[0001] Die Erfindung geht aus von einer Steuerungsstruktur für eine mobile Arbeitsmaschine.
Des Weiteren geht die Erfindung von einer mobilen Arbeitsmaschine mit einer derartigen
Steuerungsstruktur und einem Verfahren mit einer derartigen Steuerungsstruktur aus.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Steuerungsstrukturen mit Energiemanagementstrategien
für Personenkraftwagen (PKW) und Lastkraftwagen (LKW) bekannt, die auf die Optimierung
eines Triebstrangs inklusive seiner Hybridkomponenten fokussieren. Neben- oder Arbeitskomponenten
stellen einen nur sehr geringen Anteil der Leistungsaufnahme.
[0003] Das Energiemanagement mobiler Arbeitsmaschinen steht hingegen vor der Aufgabe, die
jeweils bedeutende Leistungsaufnahme des Fahrantriebes und einer Arbeitshydraulik
zu organisieren.
[0004] Eine grundlegende Art, in einer mobilen Arbeitsmaschine Leistung zu verteilen, ist
beispielsweise ein als "Inchpedal" bekanntes Bedienelement. Durch die vom Bediener
gewählte Einstellung des Pedals wird die Antriebsleistung, die der Arbeitsmaschine
zur Verfügung steht, zwischen der Fahr- und den Arbeitsfunktionen, insbesondere in
Form einer Leistungsreduzierung der Fahrfunktion, aufgeteilt.
[0005] Für eine Leistungsbegrenzung greifen bekannte Energiemanagement-Strategien reaktiv
ein, indem bei beginnender Überlastung ein betroffener Leistungsteilnehmer individuell
durch Eingriff seiner funktionalen Steuerung in der Leistungsaufnahme limitiert wird.
Im Falle hydrostatischer Fahrantriebe erfolgt diese Begrenzung der Leistungsaufnahme
indirekt, über eine Begrenzung des Verdrängungsvolumens der Hydromaschine(n).
[0006] Eine solche Lösung ist beispielsweise aus dem Hause der Anmelderin als LLC Load Limit
Control für einen Fahrantrieb mit Arbeitshydraulik bekannt.
[0007] Seitens der Antriebsmaschine sind Lösungen bekannt, bei denen eine Drehzahl-Vorgabe
für die Antriebsmaschine einer fest vorgegebenen Interpretation eines Fahrerwunsches
folgt, wobei eine anschließende Drehzahlreduzierung beispielsweise in einem gewählte
"Eco-Mode" möglich ist. Ein Leistungsmanagement findet hierbei nicht statt.
[0008] Die Druckschrift
DE 10 2013 214 732 A1 der Anmelderin zeigt demgegenüber ein proaktives Energie- bzw. Leistungsmanagement
des Fahrantriebes und der Arbeitshydraulik einer mobilen Arbeitsmaschine. Dafür sind
ein übergeordneter Gesamtenergiekoordinator (GEK) und mit ihm signalverbundene, untergeordnete
Verbraucherenergiekoordinatoren (VEK) vorgesehen. Letztgenannte sind jeweils einem
oder mehreren Verbrauchern zugeordnet, die beispielsweise hydrostatischer, mechanischer
oder elektrischer Natur sind, und die die Fahrfunktion, Arbeitsfunktionen und sonstige
Hilfsfunktionen erfüllen. Der GEK kommuniziert mit den VEKs und mit einer Steuerung
der Antriebsmaschine und ermittelt einen Gesamtleistungsbedarf der Verbraucher und
eine verfügbare Gesamtleistung der Antriebsmaschine. Der GEK greift insbesondere im
Falle einer Leistungs-Unterversorgung der Verbraucher ein und begrenzt deren Leistungsaufnahme,
sodass nicht mehr Leistung verbraucht wird, als zur Verfügung steht.
[0009] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Steuerungsstruktur für
eine mobile Arbeitsmaschine zu schaffen, die eine dynamische Leistungsbegrenzung ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine mobile Arbeitsmaschine mit einer derartigen
Steuerungsstruktur, sowie ein Verfahren zur Steuerung dieser mobilen Arbeitsmaschine
zu schaffen.
[0010] Die Aufgabe hinsichtlich der Steuerungsstruktur wird gelöst gemäß den Merkmalen des
Anspruchs 1, hinsichtlich der mobilen Arbeitsmaschine gemäß den Merkmalen des Anspruchs
21 und hinsichtlich des Verfahrens gemäß den Merkmalen des Anspruchs 22.
[0011] Eine Steuerungsstruktur ist für eine mobile Arbeitsmaschine, beispielsweise einen
Radlader, Mobilbagger, Gabelstapler, Telehandler oder eine Landmaschine oder dergleichen,
vorgesehen. Die Arbeitsmaschine weist Leistungsteilnehmer auf, von denen wenigstens
je einer eine Leistungsquelle, ein Fahrverbraucher und ein hydraulischer Arbeitsverbraucher
ist. Die Steuerungsstruktur hat Energie- oder Leistungskoordinatoren, zumindest für
die Verbraucher, die jeweils mit einer dem Verbraucher oder einer Gruppe der Verbraucher
zugeordneten Steuerung signalverbunden sind. Ein dem Verbraucher zugeordneter Sollwert
ist vom Energiekoordinator an die Steuerung übergeben, sodass über die Steuerung in
Abhängigkeit des Sollwerts eine Leistung des Verbrauchers steuerbar oder regelbar
und somit begrenzbar, insbesondere begrenzt ist. Erfindungsgemäß ist der jeweilige
Sollwert für den Fahrverbraucher ein Soll-Drehmoment und für den Arbeitsverbraucher
ein Soll-Druckmittelvolumenstrom
[0012] Durch die Sollwertvorgabe des Drehmoments durch den Energiekoordinator ist eine besonders
dynamische Regelung und Begrenzung der Leistung des Fahrverbrauchers möglich. Dessen
Leistung ist grundlegend geschwindigkeits- und drehmomentabhängig. Die Drehzahl oder
Geschwindigkeit der mobilen Arbeitsmaschine und damit des Fahrverbrauchers lässt sich
aber vergleichsweise langsam kontrollieren, bzw. reagiert träge. Das Drehmoment als
zugkraftbestimmender Faktor der Leistung reagiert hingegen vergleichsweise schnell,
da bereits vergleichsweise kleine Differenz in der Volumenstrombilanz des Fahrverbrauchers
zu einer vergleichsweise großen Änderung des Drucks führt. Dieser bestimmt als ein
Faktor das Drehmoment und maßgeblich das vom Fahrer oder der Fahrerin wahrgenommene
Fahrverhalten.
[0013] Der Einsatz von Energiekoordinatoren entkoppelt die Leistungssteuerung, -regelung
und -begrenzung von der jeweils funktional wirksamen Steuerung des jeweiligen Leistungsteilnehmers
und bietet so die Möglichkeit eines Leistungsmanagements und einer Leistungsverteilung,
unabhängig von der funktionalen Bedarfserfüllung durch den oder die Leistungsteilnehmer.
[0014] Grundlegend kann eine oder können mehrere Leistungsquellen gleicher oder unterschiedlicher
Art vorgesehen sein. So sind als Leistungsquelle beispielsweise ein Verbrennungs-,
insbesondere Dieselmotor, ein dieselelektrischer Antrieb, insbesondere zur Versorgung
eines als Hochvolt-Bordnetz ausgebildeten Leistungsteilnehmers, eine Brennstoffzelle,
welche elektrische Leistung bereitstellt, eine Batterie mit Leistungselektronik, ein
elektrischer Hybridantrieb, welcher über eine elektrische Maschine eine Batterie lädt
und umgekehrt die so gespeicherte chemische Energie wieder in mechanische Energie
umwandelt und bereitstellt, ein hydraulischer Hybridantrieb, der mechanische Energie
in hydraulische Energie wandelt und speichert und diese wieder als mechanische Energie
bereitstellt, möglich. Bevorzugte oder verbreitete Kombinationen sind beispielsweise
in der Landtechnik zwei oder mehrere Verbrennungsmotoren, im Falle des Hybridantriebs
ein elektrischer Hybrid oder ein hydraulischer Hybrid, im Falle eines Range Extenders
eine Kombination beispielsweise aus Batterie, Dieselmotor und Generator.
[0015] In einer Weiterbildung ist ergänzend wenigstens ein Energiekoordinator mit zugeordneter
Steuerung für wenigstens einen der folgenden Leistungsteilnehmer der mobilen Arbeitsmaschine
vorgesehen: elektrisches Niedervolt- oder Hochvolt-Bordnetz, elektrischer Energiespeicher,
hydraulischer Energiespeicher.
[0016] Zur Erfassung einer Anforderung an den jeweiligen Verbraucher, und somit eines Bedarfs,
weist die Steuerungsstruktur in einer Weiterbildung Bedarfsschnittstellen zumindest
für den wenigstens einen Fahr- und den wenigstens einen Arbeitsverbraucher auf. Eingangsseitig
sind diese zur Aufnahme der Anforderung oder des Bedarfs mit einem insbesondere manuell
betätigbaren Bedienelement und/oder mit einer maschinellen oder automatisierten Steuereinrichtung
signalverbindbar oder signalverbunden. So ist zum einen der Bedarf des Bedieners oder
der Bedienerin der mobilen Arbeitsmaschine und alternativ oder ergänzend der Bedarf
der Steuereinrichtung erfassbar.
[0017] Im letztgenannten Fall ist insbesondere ein automatisiertes oder autonomes Fahren
und/oder Arbeiten ermöglicht.
[0018] Ausgangsseitig ist die jeweilige Bedarfsschnittstelle mit dem Energiekoordinator
des ihr zugeordneten Verbrauchers signalverbunden.
[0019] Konkret ist das Bedienelement beispielsweise für den Arbeitsverbaucher ein Joystick,
für den Fahrverbraucher ein Fahrpedal oder Fahrhebel (HMI) und die maschinelle oder
automatisierte Steuereinrichtung ist eine Automatisierungsfunktion (automatic function),
im Falle des Fahrverbrauchers beispielsweise ein Geschwindigkeitsbegrenzer oder eine
Funktion automatisierten oder autonomen Fahrens.
[0020] Die Automatisierungsfunktion ist insbesondere für den Arbeitsverbraucher in einer
Weiterbildung über ein Bewegungsmuster des Bedienelements und/oder über einen Schalter
oder Taster ausgelöst. Die Automatisierungsfunktion hat insbesondere die Aufgabe,
ein Bewegungsmuster des oder der Arbeitsverbraucher umzusetzen. Dies kann eine einzelne
Arbeits-Achse, beispielsweise ein Ausrichten einer Schaufel oder eines Löffels, oder
mehrere Arbeits-Achsen, beispielsweise gleichzeitiges Absenken und Ausrichten der
Schaufel oder des Löffels, umfassen.
[0021] Ein erfasster Bedarf für den Arbeitsverbraucher besteht vorzugsweise - unabhängig
davon, ob vom Bediener oder der maschinellen Schnittstelle eingegeben - aus einer
angeforderten Achsengeschwindigkeit für jede Achse, insbesondere des oder der Arbeitsverbraucher.
Diese ist insbesondere eine Achsgeschwindigkeit eines tool center points, beispielsweise
im Falle einer Heben- oder Kippen-Achse. Bei einer weiteren Achse kann es sich um
eine Zylindergeschwindigkeit und alternativ um eine Drehzahl handeln. Eine solche
Achskombination bildet beispielsweise den Antrieb eines Kehrbesens ab.
[0022] Der erfasste Bedarf kann optional zusätzliche eine Kraft-Begrenzung aufweisen, um
so beispielsweise eine Hubkraft, Klemmkraft oder Schließkraft des Arbeitsverbrauchers
zu begrenzen.
[0023] In einer Weiterbildung der Steuerungsstruktur ist in Abhängigkeit einer Fahrpedalposition
und einer aktuellen Geschwindigkeit der mobilen Arbeitsmaschine, insbesondere aus
einem Zugkraft-Geschwindigkeitsdiagramm, eine Bedarfs-Zugkraft ermittelt.
[0024] In einer Weiterbildung der Steuerungsstruktur ist von der Bedarfsschnittstelle des
Fahrverbrauchers an dessen Energiekoordinator die Bedarfs-Zugkraft, ein Bedarfs-Drehmoment
oder ein davon abhängiges Drehmoment, beispielsweise eines mit dem Fahrverbraucher
gekoppelten Getriebes, übergeben.
[0025] Von der Bedarfsschnittstelle des Arbeitsverbrauchers ist in einer Weiterbildung an
dessen Energiekoordinator eine Bedarfs-Geschwindigkeit des Arbeitsverbrauchers oder
eine davon abhängige Betriebsgröße übergeben.
[0026] Um ein sicheres und für den Fahrer oder die Fahrerin nachvollziehbareres Antwort-Verhalten
der mobilen Arbeitsmaschine auf den erfassten Bedarf zu bewirken, ist in einer Weiterbildung,
insbesondere zumindest in vorbestimmten Betriebssituationen oder Fahrzuständen oder
Fahrbereichen des Fahrverbrauchers, über dessen Bedarfsschnittstelle zudem eine Bedarfs-
oder Grenz-Geschwindigkeit übergeben. Beispielhaft genannt sei eine Geschwindigkeitsbegrenzungsfunktion
(speedlimiter) oder eine Bergabfahrt oder dergleichen.
[0027] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Steuerungsstruktur ist ein Gesamtenergiekoordinator
vorgesehen, der zumindest mit den Energiekoordinatoren der Verbraucher, sowie mit
einer Steuerung oder einem Energiekoordinator der wenigstens einen Leistungsquelle
signalverbunden ist.
[0028] Eine besonders hohe Flexibilität und Dynamik der Steuerungsstruktur bezüglich der
Steuerung oder Regelung und der Begrenzung ist gegeben, wenn in einer Weiterbildung
zumindest die Koordinatoren, Steuerungen und Bedarfsschnittstellen elektronifiziert
sind. Das hat besonders bei dynamischen Vorgängen den Vorteil, dass die elektronifizierten
Komponenten sehr schnell kommunizieren, was in äußerst kurzen Antwortzeiten resultiert.
Die Dynamik und Präzision der Steuerung, Regelung und Begrenzung nimmt so zu, sodass
die Leistungsteilnehmer ihre Leistung insbesondere nur dann abrufen, wenn diese auch
seitens der Leistungsquelle und/oder anderer Leistungsteilnehmer zur Verfügung steht.
[0029] Vorzugsweise sind die Leistungsteilnehmer derart ausgestaltet, dass sie über den
zugeordneten Energiekoordinator ihre benötigte Leistung kommunizieren und nicht mehr
Leistung aufnehmen, als von ihnen als benötigt angefordert ist, und die vorrichtungstechnisch
ausgestattet sind, eine Begrenzung ihrer Leistung einzuhalten.
[0030] In einer bevorzugten Weiterbildung sind von den Energiekoordinatoren an den Gesamtenergiekoordinator
die vom jeweiligen Leistungsteilnehmer bereitstellbare Leistung, aufnehmbare Leistung
und/oder benötigte Leistung übergeben. Konkret sind dies vorzugsweise zumindest die
jeweils bereitstellbare Leistung und aufnehmbare oder abstützbare Leistung der einen
oder mehreren Leistungsquellen, und im Falle der Verbraucher deren jeweils benötigte
Leistungen und optional aufnehmbare Leistung. Diese kann die erstgenannte, insbesondere
im Falle des Arbeitsverbrauchers, durchaus überschreiten, was später bezüglich einer
Retarderfunktion weiter erläutert wird.
[0031] Vorzugsweise sind die Leistungen mit einem Vorzeichen übergeben. Eine mögliche Konvention
ist, dass eine beschleunigende- oder Zug-Leistung mit positivem und eine abbremsende-
oder Schub-Leistung mit negativen Vorzeichen berücksichtigt ist. Ein möglicher Bezugspunkt
für die Vorzeichenübergabe ist eine gemeinsame Triebwelle der mobilen Arbeitsmaschine,
insbesondere die einer der Leistungsquellen oder die einer hydraulischen Pumpe der
Arbeitshydraulik.
[0032] Durch die Vorzeichenbehaftung sind die Leistungen vom Gesamtenergiekoordinator bilanzierbar.
Die Unterscheidung zwischen beschleunigender und abbremsender Leistung ermöglicht,
die Leistung zwischen den Leistungsteilnehmern bedarfsgerecht auszutauschen oder "fließen"
zu lassen. Daraus ergibt sich ein Potential zur Verbrauchsersparnis, da der Verbrauch
von Primärenergie durch die Leistungsquellen minimiert werden kann.
[0033] In einer Weiterbildung ist daher über den Gesamtenergiekoordinator eine Leistungsbilanz
zumindest aus den bereitstellbaren Leistungen, aufnehmbaren Leistungen und benötigten
Leistungen ausgeführt und in Abhängigkeit davon ist die Leistung wenigstens eines
der Leistungsteilnehmer, insbesondere Verbraucher, begrenzt, oder nicht. Dabei kann
über den Gesamtenergiekoordinator in Zusammenwirken mit den Energiekoordinatoren sowohl
eine Zugleistung als auch eine Schubleistung wenigstens eines der Leistungsteilnehmer,
insbesondere Verbraucher, begrenzt sein.
[0034] In einer Weiterbildung ist die über den Energiekoordinator des Leistungsteilnehmers,
insbesondere Verbrauchers, an den Gesamtenergiekoordinator übergebene, aufnehmbare
Leistung vorgesehen, am Verbraucher, insbesondere Arbeitsverbraucher, Arbeit zu leisten.
[0035] Alternativ oder ergänzend kann sie zumindest anteilig zur Dissipation vorgesehen
sein. Das kann beispielsweise über eine Retarderfunktion oder ein Retarderventil der
Steuerungsstruktur, insbesondere des Arbeitsverbrauchers, erfolgen. So kann ergänzend
zu oder unabhängig von der bestimmungsgemäßen Arbeitsleistung des Verbrauchers überschüssige
Leistung der mobilen Arbeitsmaschine, die insbesondere vom Fahrverbraucher im Schubbetrieb
generiert wird, abgebaut werden. Im einfachsten Fall ist die Retarderfunktion schaltbar,
in performanterer Ausführung proportional betätigbar.
[0036] Alternativ oder ergänzend ist dem hydraulischen Arbeitsverbraucher ein Hybrid-System
zugeordnet, welches Energie speichern kann.
[0037] Dieses kann zwar eine Leistung aufnehmen, jedoch weist es ggf. eine vergleichsweise
geringe Energiekapazität auf.
[0038] Mit Vorteil ist daher in einer Weiterbildung vom Energiekoordinator an den Gesamtenergiekoordinator
ein Signal der aufnehmbaren Leistung des jeweiligen Arbeitsverbrauchers übergeben.
So ist der Gesamtenergiekoordinator informiert, welche Leistung die Arbeitshydraulik
zum aktuellen Zeitpunkt, unabhängig von ihrer für produktive Arbeit mindestens benötigten
Leistung, insbesondere durch beschriebene Dissipation, aufnehmen kann. Im Bedarfsfall,
beispielsweise der abzubauenden Schubleistung des Fahrantriebes, ist über den Gesamtenergiekoordinator
an den oder die Energiekoordinatoren der Arbeitsverbraucher eine Anforderung oder
ein Signal einer solchen Leistungsaufnahme übergeben.
[0039] Über die dem oder den Arbeitsverbrauchern zugeordnete Steuerung ist diese angeforderte
Leistungsaufnahme umgesetzt. Dies kann insbesondere über eine kombinierte Druckmittelvolumenstrom-
und Druck-Anforderung umgesetzt sein, die zu der angeforderten Leistungsaufnahme führt.
[0040] Die benötigte hydraulische Leistung für den jeweiligen Arbeitsverbraucher ergibt
sich im Falle eines Hydrozylinders aus einem ihm zugeordneten erfassten Bedarf einer
Achsengeschwindigkeit und im Falle eines Hydromotors aus einem ihm zugeordneten erfassten
Bedarf an eine Drehgeschwindigkeit, sowie in Abhängigkeit der bekannten Kolben-Geometrie,
bzw. des bekannten Schluckvolumens des Hydromotors und des Lastdrucks. Für die Arbeitsverbraucher
ist über den oder die zugeordneten Energiekoordinatoren in einer Weiterbildung eine
Summe der benötigten Druckmittelvolumenströme gebildet. Die mindestens benötigte Leistung
der Arbeitsverbraucher ist in Folge aus dem Produkt dieser Summe und dem höchsten
der Lastdrücken der Arbeitsverbraucher ermittelt.
[0041] In einer Weiterbildung ist diese mindestens benötigte hydraulische Leistung der Arbeitsverbraucher
um eine statische Leistungsreserve erhöht. Diese erlaubt ein gedämpftes Verhalten
der Arbeitsverbraucher, vor allem im Falle eines Anstiegs des erfassten Bedarfs. Insbesondere
ist sie mit zunehmender, mindestens benötigter Leistung der Arbeitsverbraucher abnehmend
definiert, sodass eine Gesamtleistung der einen oder mehreren, insbesondere als Verbrennungskraftmaschinen
ausgebildeten Leistungsquellen, bei Bedarf tatsächlich genutzt werden kann.
[0042] In einer Weiterbildung der Steuerungsstruktur ist oder sind an den Gesamtenergiekoordinator
für den jeweiligen Verbraucher zumindest dessen notwendige Mindest-Drehzahl und/oder
dessen mögliche Maximal-Drehzahl übergeben. Die Mindest-Drehzahl ist vorzugsweise
diejenige Eingangs-Drehzahl des Verbrauchers, die zur Erfüllung einer angeforderten
Aufgabe des Verbrauchers, unabhängig von dessen benötigter oder angeforderter Leistung
mindestens notwendig ist. Die Maximal-Drehzahl ist die Eingangs-Drehzahl des Verbrauchers,
die beispielsweise sicherheits- oder gerätebedingt nicht überschritten werden darf.
Gründe hierfür sind insbesondere die mechanische Beanspruchbarkeit der Komponenten,
eine Betriebsstrategie - wie z.B. ein silent mode - oder eine temperaturbedingte Limitierung.
[0043] Eine mögliche Mindest-Drehzahl einer dem Verbraucher zugeordneten Hydropumpe ergibt
sich aus dem Quotienten des Druckmittelvolumenstroms und des maximalen Fördervolumens.
Damit kann jedoch nur noch über die vergleichsweise träge Erhöhung der Drehzahl der
beispielsweise als Verbrennungskraftmaschine ausgestalteten Antriebsmaschine auf einen
erhöhten Leistungsbedarf reagiert werden. Insbesondere im Falle des Fahrverbrauchers
entspricht dies jedoch nicht den Erwartungen an die Dynamik.
[0044] In einer Weiterbildung ist daher bei wenigstens einer dem oder den Verbrauchern zugeordneten
Hydropumpe eine Fördervolumenreserve in Form eines submaximal eingestellten Fördervolumens,
insbesondere eines submaximalen Schwenkwinkels im Falle einer verstellbaren Axialkolbenpumpe,
vorgehalten. In anderen Worten ist die Hydropumpe abseits ihres mechanischen Endanschlags
betrieben und kann bei entsprechend erhöhtem Bedarf ihr Fördervolumen und damit ihren
Druckmittelvolumenstrom schnell erhöhen.
[0045] In einer Weiterbildung ist wenigstens die Leistungsquelle, über die die genannte
Mindest-Drehzahl bestimmt ist, mit einer ans submaximal eingestellte Fördervolumen
überproportional angepassten und erhöhten Drehzahl betrieben. Hieraus ergibt sich
vorteilhaft eine Leistungsreserve der Leistungsquelle, sodass das schnelle Erhöhen
des Fördervolumens nicht zu einem Einbruch der Drehzahl der Leistungsquelle führt.
Auch kann so diese Drehzahl ruhiger oder einfacher konstant geführt sein. Diese Weiterbildung
eignet sich insbesondere für einen vergleichsweise geringen bis mittleren Druckmittelvolumenstrom.
[0046] Im Falle eines mittleren bis hohen Druckmittelvolumenstroms ist in einer Weiterbildung
wenigstens die Leistungsquelle, über die die genannte Mindest-Drehzahl bestimmt ist,
mit einer ans submaximal eingestellte Fördervolumen unterproportional angepassten
und erhöhten Drehzahl betrieben, sodass insbesondere bei maximalem Volumenstrom die
theoretische und tatsächliche Drehzahl übereinstimmen. Dadurch wird erreicht, dass
unnötig hohen Drehzahlen vermieden und in Folge Verbrauch und Geräusch verringert
sind.
[0047] In einer Weiterbildung ist über den Gesamtenergiekoordinator aus den an ihn übergebenen,
vorzeichenbehafteten benötigten Leistungen, aufnehmbaren Leistungen und bereitstellbaren
Leistungen eine benötigte verzögernde Leistung der Leistungsteilnehmer und eine bereitstellbare
beschleunigende Leistung der Leistungsteilnehmer ermittelt. Aus den an ihn übergebenen
Mindest- und Maximal-Drehzahlen ist von ihm ein zulässiger Drehzahlbereich ermittelt.
[0048] In Abhängigkeit der ermittelten Größen, ist oder sind über den Gesamtenergiekoordinator
die eine oder mehreren Leistungsquellen angesteuert.
[0049] Ist die vom Gesamtkoordinator ermittelte benötigte Leistung kleiner als die bereitstellbare
und aufnehmbare Leistung, so ist über den Gesamtenergiekoordinator die eine oder sind
die mehreren Leistungsquellen mit einer Soll-Drehzahl angesteuert, bei der über die
eine oder mehreren Leistungsquellen die benötigte Leistung bereitgestellt ist. In
diesem Fall können die einzelnen Leistungsteilnehmer, insbesondere Verbraucher ihre
jeweilige Leistung uneingeschränkt, insbesondere ohne Leistungsbegrenzung, abrufen
oder einspeisen. Insbesondere ist dies der Fall, wenn die Leistungsquelle oder -quellen
jeweils als Verbrennungskraftmaschine ausgebildet ist oder sind.
[0050] Ist die vom Gesamtkoordinator ermittelte benötigte Leistung größer als die bereitstellbare
Leistung, so wird eine Begrenzung der Leistungsaufnahme notwendig. Vom Gesamtenergiekoordinator
kann die bereitstellbare Leistung gemäß einem Schlüssel oder Verfahren auf die Leistungsteilnehmer
aufgeteilt werden. In einer besonders einfachen Weiterbildung ist die Leistung proportional
zum jeweiligen Bedarf der Leistungsteilnehmer aufgeteilt und somit jeweils begrenzt.
Je nach Anwendung oder Anwenderwunsch kann dazu eine Priorisierung oder Gewichtung
durch den Gesamtenergiekoordinator umgesetzt sein, sodass wichtige Verbraucher nicht
oder unproportional weniger in ihrer Leistungsaufnahme begrenzt sind. Einem jeweiligen
Leistungsteilnehmer ist über den Gesamtenergiekoordinator an den zugeordneten Energiekoordinator
ein Signal der maximal aufnehmbaren Zug- oder Schubleistung des Leistungsteilnehmers
übergeben.
[0051] Ist die vom Gesamtkoordinator ermittelte benötigte Leistung größer als die aufnehmbare
Leistung, so ist vom Gesamtenergiekoordinator die aufnehmbare Leistung auf die einzelnen
Leistungsteilnehmer aufgeteilt. Im einfachsten Fall ist diese Leistung proportional
zum Bedarf der Leistungsteilnehmer aufgeteilt. Je nach Anwendung oder Anwenderwunsch
kann dazu eine Priorisierung oder Gewichtung durch den Gesamtenergiekoordinator umgesetzt
sein. Einem jeweiligen Leistungsteilnehmer ist über dem Gesamtenergiekoordinator an
den zugeordneten Energiekoordinator ein Signal übergeben, wieviel Leistung er einspeisen
darf. Beispielsweise kann dies bedeuten, dass der Fahrantrieb weniger stark verzögern
darf als es dem zugeordneten erfasste Bedarf entspricht.
[0052] Eine Begrenzung der Leistung des oder der hydraulischen Arbeitsverbraucher ist vom
Gesamtenergiekoordinator in einer ersten Variante über eine Begrenzung eines Gesamt-Druckmittelvolumenstroms
aus einer oder mehreren Hydropumpen umgesetzt.
[0053] Gemäß einer zweiten Variante ist sie vom Gesamtenergiekoordinator über eine Begrenzung
des Druckmittelvolumenstroms des jeweiligen Arbeitsverbrauchers umgesetzt. Eine dritte
Variante ist eine Kombination aus den erstgenannten.
[0054] Die Begrenzung ist in erster Variante über eine Begrenzung des Fördervolumens einfach
umgesetzt. Das begrenzte Fördervolumen ergibt sich in Abhängigkeit der begrenzten
Gesamtleistung, der Drehzahl der Hydropumpe und dem Druckverlust der Hydropumpe.
[0055] Die Hydropumpe ist in einer Weiterbildung zu diesem Zweck mit einem elektrisch proportionalen
Regler zur Begrenzung ihres Fördervolumens ausgestaltet. Ergänzend kann ein Druck-Förderstromregler
vorgesehen sein.
[0056] Alternativ ist die Hydropumpe vollständig elektronifiziert, wie sie beispielsweise
als sowohl im Pumpen- als auch im Motorbetrieb betreibbare EOC-Hydromaschine der Anmelderin
bekannt ist, und hat eine Druckregelung und/oder Fördervolumenregelung und/oder eine
Drehmomentregelung oder -begrenzung.
[0057] Vorzugsweise ist die Hydropumpe beidseitig ihres Nullvolumens verstellbar, sodass
sie bei gleichbleibender Drehrichtung wahlweise als Pumpe oder als Motor arbeiten
kann. So ist Regeneration von Senkleistung des Arbeitsverbrauchers realisierbar, die
in einer Weiterbildung vom Gesamtenergiekoordinator bergenzbar ist.
[0058] Eine solche Hydropumpe ist vorzugsweise lastfühlend in ein LS- oder LUDV-System eingebunden.
[0059] Gemäß der zweiten Variante der Begrenzung der Leistungsaufnahme ist über den Energie-
oder Gesamtenergiekoordinator für den jeweiligen Arbeitsverbraucher ein begrenzter
Druckmittelvolumenstrom bei Lastdruck des Arbeitsverbrauchers ermittelt und übergeben.
Im einfachsten Fall ist ein Quotient aus begrenztem zu benötigtem Druckmittelvolumenstrom
für alle Arbeitsverbraucher gleich. Ein aufwändigerer Schlüssel erlaubt die Priorisierung.
[0060] In einer Weiterbildung ist eine Kombination der beschriebenen Begrenzungen der Leistungsaufnahme
des Arbeitsverbrauchers vom Gesamtenergiekoordinator umgesetzt.
[0061] Der Fahrverbraucher ist in einer Weiterbildung als wenigstens ein Hydromotor und/oder
wenigstens ein Elektromotor ausgestaltet. Erstgenannter kann mit konstantem oder mit
verstellbarem Schluckvolumen ausgestaltet sein.
[0062] Der Hydromotor ist in einer Weiterbildung in ein hydrostatisches Getriebe aus Hydropumpe
und Hydromotor, der Elektromotor in ein elektrisches Getriebe aus Generator und Elektromotor,
eingebunden. Ein derartiges Getriebe kann jeweils als Variator bezeichnet werden.
[0063] In einer Weiterbildung ist aus der Bedarfs-Zugkraft des Fahrverbrauchers ein Bedarfs-Drehmoment
ermittelt und an den Energiekoordinator oder eine damit verbundene Ermittlungseinrichtung
übergeben. Über diesen oder diese ist aus dem Bedarfs-Drehmoment ein Bedarfs-Getriebe-Drehmoment
ermittelt, das am Ausgang des Variators anliegen soll, sodass der Bedarf erfüllt ist.
[0064] Ist zusätzlich zum Variator ein mechanisches oder hybrides Getriebe, wie es weiter
unten beschrieben ist vorgesehen, so ist das Bedarfs-Getriebe-Drehmoment zudem in
Abhängigkeit einer aktuellen Übersetzung dieses Getriebes ermittelt.
[0065] Der Elektromotor ist in einer alternativen Weiterbildung nicht von einem Generator,
sondern direkt bestromt und angetrieben.
[0066] Parallel und/oder in Reihe zum hydrostatischen oder elektrischen Variator oder zum
direkt angetriebenen Elektromotor ist in einer Weiterbildung ein mechanisches oder
hybrides Getriebe vorgesehen. Alternativen zu einem Schaltgetriebe sind dabei ein
Getriebe mit fester Übersetzung, ein Stillstandsschaltgetriebe, ein sogenanntes "2+1-Getriebe",
mit 2 Hydromotoren und einer Kupplung bei denen im unteren Drehzahlbereich ein weiterer
Hydromotor zugeschaltet wird, ein sogenanntes "2+3-Getriebe", welches 2 Hydromotoren
und drei Kupplungen aufweisen, um verschiedene Übersetzungen und Hydromotor-Kombinationen
zu realisieren, oder ein Schaltgetriebe mit Lastschaltkupplungen, einem sogenannten
"Powershift-Getriebe", möglich.
[0067] In einer Weiterbildung ist vom Energiekoordinator die benötigte Leistung des Fahrverbrauchers
aus dem Bedarfs-Getriebe-Drehmoment und einer aktuellen Geschwindigkeit der mobilen
Arbeitsmaschine oder einer aktuellen Drehzahl des Fahrverbrauchers ermittelt und als
benötigte Leistung des Fahrverbrauchers an den Gesamtenergiekoordinator übergeben.
Hierbei kann es sich erfindungsgemäß um eine benötigte Zug- aber auch Schubleistung
handeln.
[0068] Für den Fahrverbraucher sind in einer Weiterbildung eine Mindest-Drehzahl und eine
Maximal-Drehzahl an den Gesamtenergiekoordinator übergeben.
[0069] Für die Hydropumpe des hydrostatischen Variators ist, insbesondere analog zur Hydropumpe
des Arbeitsverbrauchers, eine Fördervolumenreserve, von insbesondere etwa 5%, vorgesehen,
die in einer Ermittlung der Mindest-Drehzahl berücksichtigt ist.
[0070] In einer Weiterbildung ist vom Gesamtenergiekoordinator im Falle einer Bergabfahrt
in Abhängigkeit der an ihn von den Verbrauchern übergebenen, aufnehmbaren Leistungen
ein automatisiertes Abbremsen der Arbeitsmaschine mittels zumindest anteiliger Zuteilung
der Schubleistung der Antriebsmaschine an die Verbraucher umgesetzt. So kann kinetische
Energie oder Leistung der Arbeitsmaschine einem anderen Leistungsteilnehmer zur Verfügung
gestellt werden, von einer Bremseinrichtung zu stellende Bremsleistung verringert
und der Fahrer / die Fahrerin bei der Steuerung der Arbeitsmaschine entlastet werden.
[0071] In einer Weiterbildung ist über den Gesamtenergiekoordinator an den jeweiligen Energiekoordinator
eine maximal von diesem aufnehmbare Leistung als Vorgabe übergeben. Die Umsetzung
dieser Vorgabe erfolgt dann über den jeweiligen Energiekoordinator durch Sollwertvorgabe
an die ihm zugeordnete oder zugeordneten funktionalen Steuerungen des oder der Verbraucher.
Insbesondere ist so über den Energiekoordinator das Fördervolumen der den Verbraucher
mit Druckmittel versorgenden Hydropumpe in Abhängigkeit der Übersetzung begrenzt.
[0072] In einer Weiterbildung ist über einen mit dem Gesamtenergiekoordinator signalverbundenen
Regler, die Bedarfs-Zugkraft korrigiert.
[0073] Eine bevorzugte Geschwindigkeitsbegrenzung, insbesondere bergab, die ohne Regelung
auskommt, ist über die Begrenzung des Fördervolumens der Hydropumpe des hydrostatischen
Variators realisiert.
[0074] Dazu ist in einer Weiterbildung in einer Variator- oder Getriebe-Steuerung eine maximale
Drehzahl des Fahrverbrauchers abgelegt, insbesondere variabel oder statisch für einen
oder mehrere Fahrbereiche der Arbeitsmaschine. Die variable maximale Drehzahl ist
in einer Weiterbildung insbesondere von einer Stellung des Fahrpedals oder einem Wert
der Automatisierungsfunktion abhängig.
[0075] Eine Leistung des Fahrverbrauchers ist in einer Weiterbildung über den Gesamtenergiekoordinator
mittelbar begrenzt, indem erfindungsgemäß mittelbar über den Energiekoordinator das
Soll-Drehmoment begrenzt ist, insbesondere indem der Druck der den Fahrverbraucher
mit Druckmittel versorgenden Hydropumpe reduziert wird. Auf diese Weise ist ein "free
wheeling" erreichbar, bei dem der Fahrverbraucher nicht zwingend in den Schubbetrieb
wechselt, also keine Abstützung an der Antriebsmaschine erfolgt.
[0076] Im Falle des elektrischen Variators ist die Leistung des Fahrverbrauchers über den
Gesamtenergiekoordinator vorzugsweise durch eine Stromreduzierung begrenzt.
[0077] Die Begrenzung der Schubleistung des Fahrverbrauchers erfolgt in Analogie und gespiegelt
zur bisher beschriebenen Begrenzung seiner Zugleistung. Für den hydrostatischen Variator
gilt dabei, dass im Schubbetrieb das Fördervolumen vergrößert werden muss, um den
Systemdruck zu reduzieren. Für den elektrischen Variator gilt, dass im Schubbetrieb
der Generator in den Motorbetrieb und der Motor in den Generatorbetrieb wechselt.
[0078] Die Betrachtungen zur Begrenzung der Leistung des Fahrverbrauchers gelten auch für
rotatorische Arbeitsverbraucher, wie beispielsweise einen Drehwerksantrieb für einen
Bagger, einen Windenantrieb im geschlossenen Kreis oder einen Lüfterantrieb.
[0079] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Steuerungsstruktur ist in den Figuren
beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 einen schematischen Überblick über die Steuerungsstruktur für eine mobile
Arbeitsmaschine, Komponenten der Steuerungsstruktur und möglichen Signalflüsse zwischen
den Komponenten,
Figur 2 einen Abschnitt der Steuerungsstruktur mit einem Gesamtenergiekoordinator
und einem Energiekoordinator eines Arbeitsverbrauchers, sowie den Signalfüssen,
Figur 3 einen Abschnitt der Steuerungsstruktur mit einem Energiekoordinator eines
Fahrverbrauchers mit hydrostatischem Variator und eines Fahrverbrauchers mit elektrischem
Variator, sowie den Signalfüssen, und
Figur 4 einen Abschnitt der Steuerungsstruktur mit einem Energiekoordinator eines
Fahrverbrauchers mit direkt angetriebenem Elektromotor.
[0080] Eine mobile Arbeitsmaschine hat wenigstens eine hydraulische Pumpe, die in Abhängigkeit
von ihrer Eingangswellendrehzahl n
HP einen hydraulischen Druckmittelvolumenstrom für mehrere hydraulische Arbeitsverbraucher
4 bereitstellt. Der Druckmittelvolumenstrom wird über eine hydraulische bzw. elektrisch
betätigbare Ventileinrichtung (Main Control Valve) auf die Arbeitsverbraucher 4 zur
Wandlung von hydraulischer in mechanische Leistung verteilt.
[0081] Die Arbeitsmaschine hat zudem einen Fahrantrieb mit wenigstens einem Fahrverbraucher
6 oder sonstigem rotatorischem Verbraucher. Zudem ist ein hydrostatisches und/oder
ein elektrisches Getriebe, ein sogenannter Variator, vorgesehen, über den mittels
einer Änderung des Übersetzungsverhältnisses r eine Wandlung der mechanischen Eingangsleistung
in Bezug auf eine Drehmomenterhöhung bzw. Drehmomentreduktion durchführbar ist. Der
hydrostatische Variator weist als Fahrverbraucher wenigsten einen verstellbaren oder
konstanten Hydromotor auf. Alternativ ist ein elektrischer Variator möglich. In diesem
Fall ist anstelle der Hydropumpe ein elektrischer Generator und an Stelle des Hydromotors
ein elektrischer Motor verwendet. Kombiniert werden können die elektrischen Maschinen
zu den gleichen Topologien wie bei den Hydrostatischen Einheiten.
[0082] Die Hydro- oder Elektromotoren des Variators oder der Variatoren sind mit einem mechanischen
Getriebe verbunden, welches in der einfachsten Ausprägung eine einfache Übersetzungsstufe
aufweist. Es sind darüber hinaus Getriebevarianten mit mehreren schaltbaren Übersetzungsstufen,
sowie Getriebevarianten mit mehreren aktivier- und deaktivierbaren Getriebeeingängen,
möglich.
[0083] Die Getriebesteuerung hat die Aufgabe, das Soll-Drehmoment T
reqvarset und ggf. eine Geschwindigkeitslimitierung zu realisieren. Zusätzlich hat sie die
Aufgabe, bei mehreren Variatoren deren Einzelkomponenten so zu steuern, dass das Soll-Drehmoment
T
reqvarset erzeugt wird.
[0084] Gemäß Figur 1 hat eine erfindungsgemäße Steuerungsstruktur 1 für die mobile Arbeitsmaschine
wenigstens eine Leistungsquelle 2, je wenigstens einen von dieser mit Arbeitsleistung
versorgten hydraulischen Arbeitsverbraucher 4 und mit Fahrleistung versorgten Fahrverbraucher
6, Bedarfsschnittstellen 8, 10 zur Erfassung eines an den jeweiligen Verbraucher 4,
6 gerichteten Bedarfs eines Fahrers oder einer Fahrerin oder einer automatisierten
Funktion zum automatisierten oder autonomen Arbeits- oder Fahrbetrieb der Arbeitsmaschine,
sowie den Verbrauchern 4, 6 zugeordnete, funktionale Steuerungen 12, 14, 16, 18. Für
ein Leistungsmanagement, insbesondere der von den Leistungsquellen 2 bereitstellbaren
P
cpby und von den Verbrauchern 4, 6 benötigten Leistungen P
req, ist dem jeweiligen Verbraucher 4, 6 ein Energiekoordinator 20, 22 zugeordnet. Diesen
ist ein Gesamtenergiekoordinator 24 übergeordnet. Die Pfeilverbindungen gemäß Figur
1 zeigen Signalverbindungen und -flüsse zum Leistungsmanagement, die insbesondere
zwischen dem Gesamtenergiekoordinator 24 einerseits und den Energiekoordinatoren 20,
22 und den Leistungsquellen 2 andererseits bidirektional ausgebildet sind.
[0085] Figur 2 zeigt einen Abschnitt der Steuerungsstruktur 1 gemäß Figur 1 mit detaillierterem
Signalfluss. Die Bedarfsschnittstelle 8 erfasst über eine HMI Schnittstelle 26 und/oder
eine maschinelle, automatisierte Schnittstelle 28 einen an den Arbeitsverbraucher
4 gerichteten Bedarf des Fahrers oder der Fahrerin und/oder einer automatisierten
Funktion der Arbeitsmaschine und übergibt eine in Abhängigkeit davon ermittelte Bedarfs-Geschwindigkeit
v
req, sowie optional eine entsprechend ermittelte Bedarfs-Kraft F
req des Arbeitsverbrauchers 4 an dessen Energiekoordinator 20. Der Arbeitsverbraucher
4 besteht aus einer bis hin zu n Achsen, sodass die Bedarfsschnittstelle 8 den Bedarf
aufgelöst auf alle Achsen 1 bis n erfasst und entsprechend für jede Achse n die zugeordnete
Bedarfs-Geschwindigkeit v
req (1...n) erfasst und übergibt. Der Energiekoordinator 20 ermittelt daraus und aus einem aktuellen
Druck p, den Lastdrücken pi, sowie einer Drehzahl n
HP einer dem Arbeitsverbraucher 4 zugeordneten Hydropumpe eine vom Arbeitsverbraucher
4 benötigte Leistung P
req zur Erfüllung des Bedarfs v
req, F
req. Diese benötigte Leistung P
req übergibt er dem Gesamtenergiekoordinator 24. Zudem werden eine vom Arbeitsverbraucher
aufnehmbare Leistung P
cns und seine jeweils minimal notwendige und maximal zugelassene Drehzahl n
min, n
max übergeben. Später wird über den Energiekoordinator 20 der jeweilige Druckmittelvolumenstrom
Q
set(1...n) der Achsen ermittelt.
[0086] Gemäß den Figuren 1 und 3 erfasst die Bedarfsschnittstelle 10 (vgl. Figur 1) über
die HMI-Schnittstelle 30 und/oder die automatisierte Schnittstelle 32 einen an den
Fahrverbraucher 6 gerichteten Bedarf und ermittelt ein Bedarfs-Drehmoments T
req, und optional eine Bedarfsgeschwindigkeit v
req, des Fahrverbrauchers 6, den sie mittelbar über eine Getriebe- oder Variator-Drehmoment-Berechnung
34 an den Energiekoordinator 22 übergibt. Die Getriebe- oder Variator-Drehmoment-Berechnung
34 ermittelt aus T
req, und optional
Vreq, in Abhängigkeit einer aktuellen Übersetzung r
act des mechanischen Getriebes ein benötigtes Variator- oder Getriebe-Drehmoment T
reqvar und übergibt dieses an den Energiekoordinator 22. Dieser 22 ermittelt aus T
reqvar und in Abhängigkeit einer aktuellen Drehzahl n
act mot des Fahrverbrauchers 6 oder einer aktuellen Geschwindigkeit v der Arbeitsmaschine
das Soll-Drehmoment T
reqvarset.
[0087] Dieses T
reqvarset geht zusammen mit n
act mot und v in eine Variator- oder Getriebe-Steuerung 36 ein.
[0088] Für den Fall des hydrostatischen Variators mit Hydropumpe HP und Hydromotor HM ermittelt
die Variator- oder Getriebe-Steuerung 36 Signale p
HP, V
gHM und optional V
gHPlim zur Übergabe an die Steuerungen 16, 18, die dann der Hydropumpe HP und dem Hydromotor
HM zugeordnet und entsprechend als Pumpensteuerung und Hydromotorsteuerung ausgestaltet
sind. Diese 16, 18 ermitteln in Abhängigkeit der Betriebsgrößen Δp, Drehzahl der Hydropumpe
n
HP, des Hydromotors n
HM und ggf. der Temperatur T die notwendigen Ansteuerströme iHPA, iHPB und iHM zur Ansteuerung
der jeweiligen Verstelleinrichtung zum Verstellen des Fördervolumens V
gHP der Hydropumpe HP und des Schluckvolumens V
gHM des Hydromotors HM.
[0089] Für den Fall des elektrischen Variators mit Elektrogenerator EG und Elektromotor
EM ermittelt die Variator- oder Getriebe-Steuerung 36 Signale U
req, T
EM(1...t) und n
lim (1...t) zur Übergabe an die Steuerungen 16, 18, die dann der Elektrogenerator EG und dem
Elektromotor EM zugeordnet und entsprechend als Generatorsteuerung und Elektromotorsteuerung
ausgestaltet sind. Diese 16, 18 ermitteln für den Generator spezifische Ansteuergrößen,
wobei an die jeweilige Steuerung für den Generator EG die Generator-Drehzahl n
Gen und Spannung U
Gen und für den Elektromotor EM der Motorstrom I
act EM und die Motordrehzahl n
act EM zurückgemeldet sind.
[0090] Über eine Übersetzungsberechnung 38 ergeht ein Signal r(1 ...n) an einer Kupplungssteuerung
40, die in Abhängigkeit davon eine oder mehrere Kupplungen (clutches) mit einem Ansteuerstrom
i
clutch ansteuert.
[0091] Figur 4 zeigt abweichend von Figur 3 einen elektrischen Variator mit direkt angetriebenem
Elektromotor EM, also ohne den zwischengeschalteten Generator EG. Dementsprechend
sind hier von der Variator- oder Getriebe-Steuerung 36 lediglich die Signale T
EM(1...t) und n
lim (1...t) zur Übergabe an die Elektromotorsteuerungen 16, 18, des oder singulären Elektromotoren
berücksichtigt, die die bereits besprochenen elektromotorspezifischen Signale berücksichtigen.
Auch in diesem Fall ergeht über eine Übersetzungsberechnung 38 ein Signal r(1 ...n)
an die Kupplungssteuerung 40, die in Abhängigkeit davon eine oder mehrere Kupplungen
(clutches) mit dem Ansteuerstrom i
clutch ansteuert. Falls der Antrieb kein Schaltgetriebe aufweist, entfallen die Elemente
zur Ansteuerung einer Kupplung.
[0092] Der Energiekoordinator 22 des Fahrverbrauchers 6 ermittelt in Abhängigkeit des Bedarfs
und zumindest einer aktuellen Drehzahl oder Geschwindigkeit der Arbeitsmaschine 1
die vom Fahrverbraucher 6 benötigte Leistung P
req, welche er gemäß Figur 3 und 2 zusammen mit den Drehzahlen n
min und n
max des Fahrverbrauchers 6 an den Gesamtenergiekoordinator 24 übergibt. Für den Fahrverbraucher
6 ist darüber hinaus, anders als für den Arbeitsverbraucher 4, keine aufnehmbare Leistung
P
cns vorgesehen und folglich nicht übergeben.
[0093] Die Leistungsquellen 2, genauer gesagt deren Steuerungen oder Energiekoordinatoren,
übergeben gemäß Figur 2 jeweils die von ihnen bereitstellbare Leistung P
cpby und eine von ihnen aufnehmbare Leistung P
cns.
[0094] Der Gesamtenergiekoordinator 24 bilanziert die Leistungen und verteilt, priorisiert
oder begrenzt gemäß wenigstens einem Aspekt der vorangegangenen Beschreibung die den
einzelnen Verbrauchern 4, 6 bereitgestellten Leistungen durch Übergabe entsprechender
Leistungsgrenzen P
lim up oder P
lim low an die Energiekoordinatoren 20, 22. Diese verarbeiten die Signale so, dass über die
funktionalen Steuerungen 12, 14, 16, 18 die Leistung entsprechend eingehalten ist.
1. Steuerungsstruktur für eine mobile Arbeitsmaschine mit Leistungsteilnehmern (2, 4,
6), von denen wenigstens je einer eine Leistungsquelle (2), ein Fahrverbraucher (6)
und ein hydraulischer Arbeitsverbraucher (4) ist, mit Energiekoordinatoren (20, 22),
die jeweils mit einer dem jeweiligen Verbraucher (4, 6) zugeordneten Steuerung (12,
14, 16, 18) signalverbunden sind, wobei ein Sollwert vom Energiekoordinator an die
Steuerung (12, 14, 16, 18) übergeben ist, über die in Abhängigkeit des Sollwerts eine
Leistung (Plimup, Plimlow) des Verbrauchers (4, 6) begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollwert für den Fahrverbraucher (6) ein Soll-Drehmoment (Treqvarset) und für den Arbeitsverbraucher (4) ein Soll-Druckmittelvolumenstrom (Qset) ist.
2. Steuerungsstruktur nach Anspruch 1 mit Bedarfsschnittstellen (8, 10) für die Verbraucher
(4, 6), die eingangsseitig zur Aufnahme eines jeweiligen Bedarfs mit einem oder mehreren
Bedienelementen (26, 30) und/oder mit einer maschinellen oder automatisierten Steuereinrichtung
(28, 32) signalverbunden sind, und die ausgangsseitig jeweils mittelbar oder unmittelbar
mit dem Energiekoordinator (20, 22) des Verbrauchers (4, 6) signalverbunden sind.
3. Steuerungsstruktur nach Anspruch 2, wobei von der Bedarfsschnittstelle (10) an den
Energiekoordinator (22) des Fahrverbrauchers (6) ein Bedarfs-Drehmoment (Treq) oder ein davon abhängiges Drehmoment (Treqvar) übergeben ist, und/oder wobei von der Bedarfsschnittstelle (8) an den Energiekoordinator
(20) des Arbeitsverbrauchers (4) eine Bedarfs-Geschwindigkeit (vreq) übergeben ist.
4. Steuerungsstruktur nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Gesamtenergiekoordinator
(24), der zumindest mit den Energiekoordinatoren (20, 22) der Verbraucher (4, 6),
sowie mit einer Steuerung oder einem Energiekoordinator der Leistungsquelle (2) signalverbunden
ist.
5. Steuerungsstruktur zumindest nach Anspruch 2 und 4, wobei die Koordinatoren (20, 22,
24), Steuerungen (12, 14, 18) und Bedarfsschnittstellen (8, 10) elektronifiziert sind.
6. Steuerungsstruktur nach Anspruch 4 oder 5, wobei an den Gesamtenergiekoordinator (24)
für den jeweiligen Leistungsteilnehmer (2, 4, 6) zumindest eine von diesem bereitstellbare
Leistung (Pcpby), aufnehmbare Leistung (Pcns) und/oder benötigte Leistung (Preq) übergeben ist oder sind.
7. Steuerungsstruktur zumindest nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei an den Gesamtenergiekoordinator
(24) wenigstens eine bereitstellbare Leistung (Pcpby) und eine aufnehmbare Leistung (Pcns) der Leistungsquelle (2), benötigte Leistungen (Preq) der Verbraucher (4, 6) und eine aufnehmbare Leistung (Pcns) wenigsten eines (4) der Verbraucher (4, 6), insbesondere zumindest des Arbeitsverbrauchers
(4), übergeben sind.
8. Steuerungsstruktur nach Anspruch 6 oder 7, wobei vom Gesamtenergiekoordinator (24)
an den Energiekoordinator (20) ein Signal zur Leistungsaufnahme (Preqdem) durch den Verbraucher (4), insbesondere Arbeitsverbraucher (4), unabhängig von dessen
benötigter Leistung (Preq) übergeben ist.
9. Steuerungsstruktur nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei von der aufnehmbaren Leistung
(Pcns) am Leistungsteilnehmer, insbesondere am Verbraucher, insbesondere Arbeitsverbraucher
(4), zumindest anteilig Arbeit leistbar ist, und/oder wobei die aufnehmbare Leistung
(Pcns) über eine Retardereinrichtung des Leistungsteilnehmers, insbesondere des Verbrauchers,
insbesondere Arbeitsverbrauchers (4), zumindest anteilig dissipierbar ist.
10. Steuerungsstruktur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die jeweilige Leistung
(Pcpby, Pcns, Preq) mit einem Vorzeichen übergeben ist.
11. Steuerungsstruktur zumindest nach Anspruch 4, wobei an den Gesamtenergiekoordinator
(24) für den jeweiligen Verbraucher (4, 6) zumindest dessen notwendige Mindest-Drehzahl
(nmin) und/oder dessen mögliche Maximal-Drehzahl (nmax) übergeben ist oder sind.
12. Steuerungsstruktur nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei über den Gesamtenergiekoordinator
eine Leistungsbilanz aus den bereitstellbaren Leistungen (Pcpby), aufnehmbaren Leistungen (Pcns) und benötigten Leistungen (Preq) ausgeführt ist und in Abhängigkeit davon die Leistung (Plim up, Plim low) wenigstens eines der Leistungsteilnehmer (4, 6) begrenzt ist.
13. Steuerungsstruktur zumindest nach Anspruch 4, wobei über den Gesamtenergiekoordinator
(24) eine Zugleistung und/oder Schubleistung wenigstens eines der Leistungsteilnehmer
(4, 6) begrenzt ist.
14. Steuerungsstruktur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der wenigstens eine
Fahrverbraucher (6) ein Hydromotor oder ein Elektromotor ist.
15. Steuerungsstruktur Anspruch 14, wobei vom Hydromotor mit einer Hydropumpe ein hydrostatisches
Getriebe () ausgebildet ist, oder wobei vom Elektromotor mit einem Elektrogenerator
ein elektrisches Getriebe () ausgebildet ist, oder wobei der Elektromotor direkt bestromt
oder angetrieben ist.
16. Steuerungsstruktur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem mechanischen
Konstant-, Schalt- oder Variatorgetriebe, () das dem Fahrverbraucher (6), insbesondere
dem Hydromotor oder Elektromotor, parallel oder in Reihe zuschaltbar oder zugeschaltet
ist.
17. Steuerungsstruktur zumindest nach Anspruch 3 und 16, wobei dem Energiekoordinator
(22) des Fahrverbrauchers (6) ein vom Bedarfs-Drehmoment (Treq) und einer Übersetzung (ract) des Getriebes () abhängiges Bedarfs-Getriebe-Drehmoment (Treqvar) übergeben ist.
18. Steuerungsstruktur nach Anspruch 17, wobei vom Energiekoordinator (22) des Fahrverbrauchers
(6) das Soll-Drehmoment (Treqvarset) in Abhängigkeit vom Bedarfs-Getriebe-Drehmoment (Treqvar) und einer vom Gesamtenergiekoordinator 24 zugeteilten Leistung (Plimup, Plimlow) ermittelt ist.
19. Steuerungsstruktur nach Anspruch 18, mit einer dem Fahrverbraucher (6) zugeordneten
Getriebesteuerung (36), über die in Abhängigkeit des Soll-Drehmoments (T
reqvarset), sowie der Drehzahl (n
act) des Fahrverbrauchers (6), insbesondere Elektromotors oder Hydromotors, oder der
Geschwindigkeit (v
act) der mobilen Arbeitsmaschine
- ein Soll-Druck (pHP), und insbesondere ein Grenz-Verdrängungsvolumen (VgHPlim), der Hydropumpe an eine Steuerung der Hydropumpe und ein Soll-Schluckvolumen (VgHM) des Hydromotors an eine Steuerung des Hydromotors des hydrostatischen Getriebes
(HP, HM) übergeben ist, und/oder
- eine Soll-Spannung (Ureq) an eine Steuerung des Elektrogenerators und ein Soll-Drehmoment (TMot) und insbesondere eine Grenz-Drehzahl (nlim) an eine Steuerung des Elektromotors des elektrischen Getriebes (EG, EM) übergeben
ist, und/oder
- ein Soll-Drehmoment (TEM), und insbesondere eine Grenz-Drehzahl (nlim), an eine Steuerung des direkt angetriebenen Elektromotors (EM) übergeben ist.
20. Steuerungsstruktur nach Anspruch 19, wobei von der jeweiligen Steuerung wenigstens
- ein Ansteuerstrom (iHPA, iHPB,) einer Verstelleinrichtung der Hydropumpe (HP) in Abhängigkeit des Soll-Drucks (pHP), und insbesondere des Grenz-Verdrängungsvolumens (VgHPlim), der Hydropumpe (HP), und ein Ansteuerstrom (iHM) des Hydromotors (HM) in Abhängigkeit des Soll-Schluckvolumens (VgHM),
- und/oder ein Ansteuersignal des Elektrogenerators (EM) in Abhängigkeit der Soll-Spannung
(Ureq) und ein Soll-Strom (IEM) des Elektromotors in Abhängigkeit des Soll-Drehmoments (TEM), und insbesondere der Grenz-Drehzahl (nlim), des Elektromotors (EM),
- und/oder ein Soll-Strom (IEM) des Elektromotors in Abhängigkeit des Soll-Drehmoments (TEM), und insbesondere der Grenz-Drehzahl (nlim), des Elektromotors (EM).
übergeben sind.
21. Mobile Arbeitsmaschine mit Leistungsteilnehmern (2, 4, 6), von denen wenigstens je
einer eine Leistungsquelle (2), ein Fahrverbraucher (6) und ein hydraulischer Arbeitsverbraucher
(4) ist, und mit einer Steuerungsstruktur (1), die gemäß wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche ausgestaltet ist, und deren Energiekoordinatoren (20, 22) jeweils zumindest
mit einer dem jeweiligen Verbraucher zugeordneten Steuerung (12, 14, 16, 18) signalverbunden
sind.
22. Verfahren zur Steuerung einer mobilen Arbeitsmaschine, die gemäß Anspruch 21 ausgestaltet
ist,
gekennzeichnet durch Schritte
- Begrenzen einer Leistung (Plim up, Plim low) eines Fahrverbrauchers (6) der Arbeitsmaschine mittels einem Soll-Drehmoment (Treqvarset), und
- Begrenzen einer Leistung (Plim up, Plim low) eines Arbeitsverbrauchers (4) der Arbeitsmaschine mittels einem Soll-Druckmittelvolumenstroms
(Qset).