[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Erzeugen eines Gasvorhangs aus Spülgas
in einem Schlitzventil-Tunnel einer Vorrichtung zum Behandeln einer Halbleiterscheibe,
beispielsweise einer Vorrichtung zum thermischen Behandeln der Halbleiterscheibe oder
zum Abscheiden einer Schicht auf einer oberen Seite der Halbeiterscheibe. Gegenstand
der Erfindung ist auch ein Schlitzventil-Tunnel für eine solche Vorrichtung.
Stand der Technik / Probleme
[0002] In
US 2010 0 190 343 A1 ist eine Vorrichtung zum Behandeln einer Halbleiterscheibe dargestellt, die typische
Module umfasst, insbesondere eine Prozesskammer, eine Transferkammer und eine Ladeschleuse
(load lock). Eine zu behandelnde Halbleiterscheibe wird in einer vorgegebenen Reihenfolge
in die Module transportiert. Die Module sind durch Schnittstellen (ports) getrennt.
[0003] In
KR 10 1 875 305 B1 wird vorgeschlagen, als Schnittstelle ein Schlitzventil-Tunnel zu verwenden und ein
Spülgas über die Halbleiterscheibe während des Transports der Halbleiterscheibe durch
den Schlitzventil-Tunnel zu leiten, um die Halbleiterscheibe vor Verunreinigung durch
Partikel zu schützen.
[0004] In
US 2015 0 083 330 A1 ist ein Schlitzventil-Tunnel beschrieben, bei dem das Spülgas durch Löcher von oben
nach unten zur durchtransportierten Halbleiterscheibe geleitet wird.
[0005] Es besteht darüber hinaus Verbesserungsbedarf, weil Partikel sich im Schlitzventil-Tunnel
ansammeln können und der Schlitzventil-Tunnel selbst mit der Zeit zu einer Partikelquelle
werden kann.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Gefahr der Verunreinigung von Halbleiterscheiben
durch Partikel beim Transport durch einen Schlitzventil-Tunnel weitgehend zu beseitigen.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren zum Erzeugen eines Gasvorhangs
aus Spülgas in einem Schlitzventil-Tunnel einer Vorrichtung zum Behandeln einer Halbleiterscheibe,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Spülgas zu zwei Enden eines Kanals geleitet wird, der in einem Kopfabschnitt des
Schlitzventil-Tunnels angeordnet und mit einem abnehmbaren Deckel abgedeckt ist, und
das Spülgas durch einen Schlitz im Boden des Kanals als Gasvorhang zu einem Fußabschnitt
des Schlitzventil-Tunnels geleitet wird, während eine Hableiterscheibe durch eine
Durchgangsöffnung zwischen dem Kopfabschnitt und dem Fußabschnitt des Schlitzventil-Tunnels
transportiert wird.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist darüber hinaus ein Schlitzventil-Tunnel einer Vorrichtung
zum Behandeln einer Halbleiterscheibe, umfassend einen Kopfabschnitt, einen Fußabschnitt
und eine Durchgangsöffnung zwischen dem Kopfabschnitt und dem Fußabschnitt zum Transportieren
der Halbleiterscheibe durch den Schlitzventil-Tunnel entlang eines Transportwegs,
gekennzeichnet durch
eine Vertiefung auf einer oberen Seite des Kopfabschnitts;
einen abnehmbaren Deckel zum Abdecken der Vertiefung;
einen Kanal in der Vertiefung, der sich quer zum Transportweg erstreckt;
einen Schlitz am Boden des Kanals für den Durchtritt von Spülgas;
Bohrungen im Kopfabschnitt zum Zuführen des Spülgases zu zwei Enden des Kanals, wodurch
beim Zuführen des Spülgases ein Gasvorhang entsteht, der vom Kopfabschnitt zum Fußabschnitt
des Schlitzventil-Tunnels gerichtet ist.
[0009] Indem das Spülgas zu beiden Enden des Kanals hin und durch den Schlitz des Kanals
zur Halbleiterscheibe weitergeleitet wird, entsteht ein homogener Gasvorhang, so dass
Partikel unabhängig von ihrer Position auf der Halbleiterscheibe mit der gleichen
Wirkkraft entfernt werden können. Indem der Kanal durch einen abnehmbaren Deckel zugänglich
ist, ist der maßgebliche Bereich, in dem sich Partikel ansammeln können und der zu
einer Quelle für die Verunreinigung von Halbleiterscheiben durch Partikel werden kann,
für Reinigungsmaßnahmen ohne Weiteres zugänglich.
[0010] Der Gasvorhang erstreckt sich über eine Strecke, die größer als der Durchmesser einer
durch die Durchgangsöffnung des Schlitzventil-Tunnels transportierten Halbleiterscheibe
ist. Entsprechend einer Ausführungsform beträgt die Länge der Strecke und damit die
Länge des Kanals mehr als 300 mm, besonders bevorzugt 320 mm. Entsprechend einer Ausführungsform
wird die Breite des Schlitzes im Boden des Kanals eingestellt, um eine gewünschte
Strömungsgeschwindigkeit des Gasvorhangs zu erreichen.
[0011] Vorzugsweise wird der Deckel in vorbestimmten Abständen abgenommen, beispielsweise
im Zuge einer Wartung der Vorrichtung zur Behandlung der Halbleiterscheibe, und anschließend
werden der Deckel, die ihn aufnehmende Vertiefung und der Kanal gereinigt und getrocknet.
Reinigung und Trocknung lassen sich vergleichsweise schnell und ohne besonderen Aufwand
durchzuführen.
[0012] Der Deckel füllt die Vertiefung aus und ist auf der oberen Seite des Kopfabschnitts
des Schlitzventil-Tunnels abnehmbar befestigt. Entsprechend einer Ausführungsform
sind Schrauben das Befestigungsmittel, vorzugsweise Schrauben aus Kunststoff oder
Keramik. Entsprechend einer Ausführungsform ist eine Dichtung vorhanden, die den Durchtritt
von Spülgas zwischen Deckel und Vertiefung verhindert.
[0013] Der Schlitzventil-Tunnel hat eine Vorderseite und eine Rückseite. Entsprechend einer
Ausführungsform ist die Vorderseite diejenige Seite, die an eine Transferkammer angrenzt,
und die Rückseite diejenige Seite, die an eine Prozesskammer oder an eine Schleusenkammer
angrenzt.
[0014] Im Kopfabschnitt des Schlitzventil-Tunnels sind zwei Bohrungen zum Zuführen von Spülgas
zu den zwei Enden des Kanals angeordnet. Entsprechend einer Ausführungsform befinden
sich die Bohrungen auf der Rückseite des Schlitzventil-Tunnels im Bereich zweier abgerundeter
oberer Ecken der Rückseite.
[0015] Der Schlitzventil-Tunnel ist durch eine Tür abschließbar. Entsprechend einer Ausführungsform
verschließt die Tür die Durchgangsöffnung auf der Vorderseite des Schlitzventil-Tunnels.
[0016] Der Schlitzventil-Tunnel ist Bestandteil einer Vorrichtung zum Behandeln einer Halbleiterscheibe.
Entsprechend einer Ausführungsform handelt es sich um eine Vorrichtung zum Abscheiden
einer epitaktischen Schicht auf einer Substratscheibe, vorzugsweise um eine Vorrichtung
zum Abscheiden einer epitaktischen Schicht aus Silizium auf einer Substratscheibe
aus einkristallinem Silizium. Entsprechend einer anderen Ausführungsform handelt es
sich um eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung einer Halbleiterscheibe, vorzugsweise
einer Halbleiterscheibe aus einkristallinem Silizium.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf Zeichnungen weiter vorgestellt.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0018]
Fig. 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des Schlitzventil-Tunnels in perspektivischer
Darstellung.
Fig. 2 zeigt den Schlitzventil-Tunnel gemäß Fig. 1 mit angehobenem Deckel.
Fig. 3 zeigt eine Sicht auf die Rückseite des Schlitzventil-Tunnels gemäß Fig. 1 bei aktivem
Gasvorhang.
Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung des Schlitzventil-Tunnels gemäß Fig. 1 von der
Seite.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
[0019]
- 1
- Schlitzventil-Tunnel
- 2
- Kopfabschnitt
- 3
- Fußabschnitt
- 4
- Durchgangsöffnung
- 5
- Rückseite
- 6
- Deckel
- 7
- Bohrungen
- 8
- Vertiefung
- 9
- Kanal
- 10
- Enden
- 11
- Gasvorhang
- 12
- Transportweg
- A
- Modul
- B
- Modul
Detaillierte Beschreibung erfindungsgemäßer Ausführungsbeispiele
[0020] Fig. 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des Schlitzventil-Tunnels 1 in perspektivischer
Darstellung. Der Schlitzventil-Tunnel 1 umfasst einen Kopfabschnitt 2, einen Fußabschnitt
3 und eine Durchgangsöffnung 4 zwischen dem Kopfabschnitt und dem Fußabschnitt. In
dieser Darstellung ist die Rückseite 5 des Schlitzventil-Tunnels 1 zu sehen. Ein abnehmbarer
Deckel 6 ist mittels Schrauben auf der oberen Seite des Kopfabschnitts befestigt.
Im Bereich zweier abgerundeter oberer Ecken der Rückseite 5 des Schlitzventil-Tunnels
1 sind zwei Bohrungen 7 vorgesehen, durch die Spülgas zu den beiden Enden eines Kanals
geleitet wird, den der Deckel 6 abdeckt. Pfeile symbolisieren die Strömungsrichtung
des Spülgases.
[0021] Fig. 2 zeigt den Schlitzventil-Tunnel 1 gemäß Fig. 1 mit angehobenem Deckel 6. Auf
der oberen Seite des Kopfabschnitts 2 ist eine Vertiefung 8 vorgesehen, in die der
Deckel 6 formschlüssig passt. In der Vertiefung ist ein Kanal 9 mit zwei Enden 10
eingearbeitet, der sich nahezu über die Breite der Durchgangsöffnung 4 erstreckt und
nach unten zu einem Schlitz (nicht dargestellt) geöffnet ist.
[0022] Fig. 3 zeigt eine Sicht auf die Rückseite 3 des Schlitzventil-Tunnels gemäß Fig.
1 bei aktivem Gasvorhang 11 aus Spülgas.
[0023] Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung des Schlitzventil-Tunnels gemäß Fig. 1
von der Seite, wobei die Rückseite 5 des Schlitzventil-Tunnels 1 an ein Modul A der
Vorrichtung zum Behandeln einer Halbleiterscheibe und die Vorderseite des Schlitzventil-Tunnels
1 an ein Modul B der Vorrichtung angrenzt. Der Pfeil symbolisiert die Bewegungsrichtung
einer Tür (nicht dargestellt) zum Verschließen der Durchgangsöffnung 4. Bei dem Modul
A handelt es sich beispielsweise um eine Prozesskammer oder eine Schleusenkammer und
bei Modul B um eine Transferkammer.
[0024] Die vorstehende Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen ist exemplarisch zu
verstehen. Die damit erfolgte Offenbarung ermöglicht es dem Fachmann einerseits, die
vorliegende Erfindung und die damit verbundenen Vorteile zu verstehen, und umfasst
andererseits im Verständnis des Fachmanns auch offensichtliche Abänderungen und Modifikationen
der beschriebenen Strukturen und Verfahren. Daher sollen alle derartigen Abänderungen
und Modifikationen sowie Äquivalente durch den Schutzbereich der Ansprüche abgedeckt
sein.
1. Verfahren zum Erzeugen eines Gasvorhangs aus Spülgas in einem Schlitzventil-Tunnel
einer Vorrichtung zum Behandeln einer Halbleiterscheibe, dadurch gekennzeichnet, dass
das Spülgas zu zwei Enden eines Kanals geleitet wird, der in einem Kopfabschnitt des
Schlitzventil-Tunnels angeordnet und mit einem abnehmbaren Deckel abgedeckt ist, und
das Spülgas durch einen Schlitz im Boden des Kanals als Gasvorhang zu einem Fußabschnitt
des Schlitzventil-Tunnels geleitet wird, während eine Hableiterscheibe durch eine
Durchgangsöffnung zwischen dem Kopfabschnitt und dem Fußabschnitt des Schlitzventil-Tunnels
transportiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel vor oder nach dem Erzeugen des Gasvorhangs abgenommen wird, und der Deckel,
eine ihn aufnehmende Vertiefung und der Kanal gereinigt werden.
3. Schlitzventil-Tunnel einer Vorrichtung zum Behandeln einer Halbleiterscheibe, umfassend
einen Kopfabschnitt, einen Fußabschnitt und eine Durchgangsöffnung zwischen dem Kopfabschnitt
und dem Fußabschnitt zum Transportieren der Halbleiterscheibe durch den Schlitzventil-Tunnel
entlang eines Transportwegs, gekennzeichnet durch
eine Vertiefung auf einer oberen Seite des Kopfabschnitts;
einen abnehmbaren Deckel zum Abdecken der Vertiefung;
einen Kanal in der Vertiefung, der sich quer zum Transportweg erstreckt;
einen Schlitz am Boden des Kanals für den Durchtritt von Spülgas;
Bohrungen im Kopfabschnitt zum Zuführen des Spülgases zu zwei Enden des Kanals, wodurch
beim Zuführen des Spülgases ein Gasvorhang entsteht, der vom Kopfabschnitt zum Fußabschnitt
des Schlitzventil-Tunnels gerichtet ist.