[0001] Die Erfindung betrifft einen Planierschild mit einem zentralen Hauptschild, an dem
auch alle Verbindungspunkte zum Trägergerät angebracht sind. Der Hauptschild besitzt
wie alle gängigen Planierschilde an der unteren Kante eine aufgeschraubte auswechselbare
Schneide.
[0002] Es ist bekannt, dass für das Erzeugen von Flächen mit genauen Vorgaben wie Neigung,
Höhe und Ebenheit in der Baubranche meist GPS-unterstützte Planierraupen oder Motorgrader
verwendet werden und dass diese mit einem Planierschild das Material wie gewünscht
verteilen und einplanieren.
[0003] Bei der Erzeugung von Flächen mit diesen Maschinen ist die Breite des Planierschildes
für die Flächenleistung und Qualität der fertigen Fläche ausschlaggebend, weshalb
oft Schildverbreiterungen montiert werden. Um die Materialmenge, die mit einem solchen
Planierschild bewegt werden kann, zu erhöhen, werden oft seitlich zusätzliche Mitnehmerschilde
montiert. So bekommt der Schild eine leichte U-Form und das Material kann seitlich
nicht so leicht hinausfließen.
[0004] Die Breite und auch die Größe der Mitnehmerschilde ist in den meisten Fällen durch
die jeweils gesetzlich geltenden Transportabmessungen begrenzt. Hierfür gibt es bereits
verschiedene Lösungen, nach denen zusätzliche Verbreiterungen an den Planierschild
aufgestellt, geschraubt oder mittels eines Drehgelenks vor- oder zurückgeklappt werden
können.
[0005] Natürlich gibt es auch den Lösungsansatz, dass der ganze Schild zum Transport abmontiert
wird und mit einem separaten Lkw längs zur Fahrrichtung transportiert wird. Das An-
und Abmontieren des gesamten Schildes oder auch der einzelnen Erweiterungskomponenten
ist aber stets mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Planierschild anzugeben,
mit dem die oben beschriebenen Nachteile der bisher bekannten Lösungen vermieden sind
und dennoch die Vorteile dieser Optionen erreicht werden.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0009] Die Erfindung sieht vor, dass vor dem Hauptschild ein rechter und ein linker Halbschild
angeordnet sind, die eine solche Krümmung haben, dass sie mit ihrer Rückseite im wesentlichen
konturparallel in den Hauptschild hineinpassen, und dass die Halbschilde unabhängig
stufenlos seitlich über den Hauptschild hinaus ausfahrbar sind. Dabei ist bevorzugt
vorgesehen, dass die Halbschilde jeweils um ca. 1/4 der Breite des Hauptschildes ausfahrbar
sind und dass sie jeweils etwa halb so breit wie der Hauptschild sind.
[0010] Speziell mit der Verwendung von heute am Markt verfügbaren GPS-Steuerungssystemen
und der feinfühligen Steuerung heutiger Baumaschinen sind sehr genaue Oberflächenbeschaffenheit
herstellbar. Den kritischen Punkt stellen hierbei jedoch immer die Übergänge zwischen
den einzelnen Fahrbahnen dar. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist erreicht, dass
durch den breiteren Planierschild mehr Fläche in einer Überfahrt bearbeitet werden
kann und so auch weniger Überfahrten nebeneinander notwendig sind. Dadurch entstehen
auch weniger kritische Übergänge.
[0011] Wenn Oberflächen für den Unterbau von Straßen oder auch Gleiskörpern hergestellt
werden, kann es häufig vorkommen, dass die zu bearbeitende Fläche in der Breite stark
variiert. Grund hierfür können Säulen für Oberleitungen sein, Fahrbahnzusammenführungen
oder auch der Bereich von Weichen sowie auch der Bahnhofsbereich mit seinen Bahnsteigen.
Speziell wenn die Bearbeitungsbreite auf einer kurzen Strecke stark reduziert wird
und dann wieder schnell zunimmt, kann dies zum Problem werden, da dieser Versatz bei
den bisher bekannten Raupenfahrzeugen nur durch starke Lenkbewegungen erzeugt werden
kann. Bekanntlich wird bei Raupenfahrzeugen bei starken Manövrierbewegungen durch
die Drehung der Laufwerksbänder Material aufgeschoben. Dieses aufgeschobene Material
beschädigt die fertige Oberfläche maßgeblich. Da bei dem erfindungsgemäßen Planierschild
die Halbschilde stufenlos ausgefahren werden können, kann ein Halbschild vor einem
Störgegenstand wie z.B. einer Säule ausgefahren werden, beim Erreichen der Säule eingefahren
werden und hinter der Säule wieder auf die ursprüngliche Breite ausgefahren werden.
Dies alles erfolgt ohne Lenkbewegung des Trägerfahrzeugs. Dadurch werden Beschädigungen
der fertigen Oberfläche vermieden.
[0012] Durch die erfindungsgemäß unabhängig voneinander steuerbaren Halbschilde kann auch
eine sogenannte Seitenverstellung realisiert werden. Dies ist z.B. der Fall, wenn
der linke Halbschild eingefahren ist, der rechte Halbschild ausgefahren ist und dann
beide Halbschilde zugleich ihre Position wechseln. D.h. der rechte Halbschild wird
eingefahren und der linke ausgefahren.
[0013] Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass der Planierschild durch die stufenlose hydraulische
seitliche Verstellung der Halbschilde in kürzester Zeit auf Transportbreite eingefahren
werden kann und dann aber auch in kürzester Zeit wieder auf die maximale Arbeitsbreite
ausgefahren werden kann.
[0014] Einen weiteren kritischen Punkt stellt die Fahrspur des Trägerfahrzeugs dar, da in
dieser Fahrspur durch das Eigengewicht der Trägermaschine eine Verdichtung der Oberfläche
stattfindet. Wird das gewünschte Oberflächenniveau mit einer Überfahrt erreicht, ist
dies kein großes Problem. Wird das Niveau aber mit mehreren Überfahrten Schicht für
Schicht aufgetragen und anschließend verdichtet, ergibt sich an der Stelle, wo die
Laufwerksbänder wiederholt darübergefahren sind, eine Erhöhung des Niveaus. Dies kommt
dadurch zustande, dass das Material an dieser Stelle schon vorverdichtet ist und sich
nicht mehr im selben Ausmaß verdichten lässt, wie an den Stellen, an denen es lose
aufgetragen wurde. Wenn diese Arbeit auf einer freien Fläche passiert, kann die Startbahn
der Trägermaschine natürlich immer seitlich versetzt werden. Befindet sich jedoch
an einer Seite oder sogar an beiden Seiten der Fläche eine bauliche Kontur wie z.B.
eine Mauer, bei der die Fläche bis ganz an den Rand reicht, kann dies mit einem herkömmlichen
Planierschild nicht gemacht werden und führt zu dem oben genannten Problem. Durch
die seitlich verschiebbaren Halbschilde kann das Trägerfahrzeug seine Startbahn jedoch
versetzen und die Fläche trotzdem bis zur Randkontur sauber erzeugen.
[0015] Zur Befestigung der Halbschilde schlägt die Erfindung mit Vorteil vor, zwei übereinanderliegenden
Nutenprofilleisten knapp über der Schneide in die Vorderseite des Hauptschildes bündig
einzusetzen, wobei diese zwei parallel zueinander angeordneten Führungsleisten sich
über die gesamte Breite des Hauptschildes erstrecken. In diese Nutenprofilleisten
greifen Nutensteinleisten ein, die an der Rückseite der Halbschilde befestigt sind.
[0016] Die Führungsleisten haben vorzugsweise ein T-Profil, wobei aber auch eine andere
Profilform wie z.B. ein Schwalbenschwanzprofil in Betracht kommt. Die Nutensteinleisten
haben ein hierzu passendes Profil.
[0017] Die Nutensteinleisten sind an den Halbschilden vorzugsweise mittels Schraubverbindung
befestigt und laufen dann jeweils in den Nutenprofilen des Hauptschildes. Jeder Halbschild
läuft damit mit seiner Nutensteinleiste in seiner eigenen Führung des Hauptschildes.
Die Länge der Halbschilde beträgt ca. die Hälfte der Länge bzw. Breite des Hauptschildes,
wobei die Nutenleisten sich bevorzugt über die gleiche Länge wie der Hauptschild erstrecken.
[0018] Weiter wird mit Vorteil vorgeschlagen, dass sich an der Oberkante der Halbschilde
ein Flachstahl befindet, der über der Hauptschild zurückgreift, wobei unter diesem
Flachstahl eine Führungsleiste angeschraubt sein kann, die hinter eine durchgehende
Leiste am oberen Rand des Hauptschildes greift.
[0019] An den Außenseiten der Halbschilde ist jeweils ein Abschlussdeckel angeschweißt,
an dem die Kolben von Hydraulikzylindern angreifen, die die Halbschilde ein- und ausfahren.
[0020] Hierzu wird in näheren Einzelheiten vorgeschlagen, dass etwa auf halber Höhe des
Hauptschildes hinter dessen Vorderwand zwei Hydraulikzylinder nebeneinander angebracht
sind, deren ausfahrbare Kolbenstangen an den oben erwähnten Abschlussdeckeln angreifen,
die vorzugsweise an den Halbschilden angeschweißt sind. Die beiden Hydraulikzylinder
sind innenliegend im Hauptschild an zwei Befestigungslaschen verbaut, und ihre Kolbenstangen
erstrecken sich durch eine Öffnung in den Seitendeckeln des Hauptschildes ungefähr
auf deren halber Höhe.
[0021] Da die Nutensteinleisten dieselbe Länge wie der Hauptschild haben, werden auch bei
voll ausgefahrenen Zylindern die Führungsnuten des Hauptschildes immer abgedeckt,
so dass kein Schmutz in die Führungsnuten gelangen kann.
[0022] Ein Abdeckband, welches mit dem Halbschild und dem Nutensteinprofil mitläuft, wirkt
wie eine Art Labyrinthdichtung, wodurch sichergestellt wird, dass kein Schmutz durch
den Spalt zwischen dem Nutensteinprofil und dem Nutprofil in den Führungsbereich gelangt.
[0023] Mit großem Vorteil wird außerdem vorgeschlagen, dass an den Außenseiten der Halbschilde
ebene Mitnehmerschilde angeordnet sind, die unabhängig voneinander stufenlos im Winkel
zu den Halbschilden in Fahrtrichtung nach vorne ausfahrbar sind. Dabei sind die Mitnehmerschilde
jeweils zwischen den an dem Halbschild befestigten Abschlussdeckel und einem Außendeckel
sandwichartig angeordnet, zwischen denen der Mitnehmerschild nach vorne ausfahrbar
ist.
[0024] Zum Ein- und Ausfahren der Mitnehmerschilde ist jeweils ein Hydraulikzylinder an
dem Abschlussdeckel bzw. der Innenplatte angebracht, der über Zwischenglieder mit
dem Mitnehmerschild zu dessen Bewegung verbunden ist.
[0025] Die Mitnehmerschilde sind dabei vorteilhafterweise entlang einer schrägen Bahn bewegbar,
wobei der Winkel der Rückwärtsbewegung ansteigt, so dass die gesamte Mitnehmer-Einheiten
nicht auf der ganzen Länge auf der fertig planierten Oberfläche schleifen.
[0026] Seitliche Mitnehmerschilde gibt es an Planierschilden schon seit langer Zeit. Diese
können aufgeschraubt, aufgeschweißt oder auch mittels Steck- oder Klappverbindung
am Planierschild befestigt sein. Diese Verbindungsarten sind bis jetzt nur manuell
trennbar oder verstellbar. Da dieser Vorgang manuell erfolgt, ist er natürlich auch
mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Der Grund für die Anbringung solcher Mitnehmerschilde
ist, dass durch die Mitnehmerschilde aus dem geraden Schild eine Art U-Schild wird.
Diese U-Form des Schildes hat den großen Vorteil, dass mehr Material vor dem Schild
mitgenommen werden kann, ohne dass dieses Material zur Seite hinaus läuft.
[0027] Wie schon oben beschrieben, sind Übergänge von der einen Bearbeitungsspur zur nächsten
Spur immer sehr kritisch. Um diese Übergänge und den Anschluss zur vorherigen Arbeitsbahn
sauber zu gestalten, muss der Maschinenbediener den Planierschild immer seitlich hin-
und herdrehen, so dass das Material immer bis an den äußeren Rand des Planierschildes
reicht, aber auch nicht darüber hinaus läuft. Läuft das Material seitlich hinaus,
entsteht eine unerwünschte Materialanhäufung. Ist am Rand zu wenig Material, so dass
der vorhandene Niveauvorsatz angefüllt werden kann, entstehen Kerben oder lochartige
Mulden.
[0028] Um das Arbeiten für den Maschinenbediener zu erleichtern, kann die Größe der Überlappung
der einzelnen Arbeitsbahnen natürlich größer gewählt werden. Dies hat jedoch den Nachteil,
dass die Bearbeitungsbreite jeder einzelnen Arbeitsbahn um die Überlappung abnimmt,
was natürlich auch eine Reduzierung der Flächenleistung zur Folge hat.
[0029] Um diesem Problem entgegen zu wirken, werden, wie oben beschrieben, seitliche Mitnehmerschilde
am Planierschild angebracht. Der Vorteil entsteht dann dadurch, dass auch am äußersten
Rand des Planierschildes ein gewisser Materialpuffer entsteht. Durch diesen Materialpuffer
muss der Maschinenbediener nicht mehr so viel in die Seitenabdrehung des Planierschildes
eingreifen, und es kann auch die Arbeitsbahnüberlappung kleiner gewählt werden.
[0030] Bei bestimmten Arbeitsvorgängen kann sich dieser Mitnehmerschild auch nachteilig
auswirken. Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn der Planierschild seitlich abgedreht
wird, um Material seitlich zu versetzen. Speziell bei feuchtem und zähem Material
wie z.B. Humus kann sich das Material dann durch die Mitnehmerschilde stark aufstauen.
Dies kann dann zur Folge haben, dass sich Material bis über den Planierschild aufstaut
und über den Planierschild fließt. Ein weiterer Nachteil ist natürlich auch, dass
die nötige Antriebsleistung des Trägerfahrzeugs aufgrund des erhöhten Widerstandes
zunimmt. Da sich die Mitnehmerschilde gemäß der vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
unabhängig von der Maschinenkabine aus stufenlos aus- und einfahren lassen, können
auch hier in kürzester Zeit die optimalen Maschinenzustände hergestellt werden.
[0031] In näherer Ausgestaltung der ausfahrbaren Mitnehmerschilde wird vorgeschlagen, dass
die Mitnehmerschild-Einheiten wie eine Art Sandwich aufgebaut sind, wobei direkt am
Halbschild die bereits oben erwähnte Innenplatte bzw. Abschlussdeckel angeschweißt
ist. In der Mitte befindet sich der ausfahrbare Mitnehmerschild und an der Außenseite
dann ein Außendeckel.
[0032] An der Innenseite der Innenplatte kann senkrecht ein Hydraulikzylinder angebracht
sein. Dieser ist über die nachfolgend beschriebenen Zwischenglieder mit dem beweglichen
Mitnehmerschild verbunden.
[0033] Hierzu wird in weiteren Einzelheiten vorgeschlagen, dass der senkrecht an der Innenseite
der Innenplatte angebrachte Hydraulikzylinder eine Gleitleiste auf und ab schiebt,
die sich in einer Nut der Innenplatte befindet. Diese Gleitleiste ist unten und oben
durch Bolzen mit einer zweiten Gleitleiste verbunden. Diese Gleitleiste läuft in einer
Nut des Außendeckels. Zwischen den beiden Gleitleisten verläuft jeweils eine Rolle
auf den Verbindungsbolzen. Um diese Verbindung zwischen den Gleitleisten zu ermöglichen,
weist der ausfahrbare Mitnehmerschild zwei Langlöcher auf. Auf der Innenplatte ist
umlaufend ein Rahmen angebracht, der in seiner Materialstärke leicht stärker ist als
der ausfahrbare Mitnehmerschild. Dieser Rahmen ist nach vorne hin offen. So wird der
Mitnehmerschild nach unten und oben gehalten und kann nach vorne ausfahren. Der hintere
stehende Rahmenteil ist dazu notwendig, zu verhindern, dass Schmutz in den Zwischenraum
kommt. Der untere und der obere Rahmenteil, die parallel zueinander sind, weichen
von der horizontalen Flucht ab, und der Winkel ist nach hinten ansteigend. Dieser
ansteigende Winkel ist notwendig, damit die ganze Mitnehmerschild-Einheit nicht auf
ihrer ganzen Länge auf der fertigen Oberfläche streift. Die Langlöcher des Mitnehmerschildes
sind im Winkel zu den Nuten in der Innenplatte und dem Außendeckel verdreht. Durch
diese Verdrehung entsteht eine schiefe Ebene, welche es ermöglicht, dass aus der senkrechten
Bewegung des Hydraulikzylinders und der Gleitleisten eine parallele Bewegung des ausfahrbaren
Mitnehmerschildes zu den unteren und oberen Rahmenteilen entsteht. So schiebt der
Zylinder beim Ausfahren die Gleitleisten nach unten. Über die Rollen zwischen den
Gleitsteinen wird auch der Mitnehmerschild nach unten gedrückt. Da dieser dann an
den unteren Rahmenteilen ansteht, wird durch die schiefe Ebene eine horizontale Kraft
aufgebaut, die der Mitnehmerschild nach vorne rausdrückt. Fährt der Hydraulikzylinder
wieder ein, steht der Mitnehmerschild am oberen Rahmenteil an und wird nach innen
gezogen.
[0034] Durch die Verbindung der einzelnen Funktionen und Vorteile ergibt sich ein erfindungsgemäßer
Planierschild, der speziell bei genauen Oberflächennivellierungen in Hinsicht der
Qualität und der Flächenleistung hervorragend ist.
[0035] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
einer bevorzugten Ausführungsform sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
Figuren 1A bis 1B eine perspektivische Vorderansicht des gesamten Planierschildes;
Figuren 2A bis 2F eine vordere Stirnansicht des Planierschildes;
Figuren 3A bis 3C eine schnittartige Rückansicht des Planierschildes;
Figuren 4A bis 4C perspektivische Ansichten einer Mitnehmerschild-Einheit mit ausgefahrenem
Mitnehmerschild;
Figuren 5A bis 5C die Mitnehmerschild-Einheit der Figur 5 mit eingefahrenem Mitnehmerschild.
[0036] Figur 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht den gesamten Planierschild 1, bei
dem vor dem Hauptschild 2 ein rechter und ein linker Halbschild 3 angebracht sind,
die ebenso wie der Hauptschild 2 auswechselbare Schneiden 4 haben. An dem Hauptschild
2 sind alle Verbindungspunkte 5a zum Trägergerät angebracht.
[0037] Die Halbschilde 3 sind so gekrümmt, dass sie mit ihrer Rückwand konturparallel in
die Vorderwand 6 des Hauptschildes 2 hineinpassen.
[0038] An den äußeren Enden der Halbschilde 3 sind Abschlussdeckel 7 angeschweißt, die die
Innenplatten von sandwichartigen Mitnehmerschild-Einheiten 8 bilden. Zwischen den
Abschlussdeckeln 7 bzw. den durch diese gebildeten Innenplatten und Außendeckeln 9
ist jeweils ein Mitnehmerschild 10 angeordnet, derein- und ausfahrbar ist, um zusammen
mit dem Hauptschild 2 und den beiden Halbschilden 3 einen im wesentlichen U-förmigen
Gesamtschild zu bilden.
[0039] In Figur 1A sind beide Halbschilde 3 seitlich ausgefahren, womit sich die Gesamtbreite
des Planierschildes um eine halbe Breite des Hauptschildes 2 vergrößert. Außerdem
sind die beiden Mitnehmerschilde 10 nach vorne, d.h. in Fahrtrichtung ausgefahren.
Zwischen den Halbschilden 3 sind die Abdeckbänder 5 sichtbar.
[0040] In Figur 1B sind beide Halbschilde 3 eingefahren und der in der Figur linke Mitnehmerschild
10 ausgefahren, während der rechte Mitnehmerschild 10 eingefahren ist, d.h. zwischen
den Außendeckel 9 und die Innenplatte 7 zurückgezogen.
[0041] Die Stirnansichten der Figuren 2 zeigen in Figur 2A beide Halbschilde 3 eingefahren,
während die beiden Mitnehmerschilde 10 ausgefahren sind. Im Gegensatz hierzu sind
in Figur 2B beide Mitnehmerschilde 10 eingefahren.
[0042] In Figur 2C sind weiterhin beide Halbschilde 3 eingefahren, und es ist nur der linke
Mitnehmerschild 10 ausgefahren.
[0043] In Figur 2D ist der rechte Halbschild 3 ausgefahren, während der linke Halbschild
3 im eingefahrenen Zustand ist. Beide Mitnehmerschilde 10 sind ausgefahren. Figur
2E unterscheidet sich von der vorangehenden Figur dadurch, dass der linke Halbschild
3 ausgefahren ist, während der rechte Halbschild 3 im eingefahrenen Zustand dargestellt
ist.
[0044] In Figur 2F sind beide Halbschilde ausgefahren, was auch für die beiden Mitnehmerschilde
10 der Fall ist.
[0045] Die Figuren 3 zeigen die Rückseite des gesamten Planierschildes 1 in Schnittansicht.
Etwa auf halber Höhe sind in dem zentralen Hauptschild 2 zwei auf gleicher Höhe liegende,
voneinander beabstandete Hydraulikzylinder 11 innenliegend im Hauptschild an Befestigungslaschen
12 angebracht. Die Kolbenstangen 13 der Hydraulikzylinder 11 verlaufen durch Öffnungen
14 in Seitendeckeln 15 des Hauptschildes 2 zu den bereits oben erwähnten Abschlussdeckeln
bzw. Innenplatten 7 der Halbschilde 3, die an den Halbschilden 3 angeschweißt sind.
Im unteren Randbereich des Planierschildes 1 sind in die Vorderwand 6 des Hauptschildes
2 zwei übereinanderliegende Nutenprofilleisten 16 bündig in die Vorderwand 6 des Hauptschildes
2 eingesetzt, die sich über die gesamte Länge des Hauptschildes 2 erstrecken. An der
Rückseite der Halbschilde 2 ist jeweils eine Nutensteinleiste 17 befestigt, die in
ihre zugehörige Nutenprofilleiste 16 eingreift. Die Nutensteinleisten 17 erstrecken
sich ebenfalls über die gesamte Breite des Hauptschildes 2.
[0046] An der Oberkannte der Halbschilde 3 ist jeweils eine Führungsleiste 18 an einem umgebogenen
Flachstahlelement befestigt, die eine Führungsleiste untergreift, die an dem Hauptschild
2 befestigt ist.
[0047] Die Halbschilde 3 werden somit durch die oberen und unteren Führungsleisten entlang
der Vorderwand 6 des Hauptschildes geführt, wobei sie von den Hydraulikzylindern 11
vorwärts und rückwärts bewegt werden.
[0048] In Figur 3A ist der rechte Halbschild 3 ausgefahren, während der linke Halbschild
eingefahren ist. Beide Mitnehmerschilde 10 sind aus ihren Mitnehmerschild-Einheiten
8 ausgefahren.
[0049] In Figur 3B sind beide Halbschilde 3 eingefahren, während die Mitnehmerschilde 10
ausgefahren sind.
[0050] In Figur 3C ist der linke Halbschild 3 ausgefahren, während der rechte Halbschild
eingefahren ist.
[0051] Die Figuren 4 und 5 zeigen den Bewegungsmechanismus, mit dem der Mitnehmerschild
10 in Figur 4 ausgefahren und in Figur 5 zurückgezogen, d.h. eingefahren ist. An der
Innenseite der Innenplatte 7, die an dem Halbschild 3 angeschweißt ist, ist ein Hydraulikzylinder
19 in vertikaler Lage befestigt. Der Hydraulikzylinder schiebt mit seiner Kolbenstange
eine Gleitleiste 21, welche sich in einer Nut 22 der Innenplatte 7 befindet, auf und
ab; und zwar in Figur 4 in die untere Position. Diese Gleitleiste 21 ist unten und
oben durch Bolzen mit einer zweiten Gleitleiste 23 verbunden, die in einer Nut 24
des Außendeckels 25 läuft. Zwischen beiden Gleitleisten 21 und 23 läuft eine Rolle
auf den Verbindungsbolzen. Um diese Verbindung zwischen den Gleitleisten 21 und 23
zu ermöglichen, besitzt der ausfahrbare Mitnehmerschild 10 zwei Langlöcher 26. Auf
der Innenplatte 7 ist umlaufend ein Rahmen angebracht, der in seiner Materialstärke
leicht stärker ist als der ausfahrbare Mitnehmerschild 10. Dieser Rahmen ist nach
vorne hin offen. So wird der Mitnehmerschild 10 nach unten und oben gehalten und kann
nach vorne ausfahren. Der hintere stehende Rahmenteil ist dazu notwendig, dass kein
Schmutz in den Zwischenraum kommt. Der untere und der obere Rahmenteil, die parallel
sind, weichen von der horizontalen Flucht ab, wobei der Winkel α nach hinten ansteigt.
Dieser ansteigende Winkel bewirkt, dass die ganze Mitnehmerschild-Einheit 8 nicht
auf ihrer gesamten Länge auf der fertigen Oberfläche streift. Die Langlöcher 26 des
Mitnehmerschildes 10 sind im Winkel zu den Nuten in der Innenplatte 7 und dem Außendeckel
25 verdreht. Durch diese Verdrehung entsteht eine schiefe Ebene, die es ermöglicht,
dass aus der senkrechten Bewegung des Hydraulikzylinders 19 und der Gleitleisten 21,
23 eine parallele Bewegung des ausfahrbaren Mitnehmerschildes 10 zu den unteren und
oberen Rahmenteilen entsteht. So schiebt der Zylinder 19 beim Ausfahren die Gleitleisten
21, 23 nach unten, wie in den Figuren 4 dargestellt ist. Über die Rollen zwischen
den Gleitsteinen wird auch der Mitnehmerschild 10 nach unten gedrückt. Da dieser dann
an den unteren Rahmenteilen ansteht, wird durch die schiefe Ebene eine horizontale
Kraft aufgebaut, die der Mitnehmerschild 10 nach vorne raus drückt. Fährt der Hydraulikzylinder
wieder ein, wie dies in Figur 5A bis 5C dargestellt ist, steht der Mitnehmerschild
10 am oberen Rahmenteil an und wird nach innen gezogen.
[0052] Es wird betont, dass die Erfindung nicht auf die beschriebenen und dargestellten
Ausführungsformen beschränkt ist, Vielmehr sind alle offenbarten Merkmale auf jede
sinnvolle Weise einzeln miteinander kombinierbar.
1. Planierschild mit einem zentralen Hauptschild (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass vor dem Hauptschild (2) ein rechter und ein linker Halbschild (3) angeordnet sind,
die eine solche Krümmung haben, dass sie mit ihrer Rückseite im wesentlichen konturparallel
in den Hauptschild (2) hineinpassen, und
dass die Halbschilde (3) unabhängig voneinander stufenlos seitlich über den Hauptschild
(2) hinaus ausfahrbar sind.
2. Planierschild nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Halbschilde (3) jeweils um ca. 1/4 der Breite des Hauptschildes (2) ausfahrbar
sind.
3. Planierschild nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Halbschilde jeweils etwa halb so breit wie der Hauptschild (2) sind.
4. Planierschild nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass etwa auf halber Höhe des Hauptschildes (2) hinter dessen Vorderwand (6) zwei Hydraulikzylinder
(11) angebracht sind, deren ausfahrbare Kolbenstangen (13) an Abschlussdeckeln bzw.
Innenplatten (7) angreifen, die an den Außenseiten der Halbschilde (3) befestigt,
vorzugsweise angeschweißt sind.
5. Planierschild nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei übereinander liegende Nutenprofilleisten (16) dicht über der Schneide (4) und
parallel zu dieser in die Vorderwand (6) des Hauptschildes (2) eingesetzt sind, die
sich vorzugsweise über die gesamte Breite des Hauptschildes (2) erstrecken, und
dass in diese Profilleisten (16) Nutensteinleisten (17) eingreifen, die an der Rückseite
der Halbschilde befestigt sind.
6. Planierschild nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Nutensteinleisten (17) vorzugsweise ebenfalls über die gesamte Breite des
Hauptschildes (2) erstrecken.
7. Planierschild nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den Oberkanten der Halbschilde (3) jeweils ein Flachstahl befestigt ist, der so
gebogen ist, dass er mit einer daran befestigten Führungsleiste (18) hinter ein durchgehende
Leiste greift, die am oberen Rand des Hauptschildes (2) angebracht ist.
8. Planierschild nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den Außenseiten der Halbschilde (3) ebene Mitnehmerschilde (10) angeordnet sind,
die unabhängig voneinander stufenlos im Winkel zu den Halbschilden (3) ausfahrbar
sind.
9. Planierschild nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mitnehmerschilde (10) jeweils zwischen dem an dem Halbschild (3) befestigten
Abschlussdeckel (7) und einem Außendeckel (25) sandwichartig angeordnet sind, wobei
der Mitnehmerschild (10) nach vorne ausfahrbar ist.
10. Planierschild nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Ein- und Ausfahren der Mitnehmerschilde (10) jeweils ein Hydraulikzylinder (19)
an dem Abschlussdeckel (7) angebracht ist, der über Zwischenglieder (21, 23) mit dem
Mitnehmerschild (10) verbunden ist.
11. Planierschild nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mitnehmerschilde (10) entlang einer schrägen Bahn bewegt werden, so dass der
Winkel (α) der Rückwärtsbewegung ansteigt, damit die gesamten Mitnehmerschilde-Einheiten
(8) nicht auf ganzer Länge auf der fertig planierten Oberfläche schleifen.
12. Planierschild nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit den beiden Halbschilden (3) und den Nutensteinleisten (17) jeweils ein Abdeckband
(5) mitläuft, so dass keine Fremdstoffe durch den Spalt zwischen den Nutensteinleisten
(17) und den Profilleisten (16) gelangt.