[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Zubereitungen von Edelmetallkomplexen und die
Verwendung der Zubereitungen zur Herstellung von Edelmetall umfassenden Schichten
auf Substraten.
[0002] WO90/07561 A1 offenbart Platinkomplexe der Formel LM[O(CO)R]
2, wobei L für einen stickstofffreien cyclischen Polyolefinliganden, bevorzugt Cyclooctadien
(COD) oder Pentamethylcyclopentadien, und M für Platin oder Iridium steht, und wobei
R Benzyl, Aryl oder Alkyl mit vier oder mehr Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt
Phenyl bedeutet.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, Zubereitungen zu finden, welche zur Herstellung
Edelmetall umfassender Schichten insbesondere auch auf temperaturempfindlichen Substraten
verwendet werden können.
[0003] Die Aufgabe kann gelöst werden durch Bereitstellung von Zubereitungen von Edelmetallkomplexen
des Palladiums, des Rhodiums respektive des Iridiums jeweils mit Diolefin- und C6-C18-Monocarboxylatliganden.
Genauer gesagt, bereitgestellt werden Zubereitungen enthaltend oder bestehend aus:
- (A) 30 bis 90 Gew.-% (Gewichts-%) mindestens eines organischen Lösemittels,
- (B) 10 bis 70 Gew.-% mindestens eines Edelmetallkomplexes mit Diolefin- und C6-C18-Monocarboxylatliganden
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Edelmetallkomplexen vom Typ [LPd[O(CO)R1]X]n, [LRh[O(CO)R1]]m und [LIr[O(CO)R1]]m, wobei L eine als Diolefinligand fungierende Verbindung bedeutet, wobei X ausgewählt
ist unter Bromid, Chlorid, lodid und - O(CO)R2, wobei -O(CO)R1 und -O(CO)R2 gleiche
oder verschiedene nichtaromatische C6-C18-Monocarbonsäurereste, jeweils bevorzugt
mit Ausnahme eines Phenylessigsäurerests, bedeuten, und wobei n eine ganze Zahl ≥
1 und m eine ganze Zahl ≥ 2 ist, und
- (C) 0 bis 10 Gew.-% mindestens eines Additivs.
[0004] Der hierin verwendete Ausdruck "als Diolefinligand fungierende Verbindung" bezieht
sich auf eine Verbindung, die in den Edelmetallkomplexen ihre beiden oder zwei ihrer
olefinischen Doppelbindungen mit einem Edelmetallzentralatom komplexbildend oder mit
zwei Edelmetallzentralatomen in verbrückender Weise komplexbildend bereitstellt.
[0005] Im Falle mehrkerniger Edelmetallkomplexe bedeuten die Zahlen n und m im Allgemeinen
eine ganze Zahl beispielsweise im Bereich von 2 bis 5. Anders ausgedrückt, ganzzahliges
n > 1 liegt im Allgemeinen im Bereich von 2 bis 5; insbesondere ist n dann gleich
2 und es handelt sich bei den Edelmetallkomplexen dann um zweikernige Palladiumkomplexe.
Auch ganzzahliges m liegt im Allgemeinen im Bereich von 2 bis 5; insbesondere ist
m dann gleich 2 und es handelt sich bei den Edelmetallkomplexen dann um zweikernige
Rhodium- oder Iridiumkomplexe.
[0006] In den erfindungsgemäßen Zubereitungen liegt der Bestandteil (B) gelöst in Bestandteil
(A) vor. Bei Vorhandensein des optionalen Bestandteils (C) in einer erfindungsgemäßen
Zubereitung, so liegt auch dieser Bestandteil (C) bevorzugt gelöst in Bestandteil
(A) vor. Mit anderen Worten, bei Fehlen des optionalen Bestandteils (C) handelt es
sich bei den erfindungsgemäßen Zubereitungen um organische Lösungen, genauer gesagt
um echte, d.h. nichtkolloidale organische Lösungen; bei Vorhandensein des optionalen
Bestandteils (C) in der bevorzugten Form, d.h. in im Bestandteil (A) gelöster Form,
gilt das Gleiche.
[0007] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten 30 bis 90 Gew.-% mindestens eines organischen
Lösemittels (A). Das oder die organischen Lösemittel können aus einer Vielzahl üblicher
organischer Lösemittel ausgewählt sein, da die Edelmetallkomplexe gut bis unbegrenzt
in solchen organischen Lösemitteln löslich sind. Zweckmäßigerweise sind das oder die
organischen Lösemittel unter den Verarbeitungsbedingungen der erfindungsgemäßen Zubereitungen
im Wesentlichen flüchtig, insbesondere gilt dies für das Stadium nach Applikation
einer erfindungsgemäßen Zubereitung auf ein Substrat. Im Allgemeinen liegen die Siedepunkte
des oder der organischen Lösemittel im Bereich von 50 bis 200°C oder höher, beispielsweise
50 bis 300°C. Beispiele für organische Lösemittel (A) umfassen Aliphaten und Cycloaliphaten
jeweils mit 6 bis 12 Kohlenstoffatomen; Halogenkohlenwasserstoffe wie Di-, Tri- und
Tetrachlormethan; Aromaten; Araliphaten wie Toluol oder Xylol; Alkohole wie Ethanol,
n-Propanol und Isopropanol; Ether; Glykolether wie Mono-C1-C4-alkylglykolether und
Di-C1-C4-alkylglykolether, beispielsweise Ethylenglykolmono-C1-C4-alkylether, Ethylenglykoldi-C1-C4-alkylether,
Diethylenglykolmono-C1-C4-alkylether, Diethylenglykoldi-C1-C4-alkylether, Propylenglykolmono-C1-C4-alkylether,
Propylenglykoldi-C1-C4-alkylether, Dipropylenglykolmono-C1-C4-alkylether und Dipropylenglykoldi-C1-C4-alkylether;
Ester mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen; und Ketone wie Aceton, Methylethylketon, Methylisobutylketon
und Cyclohexanon. Araliphaten wie Toluol oder Xylol, Alkohole wie Ethanol, n-Propanol
und Isopropanol und Glykolether wie Mono-C1-C4-alkylglykolether und Di-C1-C4-alkylglykolether,
beispielsweise Ethylenglykolmono-C1-C4-alkylether, Ethylenglykoldi-C1-C4-alkylether,
Diethylenglykolmono-C1-C4-alkylether, Diethylenglykoldi-C1-C4-alkylether, Propylenglykolmono-C1-C4-alkylether,
Propylenglykoldi-C1-C4-alkylether, Dipropylenglykolmono-C1-C4-alkylether und Dipropylenglykoldi-C1-C4-alkylether
sind dabei bevorzugt. Besonders bevorzugt besteht Bestandteil (A) respektive das mindestens
eine organische Lösemittel (A) aus mindestens einem Alkohol, speziell mindestens einem
der beispielhaft genannten Alkohole, und/oder aus mindestens einem Glykolether, speziell
mindestens einem der beispielhaft genannten Glykolether. Insbesondere bevorzugt als
Bestandteil (A) sind entsprechende Mischungen aus 30 bis 70 Gewichtsanteilen Alkohol
und dem zu 100 Gewichtsanteilen fehlenden Gewichtsanteil Glykolether.
[0008] Wie schon gesagt, enthalten die erfindungsgemäßen Zubereitungen als Bestandteil (B)
10 bis 70 Gew.-% mindestens eines Edelmetallkomplexes mit Diolefin- und C6-C18-Monocarboxylatliganden
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Edelmetallkomplexen vom Typ [LPd[O(CO)R1]X]
n, [LRh[O(CO)R1]]
m und [LIr[O(CO)R1]]
m, wobei L eine als Diolefinligand fungierende Verbindung bedeutet, wobei X ausgewählt
ist unter Bromid, Chlorid, lodid und - O(CO)R2, wobei -O(CO)R1 und -O(CO)R2 gleiche
oder verschiedene nichtaromatische C6-C18-Monocarbonsäurereste, jeweils bevorzugt
mit Ausnahme eines Phenylessigsäurerests, bedeuten, und wobei n eine ganze Zahl ≥
1 und m eine ganze Zahl ≥ 2 ist.
[0009] Der dem mindestens einen Edelmetallkomplex entstammende Edelmetallgehalt einer erfindungsgemäßen
Zubereitung kann beispielsweise im Bereich von 2,5 bis 25 Gew.-% liegen.
[0010] Bei der Ausführungsform einkerniger Palladiumkomplexe vom Typ [LPd[O(CO)R1]X] handelt
es sich bei L um eine am Palladiumzentralatom als Diolefinligand fungierende Verbindung;
X bedeutet Bromid, Chlorid, lodid oder -O(CO)R2; und -O(CO)R1 und -O(CO)R2 bedeuten
gleiche oder verschiedene nichtaromatische C6-C18-Monocarbonsäurereste, jeweils bevorzugt
mit Ausnahme eines Phenylessigsäurerests. n ist hier gleich 1.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform zwei- oder mehrkerniger Palladiumkomplexe vom
Typ [LPd[O(CO)R1]X]
n bedeutet L eine als Diolefinligand fungierende Verbindung; X bedeutet Bromid, Chlorid,
lodid oder -O(CO)R2; n bedeutet 2, 3, 4 oder 5, bevorzugt 2; und -O(CO)R1 und -O(CO)R2
bedeuten gleiche oder verschiedene nichtaromatische C6-C18-Monocarbonsäurereste, jeweils
bevorzugt mit Ausnahme eines Phenylessigsäurerests.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform zwei- oder mehrkerniger Edelmetallkomplexe
vom Typ [LRh[O(CO)R1]]
m respektive [LIr[O(CO)R1]]
m bedeutet L eine als Diolefinligand fungierende Verbindung; m bedeutet 2, 3, 4 oder
5, bevorzugt 2; und -O(CO)R1 bedeutet einen nichtaromatischen C6-C18-Monocarbonsäurerest,
bevorzugt mit Ausnahme eines Phenylessigsäurerests.
[0013] Besagte Edelmetallkomplexe können in den erfindungsgemäßen Zubereitungen in individualisierter
aber auch in vergesellschafteter Form vorliegen, also alleine oder auch als Gemisch
mehrerer verschiedener Spezies. So können Palladiumkomplexe in individualisierter
oder in vergesellschafteter Form, also alleine oder als Gemisch mehrerer verschiedener
Spezies jeweils vom Typ [LPd[O(CO)R1]X]
n in den erfindungsgemäßen Zubereitungen vorliegen. Es können auch Rhodiumkomplexe
in individualisierter oder in vergesellschafteter Form, also alleine oder als Gemisch
mehrerer verschiedener Spezies jeweils vom Typ [LRh[O(CO)R1]]
m in den erfindungsgemäßen Zubereitungen vorliegen. Nicht anders können auch Iridiumkomplexe
in individualisierter oder in vergesellschafteter Form, also alleine oder als Gemisch
mehrerer verschiedener Spezies jeweils vom Typ [LIr[O(CO)R1]]
m in den erfindungsgemäßen Zubereitungen vorliegen. Mit anderen Worten, Bestandteil
(B) kann Verbindungen vom Typ [LPd[O(CO)R1]X]
n und/oder vom Typ [LRh[O(CO)R1]]
m und/oder vom Typ [LIr[O(CO)R1]]
m umfassen; Bestandteil (B) kann demnach Verbindungen nur eines der, zweier der oder
aller drei hier offenbarten Typen umfassen, wobei der jeweilige Typ in nur einer individuellen
Form (individualisiert) oder in mehr als einer individuellen Form (vergesellschaftet)
vertreten sein kann. Der hier in diesem Zusammenhang verwendete Begriff "individuelle
Form" bezeichnet den Formeltyp mit konkretem Index n respektive m; beispielsweise
ist [LRh[O(CO)R1]]
2 die individuelle Form des allgemeinen Typs [LRh[O(CO)R1]]
m mit m = 2.
[0014] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können auch Platinverbindungen vom Typ [LPt[O(CO)R1]X]
n umfassen. n hat in solchen Platinkomplexen die gleiche Bedeutung wie in den Palladiumkomplexen
vom Typ [LPd[O(CO)R1]X]
n. Solche Platinverbindungen sind offenbart in der PCT-Anmeldung mit dem Anmeldeaktenzeichen
PCT/EP2020/068465.
[0015] Beispiele für Diolefine respektive für Verbindungen vom Typ L, welche befähigt sind
als Diolefinligand zu fungieren, umfassen Kohlenwasserstoffe wie COD (1,5-Cyclooctadien),
NBD (Norbornadien), COT (Cyclooctatetraen) und 1,5-Hexadien, insbesondere COD und
NBD. Bevorzugt handelt es sich um reine Kohlenwasserstoffe; die Anwesenheit von Heteroatomen
beispielsweise auch in Form funktioneller Gruppen ist jedoch auch möglich.
[0016] X kann Bromid, Chlorid, lodid oder -O(CO)R2 bedeuten, bevorzugt bedeutet es Chlorid
oder - O(CO)R2, insbesondere -O(CO)R2.
[0017] Die jeweils nichtaromatischen Monocarbonsäurereste -O(CO)R1 und -O(CO)R2 bedeuten
gleiche oder verschiedene nichtaromatische C6-C18-Monocarbonsäurereste, jeweils bevorzugt
mit Ausnahme eines Phenylessigsäurerests. Der in diesem Zusammenhang verwendete Begriff
"nichtaromatisch" schließt rein aromatische Monocarbonsäurereste aus, nicht jedoch
araliphatische Monocarbonsäurereste, deren Carboxylfunktion(en) an aliphatischen Kohlenstoff
gebunden ist/sind. -O(CO)R1 als auch -O(CO)R2 bedeuten bevorzugt keinen Phenylessigsäurerest.
Bevorzugt bedeuten -O(CO)R1 und -O(CO)R2 gleiche nichtaromatische C6-C18-Monocarbonsäurereste,
dabei jedoch bevorzugt keine Phenylessigsäurereste. Bevorzugt unter den nichtaromatischen
C6-C18-Monocarbonsäureresten sind Monocarbonsäurereste mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen,
d.h. nichtaromatische C8-C18-Monocarbonsäurereste.
[0018] Beispiele für nichtaromatische C6-C18- oder die bevorzugten C8-C18-Monocarbonsäuren
mit Resten -O(CO)R1 respektive -O(CO)R2 umfassen die isomeren Hexansäuren einschließlich
n-Hexansäure, die isomeren Heptansäuren einschließlich n-Heptansäure, die isomeren
Octansäuren einschließlich n-Octansäure und 2-Ethylhexansäure, die isomeren Nonansäuren
einschließlich n-Nonansäure, und die isomeren Decansäuren einschließlich n-Decansäure,
um nur einige Beispiele zu nennen. Es sind nicht nur lineare Vertreter sondern auch
solche mit Verzweigungen und/oder cyclischen Strukturen umfasst, wie beispielsweise
2-Ethylhexansäure, Cyclohexancarbonsäure und Neodecansäure. Die jeweils an eine Carboxylgruppe
gebundenen Reste R1 und R2 umfassen 5 bis 17 respektive 7 bis 17 Kohlenstoffatome;
Benzylreste sind dabei jeweils bevorzugt ausgenommen.
[0019] Bevorzugte Beispiele für Palladiumkomplexe umfassen [(COD)Pd[O(CO)R1]
2]
n und [(NBD)Pd[O(CO)R1]
2]
n, wobei n gleich 1 oder 2 und insbesondere gleich 1 ist, und wobei R1 für einen nichtaromatischen
C5-C17-Kohlenwasserstoffrest, jeweils bevorzugt mit Ausnahme von Benzyl, steht.
[0020] Bevorzugte Beispiele für Rhodiumkomplexe umfassen [(COD)Rh[O(CO)R1]]
m und [(NBD)Rh[O(CO)R1]]
m, wobei m gleich 2 ist, und wobei R1 für einen nichtaromatischen C5-C17-Kohlenwasserstoffrest,
jeweils bevorzugt mit Ausnahme von Benzyl, steht.
[0021] Bevorzugte Beispiele für Iridiumkomplexe umfassen [(COD)Ir[O(CO)R1]]
m und [(NBD)Ir[O(CO)R1]]
m, wobei m gleich 2 ist, und wobei R1 für einen nichtaromatischen C5-C17-Kohlenwasserstoffrest,
jeweils bevorzugt mit Ausnahme von Benzyl, steht.
[0022] Die Edelmetallkomplexe können auf einfachem Wege durch Ligandenaustausch hergestellt
werden, insbesondere ohne dabei Carbonsäuresalze des Silbers zu verwenden. Das Herstellungsverfahren
umfasst ein Durchmischen respektive Suspendieren oder Emulgieren eines Zweiphasensystems.
Die eine Phase umfasst dabei ein Edukt vom Typ LPdX
2 respektive [LRhX]
2 oder [LIrX]
2 jeweils mit X ausgewählt unter Bromid, Chlorid und lodid, bevorzugt Chlorid, entweder
als solches oder bevorzugt in Form einer zumindest im Wesentlichen nicht wassermischbaren
organischen Lösung eines solchen Eduktes. Beispiele für zur Herstellung einer derartigen
organischen Lösung geeignete und zumindest im Wesentlichen nicht wassermischbare organische
Lösemittel umfassen neben Aromaten und chlorierten Kohlenwasserstoffen wie Toluol,
Xylol, Di-, Tri- und Tetrachlormethan auch sauerstoffhaltige Lösemittel, beispielsweise
entsprechende nicht wassermischbare Ketone, Ester und Ether. Die andere Phase hingegen
umfasst beispielsweise eine wässrige Lösung von Alkalisalz (insbesondere Natrium-
oder Kaliumsalz) und/oder von Magnesiumsalz einer C6-C18-Monocarbonsäure vom Typ R1COOH
sowie gegebenenfalls zusätzlich vom Typ R2COOH. Die Wahl der Art des oder der Monocarbonsäuresalze
richtet sich nach der Art des herzustellenden Edelmetallkomplexes oder der herzustellenden
Gesellschaft von Edelmetallkomplexen. Die beiden Phasen werden intensiv unter Bildung
einer Suspension oder Emulsion durchmischt, beispielsweise durch Schütteln und/oder
Rühren. Das Durchmischen wird zwecks Aufrechterhaltung des Suspensions- oder Emulsionszustandes
beispielsweise für eine Zeitdauer von 0,5 bis 24 Stunden durchgeführt, beispielsweise
bei einer Temperatur im Bereich von 20 bis 50 °C. Dabei findet der Ligandenaustausch
statt, wobei sich der oder die gebildeten Edelmetallkomplexe in der organischen Phase
lösen, während sich das ebenfalls gebildete AlkaliX-Salz oder MgX
2-Salz in der wässrigen Phase löst. Nach beendetem Suspendieren oder Emulgieren werden
organische und wässrige Phase voneinander getrennt. Aus der organischen Phase können
der oder die gebildeten Edelmetallkomplexe gewonnen und gegebenenfalls anschließend
mittels üblicher Methoden gereinigt werden.
[0023] So kann beispielsweise, um nur ein konkretes Beispiel zu nennen, (COD)Pd[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]
2 durch gemeinsames Emulgieren einer Lösung von (COD)PdCl
2 in Dichlormethan mit einer wässrigen Lösung von Natrium-2-ethylhexanoat hergestellt
werden. Nach beendetem Emulgieren kann die dabei durch Ligandenaustausch
[0024] gebildete Kochsalz enthaltende Lösung von der Dichlormethanphase abgetrennt und aus
letzterer das (COD)Pd[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]
2 isoliert und gegebenenfalls durch übliche Reinigungsverfahren aufgereinigt werden.
Analog kann beispielsweise bei entsprechend gewählter Stöchiometrie auch der Palladiumkomplex
(COD)Pd[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]Cl hergestellt werden.
[0025] Eine wichtige Eigenschaft neben vorerwähnter Löslichkeit in üblichen organischen
Lösemitteln ist die vergleichsweise niedrige Zersetzungstemperatur des oder der Edelmetallkomplexe
des Bestandteils (B), beispielsweise schon ab 150°C bis 250°C, häufig nicht höher
als 200°C. Diese Eigenschaftskombination erlaubt es, solche Edelmetallkomplexe als
Bestandteil (B) der erfindungsgemäßen Zubereitungen zur Herstellung Edelmetall umfassender
Schichten auf Substraten zu verwenden; bei dieser Art der Verwendung stellt die erfindungsgemäße
Zubereitung ein Überzugsmittel (Beschichtungsmittel) dar, d.h. sie ist dann als Überzugsmittel
zubereitet und verwendbar.
[0026] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten 0 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 0 bis 3
Gew.-% mindestens eines Additivs (C). Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können demzufolge
additivfrei sein oder bis zu 10 Gew.-% mindestens eines Additivs enthalten. Beispiele
für Additive umfassen Benetzungsadditive, Rheologieadditive, Entschäumer, Entlüfter,
Additive zur Beeinflussung der Oberflächenspannung und Geruchsstoffe.
[0027] Erfindungsgemäße Zubereitungen können durch einfaches Vermischen der Bestandteile
(A), (B) und, falls gewünscht, (C) hergestellt werden. Der Fachmann wählt dabei das
Mengenverhältnis der Bestandteile angepasst an den jeweiligen Verwendungszweck und/oder
die dabei zur Anwendung kommende Applikationsmethode aus.
[0028] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können zur Herstellung Edelmetall umfassender
Schichten auf Substraten, insbesondere auch auf temperaturempfindlichen Substraten
verwendet werden. Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können dabei zunächst zur Herstellung
von Überzugsschichten (Beschichtungen) verwendet werden, welche anschließend einer
thermischen Zersetzung unterworfen werden können. Beim Arbeiten mit erfindungsgemäßen
Zubereitungen auf Basis von Palladiumkomplexen vom Typ [LPd[O(CO)R1]X]
n bildet sich bei der thermischen Zersetzung selbst bei Gegenwart von Luft als umgebender
Atmosphäre im Wesentlichen metallisches Palladium in Form einer Schicht; bei der thermischen
Zersetzung im Fall des Arbeitens mit erfindungsgemäßen Zubereitungen auf Basis von
Rhodiumkomplexen vom Typ [LRh[O(CO)R1]]
n respektive auf Basis von Iridiumkomplexen vom Typ [LIr[O(CO)R1]]
n hingegen bilden sich bei Gegenwart von Luft als Umgebungsatmosphäre im Wesentlichen
entsprechende Edelmetalloxidschichten oder sogar vom entsprechenden metallischen Edelmetall
freie Edelmetalloxidschichten. Insofern versteht der Fachmann den hierin verwendeten
Ausdruck "Edelmetall umfassende Schicht" als im Wesentlichen oder sogar nur metallisches
Palladium umfassende oder daraus bestehende Schicht, als im Wesentlichen oder sogar
nur Rhodiumoxid umfassende oder daraus bestehende Schicht oder als im Wesentlichen
oder sogar nur Iridiumoxid umfassende oder daraus bestehende Schicht, kurz gesagt
als eine metallisches Palladium, Rhodiumoxid oder Iridiumoxid umfassende oder daraus
bestehende Schicht. Während erfindungsgemäß auf Substraten erhältliche Palladiumschichten
für den Fachmann erwartbare Eigenschaften zeigen, können erfindungsgemäß auf Substraten
erhältliche im Wesentlichen Rhodiumoxid respektive im Wesentlichen Iridiumoxid umfassende
Schichten respektive damit ausgestattete Substratoberflächen interessante elektrische
Eigenschaften aufweisen.
[0029] Falls die erfindungsgemäßen Zubereitungen eine Kombination zweier oder mehrerer der
hierin als Bestandteil (B) offenbarten Edelmetallkomplex-Typen, gegebenenfalls zusätzlich
kombiniert mit einem oder mehreren der vorerwähnten Platinkomplexe vom Typ [LPt[O(CO)R1]X]
n, oder eine Kombinationen eines der hierin als Bestandteil (B) offenbarten Edelmetallkomplex-Typen
mit einem oder mehreren der vorerwähnten Platinkomplexe vom Typ [LPt[O(CO)R1]X]
n umfassen, können quasi simultan auch mehr als ein Edelmetall umfassende Schichten
auf Substraten hergestellt werden. Die Mengenverhältnisse von metallischem Palladium,
Rhodiumoxid, Iridiumoxid sowie gegebenenfalls zusätzlich auch umfasstem metallischen
Platin in einer betreffenden Schicht können dabei sehr einfach variabel eingestellt
werden über die jeweiligen Mengenanteile der Edelmetallkomplexe in einer zur Herstellung
einer betreffenden Schicht verwendeten erfindungsgemäßen Zubereitung. Es können insbesondere
folgende Typen von mehr als ein Edelmetall umfassenden Schichten auf Substraten erzeugt
werden:
- Schicht umfassend metallisches Palladium und metallisches Platin, beispielsweise in
Form von Platin/Palladium-Legierungen,
- Schicht umfassend metallisches Palladium und Rhodiumoxid,
- Schicht umfassend metallisches Palladium und Iridiumoxid,
- Schicht umfassend metallisches Palladium, Rhodiumoxid und Iridiumoxid,
- Schicht umfassend metallisches Platin und Rhodiumoxid,
- Schicht umfassend metallisches Platin und Iridiumoxid,
- Schicht umfassend metallisches Platin, Rhodiumoxid und Iridiumoxid,
- Schicht umfassend metallisches Palladium, metallisches Platin und Rhodiumoxid,
- Schicht umfassend metallisches Palladium, metallisches Platin und Iridiumoxid,
- Schicht umfassend metallisches Palladium, metallisches Platin, Rhodiumoxid und Iridiumoxid,
- Schicht umfassend Rhodiumoxid und Iridiumoxid, ohne metallisches Palladium und ohne
metallisches Platin.
[0030] Bei der thermischen Behandlung zersetzen sich die Überzugsschichten wie vorerwähnt
unter Bildung Edelmetall umfassender Schichten, d.h. die Überzugsschichten werden
letztendlich in Edelmetall umfassende Schichten überführt. Die Erfindung betrifft
daher auch ein Verfahren zur Herstellung einer Edelmetall umfassenden Schicht auf
einem Substrat, umfassend die Schritte:
- (1) Applikation einer Überzugsschicht aus einer erfindungsgemäßen Zubereitung auf
ein Substrat, und
- (2) thermische Zersetzung der Überzugsschicht unter Ausbildung der Edelmetall umfassenden
Schicht.
[0031] Bei den in Schritt (1) mit der Überzugsschicht zu versehenden Substraten kann es
sich um Substrate handeln, die verschiedenste Materialien umfassen. Die Substrate
können dabei nur ein oder auch mehrere Materialien umfassen. Beispiele für Materialien
umfassen unter anderem Glas; Carbidsubstrate wie beispielsweise Titancarbid, Molybdäncarbid,
Wolframcarbid, Siliziumcarbid; Nitridsubstrate wie beispielsweise Aluminiumnitrid,
Titannitrid, Siliziumnitrid; Boridsubstrate wie beispielsweise Titanborid, Zirkonborid;
Keramiksubstrate einschließlich solcher auf Basis von oxidischer Keramik und solcher,
wie sie als Katalysatorträger in heterogenen Katalysatoren üblich sind; Halbleitersubstrate
wie beispielsweise Siliziumsubstrate; Metall; Kunststoff; modifizierte oder unmodifizierte
Polymere natürlichen Ursprungs; Kohlenstoffsubstrate; Holz; Karton und Papier. Die
Substrate können auf inneren und/oder äußeren Oberflächen und/oder auf inneren und/oder
äußeren Oberflächenanteilen mit der Überzugsschicht versehen werden.
[0032] Bei der Herstellung der Überzugsschicht gemäß Schritt (1) können an sich bekannte
Applikationsmethoden zur Anwendung gelangen.
[0033] Eine erste Applikationsmethode ist das Tauchen. Dabei wird das mit der Überzugsschicht
respektive das final mit der Edelmetall umfassenden Schicht zu versehende Substrat
in die erfindungsgemäße Zubereitung ein- und wieder ausgetaucht. Bevorzugt liegt der
Anteil des Bestandteils (A) beim Tauchen im Bereich von 30 bis 90 Gew.-% der erfindungsgemäßen
Zubereitung und der des Bestandteils (B) im Bereich von 10 bis 70 Gew.-%.
[0034] Eine zweite Applikationsmethode ist der Sprühauftrag. Dabei wird das mit der Überzugsschicht
respektive das final mit der Edelmetall umfassenden Schicht zu versehende Substrat
mit der erfindungsgemäßen Zubereitung unter Verwendung eines üblichen Sprühbeschichtungswerkzeugs
sprühbeschichtet. Beispiele für Sprühbeschichtungswerkzeuge sind pneumatische Spritzpistolen,
Airless-Spritzpistolen, Rotationszerstäuber oder ähnliches. Bevorzugt liegt der Anteil
des Bestandteils (A) beim Sprühauftrag im Bereich von 50 bis 90 Gew.-% der erfindungsgemäßen
Zubereitung und der des Bestandteils (B) im Bereich von 10 bis 50 Gew.-%.
[0035] Eine dritte Applikationsmethode ist das Drucken. Dabei wird das mit der Überzugsschicht
respektive das final mit der Edelmetall umfassenden Schicht zu versehende Substrat
mit der erfindungsgemäßen Zubereitung bedruckt. Ein bevorzugtes Druckverfahren ist
dabei das Inkjetdrucken; die erfindungsgemäße Zubereitung stellt hier ein Überzugsmittel
in Gestalt einer Tinte dar. Ein weiteres bevorzugtes Druckverfahren ist der Siebdruck.
Bevorzugt liegt der Anteil des Bestandteils (A) beim Drucken im Bereich von 50 bis
90 Gew.-% der erfindungsgemäßen Zubereitung und der des Bestandteils (B) im Bereich
von 10 bis 50 Gew.-%.
[0036] Eine vierte Applikationsmethode ist der Auftrag mittels eines mit der erfindungsgemäßen
Zubereitung getränkten Auftragungswerkzeugs, beispielsweise ein Pinsel, eine Bürste,
ein Filz oder ein Tuch. Dabei wird die erfindungsgemäße Zubereitung vom Auftragungswerkzeug
auf das mit der Überzugsschicht respektive das final mit der Edelmetall umfassenden
Schicht zu versehende Substrat übertragen. Bevorzugt liegt der Anteil des Bestandteils
(A) bei einer derartigen Auftragungstechnik im Bereich von 30 bis 90 Gew.-% der erfindungsgemäßen
Zubereitung und der des Bestandteils (B) im Bereich von 10 bis 70 Gew.-%.
[0037] Die aus einer erfindungsgemäßen Zubereitung aufgebrachte den mindestens einen Bestandteil
(B) umfassende Überzugsschicht kann zunächst getrocknet und dabei teilweise oder vollständig
vom organischen Lösemittel (A) befreit werden, bevor sie bzw. der getrocknete Rückstand
einer thermischen Zersetzung unter Bildung der Edelmetall umfassenden Schicht unterworfen
wird.
[0038] Die zwecks thermischer Zersetzung erfolgende thermische Behandlung umfasst eine Erwärmung
auf eine Objekttemperatur oberhalb der Zersetzungstemperatur des mindestens einen
Edelmetallkomplexes (B). Bei Vorhandensein mehrerer verschiedener Edelmetallkomplexe
(B) wird der Fachmann die Objekttemperatur oberhalb der Zersetzungstemperatur des
Edelmetallkomplexes vom Typ (B) mit der höchsten Zersetzungstemperatur wählen. Im
Allgemeinen wird dazu beispielsweise kurzzeitig auf eine Objekttemperatur oberhalb
der Zersetzungstemperatur erwärmt, beispielsweise für einen Zeitraum von 1 Minute
bis 30 Minuten auf eine Objekttemperatur im Bereich von >150°C bis 200°C oder von
>150 bis 250°C oder höher, beispielsweise bis 1000°C. Das Erwärmen kann insbesondere
in einem Ofen und/oder durch Infrarotbestrahlung erfolgen. Im Allgemeinen wird eine
Objekttemperatur geringfügig oberhalb der betreffenden Zersetzungstemperatur gewählt.
Im Allgemeinen dauert das Erwärmen, genauer gesagt das Einhalten der Objekttemperatur
nicht länger als 15 Minuten.
[0039] Vorteilhaft insbesondere beim Arbeiten mit der Ausführungsform erfindungsgemäßer
Zubereitungen auf Basis von Palladiumkomplexen vom Typ [LPd[O(CO)R1]X]
n ist, dass keine kolloidales Palladium oder Nanopalladium enthaltende Zubereitungen
verwendet werden müssen, so dass damit verbundene eventuelle Risiken vermieden werden
können.
[0040] Bei der zweiten und dritten der vorerwähnten Applikationsmethoden kann durch die
Verwendung der erfindungsgemäßen Zubereitungen ein Verstopfen der Applikationswerkzeuge,
genauer gesagt das Verstopfen feiner Öffnungen oder Düsen von Sprühauftragswerkzeugen
bzw. Inkjetdüsen vermieden werden; schließlich stellt sich beispielsweise die Frage
antrocknenden oder aggregierenden kolloidalen Palladiums oder Nanopalladiums hier
nicht.
[0041] Erfindungsgemäß erhältliche Palladiumschichten zeichnen sich durch hohen metallischen
Glanz vergleichbar einem Spiegel aus, vorausgesetzt man arbeitet mit Substraten mit
glatten, nicht zu rauen Oberflächen; die Palladiumschichten sind dabei homogen im
Sinne einer glatten nichtkörnigen äußeren Oberfläche.
[0042] Die Dicke erfindungsgemäß erhältlicher Edelmetall umfassender Schichten kann beispielsweise
im Bereich von 50 nm bis 5 µm liegen und die Edelmetall umfassenden Schichten können
eine flächige Natur mit oder ohne gewünschte Unterbrechungen innerhalb der Fläche
haben oder ein gewünschtes Muster oder Design aufweisen. Wie aus den vorerwähnten
Beispielen für Substrate ersichtlich, können die Edelmetall umfassenden Schichten
sogar auf temperaturempfindlichen Substraten erzeugt werden, d.h. beispielsweise auf
Substraten, die oberhalb 200°C nicht temperaturstabil sind; beispielsweise kann es
sich um temperaturempfindliche Polymersubstrate handeln, beispielsweise solche auf
Polyolefin- oder Polyesterbasis.
Beispiele
Beispiel 1 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer Palladiumschicht):
[0043] Eine Lösung von 35 mmol (COD)PdCl
2 in 200 ml Dichlormethan wurde gerührt und eine Lösung von 140 mmol Natrium-2-ethylhexanoat
in 150 ml Wasser zugegeben. Die Zweiphasenmischung wurde 24 h bei 20°C durch intensives
Rühren emulgiert. Dabei färbte sich die Dichlormethanphase gelb.
[0044] Die Dichlormethanphase wurde abgetrennt und das Lösungsmittel abdestilliert. Der
zähflüssige, gelbe Rückstand wurde in Petroleumbenzin (40-60) aufgenommen und die
Lösung mit Magnesiumsulfat getrocknet und filtriert. Dann wurde das Petroleumbenzin
vollständig abdestilliert. Zurück blieb ein zähflüssiger gelber Rückstand von (COD)Pd[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]
2.
[0045] 5 g des gelben Rückstandes wurden in 5,60 g einer Lösemittelmischung (50 Gew.-% Ethanol,
50 Gew.-% Propylenglykolmonopropylether) gelöst. Diese Lösung wurde mittels einer
Airbrushsprühpistole auf eine Kapton
®-Folie (Polyimid) aufgesprüht. Die beschichtete Folie wurde in einem Laborofen auf
eine Objekttemperatur von 200°C aufgeheizt und für 5 Minuten bei dieser Temperatur
gehalten. Auf der Folie hatte sich eine glänzende elektrisch leitfähige Schicht aus
Palladium gebildet.
Beispiel 2 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer gemusterten Palladiumschicht):
[0046] Eine Kapton
®-Folie wurde mithilfe eines Inkjetdruckers bei einer Auflösung von 1270 dpi in einem
Mäander-Design mit der Lösung aus Beispiel 1 bedruckt. Die so bedruckte Folie wurde
in einem Laborofen auf eine Objekttemperatur von 200°C aufgeheizt und für 5 Minuten
bei dieser Temperatur gehalten. Auf der Folie hatte sich eine glänzende elektrisch
leitfähige Schicht aus Palladium in Gestalt des Mäander-Designs mit einer Breite der
Leiterbahnen von 2,5 mm gebildet.
Beispiel 3 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer Palladiumschicht):
[0047] Beispiel 1 wurde vollkommen analog wiederholt mit dem einzigen Unterschied, dass
(NBD)PdCl
2 anstelle von (COD)PdCl
2 verwendet wurde, so dass als Ergebnis der Synthese ein gelber Rückstand von (NBD)Pd[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]
2 und final eine mit einer Palladiumschicht versehene Polyimidfolie erhalten wurde,
die der in Beispiel 1 erhaltenen beschichteten Folie entsprach.
Beispiel 4 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer gemusterten Palladiumschicht):
[0048] Beispiel 2 wurde vollkommen analog wiederholt mit dem einzigen Unterschied, dass
(NBD)PdCl
2 anstelle von (COD)PdCl
2 verwendet wurde, so dass als Ergebnis der Synthese ein gelber Rückstand von (NBD)Pd[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]
2 und final eine mit einer gemusterten Palladiumschicht versehene Polyimidfolie erhalten
wurde, die der in Beispiel 2 erhaltenen mit einer gemusterten Palladiumschicht versehenen
Folie entsprach.
Beispiel 5 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer Rhodiumoxidschicht):
[0049] Eine Lösung von 16,3 mmol [(COD)RhCl]
2 in 200 ml Dichlormethan wurde gerührt und eine Lösung von 65,3 mmol Natrium-2-ethylhexanoat
in 100 ml Wasser zugegeben. Die Zweiphasenmischung wurde 24 h bei 20°C durch intensives
Rühren emulgiert. Dabei färbte sich die Dichlormethanphase gelb.
[0050] Die Dichlormethanphase wurde abgetrennt und das Lösungsmittel abdestilliert. Der
zähflüssige, gelbe Rückstand wurde in Petroleumbenzin (40-60) aufgenommen und die
Lösung mit Magnesiumsulfat getrocknet und filtriert. Dann wurde das Petroleumbenzin
vollständig abdestilliert. Zurück blieb ein zähflüssiger gelber Rückstand von [(COD)Rh[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]]
m.
[0051] 5 g des gelben Rückstandes wurden in 5 g Petroleumbenzin gelöst. Diese Lösung wurde
mittels einer Airbrushsprühpistole auf eine Kapton
®-Folie aufgesprüht. Die beschichtete Folie wurde in einem Laborofen auf eine Objekttemperatur
von 250°C aufgeheizt und für 3 Minuten bei dieser Temperatur gehalten. Auf der Folie
hatte sich eine matte Schicht aus im Wesentlichen Rhodiumoxid gebildet.
Beispiel 6 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer gemusterten Rhodiumoxidschicht):
[0052] Eine Kapton
®-Folie wurde mithilfe eines Inkjetdruckers bei einer Auflösung von 1270 dpi in einem
Mäander-Design mit der Lösung aus Beispiel 5 bedruckt. Die so bedruckte Folie wurde
in einem Laborofen auf eine Objekttemperatur von 250°C aufgeheizt und für 5 Minuten
bei dieser Temperatur gehalten. Auf der Folie hatte sich eine matte Schicht aus im
Wesentlichen Rhodiumoxid in Gestalt des Mäander-Designs mit einer Breite der Leiterbahnen
von 2,5 mm gebildet.
Beispiel 7 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer Rhodiumoxidschicht):
[0053] Beispiel 5 wurde vollkommen analog wiederholt mit dem einzigen Unterschied, dass
[(NBD)RhCl]
2 anstelle von [(COD)RhCl]
2 verwendet wurde, so dass als Ergebnis der Synthese ein gelber Rückstand von [(NBD)Rh[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]]
m und final eine mit einer matten Schicht aus im Wesentlichen Rhodiumoxid versehene
Polyimidfolie erhalten wurde, die der in Beispiel 5 erhaltenen beschichteten Folie
entsprach.
Beispiel 8 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer gemusterten Rhodiumoxidschicht):
[0054] Beispiel 6 wurde vollkommen analog wiederholt mit dem einzigen Unterschied, dass
[(NBD)RhCl]
2 anstelle von [(COD)RhCl]
2 verwendet wurde, so dass als Ergebnis der Synthese ein gelber Rückstand von [(NBD)Rh[O(CO)CH(C
2H
5)C
4H
9]]
m und final eine mit einer gemusterten Schicht aus im Wesentlichen Rhodiumoxid versehene
Polyimidfolie erhalten wurde, die der in Beispiel 6 erhaltenen mit einer gemusterten
Schicht aus im Wesentlichen Rhodiumoxid versehenen Folie entsprach.
Beispiel 9 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer Iridiumoxidschicht):
[0055] Eine Lösung von 16,3 mmol [(COD)IrCl]
2 in 200 ml Dichlormethan wurde gerührt und eine Lösung von 65,3 mmol Natriumneodecanoat
in 100 ml Wasser zugegeben. Die Zweiphasenmischung wurde 24 h bei 20°C durch intensives
Rühren emulgiert. Dabei färbte sich die Dichlormethanphase gelb.
[0056] Die Dichlormethanphase wurde abgetrennt und das Lösungsmittel abdestilliert. Der
zähflüssige, gelbe Rückstand wurde in Petroleumbenzin (40-60) aufgenommen und die
Lösung mit Magnesiumsulfat getrocknet und filtriert. Dann wurde das Petroleumbenzin
vollständig abdestilliert. Zurück blieb ein zähflüssiger gelber Rückstand von [(COD)Ir[O(CO)(CH
2)
5C(CH
3)
3]]
m.
[0057] 5 g des gelben Rückstandes wurden in 5 g Petroleumbenzin gelöst. Diese Lösung wurde
mittels einer Airbrushsprühpistole auf eine Kapton
®-Folie aufgesprüht. Die beschichtete Folie wurde in einem Laborofen auf eine Objekttemperatur
von 250°C aufgeheizt und für 3 Minuten bei dieser Temperatur gehalten. Auf der Folie
hatte sich eine matte Schicht aus Schicht aus im Wesentlichen Iridiumoxid gebildet.
Beispiel 10 (Ausrüstung einer Polyimidfolie mit einer gemusterten Iridiumoxidschicht):
[0058] Eine Kapton
®-Folie wurde mithilfe eines Inkjetdruckers bei einer Auflösung von 1270 dpi in einem
Mäander-Design mit der Lösung aus Beispiel 9 bedruckt. Die so bedruckte Folie wurde
in einem Laborofen auf eine Objekttemperatur von 250°C aufgeheizt und für 5 Minuten
bei dieser Temperatur gehalten. Auf der Folie hatte sich eine matte Schicht aus im
Wesentlichen Iridiumoxid in Gestalt des Mäander-Designs mit einer Breite der Leiterbahnen
von 2,5 mm gebildet.
1. Zubereitung enthaltend oder bestehend aus:
(A) 30 bis 90 Gew.-% mindestens eines organischen Lösemittels,
(B) 10 bis 70 Gew.-% mindestens eines Edelmetallkomplexes mit Diolefin- und C6-C18-Monocarboxylatliganden
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Edelmetallkomplexen vom Typ [LPd[O(CO)R1]X]n, [LRh[O(CO)R1]]m und [LIr[O(CO)R1]]m, wobei L eine als Diolefinligand fungierende Verbindung bedeutet, wobei X ausgewählt
ist unter Bromid, Chlorid, lodid und - O(CO)R2, wobei -O(CO)R1 und -O(CO)R2 gleiche
oder verschiedene nichtaromatische C6-C18-Monocarbonsäurereste bedeuten, und wobei
n eine ganze Zahl ≥ 1 und m eine ganze Zahl ≥ 2 ist, und
(C) 0 bis 10 Gew.-% mindestens eines Additivs.
2. Zubereitung nach Anspruch 1, wobei ganzzahliges n > 1 und ganzzahliges m im Bereich
von 2 bis 5 liegt.
3. Zubereitung nach Anspruch 1 oder 2 in Form einer nichtkolloidalen organischen Lösung.
4. Zubereitung nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem dem mindestens einen
Edelmetallkomplex entstammenden Edelmetallgehalt im Bereich von 2,5 bis 25 Gew.-%.
5. Zubereitung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der mindestens eine Edelmetallkomplex
ausgewählt ist unter Edelmetallkomplexen vom Typ [(COD)Pd[O(CO)R1]2]n, [(NBD)Pd[O(CO)R1]2]n, [(COD)Rh[O(CO)R1]]m, [(NBD)Rh[O(CO)R1]]m, [(COD)Ir[O(CO)R1]]m und [(NBD)Ir[O(CO)R1]]m, wobei n gleich 1 oder 2 ist, wobei m gleich 2 ist, und wobei R1 für einen nichtaromatischen
C5-C17-Kohlenwasserstoffrest steht.
6. Zubereitung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zersetzungstemperatur
des mindestens einen Edelmetallkomplexes im Bereich von 150 bis 200 °C oder von 150
bis 250°C liegt.
7. Zubereitung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens eine Additiv
(C) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Benetzungsadditiven, Rheologieadditiven,
Entschäumern, Entlüftern, Additiven zur Beeinflussung der Oberflächenspannung und
Geruchsstoffen.
8. Verfahren zur Herstellung einer Edelmetall umfassenden Schicht auf einem Substrat,
umfassend die Schritte:
(1) Applikation einer Überzugsschicht aus einer Zubereitung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche auf ein Substrat, und
(2) thermische Zersetzung der Überzugsschicht unter Ausbildung der Edelmetall umfassenden
Schicht.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei das Substrat ein oder mehrere Materialien ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Glas, Carbidsubstraten, Nitridsubstraten, Boridsubstraten,
Keramiksubstraten, Halbleitersubstraten, Metall, Kunststoffen, modifizierten oder
unmodifizierten Polymeren natürlichen Ursprungs, Kohlenstoffsubstraten, Holz, Karton
und Papier umfasst.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei das Substrat auf inneren und/oder äußeren
Oberflächen und/oder auf inneren und/oder äußeren Oberflächenanteilen mit der Überzugsschicht
versehen wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die zur Herstellung der Überzugsschicht
verwendete Applikationsmethode ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Tauchen,
Sprühauftrag, Drucken, Auftrag mittels Pinsel, Auftrag mittels Bürste, Auftrag mittels
Filz und Auftrag mittels Tuch.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei die in Schritt (1) aufgebrachte
Überzugsschicht zunächst getrocknet und dabei teilweise oder vollständig vom organischen
Lösemittel (A) befreit wird, bevor sie in Schritt (2) der thermischen Zersetzung unterworfen
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, wobei die thermische Zersetzung gemäß
Schritt (2) durch thermische Behandlung erfolgt, welche eine Erwärmung auf eine Objekttemperatur
oberhalb der Zersetzungstemperatur des mindestens einen Edelmetallkomplexes umfasst.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, wobei die Edelmetall umfassende Schicht
50 nm bis 5 µm dick ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, wobei die Edelmetall umfassende Schicht
eine metallisches Palladium, Rhodiumoxid oder Iridiumoxid umfassende oder daraus bestehende
Schicht ist.