[0001] Die Erfindung betrifft ein ITE-Hörgerät mit einem Gehäuse, welches zum Einsetzen
in einen Ohrkanal eines Hörgeräteträgers vorgesehen ist und eine Gehäuseschale aufweist.
[0002] ITE (in the ear)-Hörgeräte zeichnen sich allgemein dadurch aus, dass wesentliche
Hörgerätekomponenten, wie beispielsweise eine Signalverarbeitungseinheit, ein Hörer
(Lautsprecher) sowie vorzugsweise auch ein Mikrofon innerhalb des Gehäuses angeordnet
ist, welches zur Anordnung im Ohrkanal ausgebildet ist. Vorliegend werden unter ITE-Hörgeräten
insbesondere auch ITC (in the canal)-, CIC (completely in the canal)- oder IIC (invisible
in the canal)-Hörgeräte verstanden. Bei diesen Hörgeräten handelt es sich dabei insbesondere
um sogenannte Hörhilfegeräte, die dafür ausgelegt sind, bei einer hörgeschädigten
Person einen Hörverlust durch eine geeignete Signalaufbereitung und Verstärkung zu
kompensieren.
[0003] Bei Hörgeräten ist häufig eine drahtlose Kommunikationsmöglichkeit vorgesehen, beispielsweise
zur Kommunikation mit externen Geräten, wie beispielsweise mit einem Smartphone oder
mit einem externen Audiogerät zur drahtlosen direkten Übertragung von Audiosignalen
oder auch beispielsweise speziell bei binauralen Hörgeräten zur Kommunikation zwischen
zwei Hörgeräten. Für diese Kommunikation ist allgemein ein geeigneter Empfänger/Sender
inklusive einer geeigneten Antenne erforderlich.
[0004] Ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei einem ITE-Hörgerät eine effiziente
drahtlose Kommunikation zu ermöglichen.
[0005] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch ein ITE-Hörgerät mit einem Gehäuse,
welches zum Einsetzen in einen Ohrkanal eines Hörgeräteträgers ausgebildet ist und
welches eine Gehäuseschale aufweist. Die Gehäuseschale wiederum weist eine Antenne
auf, die für eine drahtlose Kommunikation ausgebildet ist.
[0006] Die Antenne ist dabei speziell für das Senden und/oder Empfangen von Frequenzen im
Radiofrequenzbereich, beispielsweise im Bereich von 500 MHz bis einige GHz (5 bis
10 GHz) ausgebildet. Speziell ist die Antenne beispielsweise für eine Frequenz von
2,4 GHz ausgebildet, d.h. eine Resonanzfrequenz der Antenne ist auf diese Frequenz
eingestellt. Innerhalb des Hörgeräts ist typischerweise eine Sende/Empfangseinheit
angeordnet. Diese ist mit der Antenne verbunden und wertet in einem Empfangsmodus
die der Antenne empfangene Signale aus und leitet diese ggf. an eine Signalverarbeitungseinheit
weiter, die ebenfalls im Hörgerät, also in dem Gehäuse integriert ist. Umgekehrt ist
die Sendeeinheit zur Aufbereitung von Ansteuersignalen für die Antenne für einen Sendemodus
ausgebildet.
[0007] Im Hörgerät sind vorzugsweise weiterhin noch zumindest ein Mikrofon sowie ein Hörer
angeordnet. Vom Mikrofon empfangener akkustischer Schall wird in ein elektromagnetisches
Signal umgewandelt und an die Signalverarbeitungseinheit weitergeleitet, dort entsprechend
einer an die individuellen Hörverluste einer hörgeschädigten Person individuell aufbereitet,
um die Hörverluste dieser Person zu kompensieren. Die aufbereiteten Signale werden
schließlich an den Hörer abgegeben und dort typischerweise wieder in Schall gewandelt.
[0008] Von besonderer Bedeutung ist nunmehr, dass die Gehäuseschale, also die äußerste Begrenzung
des Gehäuses des Hörgeräts, die Antenne selbst aufweist. Die Antenne wird also bewusst
aus dem Inneren des Gehäuses in die Gehäuseschale verlegt.
[0009] Dies beruht auf der Überlegung, dass ITE-Hörgeräte insgesamt sehr klein gebaut sind,
dass gleichzeitig jedoch für eine effiziente drahtlose Signalübermittlung die Antenne,
speziell eine für den gewünschten Radio-Frequenzbereich abgestimmte Antenne, eine
ausreichende physikalische Länge aufweisen muss. Durch die Anordnung der Antenne auf
der Gehäuseschale wird daher ein Platz mit einer maximal möglichen Ausdehnung gewählt,
sodass sich eine effiziente Sende- oder Empfangsantenne ergibt.
[0010] In bevorzugter Ausgestaltung ist dabei die Antenne auf eine Außenseite der Gehäuseschale
aufgebracht. Die Außenseite bildet daher - abgesehen von der außen aufgebrachten Antenne
- den äußersten Oberflächenbereich des Gehäuses. Die Antenne ist daher von außen auf
die Gehäuseschale aufgebracht. Dadurch wird die maximal mögliche Gehäusegeometrie
ausgenutzt. Alternativ hierzu könnte die Antenne auch im Inneren der Gehäuseschale
integriert sein. Dies reduziert jedoch die maximale Größe, sodass die Anordnung auf
der Außenseite die bevorzugte Variante ist.
[0011] In bevorzugter Ausgestaltung weist die Antenne eine Leiterstruktur sowie einen folienartigen
Träger auf, auf dem die Leiterstruktur aufgebracht ist. Die Antenne ist daher nach
Art einer Folienantenne ausgebildet. Der folienartige Träger zusammen mit der darauf
angebrachten Leiterstruktur ist insbesondere als eine sogenannte Flex-PCB, also eine
flexible gedruckte Schaltung ausgebildet (flexible printed circuit board). Dieser
folienartige Träger ist auf die Außenseite der Gehäuseschale aufgebracht, beispielsweise
aufgeklebt. Alternativ ist auf den folienartigen Träger verzichtet und die Leiterstruktur
ist unmittelbar auf die Gehäuseschale aufgebracht.
[0012] Die Antenne ist weiterhin vorzugsweise umlaufend um die Gehäuseschale herum angebracht.
Sie ist daher quasi um die Gehäuseschale herumgewickelt. Die Antenne überdeckt dabei
einen Großteil der Außenseite der Gehäuseschale, beispielsweise zumindest die Hälfte,
vorzugsweise zumindest zwei Drittel oder auch zumindest 90% der Fläche der Außenseite
der Gehäuseschale. Das heißt, die von der Leiterstruktur der Antenne umschlossene
Fläche entspricht der Hälfte, 2/3 oder 90% der Fläche der Außenseite der Gehäuseschale.
[0013] Bei der Antenne handelt es sich in zweckdienlicher Ausgestaltung um eine Dipolantenne,
speziell um eine kapazitiv beladene Faltdipolantenne. Weiterhin wird als Dipolantenne
vorzugsweise eine sogenannte Faltdipolantenne verstanden. Unter Dipolantenne wird
zunächst allgemein eine Antenne verstanden, di eine in einer Antennenlängsrichtung
erstreckende Dipol-Leiterstruktur aufweist. Unter einer Faltdipolantenne wird eine
Antenne mit einer Dipol-Leiterstruktur verstanden, welche parallel zur Dipol-Leiterstrukur
einen zweiten Leiter aufweist, dessen Enden mit den Enden der Dipol-Leiterstruktur
verbunden sind. Unter "kapazitiver Beladung" wird weiterhin verstanden, dass am Ende
der Dipolarme der Dipolantenne, also der Dipol-Leiterstruktur zusätzliche Leiterstrukturelemente
angeordnet sind, durch die die Kapazität im Vergleich zu einer einfachen stabförmigen
Dipolantenne erhöht ist. Die kapazitive Beladung führt allgemein dazu, dass eine Resonanzfrequenz
der Dipolantenne reduziert wird bzw. umgekehrt, dass eine tatsächliche physikalische
Länge der Dipolantenne bei gleicher Resonanzfrequenz verringert ist. Dies bedeutet,
dass im Vergleich zu einer Antenne ohne kapazitive Beladung die Länge der Leiterstruktur
bei vorgegebener Resonanzfrequenz (entspricht Sende- und/oder Empfangsfrequenz) kürzer
ausgebildet sein kann. Dies ist aufgrund der geringen Platzverhältnisse bei einem
ITE-Hörgerät von besonderer Bedeutung.
[0014] In zweckdienlicher Ausgestaltung ist die Antenne weiterhin derart an der Gehäuseschale
angebracht, dass eine Hauptstrahlabrichtung in einer Längsrichtung des Gehäuses orientiert
ist. Diese Längsrichtung ist dabei allgemein durch eine Richtung definiert, die im
eingesetzten Zustand in Richtung zum Ausgang nach außen des Ohrkanals orientiert ist.
Da sich der Ohrkanal, also insbesondere der äußere Gehörgang, regelmäßig in Richtung
zum Mittelohr (Innenohr) hin verjüngt und das Gehäuse an die Geometrie des Ohrkanals
angepasst ist, verjüngt sich das Gehäuse ebenfalls in Richtung zum Innen-/Mittelohr.
Dies bedeutet umgekehrt, dass das Gehäuse sich in Längsrichtung, also nach außen hin,
verbreitert. Die Gehäuseschale ist regelmäßig nach außen in Längsrichtung zunächst
offen und weist dort eine äußere Öffnung auf. Über diese äußere Öffnung sind typischerweise
die Hörgerätekomponenten eingesetzt. Üblicherweise sind zumindest ein Teil dieser
Hörgerätkomponenten, wie beispielsweise Signalverarbeitungseinheit, Sende-/Empfangseinheit,
Mikrofon auf eine als "Faceplate" bezeichneten Trägerplatte angeordnet, welche insofern
die nach außen gerichtete Öffnung der Gehäuseschale verschließt und damit einen Teil
des Gehäuses bildet. Die Längsrichtung ist bevorzugt senkrecht zu dieser Faceplate
oder auch zu einer durch die äußere Öffnung definierten Fläche orientiert.
[0015] Durch die spezielle Anordnung der Antenne derart, dass die Hauptabstrahlrichtung
in diese Längsrichtung orientiert ist, wird eine sehr hohe Effizienz erreicht, da
eingehende und/oder ausgehende Signale möglichst unmittelbar empfangen/gesendet werden,
ohne dass diese durch Körperregionen hindurch dringen müssen.
[0016] Unter "Hauptabstrahlrichtung" wird dabei verstanden, dass zumindest 50% einer Sendeleistung
der Antenne parallel zur Längsrichtung oder in einen Winkelbereich abgestrahlt wird,
welcher durch einen Abstrahlwinkel von 30° oder maximal 50° bezüglich der Längsrichtung
definiert ist.
[0017] In zweckdienlicher Weise weist die Antenne in einem aufgefalteten Zustand einen zentralen
Anregungspunkt auf, von dem aus sich zwei gegenüberliegende Dipolarme in und entgegen
einer Antennen-Längsrichtung erstrecken. Endseitig dieser beiden Dipolarme sind Endstücke
ausgebildet, durch die die bereits erwähnte kapazitive Beladung erreicht ist. Die
Endstücke bilden zugleich auch die Verbindung der gegenüberliegenden Enden der Dipolstruktur
(in Antennenlängsrichtung gestreckter Leiter) mit dem zu der Dipolstruktur parallel
verlaufenden Leiter bei der Faltdipolantenne. Unter "aufgefalteter Zustand" wird ein
Ausgangszustand der Antenne vor dem Aufbringen auf die Gehäuseschale verstanden, wenn
also die Antenne in einer zweidimensionalen Ebene aufgefaltet ist. Dieses zweidimensionale
Flächengebilde wird dann um die Gehäuseschale zur Ausbildung einer dreidimensionalen
Antennenstruktur herum gelegt.
[0018] Die Endstücke sind dabei vorzugsweise jeweils U-förmig ausgebildet mit einem Basisschenkel
und zwei gegenüberliegenden U-Schenkeln. Die beiden U-Schenkel werden auch als U-Schenkelpaar
bezeichnet. Der Basisschenkel verbindet jeweils ein Ende der Dipolstruktur mit einem
Ende des parallel zur Dipolstruktur verlaufenden Leiters.
[0019] Diese beiden U-Schenkelpaare sind dabei vorzugsweise im aufgefalteten Zustand aufeinander
zu orientiert, sie sind also insofern in etwa spiegelbildlich zueinander angeordnet.
[0020] Bevorzugt weisen die beiden Dipolarme im Bereich des zentralen Anregungspunktes endseitige
Teilabschnitte auf, welche im Vergleich zu anderen Abschnitten der Dipolarme in Längsrichtung
betrachtet weiter vorne an einer äußeren Öffnung der Gehäuseschale verlaufen. In diesem
Umfangsbereich der nach vorne gezogenen Teilabschnitte verlaufen keine U-Schenkel
(Seitenschenkel) der Endstücke mehr. Dadurch ist insgesamt der Anregungspunkt möglichst
nahe an die äußere Öffnung herangeführt. In die äußere Öffnung ist in der Regel eine
Faceplate eingesetzt. Durch das Vorziehen der endseitigen Teilabschnitte und damit
des Anregungspunktes nahe zur Öffnung ist eine vorteilhafte Anschlussmöglichkeit des
Anregungspunktes an die Faceplate begünstigt.
[0021] In zweckdienlicher Weise ist weiterhin ein parallel zu den Dipolarmen ausgebildeter
Parallelarm vorgesehen, welcher ebenfalls die beiden gegenüberliegenden Endstücke
miteinander verbindet. Dieser Parallelarm definiert insofern den parallel zur Dipol-Leiterstruktur
verlaufenden Leiter einer Faldipolantenne.
[0022] Die derart definierte Leiterstruktur der Antenne hat sich als besonders vorteilhaft
erwiesen.
[0023] Unter dem zentralen Anregungspunkt wird allgemein ein Mittenbereich zwischen den
beiden Dipolarmen verstanden, an dem die Sende-/Empfangseinheit durch entsprechende
Leiteranschlüsse angeschlossen ist. Im Sendefall werden also an diesem Anregungspunkt
die Signale von der Sendeeinheit eingespeist. Im Falle des Empfangs eines Signals
wird das Signal am Anregungspunkt von der Empfangseinheit abgegriffen. Sende- und
Empfangseinheit nutzen dabei den gleichen Anregungspunkt und damit die gleichen Leiteranschlüsse.
[0024] Die Dipolarme sowie der Parallelarm sind vorzugsweise in einem Mittenbereich am Basisschenkel
der beiden Endstücke elektrisch leitend mit dem Basisschenkel verbunden. Der Basisschenkel
verläuft jeweils insbesondere senkrecht zu den Dipolarmen bzw. dem Parallelarm. Die
U-Schenkel verlaufen wiederum vorzugsweise parallel zu den Dipolarmen bzw. dem Parallelarm.
[0025] In zweckdienlicher Ausgestaltung sind die Dipolarme sowie insbesondere auch die parallel
hierzu verlaufenden U-Schenkel in einer Umfangsrichtung um die Gehäuseschale herum
umlaufend angeordnet. Die Umfangsrichtung ist dabei insbesondere senkrecht zur Längsrichtung
orientiert, d.h. die Dipolarme verlaufen zumindest annäherungsweise und/oder über
einen Großteil ihrer Länge (>75% der Länge) senkrecht zur Längsrichtung. Unter senkrecht
zur Längsrichtung wird hierbei auch eine Neigung von +/- 20° oder lediglich von +/-10°
zur Längsrichtung verstanden.
[0026] Durch diese Anordnung wird die zuvor erwähnte geeignete Abstrahlcharakteristik in
Längsrichtung begünstigt. Allgemein ist also die Antennen-Längsrichtung, welche im
Wesentlichen durch die Erstreckungsrichtung der Dipolarme definiert ist, in Umfangsrichtung
und damit quer zur Längsrichtung des Gehäuses orientiert.
[0027] In zweckdienlicher Weise sind die U-förmigen Endstücke an der Gehäuseschale mit ihren
Basisschenkeln einander gegenüberliegend angeordnet. Zwischen den beiden Basisschenkeln
ist vorzugsweise keine weitere Leiterstruktur der Antenne angeordnet. Die Basisschenkel
sind dabei vorzugsweise über lediglich einen geringen Abstand (<10% oder <5% des Umfangs)
voneinander beabstandet, d.h. die gesamte Antennenstruktur ist weitgehend vollständig
umlaufend um die Gehäuseschale herum (Winkelbereich >340°, vorzugsweise >350°) angeordnet.
[0028] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert.
Diese zeigen:
- Fig. 1A bis 1D
- verschiedene Ansichten einer Gehäuseschale eines ITE-Hörgeräts mit aufgebrachter Antenne
sowie
- Fig. 2
- die Antenne im aufgefalteten Ausgangszustand.
[0029] In den Figuren sind gleich wirkende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0030] Die in den Fig. 1A bis 1D dargestellte Gehäuseschale 2 bildet Teil eines Gehäuses
4 eines ITE-Hörgerätes. Das Gehäuse 4 und speziell die Gehäuseschale 2 ist in seiner
Außenform an die typische Geometrie eines Ohrkanals angepasst und ist insofern zum
Einsetzen in den Ohrkanal einer Person, speziell einer hörgeschädigten Person, ausgebildet.
Die Gehäuseschale 2 verbreitert sich dabei typischerweise von einem inneren Endbereich
und einer dort befindlichen inneren Öffnung der Gehäuseschale 6 zu einem äußeren Endbereich
und einer dort befindlichen äußeren Öffnung 8 der Gehäuseschale 2. An beiden Endseiten
der Endbereiche ist die Gehäuseschale 2 also offen. In der inneren Öffnung 6 ist beim
endgefertigten Hörgerät typischerweise ein Hörer (Lautsprecher) angeordnet. An der
gegenüberliegenden äußeren Öffnung 8 wird typischerweise eine sogenannte "Faceplate"
eingesetzt, die vorliegend nicht näher dargestellt ist. Die äußere Öffnung 8 weist
im Ausführungsbeispiel zumindest in etwa eine rechteckförmige Ausgestaltung mit zwei
Langseiten und zwei Kurzseiten auf, wobei die Eckbereiche abgerundet sind. Auch können
die Seiten - wie beispielsweise dargestellt eine der Kurzseiten - bogenförmig ausgebildet
sein. Auf dieser erwähnten, hier nicht näher dargestellten Faceplate sind die wesentlichen
Hörgerätekomponenten, wie beispielsweise Signalverarbeitungseinheit, Mikrofon, eine
Sende/Empfangseinheit zum Empfangen/Senden von drahtlosen Signalen usw. angeordnet.
Diese Faceplate verschließt dabei die äußere Öffnung 8 und ist damit insofern ein
Teil des Gehäuses 4.
[0031] Das Gehäuse 4 erstreckt sich allgemein in einer Längsrichtung 12, die von der inneren
Öffnung Endbereich 6 zur äußeren Öffnung 8 orientiert ist. Speziell ist die Längsrichtung
12 senkrecht zu der Fläche der äußeren Öffnung 8 orientiert.
[0032] Im Ausführungsbeispiel weist die Gehäuseschale 2, speziell durch die Ausgestaltung
der äußeren Öffnung 8 als rechteckförmige Öffnung zwei gegenüberliegende Hauptseiten
14A, 14B sowie zwei gegenüberliegende Nebenseiten 16A, 16B auf.
[0033] Die Gehäuseschale 2 weist allgemein eine Außenseite 18 auf. Auf diese ist eine Antenne
20 aufgebracht, wie sie speziell in der Fig. 2 in einem aufgefalteten Ausgangszustand
dargestellt ist. Diese Antenne 20 weist eine spezielle Leiterstruktur 22 auf, die
durch Metallbahnen, insbesondere Kupfer-Leiterbahnen gebildet ist. In einer Ausführungsvariante
ist die Leiterstruktur 22 auf einen folienartigen Träger 24 angebracht, sodass die
Antenne 20 insgesamt nach Art einer flexiblen gedruckten Schaltung ausgebildet ist.
Der folienartige Träger 24 ist in der Fig. 2 beispielhaft durch eine gestrichelte
Linie angedeutet.
[0034] Wie aus der Fig. 2 zu entnehmen ist, weist die Antenne 20, speziell die Leiterstruktur
22, im aufgefalteten Ausgangszustand zwei Dipolarme 26 auf, die ausgehend von einem
zentralen Anregungspunkt 28, sich in bzw. entgegen einer Antennenlängsrichtung 30
geradlinig erstrecken. Parallel zu diesen beiden Dipolarmen 26 ist im Ausführungsbeispiel
ein Parallelarm 32 vorgesehen, welcher sich ebenfalls in Antennenlängsrichtung 30
erstreckt. Die beiden Dipolarme 26 sind am zentralen Anregungspunkt 28 voneinander
beabstandet. Am Anregungspunkt 28 sind die beiden Dipolarme 26 über Anschlussleitungen
34 kontaktiert und mit einer hier nicht näher dargestellten Sende-/Empfangseinheit
verbunden.
[0035] Endseitig der Dipolarme 26 ist jeweils eine kapazitive Beladung der Antenne 20 ausgebildet.
Hierzu schließt sich an jeden Dipolarm 26 endseitig jeweils ein U-förmiges Endstück
36 an, welches im Ausführungsbeispiel jeweils einen Basisschenkel 38 sowie zwei Seitenschenkel
40 aufweist. Die Seitenschenkel 40 verlaufen dabei vorzugsweise jeweils parallel zu
den Dipolarmen 26 und damit parallel zur Antennenlängsrichtung 30. Die Seitenschenkel
40 der beiden Endstücke 36 sind aufeinander zu orientiert, d.h. die durch die Endstücke
36 jeweils ausgebildeten U-förmigen Leiterbahnstrukturen sind mit ihren offenen U-Enden
zueinander orientiert und insofern spiegelbildlich zueinander angeordnet. Die Seitenschenkel
40 erstrecken sich vorzugsweise über eine vergleichsweise große Länge der gesamten
Antennenstruktur, beispielsweise über eine Länge, die im Bereich zwischen dem 0,25-Fachen
und dem 0,4-Fachen der gesamten Länge L der Antenne 20 liegt. Die Länge L der Antenne
20 ist im Ausführungsbeispiel durch den Abstand in Antennenlängsrichtung 30 zwischen
den beiden Basisschenkeln 38 definiert.
[0036] Die Anordnung dieser in Fig. 2 dargestellten Antenne auf der Gehäuseschale 2 ist
in den Fig. 1A bis 1D dargestellt. Die Antenne 20 ist allgemein um die Gehäuseschale
2 herumgewickelt, d.h. sie ist in einer Umfangsrichtung 42 herum um die Gehäuseschale
2 gelegt. Die Umfangsrichtung 42 verläuft dabei in etwa senkrecht zur Längsrichtung
12. Sie entspricht dabei im Wesentlichen oder exakt der Antennenlängsrichtung 30.
[0037] Die Antenne 20 weist dabei insgesamt eine Länge L auf, die nahezu dem Umfang der
Gehäuseschale 2 entspricht und beispielsweise im Bereich zwischen 70% und 95%, des
Gehäuseumfangs liegt.
[0038] Wie aus der Fig. 1A zu entnehmen ist, die einen Blick auf die erste Hauptseite 14A
sowie die erste Nebenseite 16A zeigt, liegen die Endbereiche der Antenne 20, speziell
die Endstücke 36, einander gegenüber an der Gehäuseschale 2 an. Die beiden Basisschenkel
38 sind daher zueinander orientiert und die jeweiligen Seitenschenkel 40 sind voneinander
weg orientiert. Zwischen den beiden Basisschenkeln 38 ist ein freier Raum ausgebildet,
in dem keine Leiterbahnen angeordnet sind. Die Seitenschenkel 40 sowie auch die Dipolarme
26 verlaufen in Umfangsrichtung 42, zumindest im Bereich der Hauptseiten14A, 14B.
[0039] Die Fig. 1B zeigt eine Perspektive der Gehäuseschale 2 mit Blickrichtung auf die
zweite Hauptseite 14B sowie teilweise noch auf die erste Nebenseite 16A. Zu erkennen
ist, dass die Dipolarme 26 sowie auch der Parallelarm 32 ebenfalls an der ersten Hauptseite
parallel oder zumindest im Wesentlichen parallel zur Umfangsrichtung 42 verlaufen.
Die Dipolarme 26 sind in einem Übergangsbereich - bevorzugt im Bereich der Nebenseiten
16A,16B - in Längsrichtung 12 nach vorne gezogen, d.h. im Übergangsbereich verlaufen
die Abschnitte der Dipolarme 26 nicht senkrecht zur Längsrichtung. Hierdurch wird
erreicht, dass Teilabschnitte der Dipolarme bezüglich der Längsrichtung 12 auf unterschiedlichen
Längenniveaus senkrecht zur Längsrichtung 12 verlaufen. Der nach vorne gezogene Teilabschnitt
26A verläuft bevorzugt zumindest etwa auf der gleichen axialen Höhe wie ein jeweiliger
- in Längsrichtung 12 betrachtet - vorderer Seitenschenkel 40.
[0040] Im Bereich der nach vorne gezogenen Teilabschnitte 26A verlaufen die Seitenschenkel
40 nicht mehr. Die nach vorne gezogenen Teilabschnitte 26 A liegen dabei in dem Mittenbereich
der Antenne, an der der Anregungspunkt 28 angeordnet ist. Speziell verlaufen diese
nach vorne gezogenen Teilabschnitte 26A der Dipolarme 26 nahe und parallel zur äußeren
Öffnung 10. Der zentrale Anregungspunkt 28 ist daher auch sehr nahe an der äußeren
Öffnung 10 angeordnet und damit unmittelbar benachbart zu der Faceplate. Die elektrische
Anbindung und Kontaktierung der beiden Dipolarme 26 an dem Anregungspunkt 28 erfolgt
beispielsweise durch Anschlussleitungen, die von außen kontaktiert sind oder alternativ
auch durch die Gehäuseschale 2 hindurchgeführt sind.
[0041] Die Fig. 1C zeigt schließlich eine Ansicht auf die zweite Nebenseite 16B sowie die
zweite Hauptseite 14B. Die Fig. 1D zeigt wiederum eine Perspektive mit Ansicht auf
die erste Nebenseite 16A sowie die zweite Hauptseite 14B. Aus diesen beiden Figuren
ist gut zu erkennen, dass die Dipolarme 26 sowie der Parallelarm 32 im Bereich der
Nebenseiten 16A, 16B jeweils in Längsrichtung 4 nach vorne geführt sind. Das heißt,
im Bereich der Nebenseiten 16A, 16B verläuft der Dipolarm sowie der Parallelarm schräg
orientiert zur Längsrichtung 12.
[0042] Mit der hier beschriebenen Anordnung der Antenne 20 auf der Außenseite 18 der Gehäuseschale
2 in Verbindung mit der speziellen Struktur der Antenne 20 wird insgesamt eine effiziente
und sensitive Antenne 20 ausgebildet, die eine Hauptabstrahl- und Hauptempfangsrichtung
in bzw. entgegen der Längsrichtung 12 aufweist. Die Antenne 20 zeichnet sich dabei
durch die kapazitive Beladung durch die Anordnung der Endstücke 36 aus. Durch die
Anordnung auf der Außenseite 18 wird eine möglichst große physikalische Länge der
gefalteten Dipolantenne 20 geschaffen.
[0043] Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt.
Vielmehr sind auch andere Ausgestaltungen im Rahmen des durch die Ansprüche definierten
Umfangs möglich.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 2
- Gehäuseschale
- 4
- Gehäuse
- 6
- innere Öffnung
- 8
- äußere Öffnung
- 12
- Längsrichtung
- 14A
- erste Hauptseite
- 14B
- zweite Hauptseite
- 16A
- erste Nebenseite
- 16B
- zweite Nebenseite
- 18
- Außenseite
- 20
- Antenne
- 22
- Leiterstruktur
- 24
- folienartiger Träger
- 26
- Dipolarm
- 26A
- Teilabschnitt
- 28
- Anregungspunkt
- 30
- Antennenlängsrichtung
- 32
- Parallelarm
- 34
- Anschlussleitung
- 36
- Endstück
- 38
- Basisschenkel
- 40
- Seitenschenkel
- 42
- Umfangsrichtung
- L
- Länge
1. ITE-Hörgerät mit einem Gehäuse (4), welches zum Einsetzen in einen Ohrkanal eines
Hörgeräteträgers vorgesehen ist und eine Gehäuseschale (2) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gehäuseschale (2) eine Antenne (20) aufweist.
2. Hörgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antenne (20) auf die Außenseite (18) der Gehäuseschale (2) aufgebracht ist.
3. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antenne (20) eine Leiterstruktur (22) aufweist, die auf einem folienartigen Träger
(24) aufgebracht ist, welcher auf die Gehäuseschale (2) aufgebracht ist.
4. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei der Antenne (20) um eine Dipolantenne handelt.
5. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei der Antenne (20) um eine Faltdipolantenne handelt.
6. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei der Antenne (20) um eine kapazitiv beladene, Dipolantenne handelt.
7. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gehäuseschale (2) sich in einer Längsrichtung (12) verbreitert und dass die Antenne
(20) derart an der Gehäuseschale (2) angebracht ist, dass eine Hauptabstrahlrichtung
der Antenne (20) in Längsrichtung orientiert ist.
8. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antenne (20) in einem aufgefalteten Zustand einen zentralen Anregungspunkt (28)
aufweist, von dem aus sich zwei gegenüberliegende Dipolarme (26) in und entgegen einer
Antennenlängsrichtung (30) erstrecken, wobei endseitig der Dipolarme (26) abgewinkelte
Endstücke (36) ausgebildet sind, durch die die kapazitive Beladung ausgebildet ist.
9. Hörgerät nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Endstücke (36) jeweils U-förmig sind mit jeweils einem U-Schenkelpaar und einem
Basisschenkel (38).
10. Hörgerät nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass die gegenüberliegenden U-Schenkelpaare aufeinander zu orientiert sind.
11. Hörgerät nach einem der Ansprüche 8 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Dipolarme (26) im Bereich des zentralen Anregungspunktes (28) Teilabschnitte
(26A) aufweisen, welche im Vergleich zu anderen Abschnitten der Dipolarme (26) in
Längsrichtung (12) betrachtet weiter vorne an einer äußeren Öffnung (8) der Gehäuseschale
verlaufen.
12. Hörgerät nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dipolarme (26) in einer Umfangsrichtung (42) um die Gehäuseschale (2) umlaufen.
13. Hörgerät nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Basisschenkel (38) und an der Gehäuseschale (2) (38) einander gegenüberliegend
angeordnet sind.