Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bearbeitung einer Rakel, insbesondere einer
Rakel zum Abrakeln von Druckfarbe auf einem Druckzylinder, umfassend einen flachen
und länglichen Grundkörper aus Kohlenstoffstahl mit einem Befestigungsbereich und
einer in einer longitudinalen Richtung ausgebildeten Arbeitskante. Weiter bezieht
sich die Erfindung auf eine Rakel mit einer zumindest in einem Abschnitt bearbeiteten
Arbeitskante.
Stand der Technik
[0002] Rakel werden in der Druckindustrie als auch bei der Papierherstellung eingesetzt.
[0003] In der Druckindustrie kommen Rakel insbesondere zum Abstreichen überschüssiger Druckfarbe
von den Oberflächen auf Druckzylindern bzw. Druckwalzen zum Einsatz. Besonders beim
Tiefdruck und Flexodruck hat die Qualität der Rakel einen entscheidenden Einfluss
auf das Druckergebnis. Unebenheiten oder Unregelmässigkeiten der mit dem Druckzylinder
in Kontakt stehenden Arbeitskanten der Rakel führen z. B. zu einer unvollständigen
Abstreifung der Druckfarbe von den Stegen der Druckzylinder. Dadurch kann es auf dem
Druckträger zu einer unkontrollierten Abgabe von Druckfarbe kommen.
[0004] Die Arbeitskanten der Rakel sind während dem Abstreifen an die Oberflächen der Druckzylinder
oder Druckwalzen angepresst und werden relativ zu diesen bewegt. Somit sind die Arbeitskanten,
insbesondere bei Rotationsdruckmaschinen, einerseits hohen mechanischen Belastungen
ausgesetzt, welche einen entsprechenden Verschleiss mit sich bringen - anderseits
werden hohe Ansprüche an die Arbeitskanten der Rakel gestellt, so dass über einen
möglichst langen Anwendungszeitraum ein präzises Abstreifen sichergestellt ist. Rakel
sind daher grundsätzlich Verbrauchsgegenstände, welche periodisch ausgetauscht werden
müssen. Damit gilt es insbesondere bei gleichbleibend hoher Qualität der Rakel die
Herstellungskosten tief und die Lebensdauer gleichzeitig möglichst hoch zu halten.
[0005] Rakel basieren meist auf einem Rakelkörper aus Stahl oder Kunststoff mit einer speziell
ausgeformten Arbeitskante. Um die Lebensdauer der Rakel zu verbessern, können die
Arbeitskanten der Rakel bezüglich der Härte eingestellt und/oder mit Beschichtungen
aus Kunststoffen, Lacken, Metallen und/oder Hartstoffen versehen werden. Der strukturelle
und stoffliche Aufbau der Rakel beeinflusst dabei die mechanischen und tribologischen
Eigenschaften massgeblich.
[0006] Eine solche Rakel wird zum Beispiel in der
EP 0 911 157 B1 beschrieben. Diese betrifft eine Rakel zum Abrakeln überflüssiger Druckfarbe von
der Oberfläche einer Druckform. Um die Abnützung der mit der Rakel im Kontakt stehenden
Oberfläche der Druckform möglichst zu vermindern, wird die Lamelle und auch der an
die Lamelle anschliessende Bereich des hinteren Rakelteiles über die gesamte Rakellänge
mit einer Beschichtung versehen, die aus Schmierstoff besteht oder zumindest Schmierstoffpartikel
aufweist. Die Beschichtung kann ein Trägermaterial umfassen, in welchem sowohl Schmierstoffpartikel
als auch Partikel eines verschleissfesten Materials eingebettet sind.
[0007] Die
DE 10 2013 011 275 A1 beschreibt ein Rakelblatt, welches an der Aussenfläche im Bereich der Arbeitskante
einen der Druckwalze zugwandten Abschnitt mit einer druckfarbenfreundlichen Oberfläche
aufweist und einen daran anschliessenden weiteren Abschnitt, welcher eine druckfarbenabweisende
Eigenschaft aufweist. Damit spreitet die Druckfarbe auf dem druckfarbenfreundlicheren
Abschnitt besser, so dass die Druckqualität erhöht werden kann. Die beiden Abschnitte
können durch eine Bearbeitung des Materials des Grundkörpers hergestellt werden, beispielsweise
kann der druckfarbenfreundliche Abschnitt durch Sandstrahlen, Ätzen, Lasergravur,
Elektronenstrahlbestrahlung oder Schleifen aufgeraut werden, um seine die Druckfarbe
anziehende Eigenschaft zu erzeugen oder zu verstärken.
[0008] Derartig Rakel vermögen jedoch in Bezug auf die Herstellungskosten und die Präzision
beim Abstreichen nach wie vor nicht vollständig zu befriedigen.
[0009] In der Papierindustrie werden Rakel je nach Anwendung insbesondere auch als Streichmesser,
Streichklingen oder Beschichtungsmesser bezeichnet. Mit einem Streichmesser oder Streichrakel
kann z.B. überflüssige Streichfarbe (beispielsweise Pigmente, Bindemittel, Additive,
etc.) von einem Papiersubstrat oder einer Papierbahn entfernt werden. Wie in der Druckindustrie
kann die Lebensdauer der Streichmesser, Streichklingen oder Beschichtungsmesser verbessert
werden, indem die Arbeitskanten modifiziert werden.
[0010] Die
WO 2006/007984 A1 beschreibt z.B. kaltgewalzte Stahlbänder die zur Herstellung von Streichmessern,
Auftragsmessern und Kreppschabern verwendet werden, welche eine verbesserte Lebensdauer
aufweisen. Dies wird durch eine spezielle Stahlzusammensetzung und die Verwendung
eines pulvermetallischen Verfahrens erreicht, welches zu einer Zusammensetzung mit
einem hohen Karbidanteil führt. Zudem kann die die Arbeitskante durch einen Laserstrahl
gehärtet werden.
[0011] Weiter beschreibt die
WO 92/06796 A1 Rakelelemente, welche insbesondere zum Steichen von Papier oder Karton ausgelegt
sind. Dabei ist eine spezielle Klingenausgestaltung vorgesehen, welche eine grössere
Variation der Anpresskräfte ermöglicht, um einen grösseren Strichgewichtsbereich aufzubringen.
Erwähnt ist auch, die Klinge im Bereich der Dosierfasenfläche zusätzlich durch eine
Anlaufhärtung oder Laserhärtung zu härten, um den Elastizitätsmodul zu erhöhen. Hierbei
sollte die Härte an der Oberfläche geringer sein als in den darunter liegenden Bereichen,
damit sich die Klinge in der Einschleifphase besser an das Papier oder die Gegenwalze
anpassen kann. Ebenfalls erwähnt ist das Einbringen von Querschnittsveränderungen
an der Klinge in Form Nuten, welche u.a. auch durch Laserlicht erzeugt werden können.
[0012] Auch im Bereich der Rakel für die Papierindustrie oder für die Papierherstellung
vermögen die bekannten Systeme jedoch nicht vollständig zu überzeugen.
[0013] Es besteht daher nach wie vor Bedarf nach verbesserten Rakeln für die Drucktechnik
als auch für die Papierherstellung, welche die vorstehend genannten Nachteile weniger
oder gar nicht aufweisen.
Darstellung der Erfindung
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es, dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörende
und verbesserte Verfahren zur Herstellung von Rakeln für die Drucktechnik als auch
für die Papierherstellung bereitzustellen. Im Besonderen sollen Verfahren geschaffen
werden, welche eine möglichst wirtschaftliche Herstellung von Rakeln ermöglicht. Weiter
ist es eine Aufgabe der Erfindung, vorteilhafte Rakel bereitzustellen, welche sich
möglichst wirtschaftlich herstellen lassen und bei Anwendungen in der Drucktechnik
oder bei der Papierherstellung eine möglichst gute Verschleissfestigkeit aufweisen.
Insbesondere sollen die Rakel gleichzeitig ein möglichst präzises Abstreichen von
Druck- oder Streichfarbe ermöglichen.
[0015] Diese Aufgaben werden durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1 und 10 gelöst.
[0016] In einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Bearbeitung einer
Rakel, umfassend einen flachen und länglichen Grundkörper aus Kohlenstoffstahl mit
einem Befestigungsbereich und einer in einer longitudinalen Richtung ausgebildeten
Arbeitskante, wobei eine Randschicht der Arbeitskante der Rakel zumindest in einem
zu bearbeitenden Abschnitt mit einem Laserlichtstrahl gehärtet wird.
[0017] Der Begriff "Rakel" ist vorliegend breit zu verstehen und umfasst sowohl Rakel für
Anwendungen in der Druckindustrie als auch in der Papierindustrie. Insbesondere handelt
es sich bei den Rakeln um Druckrakel, Streichmesser, Streichklingen und/oder Beschichtungsmesser.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Rakel eine Druckrakel, welche
im Speziellen zum Abrakeln von Druckfarbe auf einem Druckzylinder vorgesehen ist.
[0018] Der Ausdruck "Rakel" beinhaltet sowohl einzelne und gebrauchsfertig abgelängte Rakel
als auch sogenannte Endlos-Rakelbänder, welche insbesondere später zu mehreren einzelnen
Rakeln abgelängt werden können. "Endlos-Rakelbänder" meinen in diesem Zusammenhang
Rakelbänder mit einer Länge von mindestens 5 m, insbesondere mindestens 10 m, im Speziellen
mindestens 50 m. Beispielsweise kann das Rakelband eine Länge von 100 m aufweisen.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird das erfindungsgemässe Verfahren
mit Endlos-Rakelbändern durchgeführt.
[0019] "Kohlenstoffstahl" wird auch als C-Stahl bezeichnet und ist gemäss Norm DIN EN 10020:2000
als unlegierter Qualitätsstahl definiert. Im Besonderen verfügt diese Stahlsorte über
einen Kohlenstoffgehalt von 0.2 bis 0.65 Gew.-%. Die Anteile von weiteren Legierungsbestandteilen
liegen jeweils unterhalb eines durch die Norm vorgegebenen Grenzwerts. Insbesondere
verfügt der Kohlenstoffstahl über folgende Grenzwerte oder Maximalanteile: Aluminium:
0.30 Gew.-%, Bor: 0.0008 Gew.-%, Bismut: 0.10 Gew.-%, Cobalt:0.30 Gew.-%, Chrom: 0.30
Gew.-%, Kupfer: 0.40 Gew.-%, Lanthanide (einzeln gewertet): 0.10 Gew.-%, Mangan: 1.65
Gew.-%, Molybdän: 0.08 Gew.-%, Niob: 0.06 Gew.-%, Nickel: 0.30 Gew.-%, Blei: 0.40
Gew.-%, Selen: 0.10 Gew.-%, Silizium: 0.60 Gew.-%, Tellur: 0.10 Gew.-%, Titan: 0.05
Gew.-%, Vanadium: 0.10 Gew.-%, Wolfram: 0.30 Gew.-%, sonstige (ohne C; P; S und N)
jeweils 0.10 Gew.-%.
[0020] Als "Härte" wird vorliegend die nach Norm DIN EN ISO 6507-1:2018 bis -4:2018 bestimmte
Vickershärte bezeichnet.
[0021] Wie es sich gezeigt hat, kann durch Verwendung eines Laserlichtstrahls ein zeitlich
als auch örtlich kontrollierter Energieeintrag in den zu bearbeitenden Abschnitt der
Rakel aus herkömmlichem Kohlenstoffstahl erreicht werden. Damit wird im Gegensatz
zu anderen Härtungsverfahren eine lokal begrenzte Härtung ermöglicht. Dies zudem ohne
dass teure Legierungsstähle verwendet werden müssten. Rakel aus Kohlenstoffstahl lassen
sich einerseits gut durch Laserlichtstrahlen härten und verfügen andererseits über
ausgezeichnete mechanische Eigenschaften bei Anwendungen in der Drucktechnik und der
Papierherstellung.
[0022] Die Härtung mit einem Laserlichtstrahl ermöglicht es insbesondere, den Grundkörper
der Rakel unverändert zu belassen und lediglich die Arbeitskante an den gewünschten
Stellen zu bearbeiten. Der zu bearbeitende Abschnitt der Rakel kann vom Randbereich
her bis in tiefere Bereiche unterhalb der Oberfläche gehärtet werden. Je nach Prozessparametern
und Struktur der Rakel können dabei lediglich der Randbereich gehärtet werden oder
die darunter liegenden Bereiche der Rakel werden ebenfalls gehärtet. Damit lassen
sich die mechanischen Eigenschaften der Rakel gezielt anpassen und steuern.
[0023] Während dem Bearbeitungsvorgang kann aufgrund der gezielten Bearbeitung mit Laserlichtstrahlen
der Energieeintrag derart kontrolliert werden, dass trotz der Härtung verhindert wird,
dass es zu unerwünschten Verformungen der Rakel während dem Bearbeiten bzw. der Härtevorgang
kommt. Dies ist einer der grossen Vorteile der vorliegenden Erfindung. Entsprechend
verfügen die Rakel auch nach dem Bearbeitungsvorgang über klar definierte Arbeitskanten.
[0024] Das Verfahren ist zudem sehr flexibel, da dieses durch Anpassung der Prozessparameter
für verschiedene Rakeltypen oder Rakelgeometrien verwendet werden kann. Aufgrund der
Möglichkeit der Bearbeitung von Endlos-Rakelbändern erlaubt das Verfahren des Weiteren
eine sehr wirtschaftliche Bearbeitung der Rakel, da die Rakel z.B. direkt nach der
Produktion in einem weiteren Prozessschritt gehärtet werden können.
[0025] Besonders bevorzugt wird der Laserlichtstrahl während der Bearbeitung kontinuierlich
über den zu bearbeitenden Abschnitt auf der Arbeitskante bewegt.
[0026] "Kontinuierlich bewegt" meint vorliegend, dass Laserlichtstrahl während der Bearbeitung
ohne Unterbruch, bevorzugt mit gleichbleibender Geschwindigkeit, über den gesamten
zu bearbeitenden Bereich der Arbeitskante bewegt wird.
[0027] Die Bewegung des Laserlichtstrahls über den zu bearbeitenden Abschnitt kann prinzipiell
(i) durch eine räumliche Bewegung der Rakel bei fixiertem Laserlichtstrahl, (ii) durch
eine räumliche Bewegung des Laserstrahls, beispielsweise durch eine Umlenkoptik, bei
fixierter Rakel oder (iii) durch eine gleichzeitige räumliche Bewegung von Rakel und
Laserstrahl erreicht werden.
[0028] Wie es sich gezeigt hat, kann durch die kontinuierliche Bewegung des Laserlichtstrahls
über den zu bearbeitenden Abschnitt auf der Arbeitskante ein besonders gleichmässiger
Energieeintrag in den zu bearbeitenden Abschnitt der Rakel erreicht werden. Zugleich
kann durch die kontinuierliche Relativbewegung ein stabiles Gleichgewicht zwischen
Energieeintrag und Wärmeabfuhr erreicht werden, z.B. über die nicht bearbeiteten Bereiche
der Rakel, über Wärmeabstrahlung und/oder durch zusätzliche Kühlvorrichtungen. Damit
kann zusätzlich verhindert werden, dass es zu unerwünschten Verformungen der Rakel
während dem Bearbeiten bzw. der Härtevorgang kommt.
[0029] Gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform werden die Prozessparameter und/oder die
Bewegung des Laserlichtstrahls während der Bearbeitung über den zu bearbeitenden Abschnitt
auf der Arbeitskante derart kontrolliert, dass eine Verformung der Rakel reduziert
oder verhindert wird.
[0030] Bevorzugt beträgt eine Relativgeschwindigkeit zwischen Laserlichtstrahl und Arbeitskante
in longitudinaler Richtung während dem Bearbeiten 0.5 - 5 m/min, insbesondere 0.8
- 4 m/min. Dies ermöglicht eine schnelle aber dennoch zuverlässige Bearbeitung der
Arbeitskante.
[0031] Eine Leistung des Laserlichtstrahls liegt bevorzugt bei 5 - 50 W, insbesondere 10
- 30 W liegt. Damit lassen sich die typischerweise für Rakel verwendeten Materialen,
wie z.B. Stahl, gut härten. Für andere Materialen oder spezielle Rakel können aber
auch geringere oder grössere Leistungen geeignet sein.
[0032] Besonders bevorzugt handelt es sich beim Licht des Laserlichtstrahls um UV-Licht,
sichtbares Licht oder Infrarotstrahlung. Eine Wellenlänge des Lichts liegt beispielsweise
im Bereich von 150 nm - 3 µm, bevorzugt, 400 nm - 2.5 µm, im Besonderen 500 nm - 1.5
µm. Insbesondere bei geringen Wellenlängen kann die Oberfläche der Arbeitskante bei
der Bearbeitung durch Ablation zusätzlich strukturiert werden. Höhere Wellenlängen
sind besonders geeignet für den Fall, dass keine zusätzliche Strukturierung oder eine
ablationsfreie Strukturierung erwünscht ist.
[0033] Gemäss einer möglichen Ausführungsform handelt es sich beim Laserlichtstrahl um einen
Dauerstrich-Laserlichtstrahl. Ein Dauerstrich-Laserlichtstrahl, auch "Continous-Wave
Laserlichtstrahl" genannt, besteht aus Lichtwellen mit zeitlich konstanter Intensität.
Dabei kann z.B. ein Diodenlaser oder ein Faserlaser verwendet werden.
[0034] Mit einem Dauerstrich-Laserlichtstrahl lassen sich im Besonderen grössere Abschnitte
der Arbeitskante in kurzer Zeit gleichmässig härten. Ebenso lassen sich mehrere Rakel
parallel härten, wenn der Fokus des Laserlichtstrahls ausreichend gross eingestellt
wird.
[0035] In einer vorteilhaften Ausführungsform beträgt der Fokus des kontinuierlichen Dauerstrich-Laserlichtstrahls
auf der Rakel beispielsweise 1 - 10 mm × 1 - 10 mm, insbesondere 2 - 5 mm × 5 - 8
mm.
[0036] Gemäss einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich beim Laserlichtstrahl
um einen gepulsten Lichtlaserstrahl. Ein gepulster Lichtlaserstrahl verfügt über eine
pulsierende Intensität der Lichtwellen.
[0037] Wie es sich überraschend herausgestellt hat, bietet die Verwendung von gepulsten
Lichtlaserstrahlen vorliegend mehrere Vorteile. So kann der Energieeintrag in den
zu bearbeitenden Abschnitt präziser kontrolliert werden. Damit lässt sich beispielsweise
gezielt die Randschicht härten, während die darunter liegenden Bereiche die ursprüngliche
Härte behalten. Auch möglich ist z.B. die Ausbildung einer graduellen Abnahme der
Härte vom Randbereich in Richtung der darunter liegenden Bereiche. Dies ohne, dass
es zu einer signifikanten Verformung der Rakel kommt.
[0038] Des Weiteren ermöglicht die Verwendung eines gepulsten Lichtlaserstrahls eine gezielte
Strukturierung der Oberfläche der Arbeitskante. Damit lässt sich z.B. die Oberflächenspannung
der Arbeitskante gezielt einstellen, insbesondere reduzieren. Wie es sich gezeigt
hat, führt dies im Zusammenspiel mit der gesteigerten Härte zu einer starken Steigerung
der Verschleissfestigkeit der Rakel bei zugleich verbesserten Abstreicheigenschaften.
[0039] Ohne an die Theorie gebunden zu sein, wird davon ausgegangen, dass die Strukturierung
der Oberfläche im Zusammenspiel mit der gesteigerten Härte im Druckverfahren zu einer
reduzierten Systemreibung zwischen Rakel, Zylinder und Druckfarbe führt. Als Grund
hierfür wird vermutet, dass durch die Strukturierung der Oberfläche eine Reduzierung
der Oberflächenspannung resultiert, was wiederum dazu führen dürfte, dass die Moleküle
der Druckfarbe stärker miteinander in Wechselwirkung treten als mit der Arbeitskante
der Rakel. Resultierend daraus scheint sich eine geringere Flüssigkeitsreibung zwischen
Rakel und Druckfarbe zu ergeben.
[0040] Ebenfalls konnten negative anwendungstechnische Effekte, welche beim Druckvorgang
zwischen Rakel und Druckfarbe entstehen, minimiert werden. Im Speziellen konnten sämtliche
anwendungstechnisch auftretenden Fehler minimiert werden, welche durch den Barus-
Effekt und den Coanda- Effekt hervorgerufen werden.
[0041] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform werden die Pulsparameter des gepulsten Laserlichtstrahls
so gewählt, dass lokal eine Härtung der Randschicht bewirkt wird und/oder periodisch
verteilte Vertiefungen und/oder Erhebungen in der Oberfläche der Randschicht gebildet
werden. Besonders bevorzugt wird sowohl die Randschicht gehärtet als auch die Oberfläche
durch periodisch verteilte Vertiefungen und/oder Erhebungen strukturiert.
[0042] Besonders bevorzugt wird das Verfahren derart durchgeführt, dass der Laserlichtstrahl
die Arbeitskante der Rakel zumindest im zu bearbeitenden Abschnitt abtastet, insbesondere
in wenigstens zwei senkrecht zueinander stehenden Raumrichtungen. Damit lassen sich
gezielt Strukturierungen in die Arbeitskante einbringen und die Härte erhöhen. Das
Abtasten kann z.B. durch X-Ablenkeinheiten zur Ablenkung und Fokussierung von Laserstrahlen
in einer Dimension oder durch XY-Ablenkeinheiten zur Ablenkung und Fokussierung von
Laserstrahlen in zwei Dimensionen erreicht werden. Geeignet sind z.B. sogenannte Galvanometer-Scanner
mit Spiegeln.
[0043] Eine Tastgeschwindigkeit des Laserlichtstrahls liegt bevorzugt bei 1'000 - 10'000
mm/s.
[0044] Eine Repetitionsrate der Laserpulse liegt beispielsweise bei 100 - 500 kHz.
[0045] Ein Fokusdurchmesser des gepulsten Laserlichtstahls am Auftreffpunkt auf der Rakel
beträgt mit Vorteil 1 - 100 µm, insbesondere 10 - 50 µm. Damit lassen sich auch relativ
feine Strukturen in den Oberflächen der Arbeitskante erzeugen und die Härtung der
Arbeitskante lässt sich räumlich sehr genau definieren.
[0046] Bevorzugt wird das Verfahren durch eine Steuereinheit kontrolliert, wobei die Steuereinheit
die Relativgeschwindigkeit zwischen Laserlichtstrahl und Arbeitskante, die Tastgeschwindigkeit,
der Pulsdauer und/oder die Repetitionsrate des Laserlichtstrahls aufeinander abstimmt
und kontrolliert.
[0047] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform wird die Arbeitskante der Rakel derart mit
dem Laserlichtstrahl bearbeitet, dass eine, einer bearbeiteten Seite der Arbeitskante
gegenüberliegende Seite unbearbeitet bleibt. Mit anderen Worten wird die Rakel an
einer ersten Seite und allenfalls stirnseitig bearbeitet, nicht aber an der der ersten
Seite gegenüber liegenden zweiten Seite der Arbeitskante.
[0048] Wie sich gezeigt hat, kann die Seite der Arbeitskante welche zuerst mit dem Laser
strukturiert und/oder gehärtet wurde bei der Bearbeitung der gegenüberliegenden Seite
durch den erneuten Eintrag von thermischer Energie in das Substrat zuvor gewonnene
Härte zumindest teilweise wieder verlieren.
[0049] Zur Umgehung dieses Effekts können beide Seiten simultan bearbeitet werden, so dass
der Energieeintrag auf zeitlicher Ebene gleichmässig verteilt wird. In diesem Fall
kann es nützlich sein, den Energieeintrag zu senken und/oder die Relativgeschwindigkeit
zwischen Laserlichtstrahl und Arbeitskante zu erhöhen, um Verformungen der Rakel zu
vermeiden. Dies hat jedoch den Nachteil, dass die Oberflächenstrukturierung und die
Randschichttiefe nur beschränkt kontrolliert werden können. Dieser Nachteil kann hingegen
durch Verwendung eines Kühlsystems neutralisiert werden.
[0050] Verformungen bei simultaner Bearbeitung der beiden Seiten der Arbeitskante dürften
darauf zurückzuführen sein, dass der beidseitige, simultan ablaufende Energieeintrag
von thermischer Energie in das Substrat doppelt so hoch ist wie der vergleichbare
zeitlich versetzte Eintrag von Energie in das Substrat.
[0051] Empirisch gewonnene Daten zeigen aber, dass eine einseitige Oberflächenstrukturierung
und/oder Randschichthärtung der Arbeitskante hinsichtlich Verschleissfestigkeit und
Abstreifverhalten völlig ausreichend ist, wenn die dem Druckzylinder zugwandte Seite
der Arbeitskante erfindungsgemäss bearbeitet wird. Es konnten keinerlei Nachteile
gegenüber einer Rakel mit beidseitiger Behandlung festgestellt werden. Dagegen wird
die Bearbeitung der Rakel deutlich vereinfacht und wirtschaftlicher.
[0052] Gemäss vorteilhaften Verfahren wird die Rakel während der Bearbeitung kontinuierlich
von einer Vorratshaspel abgewickelt, in abgewickeltem Zustand mit dem Laserlichtstrahl
auf der Oberseite oder auf der Unterseite bearbeitet und bevorzugt sodann auf einer
separaten Aufrollhaspel aufgewickelt wird. Dadurch lassen bereits aufgewickelte Endlos-Rakelbänder
zu einem beliebigen Zeitpunkt bearbeiten. Die eigentliche Bearbeitung erfolgt aber
in abgewickelten Zustand, was den Vorteil hat, dass die Arbeitskante allseitig zugänglich
ist.
[0053] Dabei kann es vorteilhaft sein, zwei Rakel parallel nebeneinander je von einer Vorratshaspel
abzuwickeln, in abgewickeltem Zustand parallel nebeneinander zu führen und mit dem
Laserlichtstrahl auf der Oberseite oder auf der Unterseite zu bearbeiten und danach
bevorzugt auf je auf einer separaten Aufrollhaspel aufzuwickeln. Die Rakel werden
dabei bevorzugt so nebeneinander geführt, dass die zu bearbeitenden Arbeitskanten
einander zugewandt sind. Dies hat den Vorteil, dass der Laserlichtstrahl die beiden
Rakeln gleichzeitig bearbeiten kann, wodurch insbesondere der Durchsatz erhöht werden
kann. Prinzipiell können die beiden Rakeln dabei mit identischen oder unterschiedlichen
Parametern bearbeitet werden.
[0054] In einer weiteren und besonders vorteilhaften Ausführungsform wird die Rakel in rollenförmig
aufgewickeltem Zustand bearbeitet. Dabei ist es möglich, die Rakel beispielsweise
auf einen zylindrischen Wickelkörper aufzuwickeln.
[0055] Eine Bearbeitung in einem rollenförmig aufgewickelten Zustand minimiert einerseits
den Platzbedarf. Andererseits bildet die Rakel einen kompakten Körper aus aufeinander
liegenden Lagen. Dies ermöglicht es, die bei der Bearbeitung entstehende Wärme effektiv
zu verteilen und abzuführen, wodurch die Problematik der Verformung reduziert oder
verhindert wird.
[0056] Bevorzugt wird die Rakel spiralförmig aufgewickelt und in Form eines Zylinders vorliegend
aus einer Richtung parallel oder schräg zur Zylinderachse mit dem Laserlichtstrahl
bearbeitet. Damit kann die Rakel insbesondere im Bereich der Stirnseite der Arbeitskante
bearbeitet werden. Im Besonderen ist es dabei auch möglich, mehrere Abschnitte der
Arbeitskante gleichzeitig zu bearbeiten.
[0057] Insbesondere wird die spiralförmig aufgewickelte Rakel während der Bearbeitung um
die Zylinderachse rotiert und bevorzugt zugleich der Laserlichtstrahl entlang einer
Durchmesserlinie der zylinderförmig aufgewickelten Rakel bewegt, insbesondere so,
dass der Laserlichtstrahl die Arbeitskante der aufgewickelten Rakel entlang der gesamten
longitudinalen Länge bearbeitet.
[0058] Gemäss einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform werden zwei separate Rakeln spiralförmig
in Form eines Zylinders gegenläufig ineinander aufgewickelt. Dabei werden die die
beiden Rakel bevorzugt so ausgerichtet, dass die Arbeitskanten der beiden separaten
Rakel im aufgewickelten Zustand voneinander abgewandt sind. Die Arbeitskante der einen
Rakel ist dann Bestandteil der einen Stirnseite des Zylinders, während die Arbeitskante
der zweiten Rakel Bestandteil der gegenüberliegenden Stirnseite des Zylinders ist.
[0059] Bevorzugt werden die beiden Stirnseiten des Zylinders aus einer Richtung parallel
oder schräg zur Zylinderachse mit Laserlichtstrahlen aus zwei separaten Laserlichtquellen
bearbeitet. Damit können beide Rakeln gleichzeitig bearbeitet werden. Hierbei ist
es wiederum möglich, die Bearbeitung der Rakel mit identischen oder unterschiedlichen
Parametern durchzuführen.
[0060] Eine weitere und besonders vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die Rakel
schraubenförmig um die Mantelfläche eines zylindrischen Wickelkerns aufgewickelt ist,
so dass die Arbeitskante der Rakel eine konische Spirale bildet und entlang deren
gesamten aufgewickelten Länge aus einer Richtung senkrecht zur Mantelfläche des Wickelkerns
zumindest teilweise freiliegt. Je nach Steigung der gebildeten konischen Spirale liegt
dabei ein grösserer oder kleiner Teil der Arbeitskante frei.
[0061] Bevorzugt wird die Rakel dabei aus einer Richtung senkrecht oder schräg zur Mantelfläche
mit Laserlicht bearbeitet. Damit kann die Arbeitskante stirnseitig und/oder im Bereich
der Unterseite oder Oberseite der Rakel bearbeitet werden.
[0062] Im Besonderen wird der Wickelkern mit der schraubenlinienförmig aufgewickelten Rakel
während der Bearbeitung um die Zylinderachse rotiert und insbesondere zugleich der
Laserlichtstrahl entlang einer Richtung parallel oder schräg zur Zylinderachse bewegt.
Dies ermöglicht es, dass der Laserlichtstrahl die Arbeitskante der aufgewickelten
Rakel entlang der gesamten longitudinalen Länge bearbeitet.
[0063] Falls ein Wickelkern vorliegt, wird dieser in einer möglichen Ausführungsform während
der Bearbeitung mit dem Laserlichtstrahl gekühlt. Damit kann die Wärmeabfuhr zusätzlich
gesteigert und kontrolliert werden. Zwingend ist eine Kühlung aber nicht.
[0064] Weiter kann es bevorzugt sein, wenn die Arbeitskante der Rakel nach dem Bearbeiten
mit dem Laserlichtstrahl zumindest im bearbeiteten Abschnitt mit einer zusätzlichen
Beschichtung überzogen wird. Beispielweise handelt es sich dabei um eine verschleissmindernde
und/oder eine reibungsreduzierende Beschichtung. Die Beschichtung kann z.B. eine Metallbeschichtung,
eine Hartstoffbeschichtung, eine Keramikbeschichtung oder eine Polymerbeschichtung
sein. Mit derartigen Beschichtungen kann die Rakel weiter für spezielle Anwendungen
angepasst werden. Wie sich überraschend gezeigt hat, kann eine erfindungsgemäss an
der Oberfläche strukturierte Rakel dabei eine Haftschicht und/oder Zwischenlage bilden,
so dass die zusätzliche Beschichtung besser haftet.
[0065] Ein zweiter Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine Rakel, insbesondere zum
Abrakeln von Druckfarbe auf einem Druckzylinder, umfassend einen flachen und länglichen
Grundkörper aus Kohlenstoffstahl mit einem Befestigungsbereich und einer in einer
longitudinalen Richtung ausgebildeten Arbeitskante, wobei die Arbeitskante zumindest
in einem Abschnitt eine durch Laserhärtung erhältliche, gehärtete Randschicht aufweist.
[0066] Insbesondere weist die gehärtete Randschicht eine höhere Härte auf als der Befestigungsbereich
der Rakel.
[0067] Gemäss einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Arbeitskante zusätzlich
zur gehärteten Randschicht einen darunter liegenden inneren Bereich auf, welcher eine
geringere Härte aufweist als die Randschicht. In dieser Ausführungsform ist somit
lediglich die Randschicht der Arbeitskante gehärtet.
[0068] Der Abschnitt der Randschicht mit der höheren Härte besteht im Wesentlichen aus dem
gleichen Material wie die übrigen Bereich des Grundkörpers der Rakel, insbesondere
der Befestigungsbereich und/oder die unter der gehärteten Randschicht liegenden Bereiche
der Arbeitskante. Typischerweise unterscheidet sich der Abschnitt der Randschicht
mit der höheren Härte dadurch von anderen Bereichen, dass das Material eine andere
Gefügestruktur und/oder Mikrostruktur aufweist, welche durch den Laserhärtungsvorgang
erzeugt wurde. Im Besonderen unterscheidet sich die chemische Zusammensetzung des
Materials im Abschnitt der Randschicht mit der höheren Härte nicht wesentlich oder
nicht von der Zusammensetzung der anderen Bereiche.
[0069] Die Rakel ist insbesondere erhältlich durch ein erfindungsgemässes Verfahren wie
es vorstehend beschrieben ist.
[0070] Der Abschnitt der Randschicht mit der höheren Härte ist mit Vorteil durch Laserhärtung
oder durch Bestrahlung des Abschnitts mit einem Laserlichtstrahl, insbesondere einem
gepulsten Laserlichtstrahl, erhältlich oder erzeugt worden. Dabei werden insbesondere
Laserlichtstrahlen verwendet wie sie vorstehend im Zusammenhang mit dem erfindungsgemässen
Verfahren beschrieben sind.
[0071] Eine Härte des Abschnitts der Randschicht mit der höheren Härte ist bevorzugt 1.1
-10 mal, insbesondere 1.5 - 5 mal, so gross ist wie die Härte des darunter liegenden
Bereiches der Arbeitskante und/oder des Befestigungsbereichs.
[0072] Insbesondere weist die Randschicht mit der höheren Härte eine Schichtdicke von 2
- 20 µm, bevorzugt 3 - 10 µm, auf.
[0073] Damit lässt sich die Verschleissfestigkeit der Arbeitskante der Rakel stark erhöhen,
ohne dass die mechanischen Eigenschaften der Rakel beeinträchtigt werden.
[0074] Gemäss einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Oberfläche der äusseren
Randschicht im Abschnitt mit der höheren Härte periodisch angeordnete Vertiefungen
und/oder Erhebungen auf. Besonders bevorzugt sind die periodisch angeordneten Vertiefungen
und/oder Erhebungen über die gesamte Oberfläche der äussersten Randschicht im Abschnitt
mit der höheren Härte verteilt.
[0075] Insbesondere weisen die Vertiefungen und/oder Erhebungen einen mittleren Abstand
(RSm-Wert) von 5 - 100 µm, insbesondere 10 - 50 µm, auf. Die Bestimmung des mittleren
Abstands (RSm-Wert) erfolgt dabei nach der Norm ISO 4287:2010.
[0076] Besonders bevorzugt weist die Oberfläche mit den periodisch verteilten Vertiefungen
und/oder Erhebungen eine Rauigkeit, ausgedrückt als arithmetische mittlere Abweichung
(Ra), von 10 - 500 µm, insbesondere 150 - 300 µm, auf. Die Bestimmung der mittleren
Abweichung (Ra) erfolgt dabei nach der Norm ISO 4287:2010.
[0077] Gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Abschnitt der Randschicht mit
der höheren Härte und, falls vorhanden mit den periodisch verteilten Vertiefungen
und/oder Erhebungen, mit einer zusätzlichen Beschichtung überzogen. Die zusätzliche
Beschichtung ist dabei insbesondere wie vorstehend im Zusammenhang mit dem erfindungsgemässen
Verfahren erläutert aufgebaut und zusammengesetzt.
[0078] Gemäss einer weiteren und besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Abschnitt
der Randschicht mit der höheren Härte und, falls vorhanden, mit den periodisch verteilten
Vertiefungen und/oder Erhebungen, frei von einer zusätzlichen Beschichtung.
[0079] Ein besonderer Vorteil der Kombination von Oberflächenstrukturierung und Randschichthärtung
mit gegenüber konventionellen Schichtsystemen zur Minimierung von Verschleiss ist
folgender: Es erfolgt kein zusätzlicher Materialauftrag, wie bei konventionellen Beschichtungen,
welche immer einen zusätzlichen Materialauftrag erzeugen. Somit können sehr dünne
Lamellen hergestellt werden. Daraus resultieren wiederum kleinere Kontaktzonen, welche
weniger Adhäsion zwischen Rakel und Zylinder erzeugen. Somit wird zusätzlich zur Minimierung
der Flüssigkeitsreibung zwischen Rakel und Farbe, auch die Adhäsion zwischen Rakel
und Zylinder verkleinert. Gleichzeitig schützt die gehärtete Randschicht vor abrasiven
Verschleiss, ohne dabei jedoch die Kontaktzone durch zusätzlichen Materialauftrag
zu vergrössern. Daraus resultiert ebenfalls eine Minimierung der Scherverzähung im
Scherspalt.
[0080] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0081] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Anordnung zum parallelen Bearbeiten von zwei Rakeln in einer Seitenansicht;
- Fig. 2
- die Anordnung aus Fig. 1 von oben;
- Fig. 3
- die erste Anordnung während dem Bearbeitungsvorgang entlang der Linie A - A in Fig.
2;
- Fig. 4
- eine zweite Anordnung zum Bearbeiten einer in Form einer Rolle aufgewickelten Rakel
in einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 5
- den spiralförmigen Verlauf der Arbeitskante der aufgewickelten Rakel aus Fig. 4;
- Fig. 6
- die aufeinanderliegenden Ober- und -Unterseiten der Rakel in der aufgewickelten Rolle
aus Fig. 4;
- Fig. 7
- eine dritte Anordnung zum Bearbeiten einer auf einem hohlzylindrischen Wickelkern
aufgewickelten Rakel in einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 8
- die Anordnung aus Fig. 7 in einer Schnittdarstellung entlang der Linie A - A;
- Fig. 9
- der konisch spiralförmige Verlauf der Arbeitskante der Rakel aus Fig. 7;
- Fig. 10
- eine vierte Anordnung zur gleichzeitigen Bearbeitung von zwei Rakeln, welche von zwei
separaten Spulen über Umlenkspulen spiralförmig in Form eines Zylinders gegenläufig
ineinander aufgewickelt werden in einer Seitenansicht;
- Fig. 11
- die Anordnung aus Fig. 10 in einer Aufsicht entlang der Laufrichtung der einen Rakel;
- Fig. 12
- Die Anordnung der Rakel aus Fig. 10 mit entgegen gesetzt angeordneten Arbeitskanten;
- Fig. 13
- ein Schliffbild der Arbeitskante einer erfindungsgemäss mit einem gepulsten Laser
bearbeiteten Lamellenrakel aus Kohlenstoffstahl;
- Fig. 14
- die Oberfläche der Arbeitskante einer weiteren erfindungsgemäss mit einem gepulsten
Laser bearbeiteten Lamellenrakel aus Kohlenstoffstahl mit kraterförmigen Strukturen;
- Fig. 15
- die Oberfläche der Arbeitskante einer weiteren erfindungsgemäss mit einem gepulsten
Laser bearbeiteten Lamellenrakel aus Kohlenstoffstahl mit schuppenartigen Strukturen;
- Fig. 16
- ein Schliffbild der Arbeitskante einer erfindungsgemäss mit einem kontinuierlichen
Laser bearbeiteten Rakel.
[0082] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0083] Fig. 1 zeigt eine erste Anordnung 10 zum Bearbeiten von Rakeln in einer Seitenansicht.
Fig. 2 zeigt die Anordnung 10 von oben.
[0084] Die Anordnung 10 beinhaltet eine Abwickelhaspel 11 mit zwei Spulen 11a und 11b. Auf
den beiden Spulen 11a und 11b ist je eine Rakel 16a, 16b, z.B. je ein e Lamellenrakel
aus einem Kohlenstoffstahl, aufgewickelt. Zum Läserhärten der Rakel 16a, 16b, werden
die Rakel parallel nebeneinander durch eine Bandreinigungsvorrichtung 13 und danach
an einer Laserbearbeitungsstation 14 vorbei zu einer Aufwickelhaspel 12 geführt. Die
Aufwickelhaspel 12 verfügt über zwei Spulen 12a, 12b zur Aufnahme der Rakel 16a, 16b.
Das Laserbearbeitungssystem 14 beinhaltet eine Laserlichtquelle 14.1, z.B. einen gepulsten
Faserlaser, mit einem nachgeordneten Galvanometer-Scanner, mit welchem sich der Laserstrahl
räumlich bewegen lässt.
[0085] Im Betrieb emittiert das Laserbearbeitungssystem 14 einen Laserlichtstrahl 15, insbesondere
einen gepulsten Laserlichtstrahl, welcher auf die zu bearbeitenden Arbeitskanten 16a.1,
16b.1 der Rakel 16a, 16b trifft. Dabei können die Rakel im Bereich der Arbeitskante
16a.1, 16b.1 gehärtet und bei Bedarf zugleich an der Oberfläche strukturiert werden.
[0086] Fig. 3 zeigt die Anordnung 10 während dem Bearbeitungsvorgang entlang der Linie A
- A in Fig. 2. Die Lamellenrakel 16a, 16b werden dabei an der Unterseite der Arbeitskanten
16a.1, 16b.1 sowie an den daran anschliessenden Stirnseiten bearbeiten.
[0087] Fig. 4 zeigt eine zweite Anordnung 20 zum Bearbeiten einer in Form einer Rolle 21
aufgewickelten Rakel 26 in einer perspektivischen Ansicht.
[0088] Die aufgewickelte Rakel 21 wird zum Bearbeiten um die Zylinderachse der Rolle 21
rotiert und aus einer Richtung parallel zur Zylinderachse durch einen aus der dem
Laserbearbeitungssystem 24 austretenden Laserlichtstrahl 25 bearbeitet. Das Laserbearbeitungssystem
24 beinhaltet eine Laserlichtquelle 24.1, z.B. eine gepulste Laserlichtquelle, sowie
eine Bewegungsvorrichtung 24.2 zum Verschieben der Laserlichtquelle 24.1 entlang des
Durchmessers der Rolle 21.
[0089] Fig. 5 zeigt den spiralförmigen Verlauf der Arbeitskante 26.1 der aufgewickelten
Rakel 26. Die Ober- und -Unterseiten der Rakel 26 liegen dabei wie in Fig. 6 gezeigt
direkt aufeinander, so dass die Arbeitskante 26.1 der Rakel 26 nach oben zeigt. Durch
eine Rotation der Rakel 26 bzw. der Rolle 21 und zugleich einer Bewegung des Laserbearbeitungssystems
24 entlang des Durchmessers der Rolle 21 kann die Arbeitskante 26.1 entlang deren
gesamten Länge stirnseitig bearbeitet werden.
[0090] Fig. 7 zeigt eine dritte Anordnung 30 zum Bearbeiten einer auf einem hohlzylindrischen
Wickelkern 31 aufgewickelten Rakel 36 in einer perspektivischen Ansicht.
[0091] Die aufgewickelte Rakel 36 wird zum Bearbeiten um die Zylinderachse des Wickelkern
31 rotiert und aus einer Richtung senkrecht zur Zylinderachse bzw. der Mantelfläche
des Wickelkerns 31 durch einen aus einem Laserbearbeitungssystem 34 austretenden Laserlichtstrahl
35 bearbeitet. Das Laserbearbeitungssystem 34 beinhaltet eine Laserlichtquelle 34.1,
z.B. eine gepulste Laserlichtquelle, sowie eine Bewegungsvorrichtung 34.2 zum Verschieben
der Laserlichtquelle 34.1 parallel zur Drehachse des Wickelkerns 31.
[0092] Die Rakel 36 ist so aufgewickelt, dass die Arbeitskante 36.1 der Rakel 36 eine konische
Spirale bildet und entlang deren gesamten aufgewickelten Länge aus einer Richtung
senkrecht zur Mantelfläche des Wickelkerns 31 zumindest teilweise freiliegt. Fig.
8 zeigt zur Verdeutlichung der Anordnung einen Schnitt entlang der Linie A - A aus
Fig. 7. Der konisch spiralförmige Verlauf der Arbeitskante 36.1 ist in Fig. 9 schematisch
dargestellt.
[0093] Durch eine Rotation des Wickelkerns 36 und zugleich einer Bewegung des Laserbearbeitungssystems
34 parallel zur Drehachse des Wickelkerns 31 kann die Arbeitskante 36.1 der Rakel
36 entlang deren gesamten Länge an der Unterseite sowie der schräg stehenden Stirnseite
bearbeitet werden.
[0094] Fig. 10 zeigt eine vierte Anordnung 40 zur gleichzeitigen Bearbeitung von zwei Rakeln
46a, 46b, welche von zwei separaten Spulen 41a, 41b über Umlenkspulen 47a, 47b spiralförmig
in Form eines Zylinders 42 gegenläufig ineinander aufgewickelt werden. Dabei werden
die beiden Rakel 46a, 46b so ausgerichtet, dass die Arbeitskanten 46a.1, 46b.1 der
beiden Rakel im aufgewickelten Zustand voneinander abgewandt sind. Dies ist in Fig.
12 dargestellt.
[0095] Die in Form des Zylinders 42 aufgewickelte Rakel 46a, 46b werden zum Bearbeiten um
die Zylinderachse rotiert und aus entgegen gesetzten Richtungen je durch ein aus einem
Laserbearbeitungssystem 44a, 44b austretenden Laserlichtstrahl 45a, 45b bearbeitet.
Die Laserbearbeitungssysteme 44a, 44b beinhalten je eine Laserlichtquelle, z.B. eine
gepulste Laserlichtquelle, sowie eine Bewegungsvorrichtung zum Verschieben der Laserlichtquelle
entlang einer Richtung parallel zum Durchmesser des Zylinders 21 (angedeutet durch
Pfeile).
[0096] Durch eine Rotation des Zylinders 41 und zugleich einer Bewegung der Laserbearbeitungssysteme
44a, 44b entlang der Richtung parallel zum Durchmesser des Zylinders 21 können die
Arbeitskanten 46a.1, 46b.1 der beiden Rakel 46a, 46b unabhängig voneinander entlang
deren gesamten Länge an den Stirnseiten bearbeitet werden.
[0097] Fig. 13 zeigt ein Schliffbild der Arbeitskante einer erfindungsgemäss mit einem gepulsten
Laser bearbeiteten Lamellenrakel aus Kohlenstoffstahl. Für die Bearbeitung wurde gepulstes
Laserlicht mit einer Wellenlänge von 1'064 nm, eines Pulsdauer von 500 ns, einer Leistung
von 20 Watt, einem Fokusdurchmesser von 30 µm und einer Scangeschwindigkeit von 3'500
mm/s verwendet. Der Arbeitsabstand zwischen Rakel und Laserlichtquelle betrug 176
mm und die Relativgeschwindigkeit zwischen Laserlichtstrahl und Arbeitskante in longitudinaler
Richtung 1 m/min.
[0098] Wie aus Fig. 13 ersichtlich ist, verfügt die Rakel an der bearbeiteten Unterseite
(in Fig. 13 oben) und an der Stirnseite über eine mehrere Mikrometer dicke Randschicht,
welche ein feinkörniges Gefüge aufweist (heller Bereich in Fig. 13). Härtemessungen
haben gezeigt, dass die Härte der Randschicht bei ca. 900 HV 0.2 (Vickers-Härte) und
damit deutlich höher als die darunter liegenden Bereiche des Grundkörpers der Rakel
(ca. 650 HV 0.2) liegt.
[0099] Fig. 14 zeigt die Oberfläche der Arbeitskante einer weiteren erfindungsgemäss mit
einem gepulsten Laser bearbeiteten Lamellenrakel aus Kohlenstoffstahl. Für die Bearbeitung
wurde gepulstes Laserlicht mit einer Wellenlänge von 1'064 nm, eines Pulsdauer von
500 ns, einer Leistung von 20 Watt, einem Fokusdurchmesser von 30 µm und einer Scangeschwindigkeit
von 6'000 mm/s verwendet. Der Arbeitsabstand zwischen Rakel und Laserlichtquelle betrug
176 mm und die Relativgeschwindigkeit zwischen Laserlichtstrahl und Arbeitskante in
longitudinaler Richtung 2 m/min.
[0100] Deutlich zu erkennen sind die kraterförmigen, periodisch verteilten Vertiefungen
und Erhebungen in der Oberfläche. Die Vertiefungen und Erhebungen weisen einen mittleren
Abstand (RSm-Wert) nach ISO 4287:2010 von ca. 30 µm auf, während die Rauigkeit, ausgedrückt
als arithmetische mittlere Abweichung (Ra), nach ISO 4287:2010 bei ca. 22 µm liegt.
[0101] Fig. 15 zeigt die Oberfläche der Arbeitskante einer weiteren erfindungsgemäss mit
einem gepulsten Laser bearbeiteten Lamellenrakel aus Kohlenstoffstahl. Für die Bearbeitung
wurde gepulstes Laserlicht mit einer Wellenlänge von 1'064 nm, eines Pulsdauer von
556 ns, einer Leistung von 20 Watt, einem Fokusdurchmesser von 30 µm und einer Scangeschwindigkeit
von 7'000 mm/s verwendet. Der Arbeitsabstand zwischen Rakel und Laserlichtquelle betrug
176 mm und die Relativgeschwindigkeit zwischen Laserlichtstrahl und Arbeitskante in
longitudinaler Richtung 1 m/min.
[0102] Deutlich zu erkennen sind die schuppenartigen, periodisch verteilten Vertiefungen
und Erhebungen in der Oberfläche. Die Vertiefungen und Erhebungen weisen einen mittleren
Abstand (RSm-Wert) nach ISO 4287:2010 von ca. 32 µm auf, während die Rauigkeit, ausgedrückt
als arithmetische mittlere Abweichung (Ra), nach ISO 4287:2010 bei ca. 29 µm liegt.
[0103] Fig. 16 zeigt ein Schliffbild der Arbeitskante einer erfindungsgemäss mit einem kontinuierlichen
Laser bearbeiteten Lamellenrakel aus Kohlenstoffstahl. Für die Bearbeitung wurde kontinuierliches
Laserlicht mit einer Leistung von 60 Watt, einem Fokusdurchmesser von 1'500 µm und
einer Scangeschwindigkeit von 80 mm/s verwendet. Wie aus Fig. 16 ersichtlich ist,
ist die Arbeitskante der Rakel über Länge von ca. 900 µm durchgehärtet (heller Bereich
in Fig. 16), während der dahinter liegende Befestigungsbereich nicht gehärtet wurde.
[0104] Erfindungsgemäss hergestellte Rakel, insbesondere solche, welche mit gepulstem Laserlicht
hergestellt wurden, haben sich gegenüber unbehandelten Rakeln als äusserst langlebig
und qualitativ hochwertig herausgestellt. Im Besonderen erlauben die Rakel ein äusserst
präzises Abstreifen von Druckfarbe in Druckprozessen. Dies während der gesamten Lebensdauer
der Rakel.
[0105] Weiter wurden Versuche mit Kreppschabern durchgeführt. Beim Kreppvorgang treten in
der Kontaktzone unterschiedliche Verschleissmechanismen auf. Zum einem der Reibungsverschleiss,
welcher zwischen Trockenzylinder (Yankee Zylinder) und Kreppschaber entsteht. Zum
anderem erzeugt die Papierbahn zusätzlichen Verschleiss, welcher beim Gleiten des
Papiers über die Kante des Kreppschabers verursacht wird. Durch das erfindungsgemässe
Laserhärten der Spitze der Kreppschaber entsteht eine Randschicht an der Kante des
Kreppschabers mit hoher Härte, welche langfristig und effektiv vor Verschleiss schützt,
welcher vom Papier verursacht wird. Wird nach dem Härten mit dem Laser zusätzliche
eine keramische Verschleissschutzschicht aufgetragen, verfügt der Kreppschaber über
einen Verschleissschutz gegen sämtliche Verschleissparameter beim Kreppvorgang.
[0106] Die vorstehend beschriebenen Verfahren und Rakeln sind lediglich als illustrative
Beispiele zu verstehen, welche im Rahmen der Erfindung abgewandelt werden können.
[0107] So ist es z.B. möglich, den Einfallswinkel des Laserlichtstrahls in den Anordnungen
10, 20, 30 und 40 anders, z.B. schräg in einem Winkel von beispielsweise 60°, zu wählen.
[0108] Ebenso lassen sich bei der Anordnung 40 z.B. zwei unterschiedliche Rakel bearbeiten
und/oder die Prozessparameter bei der Laserbearbeitung werden für beide Laserbearbeitungssysteme
44a, 44b unterschiedlich eingestellt.
[0109] Anstelle der gezeigten Lamellenrakel, können auch anders geformte Rakel, Schaber
oder Streichmesser mit den erfindungsgemässen Verfahren bearbeitet werden.
1. Verfahren zur Bearbeitung einer Rakel, insbesondere einer Rakel zum Abrakeln von Druckfarbe
auf einem Druckzylinder, umfassend einen flachen und länglichen Grundkörper aus Kohlenstoffstahl
mit einem Befestigungsbereich und einer in einer longitudinalen Richtung ausgebildeten
Arbeitskante, wobei eine Randschicht der Arbeitskante der Rakel zumindest in einem
zu bearbeitenden Abschnitt mit einem Laserlichtstrahl gehärtet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 wobei der Laserlichtstrahl während der Bearbeitung kontinuierlich
über den zu bearbeitenden Abschnitt auf der Arbeitskante bewegt wird, bevorzugt mit
einer Relativgeschwindigkeit zwischen Laserlichtstrahl und Arbeitskante in longitudinaler
Richtung von 0.5 - 5 m/min, insbesondere 0.8 - 4 m/min.
3. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 2, wobei es sich beim Laserlichtstrahl
um einen gepulsten Lichtlaserstrahl handelt, bevorzugt mit einer Repetitionsrate der
Laserpulse von 100 - 500 kHz.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Pulsenergie des gepulsten Laserlichtstrahls so
gewählt wird, dass lokal eine Härtung der Randschicht bewirkt wird und zugleich periodisch
verteilte Vertiefungen und/oder Erhebungen in der Oberfläche der Randschicht gebildet
werden.
5. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 3 - 4, wobei ein Fokusdurchmesser des
gepulsten Laserlichtstahls am Auftreffpunkt auf der Rakel 1 - 100 µm, insbesondere
10 - 50 µm, beträgt.
6. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 5, wobei die Arbeitskante derart
mit dem Laserlichtstrahl bearbeitet wird, dass eine einer bearbeiteten Seite der Arbeitskante
gegenüberliegende Seite unbearbeitet bleibt.
7. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 6, wobei die Rakel während der Bearbeitung
kontinuierlich von einer Vorratshaspel abgewickelt, in abgewickeltem Zustand mit dem
Laserlicht auf der Oberseite oder auf der Unterseite bearbeitet wird und bevorzugt
sodann auf einer separaten Aufrollhaspel aufgewickelt wird.
8. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 6, wobei die Rakel in rollenförmig
aufgewickeltem Zustand bearbeitet wird, und wobei:
a) die Rakel spiralförmig aufgewickelt und in Form eines Zylinders vorliegend aus
einer Richtung parallel oder schrägt zur Zylinderachse mit Laserlicht bearbeitet wird,
wobei bevorzugt die spiralförmig aufgewickelte Rakel während der Bearbeitung um die
Zylinderachse rotiert wird und bevorzugt zugleich der Laserstrahl entlang einer Durchmesserlinie
der zylinderförmig aufgewickelten Rakel bewegt wird; oder
b) zwei separate Rakel spiralförmig in Form eines Zylinders gegenläufig ineinander
aufgewickelt werden, wobei die beiden Rakel so ausgerichtet werden, dass die Arbeitskanten
der beiden separaten Rakel im aufgewickelten Zustand voneinander abgewandt sind, und
von beiden Stirnseiten des Zylinders aus einer Richtung parallel oder schräg zur Zylinderachse
mit Laserlicht aus zwei separaten Laserlichtquellen bearbeitet werden; oder
c) wobei die Rakel schraubenförmig um die Mantelfläche eines zylindrischen Wickelkerns
aufgewickelt ist, so dass die Arbeitskante der Rakel eine konische Spirale bildet
und entlang deren gesamten aufgewickelten Länge aus einer Richtung senkrecht zur Mantelfläche
des Wickelkerns freiliegt, und aus der Richtung senkrecht oder schräg zur Mantelfläche
mit Laserlicht bearbeitet wird und wobei bevorzugt der Wickelkern mit der schraubenlinienförmig
aufgewickelten Rakel während der Bearbeitung um die Zylinderachse rotiert wird und
insbesondere zugleich der Laserlichtstrahl entlang einer Richtung parallel oder schräg
zur Zylinderachse bewegt wird.
9. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 8, wobei die Arbeitskante der Rakel
nach dem Bearbeiten mit dem Laserlichtstrahl zumindest im bearbeiteten Abschnitt mit
einer zusätzlichen Beschichtung überzogen wird, wobei es sich insbesondere um eine
Hartstoffbeschichtung, bevorzugt CrN, handelt.
10. Rakel, insbesondere zum Abrakeln von Druckfarbe auf einem Druckzylinder, umfassend
einen flachen und länglichen Grundkörper aus Kohlenstoffstahl mit einem Befestigungsbereich
und einer in einer longitudinalen Richtung ausgebildeten Arbeitskante, wobei die Arbeitskante
zumindest in einem Abschnitt eine durch Laserhärtung erhältliche, gehärtete Randschicht
aufweist.
11. Rakel nach Anspruch 10, wobei die Arbeitskante zusätzlich zur gehärteten Randschicht
einen darunter liegenden inneren Bereich aufweist, welcher eine geringere Härte aufweist
als die Randschicht, wobei der Abschnitt der Randschicht mit der höheren Härte im
Wesentlichen aus dem gleichen Material wie der unter der gehärteten Randschicht liegende
Bereich der Arbeitskante besteht, wobei insbesondere die Randschicht mit der höheren
Härte eine Schichtdicke von 2 - 20 µm, bevorzugt 3 - 10 µm, aufweist.
12. Rakel nach wenigstens einem der Ansprüche 10 - 11, wobei die Härte des Abschnitts
der Randschicht mit der höheren Härte 1.1 -10 mal, insbesondere 1.5 - 5 mal, so gross
ist wie die Härte des darunter liegenden Bereiches der Arbeitskante und/oder des Befestigungsbereichs.
13. Rakel nach wenigstens einem der Ansprüche 10 - 12, wobei eine Oberfläche der äusseren
Randschicht im Abschnitt mit der höheren Härte periodisch verteilte Vertiefungen und/oder
Erhebungen aufweist.
14. Rakel nach Anspruch 13, wobei der Abschnitt der Oberfläche mit den periodisch verteilten
Vertiefungen und/oder Erhebungen eine Rauigkeit, ausgedrückt als arithmetische mittlere
Abweichung (Ra) von 10 - 500 µm, insbesondere 150 - 300 µm, aufweist (ISO 4287:2010)
und/oder wobei die Vertiefungen und/oder Erhebungen einen mittleren Abstand (RSm-Wert)
von 5 - 100 µm, insbesondere 10 - 50 µm, aufweisen (ISO 4287:2010).
15. Rakel nach wenigstens einem der Ansprüche 10 - 14, wobei wenigstens der Abschnitt
der Randschicht mit der höheren Härte und, falls vorhanden mit den periodisch verteilten
Vertiefungen und/oder Erhebungen, mit einer zusätzlichen Beschichtung überzogen ist,
wobei es sich insbesondere um eine Hartstoffbeschichtung, bevorzugt CrN, handelt.
16. Rakel nach wenigstens einem der Ansprüche 10 - 14, wobei der Abschnitt der Randschicht
mit der höheren Härte und, falls vorhanden, mit den periodisch verteilten Vertiefungen
und/oder Erhebungen, frei von einer zusätzlichen Beschichtung ist.