[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Führungssystem zur Führung wenigstens
eines bewegbar gelagerten Türflügels, umfassend:
- eine erste Führungsschiene,
- wenigstens einen Führungsschlitten, welcher mit dem wenigstens einen Türflügel verbindbar
ist und welcher entlang der ersten Führungsschiene verfahrbar gelagert ist,
- eine zweite Führungsschiene, welche von der erste Führungsschiene gesondert ausgebildet
ist und welche im Montagezustand quer zur ersten Führungsschiene verläuft,
- einen Träger, welcher relativ zur zweiten Führungsschiene verfahrbar gelagert ist
und auf welchem der wenigstens eine Führungsschlitten anordenbar ist,
- eine Transfervorrichtung, mit welcher der wenigstens eine Führungsschlitten zumindest
von der ersten Führungsschiene auf den Träger transferierbar ist.
[0002] Im Weiteren betrifft die Erfindung eine Anordnung mit wenigstens einem Türflügel
und mit einem Führungssystem der zu beschreibenden Art. Ferner betrifft die Erfindung
ein Möbel mit einem derartigen Führungssystem und/oder mit einer Anordnung der vorstehend
genannten Art.
[0003] In der
EP 0 433 726 B1 ist ein Führungssystem für Schranktüren gezeigt, welche in Montagelage über eine
vertikal verlaufende Drehachse miteinander gelenkig verbunden sind. Durch das Führungssystem
sind die Schranktüren zwischen einer ersten Stellung, in welcher die Schranktüren
koplanar zueinander ausgerichtet sind, und einer zweiten Stellung, in welcher die
Schranktüren parallel zueinander ausgerichtet sind, bewegbar gelagert, wobei die Schranktüren
in der zweiten Stellung in einem seitlichen Einschubspalt aufgenommen sind. Das Führungssystem
umfasst eine erste Führungsschiene, welche parallel zur Vorderseite des Schrankes
verläuft, und eine zweite Führungsschiene, welche rechtwinklig zur ersten Führungsschiene
angeordnet ist. Überdies ist ein Träger vorgesehen (Bezugszeichen 5 in Fig. 1), an
welchem eine erste Schranktüre gelenkig gelagert ist und welcher über Führungsschienen
parallel zu einer Außenwand des Schrankes in horizontaler Richtung verschiebbar ist,
sodass die beiden Schranktüren in den seitlichen Einschubspalt einschiebbar sind.
An der zweiten Schranktüre ist ein Führungselement angeordnet (Bezugszeichen 7), welches
entlang der ersten Führungsschiene verfahrbar gelagert ist. Nachteilig an dieser Konstruktion
ist, dass das Führungselement bei dem rechtwinkligen Übergang zwischen der ersten
und zweiten Führungsschiene mit den U-förmigen Schenkeln der Führungsschienen kollidiert
und somit das Einfahren der Schranktüren in den seitlichen Einschubspalt behindert
wird.
[0004] Die
DE 297 10 854 U1 zeigt ein Führungssystem für eine Falttür mit zwei gelenkig miteinander verbundenen
Türflügeln, welche entlang von zwei rechtwinklig zueinander verlaufenden Führschienen
bewegbar gelagert sind. An einem inneren Türflügel ist ein Führelement mit einem Gleitstück
befestigt, welches entlang eines zwischen den Führschienen angeordneten Bogenstückes
verfahrbar ist (Fig. 4). Das Bogenstück ist dabei als einstückiges Bestandteil einer
Führschiene ausgebildet. Nachteilig daran ist, dass die Türflügel in einer parallelen
Stellung zueinander nur mit einem hohen manuellen Kraftaufwand in Richtung der Tiefe
des Schrankes bewegbar sind.
[0005] In der
DE 24 04 874 A1 ist eine Raumtrennwand mit mehreren Wandelementen gezeigt, welche über Rollenwagen
entlang einer Führungsschiene bewegbar gelagert sind. Wenn die Wandelemente für die
Raumteilung nicht mehr benötigt werden, so können diese in einem Magazin paketiert
werden. Das Magazin weist hierfür mehrere Schienenabschnitte auf, welche entlang von
Querträgern bewegbar sind. Jedem Wandelement ist ein solcher Schienenabschnitt zugeordnet,
wobei die Schienenabschnitte wahlweise in eine mit der Führungsschiene fluchtende
Stellung positionierbar sind und damit einen Transfer der Wandelemente von der Führungsschiene
auf die Schienenabschnitte ermöglichen. Die Wandelemente werden also bei Nichtgebrauch
über ihre Rollenwagen jeweils einzeln auf die verschiedenen Schienenabschnitte transferiert,
wobei die Wandelemente in hintereinander liegenden, parallelen Stellungen zueinander
in das Magazin hinein bewegbar sind. Nachteilig daran sind der erhöhte konstruktive
Aufwand und der große Platzbedarf, weil die Breite des Magazins größer als die Breite
der Wandelemente sein muss.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Führungssystem der eingangs erwähnten
Gattung unter Vermeidung der oben diskutierten Nachteile anzugeben.
[0007] Dies wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
[0008] Gemäß der Erfindung ist also vorgesehen, dass die Transfervorrichtung wenigstens
eine Steuerkontur aufweist, welche zumindest abschnittsweise gebogen ausgebildet ist,
sodass der wenigstens eine Führungsschlitten beim Transfer von der ersten Führungsschiene
auf den Träger zumindest abschnittsweise in Richtung der zweiten Führungsschiene bewegbar
ist.
[0009] Mit anderen Worten ist in einem Übergangsbereich zwischen der ersten Führungsschiene
und dem Träger eine gebogene Steuerkontur angeordnet oder ausgebildet, durch welche
der mit dem Führungsschlitten verbundene Türflügel bei einem Transfer zwischen der
ersten Führungsschiene und dem Träger zumindest abschnittsweise in einer quer zur
ersten Führungsschiene verlaufenden Richtung einfahren kann.
[0010] Auf diese Weise wird die Bewegungsenergie des Türflügels bei einem Transfer von der
ersten Führungsschiene auf den Träger nicht vernichtet, sondern zumindest teilweise
für eine weitere Bewegung in Richtung der quer verlaufenden zweiten Führungsschiene
aufrechterhalten. Der mit dem Führungsschlitten verbundene Türflügel wird durch die
gebogene Steuerkontur in Richtung der zweiten Führungsschiene gelenkt, sodass die
weitere Bewegungsrichtung des Türflügels relativ zur zweiten Führungsschiene für eine
fortgesetzte intuitive Bewegung relativ zur zweiten Führungsschiene vorgegeben ist.
[0011] Die Steuerkontur kann zumindest abschnittsweise innerhalb eines Bereiches, welcher
im Montagezustand in einer Draufsicht zwischen der ersten Führungsschiene und dem
Träger liegt, angeordnet sein.
[0012] Der Führungsschlitten kann zumindest eine Laufrolle aufweisen, welche entlang der
Steuerkontur verfahrbar gelagert ist.
[0013] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann vorgesehen sein, dass die Transfervorrichtung
ein Adapterstück aufweist, an welchem die Steuerkontur angeordnet oder ausgebildet
ist, wobei das Adapterstück an einem Endbereich der ersten Führungsschiene angeordnet
ist und sich in einer Längsrichtung der ersten Führungsschiene anschließt, sodass
der Führungsschlitten beim Transfer von der ersten Führungsschiene auf den Träger
zumindest abschnittsweise entlang der Steuerkontur des Adapterstückes bewegbar ist.
[0014] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel kann eine Verriegelungsvorrichtung zum lösbaren
Verriegeln des Trägers mit dem Adapterstück vorgesehen sein. Die Verriegelungsvorrichtung
kann zumindest einen schwenkbar gelagerten Betätigungshebel mit einer Verriegelungsstellung
und einer Lösestellung aufweisen, wobei der Träger in der Verriegelungsstellung des
Betätigungshebels relativ zum Adapterstück verriegelt ist und wobei der Träger in
der Lösestellung des Betätigungshebels relativ zum Adapterstück entriegelt ist. Der
besagte Betätigungshebel ist ausgehend von der Verriegelungsstellung durch einen Transfer
des Führungsschlittens von der ersten Führungsschiene auf den Träger vom Führungsschlitten
beaufschlagbar und so in die Lösestellung bewegbar.
[0015] Die erfindungsgemäße Anordnung umfasst zumindest einen Türflügel und ein Führungssystem
der beschriebenen Art zur Führung des zumindest einen Türflügels. Die Anordnung kann
ferner einen zweiten Türflügel aufweisen, welcher mit dem ersten Türflügel über eine
im Montagezustand vertikal verlaufende Achse gelenkig verbunden ist.
[0016] Das erfindungsgemäße Möbel umfasst ein Führungssystem und/oder eine Anordnung der
beschriebenen Art.
[0017] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Figurenbeschreibung. Dabei zeigt bzw. zeigen:
- Fig. 1a, 1b
- zwei perspektivische Ansichten eines Möbels mit Türflügeln, welche durch ein Führungssystem
relativ zu einem Möbelkorpus bewegbar gelagert sind,
- Fig. 2
- ein mit einem Türflügel verbindbarer Führungsschlitten in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 3
- das Führungssystem in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 4a, 4b
- eine perspektivische Ansicht des Führungssystems mit einer ersten Stellung des Führungsschlittens
sowie einen Horizontalschnitt hierzu,
- Fig. 5a-5c
- eine perspektivische Ansicht des Führungssystems mit einer zweiten Stellung des Führungsschlittens
sowie zwei verschiedene Horizontalschnitte hierzu,
- Fig. 6a-6c
- eine perspektivische Ansicht des Führungssystems mit einer dritten Stellung des Führungsschlittens
sowie zwei verschiedene Horizontalschnitte hierzu,
- Fig. 7a-7c
- eine perspektivische Ansicht des Führungssystems mit einer vierten Stellung des Führungsschlittens
sowie zwei verschiedene Horizontalschnitte hierzu,
- Fig. 8a-8c
- eine perspektivische Ansicht des Führungssystems mit einer fünften Stellung des Führungsschlittens
sowie zwei verschiedene Horizontalschnitte hierzu,
- Fig. 9a-9c
- eine perspektivische Ansicht des Führungssystems mit einer sechsten Stellung des Führungsschlittens
sowie zwei verschiedene Horizontalschnitte hierzu,
- Fig. 10
- das Führungssystem in einer Explosionsdarstellung.
[0018] Fig. 1a zeigt eine perspektivische Ansicht eines Möbels 1 mit Türflügeln 3a, 3b und
4a, 4b, welche durch ein Führungssystem 5 relativ zu einem Möbelkorpus 2 bewegbar
gelagert sind. Das Führungssystem 5 umfasst eine erste Führungsschiene 6 mit einer
Längsrichtung (L) und eine quer, vorzugsweise rechtwinklig, zur Längsrichtung (L)
verlaufende zweite Führungsschiene 11 zur Führung der Türflügel 3a und 3b in Richtung
(Z), wobei ein mit dem Türflügel 3b verbundener Führungsschlitten 8 entlang der ersten
Führungsschiene 6 und relativ zur zweiten Führungsschiene 11 bewegbar gelagert ist.
Die erste Führungsschiene 6 kann beispielsweise an einer Oberseite des Möbelkorpus
2 aufliegen, wobei die erste Führungsschiene 6 und die zweite Führungsschiene 11 in
Höhenrichtung voneinander beabstandet sind oder auch auf gleicher Höhe angeordnet
werden können. Die Türflügel 3a, 3b können in einer parallelen Stellung zueinander
in einen seitlichen Hohlraum 7a eingeschoben werden. Durch einen mit dem Türflügel
4b verbundenen zweiten Führungsschlitten 8a können die beiden anderen Türflügel 4a,
4b relativ zur ersten Führungsschiene 6 bewegt werden und sind in einer parallelen
Stellung zueinander in einen zweiten seitlichen Hohlraum 7b einschiebbar. Die Türflügel
3a, 3b und 4a, 4b sind jeweils durch Möbelscharniere 25 miteinander schwenkbar verbunden,
wobei die Türflügel 3a, 3b und 4a, 4b jeweils um eine vertikal verlaufende Achse miteinander
gelenkig verbunden sind.
[0019] Fig. 1b zeigt das Möbel 1, wobei die Türflügel 3a, 3b und 4a, 4b jeweils parallel
zueinander ausgerichtet sind und in einer Richtung (Z) quer zur Längsrichtung (L)
in die seitlichen Hohlräume 7a, 7b einschiebbar sind. Der erste Türflügel 3a und der
zweite Türflügel 3b sind über mehrere voneinander beabstandete Möbelscharniere 25
miteinander verbunden, wobei die Türflügel 3a, 3b ausgehend von einer parallelen Stellung,
in welcher die Türflügel 3a, 3b in den seitlichen Hohlraum 7a einschiebbar sind, und
einer zweiten Stellung, in welcher die Türflügel 3a, 3b eine koplanare Stellung zueinander
einnehmen und dabei einen inneren Schrank 30 abdecken, bewegbar gelagert sind.
[0020] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht des Führungsschlittens 8, welcher entlang
der ersten Führungsschiene 6 verfahrbar gelagert ist. Der Führungsschlitten 8 weist
ein, vorzugsweise U-förmig ausgebildetes, Trägerprofil 9 auf, an welchem zumindest
ein Beschlagteil 10a, vorzugsweise zwei in Höhenrichtung voneinander beabstandete
Beschlagteile 10a und 10b, um eine in Montagelage vertikal verlaufende Achse schwenkbar
mit dem Trägerprofil 9 verbunden sind. Die Beschlagteile 10a und 10b sind jeweils
am Türflügel 3b zu befestigen. Der Führungsschlitten 8 umfasst zumindest eine oder
mehrere Laufrolle(n) 12, 12a, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass die Laufrolle
12a entlang einer gebogenen Steuerkontur 21 (Fig. 5c) einer Transfervorrichtung 15
verfahrbar gelagert ist. Die Laufrolle 12a ist an einem vom Trägerprofil 9 schräg
abstehenden Ausleger 13 des Führungsschlittens 8, vorzugsweise um eine vertikal verlaufende
Achse, drehbar gelagert. Dabei kann vorgesehen sein, dass der Ausleger 13 innerhalb
eines Winkelbereiches zwischen 25° und 50° schräg vom Trägerprofil 9 absteht und/oder
dass die Laufrolle 12a relativ zu den anderen Laufrollen 12 des Führungsschlittens
8 die höchste oder die tiefste Position einnimmt.
[0021] Fig. 3 zeigt das Führungssystem 5 zur Führung der Türflügel 3a und 3b, wobei das
Führungssystem 5 eine erste Führungsschiene 6 mit einer Längsrichtung (L) und eine
quer dazu verlaufende zweite Führungsschiene 11 aufweist. Der Führungsschlitten 8
ist entlang der ersten Führungsschiene 6 verfahrbar gelagert und ist auf einem Träger
14 anordenbar, wobei der Träger 14 - zusammen mit dem Führungsschlitten 8 - relativ
zur zweiten Führungsschiene 11 in Richtung (Z) bewegbar ist. Der Träger 14 ist mit
einer vertikal verlaufenden Säule 14a (beispielsweise einer Profilschiene) verbunden,
wobei die Säule 14a relativ zu einer weiteren Führungsschiene 11a führbar ist. Durch
eine Transfervorrichtung 15 ist der Führungsschlitten 8 von der ersten Führungsschiene
6 auf den Träger 14 transferierbar. Diese Transfervorrichtung 15 umfasst wenigstens
eine bogenförmige ausgebildete Steuerkontur 21, sodass der Führungsschlitten 8 beim
Transfer von der ersten Führungsschiene 6 auf den Träger 14 zumindest abschnittsweise
in Richtung (Z) relativ zur zweiten Führungsschiene 11 bewegbar ist. Der andere Türflügel
3a ist über mehrere (nicht gezeigte) Scharniere schwenkbar mit der Säule 14a verbunden.
[0022] Fig. 4a zeigt das Führungssystem 5 mit der ersten Führungsschiene 6, entlang welcher
der Führungsschlitten 8 mit dem Trägerprofil 9 in Längsrichtung (L) verfahrbar gelagert
ist. Aus Gründen der verbesserten Übersicht sind die Laufrollen 12, 12a des Führungsschlittens
8 nicht dargestellt. Die Transfervorrichtung 15 weist ein Adapterstück 15a auf, an
welchem die Steuerkontur 21 zur Steuerung einer Bewegung des Führungsschlittens 8
angeordnet oder ausgebildet ist. Das Adapterstück 15a ist an einem Endbereich der
ersten Führungsschiene 6 angeordnet und schließt sich in der Längsrichtung (L) der
ersten Führungsschiene 6 an, sodass der Führungsschlitten 8 beim Transfer von der
ersten Führungsschiene 6 auf den Träger 14 zumindest abschnittsweise entlang der Steuerkontur
21 des Adapterstückes 15a bewegbar ist. Die Steuerkontur 21 geht aus dieser Figur
nicht hervor, diese ist gemäß einem Ausführungsbeispiel an einer Unterseite des Adapterstückes
15a zur Führung der Laufrolle 12a (Fig. 2) des Führungsschlittens 8 angeordnet oder
ausgebildet. Durch eine Verriegelungsvorrichtung 16 ist der Träger 14 relativ zum
Adapterstück 15a lösbar verriegelbar, sodass der Träger 14 - solange sich der Führungsschlitten
8 auf der ersten Führungsschiene 6 befindet - nicht in Richtung (Z) bewegen kann.
Die Verriegelungsvorrichtung 16 kann zumindest einen schwenkbar gelagerten Betätigungshebel
16a mit einer Verriegelungsstellung und einer Lösestellung aufweisen, wobei der Träger
14 in der Verriegelungsstellung des Betätigungshebels 16a relativ zum Adapterstück
15a verriegelt ist und wobei der Träger 14 in der Lösestellung des Betätigungshebels
16a relativ zum Adapterstück 15a entriegelt ist.
[0023] Fig. 4b zeigt das Führungssystem 5 gemäß Fig. 4a in einem Horizontalschnitt. Die
Verriegelungsvorrichtung 16 zum lösbaren Verriegeln des Trägers 14 relativ zum Adapterstück
15a umfasst den Betätigungshebel 16a, welcher am Träger 14 um eine vertikal verlaufende
Drehachse 17 schwenkbar gelagert ist. Die Verriegelungsvorrichtung 16 umfasst ferner
einen Verriegelungshebel 16b zum Verriegeln des Trägers 14 mit dem Adapterstück 15a,
wobei der Verriegelungshebel 16b durch den Betätigungshebel 16a bewegbar ist. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel ist der Verriegelungshebel 16b am Träger 14 um eine Gelenkachse
18 drehbar gelagert. Der, vorzugsweise L-förmig ausgebildete, Verriegelungshebel 16b
weist an einem von der Gelenkachse 18 entfernten Ende einen Bolzen 20 auf, welcher
in oder entlang einer Führung 19 des Betätigungshebels 16a verschiebbar geführt ist.
Der Betätigungshebel 16a ist - ausgehend von der gezeigten Verriegelungsstellung -
durch einen Transfer des Führungsschlittens 8 von der ersten Führungsschiene 6 auf
den Träger 14 vom Führungsschlitten 8 beaufschlagbar und so in eine den Träger 14
freigebende Lösestellung bewegbar.
[0024] Fig. 5a zeigt das Führungssystem 5 mit einer weiteren Relativstellung des Führungsschlittens
8 entlang der ersten Führungsschiene 6, wobei der Träger 14 weiterhin mit dem Adapterstück
15a der Transfervorrichtung 15 verriegelt ist. Fig. 5b zeigt einen ersten Horizontalschnitt
des Führungssystems 5 gemäß Fig. 5a, wobei sich der Führungsschlitten 8 an den um
die Drehachse 17 schwenkbaren Betätigungshebel 16a der Verriegelungsvorrichtung 16
annähert. Fig. 5c zeigt einen zweiten, tiefer liegenden Horizontalschnitt des Führungssystems
5 gemäß den Fig. 5a und Fig. 5b, wobei der Führungsschlitten 8 mit der am Ausleger
13 (Fig. 2) drehbar gelagerten Laufrolle 12a sowie die Steuerkontur 21 der Transfervorrichtung
15 hervorgeht. Diese Steuerkontur 21 ist zumindest abschnittsweise gebogen ausgebildet
und an der Unterseite und/oder Oberseite des Adapterstückes 15a angeordnet, wobei
die Laufrolle 12a des Führungsschlittens 8 in oder entlang der Steuerkontur 21 verfahrbar
gelagert ist.
[0025] Fig. 6a zeigt das Führungssystem 5 mit einer weiteren Stellung des Führungsschlittens
8, welcher nunmehr am Betätigungshebel 16a der Verriegelungsvorrichtung 16 anschlägt.
Aus dem ersten Horizontalschnitt gemäß der Fig. 6b geht hervor, dass der Betätigungshebel
16a um die Drehachse 17 schwenkbar gelagert und als zweiarmiger Hebel mit einem ersten
Hebelende und einem zweiten Hebelende ausgebildet ist. Der Führungsschlitten 8 schlägt
an einem ersten Hebelende des Betätigungshebels 16a an, das zweite Hebelende des Betätigungshebels
16a weist eine Führung 19 (Fig. 4b) auf, in welcher der Bolzen 20 des Verriegelungshebels
16b verschiebbar geführt ist. Der Bolzen 20 des Verriegelungshebels 16b wirkt in der
gezeigten Verriegelungsstellung mit einer Rastmulde 22 des Adapterstückes 15a zusammen,
sodass der Träger 14 weiterhin verriegelt ist. Fig. 6c zeigt einen zweiten (tieferen)
Horizontalschnitt des Führungssystems 5 gemäß den Fig. 6a und Fig. 6b, wobei die Laufrolle
12a des Führungsschlittens 8 in die Steuerkontur 21 eintritt.
[0026] Fig. 7a zeigt eine zu Fig. 6a fortgesetzte Bewegung des Führungsschlittens 8, wobei
der Führungsschlitten 8 am Betätigungshebel 16a anschlägt. Aus dem ersten Horizontalschnitt
gemäß der Fig. 7b geht hervor, dass der Führungsschlitten 8 den Betätigungshebel 16a
im Gegenuhrzeigersinn um die Drehachse 17 bewegt, sodass der Bolzen 20 des Verriegelungshebels
16b entlang der Führung 19 des Betätigungshebels 16a bewegt wird und so von der Rastmulde
22 des Adapterstückes 15a entriegelbar ist. Aus dem zweiten (tiefer liegenden) Horizontalschnitt
gemäß Fig. 7c geht hervor, dass die Laufrolle 12a des Führungsschlittens 8 entlang
der Steuerkontur 21 verfahrbar ist.
[0027] Fig. 8a zeigt eine fortgesetzte Bewegung des Führungsschlittens 8, wodurch der Betätigungshebel
16a weiter um die Drehachse 17 im Gegenuhrzeigersinn bewegt wurde (Fig. 8b) und der
Bolzen 20 des Verriegelungshebels 16b von der Rastmulde 22 des Adapterstücks 15a entriegelt
ist. Die Laufrolle 12a des Führungsschlittens 8 ist indessen weiter entlang der Steuerkontur
21 verfahrbar (Fig. 8c). Der Träger 14 ist jetzt also vom Adapterstück 15a entriegelt
und kann relativ zur zweiten Führungsschiene 11 in Richtung (Z) bewegt werden.
[0028] Fig. 9a-9c zeigen eine perspektivische Ansicht des Führungssystems 5 mit einer weiteren
Stellung des Führungsschlittens 8 sowie zwei verschiedene Horizontalschnitte hierzu.
Nach erfolgter Entriegelung ist der Träger 14 - zusammen mit dem darauf angeordneten
Führungsschlitten 8 und der mit dem Träger 14 verbundenen Säule 14a (Fig. 3) - weiter
in Richtung (Z) verfahrbar. Diese Bewegung in Richtung (Z) kann entweder manuell und/oder
durch eine federunterstützte Selbsteinzugsvorrichtung erfolgen. Die Verriegelungsvorrichtung
16 umfasst zudem zumindest einen Kraftspeicher 23, durch welchen der Betätigungshebel
16a in Richtung der Verriegelungsstellung vorgespannt ist. Dieser Kraftspeicher 23
kann entweder durch eine Eigenelastizität eines federnd ausgebildeten Materialstücks
oder durch zumindest eine Schraubenfeder, beispielsweise in Form einer Druckfeder,
gebildet sein.
[0029] Fig. 10 zeigt das Führungssystem 5 in einer Explosionsdarstellung. Die erste Führungsschiene
6 und die zweite Führungsschiene 11 sind voneinander gesondert ausgebildet und verlaufen
im Montagezustand quer, vorzugsweise rechtwinklig, zueinander. Der Führungsschlitten
8 mit dem Trägerprofil 9 und den daran angeordneten Laufrollen 12 sind in Längsrichtung
(L) entlang der ersten Führungsschiene 6 verfahrbar gelagert. Die Transfervorrichtung
15 zum Transferieren des Führungsschlittens 8 von der ersten Führungsschiene 6 auf
den Träger 14 umfasst das Adapterstück 15a mit der (hier nicht ersichtlichen) Steuerkontur
21 zur Führung der Laufrolle 12a (Fig. 2) des Führungsschlittens 8. Durch die Verriegelungsvorrichtung
16 ist der Träger 14 relativ zum Adapterstück 15a lösbar verriegelbar. Der Betätigungshebel
16a ist um die Drehachse 17 schwenkbar gelagert und weist eine, vorzugsweise zumindest
abschnittsweise S-förmige oder Z-förmige, Führung 19 zur Steuerung des Bolzens 20
auf, welcher an dem um die Gelenkachse 18 schwenkbaren Verriegelungshebel 16b angeordnet
ist. Der Träger 14 ist über einen Lagerteil 31 mit der vertikal verlaufenden Säule
14a (Fig. 3) verbunden oder lösbar verbindbar.
1. Führungssystem (5) zur Führung wenigstens eines bewegbar gelagerten Türflügels (3b),
umfassend:
- eine erste Führungsschiene (6),
- wenigstens einen Führungsschlitten (8), welcher mit dem wenigstens einen Türflügel
(3b) verbindbar ist und welcher entlang der ersten Führungsschiene (6) verfahrbar
gelagert ist,
- eine zweite Führungsschiene (11), welche von der ersten Führungsschiene (6) gesondert
ausgebildet ist und welche im Montagezustand quer zur ersten Führungsschiene (6) verläuft,
- einen Träger (14), welcher relativ zur zweiten Führungsschiene (11) verfahrbar gelagert
ist und auf welchem der wenigstens eine Führungsschlitten (8) anordenbar ist,
- eine Transfervorrichtung (15), mit welcher der wenigstens eine Führungsschlitten
(8) zumindest von der ersten Führungsschiene (6) auf den Träger (14) transferierbar
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Transfervorrichtung (15) wenigstens eine Steuerkontur (21) aufweist, welche zumindest
abschnittsweise gebogen ausgebildet ist, sodass der wenigstens eine Führungsschlitten
(8) beim Transfer von der ersten Führungsschiene (6) auf den Träger (14) zumindest
abschnittsweise in Richtung (Z) der zweiten Führungsschiene (11) bewegbar ist.
2. Führungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsschlitten (8) zumindest eine Laufrolle (12a) aufweist, welche entlang
der Steuerkontur (21) verfahrbar gelagert ist.
3. Führungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Transfervorrichtung (15) ein Adapterstück (15a) aufweist, an welchem die Steuerkontur
(21) angeordnet oder ausgebildet ist, wobei das Adapterstück (15a) an einem Endbereich
der ersten Führungsschiene (6) angeordnet ist und sich in einer Längsrichtung (L)
der ersten Führungsschiene (6) anschließt, sodass der Führungsschlitten (8) beim Transfer
von der ersten Führungsschiene (6) auf den Träger (14) zumindest abschnittsweise entlang
der Steuerkontur (21) des Adapterstückes (15a) bewegbar ist.
4. Führungssystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verriegelungsvorrichtung (16) zum lösbaren Verriegeln des Trägers (14) mit dem
Adapterstück (15a) vorgesehen ist.
5. Führungssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung (16) zumindest einen schwenkbar gelagerten Betätigungshebel
(16a) mit einer Verriegelungsstellung und einer Lösestellung aufweist, wobei der Träger
(14) in der Verriegelungsstellung des Betätigungshebels (16a) relativ zum Adapterstück
(15a) verriegelt ist und wobei der Träger (14) in der Lösestellung des Betätigungshebels
(16a) relativ zum Adapterstück (15a) entriegelt ist.
6. Führungssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung (16) zumindest einen Kraftspeicher (23) aufweist, durch
welchen der Betätigungshebel (16a) in Richtung der Verriegelungsstellung vorgespannt
ist.
7. Führungssystem nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungshebel (16a) ausgehend von der Verriegelungsstellung durch einen Transfer
des Führungsschlittens (8) von der ersten Führungsschiene (6) auf den Träger (14)
vom Führungsschlitten (8) beaufschlagbar und so in die Lösestellung bewegbar ist.
8. Führungssystem nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung (16) einen Verriegelungshebel (16b) zum Verriegeln des
Trägers (14) mit dem Adapterstück (15a) aufweist, wobei der Verriegelungshebel (16b)
durch den Betätigungshebel (16a) bewegbar ist.
9. Führungssystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungshebel (16a) eine Führung (19) aufweist, wobei der Verriegelungshebel
(16b) zur Steuerung einer Bewegung des Verriegelungshebels (16b) in oder entlang der
Führung (19) des Betätigungshebels (16a) führbar ist.
10. Führungssystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (19) zumindest abschnittsweise einen S-förmigen oder einen Z-förmigen
Verlauf aufweist.
11. Anordnung mit zumindest einem Türflügel (3b) und mit einem Führungssystem (5) nach
einem der Ansprüche 1 bis 10 zur Führung des zumindest einen Türflügels (3b).
12. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung zumindest einen zweiten Türflügel (3a) aufweist, welcher mit dem ersten
Türflügel (3b) über eine im Montagezustand vertikal verlaufende Achse gelenkig verbunden
ist.
13. Möbel (1) mit einem Führungssystem (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 und/oder
mit einer Anordnung nach Anspruch 11 oder 12.
14. Möbel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Möbel (1) einen Möbelkorpus (2) und wenigstens zwei relativ zum Möbelkorpus (2)
bewegbar gelagerte Türflügel (3a, 3b) aufweist, wobei die Türflügel (3a, 3b) in Montagelage
über eine vertikal verlaufende Achse miteinander gelenkig verbunden sind, wobei die
wenigstens zwei Türflügel (3a, 3b) durch das Führungssystem (5) zwischen einer ersten
Stellung, in welcher die Türflügel (3a, 3b) im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet
sind, und einer zweiten Stellung, in welcher die Türflügel (3a, 3b) im Wesentlichen
koplanar zueinander ausgerichtet sind, bewegbar sind.
15. Möbel nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein seitlicher Hohlraum (7a) zur Aufnahme der Türflügel (3a, 3b) vorgesehen
ist, wobei die Türflügel (3a, 3b) in der ersten Stellung, in welcher die Türflügel
(3a, 3b) im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sind, in den zumindest einen
seitlichen Hohlraum (7a) einschiebbar sind.