[0001] Die optimierte Gewinnung, die optimierte Übertragung oder die optimierte Neuberechnung
(einschliesslich Kodierung) von räumlichen Audiosignalen sind gemäss Stand der Technik
entweder kopfbezogene, mittels akustischer Vermessung der menschlichen Kopfform (Head
Related Transfer Functions, HRTFs), oder Lautsprecher-bezogene, durch die Verteilung
des Audiosignals auf eine referentielle Ausstellung von Lautsprechern (beispielsweise
ITU-R 5.1 Surround oder NHK 22.2) .
[0002] Aufgrund eines erfolgreichen sogenannten MPEG-H 3D Audio Core Experiment per Oktober
2015 bei ISO/IEC JTC1/SC29/WG11 (Moving Pictures Experts Group, MPEG) mit den beiden
internationalen Standards ECMA-407 und ECMA-416 sowie weiteren Komponenten, welche
in der November-Ausgabe 2016 der "Fernseh- und kinotechnischen Rundschau" ("FKT")
samt zugehöriger Bibliographie ausführlich dargestellt sind, bilden den Stand der
Technik die folgenden Patentanmeldungen.
[0003] Diese Patentanmeldungen werden hiermit als Referenz eingeführt:
WO2016030545 ("Comparison or Optimization of Signals Using the Covariance of Algebraic Invariants"),
WO2015173422 ("Method and Apparatus for Generating an Upmix from a Downmix Without Residuals"),
WO2015128379 ("Coding and Decoding of a Low Frequency Channel in an Audio Multi Channel Signal"),
WO2015128376 ("Autonomous Residual Determination and Yield of Low-Residual Additional Signals"),
WO2015049332 ("Derivation of Multichannel Signals from Two or More Basic Signals"),
WO2015049334 ("Method and Apparatus for Downmixing a Multichannel Signal and for Upmixing a Downmix
Signal"),
WO2014072513 ("Non-linear Inverse Coding of Multichannel Signals"),
WO2012032179 ("Apparatus and Method for the Time-oriented Evaluation and Optimization of Stereophonic
or Pseudo-stereophonic Signals"),
WO2012032178 ("Apparatus and Method for the Time-oriented Evaluation and Optimization of Stereophonic
or Pseudo-stereophonic Signals"),
WO2012016992 ("Device and Method for Evaluating and Optimizing Signals on the Basis of Algebraic
Invariants"),
WO2011009650 ("Device and Method for Optimizing Stereophonic or Pseudo-stereophonic Audio Signals"),
WO2011009649 ("Device and Method for Improving Stereophonic or Pseudo-stereophonic Audio Signals"),
WO2009138205 ("Angle-dependent Operating Device or Method for Obtaining a Pseudo-stereophonic
Audio Signal"), und im weiteren
EP1850639 ("Systems for Generating Multiple Audio Signals from at Least One Audio Channel").
[0004] Insbesondere
WO2016030545 ("Comparison or Optimization of Signals Using the Covariance of Algebraic Invariants")
beschreibt gemeinsam mit
WO2012016992 ("Device and Method for Evaluating and Optimizing Signals on the Basis of Algebraic
Invariants") die, bei Ecma TC32-TG22 sogenannten, Par-Hilbert-Invarianten, wobei diese
Gegenstand orthogonaler Projektionen auf algebraische Kegel bleiben, die durchwegs
als Principal Components der Form der menschlichen Ohrmuschel betrachtet werden können,
welche den Schall reflektiert.
[0005] Diese Invarianzen sind in jedem Falle Gegenstand des menschlichen angelernten Raumverständnisses
und bleiben, da kopfbezogen, an die menschliche Anatomie jedes Individuums geknüpft.
[0006] Mit sogenanntem Head-tracking, das in Bezug auf willkürliche oder unwillkürliche
Kopfbewegungen diese nachvollzieht und akustisch auskorrigiert, um eine stabile Ortung
zu ermöglichen, lassen sich mit einer Genauigkeit von mehr als 99 Prozent kopfbezogene
HRTFs aus ursprünglichen Lautsprechersignalen mittels sogenannter Faltung im Frequenzraum
(Frequency domain), zumeist mittels FFT oder QMF, in sukzessiv errechneten Zeitfenstern
bestimmen, wobei die Übertragerkurve des benutzten Kopfhörers, ebenfalls nach Stand
der Technik, mitberücksichtigt werden muss.
[0007] Dies bedeutet Latenzen von rund 10ms und die Notwendigkeit, etwa bei Rundfunksignalen
eine zusätzliche Frequenzkorrektur (sogenanntes Equalizing) für den jeweilig benutzten
Kopfhörer durchführen zu müssen, was eine breite Nutzung derartiger Signale im Alltag
schlichtweg vereitelt.
[0008] Auch ECMA-416 operiert im Frequenzraum und kann damit die Problematik einer erhöhten
Latenz nicht auflösen.
[0009] Der Broadcaster wünschte agnostisch sich ideal ein direkt wiedergabefähiges Stereosignal
für alle Anwendungsfälle: für Kopfhörer und zugleich für Lautsprecher, und zwar für
Stereo, für Surround und für dreidimensionale Lautsprecheraufstellungen, in Echtzeit.
[0010] Für das Verständnis der Erfindung ist die Tatsache entscheidend, dass näherungsweise
die Schallreflexion an der Ohrmuschel jene algebraischen Kegel beinhaltet, die auch
WO2016030545 ("Comparison or Optimization of Signals Using the Covariance of Algebraic Invariants")
und
WO2012016992 ("Device and Method for Evaluating and Optimizing Signals on the Basis of Algebraic
Invariants") nennen.
[0011] Im weiteren stellt die z-Transformation

umgedeutet ein "Inductor-resistor-capacator problem" dar, somit das sogenannte 6.
Hilbertsche Problem, das Rudolf E. Kálmán umfangreich bearbeitete. Eine solche z-Transformation
beschreibt zugleich jedoch einen All-pass-Filter, d.h. es liegt bei der Frequenz

eine Phasenverschiebung um 90° vor, was bedeutet, dass näherungsweise sich die Invarianzen
der Ordnung 2 (Dreidimensionalität) durch jene der Ordnung 1 (Zweidimensionalität,
i.e. Stereo) beschreiben lassen.
[0012] Ersetzt man das Originalsignal nunmehr durch seine polynomiale Näherung (beispielsweise
nach Tschebyschew), und simuliert man den All-pass-Filter näherungsweise mit einem
um 90° gedrehten Lautsprecher, ist die sogenannte Substitutionsdeterminante unmittelbar
erkennbar, um die sich auch das nachträglich einer z-Transformation unterworfene Stereosignal
hinsichtlich seiner Dreidimensionalität von seinen ursprünglichen Par-Hilbert-Invarianten
der Ordnung 1 unterscheidet.
[0013] Definitionsgemäss unterscheiden sich nach David Hilbert ("Über die vollen Invariantensysteme")
bei derartigen Transformationen die entstandenen algebraische Invarianten nur um deren
Substitutionsdeterminante.
[0014] Dies ermöglicht nicht nur den direkten Vergleich
WO2016030545 ("Comparison or Optimization of Signals Using the Covariance of Algebraic Invariants"),
sondern auch die näherungsweise simultane Berechnung und Übertragung für Kopfhörer
und zugleich für Lautsprecher, und zwar für Stereo, für Surround und für dreidimensionale
Lautsprecheraufstellungen, in Echtzeit, siehe oben.
[0015] Es ist leicht, eine Lautsprecheraufstellung zu finden, die diese Kriterien optimal
erfüllt, selbst ohne All-pass-Filter, wobei die notwendige Phasenumkehr bereits aus

ableitbar ist. Für das Überleben im natürlichen Lebensraum ist das räumliche Hörvermögen
der erste Reiz sich annähernder Gefahr. (Im Volksmund: "Wer nicht hört, muss fühlen.")
[0016] Wie FIG. 5 bis 6 zeigen, entsprechen beide menschlichen Ohrmuscheln (nach langer
natürlicher Auslese) einem vorwärts gerichteten Doppelkonus samt dessen Verpolung,
somit exakt den algebraischen Kegeln FIG. 1 bis 3.
[0017] Lord Raleighs Experimente zum räumlichen Hörvermögen zeigen jene Unterschiede, die
unser Gehirn in Räumlichkeit umsetzt, nämlich die sogenannten Interaural time differences
(ITDs) und Interaural intensity differences (IIDs), die anhand der bereits memorierten
Invarianzen im Gehirn zum Raumverständnis in Echtzeit führen.
[0018] Im Unterschied zu HRTFs sei hier der Begriff der CC-HRTFs (Critical Cue Head Related
Transfer Functions) eingeführt, also jene Anteile der ITDs und IIDs, die unmittelbar
diese memorierten Invarianzen ansprechen.
[0019] Für die wahrgenommenen Critical Cues ist zugleich die Struktur der Cochlea entscheidend.
Diese ist durch die experimentell festgelegte Bark Scale, siehe FIG. 10 vollständig
dargestellt:
Die Bandbreiten der Bark Scale legen, dies erfindungsgemäss, nahe, anstelle der Vermessung
der HRTFs den Diameter des Kopfes zu verringern (beispielsweise um rund 10%), ohne
dass sich die Lokalisation dabei kritisch ändert, den Messpunkt der CC-HRTF (Ohröffnung)
jedoch nicht zu variieren (dieses Kriterium erfüllt bereits ein ca. 1cm je Ohröffnung
überstehender Silikonschlauch). Siehe FIG. 7.
[0020] Eine solche Anordnung ermöglicht nunmehr näherungsweise die Rekonstruktion des Raumes
anhand einer Anordnung beispielsweise der Form FIG. 8 für Stereo und ITU-R 5.1 Surround
(der Center Kanal ist nicht dargestellt, da er nach ITU-R nur Monosignale in dieser
Position überträgt):
Den Stereolautsprechern FL und FR werden nunmehr, um 90° nach oben versetzt, die Lautsprecher
BtFL und BtFR am Boden hinzugefügt. Rückwärtig werden (unter Verpolung bei Stereo)
die Lautsprecher BL und BR beispielsweise wie bei ITU-R 5.1 Surround hinzugefügt und,
um 90° nach oben versetzt, am Boden mit BtBL und BtBR komplementär ebenso hinzugefügt.
[0021] N.B. Eine Variante ist beispielsweise der Verzicht auf BL und BR und das Anbringen von
BtBL und BtBR auf derselben Höhe wie FL und FR, ohne das Wirkungsprinzip im Wesentlichen
zu verändern. Sämtliche möglichen Aufstellungsvarianten sind somit Teil des Erfindungsgegenstands.
[0022] Alle Lautsprecher, insbesondere jedoch BtFL und BtFR sowie BtBL und BtBR, können
dabei einem Equalizing unterworfen werden, sodass die räumlichen Schallanteile hervorgehoben
werden.
[0023] Im Sweetspot werden nunmehr beispielsweise mit einem Kunstkopf der Form FIG. 7 neu
die sogenannten CC-HRTFs gemessen.
[0024] Das Ausgangssignal wird nunmehr wie folgt gebildet:
Es lässt sich experimentell zeigen, dass ein Audiosignal, dies unterhalb von 120 Hz,
nur unwesentlich gebeugt durch die Anatomie des Kopfes, hinsichtlich Lokalisation
unkritisch bleibt. Dieser Frequenzbereich kann somit ohne weiteres im Ausgangssignal
erhalten bleiben über einen Low-pass-Filter.
[0025] Der Toningenieur hebt im weiteren zumeist den hohen Frequenzbereich über Mikrofonierung
oder Equalizer an, während die Bark Scale eine Anhebung der CC-HRTF ebenso nahelegt.
[0026] In der Praxis bedeutet dies, dass das ursprüngliche Signal im Frequenzbereich überhalb
von 120Hz soweit abgeschwächt wird, dass gegenüber den zum Beispiel über High-pass-Filtern
hinzugefügten CC-HRTFs keine Lokalisation innerhalb des Kopfes mehr auftritt (ein
Phänomen fast jeden Stereosignals, dass nicht ausschliesslich für Kopfhörer bestimmt
ist).
[0027] Die Bark Scale legt abschliessend nahe, die CC-HRTFs hinsichtlich ihrer physikalischen
Obertöne noch verstärkt dem Ausgangssignal hinzuzufügen, um deren Robustheit zu erhöhen.
Dies leistet beispielsweise bereits ein sogenannter Oktavfilter.
[0028] Das resultierende Ausgangssignal hat dabei im Experiment folgende Eigenschaften:
Die hinzugefügten CC-HRTFs erlauben das Bewegen des Kopfes bis über 90° ohne Head-tracking.
Sie bilden sich sowohl bei Lautsprecherbetrieb über Stereo ab als auch unabhängig
davon über Kopfhörer. Der Einsatz von Dipol-Lautsprechern ist nicht zwingend für ein
adäquates Hörerlebnis. Die Lokalisationen und Klangcharakteristik des ursprünglichen
Aufnahmeraumes bleiben erhalten.
[0029] Das Raumerlebnis ist jedoch ein dreidimensionales, vergleichbar mit NHK 22.2. Der
stille Grund für diese räumliche Rekonstruktion, letztlich im Sinne eines inversen
Problems, siehe ECMA-407 sind obige Bemerkungen zu Substitutionsdeterminanten etc.
Beschreibung der Zeichnungen
[0030]
FIG. 1 bis 4 zitieren WO2016030545 ("Comparison or Optimization of Signals Using the Covariance of Algebraic Invariants")
hinsichtlich algebraischen Kegeln, welche eine Konstruktion der Par-Hilbert-Invarianten
für die Ordnung 1 (Zweidimensionalität) ermöglichen.
FIG. 5 stellt einen Kunstkopf ("Manikin") dar und zeigt zugleich anhand von FIG. 2,
dass die menschliche Ohrform FIG. 1 bis 3 zur Detektierung von Invarianten nachgebildet
bleibt, dies zweidimensional je Ohrmuschel. Die Legende zeigt die Elemente der Lokalisation
eines Schallereignisses im Raum.
FIG. 6 zeigt in einer eigenen Skizze das Aussenohr dar und veranschaulicht nochmals
das Auftreten der algebraischen Kegel FIG. 1 bis 3 als Principal Components des Aufbaus
der Ohrmuschel. Es bleibt dabei zu beachten, dass FIG. 4 sich auf die kritische Ebene
der abgebildeten Invarianten bezieht und nicht mit der Ohrmuschel, sondern unseren
cerebralen Funktionen sowie der Cochlea in Verbindung zu bringen ist.
FIG. 7 zeigt das Abnehmen von CC-HRTFs über einen ca. 1cm herausragenden Silikonschlauch
in einem Kunstkopf. Δ erweist sich bei einem Wert von 1cm, sofern der Kunstkopf im
Sweetspot platziert ist gemäss der folgenden FIG. 8, als entsprechend robust, wie
in der Beschreibung oben dargestellt.
FIG. 8 zeigt eine mögliche Anordnung zur Gewinnung der CC-HRTFs, wie in der Beschreibung
oben dargestellt.
FIG. 9 zeigt einen All-pass-Filter gemäss Stand der Technik, siehe auch oben in der
Beschreibung.
FIG. 10 zeigt die sogenannte Bark Scale, welche experimentell die kritischen Frequenzen
anhand der Struktur der Cochlea erfasst.
Ausführungsbeispiel der Erfindung
[0031] Eine Ausführungsform der Erfindung besteht in einer Vorrichtung zur analogen Gewinnung
der CC-HRTF in Echtzeit.
[0032] Hierbei wird ein Kunstkopf, dessen Diameter unter Wahrung der Bark Scale ca. 10%
verringert wurde, als ihn der menschliche Kopf aufweist, siehe FIG. 7, mit zwei Silikonschläuchen
bestückt, die zum Abgreifen der CC-HRTFs ca. 1cm über die Ohrmuscheln hinausragen.
Das Diaphragma des menschlichen Ohres bleibt dabei in gewohnter Weise wie beim Kunstkopf
durch ein Mikrofon entsprechender Impedanz ersetzt.
[0033] Der Kunstkopf wird im Sweetspot eines nicht-schalltoten Raumes mit einer Lautsprecheranordnung
beispielsweise der Form FIG. 8 platziert. In einer Ausführungsform wird beispielsweise
ein Stereosignal durch ECMA-407 als Monosignal zuzüglich 2kbps Payload kodiert, und
dieses nach der Dekodierung direkt über einen linken vorderen Lautsprecher FL und
einen linken vorderen Lautsprecher FR ausgegeben.
[0034] Der Frequenzverlust der 1. Hauptreflexion gegenüber dem Originalsignal wird über
ein Equalizing nachgebildet, und das resultierende linke ECMA-407-Ausgangssignal nach
solchem Equalizing direkt über einen linken unteren, gegenüber FL um 90° nach oben
versetzten, auf den Boden gelegten, Lautsprecher BtFL nach oben abgestrahlt. Gleichermassen
wird das resultierende rechte ECMA-407-Ausgangssignal nach solchem Equalizing direkt
über einen rechten unteren, gegenüber FR um 90° nach oben versetzten, auf den Boden
gelegten, Lautsprecher BtFR nach oben abgestrahlt.
[0035] Der Frequenzverlust der 1. oder 2. Hauptreflexion gegenüber dem Originalsignal wird
über ein Equalizing nachgebildet, und das resultierende linke ECMA-407-Ausgangssignal
wird, nach Equalizing und Anpassen der Lautstärke, verpolt dem rückwärtigen linken
Lautsprecher BL in Ohrhöhe zugeführt, welcher gegenüber FL um 180° gedreht wurde.
Gleichermassen wird das resultierende rechte ECMA-407-Ausgangssignal, nach solchem
Equalizing und Anpassen der Lautstärke, verpolt dem rückwärtigen rechten Lautsprecher
BR in Ohrhöhe zugeführt, welcher gegenüber FR um 180° gedreht wurde.
[0036] Der Frequenzverlust der 1. oder 2. Hauptreflexion gegenüber dem Originalsignal wird
über ein Equalizing nachgebildet, und das resultierende verpolte, hintere linke ECMA-407-Ausgangssignal
nach solchem Equalizing und Anpassen der Lautstärke direkt über einen linken unteren,
gegenüber BL um 90° nach oben versetzten, auf den Boden gelegten, Lautsprecher BtBL
nach oben abgestrahlt. Gleichermassen wird das resultierende verpolte, hintere rechte
ECMA-407-Ausgangssignal nach solchem Equalizing und Anpassen der Lautstärke direkt
über einen rechten unteren, gegenüber BR um 90° nach oben versetzten, auf den Boden
gelegten, Lautsprecher BtBR nach oben abgestrahlt.
[0037] Mit unserem Anwendungsbeispiel mit ECMA-407, dessen agnostisch standardisierte "Signal
analysis" eine Invariantenbestimmung gemäss
WO2016030545 ("Comparison or Optimization of Signals Using the Covariance of Algebraic Invariants")
konform zulässt, lässt sich zugleich über obige Interpretation der z-Transformation
bzw. des All-pass-Filters leicht einsehen, weshalb diese Invarianten, enthalten in
den CC-HRTFs, die über unseren Kunstkopf extrahiert wurden, für den gesamten Hörprozess
bestimmend bleiben.
[0038] Diese werden in einem nächsten Schritt anhand der Bark Scale, beispielsweise anhand
eines Oktavfilters, erweitert, indem gezielt die Obertöne der CC-HRTFs verstärkt werden.
[0039] Das resultierende Stereosignal setzt sich wie folgt zusammen: Ein Low-pass-Filter
fügt FL und FR unterhalb von 120Hz nahtlos in das resultierende Stereo-Ausgangssignal
unserer Anordnung ein. Ein High-pass-Filter fügt FL und FR in abgeschwächter Form
und unter Equalizing unterhalb jener kritischen Grenze hinzu, bei der, gemeinsam mit
den gemessenen CC-HRTFs, Lokalisation im Kopf bei Kopfhörerbetrieb aufträte.
[0040] Abschliessend werden die gemessenen CC-HRTFs so hinzugefügt, dass sie dem Bestreben
des Toningenieurs, die Höhen bevorzugt abzubilden, restlos Genüge tun.
[0041] N.B. Alle diese Schritte lassen sich, wie unschwer anhand von Grenzwerten zu erkennen
ist, in Echtzeit automatisieren. Eine solche Verfahren oder eine solche Vorrichtung
sind somit als Teil des Erfindungsgegenstandes zu betrachten.
[0042] N.B. Anstelle der Lautsprecherdrehungen lässt sich pro um 90° gedrehte Lautsprecher auch
ein All-pass-Filter einfügen. Hier gelten hinsichtlich der Invarianzen gleiche Überlegungen
wie oben.
[0043] N.B. Nach Stand der Technik lassen sich HRTFs durch Faltung, siehe oben, berechnen. Gleiches
gilt somit auch für CC-HRTFs, sodass eine Anordnung nach FIG. 8 bei entsprechender
Berechnung und Automatisierung, siehe oben, a forteriori entfallen kann. Derartige
Berechnungen und Automatisierungen sind somit Teil des Erfindungsgegenstandes.
1. Vorrichtung zur Ableitung eines räumlichen Audiosignals aus einem Mono-, Stereo- oder
Multikanalsignal, gekennzeichnet durch die Verwendung oder Messung oder Berechnung von CC-HRTFs.
(FIG. 8).
2. Vorrichtung gemäss Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung oder Messung oder Berechnung von wenigstens einem, um 90°versetzten,
Referenz-Lautsprecher oder Verwendung von wenigstens einem All-pass-Filter.
(FIG. 9).
3. Vorrichtung gemäss Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch das Mischen von Mono-, Stereo- oder Multikanalsignalen mit CC-HRTF-Signalen.
4. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Anhebung von Oktaven oder Obertönen der CC-HRTFs.
(FIG. 10).
5. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Signalumsetzung in Echtzeit.
6. Vorrichtung gemäss einer der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch die Berechnung der CC-HRTFs in Echtzeit.
7. Vorrichtung gemäss einer der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch die zusätzliche Bestimmung der Par-Hilbert-Invarianten.
(FIG. 1 bis 3).
8. Verfahren zur Ableitung eines räumlichen Audiosignals aus einem Mono-, Stereo- oder
Multikanalsignal, gekennzeichnet durch die Verwendung oder Messung oder Berechnung von CC-HRTFs.
(FIG. 8).
9. Verfahren gemäss Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung oder Messung oder Berechnung von wenigstens einem, um 90°versetzten,
Referenz-Lautsprecher oder Verwendung von wenigstens einem All-pass-Filter.
(FIG. 9).
10. Verfahren gemäss Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch das Mischen von Mono-, Stereo- oder Multikanalsignalen mit CC-HRTF-Signalen.
11. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Anhebung von Oktaven oder Obertönen der CC-HRTFs.
(FIG. 10).
12. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Signalumsetzung in Echtzeit.
13. Verfahren gemäss einer der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch die Berechnung der CC-HRTFs in Echtzeit.
14. Verfahren gemäss einer der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch die zusätzliche Bestimmung der Par-Hilbert-Invarianten.
(FIG. 1 bis 3).