[0001] Die Erfindung betrifft ein Metallblasinstrument gemäß Anspruch 1.
[0002] Metall- oder Blechblasinstrumente wie Trompeten oder Hörner sind allgemein bekannt
und führen in Blasrichtung einen Luftpfad zwischen einem Mundstück und einem Trichterstück,
entlang dessen ein Bläser Luft einbläst und Schwingungen einträgt. Derartige Instrumente
umfassen einen Maschinenstock mit einem Druckwerk, umfassend zumindest drei Ventile,
wobei jedem Ventil ein damit ansteuerbarer unterschiedlicher Verlängerungszug zugeordnet
ist, durch welchen bei Ansteuerung ein Luftverlängerungspfad führt. Sie umfassen zudem
ein zu dem Maschinenstock führendes Mundrohr, welches den Luftpfad in ein Ventil einführt.
[0003] Üblicherweise werden derlei Instrumente in Spielstellung mit der linken Hand gehalten,
während die rechte Hand das Druckwerk bedient. Diese beidhändige Spielart ist nötig,
da ein einhändiges Spielen mit lediglich der druckwerkbedienenden Hand aufgrund der
Schwerpunktanordnung nicht möglich ist. Die Handhabung eines solchen Metallblasinstrumentes
ist also umständlich und kräftezehrend.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Metallblasinstrument zu schaffen,
welches die Probleme des Standes der Technik überwindet, insbesondere ein Metallblasinstrument
vorzuschlagen, welches eine verbesserte Ergonomie aufweist, sowie eine verbesserte
Handhabung und ein einhändiges Spielen ermöglicht.
[0005] Hauptmerkmale der Erfindung sind im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 angegeben.
Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 10.
[0006] Erfindungsgemäß wird ein Metallblasinstrument vorgeschlagen, welches in Blasrichtung
einen Luftpfad führt, umfassend einen Maschinenstock mit einem Druckwerk, umfassend
zumindest drei Ventile, wobei jedem Ventil ein damit ansteuerbarer unterschiedlicher
Verlängerungszug zugeordnet ist, durch welchen bei Ansteuerung ein Luftverlängerungspfad
führt, ein zu dem Maschinenstock führendes Mundrohr, welches den Luftpfad in dasjenige
Ventil einführt, welches den größten Abstand zu der Einblasöffnung des Mundrohrs hat,
so dass der Luftpfad durch den Maschinenstock in entgegengesetzter Richtung zu seinem
Verlauf im Mundrohr verläuft.
[0007] Im Prinzip umfasst das Metallblasinstrument über seine Länge eine konisch-zylindrische
Röhre, deren Luftsäule als Resonator dient und die mehrfach gebogen sein kann. Der
Luftpfad durchsetzt die Luftsäule im Instrument somit ausgehend vom Mundstück zunächst
von diesem Weg und dann in entgegengesetzter Richtung, also zum Mundstück hin, durch
die Ventile hindurch. Der Luftpfad verläuft also durch die Ventile hindurch rückwärts
bezüglich des Bläsers.
[0008] Dadurch kann das Metallblasinstrument einerseits seine übliche Gesamtlänge aufweisen,
andererseits jedoch sehr kompakt gebaut werden. Zudem ist es möglich, ein Metallblasinstrument
zu schaffen, das seinen Gewichtsschwerpunkt in die das Druckwerk bedienende Hand legt.
Zumindest aber ist das Instrument nun derart ausgestaltbar, dass sowohl vor der bedienenden
Hand wie auch dahinter, bezüglich der Längsrichtung des Instrumentes, gleiche Gewichtsverhältnisse
herrschen, wodurch ein Kippen vermieden ist. Der Unterarm der bedienenden Hand kann
somit parallel zur Schwerelinie des Instruments verlaufen, wobei dieser Unterarm und
die Schwerelinie in einer Ebene liegen können, die parallel zum Gesicht des Bläsers
verläuft. Dadurch ist ein Halten des Instrumentes mit der anderen Hand gar nicht mehr
notwendig. Das Instrument kann in überraschend einfacher Weise mit einer einzigen
Hand sowohl gehalten wie auch bedient werden. Zudem geht damit eine erhebliche Belastungsreduzierung
für das Hand-Arm-System einher, da das Instrument nicht mehr zum Wegkippen vom Mund
neigt. Auch können so Haltungsschäden vermieden werden.
[0009] Bläser ist der Spieler des Metallblasinstruments, der in Spielstellung seine Lippen
an das Mundstück anlegt und dort einen Ton anbläst - das offene Ende des Mundrohres
ist also dem Bläser zugewandt. Unterschieden werden kann zwischen einer horizontalen
Spielstellung, in welcher Schubelemente, wie Schubstangen von Drehventilen oder Längsachsen
von Pumpventilen horizontal zum Mundstück und/oder Mundrohr angeordnet sind, und einer
vertikalen Spielstellung, in welcher Schubelemente, wie Schubstangen von Drehventilen
oder Längsachsen von Pumpventilen vertikal zum Mundstück und/oder Mundrohr angeordnet
sind.
[0010] Weiterbildungsgemäß kann bei dem Metallblasinstrument nach der Erfindung der Maschinenstock
drei Ventile umfassen, wobei das erste Ventil den Naturton um drei Halbtöne erniedrigt,
das zweite Ventil den Naturton um einen Halbton erniedrigt, und das dritte Ventil
den Naturton um zwei Halbtöne erniedrigt. Denkbar ist alternativ oder zusätzlich,
dass das Mundrohr in das erste Ventil führt. Das erste Ventil ist also das zuerst
angeblasene Ventil, worauf in dieser Reihenfolge das zweite Ventil, das dritte Ventil
und anschließend ein denkbares viertes Ventil folgen können. Die Bezeichnung der Ventile
für diese Beschreibung richtet sich aus Gründen der einfachen Nachvollziehbarkeit
nach deren Anordnungsreihenfolge im Luftpfad. Das vierte Ventil kann als Quartventil
ausgebildet sein und den Naturton um fünf Halbtöne erniedrigen.
[0011] Weiterbildungsgemäß können bei dem Metallblasinstrument nach der Erfindung die mindestens
drei Ventile als Drehventile oder als Pumpventile ausgebildet sein.
[0012] Weiterbildungsgemäß kann bei dem Metallblasinstrument nach der Erfindung der Abstand
der Drehachse des ersten Drehventils oder der Längsachse des ersten Pumpventils im
Luftpfad, ausgehend vom Mundstück, von dem vorderen Ende des Metallblasinstrumentes
unter 60 %, bevorzugt unter 55 %, insbesondere bevorzugt im Bereich zwischen 48 %
und 25 % der Gesamtlänge des Metallblasinstrumentes liegen. Am vorderen Ende des Metallblasinstrumentes
tritt aus dem Trichterstück der Schall aus. Diese Bereiche haben sich als besonders
vorteilhaft herausgestellt, um eine ausgewogene Gewichtsverteilung und eine gewünschte
Ergonomie zu schaffen. Die Gesamtlänge bestimmt sich von dem vorderen Ende des Trichterstückes
bis zur gegenüberliegenden Außenkante des Bogenstückes. Vorteilhaft kann zwischen
diesem ersten Dreh- oder Pumpventil und dem vorderen Ende kein weiteres Ventil angeordnet
sein, so dass das erste Ventil das unmittelbar zum vorderen Ende benachbarte Ventil
darstellt.
[0013] Weiterbildungsgemäß können bei dem Metallblasinstrument nach der Erfindung die Drehachsen
der drei Drehventile ein Dreieck aufspannen, wobei der erste Winkel am ersten Ventil
zwischen 20° und 40° beträgt, der zweite Winkel am zweiten Ventil zwischen 105° und
125° beträgt und der dritte Winkel am dritten Ventil zwischen 25° und 45° beträgt.
Die Winkelsumme aller drei Winkel beträgt 180°. Auf Basis dieses geometrischen Zusammenhangs
ist eine sehr kompakte Bauweise möglich, was vorteilhaft für die Massenverteilung
im Instrument und dessen Handhabung ist. Denkbar ist beispielsweise folgende Winkelverteilung:
erster Winkel bei 33°, zweiter Winkel bei 114° und dritter Winkel bei 33°. Vorzugsweise
weisen zumindest zwei Winkel identische Größen auf. Denkbar ist, dass der erste Winkel
und der dritte Winkel identisch sind.
[0014] Denkbar ist zudem, dass die Drehachsen der Drehventile in zumindest einer Raumrichtung
gleichmäßig beabstandet sind. Beispielsweise können die Drehachsen in Hochrichtung
gleiche Abstände zur jeweils in dieser Raumrichtung beabstandeten Drehachse haben.
Dies führt ebenfalls zur Ausbildung einer kompakten Bauweise mit vorteilhafter Massenverteilung.
[0015] Weiterbildungsgemäß kann bei dem Metallblasinstrument nach der Erfindung der Luftpfad
im Bereich von Mundrohr, Maschinenstock und Schallstück S-förmig verlaufen, vorzugsweise
entsprechend eines stehenden "S", bezogen auf die Spielstellung. Dieser Verlauf trägt
zusätzlich der Instrumentenkompaktheit bei, da die einzelnen Ventile sehr nah zueinander
angeordnet werden können. Darüber hinaus verbessert eine solche Ausgestaltung die
Spielbarkeit und Akustik des Metallblasinstrumentes. Ein möglichst stetiger Verlauf
(im mathematischen Sinne) vermeidet scharfe Kanten oder Ecken im Luftpfad und begünstigt
eine laminare (und somit widerstandsarme) Strömung der Luft durch das Instrument.
Auch reduziert der möglichst harmonische, S-förmige Verlauf die Ausbildung von nicht
erwünschten Schallwellen oder Schwebungen, was die Tonreinheit eines solchen Instrumentes
verbessert.
[0016] Es ist auch vorteilhaft, wenn ein Verhältnis der luftpfadführenden Grundlänge des
Metallblasinstruments zu einem Abstand zwischen einem bläserseitigen Ende des Mundrohrs
und dem davon am weitesten entfernten Ventil zwischen 5,4 und 5,6, vorzugsweise 5,5
beträgt. Der Bezug am Ventil kann die Drehachse oder die Längsachse sein. Diese Abstände
haben sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, um den Maschinenstock derart
anzuordnen, dass daraus eine ausgewogene Gewichtsverteilung und eine gewünschte Ergonomie
resultiert. Grundlänge bedeutet hier die Länge des Luftpfades, der sich durch das
Instrument erstreckt.
[0017] Weiterbildungsgemäß kann bei dem Metallblasinstrument nach der Erfindung das Druckwerk
mehrere Taster aufweisen, die je über Schubstangen mit den jeweiligen Ventilen verbunden
sind. In Spielstellung können die Schubstangen im Wesentlichen horizontal oder vertikal
orientiert sein. Jeder Taster ist einem Ventil zugeordnet und dient dessen Betätigung
bzw. dem Öffnen des zugehörigen Verlängerungszugs vermittels der direkten Ansteuerung
über die zugeordnete Schubstange.
[0018] Weiterbildungsgemäß können bei dem Metallblasinstrument nach der Erfindung die Ventile
entlang des Luftpfades so angeordnet sein, dass sich beim Spielen in zumindest einem
Ventil kein Druckpunkt der Schallwelle ausbildet, also eine Stelle maximalen Luftdrucks.
Zumindest in einem Ventil bildet sich kein Druckpunkt aus, vorzugsweise bildet sich
in allen Ventilen kein Druckpunkt aus. Auch der Luftpfad zwischen den beiden äußeren
Ventilen kann druckpunktfrei ausbildbar sein. Eine solche Ausführung kann beispielsweise
geschaffen werden durch entsprechende Abstände entlang des Luftpfades zwischen den
Ventilen. Da sich der Schall im Bereich eines Ventils mitunter mehrfach und in diverse
Richtungen brechen kann, kann ein Druckpunkt im Ventil zu einem schlechten Klangbild
führen.
[0019] Denkbar ist bei dem erfindungsgemäßen Metallblasinstrument, dass bei in horizontaler
Spielstellung vertikal orientierten Drehventilen, das Mundrohr auf der Höhe des Trichterstücks
oder in einer vertikalen Ebene mit dem Trichterstück angeordnet ist. Die Drehventile
können dann vertikal orientiert sein, wenn deren Drehachsen in Spielstellung vertikal
verlaufen. Das Mundrohr kann somit oberhalb oder unterhalb des Trichterstücks und
zumindest abschnittsweise parallel dazu verlaufen.
[0020] Weiterbildungsgemäß kann bei dem Metallblasinstrument bei in Spielstellung vertikal
orientierten Schubstangen, von oben betrachtet, das Mundrohr linksseitig vom Trichterstück
angeordnet sein. Hierbei kann das Gegenstück bodenwärts orientiert sein. Diese Ausführung
ermöglicht das Anordnen des Druckwerks ebenfalls linksseitig, da das Mundrohr dorthin
führt. Zum Bedienen kann der Spieler nun seine rechte Hand am Trichterstück anlegen,
während seine Finger das Trichterstück übergreifen. Dadurch kann ein schmales Instrument
geschaffen werden, das eine erheblich verbesserte Gewichtsverteilung ermöglicht. Denkbar
ist auch ein Metallblasinstrument, bei dem in Spielstellung horizontal orientierten
Schubstangen, von oben betrachtet, das Mundrohr unterhalb oder oberhalb vom Trichterstück
angeordnet ist.
[0021] Das Metallblasinstrument nach der Erfindung kann derart ausgestaltet sein, dass in
Spielstellung das Druckwerk oberhalb des Trichterstückes oder oberhalb des Gegenstückes
angeordnet ist. Bei Anordnung oberhalb des Trichterstücks kann das Druckwerk vom Trichterstück
und/oder vom Mundrohr und/oder von zumindest einem Verlängerungszug getragen sein.
Es lässt sich dabei eine vertikale Spielstellung erreichen. Bei Anordnung oberhalb
des Gegenstücks kann das Druckwerk vom Gegenstücks getragen sein. Es lässt sich dabei
eine horizontale Spielstellung erreichen.
[0022] Weiterbildungsgemäß können bei dem Metallblasinstrument nach der Erfindung die Verlängerungszüge
in der trichterstückseitigen Hälfte des Zwischenraums zwischen Trichterstück und Gegenstück
angeordnet sein. Dadurch wird möglichst viel Gewicht in Richtung der bedienenden Hand
verschoben, was zu einer ausgewogenen Handhabung führt. Zumindest ein Verlängerungszug,
vorzugsweise alle, kann einen ovalen Verlauf aufweisen mit zwei Geradabschnitten und
zumindest einem diese Abschnitte verbindenden Bogenabschnitt mit gleichbleibendem
oder sich veränderndem Radius. Der erste Verlängerungszug kann dem ersten Ventil zugeordnet
sein und sich, ausgehend vom Maschinenstock, in Richtung Trichterstück erstrecken.
Somit kann der erste Verlängerungszug nach vorne ragen. Der zweite Verlängerungszug
kann dem zweiten Ventil zugeordnet sein und sich, ausgehend vom Maschinenstock, in
Richtung Gegenstück erstrecken. Somit kann der zweite Verlängerungszug nach unten
ragen (bei vertikaler Spielstellung) und nach rechts ragen (bei horizontaler Spielstellung
aus Sicht des Bläsers). Der dritte Verlängerungszug kann dem dritten Ventil zugeordnet
sein und sich, ausgehend vom Maschinenstock, in Richtung Mundstück erstrecken. Somit
kann der dritte Verlängerungszug nach hinten ragen.
[0023] Zur Ausbildung einer zugleich kompakten und gewichtsausgewogenen Handhabung können
sich die einzelnen Abschnitte des Metallblasinstruments auf mehrere parallel und beabstandet
zueinander verlaufende Ebenen verteilen. Dadurch ist es möglich, den Luftpfad so zu
führen, dass möglichst viele und/oder lange Abschnitte der Röhre des Instruments im
Bereich der bedienenden Hand angeordnet sind. Zumindest zwei Verlängerungszüge können
in einer gemeinsamen ersten Ebene angeordnet sein, vorzugsweise betrifft das drei
oder alle Verlängerungszüge, weiter bevorzugt sind alle Verlängerungszüge über ihre
gesamten Luftverlängerungspfade in einer gemeinsamen Ebene angeordnet. Parallel zur
ersten Ebene versetzt kann eine zweite Ebene angeordnet sein, die das Mundstück und/oder
das Mundrohr und/oder das Schallstück und/oder Abschnitte davon umfassen kann. Die
zweite Ebene kann eine Mittelebene zwischen der ersten und einer dritten Ebene sein.
Parallel zur zweiten Ebene versetzt kann eine dritte Ebene angeordnet sein, die das
Gegenstück oder Abschnitte davon umfassen kann. Bei Ausbildung lediglich dreier Ebenen
kann die dritte Ebene zudem das Trichterstück oder Abschnitte davon umfassen. Parallel
zur dritten Ebene versetzt kann eine vierte Ebene angeordnet sein, die das Trichterstück
oder Abschnitte davon umfassen kann. In Luftpfadrichtung aufeinander folgende Elemente
oder Abschnitte der Röhre des Instruments, welche in verschiedenen dieser parallelen
Ebenen angeordnet sind, können mittels Verbindungselementen oder Verbindungsabschnitten
verbunden sein. Diese verbindenden Elemente oder Abschnitte überbrücken den Zwischenraum
der betroffenen Ebenen.
[0024] Das Metallblasinstrument kann ein Horn oder eine Trompete sein.
[0025] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut
der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Metallblasinstruments in einer
Seitenansicht;
- Fig. 2
- das Metallblasinstrument nach Fig. 1 in einer Draufsicht;
- Fig. 3
- eine Detailansicht des Metallblasinstruments nach Fig. 1;
- Fig. 4
- eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Metallblasinstruments in einer
Draufsicht; und
- Fig. 5
- das Metallblasinstrument nach Fig. 4 in einer Rückansicht.
[0026] In den Figuren sind gleiche oder einander entsprechende Elemente jeweils mit den
gleichen Bezugszeichen bezeichnet und werden daher, sofern nicht zweckmäßig, nicht
erneut beschrieben. Bereits beschriebene Merkmale werden zur Vermeidung von Wiederholungen
nicht erneut beschrieben und sind auf alle Elemente mit gleichen oder einander entsprechende
Bezugszeichen anwendbar, sofern nicht explizit ausgeschlossen. Die in der gesamten
Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sind sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragbar. Auch sind die in der
Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, unten, seitlich usw. auf die unmittelbar
beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind bei einer Lageänderung sinngemäß
auf die neue Lage zu übertragen. Weiterhin können auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen
aus den gezeigten und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen für sich
eigenständige, erfinderische oder erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
[0027] Die Fig. 1 bis 3 zeigen eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Metallblasinstruments
2 als Horn, das in Fig. 1 in einer Seitenansicht, in Fig. 2 mit einer Ansicht von
oben und in Fig. 3 in einer Detailansicht von Ventilen V1, V2, V3 dargestellt ist.
[0028] Das Horn umfasst über seine Länge entlang eines Luftpfades L eine konisch-zylindrische
Röhre, die sich ausgehend von einem Mundrohr 6 in Richtung eines Trichterstücks 14
mit einem vorderen Ende 18 zum Austritt des Schalls aufweitet. Am Beginn des Mundrohres
6 befindet sich die Einblasöffnung 11, danach schließt sich der Stimmzug 8 an, der
zum Stimmen des Instrumentes dient. Das Mundrohr 6 trägt an seinem dem Trichterstücks
14 abgewandten Ende ein aufsetzbares Mundstück 10. Das Mundstück 10 kann individuell
an den Bläser angepasst sein, so dass das Metallblasinstrument 2 auch unabhängig von
dem Mundstück betrachtet werden kann. Zwischen dem Mundstück 10 und dem Trichterstück
14 sind im Luftpfad L drei als Drehventile ausgebildete Ventile V1, V2 und V3 ein
Dreieck aufspannend zueinander angeordnet. Die Ventile sind ansteuerbar über einen
ein Druckwerk umfassenden Maschinenstock 4. In Spielstellung ist das Druckwerk 4 oberhalb
des Trichterstückes 14 angeordnet, so dass die eine das Metallblasinstrument 2 haltende
und bedienende Hand das Trichterstück 14 übergreift. Das Druckwerk 4 umfasst drei
Taster T1, T2, T3, die je über eine Schubstange S1, S2, S3 mit dem jeweiligen Ventil
V1, V2, V3 verbunden sind. In Spielstellung sind die drei Schubstangen S1, S2, S3
im Wesentlichen vertikal orientiert, wie in der Draufsicht der Fig. 2 erkennbar. Jedes
der Ventile V1, V2, V3 ist von einer in Spielstellung vertikal orientierten Drehachse
D1, D2, D3 durchgriffen, um die sich das Drehventil jeweils dreht. Durch ein Drücken
eines Tasters T1, T2, T3, wird das jeweilige Ventil V1, V2, V3 über die zugehörige
Schubstange S1, S2, S3 um die jeweilige Drehachse D1, D2, D3 rotiert und gibt dadurch
einen dem jeweiligen Ventil V1, V2, V3 zugeordneten Verlängerungszug Z1, Z2, Z3 frei.
Jeder Verlängerungszug Z1, Z2, Z3 ist von einem unterschiedlich langen Luftverlängerungspfad
L1, L2, L3 durchgriffen, den bei Ventilbetätigung den Luftpfad L um seine Länge verlängert.
Dadurch erniedrigt das erste Ventil V1 den Naturton um drei Halbtöne, das zweite Ventil
V2 den Naturton um einen Halbton und das dritte Ventil V3 den Naturton um zwei Halbtöne.
Fig. 1 zeigt, dass das Trichterstück 14 einerseits und ein Gegenstück 16 andererseits
einen Zwischenraum zwischen sich begrenzen und alle Verlängerungszüge Z1, Z2, Z3 innerhalb
der trichterstückseitigen Hälfte dieses Zwischenraums angeordnet sind.
[0029] Jeder Verlängerungszug weist einen ovalen Verlauf auf mit zwei Geradabschnitten Z1G,
Z2G, Z3G und zumindest einem diese Abschnitte Z1G, Z2G, Z3G verbindenden Bogenabschnitt
Z1B, Z2B, Z3B mit gleichbleibendem (Z2, Z3) oder sich veränderndem (Z1) Radius. Der
erste Verlängerungszug Z1 erstreckt sich, ausgehend vom Maschinenstock, in Richtung
des Endes 18 oder entlang des Trichterstücks 14. Somit ragt der erste Verlängerungszug
Z1 nach vorne. Der zweite Verlängerungszug Z2 erstreckt sich, ausgehend vom Maschinenstock,
in Richtung Gegenstück 16. Somit ragt der zweite Verlängerungszug Z2 nach unten bei
vertikaler Spielstellung. Der dritte Verlängerungszug Z3 erstreckt sich, ausgehend
vom Maschinenstock, in Richtung Mundstück 10. Somit kann der dritte Verlängerungszug
Z3 nach hinten ragen, also zum Bläser hin.
[0030] Das Metallblasinstrument 2 der Fig. 1 bis 3 ist derart ausgestaltet, dass die Schwerelinie
W des Instruments 2 im Bereich der bedienenden Hand liegt, vorzugsweise parallel zum
entsprechenden Unterarm verläuft. Der Unterarm der bedienenden Hand und die Schwerelinie
W, auf der der Gewichtsschwerpunkt P liegt, liegen in einer Ebene, die im Y-Z-Raum
aufgespannt ist, wobei der Luftpfad L im Trichterstück 14 koaxial mit dem Normalenvektor
dieser Eben ist. Hier durchläuft die Schwerelinie W den zweiten Taster T2 sowie das
zweite Ventil V2 und der Gewichtsschwerpunkt P des Instrumentes 2 ist in die das Druckwerk
bedienende Hand gelegt. Der Gewichtsschwerpunkt P des Instrumentes 2 kann auf einer
die beiden Drehachsen D1 und D3 der Ventile V1 und V3 verbindenden Geraden liegen.
Dies führt zu einer ausgewogenen Gewichtsverteilung und einer vorteilhaften Ergonomie,
da die haltende und bedienende Hand keinem Dreh- oder Kippmoment entgegenwirken muss.
[0031] Der Luftpfad L erstreckt sich durch das Mundrohr 6 und führt unmittelbar in das erste
Ventil V1. Das erste Ventil V1 weist den größten Abstand A2 zum Mundstück 10 auf.
Dieser Abstand A2 kann zur luftpfadführenden Grundlänge des Instrumentes 2 zwischen
5,4 und 5,6 liegen. Ein Abstand A1 zwischen der ersten Drehachse D1 des ersten Ventils
V1 und dem vorderen Ende 18 kann im Bereich zwischen 48 % und 25 % der Gesamtlänge
G des Metallblasinstrumentes 2 liegen.
[0032] Ab dem Mundstück 10 führt der Luftpfad L durch einen geraden Abschnitt 6G des Mundrohrs
6 bis zu einer Verbindungslinie B1, ab welcher das Mundrohr 6 einen gebogenen Abschnitt
6B aufweist. Eine Verbindungslinie ist der Grenzbereich zwischen einem geraden Abschnitt
der Röhre und einem gebogenen Abschnitt der Röhre. Der gebogene Abschnitt 6B führt
in das erste Ventil V1. Ab dem ersten Ventil V1 kann sich der Luftpfad L um den Luftverlängerungspfad
L1 erweitern. Der Luftpfad L führt vom ersten Ventil V1 zum zweiten Ventil V2 und
zum dritten Ventil V3 durch den Maschinenstock 4 in entgegengesetzter Richtung zu
seinem Verlauf im Mundrohr 6, also bezüglich des Bläsers rückwärts. Ab dem zweiten
Ventil V2 kann sich der Luftpfad L um den Luftverlängerungspfad L2 erweitern und ab
dem dritten Ventil V3 kann sich der Luftpfad L um den Luftverlängerungspfad L3 erweitern.
[0033] Nach dem dritten Ventil V3 führt der Luftpfad L in das Ausgangsknie 12B, an den sich
dann die Verbindungszwinge 12 (in einen geraden Abschnitt 12G bis zu einer Verbindungslinie
B3) anschließt..
[0034] Nach der Verbindungszwinge 12 führt der Luftpfad L ausgehend von der Verbindungslinie
B3 in ein erstes oder vorderes Bogenstück 13 bis zu einer Verbindungslinie B4. Das
Bogenstück 13 ist insgesamt zwischen den Verbindungslinien B3 und B4 gebogen ausgebildet.
Daran schließt sich das Gegenstück 16 an, welches insgesamt gerade ausgeführt ist
und welches an der Verbindungslinie B5 endet. Von dort aus erstreckt sich ein zweites
oder hinteres Bogenstück 15 bis zu einer Verbindungslinie B6. Das Bogenstück 15 ist
insgesamt zwischen den Verbindungslinien B5 und B6 gebogen ausgebildet. Fluidpfadabwärts
schließt sich an die Verbindungslinie B6 das Trichterstück 14 an, welches wiederum
gerade ausgebildet ist.
[0035] Üblicherweise werden solche Metallblasinstrumente in verschiedene Baugruppen aufgeteilt.
[0036] Eine Baugruppe Anstoß umfasst meist die Verbindungszwinge 12, den geraden Abschnitt
12G, das Bogenstück 13 und das Gegenstück 16.
[0037] Eine Baugruppe Schallstück umfasst das Bogenstück 15 und das Trichterstück 14.
[0038] Der Korpus des Metallblasinstrumentes wird gewöhnlich von den Baugruppen Anstoß und
Schallstück gebildet. Diese Gruppe umfasst mithin alle Rohrstücke nach dem letzten
Ventil.
[0039] Eine Zwinge 12 ist nicht unbedingt notwendig. Der Korpus kann auch insgesamt einstückig
bzw. einteilig ausgebildet sein, wobei in diesem Fall das Schallstück und der Anstoß
aus einem durchgehenden Rohrstück bestehen, folglich unter Verzicht auf die Verbindungszwinge.
[0040] Figur 2 zeigt, dass bei in Spielstellung vertikal orientierten Schubstangen S1, S2,
S3, von oben betrachtet, das Mundrohr 6 linksseitig vom Trichterstück 14 angeordnet
und bezüglich dem Bogenstück 15 in Richtung des Trichterstücks 14 zurückspringt. Am
Trichterstück 14 ist zudem ein Fingerhaken 20 angeordnet.
[0041] Des Weiteren ist in Fig. 2 der ebenengebundene Aufbau des Instruments veranschaulicht,
wobei in Fig. 2 ein Aufbau mit drei parallelen Ebenen E1 bis E3 und in Fig. 5 ein
Aufbau mit vier parallelen Ebenen E1 bis E4 gezeigt ist. Zur einfachen Orientierung
des Instrumentes 2 ist jeder Figur ein kartesisches Koordinatensystem angetragen,
wobei das Instrument 2 der Fig. 1 bis 3 und das Instrument 2 der Fig. 4 und 5 jeweils
in Spielstellung abgebildet ist. Die X-Richtung entspricht der Längsrichtung, die
Y-Richtung entspricht der Querrichtung und die Z-Richtung entspricht der Hochrichtung.
[0042] In einer ersten Ebene E1 (strichliniert dargestellt), die sich im X-Z-Raum aufspannt,
sind alle drei Verlängerungszüge Z1, Z2, Z3 komplett angeordnet. Benachbart und parallel
dazu ist eine zweite Ebene E2 (strichliniert dargestellt) vorgesehen, in welcher das
Mundstück 10, der gerade Abschnitt 6G des Mundrohrs 6 und der gerade Abschnitt 12G
der Verbindungszwinge 12 angeordnet sind. Der gebogene Abschnitt 6B des Mundrohrs
6 verläuft zwischen dem gerade Abschnitt 6G der zweiten Ebene E2 und dem ersten Ventil
V1 in der ersten Ebene E1. Somit verbindet der gebogene Abschnitt 6B die zweite Ebene
E2 mit der ersten Ebene E1. Entlang des Luftpfades L verbindet das Ausgangsknie 12B
das dritte Ventil V3 aus der ersten Ebene E1 mit dem geraden Abschnitt 12G der Verbindungszwinge12
aus der zweiten Ebene E2. Somit verbindet das Ausgangsknie 12B die erste Ebene E1
erneut mit der zweiten Ebene E2. Benachbart und parallel dazu ist eine dritte Ebene
E3 (strichliniert dargestellt), angeordnet, welche das Gegenstück 16, das zweite Bogenstück
15 und das Trichterstück 14 umfasst. Der gerade Abschnitt 12G der Verbindungszwinge12
aus der zweiten Ebene E2 ist via des ersten Bogenstücks 13 mit dem Gegenstück 16 aus
der dritten Ebene E3 verbunden. Somit verbindet das erste Bogenstück 13 die zweite
Ebene E2 mit der dritten Ebene E3. Bezüglich des Luftpfades L liegt also ein E2-E1-E2-E3-Verlauf
vor.
[0043] Fig. 3 zeigt nun die drei Ventile V1, V2, V3 in Detailansicht, wobei Fig. 3 den Bereich
der Ventile V1, V2, V3 aus Fig. 1 abbildet. Das Mundrohr 6 ist nun nicht mehr von
dem in Fig. 3 ausgeblendeten Trichterstück 14 teilverdeckt. Der Luftpfad L ist strichliniert
dargestellt und verläuft im Bereich von Mundrohr 6, Maschinenstock 4 und Anstoß S-förmig.
Genauer gesagt folgt in dieser Ansicht der Verlauf einem gespiegelten und stehenden
"S". Zwischen dem ersten Ventil V1 und dem luftpfadabwärts nachfolgenden zweiten Ventil
V2 weist die Röhre ein gerades erstes Ventilverbindungsstück 22 auf. Zwischen dem
zweiten Ventil V2 und dem pfadabwärts nachfolgenden dritten Ventil V3 ist ein gebogenes
zweites
[0044] Ventilverbindungsstück 24 der Röhre angeordnet. Das Ventilverbindungsstück 24 kann
dem gebogenen Abschnitt 6B folgen oder mit diesem einen gemeinsamen Mittelpunkt teilen.
Erkennbar ist, dass die Drehachsen D1, D2, D3 der drei Ventile V1, V2, V3 ein Dreieck
aufspannen, wobei der erste Winkel α1 am ersten Ventil V1 eingeschlossen ist und zwischen
20° und 40° beträgt, im gezeigten Beispiel beträgt er 33°. Der zweite Winkel α2 ist
am zweiten Ventil V2 angeordnet und Beträgt zwischen 105° und 125°, hier beläuft er
sich auf 114°. Der dritte Winkel α3 ist am dritten Ventil V3 angeordnet und beträgt
zwischen 25° und 45°, wobei er in den Ausführungsformen mit 33° angetragen ist. Die
Ventile V1, V2, V3 sind entlang des Luftpfades L so angeordnet, dass sich in zumindest
einem davon beim Spielen kein Druckpunkt der Schallwelle ausbildet.
[0045] Gut zu erkennen ist die gleichmäßige Benachbarung der Drehachsen D1, D2, D3 in einer
Raumrichtung. Bezüglich der Hochrichtung (Z-Achse) ist der ersten Drehachse D1 die
dritte Drehachse D3 benachbart. Bezüglich gleicher Hochrichtung ist der dritten Drehachse
D3 die zweite Drehachse D2 benachbart. Die Abstände zwischen der ersten Drehachse
D1 und der dritten Drehachse D3 sowie zwischen der dritten Drehachse D3 die zweite
Drehachse D2 sind identisch. Gleiches gilt auch für die Längsrichtung (X-Achse).
[0046] Während die Fig. 1 bis 3 ein Instrument 2 in vertikaler Spielstellung zeigen, bilden
die Fig. 4 und 5 eine Ausführungsform ab, die horizontal bespielt wird. Daher ist
der Maschinenstock 4 nunmehr nicht von den Verlängerungszügen Z1 und Z3 getragen,
wie in den Fig. 1 bis 3, sondern am Gegenstück 16 angeordnet. Zudem ist ein Aufbau
mit vier parallelen Ebenen E1 bis E4 gezeigt. Aufgrund der veränderten Positionierung
des Maschinenstocks 4 und dessen Druckwerks mit den Tastern T1 bis T3 verschiebt sich
auch der Gewichtsschwerpunkt P, welcher deckungsgleich mit dem zweiten Ventil V2 wird
oder in diesem Bereich liegt. Das Druckwerk ist in Spielstellung oberhalb des Gegenstückes
16 angeordnet.
[0047] Fig. 5 zeigt nun den Ebenenaufbau, welcher grundsätzlich mit dem Aufbau aus Fig.
2 vergleichbar ist. Die parallelen und zueinander beabstandeten Ebenen E1 bis E3 spannen
sich nun im X-Y-Raum auf. Dazu kommt eine vierte parallel dazu beabstandete Ebene
E4 (strichliniert dargestellt) und eine im X-Z-Raum aufgespannte Ebene E5 (strichliniert
dargestellt), die orthogonal zu den Ebenen E1 bis E4 verläuft. Die erste Ebene E1
der Fig. 5 umfasst die Elemente, wie sie bereits bezüglich Fig. 2 beschrieben wurden.
Die zweite Ebene E2 der Fig. 5 umfasst ebenfalls die Elemente, wie sie bereits bezüglich
Fig. 2 beschrieben wurden. In der dritten Ebene E3 ist nun lediglich das Gegenstück
16 angeordnet, wobei das erste Bogenstück 13 aus der zweiten Ebene E2 in die dritte
Ebene E3 einführt und das zweite Bogenstück 15 aus der dritten Ebene E3 in die vierte
Ebene E4 herausführt. In der vierten Ebene ist nun das Trichterstück 14 angeordnet,
woraus sich bezüglich des Luftpfades L ein E2-E1-E2-E3-E4-Verlauf ergibt. Erkennbar
ist zudem, dass bei dieser horizontalen Spielstellung das Mundrohr 6 in einer vertikalen
Ebene E5 mit dem Trichterstück 14 angeordnet ist.
[0048] Die zuvor genannten Elemente und Abschnitte, welche in den Ebenen angeordnet sind,
durchragen oder tangieren diese nicht einfach. Deren Luftpfad verläuft vielmehr in
der Ebene und daher gleichsam das genannte Element und der genannte Abschnitt.
[0049] Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale und Vorteile, einschließlich konstruktiver
Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und Verfahrensschritten, können sowohl für sich
als auch in den verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein.
[0050] In den Rahmen der Erfindung fallen sämtliche Kombinationen aus zumindest zwei von
in der Beschreibung, den Ansprüchen und/oder den Figuren offenbarten Merkmalen.
[0051] Zur Vermeidung von Wiederholungen sollen vorrichtungsgemäß offenbarte Merkmale auch
als verfahrensgemäß offenbart gelten und beanspruchbar sein. Ebenso sollen verfahrensgemäß
offenbarte Merkmale als vorrichtungsgemäß offenbart gelten und beanspruchbar sein.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 2
- Metallblasinstrument
- 4
- Druckwerk
- 6
- Mundrohr
- 6B
- Abschnitt
- 6G
- Abschnitt
- 8
- Stimmzug
- 10
- Mundstück
- 11
- Einblasöffnung
- 12
- Verbindungszwinge
- 12B
- Ausgangsknie
- 12G
- Abschnitt
- 13
- erstes Bogenstück
- 14
- Trichterstück
- 15
- zweites Bogenstück
- 16
- Gegenstück
- 18
- vorderes Ende
- 20
- Fingerhaken
- 22
- Ventilverbindungsstück
- 24
- Ventilverbindungsstück
- α1
- erster Winkel
- α2
- zweiter Winkel
- α3
- dritter Winkel
- A1
- erster Abstand
- A2
- zweiter Abstand
- B
- Verbindungslinie
- D1
- erste Drehachse
- D2
- zweite Drehachse
- D3
- dritte Drehachse
- E1
- erste Ebene
- E2
- zweite Ebene
- E3
- dritte Ebene
- E4
- vierte Ebene
- E5
- fünfte Ebene
- G
- Gesamtlänge
- L
- Luftpfad
- L1
- erster Luftverlängerungspfad
- L2
- zweiter Luftverlängerungspfad
- L3
- dritter Luftverlängerungspfad
- P
- Gewichtsschwerpunkt
- S1
- erste Schubstange
- S2
- zweite Schubstange
- S3
- dritte Schubstange
- T1
- erster Taster
- T2
- zweiter Taster
- T3
- dritter Taster
- V1
- erster Ventil
- V2
- zweites Ventil
- V3
- drittes Ventil
- W
- Schwerelinie
- Z1
- erster Verlängerungszug
- Z1G
- Geradabschnitt
- Z1B
- Bogenabschnitt
- Z2
- zweiter Verlängerungszug
- Z2G
- Geradabschnitt
- Z2B
- Bogenabschnitt
- Z3
- dritter Verlängerungszug
- Z3G
- Geradabschnitt
- Z3B
- Bogenabschnitt
1. Metallblasinstrument, welches in Blasrichtung einen Luftpfad (L) führt, umfassend
einen Maschinenstock (4) mit einem Druckwerk, umfassend
▪ zumindest drei Ventile (V1, V2, V3), wobei jedem Ventil (V1, V2, V3) ein damit ansteuerbarer
unterschiedlicher Verlängerungszug (Z1, Z2, Z3) zugeordnet ist, durch welchen bei
Ansteuerung ein Luftverlängerungspfad (L1, L2, L3) führt,
▪ ein zu dem Maschinenstock (4) führendes Mundrohr (6), welches den Luftpfad (L) in
dasjenige Ventil (V1, V2, V3) einführt, welches den größten Abstand (A1, A2) zu der
Einblasöffnung (11) des Mundrohrs (6) hat, so dass der Luftpfad (L) durch den Maschinenstock
(4) in entgegengesetzter Richtung zu seinem Verlauf im Mundrohr (6) verläuft.
2. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Maschinenstock (4) drei Ventile (V1, V2, V3) umfasst, wobei das erste Ventil
(V1) den Naturton um drei Halbtöne erniedrigt, das zweite Ventil (V2) den Naturton
um einen Halbton erniedrigt, und das dritte Ventil (V3) den Naturton um zwei Halbtöne
erniedrigt, und/oder das Mundrohr (6) in das erste Ventil (V1) führt.
3. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (A1) der Drehachse (D1) eines ersten Drehventils (V1) oder der Längsachse
eines ersten Pumpventils im Luftpfad (L) von dem vorderen Ende (18) des Metallblasinstrumentes
unter 60 %, bevorzugt unter 55 %, insbesondere bevorzugt im Bereich zwischen 48 %
und 25 % der Gesamtlänge (G) des Metallblasinstrumentes liegt.
4. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachsen (D1, D2, D3) der drei Drehventile (V1, V2, V3) ein Dreieck aufspannen,
wobei der erste Winkel (α1) am ersten Ventil (V1) zwischen 20° und 40° beträgt, der
zweite Winkel (α2) am zweiten Ventil (V2) zwischen 105° und 125° beträgt und der dritte
Winkel (α3) am dritten Ventil (V3) zwischen 25° und 45° beträgt.
5. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verhältnis der luftpfadführenden Grundlänge des Metallblasinstruments (2) zu
einem Abstand (A2) zwischen einem bläserseitigen Ende des Mundrohrs (6) und dem davon
am weitesten entfernten Ventil (V1) zwischen 5,4 und 5,6, vorzugsweise 5,5 beträgt.
6. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckwerk (4) mehrere Taster (T1, T2, T3) aufweist, die je über Schubstangen
(S1, S2, S3) mit den jeweiligen Ventilen (V1, V2, V3) verbunden sind und in Spielstellung
die Schubstangen (S1, S2, S3) im Wesentlichen horizontal oder vertikal orientiert
sind.
7. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventile (V1, V2, V3,) entlang des Luftpfades (L) so angeordnet sind, dass sich
in zumindest einem beim Spielen kein Druckpunkt der Schallwelle ausbildet.
8. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei in horizontaler Spielstellung vertikal orientierten Drehventilen (V1, V2, V3),
das Mundrohr (6) in einer vertikalen Ebene mit dem Trichterstück (14) angeordnet ist.
9. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei in Spielstellung vertikal orientierten Schubstangen (S1, S2, S3), von oben betrachtet,
das Mundrohr (6) linksseitig vom Trichterstück (14) angeordnet ist.
10. Metallblasinstrument nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlängerungszüge (Z1, Z2, Z3) in der trichterstückseitigen Hälfte des Zwischenraums
zwischen Trichterstück (14) und Gegenstück (16) angeordnet sind.