[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft neue Verwendungen von Korrosionsinhibitoren in
Kraft- und Schmierstoffen.
[0002] Korrosionsinhibitoren sind gängige Additive in Kraft- und Schmierstoffen, die oftmals
auf säuregruppenhaltigen Strukturen beruhen, z.B. Dimerfettsäuren.
[0003] Nachteilig an diesen Korrosionsinhibitoren ist, daß sie insbesondere in Gegenwart
von Metall-, insbesondere Calcium-Ionen zu Ausfällungen neigen und dadurch ihre korrosionsinhibierende
Wirkung vermindert wird. Die durch diese Ausfällungen gebildeten Ablagerungen können
darüber hinaus die Funktionsweise von Motoren, Motorbestandteilen oder Teilen des
Kraftstoffsystems, insbesondere dem Einspritzsystem, speziell den Einspritzpumpen
oder -düsen, beeinträchtigen.
[0004] Unter dem "Einspritzsystem" wird dabei der Teil des Kraftstoffsystems in Kraftfahrzeugen
von Kraftstoffpumpe bis einschließlich Injektorauslass verstanden. Als "Kraftstoffsystem"
werden dabei die Bauteile von Kraftfahrzeugen verstanden, die mit dem jeweiligen Kraftstoff
in Kontakt stehen, bevorzugt der Bereich von Tank bis einschließlich Injektorauslass.
[0005] Es stelle eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar, daß die erfindungsgemäßen
Verbindungen gegen Korrosion nicht nur im Einspritzsystem wirken, sondern auch im
übrigen Kraftstoffsystem, hier insbesondere gegen Korrosion in Kraftstofffiltern und
-pumpen.
[0006] WO 2015/113681 beschreibt Copolymere aus ethylenisch ungesattigten Mono- oder Dicarbonsäure oder
deren Derivaten und α-Olefinen mit von mindestens 12 bis zu einschließlich 30 Kohlenstoffatomen,
als Additive in Kraft- oder Schmierstoffen.
[0007] WO 2015/114029 beschreibt Copolymere aus ethylenisch ungesattigten Mono- oder Dicarbonsäure oder
deren Derivaten und α-Olefinen mit von mindestens 12 bis zu einschließlich 30 Kohlenstoffatomen,
sowie optional weiteren Monomeren als Korrosionsinhibitoren in Kraft- oder Schmierstoffen.
[0008] Nachteilig ist, daß diese Produkte eine hohe Viskosität aufweisen und in Kraftstoffen
und Lösungsmitteln nur schwer aufzulösen sind.
[0009] WO 2018/007375, beschreibt die Verwendung von Terpolymeren aus C20-C24 Olefin, Maleinsäureanhydrid
und Laurylacrylat in Kraftstoffen zur Entfernung und/oder Verhinderung von Ablagerungen
im Kraftstoffsystem und/oder Einspritzsystem von direkteinspritzenden Diesel- und/oder
Benzinmotoren.
[0010] Es bestand daher die Aufgabe, Korrosionsinhibitoren zur Verfügung zu stellen, die
eine erhöhte Verträglichkeit gegen Calcium-Ionen und eine gute Verträglichkeit und
Formulierbarkeit in Kaftstoffadditivpaketen zeigen und dabei ihre Wirkung als Korrosionsinhibitor
behalten.
[0011] Die Aufgabe wird gelöst durch
die Verwendung von Copolymeren, erhältlich durch
- in einem ersten Reaktionsschritt (I) Copolymerisation von
- (A) mindestens einer ethylenisch ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure oder deren
Derivate, bevorzugt einer Dicarbonsäure oder deren Derivate, besonders bevorzugt dem
Anhydrid einer Dicarbonsäure,
- (B) mindestens einem α-Olefin mit von mindestens 12 bis zu einschließlich 30 Kohlenstoffatomen,
- (C) optional mindestens einem weiteren, mindestens 4 Kohlenstoffatome aufweisenden,
aliphatischen oder cycloaliphatischen Olefin, das ein anderes als (B) ist und
- (D) mindestens einem (Meth)acrylsäureester von Alkoholen, die mindestens 5 Kohlenstoffatome
aufweisen,
gefolgt von
- in einem zweiten optionalen Reaktionsschritt (II) teilweise oder vollständige Hydrolyse
der im aus (I) erhaltenen Copolymer enthaltenen Anhydridfunktionalitäten und/oder
teilweise Verseifung von im aus (I) erhaltenen Copolymer enthaltenen Carbonsäureesterfunktionalitäten,
als Korrosionsinhibitoren in Kraft- oder Schmierstoffen, bevorzugt in Kraftstoffen,
besonders bevorzugt in Kraftstoffen, die einen Gehalt an Alkali- und/oder Erdalkalimetallen
und/oder Zink von mindestens 0,1 Gew.ppm aufweisen.
[0012] Die beschriebenen Polymere zeigen einen besonderen Vorteil in Kraft- oder Schmierstoffen,
besonders in Kraftstoffen, die einen Gehalt an Alkali- und/oder Erdalkalimetallen
und/oder Zink von mindestens 0,1 Gew.ppm aufweisen, besonders bevorzugt mindestens
0,2 Gew.ppm, ganz besonders bevorzugt mindestens 0,3 Gew.ppm und insbesondere mindestens
0,5 Gew.ppm.
[0013] Es stellt einen Vorteil der beschriebenen Polymere dar, daß sie ihre korrosionsinhibierende
Wirkung auch in Gegenwart von Alkali- und/oder Erdalkalimetallen und/oder Zink zeigen,
bevorzugt auch in Gegenwart von Erdalkalimetallen. Der Gehalt an Alkali- und/oder
Erdalkalimetallen in Kraftstoffen rührt beispielsweise her durch Vermischung mit Alkali-
und/oder Erdalkalimetallenhaltigen Schmierstoffen, beispielsweise in der Kraftstoffpumpe.
Ferner können Alkali- und/oder Erdalkalimetalle aus nicht oder unzureichend entsalzten
Kraftstoffadditiven stammen, beispielsweise Trägerölen. Durch das Einschleppen von
Alkali- und/oder Erdalkalimetallen in die Kraftstoffe können die oben genannten Nachteile
hervorgerufen werden. Eine Quelle für Zink sind beispielsweise anti-wear Additive.
[0014] Als Alkalimetalle zu nennen sind besonders Natrium und Kalium, insbesondere Natrium.
[0015] Als Erdalkalimetalle zu nennen sind besonders Magnesium und Calcium, insbesondere
Calcium.
Ferner ist Zink hervorzuheben
[0016] Mit besonderem Vorteil sind die beschriebenen Polymere auch in Gegenwart von Calcium
noch aktiv und zeigen keine Ausfällungen.
[0017] Die angegebenen Mengen an Alkali- und/oder Erdalkalimetallen und/oder Zink beziehen
sich dabei jeweils auf einzelne Metallspezies.
A1) Spezielle Ausführungsformen
[0018] Spezielle Ausführungsformen der Erfindung sind:
- 1. Verwendung von Copolymeren, erhältlich durch
- in einem ersten Reaktionsschritt (I) Copolymerisation von
- (A) mindestens einer ethylenisch ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure oder deren
Derivate, bevorzugt einer Dicarbonsäure oder deren Derivate, besonders bevorzugt dem
Anhydrid einer Dicarbonsäure,
- (B) mindestens einem α-Olefin mit von mindestens 12 bis zu einschließlich 30 Kohlenstoffatomen,
- (C) optional mindestens einem weiteren, mindestens 4 Kohlenstoffatome aufweisenden,
aliphatischen oder cycloaliphatischen Olefin, das ein anderes als (B) ist und
- (D) mindestens einem (Meth)acrylsäureester von Alkoholen, die mindestens 5 Kohlenstoffatome
aufweisen,
gefolgt von
- in einem zweiten optionalen Reaktionsschritt (II) teilweise oder vollständige Hydrolyse
der im aus (I) erhaltenen Copolymer enthaltenen Anhydridfunktionalitäten und/oder
teilweise Verseifung von im aus (I) erhaltenen Copolymer enthaltenen Carbonsäureesterfunktionalitäten,
als Korrosionsinhibitoren in Kraft- oder Schmierstoffen.
- 2. Verwendung nach der Ausführungsform 1 als Korrosionsinhibitoren in Kraftstoffen.
- 3. Verwendung nach einer der vorstehenden Ausführungsformen als Korrosionsinhibitoren
in Kraftstoffen, die einen Gehalt an Alkali- und/oder Erdalkalimetallen und/oder Zink
von mindestens 0,1 Gew.ppm aufweisen.
- 4. Verwendung nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei der Kraftstoff
ausgewählt unter Dieselkraftstoffen, Biodieselkraftstoffen, Ottokraftstoffen, und
Alkanol-haltigen Ottokraftstoffen.
- 5. Verwendung nach einer der Ausführungsformen, wobei der Kraftstoff ein Ottokraftstoff
ist.
- 6. Verwendung nach einer der Ausführungsformen 1 bis 3, wobei der Kraftstoff ein Dieselkraftstoff
ist.
Beschreibung des Copolymers
[0019] Bei dem Monomer (A) handelt es sich um mindestens eine, bevorzugt ein bis drei, besonders
bevorzugt ein oder zwei und ganz besonders bevorzugt genau eine ethylenisch ungesättigte,
bevorzugt α,β-ethylenisch ungesättigte Mono- oder Dicarbonsäure oder deren Derivate,
bevorzugt einer Dicarbonsäure oder deren Derivate, besonders bevorzugt dem Anhydrid
einer Dicarbonsäure, ganz besonders bevorzugt Maleinsäureanhydrid.
[0020] Unter Derivaten werden dabei verstanden
- die betreffenden Anhydride in monomerer oder auch polymerer Form,
- Mono- oder Dialkylester, bevorzugt Mono- oder Di-C1-C4-alkylester, besonders bevorzugt Mono- oder Dimethylester oder die entsprechenden
Mono- oder Diethylester, sowie
- gemischte Ester, bevorzugt gemischte Ester mit unterschiedlichen C1-C4-Alkylkomponenten, besonders bevorzugt gemischte Methylethylester.
[0021] Bevorzugt handelt es sich bei den Derivaten um Anhydride in monomerer Form oder Di-C
1-C
4-alkylester, besonders bevorzugt um Anhydride in monomerer Form.
[0022] Unter C
1-C
4-Alkyl wird im Rahmen dieser Schrift Methyl, Ethyl,
iso-Propyl, n-Propyl, n-Butyl,
isoButyl,
sek-Butyl und
tert-Butyl verstanden, bevorzugt Methyl und Ethyl, besonders bevorzugt Methyl.
[0023] Bei der α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure handelt es sich um
solche Mono- oder Dicarbonsäuren bzw. deren Derivate, bei denen die Carboxylgruppe
oder im Fall von Dicarbonsäuren mindestens eine Carboxylgruppe, bevorzugt beide Carboxylgruppen
mit der ethylenisch ungesättigten Doppelbindung konjugiert sind.
[0024] Beispiele für ethylenisch ungesättigte Mono- oder Dicarbonsäure, die nicht α,β-ethylenisch
ungesättigt sind, sind cis-5-Norbornen-endo-2,3-dicarbonsäureanhydrid, exo-3,6-Epoxy-1,2,3,6-tetrahydrophthalsäureanhydrid
und cis-4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäure anhydrid.
[0025] Beispiele für α,β-ethylenisch ungesättigten Monocarbonsäuren sind Acrylsäure, Methacrylsäure,
Crotonsäure und Ethylacrylsäure, bevorzugt Acrylsäure und Methacrylsäure, in dieser
Schrift kurz als (Meth)acrylsäure bezeichnet, und besonders bevorzugt Acrylsäure.
[0026] Besonders bevorzugte Derivate von α,β-ethylenisch ungesättigten Monocarbonsäuren
sind Acrylsäuremethylester, Acrylsäureethylester, Acrylsäure-n-butylester und Methacrylsäuremethylester.
[0027] Beispiele für Dicarbonsäuren sind Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure (2-Methylenbutandisäure),
Citraconsäure (2-Methylmaleinsäure), Glutaconsäure (Pent-2-en-1,5-dicarbonsäure),
2,3-Dimethylmaleinsäure, 2-Methylfumarsäure, 2,3-Dimethylfumarsäure, Methylenmalonsäure
und Tetrahydrophthalsäure, bevorzugt um Maleinsäure und Fumarsäure und besonders bevorzugt
um Maleinsäure und deren Derivate.
[0028] Insbesondere handelt es sich bei dem Monomer (A) um Maleinsäureanhydrid.
[0029] Bei dem Monomer (B) handelt es sich um mindestens ein, bevorzugt ein bis vier, besonders
bevorzugt ein bis drei, ganz besonders bevorzugt ein oder zwei und insbesondere genau
ein α-Olefin mit von mindestens 12 bis zu einschließlich 30 Kohlenstoffatomen. Die
α-Olefine (B) weisen bevorzugt mindestens 14, besonders bevorzugt mindestens 16 und
ganz besonders bevorzugt mindestens 18 Kohlenstoffatome auf. Bevorzugt weisen die
α-Olefine (B) bis einschließlich 28, besonders bevorzugt bis einschließlich 26 und
ganz besonders bevorzugt bis einschließlich 24 Kohlenstoffatome auf.
[0030] Bevorzugt kann es sich bei den α-Olefinen um lineare oder verzweigte, bevorzugt lineare
1-Alkene handeln.
[0031] Beispiele dafür sind 1-Dodecen, 1-Tridecen, 1-Tetradecen, 1-Pentadecen, 1-Hexadecen,
1-Heptadecen, 1- Octadecen, 1-Nonodecen, 1-Eicosen, 1-Docosen, 1-Tetracosen, 1-Hexacosen,
wovon 1- Octadecen, 1-Eicosen, 1-Docosen und 1-Tetracosen, sowie deren Gemische bevorzugt
werden.
[0032] Weitere Beispiele für α-Olefin (B) sind solche Olefine, bei denen es sich um Oligomere
oder Polymere von C
2- bis C
12-Olefinen handelt, bevorzugt von C
3- bis C
10-Olefinen, besonders bevorzugt von C
4- bis C
6-Olefinen. Beispiele dafür sind Ethen, Propen, 1-Buten, 2-Buten, iso-Buten, Penten-Isomere
sowie Hexen-Isomere, bevorzugt sind Ethen, Propen, 1-Buten, 2-Buten und iso-Buten.
[0033] Namentlich als α-Olefine (B) genannt seien Oligomere und Polymere von Propen, 1-Buten,
2-Buten, iso-Buten, sowie deren Mischungen, besonders Oligomere und Polymere von Propen
oder iso-Buten oder von Mischungen aus 1-Buten und 2-Buten. Unter den Oligomeren sind
die Trimere, Tetramere, Pentamere und Hexamere sowie deren Gemische bevorzugt.
[0034] Zusätzlich zu dem Olefin (B) kann optional mindestens ein, bevorzugt ein bis vier,
besonders bevorzugt ein bis drei, ganz besonders bevorzugt ein oder zwei und insbesondere
genau ein weiteres, mindestens 4 Kohlenstoffatome aufweisendes, aliphatisches oder
cycloaliphatisches Olefin (C), das ein anderes als (B) ist, in das erfindungsgemäße
Copolymer einpolymerisiert werden.
[0035] Bei den Olefinen (C) kann es sich um Olefine mit endständiger (a-) Doppelbindung
handeln oder solche mit nicht-endständiger Doppelbindung, bevorzugt mit α-Doppelbindung.
Bevorzugt handelt es sich bei dem Olefin (C) um Olefine mit 4 bis weniger als 12 oder
mehr als 30 Kohlenstoffatomen. Sofern es sich bei dem Olefin (C) um ein Olefin mit
12 bis 30 Kohlenstoffatomen handelt, so weist dieses Olefin (C) keine α-ständige Doppelbindung
auf.
[0036] Beispiele für aliphatische Olefine (C) sind 1-Buten, 2-Buten, iso-Buten, Penten-Isomere,
Hexen-Isomere, Hepten-Isomere, Octen-Isomere, Nonen-Isomere, Decen-Isomere, Undecen-Isomere
sowie deren Gemische.
[0037] Beispiele für cycloaliphatische Olefine (C) sind Cyclopenten, Cyclohexen, Cycloocten,
Cyclodecen, Cyclododecen, α- oder β-Pinen und deren Gemische, Limonen und Norbornen.
[0038] Weitere Beispiele für Olefine (C) sind mehr als 30 Kohlenstoffatome aufweisende Polymere
von Propen, 1-Buten, 2-Buten oder iso-Buten oder solche enthaltende Olefingemische,
bevorzugt von iso-Buten oder solches enthaltende Olefingemische, besonders bevorzugt
mit einem mittleren Molekulargewicht M
w im Bereich von 500 bis 5000 g/mol, bevorzugt 650 bis 3000, besonders bevorzugt 800
bis 1500 g/mol.
[0039] Bevorzugt weisen die iso-Buten in einpolymerisierter Form enthaltenden Oligomere
oder Polymere einen hohen Gehalt an terminal angeordneten ethylenischen Doppelbindungen
(a-Doppelbindungen) auf, beispielsweise wenigstens 50 Mol-%, bevorzugt wenigstens
60 Mol-%, besonders bevorzugt wenigstens 70 Mol-% und ganz besonders bevorzugt wenigstens
80 Mol-%.
[0040] Für die Herstellung solcher iso-Buten in einpolymerisierter Form enthaltender Oligomere
oder Polymere eignen sich als Isobuten-Quelle sowohl Rein-Isobuten als auch Isobuten-haltige
C4-Kohlenwasserstoffströme, beispielsweise C4-Raffinate, insbesondere "Raffinat 1",
C4-Schnitte aus der Isobutan-Dehydrierung, C4-Schnitte aus Steamcrackern und aus FCC-Crackern
(fluid catalysed cracking), sofern sie weitgehend von darin enthaltenem 1,3-Butadien
befreit sind. Ein C4-Kohlenwasserstoffstrom aus einer FCC-Raffinerieeinheit ist auch
als "b/b"-Strom bekannt. Weitere geeignete Isobuten-haltige C4-Kohlenwasserstoffströme
sind beispielsweise der Produktstrom einer Propylen-Isobutan-Cooxidation oder der
Produktstrom aus einer Metathese-Einheit, welche in der Regel nach üblicher Aufreinigung
und/oder Aufkonzentrierung eingesetzt werden. Geeignete C4-Kohlenwasserstoffströme
enthalten in der Regel weniger als 500 ppm, vorzugsweise weniger als 200 ppm, Butadien.
Die Anwesenheit von 1-Buten sowie von cis- und trans-2-Buten ist weitgehend unkritisch.
Typischerweise liegt die Isobutenkonzentration in den genannten C4-Kohlenwasserstoffströmen
im Bereich von 40 bis 60 Gew.-%. So besteht Raffinat 1 in der Regel im wesentlichen
aus 30 bis 50 Gew.-% Isobuten, 10 bis 50 Gew.-% 1-Buten, 10 bis 40 Gew.-% cis- und
trans-2-Buten sowie 2 bis 35 Gew.-% Butanen; beim erfindungsgemäßen Polymerisationsverfahren
verhalten sich die unverzeigten Butene im Raffinat 1 in der Regel praktisch inert
und nur das Isobuten wird polymerisierteiner bevorzugten Ausführungsform setzt man
als Monomerquelle für die Polymerisation einen technischen C4-Kohlenwasserstoffstrom
mit einem Isobuten-Gehalt von 1 bis 100 Gew.-%, insbesondere von 1 bis 99 Gew.-%,
vor allem von 1 bis 90 Gew.-%, besonders bevorzugt von 30 bis 60 Gew.-%, insbesondere
einen Raffinat 1-Strom, einen b/b-Strom aus einer FCC-Raffinerieeinheit, einen Produktstrom
einer Propylen-Isobutan-Cooxidation oder einen Produktstrom aus einer Metathese-Einheit
ein.
[0041] Insbesondere bei Verwendung eines Raffinat 1-Stromes als Isobutenquelle hat sich
die Verwendung von Wasser als alleinigem oder als weiterem Initiator bewährt, vor
allem wenn man bei Temperaturen von -20°C bis +30°C, insbesondere von 0°C bis +20°C,
polymerisiert. Bei Temperaturen von -20°C bis +30°C, insbesondere von 0°C bis +20°C,
kann man bei Verwendung eines Raffinat 1-Stromes als Isobutenquelle jedoch auch auf
den Einsatz eines Initiators verzichten.
[0042] Das genannte Isobuten-haltige Monomerengemisch kann geringe Mengen an Kontaminanten
wie Wasser, Carbonsäuren oder Mineralsäuren enthalten, ohne dass es zu kritischen
Ausbeute- oder Selektivitätseinbußen kommt. Es ist zweckdienlich, eine Anreicherung
dieser Verunreinigungen zu vermeiden, indem man solche Schadstoffe beispielsweise
durch Adsorption an feste Adsorbentien wie Aktivkohle, Molekularsiebe oder Ionenaustauscher,
aus dem Isobuten-haltigen Monomerengemisch entfernt.
[0043] Es können, wenn auch weniger bevorzugt, auch Monomermischungen von Isobuten beziehungsweise
des Isobuten-haltigen Kohlenwasserstoffgemischs mit olefinisch ungesättigten Monomeren,
welche mit Isobuten copolymerisierbar sind, umgesetzt werden. Sofern Monomermischungen
des Isobutens mit geeigneten Comonomeren copolymerisiert werden sollen, enthält die
Monomermischung vorzugsweise wenigstens 5 Gew.-%, besonders bevorzugt wenigstens 10
Gew.- % und insbesondere wenigstens 20 Gew.-% Isobuten, und vorzugsweise höchstens
95 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens 90 Gew.-% und insbesondere höchstens 80 Gew.-%
Comonomere.
[0044] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Stoffgemisch der Olefine (B) und optional
(C) gemittelt auf ihre Stoffmengen mindestens 12 Kohlenstoffatome auf, bevorzugt mindestens
14, besonders bevorzugt mindestens 16 und ganz besonders bevorzugt mindestens 17 Kohlenstoffatome
auf.
[0045] So weist beispielsweise ein 2:3-Gemisch aus Docosen und Tetradecen einen gemittelten
Wert für die Kohlenstoffatome von 0,4 x 22 + 0,6 x 14 = 17,2 auf.
[0046] Die Obergrenze ist weniger relevant und beträgt in der Regel nicht mehr als 60 Kohlenstoffatome,
bevorzugt nicht mehr als 55, besonders bevorzugt nicht mehr als 50, ganz besonders
bevorzugt nicht mehr als 45 und insbesondere nicht mehr als 40 Kohlenstoffatome.
[0047] Das Monomer (D) ist mindestens ein, bevorzugt ein bis drei, besonders bevorzugt ein
oder zwei und ganz besonders bevorzugt genau ein (Meth)acrylsäureester von Alkoholen,
die mindestens 5 Kohlenstoffatome aufweisen.
[0048] Bevorzugte (Meth)acrylsäureester (D) sind (Meth)acrylsäureester von C
5- bis C
18-Alkanolen, bevorzugt von n-Pentanol, n-Hexanol, n-Heptanol, n-Octanol, n-Decanol,
n-Dodecanol (Laurylalkohol), Tridecanol Isomerengemischen, n-Tetradecanol, n-Hexadecanol,
Heptadecanol Isomerengemischen, n-Octadecanol, 2-Ethylhexanol oder 2-Propylheptanol.
Dabei sind die Acrylester gegenüber den Methacrylestern bevorzugt. Besonders bevorzugt
sind Acrylsäuredodecylester, Acrylsäure-2-ethylhexylester und Acrylsäure-2-propylheptylester.
[0049] In einer besonderen Ausführungsform handelt es sich bei dem Alkohol um ein Gemisch
aus 13 Kohlenstoffatome aufweisenden Alkoholen, besonders bevorzugt erhältlich durch
Oligomerisierung von C
2-C
6-Olefinen, insbesondere C
3- oder C
4-Olefinen, und anschließender Hydroformylierung.
[0050] In einer weiteren besonderen Ausführungsform handelt es sich bei dem Alkohol um ein
Gemisch aus 17 Kohlenstoffatome aufweisenden Alkoholen, besonders bevorzugt um ein
solches, das durch Hydroformylierung aus einem C
16-Olefingemisch erhältlich ist, das seinerseits durch Oligomerisierung eines Olefingemisches
erhältlich ist, das überwiegend vier Kohlenstoffatome aufweisende Kohlenwasserstoffe
enthält.
[0051] Im statistischen Mittel weist dieses Olefingemisch 15 bis 17 Kohlenstoffatome auf,
bevorzugt 15,1 bis 16,9, besonders bevorzugt 15,2 bis 16,8, ganz besonders bevorzugt
15,5 bis 16,5 und insbesondere 15,8 bis 16,2.
[0052] In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform weist dieser Alkohol einen mittleren
Verzweigungsgrad, gemessen als ISO-Index, von 2,8 bis 3,7 auf.
[0053] Insbesondere wird dieser Alkohol erhalten nach einem Verfahren wie beschrieben in
WO 2009/124979 A1, dort besonders Seite 5, Zeile 4 bis Seite 16, Zeile 29, sowie der Beispiele von
Seite 19, Zeile 19 bis Seite 21, Zeile 25, das hiermit durch Bezugnahme Bestandteil
der vorliegenden Offenbarung sei.
[0054] Nach diesem bevorzugten Verfahren läßt sich als Produkt der Übergangsmetall-katalysierten
Oligomerisierung von Olefinen mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen ein C
17-Alkoholgemisch mit besonders vorteilhaften anwendungstechnischen Eigenschaften herstellen.
Dabei wird zunächst aus dem Produkt der Olefinoligomerisierung ein C
16-Olefingemisch destillativ isoliert und erst anschließend dieses C
16-Olefingemisch einer Hydroformylierung unterzogen. Somit gelingt es, ein höher verzweigtes
C
17-Alkoholgemisch mit besonders vorteilhaften anwendungstechnischen Eigenschaften bereitzustellen.
[0055] Das Einbauverhältnis der Monomere (A) und (B) und (D) sowie optional (C) im aus dem
Reaktionsschritt (I) erhaltenen Copolymer ist in der Regel wie folgt:
Das molare Verhältnis von (A) / ((B) und (C)) (in Summe) beträgt in der Regel von
10:1 bis 1:10, bevorzugt 8:1 bis 1:8, besonders bevorzugt 5:1 bis 1:5, ganz besonders
bevorzugt 3:1 bis 1:3, insbesondere 2:1 bis 1:2 und speziell 1,5:1 bis 1:1,5. Für
den besonderen Fall von Maleinsäureanhydrid als Monomer (A) beträgt das molare Einbauverhältnis
von Maleinsäureanhydrid zu Monomeren ((B) und (C)) (in Summe) etwa 1:1. Um einen vollständigen
Umsatz des α-Olefins (B) zu erzielen kann es dennoch sinnvoll sein, Maleinsäureanhydrid
in einem leichten Überschuß gegenüber dem α-Olefin einzusetzen, beispielsweise 1,01
- 1,5:1, bevorzugt 1,02 - 1,4:1, besonders bevorzugt 1,05 - 1,3:1, ganz besonders
bevorzugt 1,07 - 1,2:1 und insbesondere 1,1 - 1,15:1.
[0056] Das molare Verhältnis vom obligaten Monomer (B) zum optionalen Monomer (C), soweit
es anwesend ist, beträgt in der Regel von 1 : 0,05 bis 10, bevorzugt von 1 : 0,1 bis
6, besonders bevorzugt von 1 : 0,2 bis 4, ganz besonders bevorzugt von 1 : 0,3 bis
2,5 und speziell 1 : 0,5 bis 1,5.
[0057] In einer bevorzugten Ausführungsform ist zusätzlich zu Monomer (B) kein optionales
Monomer (C) anwesend.
[0058] Der Anteil an einem oder mehreren der (Meth)acrylsäureester (D) bezogen auf die Menge
der Monomere (A), (B) sowie optional (C) (in Summe) beträgt in der Regel 5 bis 200
mol%, bevorzugt 10 bis 150 mol%, besonders bevorzugt 15 bis 100 mol%, ganz besonders
bevorzugt 20 bis 50 mol% und insbesondere mehr als 20 bis 33 mol%.
[0059] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform besteht das Copolymer aus den Monomeren
(A) und (B) und (D).
[0060] In einem zweiten optionalen Reaktionsschritt (II) können die im aus (I) erhaltenen
Copolymer enthaltenen Anhydrid- oder Carbonsäureesterfunktionalitäten teilweise oder
vollständig hydrolysiert und/oder verseift werden. Bevorzugt werden im Reaktionsschritt
(II) Anhydridfunktionalitäten hydrolysiert und Carbonsäureesterfunktionalitäten im
wesentlichen intakt gelassen.
[0061] In einer weniger bevorzugten Ausführungsform bleiben mehr als 90% der enthaltenen
Anhydrid- und Carbonsäureesterfunktionalitäten nach dem Reaktionsschritt (II) intakt,
bevorzugt mindestens 92%, besonders bevorzugt mindestens 94%, ganz besonders bevorzugt
mindestens 95%, insbesondere mindestens 97% und speziell mindestens 98%.
[0062] Es ist möglich, daß bis zu 99,9% der enthaltenen Anhydrid- und Carbonsäureesterfunktionalitäten
nach dem Reaktionsschritt (II) intakt bleiben, bevorzugt bis zu 99,8%, besonders bevorzugt
bis zu 99,7%, ganz besonders bevorzugt bis zu 99,5% und insbesondere bis zu 99%.
[0063] In einer weiteren weniger bevorzugten Ausführungsform wird der Reaktionsschritt (II)
nicht durchlaufen, so daß 100% der im aus Reaktionsschritt (I) erhaltenen Copolymer
enthaltenen Anhydrid- und Carbonsäureesterfunktionalitäten, besonders der enthaltenen
Anhydridfunktionalitäten intakt bleiben.
[0064] Es stellt eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar, den Reaktionsschritt
(II) zu durchlaufen und mindestens 10% der enthaltenen Anhydrid- und Carbonsäureesterfunktionalitäten
zu hydrolysieren bzw. verseifen. Besonders bevorzugt werden mindestens 25%, ganz besonders
bevorzugt mindestens 50%, insbesondere mindestens 75%, speziell mindestens 85% und
sogar mindestens 90% der enthaltenen Anhydrid- und Carbonsäureesterfunktionalitäten
hydrolysiert bzw. verseift. Bevorzugt werden im Reaktionsschritt (II) Anhydridfunktionalitäten
hydrolysiert und Carbonsäureesterfunktionalitäten im wesentlichen intakt gelassen.
[0065] Bevorzugt werden die Anhydridfunktionalitäten vollständig hydrolysiert, besonders
bevorzugt bis zu 99,9%, ganz besonders bevorzugt bis zu 99,5%, insbesondere bis zu
99% und speziell bis zu 95%.
[0066] Eine Hydrolyse in Reaktionsschritt (II) wird dann durchlaufen, wenn als Derivat des
Monomers (A) ein Anhydrid, bevorzugt das Anhydrid einer Dicarbonsäure eingesetzt wird,
wohingegen bei Einsatz eines Esters als Monomer (A) eine Verseifung bzw. Hydrolyse
durchlaufen werden kann.
[0067] Für eine Hydrolyse wird bezogen auf die enthaltenen Anhydridfunktionalitäten die
Menge Wasser hinzugegeben, die dem gewünschten Hydrolysegrad entspricht und das aus
(I) erhaltene Copolymer in Gegenwart des zugegebenen Wassers erwärmt. Im Fall einer
bevorzugten vollständigen Hydrolyse von Anhydridgruppen kann auch mehr als die erforderliche
äquimolare Menge Wasser zugegeben werden, beispielsweise die mindestens 1,05-fache,
bevorzugt die mindestens 1,1-fache, besonders bevorzugt die mindestens 1,2-fache und
ganz besonders bevorzugt die mindestens 1,25-fache molare Menge Wasser. In der Regel
ist dafür eine Temperatur von vorzugsweise 20 bis 150°C ausreichend, bevorzugt 60
bis 100°C. Falls erforderlich kann die Reaktion unter Druck durchgeführt werden, um
das Entweichen von Wasser zu verhindern. Unter diesen Reaktionsbedingungen werden
in der Regel selektiv die Anhydridfunktionalitäten im Copolymer umgesetzt, wohingegen
etwaige im Copolymer enthaltene Carbonsäureesterfunktionalitäten nicht oder zumindest
nur untergeordnet reagieren.
[0068] Für eine Verseifung wird das Copolymer mit einer Menge einer starken Base in Gegenwart
von Wasser umgesetzt, die dem gewünschten Verseifungsgrad entspricht.
[0069] Als starke Basen können bevorzugt Hydroxide, Oxide, Carbonate oder Hydrogencarbonate
von Alkali- oder Erdalkalimetallen eingesetzt werden.
[0070] Das aus (I) erhaltene Copolymer wird dann in Gegenwart des zugegebenen Wassers und
der starken Base erwärmt. In der Regel ist dafür eine Temperatur von vorzugsweise
20 bis 130°C ausreichend, bevorzugt 50 bis 110°C. Falls erforderlich kann die Reaktion
unter Druck durchgeführt werden.
[0071] Es ist auch möglich, die Carbonsäureesterfunktionalitäten mit Wasser in Gegenwart
einer Säure zu hydrolysieren. Als Säuren werden dabei bevorzugt Mineral-, Carbon-,
Sulfon- oder phosphorhaltige Säuren mit einem pKs-Wert von nicht mehr als 5, besonders
bevorzugt nicht mehr als 4 eingesetzt.
[0072] Beispiele sind Essigsäure, Ameisensäure, Oxalsäure, Salicylsäure, substituierte Bernsteinsäuren,
am Aromaten substituierte oder unsubstituierte Benzolsulfonsäuren, Schwefelsäure,
Salpetersäure, Salzsäure oder Phosphorsäure, denkbar ist auch der Einsatz von sauren
lonentauscherharzen.
[0073] Das aus (I) erhaltene Copolymer wird dann in Gegenwart des zugegebenen Wassers und
der Säure erwärmt. In der Regel ist dafür eine Temperatur von vorzugsweise 40 bis
200°C ausreichend, bevorzugt 80 bis 150°C. Falls erforderlich kann die Reaktion unter
Druck durchgeführt werden.
[0074] Sollten die aus Schritt (II) erhaltenen Copolymere noch Reste von Säureanionen enthalten,
so kann es bevorzugt sein, diese Säureanionen mit Hilfe eines lonentauschers aus dem
Copolymer zu entfernen und bevorzugt gegen Hydroxidionen oder Carboxylationen, besonders
bevorzugt Hydroxidionen auszutauschen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die
im Copolymer enthaltenen Säureanionen Halogenide, schwefelhaltig oder stickstoffhaltig
sind.
[0075] Das aus Reaktionsschritt (II) erhaltene Copolymer weist in der Regel ein gewichtsmittleres
Molekulargewicht Mw von 0,5 bis 20 kDa auf, bevorzugt 0,6 bis 15, besonders bevorzugt
0,7 bis 7, ganz besonders bevorzugt 1 bis 7 und insbesondere 1,5 bis 54 kDa auf (bestimmt
durch Gelpermeationschromatographie mit Tetrahydrofuran und Polystyrol als Standard).
[0076] Das zahlenmittlere Molekulargewicht Mn beträgt zumeist von 0,5 bis 10 kDa, bevorzugt
0,6 bis 5, besonders bevorzugt 0,7 bis 4, ganz besonders bevorzugt 0,8 bis 3 und insbesondere
1 bis 2 kDa auf (bestimmt durch Gelpermeationschromatographie mit Tetrahydrofuran
und Polystyrol als Standard).
[0077] Die Polydispersität beträgt in der Regel von 1 bis 10, bevorzugt von 1,1 bis 8, besonders
bevorzugt von 1,2 bis 7, ganz besonders bevorzugt von 1,3 bis 5 und insbesondere von
1,5 bis 3.
[0078] Die Säurezahlen gemäß DIN EN ISO 2114 (Titration mit KOH, potentiometrisch) der Copolymere
nach Durchlaufen des Reaktionsschrittes (II) (bezogen auf den Festkörper in Abwesenheit
von Lösungsmittel) liegen bevorzugt von 5 bis 100 mg KOH/g Copolymer, besonders bevorzugt
von 7 bis 90 mg KOH/g und ganz besonders bevorzugt von 10 bis 80 mg/g Copolymer.
[0079] In einer bevorzugten Ausführungsform enthalten die Copolymere einen hohen Anteil
an benachbarten Carbonsäuregruppen, was durch eine Messung der Adjazenz (engl. Adjacency)
bestimmt wird. Dazu wird eine Probe des Copolymers für eine Dauer von 30 Minuten bei
einer Temperatur von 290 °C zwischen zwei Teflonfolien getempert und an einer blasenfreien
Stelle ein FTIR Spektrum aufgenommen. Von den erhaltenen Spektren wird das IR-Spektrum
von Teflon subtrahiert, die Schichtdicke bestimmt und der Gehalt an cyclischem Anhydrid
bestimmt.
[0080] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Adjazenz mindestens 10 %, bevorzugt
mindestens 15%, besonders bevorzugt mindestens 20%, ganz besonders bevorzugt mindestens
25% und insbesondere mindestens 30%.
Verwendung
[0081] Die erfindungsgemäße Verwendung betrifft die Inhibierung der Korrosion von Eisen-,
Stahl-, Magnesium-, Aluminium- und/oder Buntmetalloberflächen, sowie deren Legierungen.
[0082] Unter den Buntmetallen sind dabei Kupfer, Zink und deren Legierungen bevorzugt, sowie
Messing und Bronze.
[0083] Besonders bevorzugt wird die Korrosion von Stahloberflächen inhibiert.
[0084] Die beschriebenen Polymere werden Kraftstoffen, die optional den oben spezifizierten
Gehalt an Alkali- und/oder Erdalkalimetallen und/oder Zink aufweisen können, in der
Regel in Mengen von 1 bis 60, bevorzugt 5 bis 40 Gew. ppm zugesetzt.
[0085] Häufig werden die beschriebenen Polymere in Form von Kraftstoffadditivgemischen eingesetzt,
zusammen mit üblichen Additiven:
Im Falle von Dieselkraftstoffen sind dies in erster Linie übliche Detergenz-Additive,
Trägeröle, Kaltfließverbesserer, Schmierfähigkeitsverbesserer (Lubricity Improver),
andere Korrosionsinhibitoren als die beschriebenen Polymere, Demulgatoren, Dehazer,
Antischaummittel, Cetanzahlverbesserer, Verbrennungsverbesserer, Antioxidantien oder
Stabilisatoren, Antistatika, Metallocene, Metalldeaktivatoren, Farbstoffe und/oder
Lösungsmittel.
[0086] Demgemäß ist ein weiterer Gegenstand der Erfindung die Verwendung von Copolymeren,
erhältlich durch
- in einem ersten Reaktionsschritt (I) Copolymerisation von
- (A) mindestens einer ethylenisch ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure oder deren
Derivate, bevorzugt einer Dicarbonsäure oder deren Derivate, besonders bevorzugt dem
Anhydrid einer Dicarbonsäure,
- (B) mindestens einem α-Olefin mit von mindestens 12 bis zu einschließlich 30 Kohlenstoffatomen,
- (C) optional mindestens einem weiteren, mindestens 4 Kohlenstoffatome aufweisenden,
aliphatischen oder cycloaliphatischen Olefin, das ein anderes als (B) ist und
- (D) mindestens einem (Meth)acrylsäureester von Alkoholen, die mindestens 5 Kohlenstoffatome
aufweisen,
gefolgt von
- in einem zweiten optionalen Reaktionsschritt (II) teilweise oder vollständige Hydrolyse
der im aus (I) erhaltenen Copolymer enthaltenen Anhydridfunktionalitäten und/oder
teilweise Verseifung von im aus (I) erhaltenen Copolymer enthaltenen Carbonsäureesterfunktionalitäten,
[0087] in Additivpaketen, enthaltend mindestens ein Additiv ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Detergenz-Additiven, Trägerölen, Kaltfließverbesserern, Schmierfähigkeitsverbesserern
(Lubricity Improver), andere Korrosionsinhibitoren als die beschriebenen Polymere,
Demulgatoren, Dehazern, Antischaummitteln, Cetanzahlverbesserern, Verbrennungsverbesserern,
Antioxidantien, Stabilisatoren, Antistatika, Metallocenen, Metalldeaktivatoren, Farbstoffen
und Lösungsmitteln, zur Verminderung der Korrosion in Dieselkraftstoffen, die optional
einen Gehalt an Alkali- und/oder Erdalkalimetallen und/oder Zink von mindestens 0,1
Gew.ppm aufweisen können.
[0088] Im Falle von Ottokraftstoffen sind dies vor allem Schmierfähigkeitsverbesserer (Friction
Modifier), andere Korrosionsinhibitoren als die beschriebenen Polymere, Demulgatoren,
Dehazer, Antischaummittel, Verbrennungsverbesserer, Antioxidantien oder Stabilisatoren,
Antistatika, Metallocene, Metalldeaktivatoren, Farbstoffe und/oder Lösungsmittel.
[0089] Demgemäß ist ein weiterer Gegenstand der Erfindung die Verwendung von Copolymeren,
erhältlich durch
- in einem ersten Reaktionsschritt (I) Copolymerisation von
- (A) mindestens einer ethylenisch ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure oder deren
Derivate, bevorzugt einer Dicarbonsäure oder deren Derivate, besonders bevorzugt dem
Anhydrid einer Dicarbonsäure,
- (B) mindestens einem α-Olefin mit von mindestens 12 bis zu einschließlich 30 Kohlenstoffatomen,
- (C) optional mindestens einem weiteren, mindestens 4 Kohlenstoffatome aufweisenden,
aliphatischen oder cycloaliphatischen Olefin, das ein anderes als (B) ist und
- (D) mindestens einem (Meth)acrylsäureester von Alkoholen, die mindestens 5 Kohlenstoffatome
aufweisen,
gefolgt von
- in einem zweiten optionalen Reaktionsschritt (II) teilweise oder vollständige Hydrolyse
der im aus (I) erhaltenen Copolymer enthaltenen Anhydridfunktionalitäten und/oder
teilweise Verseifung von im aus (I) erhaltenen Copolymer enthaltenen Carbonsäureesterfunktionalitäten,
[0090] in Additivpaketen, enthaltend mindestens ein Additiv ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Schmierfähigkeitsverbesserern (Friction Modifier), andere Korrosionsinhibitoren
als die beschriebenen Polymere, Demulgatoren, Dehazern, Antischaummitteln, Verbrennungsverbesserern,
Antioxidantien, Stabilisatoren, Antistatika, Metallocenen, Metalldeaktivatoren, Farbstoffen
und Lösungsmitteln, zur Verminderung der Korrosion in Ottokraftstoffen, die optional
einen Gehalt an Alkali- und/oder Erdalkalimetallen und/oder Zink von mindestens 0,1
Gew.ppm aufweisen können.
[0091] Typische Beispiele geeigneter Co-Additive sind im folgenden Abschnitt aufgeführt:
B1) Detergenz-Additive
[0092] Vorzugsweise handelt es sich bei den üblichen Detergenz-Additiven um amphiphile Substanzen,
die mindestens einen hydrophoben Kohlenwasserstoffrest mit einem zahlengemittelten
Molekulargewicht (M
n) von 85 bis 20.000 und mindestens eine polare Gruppierung besitzen, die ausgewählt
ist unter:
(Da) Mono- oder Polyaminogruppen mit bis zu 6 Stickstoffatomen, wobei mindestens ein
Stickstoffatom basische Eigenschaften hat;
(Db) Nitrogruppen, gegebenenfalls in Kombination mit Hydroxylgruppen;
(Dc) Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen, wobei mindestens
ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat;
(Dd) Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen;
(De) Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen;
(Df) Polyoxy-C2- bis C4-alkylengruppierungen, die durch Hydroxylgruppen, Mono- oder Polyaminogruppen, wobei
mindestens ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat, oder durch Carbamatgruppen
terminiert sind;
(Dg) Carbonsäureestergruppen;
(Dh) aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleiteten Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino-
und/oder Amido- und/oder Imidogruppen; und/oder
(Di) durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und Mono- oder
Polyaminen erzeugten Gruppierungen.
[0093] Unter diesen sind die Detergens-Additive (Da), (Dh) und (Di) bevorzugt, besonders
bevorzugt sind die Detergens-Additive (Da) und (Di) und ganz besonders bevorzugt (Da).
[0094] Der hydrophobe Kohlenwasserstoffrest in den obigen Detergenz-Additiven, welcher für
die ausreichende Löslichkeit im Kraftstoff sorgt, hat ein zahlengemitteltes Molekulargewicht
(M
n) von 85 bis 20.000, vorzugsweise von 113 bis 10.000, besonders bevorzugt von 300
bis 5.000, stärker bevorzugt von 300 bis 3.000, noch stärker bevorzugt von 500 bis
2.500 und insbesondere von 700 bis 2.500, vor allem von 800 bis 1500. Als typischer
hydrophober Kohlenwasserstoffrest, insbesondere in Verbindung mit den polaren Gruppierungen,
kommt insbesondere Polypropenyl-, Polybutenyl- und Polyisobutenylreste mit einem zahlenmittleren
Molekulargewicht M
n von vorzugsweise jeweils 300 bis 5.000, besonders bevorzugt 300 bis 3.000, stärker
bevorzugt 500 bis 2.500 noch stärker bevorzugt 700 bis 2.500 und insbesondere 800
bis 1.500 in Betracht.
[0095] Als Beispiele für obige Gruppen von Detergenz-Additiven seien die folgenden genannt:
Mono- oder Polyaminogruppen (Da) enthaltende Additive sind vorzugsweise Polyalkenmono-
oder Polyalkenpolyamine auf Basis von Polypropen oder von hochreaktivem (d.h. mit
überwiegend endständigen Doppelbindungen) oder konventionellem (d.h. mit überwiegend
mittenständigen Doppelbindungen) Polybuten oder Polyisobuten mit M
n = 300 bis 5000, besonders bevorzugt 500 bis 2500 und insbesondere 700 bis 2500. Derartige
Additive auf Basis von hochreaktivem Polyisobuten, welche aus dem Polyisobuten, das
bis zu 20 Gew.-% n-Buten-Einheiten enthalten kann, durch Hydroformylierung und reduktive
Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen wie Dimethyl-aminopropylamin,
Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin oder Tetraethylenpentamin hergestellt
werden können, sind insbesondere aus der
EP-A 244 616 bekannt. Geht man bei der Herstellung der Additive von Polybuten oder Polyisobuten
mit überwiegend mittenständigen Doppelbindungen (meist in der β- und γ-Position) aus,
bietet sich der Herstellweg durch Chlorierung und anschließende Aminierung oder durch
Oxidation der Doppelbindung mit Luft oder Ozon zur Carbonyl- oder Carboxylverbindung
und anschließende Aminierung unter reduktiven (hydrierenden) Bedingungen an. Zur Aminierung
können hier Amine, wie z. B. Ammoniak, Monoamine oder die oben genannten Polyamine,
eingesetzt werden. Entsprechende Additive auf Basis von Polypropen sind insbesondere
in der
WO-A 94/24231 beschrieben.
[0096] Weitere besondere Monoaminogruppen (Da) enthaltende Additive sind die Hydrierungsprodukte
der Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen mit einem mittleren Polymerisationsgrad
P = 5 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff, wie sie
insbesondere in der
WO-A 97/03946 beschrieben sind.
[0097] Weitere besondere Monoaminogruppen (Da) enthaltende Additive sind die aus Poly-isobutenepoxiden
durch Umsetzung mit Aminen und nachfolgender Dehydratisierung und Reduktion der Aminoalkohole
erhältlichen Verbindungen, wie sie insbesondere in der
DE-A 196 20 262 beschrieben sind.
[0098] Nitrogruppen (Db), gegebenenfalls in Kombination mit Hydroxylgruppen, enthaltende
Additive sind vorzugsweise Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen des mittleren Polymerisationsgrades
P = 5 bis 100 oder 10 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff,
wie sie insbesondere in der
WO-A96/03367 und in der
WO-A 96/03479 beschrieben sind. Diese Umsetzungsprodukte stellen in der Regel Mischungen aus reinen
Nitropolyisobutenen (z. B. α,β-Dinitropolyisobuten) und gemischten Hydroxynitropolyisobutenen
(z. B. α-Nitro-β-hydroxypolyisobuten) dar.
[0099] Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen (Dc) enthaltende Additive
sind insbesondere Umsetzungsprodukte von Polyisobutenepoxiden, erhältlich aus vorzugsweise
überwiegend endständige Doppelbindungen aufweisendem Polyisobuten mit M
n = 300 bis 5000 mit Ammoniak, Mono- oder Polyaminen, wie sie insbeson-dere in der
EP-A 476 485 beschrieben sind.
[0100] Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze (Dd) enthaltende
Additive sind vorzugsweise Copolymere von C
2- bis C
40-Olefinen mit Maleinsäureanhydrid mit einer Gesamt-Molmasse von 500 bis 20.000, deren
Carboxylgruppen ganz oder teilweise zu den Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen
und ein verbleibender Rest der Carboxylgruppen mit Alkoholen oder Aminen umgesetzt
sind. Solche Additive sind insbesondere aus der
EP-A 307 815 bekannt. Derartige Additive dienen hauptsächlich zur Verhinderung von Ventilsitzverschleiß
und können, wie in der
WO-A 87/01126 beschrieben, mit Vorteil in Kombination mit üblichen Kraftstoffdetergenzien wie Poly(iso)-butenaminen
oder Polyetheraminen eingesetzt werden.
[0101] Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze (De) enthaltende
Additive sind vorzugsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze eines Sulfobern-steinsäurealkylesters,
wie er insbesondere in der
EP-A 639 632 beschrieben ist. Derartige Additive dienen hauptsächlich zur Verhinderung von Ventilsitzverschleiß
und können mit Vorteil in Kombination mit üblichen Kraftstoffdetergenzien wie Poly(iso)buten-aminen
oder Polyetheraminen eingesetzt werden.
[0102] Polyoxy-C
2-C
4-alkylengruppierungen (Df) enthaltende Additive sind vorzugsweise Polyether oder Polyetheramine,
welche durch Umsetzung von C
2- bis C
60-Alkanolen, C
6- bis C
30-Alkandiolen, Mono- oder Di-C
2- bis C
30-alkylaminen, C
1- bis C
30-Alkylcyclo-hexanolen oder C
1- bis C
30-Alkylphenolen mit 1 bis 30 mol Ethylenoxid und/oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid
pro Hydroxylgruppe oder Aminogruppe und, im Falle der Polyetheramine, durch anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen erhältlich sind. Derartige
Produkte werden insbesondere in der
EP-A 310 875,
EP-A 356 725,
EP-A 700 985 und
US-A 4 877 416 beschrieben. Im Falle von Polyethern erfüllen solche Produkte auch Trägeröleigenschaften.
Typische Beispiele hierfür sind Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylate, Isononylphenolbutoxylate
sowie Polyisobutenolbutoxylate und -propoxylate sowie die entsprechenden Umsetzungsprodukte
mit Ammoniak.
[0103] Carbonsäureestergruppen (Dg) enthaltende Additive sind vorzugsweise Ester aus Mono-,
Di- oder Tricarbonsäuren mit langkettigen Alkanolen oder Polyolen, insbesondere solche
mit einer Mindestviskosität von 2 mm
2/s bei 100 °C, wie sie insbesondere in der
DE-A 38 38 918 beschrieben sind. Als Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren können aliphatische oder aromatische
Säuren eingesetzt werden, als Esteralkohole bzw. -polyole eignen sich vor allem langkettige
Vertreter mit beispielsweise 6 bis 24 C-Atomen. Typische Vertreter der Ester sind
Adipate, Phthalate, iso-Phthalate, Terephthalate und Trimellitate des iso-Octanols,
iso-Nonanols, iso-Decanols und des iso-Tridecanols. Derartige Produkte erfüllen auch
Trägeröleigenschaften.
[0104] Aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleitete Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino-
und/oder Amido- und/oder insbesondere Imidogruppen (Dh) enthaltende Additive sind
vorzugsweise entsprechende Derivate von Alkyl- oder Alkenyl-substituiertem Bernsteinsäureanhydrid
und insbesondere die entsprechenden Derivate von Polyisobutenylbernsteinsäureanhydrid,
welche durch Umsetzung von konventionellem oder hochreaktivem Polyisobuten mit M
n = vorzugsweise 300 bis 5000, besonders bevorzugt 300 bis 3000, stärker bevorzugt
500 bis 2500, noch stärker bevorzugt 700 bis 2500 und insbesondere 800 bis 1500, mit
Maleinsäureanhydrid auf thermischem Weg in einer En-Reaktion oder über das chlorierte
Polyisobuten erhältlich sind. Bei den Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino- und/oder
Amido- und/oder Imidogruppen handelt es sich beispielsweise um Carbonsäuregruppen,
Säureamide von Monoaminen, Säure-amide von Di- oder Polyaminen, die neben der Amidfunktion
noch freie Amingruppen aufweisen, Bernsteinsäurederivate mit einer Säure- und einer
Amidfunktion, Carbonsäureimide mit Monoaminen, Carbonsäureimide mit Di- oder Polyaminen,
die neben der Imidfunktion noch freie Amingruppen aufweisen, oder Diimide, die durch
die Umsetzung von Di- oder Polyaminen mit zwei Bernsteinsäurederivaten gebildet werden.
Derartige Kraftstoffadditive sind allgemein bekannt und beispielsweise in den Dokumenten
(1) und (2) beschrieben. Bevorzugt handelt es sich um die Umsetzungsprodukte von Alkyl-
oder Alkenyl-substituierten Bernsteinsäuren oder Derivaten davon mit Aminen und besonders
bevorzugt um die Umsetzungsprodukte von Polyisobutenyl-substituierten Bernsteinsäuren
oder Derivaten davon mit Aminen. Von besonderem Interesse sind hierbei Umsetzungsprodukte
mit aliphatischen Polyaminen (Polyalkylenimine) wie insbesondere Ethylendiamin, Diethylentriamin,
Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin, Pentaethylenhexamin und Hexaethylenheptamin,
welche eine Imidstruktur aufweisen.
[0105] Es stellt eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar, die erfindungsgemäßen
Verbindungen zusammen mit Detergenz-Additiven (Da) einzusetzen, die einen hydrophoben
Kohlenwasserstoffrest mit einem zahlengemittelten Molekulargewicht (Mn) von 85 bis
20.000 und mindestens eine Mono- oder Polyaminogruppe mit bis zu 6 Stickstoffatomen
aufweisen, wobei mindestens ein Stick-stoffatom basische Eigenschaften hat. Besonders
bevorzugt sind Polyalkenmono- oder Polyalkenpolyamine als Detergenz-Additive (Da),
die auf Basis von Polypropen, Polybuten oder Polyisobuten mit Mn = 500 bis 2500 durch
Hydroformylierung und reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen
erhältlich sind.
[0106] In einer bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen kombiniert
werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
WO 2012/004300, dort bevorzugt Seite 5, Zeile 18 bis Seite 33, Zeile 5, besonders bevorzugt des
Herstellungsbeispiels 1, was hiermit jeweils durch Bezugnahme ausdrücklich Bestandteil
der vorliegenden Offenbarung sei.
[0107] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen
kombiniert werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
WO 2014/195464, dort bevorzugt Seite 5, Zeile 21 bis Seite 47, Zeile 34, besonders bevorzugt der
Herstellungsbeispiele 1 bis 17.
[0108] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen
kombiniert werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
WO 11/95819 A1, dort bevorzugt Seite 4, Zeile 5 bis Seite 13, Zeile 26, besonders bevorzugt Herstellungsbeispiel
2.
[0109] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen
kombiniert werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
WO 11/110860 A1, dort bevorzugt Seite 4, Zeile 7 bis Seite 16, Zeile 26, besonders bevorzugt der
Herstellungsbeispiele 8, 9, 11 und 13.
[0110] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen
kombiniert werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
WO 06/135881 A2, dort bevorzugt Seite 5, Zeile 14 bis Seite 12, Zeile 14, besonders bevorzugt Beispiele
1 bis 4.
[0111] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen
kombiniert werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
WO 10/132259 A1, dort bevorzugt Seite 3, Zeile 29 bis Seite 10, Zeile 21, besonders bevorzugt Beispiel
3.
[0112] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen
kombiniert werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
WO 08/060888 A2, dort bevorzugt Seite 6, Zeile 15 bis Seite 14, Zeile 29, besonders bevorzugt Beispiele
1 bis 4.
[0113] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen
kombiniert werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
GB 2496514 A, dort bevorzugt Absätze [00012] bis [00039], besonders bevorzugt Beispiele 1 bis
3.
[0114] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die erfindungsgemäßen Verbindungen
kombiniert werden mit quaternisierten Verbindungen, wie beschrieben in
WO 2013 070503 A1, dort bevorzugt Absätze [00011] bis [00039], besonders bevorzugt Beispiele 1 bis
5.
[0115] Durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und Mono- oder
Polyaminen erzeugte Gruppierungen (Di) enthaltende Additive sind vorzugsweise Umsetzungsprodukte
von Polyisobuten-substituierten Phenolen mit Formaldehyd und Mono- oder Polyaminen
wie Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin, Tetra-ethylenpentamin oder
Dimethylaminopropylamin. Die Polyisobutenyl-substituierten Phenole können aus konventionellem
oder hochreaktivem Polyisobuten mit M
n = 300 bis 5000 stammen. Derartige "Polyisobuten-Mannichbasen" sind insbesondere in
der
EP-A 831 141 beschrieben.
[0116] Dem Kraftstoff können ein oder mehrere der genannten Detergenz-Additive in solch
einer Menge zugegeben werden, dass die Dosierrate an diesen Detergenz-Additiven vozugsweise
25 bis 2500 Gew.-ppm, insbesondere 75 bis 1500 Gew.-ppm, vor allem 150 bis 1000 Gew.-ppm,
beträgt.
B2) Trägeröle
[0117] Mitverwendete Trägeröle können mineralischer oder synthetischer Natur sein. Geeignete
mineralische Trägeröle sind bei der Erdölverarbeitung anfallende Fraktionen, wie Brightstock
oder Grundöle mit Viskositäten wie beispielsweise aus der Klasse SN 500 bis 2000,
aber auch aromatische Kohlenwasserstoffe, paraffinische Kohlenwasserstoffe und Alkoxyalkanole.
Brauchbar ist ebenfalls eine als "hydrocrack oil" bekannte und bei der Raffination
von Mineralöl anfallende Fraktion (Vakuumdestillatschnitt mit einem Siedebereich von
etwa 360 bis 500 °C, erhältlich aus unter Hochdruck katalytisch hydriertem und isomerisiertem
sowie entparaffiniertem natürlichen Mineralöl). Ebenfalls geeignet sind Mischungen
oben genannter mineralischer Trägeröle.
[0118] Beispiele für geeignete synthetische Trägeröle sind Polyolefine (Polyalphaolefine
oder Polyinternalolefine), (Poly)ester, Poly)alkoxylate, Polyether, aliphatische Polyetheramine,
alkylphenolgestartete Polyether, alkylphenolgestartete Polyetheramine und Carbonsäureester
langkettiger Alkanole.
[0119] Beispiele für geeignete Polyolefine sind Olefinpolymerisate mit M
n = 400 bis 1800, vor allem auf Polybuten- oder Polyisobuten-Basis (hydriert oder nicht
hydriert).
[0120] Beispiele für geeignete Polyether oder Polyetheramine sind vorzugsweise Polyoxy-C
2- bis C
4-alkylengruppierungen enthaltende Verbindungen, welche durch Umsetzung von C
2- bis C
60-Alkanolen, C
6- bis C
30-Alkandiolen, Mono- oder Di-C
2- bis C
30-alkylaminen, C
1- bis C
30-Alkyl-cyclohexanolen oder C
1- bis C
30-Alkylphenolen mit 1 bis 30 mol Ethylenoxid und/ oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid
pro Hydroxylgruppe oder Amino-gruppe und, im Falle der Polyetheramine, durch anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen erhältlich sind. Derartige
Produkte werden insbesondere in der
EP-A 310 875,
EP-A 356 725,
EP-A 700 985 und der
US-A 4,877,416 beschrieben. Beispielsweise können als Polyetheramine Poly-C
2- bis C
6-Alkylenoxidamine oder funktionelle Derivate davon verwendet werden. Typische Beispiele
hierfür sind Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylate, Isononylphenolbutoxylate sowie
Polyisobutenolbutoxylate und -propoxylate sowie die entsprechenden Umsetzungsprodukte
mit Ammoniak.
[0121] Beispiele für Carbonsäureester langkettiger Alkanole sind insbesondere Ester aus
Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren mit langkettigen Alkanolen oder Polyolen, wie sie
insbesondere in der
DE-A 38 38 918 beschrieben sind. Als Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren können aliphatische oder aromatische
Säuren eingesetzt werden, als Esteralkohole bzw. -polyole eignen sich vor allem langkettige
Vertreter mit beispielsweise 6 bis 24 Kohlenstoffatomen. Typische Vertreter der Ester
sind Adipate, Phthalate, iso-Phthalate, Terephthalate und Trimellitate des Isooctanols,
Isononanols, Isodecanols und des Iso-tridecanols, z. B. Di-(n- oder Isotridecyl)phthalat.
[0123] Beispiele für besonders geeignete synthetische Trägeröle sind alkoholgestartete Polyether
mit etwa 5 bis 35, vorzugsweise etwa 5 bis 30, besonders bevorzugt 10 bis 30 und insbesondere
15 bis 30 C
3- bis C
6-Alkylenoxideinheiten, z. B. Propylenoxid-, n-Butylenoxid- und Isobutylenoxid-Einheiten
oder Gemischen davon, pro Alkoholmolekül. Nichtlimitierende Beispiele für geeignete
Starteralkohole sind langkettige Alkanole oder mit langkettigem Alkyl-substituierte
Phenole, wobei der langkettige Alkylrest insbesondere für einen geradkettigen oder
verzweigten C
6- bis C
18-Alkylrest steht. Als besondere Beispiele sind zu nennen Tridecanol und Nonylphenol.
Besonders bevorzugte alkoholgestartete Polyether sind die Umsetzungsprodukte (Polyveretherungsprodukte)
von einwertigen aliphatischen C
6- bis C
18-Alkoholen mit C
3- bis Co-Alkylenoxiden. Beispiele für einwertige aliphatische C
6-C
18-Alkohole sind Hexanol, Heptanol, Octanol, 2-Ethyl-hexanol, Nonylalkohol, Decanol,
3-Propylheptanol, Undecanol, Dodecanol, Tridecanol, Tetradecanol, Pentadecanol, Hexadecanol,
Octadecanol und deren Konstitutions- und Stellungsisomere. Die Alkohole können sowohl
in Form der reinen Isomere als auch in Form technischer Gemische eingesetzt werden.
Ein besonders bevorzugter Alkohol ist Tridecanol. Beispiele für C
3- bis C
6-Alkylenoxide sind Propylenoxid, wie 1,2-Propylen-oxid, Butylenoxid, wie 1,2-Butylenoxid,
2,3-Butylenoxid, Isobutylenoxid oder Tetrahydrofuran, Pentylenoxid und Hexylenoxid.
Besonders bevorzugt sind hierunter C
3- bis C
4-Alkylenoxide, d.h. Propylenoxid wie 1,2-Propylenoxid und Butylenoxid wie 1,2-Buty-lenoxid,
2,3-Butylenoxid und Isobutylenoxid. Speziell verwendet man Butylenoxid.
[0124] Weitere geeignete synthetische Trägeröle sind alkoxylierte Alkylphenole, wie sie
in der
DE-A 10 102 913 beschrieben sind.
[0125] Besondere Trägeröle sind synthetische Trägeröle, wobei die zuvor beschriebenen al-koholgestarteten
Polyether besonders bevorzugt sind.
[0126] Das Trägeröl bzw. das Gemisch verschiedener Trägeröle wird dem Kraftstoff in einer
Menge von vorzugsweise 1 bis 1000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt von 10 bis 500 Gew.-ppm
und insbesondere von 20 bis 100 Gew.-ppm zugesetzt.
B3) Kaltfließverbesserer
[0127] Geeignete Kaltfließverbesserer sind im Prinzip alle organischen Verbindungen, welche
in der Lage sind, das Fließverhalten von Mitteldestillat-Kraftstoffen bzw. Dieselkraftstoffen
in der Kälte zu verbessern. Zweckmäßigerweise müssen sie eine ausreichende Öllöslichkeit
aufweisen. Insbesondere kommen hierfür die üblicherweise bei Mitteldestillaten aus
fossilem Ursprung, also bei üblichen mineralischen Dieselkraftstoffen, eingesetzten
Kaltfließverbesserer ("middle distillate flow improvers", "MDFI") in Betracht. Jedoch
können auch organische Verbindungen verwendet werden, die beim Einsatz in üblichen
Dieselkraftstoffen zum Teil oder überwiegend die Eigenschaften eines Wax Anti-Settling
Additivs ("WASA") aufweisen. Auch können sie zum Teil oder überwiegend als Nukleatoren
wirken. Es können aber auch Mischungen aus als MDFI wirksamen und/oder als WASA wirksamen
und/oder als Nukleatoren wirksamen organischen Verbindungen eingesetzt werden.
[0128] Typischerweise wird der Kaltfließverbesserer ausgewählt aus:
(K1) Copolymeren eines C2- bis C40-Olefins mit wenigstens einem weiteren ethylenisch ungesättigten Monomer;
(K2) Kammpolymeren;
(K3) Polyoxyalkylenen;
(K4) polaren Stickstoffverbindungen;
(K5) Sulfocarbonsäuren oder Sulfonsäuren oder deren Derivaten; und
(K6) Poly(meth)acrylsäureestern.
[0129] Es können sowohl Mischungen verschiedener Vertreter aus einer der jeweiligen Klassen
(K1) bis (K6) als auch Mischungen von Vertretern aus verschiedenen Klassen (K1) bis
(K6) eingesetzt werden.
[0130] Geeignete C
2- bis C
40-Olefin-Monomere für die Copolymeren der Klasse (K1) sind beispielsweise solche mit
2 bis 20, insbesondere 2 bis10 Kohlenstoffatomen sowie mit 1 bis 3, vorzugsweise mit
1 oder 2, insbesondere mit einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Dop-pelbindung. Im zuletzt
genannten Fall kann die Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung sowohl terminal (a-Olefine)
als auch intern angeordnet sein kann. Bevorzugt sind jedoch α-Olefine, besonders bevorzugt
α-Olefine mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, beispielsweise Propen, 1-Buten, 1-Penten,
1-Hexen und vor allem Ethylen.
[0131] Bei den Copolymeren der Klasse (K1) ist das wenigstens eine weitere ethylenisch ungesättigte
Monomer vorzugsweise ausgewählt unter Carbonsäurealkenylestern, (Meth)Acrylsäureestern
und weiteren Olefinen.
[0132] Werden weitere Olefine mit einpolymerisiert, sind dies vorzugsweise höhermolekulare
als das oben genannte C
2- bis C
40-Olefin-Basismonomere. Setzt man beispielsweise als Olefin-Basismonomer Ethylen oder
Propen ein, eignen sich als weitere Olefine insbesondere C
10- bis C
40-α-Olefine. Weitere Olefine werden in den meisten Fällen nur dann mit einpolymerisiert,
wenn auch Monomere mit Carbonsäureester-Funktionen eingesetzt werden.
[0133] Geeignete (Meth)Acrylsäureester sind beispielsweise Ester der (Meth)Acrylsäure mit
C
1- bis C
20-Alkanolen, insbesondere C
1- bis C
10-Alkanolen, vor allem mit Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol, n-Butanol, sec.-Butanol,
Isobutanol, tert.-Butanol, Pentanol, Hexanol, Heptanol, Octanol, 2-Ethylhexanol, Nonanol
und Decanol sowie Strukturisomeren hiervon.
[0134] Geeignete Carbonsäurealkenylester sind beispielsweise C
2- bis C
14-Alkenylester, z.B. die Vinyl- und Propenylester, von Carbonsäuren mit 2 bis 21 Kohlenstoffatomen,
deren Kohlenwasserstoffrest linear oder verzweigt sein kann. Bevorzugt sind hierunter
die Vinylester. Unter den Carbonsäuren mit verzweigtem Kohlenwasserstoffrest sind
solche bevorzugt, deren Verzweigung sich in der α-Position zur Carboxylgruppe befindet,
wobei das α-Kohlenstoffatom besonders bevorzugt tertiär ist, d. h. die Carbonsäure
eine sogenannte Neocarbonsäure ist. Vorzugsweise ist der Kohlenwasserstoffrest der
Carbonsäure jedoch linear.
[0135] Beispiele für geeignete Carbonsäurealkenylester sind Vinylacetat, Vinylpropionat,
Vinylbutyrat, Vinyl-2-ethylhexanoat, Neopentansäurevinylester, Hexansäurevinylester,
Neononansäurevinylester, Neodecansäurevinylester und die entsprechenden Propenylester,
wobei die Vinylester bevorzugt sind. Ein besonders bevorzugter Carbonsäurealkenylester
ist Vinylacetat; typische hieraus resultierende Copolymere der Gruppe (K1) sind die
mit am häufigsten eingesetzten Ethylen-Vinylacetat-Copolymere ("EVA").
[0136] Besonders vorteilhaft einsetzbare Ethylen-Vinylacetat-Copolymere und ihre Herstellung
sind in der
WO 99/29748 beschrieben.
[0137] Als Copolymere der Klasse (K1) sind auch solche geeignet, die zwei oder mehrere voneinander
verschiedene Carbonsäurealkenylester einpolymerisiert enthalten, wobei diese sich
in der Alkenylfunktion und/oder in der Carbonsäuregruppe unterscheiden. Ebenfalls
geeignet sind Copolymere, die neben dem/den Carbonsäurealkenylester(n) wenigstens
ein Olefin und/oder wenigstens ein (Meth)Acrylsäureester einpolymerisiert enthalten.
[0138] Auch Terpolymere aus einem C
2- bis C
40-α-Olefin, einem C
1- bis C
20-Alkylester einer ethylenisch ungesättigten Monocarbonsäure mit 3 bis 15 Kohlenstoffatomen
und einem C
2- bis C
14-Alkenylester einer gesättigten Monocarbonsäure mit 2 bis 21 Kohlenstoffatomen sind
als Copolymere der Klasse (K1) geeignet. Derartige Terpolymere sind in der
WO 2005/054314 beschrieben. Ein typisches derartiges Terpolymer ist aus Ethylen, Acrylsäure-2-ethylhexylester
und Vinylacetat aufgebaut.
[0139] Das wenigstens eine oder die weiteren ethylenisch ungesättigten Monomeren sind in
den Copolymeren der Klasse (K1) in einer Menge von vorzugsweise 1 bis 50 Gew.-%, insbesondere
von 10 bis 45 Gew.-% und vor allem von 20 bis 40 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtcopolymer,
einpolymerisiert. Der gewichtsmäßige Hauptanteil der Monomereinheiten in den Copolymeren
der Klasse (K1) stammt somit in der Regel aus den C
2- bis C
40-Basis-Olefinen.
[0140] Die Copolymere der Klasse (K1) weisen vorzugsweise ein zahlenmittleres Molekulargewicht
M
n von 1000 bis 20.000, besonders bevorzugt von 1000 bis 10.000 und insbesondere von
1000 bis 8000 auf.
[0141] Typische Kammpolymere der Komponente (K2) sind beispielsweise durch die Copolymerisation
von Maleinsäureanhydrid oder Fumarsäure mit einem anderen ethylenisch ungesättigten
Monomer, beispielsweise mit einem α-Olefin oder einem ungesättigten Ester wie Vinylacetat,
und anschließende Veresterung der Anhydrid- bzw. Säurefunktion mit einem Alkohol mit
wenigstens 10 Kohlenstoffatomen erhältlich. Weitere geeignete Kammpolymere sind Copolymere
von α-Olefinen und veresterten Comonomeren, beispielsweise veresterte Copolymere von
Styrol und Maleinsäureanhydrid oder veresterte Copolymere von Styrol und Fumarsäure.
Geeignete Kammpolymere können auch Polyfumarate oder Polymaleinate sein. Außerdem
sind Homo- und Copolymere von Vinylethern geeignete Kammpolymere. Als Komponente der
Klasse (K2) geeignete Kammpolymere sind beispielsweise auch solche, die in der
WO 2004/035715 und in "
Comb-Like Polymers. Structure and Properties", N. A. Plate und V. P. Shibaev, J. Poly.
Sci. Macromolecular Revs. 8, Seiten 117 bis 253 (1974)" beschrieben sind. Auch Gemische von Kammpolymeren sind geeignet.
[0142] Als Komponente der Klasse (K3) geeignete Polyoxyalkylene sind beispielsweise Poly-oxyalkylenester,
Polyoxyalkylenether, gemischte Polyoxyalkylenesterether und Gemische davon. Bevorzugt
enthalten diese Polyoxyalkylenverbindungen wenigstens eine, vorzugsweise wenigstens
zwei lineare Alkylgruppen mit jeweils 10 bis 30 Kohlenstoffatomen und eine Polyoxyalkylengruppe
mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von bis zu 5000. Derartige Polyoxyalkylenverbindungen
sind beispielsweise in der
EP-A 061 895 sowie in der
US 4 491 455 beschrieben. Besondere Polyoxyalkylenverbindungen basieren auf Polyethylenglykolen
und Polypropylenglykolen mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von 100 bis 5000.
Weiterhin sind Polyoxyalkylenmono- und -diester von Fettsäuren mit 10 bis 30 Kohlenstoffatomen
wie Stearinsäure oder Behensäure geeignet.
[0143] Als Komponente der Klasse (K4) geeignete polare Stickstoffverbindungen können sowohl
ionischer als auch nicht ionischer Natur sein und besitzen vorzugsweise wenigstens
einen, insbesondere wenigstens zwei Substituenten in Form eines tertiären Stickstoffatoms
der allgemeinen Formel >NR
7, worin R
7 für einen C
8- bis C
40-Kohlenwas-serstoffrest steht. Die Stickstoffsubstituenten können auch quaternisiert,
das heißt in kationischer Form, vorliegen. Beispiele für solche Stickstoffverbindungen
sind Ammoniumsalze und/oder Amide, die durch die Umsetzung wenigstens eines mit wenigstens
einem Kohlenwasserstoffrest substituierten Amins mit einer Carbonsäure mit 1 bis 4
Carboxylgruppen bzw. mit einem geeignetem Derivat davon erhältlich sind. Vorzugsweise
enthalten die Amine wenigstens einen linearen C
8- bis C
40-Alkylrest. Zur Herstellung der genannten polaren Stickstoffverbindungen geeignete
primäre Amine sind beispielsweise Octylamin, Nonylamin, Decylamin, Undecylamin, Dodecylamin,
Tetradecylamin und die höheren linearen Homologen, hierzu geeignete sekundäre Amine
sind beispielsweise Dioctadecylamin und Methylbehenylamin. Geeignet sind hierzu auch
Amingemische, insbesondere großtechnisch zugängliche Amingemische wie Fettamine oder
hydrierte Tallamine, wie sie beispielsweise in Ullmanns Encyclopedia of Industrial
Chemistry, 6. Auflage, im Kapitel "Amines, aliphatic" beschrieben werden. Für die
Umsetzung geeignete Säuren sind beispielsweise Cyclohexan-1,2-dicarbonsäure, Cyclohexen-1,2-dicarbonsäure,
Cyclopentan-1,2-dicarbonsäure, Naphthalindicarbonsäure, Phthalsäure, Isophthalsäure,
Terephthalsäure und mit langkettigen Kohlenwasserstoffresten substituierte Bernsteinsäuren.
[0144] Insbesondere ist die Komponente der Klasse (K4) ein öllösliches Umsetzungsprodukt
aus mindestens eine tertiäre Aminogruppe aufweisenden Poly(C
2- bis C
20-Carbonsäuren) mit primären oder sekundären Aminen. Die diesem Umsetzungsprodukt zugrundeliegenden
mindestens eine tertiäre Aminogruppe aufweisenden Poly(C
2- bis C
20-Carbonsäuren) enthalten vorzugsweise mindestens 3 Carboxylgruppen, insbesondere 3
bis 12, vor allem 3 bis 5 Carboxylgruppen. Die Carbonsäure-Einheiten in den Polycarbonsäuren
weisen vorzugsweise 2 bis 10 Kohlenstoffatome auf, insbesondere sind es Essigsäure-Einheiten.
Die Carbonsäure-Einheiten sind in geeigneter Weise zu den Polycarbonsäuren verknüpft,
meist über ein oder mehrere Kohlenstoff- und/oder Stickstoffatome. Vorzugsweise sind
sie an tertiäre Stickstoffatome angebunden, die im Falle mehrerer Stickstoffatome
über Kohlenwasserstoffketten verbunden sind.
[0145] Vorzugsweise ist die Komponente der Klasse (K4) ein öllösliches Umsetzungsprodukt
auf Basis von mindestens eine tertiäre Aminogruppe aufweisenden Poly(C
2- bis C
20-Carbonsäuren) der allgemeinen Formel IIa oder IIb

in denen die Variable A eine geradkettige oder verzweigte C
2- bis C
6-Alkylengruppe oder die Gruppierung der Formel III

darstellt und die Variable B eine C
1- bis C
19-Alkylengruppe bezeichnet. Die Verbindungen der allgemeinen Formel IIa und IIb weisen
insbesondere die Eigenschaften eines WASA auf.
[0146] Weiterhin ist das bevorzugte öllösliche Umsetzungsprodukt der Komponente (K4), insbesondere
das der allgemeinen Formel IIa oder IIb, ein Amid, ein Amidammoniumsalz oder ein Ammoniumsalz,
in dem keine, eine oder mehrere Carbonsäuregruppen in Amidgruppen übergeführt sind.
[0147] Geradkettige oder verzweigte C
2- bis C
6-Alkylengruppen der Variablen A sind beispielsweise 1,1-Ethylen, 1,2-Propylen, 1,3-Propylen,
1,2-Butylen, 1,3-Butylen, 1,4-Butylen, 2-Methyl-1,3-propylen, 1,5-Pentylen, 2-Methyl-1,4-butylen,
2,2-Dimethyl-1,3-pro-pylen, 1,6-Hexylen (Hexamethylen) und insbesondere 1,2-Ethylen.
Vorzugsweise umfasst die Variable A 2 bis 4, insbesondere 2 oder 3 Kohlenstoffatome.
[0148] C
1- bis C
19-Alkylengruppen der Variablen B sind vor beispielsweise 1,2-Ethylen, 1,3-Propylen,
1,4-Butylen, Hexamethylen, Octamethylen, Decamethylen, Dodecamethylen, Tetradecamethylen,
Hexadecamethylen, Octadecamethylen, Nonadecamethylen und insbesondere Methylen. Vorzugsweise
umfasst die Variable B 1 bis 10, insbesondere 1 bis 4 Kohlenstoffatome.
[0149] Die primären und sekundären Amine als Umsetzungspartner für die Polycarbonsäuren
zur Bildung der Komponente (K4) sind üblicherweise Monoamine, insbesondere aliphatische
Monoamine. Diese primären und sekundären Amine können aus einer Vielzahl von Aminen
ausgewählt sein, die - gegebenenfalls miteinander verbundene - Kohlenwasserstoffreste
tragen.
[0150] Meist sind diese den öllöslichen Umsetzungsprodukten der Komponente (K4) zugrundeliegenden
Amine sekundären Amine und weisen die allgemeine Formel HN(R
8)
2 auf, in der die beiden Variablen R
8 unabhängig voneinander jeweils geradkettige oder verzweigte C
10- bis C
30-Alkylreste, insbesondere C
14- bis C
24-Alkylreste bedeuten. Diese längerkettigen Alkylreste sind vorzugsweise geradkettig
oder nur in geringem Grade verzweigt. In der Regel leiten sich die genannten sekundären
Amine hinsichtlich ihrer längerkettigen Alkylreste von natürlich vorkommenden Fettsäuren
bzw. von deren Derivaten ab. Vorzugsweise sind die beiden Reste R
8 gleich.
[0151] Die genannten sekundären Amine können mittels Amidstrukturen oder in Form der Ammoniumsalze
an die Polycarbonsäuren gebunden sein, auch kann nur ein Teil als Amidstrukturen und
ein anderer Teil als Ammoniumsalze vorliegen. Vorzugsweise liegen nur wenige oder
keine freien Säuregruppen vor. Vorzugsweise liegen die öllöslichen Umsetzungsprodukte
der Komponente (K4) vollständig in Form der Amidstrukturen vor.
[0152] Typische Beispiele für derartige Komponenten (K4) sind Umsetzungsprodukte der Nitrilotriessigsäure,
der Ethylendiamintetraessigsäure oder der Propylen-1,2-diamintetra-essigsäure mit
jeweils 0,5 bis 1,5 Mol pro Carboxylgruppe, insbesondere 0,8 bis 1,2 Mol pro Carboxylgruppe,
Dioleylamin, Dipalmitinamin, Dikokosfettamin, Distearylamin, Dibehenylamin oder insbesondere
Ditalgfettamin. Eine besonders bevorzugte Komponente (K4) ist das Umsetzungsprodukt
aus 1 Mol Ethylendiamintetraessigsäure und 4 Mol hydriertem Ditalgfettamin.
[0153] Als weitere typische Beispiele für die Komponente (K4) seien die N,N-Dialkylammoni-umsalze
von 2-N',N'-Dialkylamidobenzoaten, beispielsweise das Reaktionsprodukt aus 1 Mol Phthalsäureanhydrid
und 2 Mol Ditalgfettamin, wobei letzteres hydriert oder nicht hydriert sein kann,
und das Reaktionsprodukt von 1 Mol eines Alkenylspirobislactons mit 2 Mol eines Dialkylamins,
beispielsweise Ditalgfettamin und/oder Talgfettamin, wobei die beiden letzteren hydriert
oder nicht hydriert sein können, genannt.
[0154] Weitere typische Strukturtypen für die Komponente der Klasse (K4) sind cyclische
Verbindungen mit tertiären Aminogruppen oder Kondensate langkettiger primärer oder
sekundärer Amine mit carbonsäurehaltigen Polymeren, wie sie in der
WO 93/18115 beschrieben sind.
[0155] Als Kaltfließverbesserer der Komponente der Klasse (K5) geeignete Sulfocarbonsäuren,
Sulfonsäuren oder deren Derivate sind beispielsweise die öllöslichen Carbonsäureamide
und Carbonsäureester von ortho-Sulfobenzoesäure, in denen die Sulfonsäurefunktion
als Sulfonat mit alkylsubstituierten Ammoniumkationen vorliegt, wie sie in der
EP-A 261 957 beschrieben werden.
[0156] Als Kaltfließverbesserer der Komponente der Klasse (K6) geeignete Poly(meth)acryl-säureester
sind sowohl Homo- als auch Copolymere von Acryl- und Methacrylsäure-estern. Bevorzugt
sind Copolymere von wenigstens zwei voneinander verschiedenen (Meth)Acrylsäureestern,
die sich bezüglich des einkondensierten Alkohols unterscheiden. Gegebenenfalls enthält
das Copolymer noch ein weiteres, davon verschiedenes olefinisch ungesättigtes Monomer
einpolymerisiert. Das gewichtsmittlere Molekulargewicht des Polymers beträgt vorzugsweise
50.000 bis 500.000. Ein besonders bevorzugtes Polymer ist ein Copolymer von Methacrylsäure
und Methacrylsäureestern von gesättigten C
14- und C
15-Alkoholen, wobei die Säuregruppen mit hydriertem Tallamin neutralisiert sind. Geeignete
Poly(meth)acrylsäureester sind beispielsweise in der
WO 00/44857 beschrieben.
[0157] Dem Mitteldestillat-Kraftstoff bzw. Dieselkraftstoff wird der Kaltfließverbesserer
bzw. das Gemisch verschiedener Kaltfließverbesserer in einer Gesamtmenge von vorzugsweise
10 bis 5000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt von 20 bis 2000 Gew.-ppm, stärker bevorzugt
von 50 bis 1000 Gew.-ppm und insbesondere von 100 bis 700 Gew.-ppm, z.B. von 200 bis
500 Gew.-ppm, zugegeben.
B4) Schmierfähigkeitsverbesserer
[0158] Geeignete Schmierfähigkeitsverbesserer (Lubricity Improver bzw. Friction Modifier)
basieren üblicherweise auf Fettsäuren oder Fettsäureestern. Typische Beispiele sind
Tallölfettsäure, wie beispielsweise in der
WO 98/004656 beschrieben, und Glycerinmonooleat. Auch die in der
US 6 743 266 B2 beschriebenen Reaktionsprodukte aus natürlichen oder synthetischen Ölen, beispielsweise
Triglyceriden, und Alkanolaminen sind als solche Schmierfähigkeitsverbesserer geeignet.
B5) Andere Korrosionsinhibitoren als das beschriebene Copolymer
[0159] Geeignete Korrosionsinhibitoren sind z.B. Bernsteinsäureester, vor allem mit Polyolen,
Fettsäurederivate, z.B. Ölsäureester, oligomerisierte Fettsäuren, substituierte Ethanol-amine
und Produkte, die unter dem Handelsnamen RC 4801 (Rhein Chemie Mannheim, Deutschland),
Irgacor
® L12 (BASF SE) oder HiTEC 536 (Ethyl Corporation) vertrieben werden.
B6) Demulgatoren
[0160] Geeignete Demulgatoren sind z.B. die Alkali- oder Erdalkalisalze von Alkyl-substituier-ten
Phenol- und Naphthalinsulfonaten und die Alkali- oder Erdalkalisalze von Fettsäuren,
außerdem neutrale Verbindungen wie Alkoholalkoxylate, z.B. Alkoholethoxylate, Phenolalkoxylate,
z.B. tert-Butylphenolethoxylat oder tert-Pentylphenolethoxylat, Fettsäuren, Alkylphenole,
Kondensationsprodunkte von Ethylenoxid (EO) und Propylenoxid (PO), z.B. auch in Form
von EO/PO-Blockcopolymeren, Polyethylenimine oder auch Polysiloxane.
B7) Dehazer
[0161] Geeignete Dehazer sind z.B. alkoxylierte Phenol-Formaldehyd-Kondensate, wie beispielsweise
die unter dem Handelsnamen erhältlichen Produkte NALCO 7D07 (Nalco) und TOLAD 2683
(Petrolite).
B8) Antischaummittel
[0162] Geeignete Antischaummittel sind z.B. Polyether-modifizierte Polysiloxane, wie beispielsweise
die unter dem Handelsnamen erhältlichen Produkte TEGOPREN 5851 (Goldschmidt), Q 25907
(Dow Corning) und RHODOSIL (Rhone Poulenc).
B9) Cetanzahlverbesserer
[0163] Geeignete Cetanzahlverbesserer sind z.B. aliphatische Nitrate wie 2-Ethylhexylnitrat
und Cyclohexylnitrat sowie Peroxide wie Di-tert-butylperoxid.
B10) Antioxidantien
[0164] Geeignete Antioxidantien sind z.B. substituierte Phenole, wie 2,6-Di-tert.-butylphenol
und 6-Di-tert.-butyl-3-methylphenol sowie Phenylendiamine wie N,N'-Di-sec.-butyl-p-phenylendiamin.
B11) Metalldeaktivatoren
[0165] Geeignete Metalldeaktivatoren sind z.B. Salicylsäurederivate wie N,N'-Disalicyliden-1,2-propan-diamin.
B12) Lösungsmittel
[0166] Geeignete sind z.B. unpolare organische Lösungsmittel wie aromatische und aliphatische
Kohlenwasserstoffe, beispielsweise Toluol, Xylole, "white spirit" und Produkte, die
unter dem Handelsnamen SHELLSOL (Royal Dutch/Shell Group) und EXXSOL (ExxonMobil)
vertrieben werden, sowie polare organische Lösungsmittel, bei-spielsweise Alkohole
wie 2-Ethylhexanol, Decanol und Isotridecanol. Derartige Lösungsmittel gelangen meist
zusammen mit den vorgenannten Additiven und Co-Additiven, die sie zur besseren Handhabung
lösen oder verdünnen sollen, in den Dieselkraftstoff.
C) Kraftstoffe
[0167] Das erfindungsgemäße Additiv eignet sich in hervorragender Weise als Kraftstoffzusatz
und kann im Prinzip in jeglichen Kraftstoffen eingesetzt werden. Es bewirkt eine ganze
Reihe von vorteilhaften Effekten beim Betrieb von Verbrennungsmotoren mit Kraftstoffen.
Bevorzugt wird das erfindungsgemäße quaternisierte Additiv in Mitteldestillat-Kraftstoffen,
insbesondere Dieselkraftstoffen, eingesetzt.
[0168] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher auch Kraftstoffe, insbesondere Mitteldestillat-Kraftstoffe,
mit einem als Zusatzstoff zur Erzielung von vorteilhaften Effekten beim Betrieb von
Verbrennungsmotoren, beispielsweise von Dieselmotoren, insbesondere von direkteinspritzenden
Dieselmotoren, vor allem von Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzsystemen, wirksamen
Gehalt an dem erfindungsgemäßen quaternisierten Additiv. Dieser wirksame Gehalt (Dosierrate)
liegt in der Regel bei 10 bis 5000 Gew.-ppm, vorzugsweise bei 20 bis 1500 Gew.-ppm,
insbesondere bei 25 bis 1000 Gew.-ppm, vor allem bei 30 bis 750 Gew.-ppm, jeweils
bezogen auf die Gesamtmenge an Kraftstoff.
[0169] Die erfindungsgemäße Verwendung betrifft im Prinzip jegliche Kraftstoffe, bevorzugt
Diesel- und Ottokraftstoffe.
[0170] Bei Mitteldestillat-Kraftstoffen wie Dieselkraftstoffen oder Heizölen handelt es
sich vorzugsweise um Erdölraffinate, die üblicherweise einen Siedebereich von 100
bis 400°C haben. Dies sind meist Destillate mit einem 95%-Punkt bis zu 360°C oder
auch darüber hinaus. Dies können aber auch so genannte "Ultra Low Sulfur Diesel" oder
"City Diesel" sein, gekennzeichnet durch einen 95%-Punkt von beispielsweise maximal
345°C und einem Schwefelgehalt von maximal 0,005 Gew.-% oder durch einen 95%-Punkt
von beispielsweise 285°C und einem Schwefelgehalt von maximal 0,001 Gew.-%. Neben
den durch Raffination erhältlichen mineralischen Mitteldestillat-Kraftstoffen bzw.
Dieselkraftstoffen sind auch solche, die durch Kohlevergasung oder Gasverflüssigung
["gas to liquid" (GTL)-Kraftstoffe] oder durch Biomasse-Verflüssigung ["biomass to
liquid" (BTL)-Kraftstoffe] erhältlich sind, geeignet. Geeignet sind auch Mischungen
der vorstehend genannten Mitteldestillat-Kraftstoffe bzw. Dieselkraftstoffe mit regenerativen
Kraftstoffen, wie Biodiesel oder Bioethanol.
[0172] Die erfindungsgemäße Verwendung in Mitteldestillat-Kraftstoffen aus fossilem, pflanzlichem
oder tierischem Ursprung, die im wesentlichen Kohlenwasserstoffmischungen darstellen,
betrifft auch Mischungen aus solchen Mitteldestillaten mit Biobrennstoffölen (Biodiesel).
Derartige Mischungen werden von dem Begriff "Mitteldestillat-Kraftstoff" umfasst.
Sie sind handelsüblich und enthalten meist die Biobrennstofföle in untergeordneten
Mengen, typischerweise in Mengen von 1 bis 30 Gew.-% insbesondere von 3 bis 10 Gew.-%,
bezogen auf die Gesamtmenge aus Mitteldestillat fossilen, pflanzlichem oder tierischen
Ursprungs und Biobrennstofföl.
[0173] Biobrennstofföle basieren in der Regel auf Fettsäureestern, vorzugsweise im wesentlichen
auf Alkylester von Fettsäuren, die sich von pflanzlichen und/oder tierischen Ölen
und/oder Fetten ableiten. Unter Alkylestern werden üblicherweise Niedrigalkylester,
insbesondere C
1- bis C
4-Alkylester, verstanden, die durch Umesterung der in pflanzlichen und/oder tierischen
Ölen und/oder Fetten vorkommenden Glyceride, insbesondere Triglyceride, mittels Niedrigalkoholen,
beispielsweise Ethanol oder vor allem Methanol ("FAME"), erhältlich sind. Typische
Niedrigalkylester auf Basis von pflanzlichen und/oder tierischen Ölen und/oder Fetten,
die als Biobrennstofföl oder Komponenten hierfür Verwendung finden, sind beispielsweise
Sonnenblumenmethylester, Palmölmethylester ("PME"), Sojaölmethylester ("SME"), Tierfettmethylester
("FME"), Talgmethylester ("TME"), Methylester von wiedergewonnenen Pflanzenölen, aufbereiteten
Altspeiseölen und -frittierfetten, used vegetable oil ("UVO"), waste vegetable oil
("WVE"), used cooking oil methyl ester ("UCOME"), Tallöl methylester und Rapsölmethylester
("RME").
[0174] Besonders bevorzugt handelt es sich bei den Mitteldestillat-Kraftstoffen bzw. Dieselkraftstoffen
um solche mit niedrigem Schwefelgehalt, das heißt mit einem Schwefelgehalt von weniger
als 0,05 Gew.-%, vorzugsweise von weniger als 0,02 Gew.-%, insbesondere von weniger
als 0,005 Gew.-% und speziell von weniger als 0,001 Gew.-% Schwefel.
[0175] Als Ottokraftstoffe kommen alle handelsüblichen Ottokraftstoffzusammensetzungen in
Betracht. Als typischer Vertreter soll hier der marktübliche Eurosuper Grundkraftstoff
gemäß EN 228 genannt werden. Weiterhin sind auch Ottokraftstoffzusammensetzungen der
Spezifikation gemäß
WO 00/47698 mögliche Einsatzgebiete für die vorliegende Erfindung.
[0176] Die Erfindung wird nun anhand der folgenden Ausführungsbeispiele näher beschrieben.
Insbesondere die im Folgenden genannten Testmethoden sind Teil der allgemeinen Offenbarung
der Anmeldung und nicht auf die konkreten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Experimenteller Teil:
A. Analytik
GPC-Analytik
[0177] Wenn nicht anders angegeben wurde das massenmittlere Mw und zahlenmittlere Molekulargewicht
Mn der Copolymere mittels Gel-Permeations-Chromatographie gemessen (GPC). GPC-Trennung
erfolgte über zwei PLge Mixed B-Säulen (Agilent) in Tetrahydrofuran bei 35 °C. Die
Kalibrierung erfolgte mittels eines engverteilten Polystyrolstandards (Firma PSS,
Deutschland) mit Molekulargewicht 162-50400 Da. Hexylbenzol wurde als Marker für niedriges
Molekulargewicht verwendet.
B. Herstellungsbeispiele
Synthesebeispiel 1
[0178]
Vorlage: 131,43 g C20-C24 Olefin und 154,29 g Solvesso® 150
Zulauf 1: 43,50 Maleinsäureanhydrid (beheizt bei 80°C)
Zulauf 2: 25,08 g Laurylacrylat
Zulauf 3: 2,31 g Di- tert. Butylperoxid gelöst in 13,07 g von Solvesso® 150
In einem 1 Liter Pilotwerkrührer wurde die Vorlage aufgeheizt bis 150°C.
Zulauf 1, 2 und 3 (Molverhältnis der Monomere zueinander 0,45 : 0,45 : 0,1) wurden
innerhalb von 3 Stunden zudosiert und anschließend wurde 1 Stunde nachpolymerisiert.
[0179] In einem Reaktor (1 Liter Pilotwerkrührer) wurden 131,43 g C
20-C
24 Olefin und 154,29 g Solvesso
® 150 vorgelegt. Die Mischung wurde unter einem Stickstoffstrom und unter Rühren auf
150°C erhitzt. Hierzu gab man innerhalb von 3 Stunden 2,31 g Di- tert. Butylperoxid
gelöst in 13,07 g von Solvesso
® 150, geschmolzenes Maleinsäureanhydrid (43,50 g Maleinsäureanhydrid, beheizt bei
80°C) sowie 25,08 g Laurylacrylat. Der Reaktionsansatz wurde bei 150°C für eine weitere
Stunde gerührt und dann abgekühlt.
[0180] Das Produkt weist einen Feststoffgehalt von 54,3 % auf (gemessen nach 2 Stunden unter
Vakuum bei 100°C).
[0181] 110,50 g des so hergestellten Produktes wurden zusammen mit 2,63 g Wasser (1,1 Äquivalente
bezogen auf mol Maleinsäureanhydrid) vermischt und bei 95°C über 3 Stunden gerührt.
Anschließend wurde das nicht umgesetzte Wasser abdestilliert.
[0182] Der Feststoffgehalt des hydrolysierten Produktes beträgt 62,7% (gemessen nach 2 Stunden
unter Vakuum bei 100°C).
[0183] Das GPC (in THF) ergab für das Copolymer ein Mn = 1400 g/mol, Mw = 2920 g/mol, was
einer Polydispersität von 2,1 entspricht.
Synthesebeispiel 2
[0184] Wie in Synthesebeispiel 1 beschrieben wurde ein Copolymer aus C
20-C
24 Olefin, Maleinsäureanhydrid und Laurylacrylat im Molverhältnis 0,43 : 0,43 : 0,14
hergestellt und mit 1,1 Äquivalenten vollentsalztem Wasser (bezogen auf mol Maleinsäureanhydrid)
hydrolysiert.
[0185] Der Feststoffgehalt des hydrolysierten Produktes beträgt 57,7% (gemessen nach 2 Stunden
unter Vakuum bei 100°C).
[0186] Das GPC (in THF) ergab für das Copolymer ein Mn = 1450 g/mol, Mw = 2970 g/mol, was
einer Polydispersität von 2,1 entspricht.
Synthesebeispiel 3
[0187] Wie in Synthesebeispiel 1 beschrieben wurde ein Copolymer aus C
20-C
24 Olefin, Maleinsäureanhydrid und Laurylacrylat im Molverhältnis 0,35 : 0,35 : 0,3
hergestellt und mit 1,1 Äquivalenten vollentsalztem Wasser (bezogen auf mol Maleinsäureanhydrid)
hydrolysiert.
[0188] Der Feststoffgehalt des hydrolysierten Produktes beträgt 64,4% (gemessen nach 2 Stunden
unter Vakuum bei 100 °C).
[0189] Das GPC (in THF) ergab für das Copolymer ein Mn = 1880 g/mol, Mw = 4330 g/mol, was
einer Polydispersität von 2,3 entspricht.
Synthesebeispiel 4
[0190] Wie in Synthesebeispiel 1 beschrieben wurde ein Copolymer aus C
20-C
24 Olefin, Maleinsäureanhydrid und Laurylacrylat im Molverhältnis 0,4 : 0,4 : 0,2 hergestellt
und mit 1,1 Äquivalenten vollentsalztem Wasser (bezogen auf mol Maleinsäureanhydrid)
hydrolysiert.
[0191] Der Feststoffgehalt des hydrolysierten Produktes beträgt 58,8% (gemessen nach 2 Stunden
unter Vakuum bei 100 °C).
[0192] Das GPC (in THF) ergab für das Copolymer ein Mn = 1690 g/mol, Mw = 4070 g/mol, was
einer Polydispersität von 2,4 entspricht.
Synthesebeispiel 5
[0193] Wie in Synthesebeispiel 1 beschrieben, wurde ein Copolymer aus C
20-C
24 Olefin, Maleinsäureanhydrid und 2-Ethylhexylacrylat im Molverhältnis 0,35 : 0,35
: 0,3 hergestellt und mit 1,1 Äquivalenten vollentsalztem Wasser (bezogen auf mol
Maleinsäureanhydrid) hydrolysiert.
[0194] Der Feststoffgehalt des hydrolysierten Produktes beträgt 61,2% (gemessen nach 2 Stunden
unter Vakuum bei 100 °C).
[0195] Das GPC (in THF) ergab für das Copolymer ein Mn = 1540 g/mol, Mw = 3080 g/mol, was
einer Polydispersität von 2 entspricht.
Synthesebeispiel 6
[0196] Wie in Synthesebeispiel 1 beschrieben wurde ein Copolymer aus C
20-C
24 Olefin, Maleinsäureanhydrid und 2-Ethylhexylacrylat im Molverhältnis 0,4 : 0,4 :
0,2 hergestellt und mit 1,1 Äquivalenten vollentsalztem Wasser (bezogen auf mol Maleinsäureanhydrid)
hydrolysiert.
[0197] Der Feststoffgehalt des hydrolysierten Produktes beträgt 58,3% (gemessen nach 2 Stunden
unter Vakuum bei 100 °C).
[0198] Das GPC (in THF) ergab für das Copolymer ein Mn = 1500 g/mol, Mw = 3030 g/mol, was
einer Polydispersität von 2 entspricht.
Synthesebeispiel 7
[0199] Wie in Synthesebeispiel 1 beschrieben wurde ein Copolymer aus C
20-C
24 Olefin, Maleinsäureanhydrid und 2-Ethylhexylacrylat im Molverhältnis 0,45 : 0,45
: 0,1 hergestellt und mit 1,1 Äquivalenten vollentsalztem Wasser (bezogen auf mol
Maleinsäureanhydrid) hydrolysiert.
[0200] Der Feststoffgehalt des hydrolysierten Produktes beträgt 58,3% (gemessen nach 2 Stunden
unter Vakuum bei 100 °C).
[0201] Das GPC (in THF) ergab für das Copolymer ein Mn = 1440 g/mol, Mw = 2970 g/mol, was
einer Polydispersität von 2,1 entspricht.
Vergleichsprodukt 1
[0202] Wie in Synthesebeispiel 1 beschrieben wurde ein Copolymer aus C
20-C
24 Olefin, Maleinsäureanhydrid, jedoch ohne Acrylat im Molverhältnis 1:1 hergestellt
und mit 1,1 Äquivalenten vollentsalztem Wasser (bezogen auf mol Maleinsäureanhydrid)
hydrolysiert.
[0203] Der Feststoffgehalt des hydrolysierten Produktes beträgt 55% (gemessen nach 2 Stunden
unter Vakuum bei 100°C).
[0204] Das GPC (in THF) ergab für das Copolymer ein Mn = 1210 g/mol, Mw = 2330 g/mol, was
einer Polydispersität von 1,9 entspricht.
C. Anwendungsbeispiele
Korrosionstests
[0205] Mit den Copolymeren aus den obigen Synthesebeispielen wurden in Tabelle 1 angegebenen
Formulierungen hergestellt:
Tabelle 1
| |
Polyisobutenamin* + Trägeröl** [mg/kg] |
Lösungsmittel/ Dehazer*** [mg/kg] |
Korrosionsschutzkomponente |
Rating nach NACE |
| Formulierung 1 |
443 |
47 |
4 mg/kg Dimerfettsäure**** |
B/A |
| Formulierung 2 |
443 |
47 |
4 mg/kg Synthesebeispiel 1 |
B+ |
| Formulierung 3 |
443 |
47 |
4 mg/kg Synthesebeispiel 2 |
B |
| Formulierung 4 |
443 |
47 |
4 mg/kg Synthesebeispiel 3 |
B |
| Formulierung 5 |
443 |
47 |
4 mg/kg Synthesebeispiel 4 |
B+ |
| Formulierung 6 |
443 |
47 |
4 mg/kg Vergleichsprodukt 1 |
B++ |
| Formulierung 7 |
443 |
47 |
4 mg/kg Synthesebeispiel 7 |
A |
| Formulierung 8 |
443 |
47 |
4 mg/kg Synthesebeispiel 6 |
B |
| Formulierung 9 |
443 |
47 |
4 mg/kg Synthesebeispiel 5 |
A |
* Polyisobutenamin: Aus Polyisobuten der zahlenmittleren Molmasse 1000 g/mol durch
Hydroformylierung und Aminierung erhältliches, handelsübliches Polyisobutenamin
** Trägeröl: Polypropylenglykol der Molmasse 1000 g/mol
*** kommerziell verfügbarer Dehazer Kerocom® 3655 der BASF, Ludwigshafen
**** Dimerfettsäure: dimere Ölsäure; CAS: 61788-89-4 als Korrosionsinhibitor, 20%ig
in Solvent Naphtha |
1) Stahlkorrosionstest nach ASTM D 665 A
[0206] Als Kraftstoff wurde ein E0 Referenzkraftstoff gemäß CEC RF-12-09 eingesetzt. Die
in Tabelle 1 angegebenen Formulierungen wurden einem Korrosionstest nach ASTM D 665
A unterworfen und lieferten die in Tabelle 1 angegebenen Ergebnisse.
[0207] Die Bewertung erfolgte folgendermaßen:
| A |
100% rostfrei |
| B++ |
0,1 % oder weniger der gesamten Oberfläche verrostet |
| B+ |
0,1 % bis 5% der gesamten Oberfläche verrostet |
| B |
5 % bis 25% der gesamten Oberfläche verrostet |
| C |
25 % bis 50% der gesamten Oberfläche verrostet |
| D |
50 % bis 75% der gesamten Oberfläche verrostet |
| E |
75 % bis 100% der gesamten Oberfläche verrostet |
2) Calciumverträglichkeitstest:
[0208] 100 ml Motorenöl (Shell Helix
®, Figur 1 und 2, jeweils Becherglas ganz links, mit einem Ca-Gehalt von 1500 ppm,
Mg-Gehalt 1100 ppm und Zn-Gehalt 1300 ppm) wurden im Becherglas auf 70°C erhitzt und
anschließend 1 ml Korrosionsinhibitor zugesetzt. Sollte die Lösung noch klar sein,
gibt man weitere 1 ml Inhibitor zu. Wenn sich die Lösung trübt, gilt der Test als
nicht bestanden (z.B. Figur 1 und 2, jeweils rechtes Becherglas mit Dimerfettsäure
als Vergleich).
[0209] Figur 1 zeigt als zweites Becherglas von links das mit 2 ml des Synthesebeispiels
1 versetzte, klar bleibende Öl. Im dritten Becherglas von links wurden dem Öl 2 ml
des Synthesebeispiels 4 zugesetzt. Das Öl bleibt jeweils klar.
[0210] Figur 2 zeigt als zweites Becherglas von links das mit 2 ml des Synthesebeispiels
2 versetzte, klar bleibende Öl. Im dritten Becherglas von links wurden dem Öl 2 ml
des Synthesebeispiels 3 zugesetzt. Das Öl bleibt jeweils klar.
Verträglichkeitsprüfung
[0211] Lösungsversuch 1: Zur Prüfung der Lösungseigenschaften wurden 1,600 g des Produktes
aus Synthesebeispiel 6 in einer 100 ml Laborflasche bei Raumtemperatur vorgelegt und
mit 39,68 g Polyisobutenamin (siehe Tabelle 1), 31,2 g eines Trägeröls analog Eintrag
2 der Tabelle 1 in
WO 00/02978 und 7,52 g Kerosin vesetzt.
[0212] Lösungsversuch 2: Zum Vergleich wurden 1,696 g Vergleichsprodukt 1 vorgelegt und
mit 39,648 g Polyisobutenamin (siehe Tabelle 1), 31,168g KC 3489 und 7,488g Kerosin
versetzt wie bei Lösungsversuch 1.
[0213] Beide Proben wurden jeweils mit den gleichen Rührstäbchen versehen und 5 Minuten
bei Raumtemperatur auf einem Magnetrührer gerührt.
[0214] In Lösungsversuch 1 sind nach 5 Minuten Rühren lediglich leichte Schlieren zu erkennen,
das Produkt blieb jedoch in der flüssigen Phase verteilt und setzte sich nicht ab.
[0215] In Lösungsversuch 2 war auch nach 5 Minuten Rühren am Boden der Laborflasche noch
deutlich eine nicht aufgelöste Phase des Produktes zu erkennen.
[0216] Man erkennt also, daß die erfindungsgemäßen Produkte in Lösungsmitteln besser auflösbar
sind als die Produkte gemäß der
WO 2015/114029.