[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Innensohle für Schuhe, die eine optimale
Umlüftung der Fußsohle ermöglicht und bei Bedarf effizient Flüssigkeiten wie Fußschweiß
abtransportieren kann sowie eine Sohlenanordnung mit solchen Eigenschaften. Ferner
betrifft die vorliegende Erfindung einen Schuh mit einer solchen Innensohle bzw. Sohlenanordnung.
[0002] Die Füße sind mit vielen Schweißdrüsen durchzogen, die der Regulierung der Körpertemperatur
dienen. Ist es an bestimmten Stellen zu warm, sondern die Schweißdrüsen Schweiß ab
und durch die Verdunstung entsteht Kühlung. Schweiß, der nicht verdunsten kann, beginnt
mit der Zeit unangenehm zu riechen. Dies ist nicht wünschenswert und soll vermieden
werden.
[0003] Demnach ist es insbesondere ein Anliegen der Schuhindustrie, unter anderem Innensohlen
zu entwickeln, die für eine optimale Belüftung des Fußes sorgen, so dass ein Schwitzen
des Fußes eines Trägers reduziert werden kann und gleichzeitig feuchter oder flüssiger
Fußschweiß abtransportiert werden kann.
[0004] Die
DE 89 00 237 U beschreibt eine Innensohle mit einer Oberseite, die durch eine Basisplatte mit einer
Vielzahl von daran regelmäßig verteilten Noppen, eine der Fußsohle zugekehrten Schicht
aus einem Material wie Leder oder Textil sowie eine Perforation gebildet ist. Diese
Schicht ist auf der den Noppen zugewandten Rückseite der Basisplatte aufgebracht,
und die Köpfe der Noppen sind mit der Sohle verbunden.
[0005] Die
EP 1 304 938 A beschreibt eine Innen- oder Einlegesohle für einen Schuh, die verbesserte Dämpfungseigenschaften
bietet. Die Innensohle ist einstückig aus einem flexiblen Material aufgebaut und weist
Noppen auf. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Noppen hohl geformt und
im Bereich zwischen Noppen und/oder in den Noppen selbst sind Perforationen vorgesehen,
um die Dämpfungseigenschaften zu optimieren und Flüssigkeiten vom Fuß des Benutzers
abzuleiten.
[0006] Die
DE 888 065 B betrifft eine elastische Fußstütze in Form einer losen Einlage mit an einer ihrer
Flächen vorgesehen Ausnehmungen. Die Ausnehmungen sind napfartig ausgebildet und mit
Kanälen versehen, die zur anderen Seite der Einlage reichen. Die napfartigen Ausnehmungen
sind im Querschnitt rund. Ferner sind in der Sohlenfläche Vertiefungen zwischen den
einzelnen napfartigen Ausnehmungen in Form von Nuten, Rillen oder ähnlichen Vertiefungen
vorgesehen.
[0007] Die
EP 0 507 263 A2 betrifft eine Einlegesohle für Schuhe mit einem System von mit längs laufenden und
quer laufenden Luftkanälen ausgerüsteten Unterfläche und einer Anzahl von Luftlöchern.
Die Luftlöcher dienen dem Transport der Luft direkt zur Fußunterseite.
[0008] Die
DE 1 007 669 A betrifft ein Verfahren zur serienmäßigen Herstellung von orthopädischem Schuhwerk
auf Leisten. Bei diesem Verfahren kommt ein Innensohle bildendes Ergänzungsstück (Formstück)
zum Einsatz. Das Formstück ist auf der Unterseite mit einer Mehrzahl von napfartigen
Vertiefungen versehen, von denen Kanäle nach der Oberseite des Formstücks führen.
Die Vertiefungen sind durch Rillen miteinander verbunden.
[0009] Die
WO 2011/ 108 011 A1 betrifft eine Sohle mit einer unteren Fläche und einer oberen Fläche für ein Schuhwerk.
Mehrere Kanäle laufen zu einer durchgehenden Öffnung hin. Dabei sind wenigstens zwei
durchgehende Öffnungen über jeweils einen solchen Kanal miteinander verbunden.
[0010] Die
CN 2 358 719 Y betrifft unter anderem eine untere Sohle mit netzförmig angeordneten Luftführungsrinnen
[0011] Die
EP 2 638 817 A1 betrifft eine Einlegesohle, umfassend eine netzartige Trägerstruktur, die mit einer
Vielzahl von Durchgangslöchern versehen ist, mindestens eine Schicht aus natürlichem,
transpirierendem Material, die mit der netzartigen Trägerstruktur auf einer ersten
Seite verbunden ist und mindestens eine Schicht zum Tragen eines Fußes, die mit der
Schicht aus natürlichem, transpirierendem Material auf einer zweiten Seite verbunden
ist.
[0012] Die im Stand der Technik vorgesehenen Perforationen in den Innen- oder Einlegesohlen
sind ein wirksames Mittel, um Flüssigkeiten vom Fuß wegzuleiten und das Klima im Schuh
zu verbessern. Insbesondere bei sehr luftdichten Schuhen kann diese Maßnahme allerdings
nicht ausreichen, um dauerhaft den Schuh vor unangenehmen Gerüchen zu bewahren. Verbesserungsbedarf
ist daher gegeben.
[0013] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine alternative
Innensohle bereitzustellen, welche nicht nur stabil ist, sondern auch eine besonders
effiziente Ventilation des Fußes und einen Abtransport von Feuchtigkeit oder Flüssigkeit,
insbesondere von Fußschweiß, ermöglicht.
[0014] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Innensohle für Schuhe mit den Merkmalen des
Anspruchs 1, einer mit einer solchen Innensohle ausgerüsteten Sohlenanordnung und
einen Schuh, ausgerüstet mit einer solchen Innensohle und Sohlenanordnung. Bevorzugte
Ausführungsvarianten finden sich in den Unteransprüchen wieder.
[0015] Die erfindungsgemäße Innensohle für Schuhe weist eine dem Fuß zugewandte Fußfläche
und eine entgegengesetzt liegende schuhzugewandte Sohlenfläche auf. Die fußzugewandte
Fußfläche der Innensohle ist somit oben, die schuhzugewandte Sohlenfläche unten.
[0016] Der Begriff "Innensohle" im Sinne der vorliegenden Erfindung ist breit auszulegen
und umfasst klassische Innensohlen, Zwischensohlen, die mit der Laufsohle zu einem
fertigen Schuh verarbeitet werden, oder aber auch eine klassische Einlegesohle. Einlegesohlen
sind separate Innensohlen, die häufig aus Gründen des Tragekomforts oder aus orthopädischen
Gründen in die Schuhe gelegt werden.
[0017] Die Innensohle ist mit wenigstens zwei durchgehenden Durchgangsöffnungen versehen.
Die Durchgangsöffnungen dienen einerseits dem Abtransport von Flüssigkeiten oder Luft
vom Fuß des Trägers. Andererseits tritt durch den ständigen Wechsel von Belastung
und Entlastung der Innensohle beim Laufen über diese Durchgangsöffnungen eine Wirkung
ähnlich einer Pumpe ein, so dass eine optimale Ventilation der Fußsohle erfolgt und
der Abtransport von Flüssigkeiten verstärkt wird. Vorzugsweise werden die Durchgangsöffnungen
von einer Wabe bzw. einem Hexagon gebildet, die an ihrer Oberseite und Unterseite
geöffnet ist. Die Innensohle umfasst dann eine Vielzahl von Hexagons, die wabenartig
angeordnet sind. Die Wabenstruktur mit den Hexagons verleiht der Innensohle die notwendige
Stabilität bei gleichzeitiger Lüftung des Fußes.
[0018] Der Ventilationseffekt sowie der Abtransport von Flüssigkeiten wie Fußschweiß und
Luft wird erfindungsgemäß dadurch erhöht, dass die wenigstens zwei Durchgangsöffnungen
sohlenflächenseitig über wenigstens einen in die Sohlenfläche eingelassenen Querkanal
miteinander verbunden sind. Vorzugsweise ist der Querkanal im Bereich der Durchgangsöffnungen
unterbrochen, d.h. es ist kein durchgängiger Kanal. Der Querschnitt des Querkanals
ist vorzugsweise U-förmig, wobei auch andere Geometrien denkbar sind, beispielsweise
eine V-Form. Der Querkanal ist vorzugsweise halbseitig ausgeformt, d.h. er ist an
einer Seite offen, so dass er eine schalenförmige bzw. halbrunde Geometrie aufweist.
[0019] Über diese Struktur können an der schuhzugewandten Sohlenfläche die abtransportierte
Flüssigkeit und Luft effizient über die Sohlenfläche der Innensohle verteilt werden
und besser verdunsten oder abgeleitet werden, z.B. an eine feuchtigkeitsaufnehmende
Schicht. Gleichzeitig kann durch die Kommunikation zweier Durchgangsöffnungen ein
Luftkreislauf entstehen, so dass im Schuh ein optimales Mikroklima erzeugt und aufrechterhalten
werden kann.
[0020] So kann beispielsweise beim Laufen Fußschweiß bzw. Luft durch die Durchgangsöffnungen
von der Fußsohle weggeleitet und über die Querkanäle verteilt werden, wobei entlang
der Querkanäle eine Entfeuchtung und ein Luftaustausch stattfinden kann. Die entfeuchtete
Luft kann durch die Durchgangsöffnungen wieder zum Fuß gepumpt werden, was zur gewünschten
Ventilation der Fußsohle führt. Dabei entsteht ein Kreislauf.
[0021] Dieser Kreislauf wird allerdings negativ beeinflusst, sofern sich die Durchgangsöffnungen
bei Belastung der Innensohle verschließen. Erfindungsgemäß ist daher vorgesehen, dass
die Durchgangsöffnungen im Querschnitt eine hexagonale Geometrie aufweisen.
[0022] Die im Querschnitt bevorzugte hexagonale Geometrie, also wabenförmige Geometrie der
Durchgangsöffnungen hat den Vorteil, dass die hexagonale Struktur eine der stabilsten
Geometrien ist, so dass bei Belastung der Innensohle, was gleichzeitig den stärksten
Kontakt zwischen Fußsohle und Innensohle darstellt, sich die Durchgangsöffnungen höchstens
geringfügig zusammenziehen können, so dass der Flüssigkeitstransport gerade beim Auftreten
optimal ist und der oben beschriebene Durchlüftungskreislauf der Innensohle gegenüber
im Stand der Technik bekannten Innensohlen signifikant verbessert ist.
[0023] Es hat sich gezeigt, dass die erfindungsgemäße Innensohle besonders wirkungsvoll
arbeitet, wenn jede Durchgangsöffnung mit jeweils einer weiteren Durchgangsöffnung
über genau einen Querkanal verbunden ist.
[0024] Weist die erfindungsgemäße Innensohle eine Vielzahl von Durchgangsöffnungen, also
Perforationen auf, so entsteht an der Sohlenfläche ein Netzwerk, über das Luft bzw.
Feuchtigkeit weitreichend über die schuhzugewandte Sohlenfläche der Innensohle verteilt
werden kann, was den bereits oben beschriebenen Luftkreislauf stabilisiert und optimiert.
[0025] Dabei ist bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass jede Durchgangsöffnung
mit mehreren sich sternförmig wegerstreckenden Querkanälen verbunden ist. Durch eine
solche radiale Anordnung der Querkanäle ist gewährleistet, dass der Abstand eines
Querkanals zu den anderen Querkanälen maximiert ist, so dass mit einer gewissen Anzahl
an Querkanälen ein Luftkreislauf über die gesamte Innensohle möglich ist. Die Anordnung
der radial verlaufenden Querkanäle erfolgt im kreisförmigen Umfang vorzugsweise in
regelmäßigen Abständen. Bevorzugt sind, ausgehend vom Zentrum, zwischen vier und acht,
vorzugsweise sechs radial um die Hochachse angeordnete Querkanäle. Ist eine Durchgangsöffnung
beispielsweise mit sechs Querkanälen verbunden, so beträgt der Abstand eines Querkanals
zu den beiden nächstliegenden Querkanälen bevorzugt ungefähr 60°.
[0026] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass jede Durchgangsöffnung
der Innensohle mit wenigstens drei weiteren, vorzugsweise sechs weiteren Durchgangsöffnungen
über entsprechende Querkanäle verbunden ist. So entsteht an der schuhzugewandten Sohlenfläche
eine komplexe Struktur, bestehend aus Durchgangsöffnungen und Querkanälen, um ein
optimales Mikroklima über weite Bereiche der Innensohle erzeugen zu können. Es versteht
sich, dass im Randbereich der Innensohle auch Durchgangsöffnungen vorgesehen sein
können, die mit weniger als wenigstens drei Durchgangsöffnungen über entsprechende
Querkanäle verbunden sind.
[0027] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Querkanäle eine Tiefe
zwischen 1 und 2,5 mm, vorzugsweise zwischen 1,25 und 2 mm aufweisen. Auch Zwischenbereiche
sind von der vorliegenden Erfindung umfasst.
[0028] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Querkanäle
eine Breite zwischen 1 und 2,5 mm, vorzugsweise zwischen 1,25 und 2 mm aufweisen.
Auch Zwischenbereiche sind von der vorliegenden Erfindung umfasst.
[0029] Die oben genannten Angaben der bevorzugten Tiefe und Breite der Querkanäle der Innensohle
sind das Ergebnis zahlreicher theoretischer Überlegungen und Versuche und stellen
optimierte Bereiche dar.
[0030] Damit der "Pumpeffekt", der zu einer Umlüftung des Fußes führt, besonders stark ausgeprägt
ist, ist bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass die Innensohle elastisch
ausgebildet ist, vorzugsweise aus einem elastischen Kunststoff gefertigt ist. Durch
die Elastizität der Innensohle ist gewährleistet, dass sich die Innensohle entsprechend
bei Belastung und Entlastung verformen kann. Das Material weist ein Formgedächtnis
auf, so dass die Innensohle nach dem Auftreten wieder ihre ursprüngliche Form einnehmen
kann.
[0031] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass es sich bei der Innensohle um eine Einlegesohle handelt. Als Einlegesohle ist
eine Sohle zu verstehen, welche die Funktion einer zusätzlichen Innensohle hat und
lose in den Schuh gelegt werden kann.
[0032] Damit die Innensohle hinreichende Stabilität für den Fuß des Benutzers bereitstellen
kann, insbesondere im Vorderfußbereich, ist bei einer bevorzugten Ausführungsform
vorgesehen, dass zumindest im Vorderfußbereich der Innensohle die schuhzugewandte
Sohlenfläche von einem umlaufenden Stabilisierungsrand umrandet ist. Vorzugsweise
ist dieser Stabilisierungsrand aus einem härteren Material gefertigt als der Rest
der Sohle, kann aber auch aus demselben Material gefertigt sein und ist vorzugsweise
einstückig mit der schuhzugewandten Fußfläche ausgebildet. Der Vorderfußbereich endet
im Sinne der Erfindung mit Abschluss des Ballenauftritts.
[0033] Es ist weiter bevorzugt, dass die Durchgangsöffnungen der schuhzugewandten Sohlenfläche
zumindest im Vorderfußbereich eine gemeinsame Ebene definieren und der Stabilisierungsrand
zumindest im Vorderfußbereich abschnittsweise mit dieser Ebene bündig abschließt.
Bei dieser Ausführungsform werden ein vergleichsweise besseres Laufgefühl und eine
höhere Stabilität der Innensohle erzielt.
[0034] Weiterhin haben Untersuchungen gezeigt, dass der Lufttransport und der Luftdurchlass
bei Benutzung des Schuhs optimiert werden kann, wenn die Kanalwände der Querkanäle
zwischen 0,5 bis 2,5 mm, vorzugsweise zwischen 1,0 bis 2,0 mm über der Ebene der Durchgangsöffnungen
hinausragen. Die optimalsten Werte für den Lufttransport und den Luftdurchlass konnten
erzielt werden, wenn die Kanalwände der Querkanäle 1,5 mm über der Ebene der Durchgangsöffnungen
und entsprechend auch über der Ebene des Stabilisierungsrandes hinausragen. Es versteht
sich, dass auch Zwischenwerte vom Erfindungsgedanken mitumfasst sind.
[0035] Weiterhin kann das Laufgefühl und die Stabilität der Innensohle dadurch gesteigert
werden, dass bei einer bevorzugten Ausführungsform der Stabilisierungsrand nach außen
hin abgeschrägt ist. Nach Außen meint der Bereich des Stabilisierungsrandes der den
größten Abstand zur schuhzugewandten Sohlenfläche mit den Durchgangsöffnungen aufweist.
[0036] Um die Dämpfung und die Stabilität der Innensohle weiter zu optimieren, ist bei einer
bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass zumindest im Fersenbereich der Innensohle
die fußzugewandte Fußfläche abschnittsweise mit einer Materialschicht überzogen ist.
Vorzugsweise sind die hinteren 5 bis 20 Reihen an Durchgangsöffnungen von dieser Materialschicht
überzogen, besonders bevorzugt die hinteren 10 bis 12 Reihen.
[0037] Die Materialschicht weist vorzugsweise eine Dicke zwischen 0,5 mm und 5 mm, besonders
bevorzugt eine Dicke zwischen 1 mm und 3 mm, idealerweise 2 mm auf. Es versteht sich,
dass Zwischenwerte vom Erfindungsgedanken mitumfasst sind.
[0038] Die vorliegende Erfindung umfasst auch eine Sohlenanordnung, umfassend eine erfindungsgemäße
Innensohle und eine Einlegesohle, wobei die Einlegesohle im Vorderfußbereich wenigstens
eine durchgehende Durchgangsöffnung aufweist. Die Einlegesohle kann mit der Innensohle
fest verbunden sein, kann aber auch zusätzlich lose in den Schuh gelegt werden. Die
Sohlenanordnung macht sich die Erkenntnis zunutze, dass der Vorderfußbereich, insbesondere
der Fußballen, der Bereich des Fußes ist, der mitunter den größtmöglichen Kontakt
mit der Innensohle hat. Demnach ist es besonders effizient, in diesem Bereich eine
kreislaufartige Luftzirkulation zu realisieren.
[0039] Die erfindungsgemäße Einlegesohle ist dabei bevorzugt aus einem anderen Material
als die Innensohle gefertigt und dünner ausgestaltet.
[0040] Es versteht sich, dass auch bei der Sohlenanordnung die erfindungsgemäße Innensohle
als Einlegesohle ausgestaltet sein kann. Die Einlegesohle ist dann eine zusätzliche
Einlegesohle.
[0041] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner einen mit einer erfindungsgemäßen Innensohle
oder einer erfindungsgemäßen Sohlenanordnung ausgerüsteten Schuh, der einen Schuhschaft
umfasst. Vorzugsweise wird der Schuhschaft direkt mit der Laufsohle verbunden, was
beispielsweise über das Strobel-Verfahren erfolgen kann. Auch kann der Schuh bereits
eine Innensohle aufweisen und die erfindungsgemäße Innensohle kann als Einlegesohle
in den Schuh gelegt werden.
[0042] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden in den nachfolgenden Zeichnungen näher
erläutert. Keinesfalls ist die Erfindung jedoch auf diese konkreten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Die Erfindung umfasst auch Kombinationen der hier beschriebenen Ausführungsvarianten
und deren Merkmale.
[0043] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf die fußzugewandte Fußfläche der erfindungsgemäßen Innensohle;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die schuhzugewandte Sohlenfläche der Innensohle gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische 3D-Darstellung eines Teilausschnittes der schuhzugewandten Sohlenfläche
der Innensohle;
- Fig. 4
- die schematische 3D-Darstellung eines Teilausschnittes der schuhzugewandten Sohlenfläche
der Innensohle gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf die Innensohle von ihrer schuhzugewandten Seite in einer zweiten
Ausführungsform;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht auf die Innensohle gemäß Fig. 5;
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf die Innensohle von ihrer fußzugewandten Seite in einer dritten
Ausführungsform;
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf die Innensohle von ihrer schuhzugewandten Seite in der dritten
Ausführungsform gemäß Fig. 7.
[0044] Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf die fußzugewandte Fußfläche 12 der Innensohle 10.
Die fußzugewandte Fußfläche 12 der Innensohle 10 ist vorzugsweise eben ausgebildet
und wird von einem umlaufenden Stabilisierungsrand 24 zumindest abschnittsweise, vorzugsweise
vollständig umrahmt. Der Stabilisierungsrand 24 erstreckt sich zumindest im Mittelfußbereich
und Fersenbereich der Innensohle 10 schalenartig aus der Ebene der fußzugewandten
Fußfläche 12 heraus.
[0045] Ferner sind die durchgehenden Durchgangsöffnungen 16 zu erkennen, die über die gesamte
Innensohle 10 hinweg ausgebildet sind, ausgenommen im Bereich des Stabilisierungsrandes
24. Die Durchgangsöffnungen 16 sind relativ dicht beieinander angeordnet, so dass
zwischen den einzelnen Durchgangsöffnungen 16 ein lediglich geringer Abstand von vorzugsweise
0,5 bis 3 mm, besonders bevorzugt zwischen 1 bis 2 mm, besteht. Die Verteilung der
Durchgangsöffnungen 16 ist regelmäßig. Im Querschnitt weisen die Durchgangsöffnungen
16 eine hexagonale Geometrie auf. Am Stabilisierungsrand 24 der Innensohle 10 sind
vorzugsweise keine Durchgangsöffnungen 16 vorgesehen.
[0046] Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die schuhzugwandte Sohlenfläche 14 der Innensohle
10, die vorzugsweise eben ausgebildet ist und ebenfalls über einen Stabilisierungsrand
24 verfügt, wobei der Stabilisierungsrand 24 auf der schuhzugewandten Sohlenfläche
14 vorzugsweise als eine ebene Fläche ausgebildet ist und ebenfalls über keine Durchgangsöffnungen
16 verfügt.
[0047] Zusätzlich zu erkennen sind die Querkanäle 18. Da diese die Fußfläche 12 nicht durchstoßen,
können sie mit Blick auf die fußzugewandte Fußfläche 12 nicht gesehen werden. Die
Querkanäle 18 sind über die gesamte Unterseite der Innensohle 10 hinweg ausgebildet
und vorzugsweise rinnenartig ausgestaltet. Jeder Querkanal 18, ausgenommen im Bereich
des Stabilisierungsrandes 24 der Innensohle 10, verbindet eine Durchgangsöffnung 16
mit einer weiteren Durchgangsöffnung 16. Die Querkanäle 18 einer Durchgangsöffnung
16 sind sternartig um die Durchgangsöffnung 16 verteilt. Vorzugsweise sind, wie gezeigt,
sechs Querkanäle 18 pro Durchgangsöffnung 16 vorhanden. Der Winkel zwischen zwei zueinander
benachbarten Querkanälen 18 einer Durchgangsöffnung 16 beträgt vorzugsweise 60°. Insgesamt
bilden die Querkanäle 18 einer Durchgangsöffnung 16 ein sternförmiges Muster. Die
Tiefe der Querkanäle 18 beträgt zwischen 1 und 2,5 mm, vorzugsweise zwischen 1,25
und 2 mm. Die Breite eines Querkanals beträgt zwischen 1 und 2,5 mm, vorzugsweise
zwischen 1,25 und 2 mm.
[0048] Die Figuren 3 und 4 zeigen dreidimensionale Darstellungen der Struktur auf der schuhzugewandten
Sohlenfläche 14. Wie bereits oben beschrieben, sind die Durchgangsöffnungen 16 durchgängig,
wohingegen die Querkanäle 18 nur in die schuhzugewandte Sohlenfläche 14 eingebracht
und unterbrochen sind.
[0049] Es versteht sich, dass in einer nicht gezeigten Ausführungsform die separate Einlegesohle
zusätzlich auf einer schuhzugewandten Sohlenfläche erfindungsgemäße Querkanäle aufweisen
kann. Auch kann die Einlegesohle mit anderen Ansammlungen oder einer gleichmäßigen
Verteilung von Durchgangsöffnungen versehen sein.
[0050] Fig. 5 zeigt eine Draufsicht auf die Innensohle 10 von ihrer schuhzugewandten Seite
in einer zweiten Ausführungsform. Gekennzeichnet ist der Vorderfußbereich 28 der Innensohle
10 durch einen umrahmenden Kasten.
[0051] Die Innensohle 10 der zweiten Ausführungsform unterscheidet sich gegenüber der Innensohle
10 der ersten Ausführungsform insbesondere dadurch, dass zumindest der Stabilisierungsrand
24 des Vorderfußbereiches 28 abschnittsweise eine Ebene definiert und dass die Ebene
des Stabilisierungsrandes 24 des Vorderfußbereiches 28 mit einer Ebene der Durchgangsöffnungen
16 im Vorderfußbereich 28 übereinstimmt, bündig in der Höhe mit dieser abschließt,
also kollinear zu dieser Ebene ist. Sowohl die Ebene des Stabilisierungsrandes 24
als auch die Ebene der Durchgangsöffnungen 16 sind wiederrum kollinear zur schuhzugewandten
Sohlenfläche 14. Würde man mit der Hand vom linken Stabilisierungsrad zum rechten
Stabilisierungsrand der Innensohle streichen, so wären die einzigen Erhebungen, die
man spüren kann, die Kanalwände 30 der Querkanäle 18, wie insbesondere in Fig. 6 verdeutlicht
ist. Dabei ragen die Kanalwände 30 der Querkanäle 18 zwischen 0,5 bis 2,5 mm, vorzugsweise
zwischen 1,0 bis 2,0 mm über der Ebene der Durchgangsöffnungen 16 hinaus. In der Fig.
6 ist auch deutlich zu erkennen, dass der Stabilisierungsrand 24 zumindest im Vorderfußbereich
28 der Innensohle 10 nach außen hin abgeschrägt ist.
[0052] Die Figuren 7 und 8 zeigen eine dritte Ausführungsform der Innensohle 10. Vom Aufbau
ist die Innensohle 10 der dritten Ausführungsform identisch entweder zur ersten oder
zweiten Ausführungsform und jeweils mit dieser kombinierbar. Der Unterschied der dritten
Ausführungsform zur ersten Ausführungsform bzw. zur zweiten Ausführungsform besteht
darin, dass zumindest im Fersenbereich 32 der Innensohle die fußzugewandte Fußfläche
12 abschnittsweise mit einer Materialschicht 34 überzogen ist, vorzugsweise die hinteren
5 bis 20 Reihen an Durchgangsöffnungen 16. Die Materialschicht 34 weist eine Stärke
zwischen 0,5 mm und 3 mm, vorzugsweise zwischen 1 mm und 2 mm auf.
1. Innensohle (10) für Schuhe, die eine fußzugewandte Fußfläche (12) und eine entgegengesetzt
liegende schuhzugewandte Sohlenfläche (14) aufweist, wobei die Innensohle (10) mit
wenigstens zwei durchgehenden Durchgangsöffnungen (16) versehen ist, wobei die wenigstens
zwei Durchgangsöffnungen (16) sohlenflächenseitig über wenigstens einen in die Sohlenfläche
(14) eingelassenen Querkanal (18) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsöffnungen (16) im Querschnitt eine hexagonale Geometrie aufweisen.
2. Innensohle (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Durchgangsöffnung (16) mit jeweils einer weiteren Durchgangsöffnung (16) über
genau einen Querkanal (18) verbunden ist.
3. Innensohle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Durchgangsöffnung (16) mit mehreren sich sternförmig wegerstreckenden Querkanälen
(18) verbunden ist.
4. Innensohle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Durchgangsöffnung (16) der Innensohle (10) mit wenigstens drei weiteren, vorzugsweise
sechs weiteren Durchgangsöffnungen (16) über entsprechende Querkanäle (18) verbunden
ist.
5. Innensohle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Querkanäle (18) eine Tiefe zwischen 1 und 2,5 mm, vorzugsweise zwischen 1,25
und 2 mm aufweisen.
6. Innensohle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Querkanäle eine Breite zwischen 1 und 2,5 mm, vorzugsweise zwischen 1,25 und
2 mm aufweisen.
7. Innensohle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innensohle (10) aus einem elastischen Kunststoff gefertigt ist.
8. Innensohle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Innensohle (10) um eine Einlegesohle handelt.
9. Innensohle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest im Vorderfußbereich (28) der Innensohle (10) die schuhzugewandte Sohlenfläche
(14) von einem umlaufenden Stabilisierungsrand (24) umrandet ist.
10. Innensohle (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsöffnungen (16) der schuhzugewandten Sohlenfläche (14) zumindest im
Vorderfußbereich (28) eine gemeinsame Ebene definieren und der Stabilisierungsrand
(24) zumindest im Vorderfußbereich (28) abschnittsweise mit dieser Ebene bündig abschließt.
11. Innensohle (10) nach einem der Ansprüche 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Stabilisierungsrand (24) nach außen hin abgeschrägt ist.
12. Innensohle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest im Fersenbereich (32) der Innensohle (10) die fußzugewandte Fußfläche (12)
abschnittsweise mit einer Materialschicht (34) überzogen ist.
13. Innensohle (10) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialschicht (34) eine Dicke zwischen 0,5 mm und 3 mm, vorzugsweise zwischen
1 mm und 2 mm aufweist.
14. Sohlenanordnung, umfassend eine Innensohle (10) mit den Merkmalen nach einem der Ansprüche
1 bis 13 und eine separate Einlegesohle, wobei die separate Einlegesohle zumindest
im Vorderfußbereich (28) wenigstens eine durchgehende Durchgangsöffnung aufweist.
15. Schuh, ausgerüstet mit einer Innensohle (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 oder
mit einer Sohlenanordnung nach Anspruch 14.