 bildet
eine Innenausnehmung 102a aus, in der sich eine Feder 104 erstreckt. Die Erstreckungsrichtung
der Feder 104 wird auch als axiale Richtung A bezeichnet.
[0047] Ferner ist in der Innenausnehmung 102a ein Schneidklingen-Träger 105 aufgenommen,
der mit der Feder 104 in Kontakt steht. Der Schneidklingen-Träger 105 kann keilnabenförmig
ausgebildet sein, um ein Drehmoment in vorteilhafter Weise übertragen zu können.
[0048] Der Schneidklingenträger 105 ist dabei mehrteilig ausgebildet. Mittig ist ein Innenbauteil
106 vorgesehen, das in einem Außenbauteil 107 aufgenommen ist. Das Innenbauteil 106
ist relativ zum Außenbauteil 107 entlang der axialen Richtung verschiebbar.
[0049] Das Innenbauteil 106 umfasst eine Aussparung 106a, in der die Schneidklinge 10 abschnittsweise
aufgenommen ist, sowie einen Aufnahmeabschnitt 106b, in dem die Feder 104 zumindest
abschnittsweise eingeführt ist. Ferner ist ein Anschlag 106c vorgesehen, der die axiale
Bewegung des Innenbauteils 106 relativ zum Außenbauteil 107 begrenzt. Das Innenbauteil
106 kann keilwellenförmig ausgebildet sein, um ein Drehmoment in vorteilhafter Weise
aufnehmen zu können.
[0050] Darüber hinaus umfasst das Magazin 100 ein Gegenlager 103, das einem Antriebselement
(bspw. Zahnrad) 115 gegenüberliegt. Zwischen dem Gegenlager 103 und dem Antriebselement
115 ist das Befestigungselement 20 mit der Klinge 10 aufgenommen.
[0051] Das Magazin 100 weist einen Antrieb zur Betätigung des Befestigungselements 20 auf.
Der Antrieb umfasst ein Antriebselement 110, das im Ausführungsbeispiel als Antriebsscheibe
ausgebildet ist, die durch einen Riemen angetrieben werden kann. In anderen Ausführungsformen
kann das Antriebselement 110 auch als Zahnrad oder Ähnliches ausgebildet sein.
[0052] Das Antriebselement 110 ist an einer Welle 111 befestigt, die sich parallel zur axialen
Richtung A erstreckt. Die Welle 111 wird durch ein erstes Lager 112 und ein zweites
Lager 113 drehbar an der Basis 102 getragen.
[0053] An einem dem Antriebselement 110 entgegengesetzten Ende der Welle 111 ist das Antriebselement
115 angebracht, das eine Eingriffsstruktur (Zahnrad) aufweist, die in die Außeneingriffstruktur
21 des Befestigungselements 20 eingreift. Wird das Antriebselement 115 gedreht, wird
somit auch das Befestigungselement 20 in eine Drehbewegung versetzt.
[0054] Die Schneidklinge 10 ist zur Aufnahme in einer Schneidvorrichtung 200 vorgesehen.
Die Schneidvorrichtung 200 umfasst hierzu einen Schneidklingenhalter 210, der eine
Schneidklingenaufnahme 211 aufweist. An einem äußersten Abschnitt des Schneidklingenhalters
210 ist ein Anlageabschnitt 212 vorgesehen.
[0055] Ein Hin- und Herbewegung (oszillierende Bewegung) der Schneidklinge 10 während einer
Schneidbearbeitung wird mittels einer Sonotrode/Booster (oder einer anderen Oszillationsart)
bewirkt, die in der Schneidvorrichtung 200 aufgenommen ist. Insbesondere wird die
Schneidklinge hierbei in eine oszillierende Bewegung im Bereich von 20-50 kHz versetzt.
[0056] Nachfolgend soll ein Verfahren zur Entnahme der Schneidklinge 10 aus dem Magazin
100 beschrieben werden.
[0057] Zunächst befindet sich die Schneidklinge 10, die in das Befestigungselement 20 eingefügt
ist, in einer Lagerposition. Beispielsweise kann ein Bediener die Schneidklinge 10
mit dem Befestigungselement 20 in das Magazin 100 einbringen und somit zur Übergabe
an eine Schneidvorrichtung 200 vorhalten.
[0058] Nachfolgend wird die Schneidvorrichtung 200 in den Bereich des Magazins 100 geführt.
Hierbei kann die Schneidvorrichtung 200 an einem Roboterarm angebracht sein (in den
Figuren nicht gezeigt), der die Schneidvorrichtung 200 für einen Klingenwechsel in
den Bereich des Magazins 100 bewegt. Hierzu wird die Schneidvorrichtung 200 entsprechend
der axialen Richtung A ausgerichtet.
[0059] Die Schneidvorrichtung 200 wird nunmehr derart in Richtung der Schneidklinge 10 geführt,
dass der Schaft 13 der Schneidklinge 10 teilweise in die Schneidklingenaufnahme 211
eindringt. Nachfolgend wird das Antriebselement 115 in eine Drehbewegung versetzt,
sodass durch den Eingriff des Antriebselement 115 am Befestigungselement 20 das Befestigungselement
20 um die axiale Richtung (Achse) A gedreht wird.
[0060] Auf diese Weise wird der mit einem Außengewinde des Schneidklingenhalters 211 in
das Innengewinde 22 des Befestigungselements 20 eingeführt, bis der Anlageabschnitt
212 am Vorsprung 12 der Schneidklinge 10 zur Anlage gebracht wird. Dabei stellt das
Gegenlager 103 sicher, dass das Befestigungselement 20 in einer Drehbewegung angetrieben
wird, jedoch dabei im Magazin 100 verbleibt. Die Feder 104 drückt während der Drehbewegung
das Befestigungselement 20 in Richtung der Schneidvorrichtung 200.
[0061] Nachdem die Position des Anlageabschnitts 212 am Vorsprung 12 der Schneidklinge 10
erfasst oder ermittelt wurde und das vorgesehene Einziehdrehmoment erreicht wurde,
kann die Schneidvorrichtung 200 vom Magazin 100 entfernt werden. Dabei wird die Schneidvorrichtung
200 entlang der axialen Richtung A geführt, bis sich die Schneidklinge außerhalb eines
Bereichs des Magazins 100 befindet.
[0062] Die derart mit der Schneidklinge 10 bestückte Schneidvorrichtung 200 kann nachfolgend
eine Ultraschallbearbeitung an einem an einer Auflage vorgesehenen Material durchführen,
beispielsweise ein Material trennen oder einen Schwächungsbereich in dieses Material
einbringen.
[0063] Eine abgenutzte Klinge 10 kann zu einem späteren Zeitpunkt in einer anderen Station
(nicht dargestellt) entsorgt werden. Im Zuge dessen kann das Magazin 100 mit einer
neuen Klinge bestückt werden.
1. Schneidklingenmontagevorrichtung, umfassend:
eine Schneidklinge (10), die einen Schaft (13) aufweist, sowie
ein Befestigungselement (20), das den Schaft (13) der Schneidklinge (10) zumindest
abschnittsweise aufnimmt,
wobei das Befestigungselement (20) eine Struktur, insbesondere ein Gewinde (22), zur
Befestigung an einem Schneidklingenhalter (210) einer Schneidvorrichtung (200) aufweist.
2. Schneidklingenmontagevorrichtung gemäß Anspruch 1, wobei das Befestigungselement (20)
eine Eingriffsstruktur (21) aufweist, an der ein Antriebselement (115) eingreifen
kann, um das Befestigungselement (20) in eine Drehbewegung zu versetzen, wobei bevorzugt
ist, dass die Eingriffsstruktur zahnradartig ausgebildet ist.
3. Schneidklingenmontagevorrichtung gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei
die Schneidklinge (10) einen, insbesondere umlaufenden, Vorsprung (12) aufweist, der
an einer Innenseite des Befestigungselements (20) anliegt.
4. Schneidklingenmontagevorrichtung gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei
die Struktur, insbesondere das Gewinde (22), ein Innengewinde ist.
5. Schneidklingenmontagevorrichtung gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei
das Befestigungselement (20) relativ zur Schneidklinge (10) drehbar ist.
6. Schneidvorrichtung (200), insbesondere Ultraschall-Schneidvorrichtung, umfassend:
einen Antrieb zur Erzeugung einer oszillierenden Bewegung,
einen Schneidklingenhalter (210), der eine Schneidklingenaufnahme (211) zur Aufnahme
einer Schneidklinge (10) aufweist, wobei die Schneidklingenaufnahme (211) derart ausgebildet
ist, dass der Antrieb die Schneidklinge (10) antreiben kann,
wobei der Schneidklingenhalter (210) eine Struktur, insbesondere ein Gewinde (213),
aufweist, an der zur Befestigung eines eine Schneidklinge (10) aufnehmenden Befestigungselements
(20) anbringbar ist.
7. Schneidvorrichtung (200) gemäß Anspruch 6, wobei das Gewinde (213) des Schneidklingenhalters
(210) ein Außengewinde ist.
8. Schneidvorrichtung (200) gemäß Anspruch 6 oder 7, wobei an einem äußersten Abschnitt
des Schneidklingenhalters (210) ein Anlageabschnitt (212) vorgesehen ist, der als
Anschlag für einen Vorsprung (12) der Schneidklinge (10) ausgebildet ist.
9. Magazin (100) für zumindest eine Schneidklinge (10), umfassend:
einen Schneidklingenträger (105), der zur Aufnahme eines Befestigungselements (20)
für eine Schneidklinge (10) ausgebildet ist, und
ein Antriebselement (115), das eingerichtet ist, eine Befestigung des Befestigungselements
(20) an einer Schneidvorrichtung (200) zu bewirken.
10. Magazin (100) gemäß Anspruch 9, ferner umfassend ein Nachführelement, insbesondere
eine Feder (104), das mit dem Schneidklingenträger (105) in Kontakt steht.
11. Magazin (100) gemäß Anspruch 9 oder 10, wobei der Schneidklingenträger (105) ein erstes
Bauteil (106) und ein zweites Bauteil (107) aufweist, die relativ zueinander beweglich
sind, wobei das Nachführelement am ersten Bauteil (106) angreift, um das erste Bauteil
(106) des Schneidklingenträgers (105) in einer axialen Richtung (A) zu bewegen.
12. Magazin (100) gemäß einem der Ansprüche 9-11, wobei das Antriebselement (115) ein
Zahnrad ist.
13. Magazin (100) gemäß einem der Ansprüche 9-12, ferner umfassend ein Antriebselement
(110) sowie eine Welle (11), die miteinander verbunden sind, wobei das Antriebselement
(115) an der Welle (111) befestigt ist, wobei bevorzugt ist, dass sich die Welle in
einer zur axialen Richtung (A) parallelen Richtung erstreckt.
14. Magazin (100) gemäß einem der Ansprüche 9-13, ferner umfassend ein Gegenlager (103),
das derart angeordnet ist, dass das Befestigungselement (20) zwischen dem Gegenlager
(103) und dem Antriebselement (115) aufgenommen ist.
15. Verfahren zum Wechsel einer Schneidklinge, umfassend die Schritte:
Ausrichten einer Schneidvorrichtung (200) relativ zu einem Magazin (100), sodass eine
Schneidklinge durch einen Schneidklingenhalter (210) der Schneidvorrichtung (200)
aufnehmbar ist, und
Befestigen der Schneidklinge an einem Schneidklingenhalter (210) der Schneidvorrichtung
(200) mittels eines angetriebenen Befestigungselements (20).
16. Verfahren gemäß Anspruch 15, wobei das Befestigungselement zum Befestigen der Schneidklinge
in eine Drehbewegung versetzt wird.
17. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 15-16, wobei vor dem Befestigen der Schneidklinge
eine bereits an der Schneidvorrichtung befestigte Schneidklinge entnommen und im Magazin
aufgenommen wird.