Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Streuvorrichtung für Streufahrzeuge.
Stand der Technik
[0002] Streuvorrichtungen bzw. Streugeräte, sind dem Fachmann hinreichend bekannt und werden
auch als Streuautomaten bezeichnet. Insbesondere sind solche Streuvorrichtungen als
Winterdienst-Streugeräte ausgebildet, können in bestimmten Fällen jedoch auch für
andere Anwendungen, beispielsweise zum Ausbringen von Reinigungsmitteln, Dünge- oder
Pflanzenschutzmitteln oder dergleichen verwendet werden. Die Streuvorrichtungen der
genannten Art sind entweder als sogenannte Aufsatzgeräte auf der Ladefläche eines
Trägerfahrzeuges aufgesetzt montiert, oder fester Bestandteil bzw. Baugruppe eines
Streufahrzeuges, beispielsweise eines Winterdienstfahrzeuges. Bei dem Winterdienstfahrzeug
kann es sich insbesondere um ein Winterdienstfahrzeug für den kommunalen Räum- und
Streueinsatz handeln, beispielsweise einen Lastkraftwagen.
[0003] Das Streuen im Rahmen des Winterdienstes kann grundsätzlich durch Ausbringung von
festen und/oder flüssigen Streumitteln oder Streustoffen erfolgen, so dass derartige
Streuvorrichtungen insbesondere zur Ausbringung von auszustreuenden festen und/oder
flüssigen Streustoffen ausgebildet sind. Im Winterdienst werden in herkömmlicher Weise
vor allem feste Streustoffe, insbesondere Streu- oder Auftausalz bzw. Trockensalz
auf den Verkehrsflächen ausgebracht. Dabei wird das Streusalz z.B. über Streugutvorratsbehälter,
die das Streusalz über eine Rutsche einem rotierenden Streuteller zuführen, von dessen
Rand aus radial nach außen abgeschleudert, also ausgestreut. Nachteilig müssen hierbei
jedoch Streuverluste durch Verwehungen in Kauf genommen werden. Bedingt durch die
variablen Fahrgeschwindigkeiten der Trägerfahrzeuge und Streudichten, aber auch je
nach Zustand der Oberflächen von Verkehrsflächen lässt sich ferner mit rein festen
Streustoffen ein gleichbleibendes Streubild nur schwerlich erreichen.
[0004] In jüngerer Zeit gibt es daher Bestrebungen, von einer reinen Trockenstreuung wegzukommen
und feste Streustoffe überwiegend als so genanntes Feuchtsalz auszustreuen. Bei der
Feuchtsalzstreuung, wird das feste Streusalz unmittelbar vor dem Ausstreuen mit einer
Salzlösung, nämlich Sole versetzt und zusammen mit dieser ausgestreut, wobei hierzu
in der Regel ein so genanntes FS30 Feuchtsalz ausgebracht wird, welches einen Solegehalt
von 30% und einen entsprechenden Trockensalzgehalt von 70% aufweist. Darüber hinaus
wird - nicht zuletzt aus Gründen der Salzeinsparung und des Umweltschutzes - in jüngerer
Zeit zunehmend forciert, für den Winterdienst rein flüssige Streustoffe, insbesondere
Sole zu verwenden. Bei dieser so genannten Flüssigstreuung wird zum Ausstreuen in
der Regel direkt die flüssige Sole eingesetzt und ohne Trockenanteil ausgebracht.
Dies wird auch als FS100 Technologie bezeichnet bzw. als Ausbringen von FS100 Sole.
Die reine Flüssigstreuung hat sich hauptsächlich für den präventiven Winterdienst
als optimale Lösung erwiesen und wird in zunehmendem Maße in der Praxis eingesetzt.
[0005] Zum Ausbringen flüssiger Streumittel, insbesondere Sole sind aus dem Stand der Technik
verschiedene Streu- oder Sprühvorrichtungen bekannt. Beispielsweise werden hierzu
Sprühsysteme wie etwa so genannte Sprühbalken verwendet, die meist heckseitig an einem
Träger- bzw. Streufahrzeug angebracht sind und sich in der Regel über mindestens die
gesamte Fahrzeugbreite erstrecken. Das Ausbringen der Sole erfolgt dabei mittels spezieller,
an den Sprühbalken vorgesehener Düsen. Hierbei kommt es jedoch zu einer Feinst-Zerstäubung
bzw. Vernebelung der Sole bzw. zur Aerosolbildung, weshalb auch bei derartigen, bekannten
Sprühvorrichtungen nachteilig teils erhebliche Streuverluste auftreten und eine gleichmäßige
Ausbringung mit einem gewünschten Streubild kaum möglich ist.
[0006] Daneben ist es aus dem Stand der Technik, beispielsweise aus der
DE 20 2017 101 056 U1, ebenfalls bekannt, auch flüssige Sole direkt über einen Streuteller auszustreuen.
Dazu ist der Streuteller mit radial orientierten Führungswänden versehen, wobei die
Führungswände mehrere kreissektorartige Führungskanäle definieren. Durch den Einsatz
eines derartigen Streutellers kann gemäß der
DE 20 2017 101 056 U1 insbesondere eine unerwünschte Aerosolbildung vermieden werden. Jedoch hängt hierbei
die Verteilung der Sole von der Rotationsgeschwindigkeit des Streutellers ab, wobei
eine gute und gleichmäßige Verteilung in der Regel optimal hohe Drehzahlen erfordert
und somit in bestimmten Anwendungsfällen, abhängig von gegebenen Fahrbahn- und Witterungsverhältnissen
shwer zu erreichen ist. Somit besteht weiterhin Bedarf an verbesserten Streuvorrichtungen,
mit denen eine bessere, insbesondere flächendeckend gleichmäßige und gleichförmige
Verteilung des flüssigen Streumittels erzielt werden kann.
Darstellung der Erfindung
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine Streuvorrichtung für Streufahrzeuge
zum Ausbringen von flüssigen Streumitteln zur Verfügung zu stellen, die die Nachteile
des Standes der Technik überwindet und mit der die Ausbringung der flüssigen Streumittel
mit einer ausreichend großen Wurfweite bei optimalem Streubild gleichmäßig erfolgen
kann. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Vorrichtung gemäß unabhängigem
Anspruch 1 sowie durch die Ausbringeinrichtung gemäß Anspruch 15 gelöst. Weitere vorteilhafte
Aspekte, Details und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen, der Beschreibung sowie den Zeichnungen.
[0008] Die vorliegende Erfindung stellt eine Streuvorrichtung für Streufahrzeuge zum Ausbringen
von Streumitteln zur Verfügung. Die Streuvorrichtung umfasst zumindest einen Tank
zur Aufnahme von auszustreuenden flüssigen Streumitteln und wenigstens eine Ausbringeinrichtung
zum Ausbringen der flüssigen Streumittel. Dabei ist ferner eine mit dem Tank fluide
verbundene Zuführeinheit zum Zuführen der Streumittel zur Ausbringeinrichtung vorgesehen,
wobei die Ausbringeinrichtung wenigstens eine um eine Rotationsachse rotierbar gelagerte
und rotierend angetriebene Rotationseinheit aufweist. Gemäß einem besonderen Aspekt
der vorliegenden Erfindung umfasst die Rotationseinheit zumindest einen durch einen
Bürstenring gebildeten rotierenden Streukörper.
[0009] Der "Streukörper" ist im Verständnis der vorliegenden Erfindung derjenige Körper
bzw. dasjenige Bauteil oder Element, das bei Rotation das flüssige Streumittel nach
außen abwirft. Dieses Abwerfen bzw. dieser Abwurf des flüssigen Streumittels nach
außen hin kann auch als Auswerfen des Streumittels, als (Streumittel)-Auswurf, als
Ausstreuen des Streumittels, als Verteilen des Streumittels oder als (Streumittel)-Abgabe
bezeichnet werden. Die Abgabe des flüssigen Streumittels, welches insbesondere in
rein flüssiger Form vorliegt - und zwar vorzugsweise als Flüssigkeit ohne festen Anteil,
das heißt insbesondere nicht als Feuchtsalz - erfolgt somit über den Streukörper,
von dem aus das flüssige Streumittel in kleinen Tröpfchen die Rotationseinheit verlässt.
Der Streukörper erfüllt hierbei im Wesentlichen die Funktion einer Wurf- oder Streueinrichtung.
Erfindungsgemäß ist der "Streukörper" ein Bürstenring, so dass das flüssige Streumittel
in kleinen Tröpfchen vom Bürstenring nach außen hin abgeworfen wird. Gemäß der Erfindung
erfolgt der Austrag des Streumittels allein über den Bürstenring. Somit ist für das
Auswerfen des flüssigen Streumittels ausschließlich der zumindest eine Bürstenring
vorgesehen, so dass dieser im Verständnis der Erfindung andere Wurf- oder Streueinrichtungen,
wie etwa Wurfteller, Wurfschaufeln oder Streuteller ersetzt.
[0010] Das flüssige Streumittel wird zunächst auf den Streukörper, nämlich den Bürstenring,
aufgetragen, beispielsweise aufgesprüht, um dann vom Bürstenring aufgrund dessen Rotation
nach außen abgeworfen zu werden.
[0011] Unter einem flüssigen Streumittel ist vorliegend beispielsweise eine für den Winterdienst
geeignete Salzlösung mit einer vorgegebenen Salzkonzentration zu verstehen, wobei
es sich bei den gelösten Salzen hauptsächlich um Natriumchlorid (NaCI) aber auch um
Calciumchlorid (CaCl
2) oder Magnesiumchlorid (MgCh), insbesondere auch um Mischungen der genannten Salze
handeln kann. Eine derartige Salzlösung wird auch als Sole bezeichnet. Beispielsweise
handelt es sich bei der Sole um eine im Winterdienst bevorzugt verwendete Sole mit
einem Natriumchlorid-Gehalt von 22%. Das flüssige Streumittel kann vorliegend auch
als flüssiger Streustoff oder als Streusole bezeichnet werden. Das Ausbringen von
flüssigen Streumitteln wird gemäß dem vorliegenden Verständnis als Flüssigstreuung
oder Solestreuung bzw. als Soleauswurf oder auch als Abschleudern der Sole verstanden.
[0012] Ein flüssiges Streumittel kann nach dem vorliegenden Verständnis jedoch auch eine
beliebige Flüssigkeit, beispielsweise eine flüssige Zusammensetzung bzw. Lösung oder
auch lediglich Wasser sein. Beispiele einer flüssigen Zusammensetzung bzw. Lösung
stellen in Wasser gelöste Feststoffe, flüssige Dünge- oder Pflanzenschutzmittel oder
Reinigungsmittel dar.
[0013] Ein Bürstenring ist im Sinne der vorliegenden Erfindung eine Bürste in Ringform mit
einem, bezogen auf den Ring, nach außen gerichteten Besatz bzw. Bürstenbesatz. Ein
Bürstenring kann demgemäß auch als "Streifenbürste in Ringform mit Besatz nach außen"
oder als Scheibenbürste bezeichnet werden. Weiterhin können die Begriffe Ringbürste
oder Tellerbürste synonym verwendet werden. Auch kann vorliegend ein Besenring, Ringbesen,
Scheibenbesen, Streifenbesen oder Tellerbesen als Bürstenring gemäß dem Verständnis
der Erfindung verstanden werden. Der Bürstenring kann gemäß dem vorliegenden Verständnis
flach und eben ausgebildet sein, so dass eine oberseitige Oberfläche im Wesentlichen
eben verläuft, er kann jedoch auch eine mit Erhöhungen versehene Form aufweisen und
beispielsweise mit einer wellenartig verlaufenden Oberfläche ausgebildet sein.
[0014] Bei der vorliegenden Streuvorrichtung ist der Bürstenbesatz des Bürstenringes derjenige
Abschnitt des Streukörpers, von dem das flüssige Streumittel nach außen abgeworfen
wird, und zwar insbesondere in feinen, kleinen Tröpfchen mit vorteilhaft großer Wurfweite
und einheitlichen Wurf- oder Streubild.
[0015] Besonders vorteilhaft weist die vorliegende Streuvorrichtung eine geringe Bauteilkomplexität
auf. Gleichzeitig kann mit der vorliegenden Streuvorrichtung eine reine Flüssigstreuung,
nämlich ein Ausbringen von rein flüssigen Streumitteln, insbesondere Sole, bei ausreichend
großer Wurfweite mit einem optimalen Streubild erfolgen. Die vorliegende Streuvorrichtung
ermöglicht dabei ein flächendeckendes Streubild bzw. Sprühbild, und zwar mit einer
äußerst gleichmäßigen Streumittelverteilung. Dabei kann insbesondere ein sichelförmiges
Austrags- bzw. Streumuster vermieden werden. Ein solches, für eine Reihe von bekannten
Streuvorrichtungen charakteristisches, sichelförmiges Streumuster ist in vielen Anwendungsfällen
unerwünscht, da hierbei - über die Fläche gesehen - in gewissem Umfang Ungleichmäßigkeiten
in der Austragsmenge der Sole auftreten. Ebenso vorteilhaft ist mit der vorliegenden
Streuvorrichtung die Streumenge auf beiden Fahrtrichtungsseiten des Streufahrzeuges
gleich, d. h. die üblicherweise häufig auftretenden höheren Streumengen links der
Fahrtrichtung, wie sie bei herkömmlichen Streuvorrichtungen nachteilig vorkommen,
werden effektiv vermieden.
[0016] Weiterhin vorteilhaft erfolgt der Austrag des Streumittels mit der vorliegenden erfindungsgemäßen
Streuvorrichtung in Form von kleinen Soletröpfchen. Das heißt insbesondere auch, dass
mit der vorliegenden erfindungsgemäßen Streuvorrichtung eine unerwünschte Vernebelung
bzw. die Bildung von feinen Solenebeln oder Aerosolen vermieden werden kann, wie sie
beispielsweise bei herkömmlichen Sprühbalkensystemen auftritt. Dabei wird durch den
rotierenden Bürstenring gemäß der Erfindung jedoch eine feine Verteilung des Streumittels,
insbesondere der Sole, nämlich in kleinen, feinen Tröpfchen, sichergestellt. Damit
ist die Verteilung im Vergleich zu herkömmlichen Sprühsystemen, wie beispielsweise
bekannten Sprühbalken, weitaus windunempfindlicher, so dass das Streumittel insbesondere
auch im äußeren Streu- oder Sprühbereich, nämlich beispielsweise in den Randbereichen
einer Fahrbahn, sicher und zuverlässig mit überaus gleichmäßiger, flächendeckender
und gründlicher Verteilung ausgebracht werden kann.
[0017] Bevorzugt umfasst die Rotationseinheit ferner eine Streukörperwelle. Diese kann fest
mit dem durch den Bürstenring gebildeten Streukörper verbunden oder einteilig mit
dem Streukörper ausgebildet und an diesen angeformt sein. Die Rotationseinheit kann
je nach Ausführungsvariante somit ein- oder mehrteilig ausgebildet sein. Die Streukörperwelle
ist im vorliegenden Sinne auch als Nabe zu verstehen und kann insbesondere als Streukörpernabe
oder Bürstennabe bzw. Bürstenringnabe bezeichnet werden. Bei einer mehrteilig ausgebildeten
Rotationseinheit ist die Streukörperwelle beispielsweise in dem Bürstenring aufgenommen
und fest mit diesem verbunden, beispielsweise durch Verschraubung. Gemäß einer ganz
besonders bevorzugten Ausführungsvariante kann der Bürstenring auch lösbar und auswechselbar
an der Streukörperwelle befestigt sein, wodurch ein leichtes Wechseln des Bürstenringes
ermöglicht ist.
[0018] Ganz besonders bevorzugt ist die Streukörperwelle derart ausgelegt und eingerichtet,
dass sie beispielsweise mit einer entsprechenden Aufnahme gekoppelt werden kann, insbesondere
mit einer entsprechenden Streutelleraufnahme von herkömmlichen Streuvorrichtungen
bzw. Streufahrzeugen mit bekannten Streutellern, und zwar beispielsweise durch Aufklemmen
und/oder durch Schraubenbefestigung an einer derartigen herkömmlichen Streutelleraufnahme.
Insbesondere ist die Streukörperwelle hierbei als Standardbauteil ausgeführt und daher
mit weiteren Standardbauteilen kombinierbar, so dass besonders vorteilhaft auch herkömmliche
Streuvorrichtungen um- oder nachrüstbar sind und mit der vorliegenden Ausbringeinrichtung
bzw. mit der vorliegenden Rotationseinheit ausgestattet werden können.
[0019] Der durch den Bürstenring gebildete Streukörper weist eine im Wesentlichen scheibenartige
oder tellerartige Grundform mit sich gegenüberliegenden Ober- und Unterseiten auf.
Besonders bevorzugt verläuft ein bezogen auf die Rotationsachse radial innen liegender
Oberseitenabschnitt der Oberseite des Streukörpers in einer im Wesentlichen horizontal
orientierten Streukörperebene.
[0020] Der Bürstenring weist einen im Wesentlichen ringförmigen und einen Bürstenbesatz
tragenden Tragringabschnitt auf, wobei der Bürstenbesatz durch eine Vielzahl von länglichen
Borsten gebildet ist und wobei die Borsten an dem Tragringabschnitt befestigt sind
und umfangsseitig über einen Ringumfang des Tragringabschnittes überstehen. Gemäß
einer bevorzugten Ausführungsvariante sind die Borsten im Bereich einer Umfangsfläche
und/oder im Bereich einer Ringfläche des Tragringabschnittes befestigt. Eine oberseitige
Oberfläche des Tragringabschnittes bildet dabei beispielsweise den in der horizontalen
Streukörperebene verlaufenden Oberflächenabschnitt und zugleich die Ringfläche. Ausgehend
von diesem Oberflächenabschnitt können radial nach außen anschließende Oberflächenabschnitte
des Bürstenringes aus der Streukörperebene heraustreten, wodurch der Bürstenring beispielsweise
eine tellerartige Form annimmt.
[0021] Vorzugsweise sind die Borsten dabei gleichmäßig über den Ringumfang des Bürstenrings
verteilt angeordnet. Die Borsten können hierbei wenigstens eine erste Lage von Borsten
bilden, vorzugsweise jedoch mehrere Lagen von Borsten, die in Richtung der Rotationsachse
über einander liegen. Dabei können die Borsten dicht an dicht über den gesamten Ringumfang
angebracht sein, um einen Bürstenring im Vollbesatz zu bilden. Ebenso denkbar sind
jedoch Ausführungsformen, bei denen die Borsten zwar, bezogen auf den Ringumfang gleichmäßig
verteilt, jedoch in mehreren zueinander beabstandeten Gruppen angeordnet sind, wobei
jede Gruppe von Borsten jeweils lediglich einen, eine vorgegebene Bogenabschnittslänge
aufweisenden Umfangsabschnitt des Ringumfanges besetzt. In dieser Ausführungsvariante
weist der Bürstenring einen so genannten Teilbesatz auf.
[0022] Je nach gewünschter Anwendungsart, beispielsweise in Abhängigkeit der erforderlichen
Streuweite bzw. Wurfweite und/oder der möglichen Drehzahl der Rotationseinheit können
die Borsten ihrer Länge nach schräg zur Streukörperebene oder im Wesentlichen parallel
zur Streukörperebene orientiert sein. Besonders bevorzugt können die Borsten büschelweise
oder bündelweise in Form von mehreren Borstenbüscheln oder Borstenbündeln an dem Tragringabschnitt
befestigt sein.
[0023] Die einzelnen Borsten weisen bevorzugt einen jeweiligen im Wesentlichen runden, ovalen
oder näherungsweise polygonalen Querschnitt auf. Abhängig von dem jeweiligen Querschnitt
der einzelnen Borsten kann das Ausbring- oder Streuverhalten des Streukörpers beeinflusst
werden, so dass wiederum für verschiedene Anwendungsarten, z.B. abhängig von der Streuweite
bzw. Wurfweite und/oder der möglichen Drehzahl und/oder der bezogen auf die Streufläche
auszubringenden Menge an Streumittel, nämlich Streumenge pro Fläche und/oder der genauen
Zusammensetzung des Streumittels, insbesondere Sole unterschiedliche Querschnittsformen
der Borsten gewählt werden können. Auch ist hier denkbar, dass in dem Bürstenbesatz,
nämlich bei der Gesamtheit der am Tragringabschnitt befestigten Borsten, verschiedenartige
Borsten mit unterschiedlichen Querschnittsformen kombiniert sind.
[0024] Ein jeweiliger Durchmesser der einzelnen Borsten oder - im Falle von flachen Borsten
mit im Wesentlichen rechteckförmigem Querschnitt - eine jeweilige Breite der Borsten
liegt bevorzugt in einem Bereich von etwa 0,3 mm bis 10 mm, bevorzugt in einem Bereich
von 0,5 mm bis 8 mm, besonders bevorzugt in einem Bereich von 1 mm bis 7 mm, vorzugsweise
in einem Bereich von etwa 2 mm bis 5 mm und beträgt ganz besonders bevorzugt rund
3 mm aufweisen. Der Bürstenbesatz kann somit aus feinen und/oder gröberen Borsten
bestehen, wobei auch in Bezug auf die Querschnittsdimension der Borsten gilt, dass
je nach gewünschtem Einsatzbereich in ein und demselben Bürstenring Borsten mit unterschiedlichen
Querschnittdimensionen kombiniert sein können. Insbesondere sind die Borsten flexibel,
so dass eine feine Verteilung der Sole in kleine Tröpfchen sowie ein optimales Streuverhalten
erzielt wird.
[0025] Da bei dem Bürstenring der vorliegenden Streuvorrichtung vorteilhaft eine große Anzahl
von Borsten - bevorzugt in dichtem Besatz - über den Umfang des Tragringelementes
verteilt ist und da die mit der vorliegenden Streuvorrichtung auszubringende Sole
eine relativ geringe Dichte aufweist, ergibt sich besonders vorteilhaft, dass z.B.
Querschnittsform und/oder Querschnittsdimension der einzelnen Borsten in einem relativ
weiten Bereich variieren können, um das erwünschte Streuergebnis optimal zu gestalten.
Grundsätzlich kann mit zunehmender Besatzdichte, somit also mit zunehmender Anzahl
an befestigten Borsten pro Flächeneinheit der zur Befestigung der Borsten vorgesehenen
Flächen, eine immer feinere Verteilung der Sole sichergestellt werden. Daher können
zur Beeinflussung der Anforderungen für die Streuvorrichtung neben der Querschnittsform
und/oder Querschnittsdimension der Borsten, sowie neben dem Bürstenringdurchmesser
auch die Besatzdichte variiert werden.
[0026] Gemäß besonders bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung sind sowohl der Tragringabschnitt
und die Borsten aus einem nichtrostenden Material, insbesondere aus einem Kunststoff
hergestellt. Als Material für die Borsten und/oder den Tragringabschnitt eignen sich
beispielsweise polymere Kunststoffe, insbesondere thermoplastische Kunststoffe. Die
Borsten können dabei beispielsweise aus Polypropylen, Polyamid, Polyethylen, Polyester
oder dergleichen hergestellt sein.
[0027] Ein äußerer Bürstenringdurchmesser des Bürstenringes liegt bevorzugt in einem Bereich
von etwa 350 mm bis 900 mm, insbesondere in einem Bereich von etwa 450 mm bis 800
mm und bevorzugt in einem Bereich von etwa 500 mm bis 750 mm. Dabei weisen die Borsten
des Bürstenbesatzes eine Länge, nämlich eine Borstenlänge in einem Bereich von rund
150 mm bis 300 mm, bevorzugt von rund 180 mm bis 250 mm, beispielsweise von rund 200
mm oder 220 mm auf. Abgestimmt auf die gewünschte Anwendungsart, insbesondere in Abhängigkeit
der erforderlichen Streuweite bzw. Wurfweite und/oder der möglichen Drehzahl der Rotationseinheit
können der Bürstenringdurchmesser und insbesondere auch die entsprechende Länge des
Besatzes, nämlich die Borstenlänge entsprechend der Erfordernisse gewählt werden.
Beispielsweise eignet sich idealerweise ein Bürstenringdurchmesser von ca. 500 mm
für Wurfweiten von bis zu 6 m, wobei für größere Wurfweiten von bis zu 8 m Bürstendurchmesser
im Bereich von 750 mm optimal sind.
[0028] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante kann die Rotationseinheit auch
zwei oder mehrere jeweils durch einen Bürstenring gebildete Streukörper umfassen,
wobei die Streukörper in Achsrichtung der Rotationsachse übereinander angeordnet,
insbesondere konzentrisch übereinander angeordnet sind. Hierbei ist es insbesondere
möglich, dass verschiedenartig ausgestaltete Streukörper, d.h. Streukörper unterschiedlichen
Typs miteinander kombiniert sind, die sich beispielsweise hinsichtlich des Bürstenringdurchmessers
und/oder des Bürstenbesatzes unterscheiden, insbesondere z.B. in der Borstenlänge,
der Querschnittsform der Borsten, der Besatzdichte und/oder des Besatzmusters oder
dergleichen. Auch bei dieser Variante ergeben sich zusätzlich besondere Vorteile,
wenn die Bürstenringe lösbar und auswechselbar an der Streukörperwelle befestigt sind,
da hierdurch ein einfacher Austausch auch einzelner Bürstenringe möglich und damit
eine beliebige Zusammenstellung bzw. Kombination von Bürstenringen unterschiedlichen
Typs erleichtert ist.
[0029] Alternativ oder additiv und ebenso bevorzugt kann die Ausbringeinrichtung ferner
eine Auffangscheibe aufweisen, wobei die Auffangscheibe in Achsrichtung der Rotationsachse
unterhalb des/der Streukörper(s) angeordnet ist und dabei rotationsfest oder mit der
Rotationseinheit mitdrehend an der Ausbringeinrichtung befestigt ist. Hierdurch wird
vorteilhaft ein unkontrolliertes Abtropfen oder Durchtropfen des flüssigen Streumittels
bzw. der Sole durch den Bürstenring nach unten verhindert. Insbesondere bei sehr geringen
Drehzahlen erweist sich dies als besonders vorteilhaft, da hier häufig die auftretende
Fliehkraft nicht ausreichend ist, um die gesamte, von der Zuführeinheit auf den Streukörper
aufgebrachte Sole in radialer Richtung nach außen auszustreuen und es hierbei häufig
dazu kommt, dass im Bereich des Bürstenbesatzes und beispielsweise auch am äußeren
Rand des Bürstenringes die Sole in unregelmäßigen, nicht kontrollierbar großen Tropfen
nach unten abtropft. Durch die unterhalb des/der Streukörper(s) angeordnete Auffangscheibe
wird effektiv vermieden, dass diese Solemengen auf die Fahrbahnoberfläche ablaufen,
wodurch nicht nur das Streubild verbessert wird sondern auch eine positive Auswirkung
auf den Umweltschutz erzielt wird. Insbesondere für feststehende Varianten der Auffangscheibe
ist hierbei zudem denkbar, dass die Auffangscheibe mit einem nach oben wegstehenden
Rand versehen oder aber in gewissem Maße konkav gewölbt ausgebildet ist und damit
einen Aufnahmeraum oder Sammelraum für die aufgefangene Flüssigkeit zur Verfügung
stellt.
[0030] Bevorzugt umfasst die Zuführeinheit zum Zuführen der Streumittel zur Ausbringeinrichtung
wenigstens eine Zuführleitung, wobei an einem der Ausbringeinrichtung zugewandten
freien Ende der Zuführleitung ein Auslass zum Auftragen des flüssigen Streumittels
auf den Streukörper vorgesehen ist. Dieser Auslass zum Auftragen des flüssigen Streumittels
auf den Streukörper kann insbesondere bevorzugt in Form einer Auslassdüse ausgebildet
sein, wodurch ein besonders gleichförmiger und gleichmäßiger Auftrag des Streumittels
auf den Bürstenring erzielt werden kann.
[0031] Die Erfindung umfasst auch eine Ausbringeinrichtung für eine Streuvorrichtung für
Streufahrzeuge zum Ausbringen von Streumitteln. Die Ausbringeinrichtung weist zumindest
eine um eine Rotationsachse rotierend antreibbare Rotationseinheit auf und zeichnet
sich insbesondere dadurch aus, dass die Rotationseinheit zumindest einen durch einen
Bürstenring gebildeten rotierenden Streukörper umfasst.
[0032] Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren.
Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder
in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0033] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen
- Fig. 1a
- eine oberseitige Draufsicht auf ein Winterdienstfahrzeug mit einer montierten Streuvorrichtung
gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 1b
- in seitlicher Ansicht ein Winterdienstfahrzeug mit einer montierten Streuvorrichtung
gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2a - 2d
- jeweils schematisch dargestellt in Draufsicht verschiedene Ausführungsformen einer
Rotationseinheit;
- Fig. 3a - 3d
- stark vereinfacht und schematisch einen jeweiligen Schnitt durch verschiedene Ausführungsformen
einer Rotationseinheit;
- Fig. 4
- in Form einer stark vereinfachten, grob schematischen und kombinierten Schnittdarstellung
mögliche Ausführungsformen eines Bürstenrings;
- Fig. 5
- schematisch dargestellt eine weitere Ausführungsform einer Rotationseinheit im Schnitt
und
- Fig. 6
- in einer grob schematischen Teilschnittansicht eine alternative Ausführungsform einer
Ausbringeinrichtung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0034] In den Figuren 1a und 1b ist jeweils ein Streufahrzeug, insbesondere Winterdienstfahrzeug
100 mit einer beispielhaften Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Streuvorrichtung
1 zum Ausstreuen von Streumitteln dargestellt, wobei die Streuvorrichtung 1 insbesondere
dazu eingerichtet ist, auf ein herkömmliches Trägerfahrzeug aufgebaut zu werden. Das
Winterdienstfahrzeug 100 der Figur 1a ist in einer oberseitigen Draufsicht und dasjenige
der Figur 1b in einer seitlichen Ansicht dargestellt.
[0035] Der Aufbau derartiger Winterdienstfahrzeuge 100 ist hinlänglich aus dem Stand der
Technik bekannt. Beispielweise kann das Winterdienstfahrzeug 100 als herkömmlicher
Lastkraftwagen ausgebildet sein und insbesondere eine Lade- oder Tragfläche sowie
ein Führerhaus umfassen. Am Winterdienstfahrzeug 100 kann zusätzlich ein Schneepflug
101 vorgesehen sein, der beispielsweise frontal als Frontschneepflug oder seitlich
als Seitenschneepflug ausgebildet ist. In dem in Figur 1b dargestellten Beispiel ist
ein Frontschneepflug 101 vorderseitig angeordnet, der bei Fortbewegung des Winterdienstfahrzeuges
100 in Fahrtrichtung FR den vor dem Winterdienstfahrzeug 100 liegenden Schnee von
der Fahrbahn entfernen kann.
[0036] Die Streuvorrichtung 1 ist zur Ausbringung von flüssigen Streumitteln ausgebildet
und kann daher in der so genannten FS 100 Technologie eingesetzt werden, bei der direkt
flüssige Sole verwendet und ohne Trockenanteil ausgebracht wird.
[0037] Die Streuvorrichtung 1 umfasst zumindest einen Tank 2, 2' zur Aufnahme von auszustreuenden
flüssigen Streumitteln und wenigstens eine Ausbringeinrichtung 4, wobei ferner eine
mit dem Tank 2, 2' fluide verbundene Zuführeinheit 3 mit einer Zuführleitung 3a vorgesehen
ist, über welche die Sole der Ausbringeinrichtung 4 zugeführt wird. Der Tank 2, 2',
welcher im vorliegenden Beispiel einen Soletank bildet und auch als Soletank bezeichnet
wird, ist auf einem eine Tragfläche bildenden Tragrahmen des Winterdienstfahrzeuges
100 montiert. Die Ausbringeinrichtung 4 ist heckseitig, d.h. in Fahrtrichtung FR hinten,
an dem Winterdienstfahrzeug 100 angeordnet.
[0038] Zwar nicht in den Figuren dargestellt ist es jedoch möglich, dass die Streuvorrichtung
1 zwei oder mehrere Ausbringeinrichtungen 4 aufweist. Diese können nebeneinander oder
übereinander am Winterdienstfahrzeug 100 montiert sein. Beispielsweise im Einsatz
auf Flughäfen erweist sich eine Anordnung von zwei heckseitig nebeneinander am Winterdienstfahrzeug
100 montierten Ausbringeinrichtungen 4 als besonders günstig, da darüber eine größere,
nämlich nahezu die doppelte Wurfweite erzielt werden kann. Um links- und rechtsseitig
des Winterdienstfahrzeug 100 über eine vorgegebene Strecke über die Fahrzeugseite
hinauszuragen, können die Ausbringeinrichtungen 4 beispielsweise auf vorgesehenen
Auslegern montiert sein.
[0039] Verschiedene beispielhafte Ausführungsvarianten einer jeweiligen Rotationseinheit
5 sind in den Figuren 2a bis 2d in einer Draufsicht sowie in den Figuren 3a bis 3d
anhand einer jeweiligen Querschnittszeichnung schematisch dargestellt. Jede der dargestellten
Rotationseinheiten 5 ist um eine Rotationsachse RA rotierend angetrieben, um in einer
vorgegebenen Drehrichtung D zu rotieren, wobei ein jeweiliger entsprechender Antrieb
in den Darstellungen der Figuren nicht gezeigt ist.
[0040] Die Rotationseinheit 5 weist jeweils einen rotierenden Streukörper 6 auf, der durch
einen Bürstenring gebildet ist. Im Zentrum des Bürstenringes 6 ist ferner eine Streukörperwelle
12 vorgesehen, welche in den dargestellten Beispielen fest mit dem Bürstenring 6 verbunden,
insbesondere mittels einer kraftschlüssigen Verbindung mit diesem verklemmt bzw. verschraubt
ist. Die Streukörperwelle 12 ist dabei im Wesentlichen in der Ringform des Bürstenringes
6 aufgenommen, wobei der Bürstenring 6 und die Streukörperwelle 12 konzentrisch angeordnet
sind und die Rotationachse RA mit einer vertikalen Mittenachse der durch die Verbindung
von Streukörperwelle 12 und Bürstenring 6 gebildeten Rotationseinheit 5 zusammenfällt.
[0041] In den Figuren zwar nicht dargestellt, ist es gemäß weiterer Ausführungsvarianten
jedoch auch möglich, dass der Streukörper einteilig bzw. einstückig ausgebildet ist,
wobei in diesen Ausführungsformen eine Welle oder Nabe, insbesondere eine Streukörperwelle
direkt an dem Streukörper 6 angeformt ist.
[0042] Der in den dargestellten Beispielen näherungsweise kreisrunde Bürstenring 6 weist
eine im Wesentlichen flache und ebene, scheibenartige oder tellerartige Grundform
auf, wobei sich eine Oberseite 10 und eine Unterseite 11 gegenüberliegen. Aus den
Figuren 2a bis 2d geht jeweils eine Draufsicht auf die Oberseite 10 hervor. Ein bezogen
auf die Rotationsachse RA radial innen liegender Oberseitenabschnitt 10.1 der Oberseite
10 des Streukörpers 6 verläuft in einer im Wesentlichen horizontal orientierten Streukörperebene
E, welche in den Figuren 2a bis 2d nicht ausdrücklich gekennzeichnet, jedoch in den
Figuren 3a und 3c angedeutet ist.
[0043] Der Bürstenring 6 umfasst einen zentralen, ringartigen Tragringabschnitt 9 an dem
ein nach außen gerichteter Bürstenbesatz vorgesehen ist, der durch eine Vielzahl von
länglichen Borsten 8 gebildet ist. Die jeweiligen Borsten 8 sind an dem Tragringabschnitt
9 derart befestigt, dass sie umfangsseitig über einen Ringumfang des Tragringabschnittes
9 überstehen. Damit ergibt sich ein äußerer Bürstenringdurchmesser DB des Bürstenringes
6 in etwa aus einem Außendurchmesser des Tragringabschnittes und dem Zweifachen einer
über den Ringumfang des Tragringabschnittes 9 überstehenden Borstenlänge. Der Bürstenringdurchmesser
DB liegt in den dargestellten Beispielen bei rund 500 mm, kann jedoch auch anders
gewählt werden, beispielsweise mit bevorzugt etwa 750 mm.
[0044] Der Tragringabschnitt 9 des Bürstenringes 6 weist eine entlang seines Ringumfanges
umlaufende Umfangsfläche 14 sowie eine an der Oberseite 10 des Bürstenringes 6 verlaufende
Ringfläche 13 auf. Die Umfangsflächen 14 und Ringflächen 13 können bei verschiedenen
Ausführungsvarianten unterschiedlich dimensioniert sein und sich somit insbesondere
hinsichtlich ihres jeweiligen Flächeninhaltes unterscheiden. Bei den bevorzugten Varianten
gemäß Figuren 2a und 2d, weist der Tragringabschnitt 9 eine nur sehr schmale Ringfläche
13 auf. Über die Ausgestaltung und/oder Dimensionierung der Ringfläche 13 und Umfangsfläche
14 kann beispielsweise der Tragringabschnitt 9 auch in geeigneter Weise für verschiedene
Befestigungsmöglichkeiten der Borsten ausgelegt sein, wobei die Borsten 8 zum Beispiel
im Bereich der Umfangsfläche 14 und/oder im Bereich der Ringfläche 13 des Tragringabschnittes
9 befestigt sein können. Hierdurch kann der Bürstenring 6 in optimaler Weise für den
jeweiligen Anwendungsbedarf ausgewählt bzw. auf den Anwendungsfall abgestimmt werden,
insbesondere in Abhängigkeit von der gewünschten oder erforderlichen Streuweite bzw.
Wurfweite und/oder von der möglichen Drehzahl der Rotationseinheit.
[0045] In den Figuren 2a, 2b und 2d ist jeweils ein Beispiel für eine Befestigung der Borsten
an der Umfangsfläche 14 dargestellt (siehe ebenso Figuren 3a bis 3c) und Figur 2c
zeigt ein Beispiel, bei dem auch an der Ringfläche 13 Borsten 8 befestigt sind (siehe
ebenso Figur 3d).
[0046] Die Borsten 8 sind im Wesentlichen gleichmäßig verteilt über den Ringumfang des Bürstenrings
6 angeordnet, wobei Ausführungen im Vollbesatz möglich sind, wie in Figuren 2a bis
2c dargestellt oder Ausführungen im Teilbesatz, wie in Figur 2d dargestellt, bei denen
die Borsten 8 gruppenweise angeordnet sind und jede Gruppe einen vorgegebenen Umfangsabschnitt
besetzt, so dass die Gruppen auf Abstand zueinander stehen und jeweilige Umfangsabschnitte
zwischen den Gruppen frei von Borsten bleiben.
[0047] Dabei können die jeweiligen Borsten 8 des Bürstenbesatzes vorzugsweise auch so über
den Ringumfang des Bürstenrings 6 angeordnet sein, dass sie mehrere Lagen 8a-8c von
Borsten 8 bilden. Ebenso können die Borsten 8 ihrer Länge nach schräg zur Streukörperebene
E oder im Wesentlichen parallel zur Streukörperebene E orientiert sein, wie insbesondere
aus den Figuren 3a bis 3d hervorgeht. Auch hierüber ist der Bürstenring 6 in hohem
Maße variabel für gewünschte Anwendungsbedingungen auswählbar bzw. anpassbar.
[0048] Ebenfalls können die jeweiligen einzelnen Borsten 8 je nach erforderlichen Bedingungen
und Anwendungsform in verschiedene Querschnittsformen und Querschnittsdimensionen
aufweisen. In den dargestellten Beispielen haben die Borsten einen im Wesentlichen
runden oder rechteckförmigen Querschnitt mit etwa 3 mm Durchmesser bzw. Kantenlänge,
so dass jede Borste 8 annähernd ein langgestrecktes rundes Stäbchen oder flaches Plättchen
bildet. Dabei sind die Borsten 8 flexibel, so dass eine feine Verteilung der Sole
in kleine Tröpfchen sowie ein optimales Streuverhalten erzielt wird.
[0049] Die Figur 4 zeigt als schematischen Schnitt noch einmal zusammenfassend einige der
bereits genannten Varianten eines Bürstenringes 6 in Form einer kombinierten Darstellung.
Auf der linken Seite der Figur ist eine Variante dargestellt, bei der die Borsten
8 in paralleler Ausrichtung bezogen auf die Streukörperebene E in mehreren Lagen 8a-8c
an der Umfangsfläche 14 des Tragringabschnittes 9 befestigt sind. Auf der rechten
Seite der Figur ist eine Variante dargestellt, bei der die Borsten 8 büschelweise
in Form von Borstenbüscheln 8.1 an der Umfangsfläche 14 des Tragringabschnittes 9
befestigt sind. Ferner zeigt die rechte Figurenseite eine Variante, bei der die Borsten
8 in schräger Ausrichtung bezogen auf die Streukörperebene E an der Ringfläche 13
des Tragringabschnittes 9 befestigt sind. In der Figur 4 sind aus Gründen der Übersichtlichkeit
sämtliche Borsten 8 abgeschnitten dargestellt und somit nicht in ihrer ganzen Länge
gezeigt.
[0050] Der Tragringabschnitt 9 sowie auch die einzelnen Borsten 8 des Bürstenringes 6 sind
aus einem robusten, nichtrostenden Material hergestellt, insbesondere aus einem salz-,
säure- und laugenresistenten Kunststoff, der insbesondere auch verschleißarm sowie
temperaturunempfindlich und somit geeignet für den Einsatz im Winterdienst ist.
[0051] Bei der Ausführungsvariante der Rotationseinheit 5 gemäß Figur 5 sind zwei Bürstenringe
6, 6' vorgesehen, die in Achsrichtung der Rotationsachse RA konzentrisch übereinander
angeordnet sind. In dem dargestellten Beispiel sind hierbei verschiedenartige Bürstenringe
6, 6' kombiniert, wobei der untere Bürstenring 6' einen Bürstenbesatz mit im Wesentlichen
horizontal orientierten, parallel zur Streukörperebene E ausgerichteten Borsten 8
aufweist und der obere Bürstenring 6 einen Bürstenbesatz mit schräg nach oben verlaufenden
Borsten 8 aufweist. Es versteht sich von selbst, dass verschiedenste und beliebige
Kombinationen von Bürstenringen 6, 6' möglich sind. Insbesondere können zur Optimierung
der Streuweite bzw. Wurfweite bei vorgegebenen Drehzahlen auch Bürstenringe 6, 6'
mit verschiedenen Bürstenringdurchmessern DB, insbesondere mit Borsten 8 verschiedener
Länge, Ausrichtung, Querschnittsform und Querschnittsdimension kombiniert werden.
[0052] Figur 6 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer Ausbringeinrichtung 4, bei der
ferner eine Auffangscheibe 7 vorgesehen ist, die in Achsrichtung der Rotationsachse
RA unterhalb des Streukörpers 6 angeordnet ist. Hierdurch kann beim Einsatz der Streuvorrichtung
1, vor allem wenn die Rotationseinheit 5 mit nur geringen Drehzahlen rotiert, ein
Durchtropfen der Sole zwischen den Borsten 8 auf die Fahrbahnoberfläche bzw. auf den
Straßenbelag verhindert werden.
[0053] In dem dargestellten Beispiel der Figur 6 umfasst die Zuführeinheit 3 zum Zuführen
der Sole zur Ausbringeinrichtung 4 wenigstens eine Zuführleitung 3a, die an einem
der Ausbringeinrichtung 4 zugewandten freien Ende mit einem in Form einer Auslassdüse
ausgebildeten Auslass 3b zum Auftragen des flüssigen Streumittels auf den Bürstenring
6 ausgestattet ist, wodurch ein insbesondere gleichmäßiger Auftrag der Sole auf den
Bürstenring 6 erfolgen kann. In Figur 6 zwar nicht kenntlich gemacht, kann jedoch
auch hier zur zusätzlichen Verbesserung des Sole-Auftrags auf den Bürstenring 6 eine
Prallhaube 15 vorgesehen sein, wie exemplarisch in dem Beispiel der Figur 3c dargestellt.
Bezugszeichenliste
[0054]
- 1
- Streuvorrichtung
- 2, 2'
- Tank
- 3
- Zuführeinheit
- 3a
- Zuführleitung
- 3b
- Auslass
- 4
- Ausbringeinrichtung
- 5
- Rotationseinheit
- 6
- Streukörper
- 7
- Auffangscheibe
- 8
- Borsten
- 8a-8c
- Lagen von Borsten
- 8.1
- Borstenbüschel
- 9
- Tragringabschnitt
- 10
- Oberseite
- 10.1
- Oberseitenabschnitt
- 11
- Unterseite
- 12
- Streukörperwelle
- 13
- Ringfläche
- 14
- Umfangsfläche
- 15
- Prallhaube
- 100
- Streufahrzeug
- 101
- Schneepflug
- D
- Drehrichtung
- E
- Streukörperebene
- FR
- Fahrtrichtung
- DB
- Bürstenringdurchmesser
- RA
- Rotationsachse
1. Streuvorrichtung (1) für Streufahrzeuge (100) zum Ausbringen von Streumitteln, umfassend
zumindest einen Tank (2, 2') zur Aufnahme von auszustreuenden flüssigen Streumitteln
und wenigstens eine Ausbringeinrichtung (4) zum Ausbringen der flüssigen Streumittel,
wobei ferner eine mit dem Tank (2, 2') fluide verbundene Zuführeinheit (3) zum Zuführen
der Streumittel zur Ausbringeinrichtung (4) vorgesehen ist, wobei die Ausbringeinrichtung
(4) wenigstens eine um eine Rotationsachse (RA) rotierbar gelagerte und rotierend
angetriebene Rotationseinheit (5) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationseinheit (5) zumindest einen durch einen Bürstenring gebildeten rotierenden
Streukörper (6) umfasst.
2. Streuvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationseinheit (5) ferner eine Streukörperwelle (12) umfasst, wobei die Streukörperwelle
(12) fest mit dem durch den Bürstenring gebildeten Streukörper (6) verbunden ist oder
einteilig mit dem Streukörper (6) ausgebildet und an diesen angeformt ist.
3. Streuvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der durch den Bürstenring gebildete Streukörper (6) eine im Wesentlichen scheibenartige
oder tellerartige Grundform mit sich gegenüberliegenden Ober- und Unterseiten (10,
11) aufweist.
4. Streuvorrichtung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein bezogen auf die Rotationsachse (RA) radial innen liegender Oberseitenabschnitt
(10.1) der Oberseite (10) des Streukörpers (6) in einer im Wesentlichen horizontal
orientierten Streukörperebene (E) verläuft.
5. Streuvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der als Bürstenring ausgebildete Streukörper (6) einen im Wesentlichen ringförmigen
und einen Bürstenbesatz tragenden Tragringabschnitt (9) aufweist, wobei der Bürstenbesatz
durch eine Vielzahl von länglichen Borsten (8) gebildet ist und wobei die Borsten
(8) an dem Tragringabschnitt (9) befestigt sind und umfangsseitig über einen Ringumfang
des Tragringabschnittes (9) überstehen.
6. Streuvorrichtung (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten (8) im Bereich einer Umfangsfläche (14) und/oder im Bereich einer Ringfläche
(13) des Tragringabschnittes (9) befestigt sind.
7. Streuvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten (8) gleichmäßig verteilt über den Ringumfang des Bürstenrings angeordnet
sind und dabei wenigstens eine erste Lage (8a) von Borsten (8), vorzugsweise mehrere
Lagen (8a-8c) von Borsten (8) bilden.
8. Streuvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten (8) büschelweise in Form von mehreren Borstenbüscheln (8.1) an dem Tragringabschnitt
(9) befestigt sind und/oder dass die Borsten (8) ihrer Länge nach schräg zur Streukörperebene
(E) oder im Wesentlichen parallel zur Streukörperebene (E) orientiert sind.
9. Streuvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Borsten (8) einen jeweiligen im Wesentlichen runden, ovalen oder näherungsweise
polygonalen Querschnitt aufweisen.
10. Streuvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Borsten (8) einen jeweiligen Durchmesser in einem Bereich von etwa
1 mm bis 7 mm, vorzugsweise in einem Bereich von etwa 2 mm bis 5 mm und bevorzugt
einen Durchmesser von rund 3 mm aufweisen.
11. Streuvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragringabschnitt (9) und die Borsten (8) aus einem nichtrostenden Material,
insbesondere aus einem Kunststoff hergestellt sind.
12. Streuvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein äußerer Bürstenringdurchmesser (DB) des Bürstenringes in einem Bereich von etwa
350 mm bis 900 mm, insbesondere in einem Bereich von etwa 450 mm bis 800 mm und bevorzugt
in einem Bereich von etwa 500 mm bis 750 mm liegt.
13. Streuvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationseinheit (5) zwei oder mehrere jeweils durch einen Bürstenring gebildete
Streukörper (6) umfasst, wobei die Streukörper (6) in Achsrichtung der Rotationsachse
(RA) übereinander angeordnet, insbesondere konzentrisch übereinander angeordnet sind
und/oder dass die Ausbringeinrichtung (4) ferner eine Auffangscheibe (7) aufweist,
wobei die Auffangscheibe (7) in Achsrichtung der Rotationsachse (RA) unterhalb des
Streukörpers (6) angeordnet und rotationsfest oder mit der Rotationseinheit (5) mitdrehend
an der Ausbringeinrichtung (4) befestigt ist.
14. Streuvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinheit (3) zum Zuführen der Streumittel zur Ausbringeinrichtung (4) wenigstens
eine Zuführleitung (3a) umfasst, wobei an einem der Ausbringeinrichtung (4) zugewandten
freien Ende der Zuführleitung (3a) ein Auslass (3b) zum Auftragen des flüssigen Streumittels
auf den Streukörper (6) vorgesehen ist, wobei der Auslass (3b) vorzugsweise zum Auftragen
des flüssigen Streumittels auf den Streukörper (6) in Form einer Auslassdüse ausgebildet
ist.
15. Ausbringeinrichtung (4) für eine Streuvorrichtung (1) für Streufahrzeuge (100) zum
Ausbringen von Streumitteln, aufweisend zumindest eine um eine Rotationsachse (RA)
rotierend antreibbare Rotationseinheit (5), dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationseinheit (5) zumindest einen durch einen Bürstenring gebildeten rotierenden
Streukörper (6) umfasst.