[0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrzeugbremsanlage gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen
Anspruchs 1 und ein landwirtschaftliches Zugfahrzeug gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen
Anspruchs 13.
[0002] Bekannte Fahrzeugbremsanlagen in landwirtschaftlichen Zugfahrzeugen umfassen Ventilanordnungen
zum Bremsen, insbesondere mit einer ersten und/oder zweiten Ventileinrichtung bzw.
Ventilen, die insbesondere in einer Kabine des Zugfahrzeugs angeordnet sind. Aufgrund
dieser Anordnung der Ventilanordnungen weist die Fahrzeugbremsanlage eine komplexe
Führung der Leitungen und Anschlüsse auf, d.h. die Hydraulikversorgung und die Radzylinder
zum Bremsen eines Rades können an einem Fahrgestell angeordnet und ein Grossteil der
Ventilanordnung in der Kabine. Nachteile der bekannten Ventilanordnung sind somit,
dass diese einen grossen Einbauraum in der Kabine, insbesondere am Bremspedal, benötigen
und hydraulische Störgeräusche in die Kabine übertragen. Das der Erfindung zu Grunde
liegende Problem wird somit darin gesehen eine Fahrzeugbremsanlage und ein landwirtschaftliches
Zugfahrzeug bereitzustellen, die bekannten Fahrzeugbremsanlagen und landwirtschaftlichen
Zugfahrzeug optimieren.
[0003] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es daher eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung eine Fahrzeugbremsanlage und ein landwirtschaftliches Zugfahrzeug vorzuschlagen,
welche die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile weitgehend vermeidet, insbesondere
eine Fahrzeugbremsanlage und ein landwirtschaftliches Zugfahrzeug vorzuschlagen, die
konstruktiv einfacher ausgestaltet sind, beispielsweise temperaturunabhängig und/oder
wartungsfrei sind, und/oder weniger Einbauraum benötigen und/oder Störgeräusche verringern
und/oder vermeiden.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Fahrzeugbremsanlage mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und ein und ein landwirtschaftliches Zugfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs
13 gelöst.
[0005] Die abhängigen Ansprüche beziehen sich auf besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0006] Erfindungsgemäß wird eine Fahrzeugbremsanlage vorgeschlagen. Die Fahrzeugbremsanlage
umfasst einen ersten Hauptzylinder mit einem ersten Hauptzylinderanschluss und eine
erste Betätigungseinrichtung mit einem ersten Betätigungsanschluss. Der erste Hauptzylinderanschluss
ist in Strömungsverbindung mit dem ersten Betätigungsanschluss, diese sind also insbesondere
strömungsverbunden, und die erste Betätigungseinrichtung ist mit dem ersten Hauptzylinder
betreibbar, bevorzugt derart einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt
betätigbar. Die Fahrzeugbremsanlage umfasst weiter einen ersten Bremskreis, insbesondere
einen hydraulischen Bremskreis, der zwischen einer Pumpe und einem ersten Radzylinder,
insbesondere einem ersten hydraulischen Radzylinder, vorgesehen ist, insbesondere
angeordnet ist. Die Pumpe ist dabei im ersten Bremskreis betreibbar, insbesondere
auch angeordnet, um Druck zu erzeugen und ein Fluid, insbesondere Hydraulikflüssigkeit
oder Hydrauliköl, innerhalb des ersten Bremskreises zu bewegen. Im ersten Bremskreis
ist ausserdem eine erste Ventileinrichtung vorgesehen, insbesondere angeordnet. Die
erste Ventileinrichtung ist zwischen einer ersten Konfiguration, also insbesondere
eine erste Schaltstellung, in der eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe und
dem ersten Radzylinder hergestellt ist, insbesondere mittels der ersten Ventileinrichtung
hergestellt ist, und einer zweiten Konfiguration, insbesondere einer zweiten Schaltstellung,
beweglich, in der eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe und dem ersten Radzylinder
verhindert ist, insbesondere mittels der ersten Ventileinrichtung verhindert ist.
Darüber hinaus ist die erste Ventileinrichtung, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung
mit dem ersten Hauptzylinder betätigt wird, mit der ersten Betätigungseinrichtung
betreibbar oder derart betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders
bevorzugt betätigbar oder derart betätigbar, dass die erste Ventileinrichtung in die
erste Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird.
[0007] Mit anderen Worten, die erste Ventileinrichtung ist betreibbar, um in einer ersten
Konfiguration eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe und dem ersten Radzylinder
herzustellen und in einer zweiten Konfiguration eine Strömungsverbindung zwischen
der Pumpe und dem ersten Radzylinder zu verhindern. Dabei ist die die erste Ventileinrichtung,
insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung mit dem ersten Hauptzylinder betätigt
wird, mit der ersten Betätigungseinrichtung betreibbar oder derart betreibbar, bevorzugt
einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar oder derart betätigbar,
dass die erste Ventileinrichtung in die erste Konfiguration, insbesondere von der
zweiten Konfiguration in die erste Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird.
[0008] Der erste Hauptzylinderanschluss und der erste Betätigungsanschluss können jeweils
Einlass und Auslass für das Fluid sein. Ausserdem steht der erste Hauptzylinderanschluss,
beispielsweise mittels einer ersten Betätigungsleitung, in Verbindung mit dem ersten
Betätigungsanschluss. Der erste Hauptzylinder ist also mit der ersten Betätigungseinrichtung
in Strömungsverbindung bzw. der erste Hauptzylinder ist mit der ersten Betätigungseinrichtung
strömungsverbunden. Der erste Hauptzylinder kann eine erste Hauptzylinderkammer und
einen in der ersten Hauptzylinderkammer angeordneten ersten Hauptzylinderkolben umfassen.
Dabei kann der erste Hauptzylinderanschluss ein Einlass und Auslass der ersten Hauptzylinderkammer
des ersten Hauptzylinders sein. Der erste Hauptzylinderkolben ist in der ersten Hauptzylinderkammer
durch Beaufschlagung mit Druck in eine bezogen auf die erste Hauptzylinderkammer eingefahrene
und ausgefahrene Stellung bringbar. Der erste Hauptzylinder, insbesondere der erste
Hauptzylinderkolben, kann durch ein betätigbares Bremspedal, das insbesondere in der
Kabine eines landwirtschaftlichen Zugfahrzeugs angeordnet sein kann, betätigt werden.
Der erste Hauptzylinder kann also durch das von einem Benutzer betätigbare Bremspedal
betätigt werden.
[0009] Die Fahrzeugbremsanlage weist einen ersten Bremskreis auf. Der erste Radzylinder
kann derart ausgestaltet sein, dass eines oder mehrere vordere und/oder hintere Räder,
insbesondere angetriebene Räder, mit dem ersten Radzylinder bremsbar ist bzw. gebremst
wird. Der erste Bremskreis, insbesondere der erste Radzylinder, kann an das eine oder
mehrere hintere Räder und/oder an das eine oder mehrere vorderen Räder gekoppelt sein.
Der erste Bremskreis, insbesondere der erste Radzylinder, ist ausgestaltet, als Reaktion
auf eine Betätigung des Bremspedals eines oder mehrere vordere und/oder hintere Räder,
insbesondere angetriebene Räder, zu bremsen. Als Reaktion auf eine Betätigung des
Bremspedals kann der erste Radzylinder eines oder mehrere vordere und/oder hintere
Räder bremsen.
[0010] Der erste Bremskreis kann physikalisch in einem Hydraulikaggregat bereitgestellt
werden. Die Fahrzeugbremsanlage kann das Hydraulikaggregat umfassen. Das Hydraulikaggregat
kann so konfiguriert sein, dass es für eine Bremskraftverteilung und/oder Antriebssteuerung
als Teil eines allgemeinen elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) des Zugfahrzeugs
sorgt, da bereits viele derselben Ausstattungskomponenten von der Fahrzeugbremsanlage
bereitgestellt werden können. Die Fahrzeugbremsanlage kann eine Brems-Antiblockierfunktionalität
aufweisen, um beim scharfen Bremsen oder Bremsen auf reibungsarmen Oberflächen ein
Blockieren der Räder und ein Schleudern zu verhindern. Obwohl das Hydraulikaggregat
in Fahrzeugbremsanlagen mit Antiblockier- und sonstigen Funktionen eingesetzt werden
kann, ist seine Anwendung nicht auf solche Systeme begrenzt.
[0011] Die erste Ventileinrichtung kann ein erstes Bremsventil umfassen, insbesondere ein
erstes Bremsventil sein, das nur im ersten Bremskreis oder im ersten und einem zweiten
Bremskreis angeordnet sein kann. Die erste Ventileinrichtung, insbesondere das erste
Bremsventil, kann standardmäßig die zweite Konfiguration einnehmen. Die erste Ventileinrichtung,
insbesondere das erste Bremsventil, und/oder eine zweite Ventileinrichtung, insbesondere
ein zweites Bremsventil können beispielsweise als ein betätigbares 4/2 oder 5/2 oder
4/3 oder 5/3 Wegeventil mit vier oder fünf Anschlüsse ausgeführt sein. Die erste Ventileinrichtung,
insbesondere das erste Bremsventil, können zumindest die erste und zweite Konfiguration
umfassen, wobei die erste Konfiguration eine Durchflussstellung ist und die zweite
Konfiguration eine Sperrstellung ist.
[0012] Die erste Betätigungseinrichtung kann zur Ausübung einer Schaltkraft S auf die erste
Ventileinrichtung ausgebildet sein. Die erste Betätigungseinrichtung kann die erste
Ventileinrichtung mit Druck betätigen. Die erste Betätigungseinrichtung kann beispielsweise
ein erstes Druckventil, beispielsweise ein Kolben, mit dem ersten Betätigungsanschluss
umfassen, wobei, wenn der erste Betätigungsanschluss vom ersten Hauptzylinder mit
eine Kraft, insbesondere mit Druck, beaufschlagt wird, das erste Druckventil die erste
Ventileinrichtung in die erste Konfiguration bewegt, insbesondere die erste Ventileinrichtung
mit dem ersten Druckventil von der zweiten Konfiguration in die erste Konfiguration
bewegbar ist oder bewegt wird. Die ersten Betätigungseinrichtung und die erste Ventileinrichtung
können derart ausgestaltet und betreibbar sein, dass, insbesondere wenn die erste
Betätigungseinrichtung mit dem ersten Hauptzylinder betätigt wird, die erste Betätigungseinrichtung
die erste Ventileinrichtung mit der Schaltkraft S betätigt, sodass die erste Ventileinrichtung
in die erste Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Die erste Betätigungseinrichtung
kann auch als ein integraler Bestandteil der ersten Ventileinrichtung, insbesondere
des ersten Bremsventils, ausgebildet sein. Die erste Betätigungseinrichtung kann als
Aktuator oder aber auch als ein Vorsteuerventil (z. B. einem elektromagnetisch gesteuerten,
im Ruhezustand offenen Zweistellungsventil) oder als ein erste Nebenzylinder ausgebildet
sein. Der erste Nebenzylinder kann eine erste Nebenzylinderkammer und einen in der
ersten Nebenzylinderkammer angeordneten ersten Nebenzylinderkolben umfassen. Dabei
kann der erste Betätigungsanschluss ein Einlass und Auslass der ersten Nebenzylinderkammer
des ersten Nebenzylinders sein. Der erste Nebenzylinderkolben kann in der ersten Nebenzylinderkammer
durch Beaufschlagung mit Druck in eine bezogen auf die erste Nebenzylinderkammer eingefahrene
und ausgefahrene Stellung bringbar sein. Der erste Nebenzylinder, insbesondere der
erste Nebenzylinderkolben, kann, wenn der erste Betätigungsanschluss vom ersten Hauptzylinder
mit Druck beaufschlagt wird, die erste Ventileinrichtung in die erste Konfiguration
bewegen, insbesondere die erste Ventileinrichtung von der zweiten Konfiguration in
die erste Konfiguration bewegen.
[0013] Die Pumpe kann mittels einer Leitung mit einer Speicherladeeinrichtung, insbesondere
einem Speicherladeventil verbunden, insbesondere in Strömungsverbindung oder strömungsverbunden
sein. Die Pumpe kann auch als eine erste und zweite Pumpe ausgebildet sein. Der erste
Bremskreises kann, beispielsweise mittels einer ersten Bremsleitung, die Speicherladeeinrichtung
mit der ersten Ventileinrichtung, insbesondere dem ersten Bremsventil verbinden. Darüber
hinaus kann der erste Bremskreis, insbesondere mittels einer weiteren ersten Bremsleitung,
die erste Ventileinrichtung mit dem ersten Radzylinder verbinden. Zwischen der Speicherladeeinrichtung
und der ersten Ventileinrichtung kann an oder in der ersten Bremsleitung ein erster
Speicher, bevorzugt ein erster Behälter, besonders bevorzugt ein erster Druckspeicher
angeordnet sein. Der erste Druckspeicher kann eine Blase umfassen. Der erste Speicher
oder erste Behälter können mit der ersten Bremsleitung in Strömungsverbindung bzw.
strömungsverbunden und/oder der Speicherladeeinrichtung in Strömungsrichtung nachgeordnet
sein. Die Pumpe kann ausserdem mit einem Fluidbehälter in Strömungsverbindung bzw.
strömungsverbunden und/oder dem Fluidbehälter in Strömungsrichtung nachgeordnet sein.
Die Pumpe kann eine Druckquelle, insbesondere eine Hydraulikpumpe sein. Der erste
Bremskreis kann also von der Pumpe bis zum erste Radzylinder ausgebildet sein. Im
Weiteren kann der erste Bremskreis die erste Bremsleitung, die weitere erste Bremsleitung,
die erste Ventileinrichtung, den ersten Radzylinder und die erste Betätigungseinrichtung
umfassen.
[0014] Wesentlich für die Erfindung ist, dass die erste Ventileinrichtung, insbesondere
wenn die erste Betätigungseinrichtung mit dem ersten Hauptzylinder betätigt wird,
mit der ersten Betätigungseinrichtung betreibbar ist, dass die erste Ventileinrichtung
in die erste Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Dadurch kann eine Fahrzeugbremsanlage
mit einem geschlossenen Haupt-Neben-System, hier erster Hauptzylinder und erste Betätigungseinrichtung,
insbesondere und/oder ein zweiter Hauptzylinder und/oder mit einer zweiten Betätigungseinrichtung,
realisiert werden, wobei der erste und/oder zweite Hauptzylinder vorteilhafterweise
wesentlich kleiner ausgeführt und insbesondere direkt mit dem Bremspedal verbunden
sein können. Weiterer Vorteil ist, dass die Fahrzeugbremsanlage, insbesondere das
Fluid, keine Einschränkungen im Modulationsverhalten und der Ansprechzeit bei niedriger
Umgebungstemperatur aufweist. Die Erfindung ermöglicht somit vorteilhafterweise eine
hochdynamische und/oder temperaturunabhängige und/oder wartungsfreie Fahrzeugbremsanlage,
insbesondere mit minimalem Einbauraum um das Bremspedal und/oder reduziertem Leitungsführungsaufwand
zur Kabine (geringere Anzahl von Leitungen und kleinerer Querschnitt) und/oder Geräuschreduzierung.
Darüber hinaus kann die Fahrzeugbremsanlage unabhängig vom Lenkungsrücklauf betrieben
werden und ist insbesondere nicht mit dem Lenkungsrücklaufs verbunden. Im Weiteren
kann mittels der Fahrzeugbremsanlage vorteilhafterweise ein kleiner kontinuierlicher
Fluidstrom und/oder Fluiddruck, bevorzugt der Hydraulikflüssigkeit, besonderes bevorzugt
des Hydrauliköls, realisiert werden, wodurch auf eine Überwachung des Fluid verzichtet
werden kann.
[0015] In Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Fahrzeugbremsanlage einen zweiten Bremskreis,
insbesondere einen zweite hydraulischen Bremskreis, der zwischen der Pumpe und einem
zweiten Radzylinder, insbesondere einem zweiten hydraulischen Radzylinder vorgesehen
ist, insbesondere angeordnet ist. Die Pumpe ist im zweiten Bremskreis betreibbar,
insbesondere betreibbar und angeordnet, um Druck zu erzeugen und das Fluid innerhalb
des zweiten Bremskreises zu bewegen. Der zweite Radzylinder kann derart ausgestaltet
sein, dass eines oder mehrere vordere und/oder hintere Räder, insbesondere angetriebene
Räder, mit dem zweiten Radzylinder bremsbar ist bzw. gebremst wird. Der zweite Bremskreis,
insbesondere der zweite Radzylinder, kann an das eine oder mehrere hintere Räder und/oder
an das eine oder mehrere vorderen Räder gekoppelt sein. Der zweite Bremskreis, insbesondere
der zweite Radzylinder, ist ausgestaltet, als Reaktion auf eine Betätigung des Bremspedals
eines oder mehrere vordere und/oder hintere Räder, insbesondere angetriebene Räder,
zu bremsen. Als Reaktion auf eine Betätigung des Bremspedals kann der zweite Radzylinder
eines oder mehrere vordere und/oder hintere Räder bremsen. Im Speziellen kann der
erste Bremskreis, insbesondere der erste Radzylinder, an die hinteren Räder und der
zweite Bremskreis, insbesondere der zweite Radzylinder, an die vorderen Räder gekoppelt
sein. Ebenso kann aber auch der erste Bremskreis an eines oder mehrere hintere oder
vordere Räder und der zweite Bremskreis an eines oder mehrere weitere hintere oder
weitere vordere Räder gekoppelt sein. Der erste und zweite Bremskreise können insbesondere
in Kreise für jeweils eines oder mehrere hintere Räder und/oder jeweils eines oder
mehrere vordere Räder unterteilt sein. Der erste und/oder zweite Bremskreis können
physikalisch im Hydraulikaggregat bereitgestellt werden. Der zweite Bremskreis, insbesondere
der zweite Radzylinder, kann ausgestaltet sein, als Reaktion auf eine Betätigung des
Bremspedals ein vorderes und/oder hinteres Rad, insbesondere ein vorderes und/oder
hinteres angetriebenes Rad, zu bremsen. Als Reaktion auf eine Betätigung des Bremspedals
kann der zweite Radzylinder also das vordere und/oder hintere Rad bremsen. Falls die
Pumpe als eine erste und zweite Pumpe ausgebildet ist, kann der erste Bremskreis zwischen
der ersten Pumpe und dem ersten Radzylinder ausgebildet sein, insbesondere angeordnet
sein, und der zweite Bremskreis kann zwischen der zweiten Pumpe und dem zweiten Radzylinder
ausgebildet sein, insbesondere angeordnet sein. Die erste Pumpe kann somit im ersten
Bremskreis betreibbar sein, um Druck zu erzeugen und Fluid, insbesondere Hydraulikflüssigkeit,
innerhalb des ersten Bremskreises zu bewegen, und die zweite Pumpe im zweiten Bremskreis
betreibbar sein, um Druck zu erzeugen und Fluid innerhalb des zweiten Bremskreises
zu bewegen. Vorteilhafterweise ermöglichen ein erster und zweiter Bremskreis eine
unterschiedliche Abbremsung und/oder eine redundante Fahrzeugbremsanlage.
[0016] In Ausgestaltung der Erfindung ist im ersten und zweiten Bremskreis die erste Ventileinrichtung,
insbesondere das erste Bremsventil, vorgesehen, insbesondere angeordnet. Die erste
Ventileinrichtung ist zwischen einer ersten Konfiguration, in der eine Strömungsverbindung
zwischen der Pumpe und dem ersten und zweiten Radzylinder hergestellt ist, insbesondere
mittels der ersten Ventileinrichtung hergestellt ist, und einer zweiten Konfiguration
beweglich, in der eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe und dem ersten und zweiten
Radzylinder verhindert ist, insbesondere mittels der ersten Ventileinrichtung verhindert
ist. Die erste Ventileinrichtung ist, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung
mit dem ersten Hauptzylinder betätigt wird, mit der ersten Betätigungseinrichtung
betreibbar oder derart betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders
bevorzugt betätigbar oder derart betätigbar, dass die erste Ventileinrichtung in die
erste Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Die erste Ventileinrichtung kann
aber auch nur im ersten Bremskreis angeordnet sein. Vorteilhafterweise können somit
der erste und zweite Bremskreis auf einfache Art und Weise nur mit der ersten Ventileinrichtung
betrieben werden.
[0017] In Ausgestaltung der Erfindung ist im zweiten Bremskreis eine zweite Ventileinrichtung
vorgesehen, insbesondere angeordnet. Die zweite Ventileinrichtung kann dabei insbesondere
zwischen der Pumpe und dem zweiten Radzylinder und der Pumpe angeordnet sein. Die
im zweiten Bremskreis angeordnete zweite Ventileinrichtung ist zwischen einer dritten
Konfiguration, in der eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe und dem zweiten
Radzylinder hergestellt ist, insbesondere mittels der zweiten Ventileinrichtung hergestellt
ist, und einer vierten Konfiguration beweglich, in der eine Strömungsverbindung zwischen
der Pumpe und dem zweiten Radzylinder verhindert ist, insbesondere mittels der zweiten
Ventileinrichtung verhindert ist. Die zweite Ventileinrichtung kann ein zweites Bremsventil
umfassen, insbesondere ein zweites Bremsventil sein, das im zweiten Bremskreis angeordnet
sein kann. Die zweite Ventileinrichtung, insbesondere das zweite Bremsventil, kann
standardmäßig die vierte Konfiguration einnehmen. Die zweite Ventileinrichtung, insbesondere
das zweite Bremsventil, können beispielsweise als ein betätigbares 4/2 oder 5/2 oder
4/3 oder 5/3 Wegeventil mit vier oder fünf Anschlüsse ausgeführt sein. Die zweite
Ventileinrichtung, insbesondere das zweite Bremsventil, können zumindest die dritte
und vierte Konfiguration (Schaltstellung) umfassen, wobei die dritte Konfiguration
eine Durchflussstellung ist und die vierte Konfiguration eine Sperrstellung ist. Die
zweite Ventileinrichtung kann genau wie die erste Ventileinrichtung ausgestaltet ein,
insbesondere können die erste und zweite Ventileinrichtung identisch sein. Der zweite
Bremskreis kann, beispielsweise mittels einer zweiten Bremsleitung, die Speicherladeeinrichtung
mit der zweiten Ventileinrichtung, insbesondere dem zweiten Bremsventil verbinden.
Darüber hinaus kann der zweite Bremskreis, insbesondere mittels einer weiteren zweiten
Bremsleitung, die zweite Ventileinrichtung mit dem zweiten Radzylinder verbinden.
Zwischen der Speicherladeeinrichtung und der zweiten Ventileinrichtung kann an oder
in der zweiten Bremsleitung ein zweiter Speicher, bevorzugt ein zweiter Behälter,
besonders bevorzugt ein zweiter Druckspeicher angeordnet sein. Der zweite Druckspeicher
kann eine Blase umfassen. Der zweite Speicher oder zweite Behälter können mit der
zweiten Bremsleitung in Strömungsverbindung bzw. strömungsverbunden und/oder der Speicherladeeinrichtung
in Strömungsrichtung nachgeordnet sein. Im Weiteren kann der zweite Bremskreis die
zweite Bremsleitung, die weitere zweite Bremsleitung, die zweite Ventileinrichtung,
den zweiten Radzylinder und die zweite Betätigungseinrichtung umfassen. Vorteilhafterweise
können dadurch ein erster und zweiter Bremskreis konstruktiv auf einfache Art und
Weise ausgebildet werden. Darüber hinaus kann die Fahrzeugbremsanlage redundant betrieben
werden.
[0018] In Ausgestaltung der Erfindung ist die erste und zweite Ventileinrichtung, insbesondere
wenn die erste Betätigungseinrichtung mit dem ersten Hauptzylinder betätigt wird,
mit der ersten Betätigungseinrichtung betreibbar oder derart betreibbar, bevorzugt
einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar oder derart betätigbar,
dass die erste Ventileinrichtung in die erste Konfiguration und die zweite Ventileinrichtung
in die dritte Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird, insbesondere von der vierten
Konfiguration in die dritte Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Dabei kann
beispielsweise die erste Betätigungseinrichtung zur Ausübung einer Schaltkraft S auf
die erste und zweite Ventileinrichtung ausgebildet sein. Die ersten Betätigungseinrichtung
und die erste und zweite Ventileinrichtung können dabei derart ausgestaltet und betreibbar
sein, dass, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung mit dem ersten Hauptzylinder
betätigt wird, die erste Betätigungseinrichtung die erste und zweite Ventileinrichtung
mit der Schaltkraft S betätigt, sodass die erste Ventileinrichtung in die erste Konfiguration
und die zweite Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration bewegbar sind oder bewegt
werden. Die erste Betätigungseinrichtung kann auch als ein integraler Bestandteil
der ersten und zweiten Ventileinrichtung, insbesondere des ersten und zweiten Bremsventils,
ausgebildet sein. Die erste Betätigungseinrichtung kann die erste und zweite Ventileinrichtung
mit Druck betätigen. Wenn der erste Betätigungsanschluss vom ersten Hauptzylinder
mit Druck beaufschlagt wird, bewegt das erste Druckventil die erste Ventileinrichtung
in die erste Konfiguration und die zweite Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration.
Im Speziellen kann der erste Nebenzylinder, insbesondere der erste Nebenzylinderkolben,
wenn der erste Betätigungsanschluss vom ersten Hauptzylinder mit Druck beaufschlagt
wird, die erste Ventileinrichtung in die erste Konfiguration und die zweite Ventileinrichtung
in die dritte Konfiguration bewegen. Vorteilhafterweise können dadurch ein erster
und zweiter Bremskreis auf einfache Art und Weise betrieben werden. Ausserdem kann
dadurch die Fahrzeugbremsanlage konstruktiv einfacher ausgestaltet werden und benötigt
weniger Einbauraum im Zugfahrzeug, insbesondere der Kabine. Darüber hinaus werden
Störgeräusche reduziert oder vermieden.
[0019] In Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Fahrzeugbremsanlage eine zweite Betätigungseinrichtung
mit einem zweiten Betätigungsanschluss, wobei der erste Hauptzylinderanschluss in
Strömungsverbindung mit dem zweiten Betätigungsanschluss ist, insbesondere also strömungsverbunden
ist. Die zweite Betätigungseinrichtung ist mit dem ersten Hauptzylinder betreibbar,
bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar. Die erste
Ventileinrichtung ist mit der ersten Betätigungseinrichtung betreibbar und die zweite
Ventileinrichtung ist mit der zweiten Betätigungseinrichtung betreibbar oder derart
betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar
oder derart betätigbar, insbesondere wenn die erste und zweite Betätigungseinrichtung
mit dem ersten Hauptzylinder betätigt werden, dass die erste Ventileinrichtung in
die erste Konfiguration und die zweite Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration
bewegbar sind oder bewegt werden. Die zweite Betätigungseinrichtung kann zur Ausübung
einer Schaltkraft S auf die zweite Ventileinrichtung ausgebildet sein. Die zweite
Betätigungseinrichtung kann die zweite Ventileinrichtung mit Druck betätigen. Die
zweite Betätigungseinrichtung kann beispielsweise ein zweites Druckventil, beispielsweise
ein Kolben, mit dem zweiten Betätigungsanschluss umfassen, wobei, wenn der zweite
Betätigungsanschluss vom ersten Hauptzylinder mit Druck beaufschlagt wird, das zweite
Druckventil die zweite Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration bewegt, insbesondere
die zweite Ventileinrichtung mit dem zweiten Druckventil von der vierten Konfiguration
in die dritte Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Die zweiten Betätigungseinrichtung
und die zweite Ventileinrichtung können dabei derart ausgestaltet und betreibbar sein,
dass, insbesondere wenn die zweite Betätigungseinrichtung mit dem ersten Hauptzylinder
betätigt wird, die zweite Betätigungseinrichtung die zweite Ventileinrichtung mit
der Schaltkraft S betätigt, sodass die zweite Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration
bewegbar ist oder bewegt wird. Die zweite Betätigungseinrichtung kann auch als ein
integraler Bestandteil der zweiten Ventileinrichtung, insbesondere des zweiten Bremsventils,
ausgebildet sein. Die zweite Betätigungseinrichtung kann aber auch als ein Vorsteuerventil
(z. B. einem elektromagnetisch gesteuerten, im Ruhezustand offenen Zweistellungsventil),
oder ein zweiter Nebenzylinder ausgebildet sein. Der zweite Nebenzylinder kann eine
zweite Nebenzylinderkammer und einen in der zweiten Nebenzylinderkammer angeordneten
zweiten Nebenzylinderkolben umfassen. Dabei kann der zweite Betätigungsanschluss ein
Einlass und Auslass der zweiten Nebenzylinderkammer des zweiten Nebenzylinders sein.
Der zweite Nebenzylinderkolben kann in der zweiten Nebenzylinderkammer durch Beaufschlagung
mit Druck in eine bezogen auf die zweite Nebenzylinderkammer eingefahrene und ausgefahrene
Stellung bringbar sein. Der zweite Nebenzylinder, insbesondere der zweite Nebenzylinderkolben,
kann, wenn der zweite Betätigungsanschluss vom ersten Hauptzylinder mit Druck beaufschlagt
wird, die zweite Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration bewegen, insbesondere
die zweite Ventileinrichtung von der vierten Konfiguration in die dritte Konfiguration
bewegen. Der erste Hauptzylinder kann aber auch einen weiteren ersten Hauptzylinderanschluss
aufweisen. Der weitere erste Hauptzylinderanschluss und der zweite Betätigungsanschluss
können jeweils Einlass und Auslass für das strömende Fluid sein. Der weitere erste
Hauptzylinderanschluss kann also, anstatt des ersten Hauptzylinderanschlusses, mittels
der zweiten Betätigungsleitung mit dem zweiten Betätigungsanschluss verbunden sein.
Der erste Hauptzylinder kann also mit der zweiten Betätigungseinrichtung in Strömungsverbindung
stehen bzw. der erste Hauptzylinder mit der zweiten Betätigungseinrichtung strömungsverbunden
sein. In diesem Ausführungsbeispiel kann der erste Hauptzylinderanschluss mit dem
ersten Betätigungsanschluss und der weitere erste Hauptzylinderanschluss mit dem zweiten
Betätigungsanschluss verbunden sein. Vorteilhafterweise können dadurch der erste und
zweite Bremskreis auf einfache Art und Weise redundant betrieben werden. Ausserdem
kann dadurch die Fahrzeugbremsanlage konstruktiv einfacher ausgestaltet werden.
[0020] In Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Fahrzeugbremsanlage einen zweiten Hauptzylinder
mit einem zweiten Hauptzylinderanschluss und die zweite Betätigungseinrichtung mit
einem zweiten Betätigungsanschluss, wobei der zweite Hauptzylinderanschluss in Strömungsverbindung
mit dem zweiten Betätigungsanschluss ist und die zweite Betätigungseinrichtung mit
dem zweiten Hauptzylinder betreibbar ist, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar,
besonders bevorzugt betätigbar ist. Die erste Ventileinrichtung ist, insbesondere
wenn die erste Betätigungseinrichtung mit dem ersten Hauptzylinder betätigt wird,
mit der ersten Betätigungseinrichtung betreibbar oder derart betreibbar, bevorzugt
einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar oder derart betätigbar,
dass die erste Ventileinrichtung, insbesondere mittels der ersten Betätigungseinrichtung,
in die erste Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird, und/oder die zweite Ventileinrichtung
ist, insbesondere wenn der zweite Betätigungseinrichtung mit dem zweiten Hauptzylinder
betätigt wird, mit der zweiten Betätigungseinrichtung betreibbar oder derart betreibbar,
bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar oder derart
betätigbar, dass die zweite Ventileinrichtung, insbesondere mittels der zweiten Betätigungseinrichtung,
in die dritte Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Mit anderen Worten, die
zweite Ventileinrichtung ist, insbesondere wenn die zweite Betätigungseinrichtung
mit dem zweite Hauptzylinder betätigt wird, mit der zweite Betätigungseinrichtung
betreibbar, dass die zweite Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration, insbesondere
von der vierten Konfiguration in die dritte Konfiguration bewegbar ist oder bewegt
wird. Im Speziellen können die zweite Betätigungseinrichtung und die zweite Ventileinrichtung
dabei derart ausgestaltet und betreibbar sein, dass die zweite Betätigungseinrichtung
die zweite Ventileinrichtung mit der Schaltkraft S betätigt, sodass die zweite Ventileinrichtung
in die dritte Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Der zweite Hauptzylinderanschluss
kann jeweils Einlass und Auslass für das Fluid sein. Der zweite Hauptzylinder kann
also mit der zweite Betätigungseinrichtung in Strömungsverbindung stehen bzw. der
zweite Hauptzylinder mit der zweite Betätigungseinrichtung strömungsverbunden sein,
beispielsweise mittels einer zweiten Betätigungsleitung. Die zweite Betätigungseinrichtung,
insbesondere das zweite Druckventil, kann, wenn der zweite Betätigungsanschluss vom
zweite Hauptzylinder mit einer Kraft, insbesondere Druck beaufschlagt wird, die zweite
Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration bewegen. Falls die zweite Betätigungseinrichtung
als zweiter Nebenzylinder ausgebildet ist, kann der zweite Nebenzylinder, insbesondere
der zweite Nebenzylinderkolben, wenn der zweite Betätigungsanschluss vom zweiten Hauptzylinder
mit Druck beaufschlagt wird, die zweite Ventileinrichtung in die dritte Konfiguration
bewegen. Der zweite Hauptzylinder kann eine zweite Hauptzylinderkammer und einen in
der zweiten Hauptzylinderkammer angeordneten zweiten Hauptzylinderkolben umfassen.
Dabei kann der zweite Hauptzylinderanschluss ein Einlass und Auslass der zweiten Hauptzylinderkammer
sein. Der zweite Hauptzylinderkolben kann in der zweiten Hauptzylinderkammer durch
Beaufschlagung mit Druck in eine bezogen auf die zweite Hauptzylinderkammer eingefahrene
und ausgefahrene Stellung bringbar sein. Der erste und zweite Hauptzylinder, insbesondere
der erste und zweite Hauptzylinderkolben, können durch das Bremspedal betätigt werden,
insbesondere können der erste und zweite Hauptzylinder durch das von einem Benutzer
betätigbare Bremspedal betätigt werden. Der erste und zweite Bremskreis, insbesondere
der erste und zweite Radzylinder sind also ausgestaltet, als Reaktion auf eine Betätigung
des Bremspedals jeweils eines oder mehrere vordere und/oder hintere Räder, insbesondere
ein vorderes und/oder hinteres angetriebenes Rad, zu bremsen. Es kann aber auch sein,
dass der erste Hauptzylinder mit dem Bremspedal und der zweite Hauptzylinder, insbesondere
der zweite Hauptzylinderkolben, mit einem weiteren Bremspedal betätigt wird, insbesondere
kann der zweite Hauptzylinder durch das von einem Benutzer betätigbare weitere Bremspedal
betätigt werden. Der zweite Bremskreis, insbesondere der zweite Radzylinder, kann
also ausgestaltet sein, als Reaktion auf eine Betätigung des weiteren Bremspedals
eines oder mehrere vordere und/oder hintere Räder zu bremsen. Dadurch können alle
oben genannten Vorteile der erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage realisiert werden.
[0021] In Ausgestaltung der Erfindung weist die erste Betätigungseinrichtung einen ersten
Versorgungsanschluss und/oder die zweite Betätigungseinrichtung einen zweiten Versorgungsanschluss
auf. Darüber hinaus können der erste und/oder zweite Versorgungsanschluss mittels
einer ersten Versorgungsleitung mit der Pumpe strömungsverbunden sein, d.h. entweder
ist nur der erste Versorgungsanschluss mittels der ersten Versorgungsleitung mit der
Pumpe strömungsverbunden oder der erste und zweite Versorgungsanschluss sind mittels
der ersten Versorgungsleitung gleichzeitig mit der Pumpe strömungsverbunden. Ebenso
kann aber auch der erste Versorgungsanschluss mittels einer ersten Versorgungsleitung
mit der Pumpe, insbesondere der ersten Pumpe, strömungsverbunden sein und/oder der
zweite Versorgungsanschluss mittels einer zweiten Versorgungsleitung mit der Pumpe,
insbesondere der zweiten Pumpe, strömungsverbunden sein. Der erste und zweite Versorgungsanschluss
können Einlass und Auslass für das Fluid sein. Im Speziellen kann der erste Versorgungsanschluss
ein Einlass und Auslass der ersten Nebenzylinderkammer des ersten Nebenzylinders sein
und/oder der zweite Versorgungsanschluss ein Einlass und Auslass der zweite Nebenzylinderkammer
des zweiten Nebenzylinders sein. Die Pumpe kann mittels der ersten und/oder zweiten
Versorgungsleitung mit der ersten und/oder zweite Betätigungseinrichtung verbunden
sein, also mit der ersten und/oder zweite Betätigungseinrichtung in Strömungsverbindung
stehen bzw. strömungsverbunden sein. In der ersten Versorgungsleitung kann ein erstes
Überdruckventil und/oder in der zweiten Versorgungsleitung ein zweites Überdruckventil
angeordnet sein, das bzw. die sich öffnen, sollte in der jeweiligen Versorgungsleitung
ein Druck anstehen, der einen vorgegebenen Höchstdruck übersteigt. Ebenso kann in
der ersten und/oder zweiten Versorgungsleitung zwischen dem ersten und/oder dem zweiten
Versorgungsanschluss und dem jeweiligen zugeordneten Überdruckventil jeweils ein Rückschlagventil
angeordnet sein, insbesondere ein erstes Rückschlagventil in der ersten Versorgungsleitung
und/oder ein zweites Rückschlagventil in der zweiten Versorgungsleitung angeordnet
sein. Um den Druck in der ersten und/oder zweiten Versorgungsleitung zu senken, kann
zwischen der Pumpe und dem jeweiligen Überdruckventil in der ersten Versorgungsleitung
eine erste Drossle bzw. ein Drosselventil und/oder in der zweiten Versorgungsleitung
eine zweite Drossel bzw. ein Drosselventil angeordnet sein. Vorteilhafterweise kann
dadurch ein kleiner kontinuierlicher Fluidstrom und/oder Fluiddruck des Fluids zur
ersten und/oder zweiten Betätigungseinrichtung realisiert werden. Darüber hinaus kann
von Vorteil die Größe eines Reservoirs kann erheblich reduziert werden.
[0022] In Ausgestaltung der Erfindung umfasst der erste Hauptzylinder einen ersten Reservoiranschluss
und/oder der zweite Hauptzylinder einen zweiten Reservoiranschluss, und/oder der erste
Hauptzylinder ist mittels des ersten Reservoiranschlusses und/oder der zweite Hauptzylinder
ist mittels des zweiten Reservoiranschlusses mit einem Reservoir strömungsverbunden.
Der erste und/oder zweite Reservoiranschluss können Einlass und Auslass für das Fluid
sein. Das Reservoir kann als Ablauf und zur Versorgung für den ersten Hauptzylinder
und/oder den zweiten Hauptzylinder dienen. Der erste Reservoiranschluss kann mit einer
ersten Reservoirleitung und/oder der zweite Reservoiranschluss kann mit einer zweiten
Reservoirleitung mit dem Reservoir verbunden sein. Der erste und/oder zweite Hauptzylinder
kann also mit dem Reservoir in Strömungsverbindung stehen bzw. strömungsverbunden
sein. Vorteilhafterweise weist das Reservoir nur die Verbindung zum ersten und/oder
zweiten Hauptzylinder auf, ist also ein unabhängiges Reservoir. Darüber hinaus ist
das Reservoir unabhängig vom Lenkungsrücklauf und ist insbesondere nicht als Bestandteil
des Lenkungsrücklaufs ausgebildet. Vorteilhafterweise kann dadurch ein kleiner kontinuierlicher
Fluidstrom und/oder Fluiddruck des Fluids vom ersten und/oder zweiten Betätigungselement
zum ersten und/oder zweiten Hauptzylinder realisiert werden, wodurch auf eine Überwachung
des Reservoirs und einen Zugang zum Reservoir zum Nachfüllen verzichtet werden kann.
Darüber hinaus kann von Vorteil auf ein geschlossenes Reservoir, also eine Anbindung
an vorhandene Reservoirs, beispielsweise Lenkung, verzichtet werden und die Größe
des Reservoirs kann erheblich reduziert werden.
[0023] In Ausgestaltung der Erfindung weisen die erste und/oder die zweite Ventileinrichtung
jeweils ein erstes Rückstellelement zur Rückstellung in die zweite und/oder vierte
Konfiguration auf. Darüber hinaus kann die erste und/oder die zweite Ventileinrichtung
jeweils ein zweites Rückstellelement zur Rückstellung in die zweite und/oder vierte
Konfiguration aufweisen. Das erste und/oder zweite Rückstellelement an der ersten
Ventileinrichtung kann also die erste Ventileinrichtung aus der ersten in die zweite
Konfiguration bewegen. Ebenso kann das weitere erste und/oder das weitere zweite Rückstellelement
an der zweiten Ventileinrichtung die zweite Ventileinrichtung aus der dritten in die
vierte Konfiguration bewegen. Das erste und/oder zweite Rückstellelement können z.B.
mechanisch oder elektromechanisch oder elektromagnetisch gesteuert sein. Das erste
und/oder zweite Rückstellelement können beispielsweise als Feder oder als eine elektrische
Betätigung mit magnetischer Spule ausgebildet sein. Das zweite Rückstellelement ist
vorteilhafterweise eine zusätzliche Betätigung zur Kompensation des Stromes und/oder
Drucks des Fluids in der ersten und/oder zweiten Ventileinrichtung. Von Vorteil kann
mittels des ersten und zweiten Rückstellelements die Rückstellung des ersten und/oder
zweiten Ventileinrichtung genauer gesteuert werden. Vorteilhafterweise kann dadurch
auch bei leichter Betätigung des Bremspedals und/oder des weiteren Bremspedals der
Fluidstrom unterbrochen werden, wobei jede weitere Bewegung Druck aufbaut und die
erste und/oder zweite Ventileinrichtung betätigt.
[0024] Die Erfindung betrifft weiter ein landwirtschaftliches Zugfahrzeug, umfassend eine
Fahrzeugbremsanlage, insbesondere einer Fahrzeugbremsanlage nach einem der Ansprüche
1 bis 12. Das erfindungsgemässe landwirtschaftliches Zugfahrzeug weist die oben beschriebenen
Vorteile der erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage auf. In Ausgestaltung der Erfindung
umfasst das landwirtschaftliches Zugfahrzeug eine Kabine und ein Fahrgestell, wobei
die Kabine am, insbesondere auf, dem Fahrgestell angeordnet ist. Darüber hinaus sind,
insbesondere nur, der erste und/oder zweite Hauptzylinder und das Reservoir, sowie
insbesondere die zugehörigen Leitungen, in der Kabine angeordnet. Alle anderen Bestandteile
der Fahrzeugbremsanlage können am, insbesondere im, Fahrgestell angeordnet sein.
[0025] Die erfindungsgemässe Fahrzeugbremsanlage und/oder das Zugfahrzeug können eine Steuereinheit
umfassen. Die Steuereinheit und/oder weitere Steuereinheit (engl. ECU = electronic
control unit oder ECM = electronic control module) kann ein elektronisches Modul und/oder
ein eingebettetes System sein. Die Steuereinheit kann ein Speichermodul und/oder einen
Prozessor umfassen. Die Steuereinheit kann mit dem ersten und/oder zweiten Hauptzylinder,
der ersten und/oder zweiten Betätigungseinrichtung, insbesondere Nebenzylinder, der
ersten und/oder zweiten Ventileinrichtung, einem oder mehreren Sensoren und/oder dem
Speicher und/oder Prozessor und/oder dem Hydraulikaggregat signalverbunden sein, also
datenleitend verbunden sein. Die Verbindung kann kabelgebunden oder kabellos, also
per Funk, realisiert sein. Der Kommunikationsbus kann beispielsweise Isobus, CAN-Bus
oder ähnliches sein kann. Die Steuereinheit kann als Teil der Fahrzeugbremsanlage
oder am Zugfahrzeug vorgesehen sein. Im Speziellen können auch zwei Steuereinheiten,
eine erste für das Zugfahrzeug und eine zweite für die Fahrzeugbremsanlage vorgesehen
sein. Ausserdem können der erste und/oder zweite Hauptzylinder und/oder die erste
und/oder zweite Betätigungseinrichtung, insbesondere der Nebenzylinder, und/oder die
erste und/oder zweite Ventileinrichtung und/oder der eine oder mehrere Sensoren mittels
der Steuereinheit verstellbar und/oder einstellbar sein. Der oder die Sensoren können
Eingangsinformationen liefern, in der Regel in Bezug auf relative Raddrehzahlen, sodass
die Steuereinheit den Betrieb des Hydraulikaggregats regeln kann.
[0026] Im Folgenden werden die Erfindung sowie weitere Vorteile und vorteilhafte Weiterbildungen
und Ausgestaltungen der Erfindung sowohl in apparativer als auch in verfahrenstechnischer
Hinsicht anhand von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher
erläutert. Dabei sind hinsichtlich ihrer Funktion übereinstimmende bzw. vergleichbare
Bauteile mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet. In den schematischen Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen landwirtschaftlichen Zugfahrzeugs,
und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen
Fahrzeugbremsanlage, und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen
Fahrzeugbremsanlage, und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen
Fahrzeugbremsanlage, und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines vierten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen
Fahrzeugbremsanlage, und
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines fünften Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen
Fahrzeugbremsanlage, und
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung eines sechsten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen
Fahrzeugbremsanlage, und
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung einer Anordnung einer erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage
in einem erfindungsgemässen Zugfahrzeug.
- Fig. 9
- eine schematische Darstellung einer Anordnung einer erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage
in einem erfindungsgemässen Zugfahrzeug.
[0027] Figur 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemässen landwirtschaftlichen
Zugfahrzeugs 10, insbesondere in Form eines Ackerschleppers oder Traktors. Der grundsätzliche
Aufbau eines landwirtschaftlichen Zugfahrzeugs 10 wird als dem Fachmann bekannt angenommen.
[0028] Das Zugfahrzeug 10 weist zwei oder mehrere Bodeneingriffsmittel auf, insbesondere
in Form von Rädern 14, 16, welche mit einem Untergrund zur Übertragung von Antriebskräften
in Eingriff stehen und/oder durch die sich das Zugfahrzeug 10 auf dem Untergrund 18
abstützt. Die Bodeneingriffsmittel können an einer Vorderachse und einer Hinterachse
angeordnet oder aufgehängt sein. Im Speziellen sind die Bodeneingriffsmittel vordere
Räder 14, die an der Vorderachse angeordnet sein können, und/oder hintere Räder 16,
die an der Hinterachse angeordnet sein können. Das Zugfahrzeug 10 kann ausserdem ein
Fahrgestell aufweisen, wobei das Fahrgestell insbesondere von den an der Vorderachse
und der Hinterachse aufgehängten Bodeneingriffsmitteln getragen wird.
[0029] Darüber hinaus weist das Zugfahrzeug 10 einen andeutungsweise gezeigten Antrieb 22
auf, beispielsweise einen Motor, welcher in Form eines Verbrennungsmotors ausgebildet
sein kann. Ausserdem kann das Zugfahrzeug 10 eine Getriebeeinrichtung 24, insbesondere
ein Getriebe umfassen. Die Bodeneingriffsmittel sind mit dem Antrieb 22, insbesondere
mit dem Antrieb 22 der mit der Getriebeeinrichtung 24 zusammenwirkt, antreibbar oder
werden angetrieben. Dabei kann insbesondere ein Ausgangsdrehmoment der Getriebeeinrichtung
24 über einen Antriebsstrang auf die Bodeneingriffsmittel übertragen werden. Das Zugfahrzeug
10 verfügt über eine Kabine 20, in der ein Bedienerarbeitsplatz 26 angeordnet ist.
Ausserdem umfasst das Zugfahrzeug 10 eine erfindungsgemässe Fahrzeugbremsanlage 28.
[0030] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage 28. Die in Figur 2 gezeigte Fahrzeugbremsanlage
28 ist eine detaillierte schematische Darstellung der in Figur 1 gezeigten Fahrzeugbremsanlage
28. Im Folgenden wird deshalb lediglich auf in Figur 1 nicht gezeigte Details eingegangen.
Die Fahrzeugbremsanlage 28 kann, wie in Figur 1 dargestellt, in ein landwirtschaftliches
Zugfahrzeug 10 eingebaut sein.
[0031] Die Fahrzeugbremsanlage 28 weist einen ersten Bremskreis 30, insbesondere einen ersten
hydraulischen Bremskreis auf. Der erste Bremskreis 30 ist zwischen einer Pumpe 40
und einem ersten Radzylinder 32, insbesondere einem ersten hydraulischen Radzylinder,
vorgesehen. Die Pumpe 40 ist im ersten Bremskreis 30 betreibbar, um Druck zu erzeugen
und ein Fluid, bevorzugt Hydraulikflüssigkeit, besonders bevorzugt Hydrauliköl, innerhalb
des ersten Bremskreises 30 zu bewegen. Der erste Radzylinder 32 kann derart ausgestaltet
sein, dass eines oder mehrere vordere und/oder hintere Räder 14, 16 mit dem ersten
Radzylinder 32 bremsbar ist bzw. gebremst wird. In Figur 2 ist der erste Bremskreis
30, insbesondere mittels des ersten Radzylinders 32, an das eine oder mehrere hintere
Räder 16 gekoppelt. Der erste Bremskreis 30, insbesondere der erste Radzylinder 32,
kann aber auch nur eines oder mehrere vordere Räder 14 gekoppelt sein.
[0032] Wie in Fig. 2 gezeigt, umfasst die Fahrzeugbremsanlage 28, einen ersten Hauptzylinder
34 mit einem ersten Hauptzylinderanschluss 36 und eine erste Betätigungseinrichtung
50 mit einem ersten Betätigungsanschluss 52. Der erste Hauptzylinderanschluss 36 und
der erste Betätigungsanschluss 52 sind jeweils Einlass und Auslass für das strömende
Fluid. Die Fahrzeugbremsanlage 28 umfasst eine erste Betätigungsleitung 38, die den
ersten Hauptzylinderanschluss 36 und den ersten Betätigungsanschluss 52 verbindet.
Der erste Hauptzylinder 34 ist also mit der ersten Betätigungseinrichtung 50 in Strömungsverbindung
oder strömungsverbunden. Darüber hinaus ist die erste Betätigungseinrichtung 50 mit
dem ersten Hauptzylinder 34 betreibbar oder wird mit diesem betrieben, bevorzugt einstellbar
und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar. Dabei kann der erste Hauptzylinder
34 eine Kraft auf die erste Betätigungseinrichtung 50 ausüben, beispielsweise indem
der erste Hauptzylinder 34 mit einem Bremspedal 54 betätigt wird, insbesondere indem
ein Strom und/oder ein Druck des Fluids vom ersten Hauptzylinder 34 zur ersten Betätigungseinrichtung
50 ausgeübt wird.
[0033] Im Weiteren ist im ersten Bremskreis 30 eine erste Ventileinrichtung 60 vorgesehen,
insbesondere angeordnet. Die erste Ventileinrichtung 60 ist zwischen einer ersten
Konfiguration, in der eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe 40 und dem ersten
Radzylinder 32 hergestellt ist, insbesondere mittels der ersten Ventileinrichtung
60 hergestellt ist, und einer zweiten Konfiguration beweglich, in der eine Strömungsverbindung
zwischen der Pumpe 40 und dem ersten Radzylinder 32 verhindert ist, insbesondere mittels
der ersten Ventileinrichtung 60 verhindert ist. Ausserdem ist die die erste Ventileinrichtung
60, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung 50 mit dem ersten Hauptzylinder
34 betätigt wird, mit der ersten Betätigungseinrichtung 50 betreibbar oder derart
betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar
oder derart betätigbar, dass die erste Ventileinrichtung 60 in die erste Konfiguration
bewegbar ist oder bewegt wird.
[0034] Mit anderen Worten, die erste Ventileinrichtung 60 ist betreibbar, bevorzugt derart
einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar, um in einer ersten
Konfiguration eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe 40 und dem ersten Radzylinder
32 herzustellen und in einer zweiten Konfiguration eine Strömungsverbindung zwischen
der Pumpe 40 und dem ersten Radzylinder 32 zu verhindern. Dabei ist die die erste
Ventileinrichtung 60, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung 50 mit dem
ersten Hauptzylinder 34 betätigt wird, mit der ersten Betätigungseinrichtung 50 betreibbar
oder derart betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt
betätigbar oder derart betätigbar, dass die erste Ventileinrichtung 60 in die erste
Konfiguration, insbesondere von der zweiten Konfiguration in die erste Konfiguration
bewegbar ist oder bewegt wird.
[0035] Dabei kann beispielsweise die erste Betätigungseinrichtung 50 zur Ausübung einer
Schaltkraft S auf die erste Ventileinrichtung 60 ausgebildet sein. Die ersten Betätigungseinrichtung
50 und die erste Ventileinrichtung 60 können dabei derart ausgestaltet und betreibbar
sein, dass, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung 50 mit dem ersten Hauptzylinder
34 betätigt wird, die erste Betätigungseinrichtung 50 die erste Ventileinrichtung
60 mit der Schaltkraft S betätigt, sodass die erste Ventileinrichtung 60 in die erste
Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Die erste Ventileinrichtung 60 kann ein
erstes Bremsventil umfassen, insbesondere ein erstes Bremsventil sein, das im ersten
Bremskreis 30 angeordnet sein kann.
[0036] Der erste Hauptzylinder 34 umfasst eine erste Hauptzylinderkammer 46 und einen in
der ersten Hauptzylinderkammer 46 angeordneten ersten Hauptzylinderkolben 44.
[0037] Dabei kann der erste Hauptzylinderanschluss 36 ein Einlass und Auslass der ersten
Hauptzylinderkammer 46 des ersten Hauptzylinders 34 sein. Der erste Hauptzylinderkolben
44 ist in der ersten Hauptzylinderkammer 46 durch Beaufschlagung mit Druck in eine
bezogen auf die erste Hauptzylinderkammer 46 eingefahrene und ausgefahrene Stellung
bringbar. Der erste Hauptzylinder 34, insbesondere der erste Hauptzylinderkolben 44,
kann durch das Bremspedal 54 betätigt werden, insbesondere kann der erste Hauptzylinder
34 durch das von einem Benutzer betätigbare Bremspedal 54 betätigt werden. Der erste
Bremskreis 30, insbesondere der erste Radzylinder 32 ist also ausgestaltet, als Reaktion
auf eine Betätigung des Bremspedals 54 ein vorderes und/oder hinteres Rad 14, 16,
insbesondere ein vorderes und/oder hinteres angetriebenes Rad, zu bremsen. Als Reaktion
auf eine Betätigung des Bremspedals 54 kann der erste Radzylinder 32 das vordere und/oder
hintere Rad 14, 16 bremsen.
[0038] Der erste Hauptzylinder 34 umfasst einen ersten Reservoiranschluss 70. Der erste
Reservoiranschluss 70 ist Einlass und Auslass für das Fluid. Ausserdem ist ein Reservoir
72 vorgesehen. Das Reservoir 72 kann als Ablauf und Notversorgung für den ersten Hauptzylinder
34 und/oder einen zweiten Hauptzylinder (siehe Figuren 6 und 7, Bezugszeichen 140)
vorgesehen sein. Der erste Reservoiranschluss 70 ist mit einer ersten Reservoirleitung
74 mit dem Reservoir 72 verbunden. Der erste Hauptzylinder 34 ist also mit dem Reservoir
72 in Strömungsverbindung bzw. strömungsverbunden. Das Reservoir 72 weist nur die
Verbindung zum ersten und/oder zweiten Hauptzylinder 34, 140 auf, ist also ein unabhängiges
Reservoir. Darüber hinaus ist das Reservoir 72 unabhängig vom Lenkungsrücklauf und
ist insbesondere nicht als Bestandteil des Lenkungsrücklaufs ausgebildet.
[0039] Die Pumpe 40 ist mittels einer Leitung 82 mit einer Speicherladeeinrichtung 80 verbunden.
Eine erste Bremsleitung 84 des ersten Bremskreises 30 verbindet die Speicherladeeinrichtung
80 mit der ersten Ventileinrichtung 60, insbesondere dem ersten Bremsventil. Eine
weitere erste Bremsleitung 86 des ersten Bremskreises 30 verbindet die erste Ventileinrichtung
60 mit dem ersten Radzylinder 32. Zwischen der Speicherladeeinrichtung 80 und der
ersten Ventileinrichtung 60 ist an oder in der ersten Bremsleitung 84 ein erster Speicher
90 angeordnet. Der erste Speicher 90 ist mit der ersten Bremsleitung 84 in Strömungsverbindung
bzw. strömungsverbunden und/oder der Speicherladeeinrichtung 80 in Strömungsrichtung
nachgeordnet. Die Pumpe 40 ist ausserdem mit einem Fluidbehälter 88 in Strömungsverbindung
bzw. strömungsverbunden und/oder ist dem Fluidbehälter 88 in Strömungsrichtung nachgeordnet.
[0040] Die erste Betätigungseinrichtung 50 kann die erste Ventileinrichtung 60 mit Druck
betätigen. Die erste Betätigungseinrichtung 50 kann beispielsweise, wie oben beschrieben,
als ein erstes Druckventil, als ein erstes Vorsteuerventil oder ein erster Nebenzylinder
ausgebildet sein.
[0041] Die erste Betätigungseinrichtung 50 umfasst ausserdem einen ersten Versorgungsanschluss
100. Der erste Versorgungsanschluss 100 ist Einlass und Auslass für das Fluid. Die
Pumpe 40 ist mittels einer ersten Versorgungsleitung 102 mit der ersten Betätigungseinrichtung
50 verbunden. Die Pumpe 40 ist also mit der ersten Betätigungseinrichtung 50 in Strömungsverbindung
bzw. strömungsverbunden. In der ersten Versorgungsleitung 102 kann, wie in Figur 2
gezeigt, ein Überdruckventil 104 angeordnet sein, das sich öffnet, sollte in der ersten
Versorgungsleitung 102 ein Druck anstehen, der einen vorgegebenen Höchstdruck übersteigt.
Ebenso kann in der ersten Versorgungsleitung 102 zwischen dem ersten Versorgungsanschluss
100 und dem Überdruckventil 104 ein Rückschlagventil 106 angeordnet sein. Um den Druck
in der ersten Versorgungsleitung 102 zu senken, kann zwischen der Pumpe 40 und dem
Überdruckventil 104 eine Drossel 108, insbesondere ein Drosselventil angeordnet sein.
[0042] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage 28. Die in Figur 3 gezeigte Fahrzeugbremsanlage
entspricht im Wesentlichen der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Fahrzeugbremsanlage,
sodass im Folgenden lediglich auf Details und/oder Unterschiede eingegangen wird.
[0043] Die Fahrzeugbremsanlage 28 umfasst einen zweiten Bremskreis 110. Der zweite Bremskreis
110 ist zwischen der Pumpe 40 und einem zweiten Radzylinder 112 vorgesehen, insbesondere
angeordnet oder ausgebildet. Die Pumpe 40 ist im zweiten Bremskreis 110 betreibbar,
um Druck zu erzeugen und das Fluid innerhalb des zweiten Bremskreises 110 zu bewegen.
[0044] In Figur 3 ist der zweite Bremskreis 110, insbesondere mittels des zweiten Radzylinders
112, an ein einzelnes oder mehrere vordere Räder 14 gekoppelt. Der zweite Bremskreis
110 kann aber auch nur an ein einzelnes oder mehrere hintere Räder 16 gekoppelt sein.
Im Speziellen kann der erste Bremskreis 30 an die hinteren Räder 16 und der zweite
Bremskreis 110 an die vorderen Räder 14 gekoppelt sein. Ebenso kann der erste Bremskreis
30 aber auch an ein hinteres oder vorderes Rad 14, 16 und der zweite Bremskreis 110
an ein anderes hinteres oder vorderes Rad 14, 16 gekoppelt sein. Eine weitere zweite
Bremsleitung 114 des zweiten Bremskreises 110 verbindet die erste Ventileinrichtung
60 mit dem zweiten Radzylinder 112. Der erste und/oder zweite Bremskreis 30, 110 können
physikalisch in einem Hydraulikaggregat 116 bereitgestellt werden.
[0045] Die erste Ventileinrichtung 60, insbesondere das erste Bremsventil, ist im ersten
und zweiten Bremskreis 30, 110 vorgesehen, insbesondere angeordnet. Die erste Ventileinrichtung
60 ist zwischen einer ersten Konfiguration, in der eine Strömungsverbindung zwischen
der Pumpe 40 und dem ersten und zweiten Radzylinder 32, 112 hergestellt ist, insbesondere
mittels der ersten Ventileinrichtung 60 hergestellt ist, und einer zweiten Konfiguration
beweglich, in der eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe 40 und dem ersten und
zweiten Radzylinder 32, 112 verhindert ist, insbesondere mittels der ersten Ventileinrichtung
60 verhindert ist.
[0046] Die erste Ventileinrichtung 60 ist, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung
50 mit dem ersten Hauptzylinder 34 betätigt wird, mit der ersten Betätigungseinrichtung
50 betreibbar oder derart betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar,
besonders bevorzugt betätigbar oder derart betätigbar, dass die erste Ventileinrichtung
60 in die erste Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird. Der zweite Bremskreis
110, insbesondere der zweite Radzylinder 112 ist ausgestaltet, als Reaktion auf eine
Betätigung des Bremspedals 54 ein vorderes und/oder hinteres Rad 14,16 zu bremsen,
insbesondere ein vorderes und/oder hinteres angetriebenes Rad 14,16. Als Reaktion
auf eine Betätigung des Bremspedals 54 kann der zweite Radzylinder 112 also das vordere
und/oder hintere Rad 14, 16 bremsen.
[0047] Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage 28. Die in Figur 4 gezeigte Fahrzeugbremsanlage
28 entspricht im Wesentlichen der in den Figuren 1 bis 3 gezeigten Fahrzeugbremsanlage
28, sodass im Folgenden lediglich auf Details und/oder Unterschiede eingegangen wird.
[0048] Die Fahrzeugbremsanlage 28 umfasst gemäss Figur 4 eine zweite Ventileinrichtung 120.
Die zweite Ventileinrichtung 120 kann dabei insbesondere wie dargestellt zwischen
der Pumpe 40 und dem zweiten Radzylinder 112 angeordnet sein. Die zweite Ventileinrichtung
120 ist im zweiten Bremskreis 110 vorgesehen, insbesondere angeordnet. Die zweite
Ventileinrichtung 120 ist zwischen einer dritten Konfiguration, in der eine Strömungsverbindung
zwischen der Pumpe 40, oder insbesondere der zweiten Pumpe, und dem zweiten Radzylinder
112 hergestellt ist, insbesondere mittels der zweiten Ventileinrichtung 120 hergestellt
ist, und einer vierten Konfiguration beweglich ist, in der eine Strömungsverbindung
zwischen der Pumpe 40 und dem zweiten Radzylinder 112 verhindert ist, insbesondere
mittels der zweiten Ventileinrichtung 120 verhindert ist. Die erste und zweite Ventileinrichtung
60, 120, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung 50 mit dem ersten Hauptzylinder
34 betätigt wird, sind mit der ersten Betätigungseinrichtung 50 betreibbar oder derart
betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar
oder derart betätigbar, dass die erste Ventileinrichtung 60 in die erste Konfiguration
und die zweite Ventileinrichtung 120 in die dritte Konfiguration bewegbar ist oder
bewegt wird, insbesondere von der vierten Konfiguration in die dritte Konfiguration
bewegbar ist oder bewegt wird.
[0049] Dabei kann beispielsweise die erste Betätigungseinrichtung 50 zur Ausübung einer
Schaltkraft S auf die erste und zweite Ventileinrichtung 60, 120 ausgebildet sein.
Die ersten Betätigungseinrichtung 50 und die erste und zweite Ventileinrichtung 60,
120 können dabei derart ausgestaltet und betreibbar sein, dass, insbesondere wenn
die erste Betätigungseinrichtung 50 mit dem ersten Hauptzylinder 34 betätigt wird,
die erste Betätigungseinrichtung 50 die erste und zweite Ventileinrichtung 60, 120
mit der Schaltkraft S betätigt, sodass die erste Ventileinrichtung 60 in die erste
Konfiguration und die zweite Ventileinrichtung 120 in die dritte Konfiguration bewegbar
sind oder bewegt werden.
[0050] Die erste Betätigungseinrichtung 50 kann die erste und zweite Ventileinrichtung 60,
120 aber auch mit Druck betätigen. Wenn der erste Betätigungsanschluss 52 vom ersten
Hauptzylinder 34 mit Druck beaufschlagt wird, bewegt die erste Betätigungseinrichtung
50 die erste Ventileinrichtung 60 in die erste Konfiguration und die zweite Ventileinrichtung
120 in die dritte Konfiguration. Im Speziellen kann der erste Nebenzylinder, insbesondere
der erste Nebenzylinderkolben, wenn der erste Betätigungsanschluss 52 vom ersten Hauptzylinder
34 mit Druck beaufschlagt wird, die erste Ventileinrichtung 60 in die erste Konfiguration
und die zweite Ventileinrichtung 120 in die dritte Konfiguration bewegen.
[0051] Darüber hinaus verbindet eine zweite Bremsleitung 118 des zweiten Bremskreises 110
die Speicherladeeinrichtung 80 mit der zweiten Ventileinrichtung 120, insbesondere
dem zweiten Bremsventil. Eine weitere zweite Bremsleitung 118 des zweiten Bremskreises
110 verbindet die zweite Ventileinrichtung 120 mit dem zweiten Radzylinder 112. Zwischen
der Speicherladeeinrichtung 80 und der zweiten Ventileinrichtung 120 ist an oder in
der zweiten Bremsleitung 118 ein zweiter Speicher 122 angeordnet. Der zweite Speicher
122 ist mittels der zweiten Bremsleitung mit der zweiten Ventileinrichtung 120 und
der Speicherladeeinrichtung 80 in Strömungsverbindung bzw. strömungsverbunden und/oder
der Speicherladeeinrichtung in Strömungsrichtung nachgeordnet.
[0052] Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung eines vierten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage 28. Die in Figur 5 gezeigte Fahrzeugbremsanlage
28 entspricht im Wesentlichen der in den Figuren 1 bis 4 gezeigten Fahrzeugbremsanlage
28, sodass im Folgenden lediglich auf Details und/oder Unterschiede eingegangen wird.
[0053] Wie in Figur 5 dargestellt, umfasst die Fahrzeugbremsanlage 28 eine zweite Betätigungseinrichtung
130 mit einem zweiten Betätigungsanschluss 132. Der erste Hauptzylinderanschluss 36
ist dabei in Strömungsverbindung mit dem zweiten Betätigungsanschluss 132. Darüber
hinaus ist die zweite Betätigungseinrichtung 130 mit dem ersten Hauptzylinder 34 betreibbar
oder wird mit diesem betrieben, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders
bevorzugt betätigbar. Darüber hinaus sind, insbesondere wenn die erste und zweite
Betätigungseinrichtung 50, 130 mit dem ersten Hauptzylinder 34 betätigt werden, die
erste Ventileinrichtung 60 mit der ersten Betätigungseinrichtung 50 und die zweite
Ventileinrichtung 120 mit der zweiten Betätigungseinrichtung 130 betreibbar oder derart
betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar
oder derart betätigbar, dass die erste Ventileinrichtung 60 in die erste Konfiguration
und die zweite Ventileinrichtung 120 in die dritte Konfiguration bewegbar sind oder
bewegt werden.
[0054] Der erste Hauptzylinderanschluss 36 und der zweite Betätigungsanschluss 132 sind
jeweils Einlass und Auslass für das strömende Fluid, insbesondere die Hydraulikflüssigkeit.
Die Fahrzeugbremsanlage 28 umfasst eine zweite Betätigungsleitung 134. Der erste Hauptzylinderanschluss
36 steht also mittels der zweiten Betätigungsleitung 134 in Verbindung mit dem zweiten
Betätigungsanschluss 132. Der erste Hauptzylinder 34 ist also mit der zweiten Betätigungseinrichtung
130 in Strömungsverbindung bzw. der erste Hauptzylinder 34 ist mit der zweiten Betätigungseinrichtung
130 strömungsverbunden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der erste Hauptzylinderanschluss
36 mit dem ersten und zweiten Betätigungsanschluss 52, 132 verbunden. Dabei kann beispielsweise
die zweite Betätigungseinrichtung 130 zur Ausübung einer Schaltkraft S auf die zweite
Ventileinrichtung 120 ausgebildet sein. Die zweite Betätigungseinrichtung 130 kann
beispielsweise ein zweites Druckventil, im Speziellen ein Kolben, mit dem zweiten
Betätigungsanschluss umfassen, oder als das beschriebene Vorsteuerventil oder zweiter
Nebenzylinder ausgebildet sein.
[0055] Die zweite Betätigungseinrichtung 130 umfasst ausserdem einen zweiten Versorgungsanschluss
136. Der zweite Versorgungsanschluss 136 ist Einlass und Auslass für das Fluid. Die
Pumpe 40 ist mittels einer zweiten Versorgungsleitung 138 mit der zweiten Betätigungseinrichtung
120 verbunden. Die Pumpe 40 ist also mit der zweiten Betätigungseinrichtung 120 in
Strömungsverbindung bzw. strömungsverbunden. Die erste und zweite Versorgungsleitung
102, 138 verlaufen dabei teilweise als gemeinsame Leitung, wobei in der gemeinsamen
Leitung das Überdruckventil 104, das Rückschlagventil 106 und die Drossel 108 angeordnet
sind. Die erste und zweite Versorgungsleitung 102, 138 können aber auch als vollständig
getrennte Leitungen ausgeführt sein. Dann kann in der zweiten Versorgungsleitung 138
ein weiteres Überdruckventil 104 angeordnet sein, das sich öffnet, sollte in der zweiten
Versorgungsleitung 138 ein Druck anstehen, der einen vorgegebenen Höchstdruck übersteigt.
Ebenso kann in der zweiten Versorgungsleitung 102 zwischen dem zweiten Versorgungsanschluss
136 und dem weiteren Überdruckventil ein weiteres Rückschlagventil angeordnet sein.
Um den Druck in der zweiten Versorgungsleitung 138 zu senken und/oder zu beschränken,
kann zwischen der Pumpe 40 und dem weiteren Überdruckventil eine weitere Drossel,
insbesondere ein Drosselventil angeordnet sein.
[0056] Figur 6 zeigt eine schematische Darstellung eines fünften Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage 28. Die in Figur 6 gezeigte Fahrzeugbremsanlage
28 entspricht im Wesentlichen der in den Figuren 1 bis 5 gezeigten Fahrzeugbremsanlage
28, sodass im Folgenden lediglich auf Details und/oder Unterschiede eingegangen wird.
[0057] Wie in Figur 6 gezeigt, umfasst die Fahrzeugbremsanlage 28 einen zweiten Hauptzylinder
140 mit einem zweiten Hauptzylinderanschluss 142. Der zweite Hauptzylinderanschluss
142 und der zweite Betätigungsanschluss 132 ist jeweils Einlass und Auslass für das
Fluid. Somit steht der erste Hauptzylinderanschluss 36 mittels der ersten Betätigungsleitung
38 in Verbindung mit dem ersten Betätigungsanschluss 52 und der zweite Hauptzylinderanschluss
142 mittels der zweiten Betätigungsleitung 134 in Verbindung mit dem zweiten Betätigungsanschluss
132. Der zweite Hauptzylinder 140 ist also mit der zweite Betätigungseinrichtung 130
in Strömungsverbindung bzw. der zweite Hauptzylinder 140 ist mit der zweite Betätigungseinrichtung
130 strömungsverbunden. Darüber hinaus ist die zweite Betätigungseinrichtung 130 mit
dem zweite Hauptzylinder 140 betreibbar oder wird mit diesem betrieben, bevorzugt
einstellbar und/oder verstellbar, besonders bevorzugt betätigbar. Ausserdem ist die
zweite Ventileinrichtung 120, insbesondere wenn die zweite Betätigungseinrichtung
130 mit dem zweiten Hauptzylinder 140 betätigt wird, mit der zweite Betätigungseinrichtung
130 betreibbar oder derart betreibbar, bevorzugt einstellbar und/oder verstellbar,
besonders bevorzugt betätigbar oder derart betätigbar, dass die zweite Ventileinrichtung
120 in die dritte Konfiguration bewegbar ist oder bewegt wird.
[0058] Der zweite Hauptzylinder 140 umfasst eine zweite Hauptzylinderkammer 146 und einen
in der zweiten Hauptzylinderkammer 146 angeordneten zweiten Hauptzylinderkolben 144.
Dabei kann der zweite Hauptzylinderanschluss 142 ein Einlass und Auslass der zweiten
Hauptzylinderkammer 146 sein. Der zweite Hauptzylinderkolben 144 ist in der zweiten
Hauptzylinderkammer 146 durch Beaufschlagung mit Druck in eine bezogen auf die zweite
Hauptzylinderkammer 146 eingefahrene und ausgefahrene Stellung bringbar. Der zweite
Hauptzylinder 140, insbesondere der zweite Hauptzylinderkolben 144, kann mit einem
weiteren Bremspedal 150 betätigt werden, insbesondere kann der zweite Hauptzylinder
140 durch das von einem Benutzer betätigbare weitere Bremspedal 150 betätigt werden.
Der zweite Hauptzylinder 140 umfasst einen zweiten Reservoiranschluss 152. Der zweite
Reservoiranschluss 152 ist Einlass und Auslass für das Fluid. Der zweite Reservoiranschluss
152 ist mit einer zweiten Reservoirleitung 154 mit dem Reservoir 72 verbunden. Der
zweiten Hauptzylinder 140 ist also mit dem Reservoir 72 in Strömungsverbindung.
[0059] Wesentlich für dieses Ausführungsbeispiel ist also, dass die erste Ventileinrichtung
, insbesondere wenn die erste Betätigungseinrichtung 130 mit dem ersten Hauptzylinder
140 betätigt wird, mit der ersten Betätigungseinrichtung 130 betreibbar, dass die
erste Ventileinrichtung 120 in die erste Konfiguration bewegbar ist, und/oder die
zweite Ventileinrichtung 120, insbesondere wenn die zweite Betätigungseinrichtung
130 mit dem zweiten Hauptzylinder 140 betätigt wird, mit der zweite Betätigungseinrichtung
130 betreibbar, dass die zweite Ventileinrichtung 120 in die dritte Konfiguration
bewegbar ist. Die Fahrzeugbremsanlage 28 ist also ausgestaltet, als Reaktion auf eine
Betätigung des Bremspedals 54 und/oder des weiteren Bremspedals 150, die dem jeweiligen
ersten und zweiten Radzylinder 32, 112 zugeordneten vorderen und/oder hinteren Räder
14, 16 unabhängig voneinander zu bremsen. Dabei können das Bremspedal 54 und das weitere
Bremspedal 150 unabhängig voneinander, aber gemeinsam oder jeweils einzeln betätigt
werden.
[0060] Figur 7 zeigt eine schematische Darstellung eines sechsten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage 28. Die in Figur 7 gezeigte Fahrzeugbremsanlage
28 entspricht im Wesentlichen der in den Figuren 1 bis 6 gezeigten Fahrzeugbremsanlage
28, sodass im Folgenden lediglich auf Details und/oder Unterschiede eingegangen wird.
[0061] Der erste und zweite Hauptzylinder 34, 140, insbesondere der erste und zweite Hauptzylinderkolben
44, 144, sind in diesem Ausführungsbeispiel nur gemeinsam mit dem Bremspedal 54 betätigbar.
Die Fahrzeugbremsanlage 28 ist also ausgestaltet, als Reaktion auf eine Betätigung
des Bremspedals 54, die dem jeweiligen ersten und zweiten Radzylinder 32, 112 zugeordneten
vorderen und/oder hinteren Räder 14, 16 gleichzeitig zu bremsen. Der erste und zweite
Bremskreis 30, 110, insbesondere der erste und zweite Radzylinder 32, 112, können
also als Reaktion auf eine Betätigung des Bremspedals 54, gemeinsam die dem ersten
und zweiten Radzylinder 32, 112 zugeordneten vorderen und/oder hinteren Räder 14,
16 bremsen.
[0062] Jedes erfindungsgemässe landwirtschaftliche Zugfahrzeug 10, insbesondere gemäss Figur
1, kann alle Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemässen Fahrzeugbremsanlage 28,
insbesondere gemäss der Figuren 1 bis 7 umfassen. Dabei sind der erste und/oder zweite
Hauptzylinder 34, 140 und das Reservoir 72 in der Kabine 20 und alle anderen Bauteile
des Fahrzeugbremsanlage 28 in allen anderen Teilen des Zugfahrzeugs, insbesondere
am oder im Fahrgestell angeordnet sind.
[0063] Figur 8 zeigt eine schematische Darstellung einer Anordnung einer erfindungsgemässen
Fahrzeugbremsanlage 28 in einem erfindungsgemässen Zugfahrzeug 10. Die in Figur 8
gezeigte Fahrzeugbremsanlage 28 entspricht im Wesentlichen der in den Figuren 1 bis
7 gezeigten Fahrzeugbremsanlage 28 und Zugfahrzeug 10, sodass im Folgenden lediglich
auf Details und/oder Unterschiede eingegangen wird. Nur der erste und/oder zweite
Hauptzylinder und das Reservoir, sowie insbesondere die zugehörigen Leitungen sind
in der Kabine 20 angeordnet.
[0064] Alle anderen Bestandteile der Fahrzeugbremsanlage sind am, insbesondere im, Fahrgestell
angeordnet sein.
[0065] Figur 9 zeigt eine schematische Darstellung der ersten oder zweiten Betätigungseinrichtung
mit der jeweiligen zugeordneten Ventileinrichtung 60. Die in Figur 9 gezeigten Details
der Fahrzeugbremsanlage 28 entsprechen im Wesentlichen der in den Figuren 1 bis 8
gezeigten Fahrzeugbremsanlage 28 bzw. dem Zugfahrzeug 10, sodass im Folgenden lediglich
auf Details und/oder Unterschiede eingegangen wird.
[0066] Die erste und/oder die zweite Ventileinrichtung 60, 120 können jeweils ein erstes
Rückstellelement 180 zur Rückstellung in die zweite oder vierte Konfiguration aufweisen.
Darüber hinaus kann die erste und/oder die zweite Ventileinrichtung 60, 120 jeweils
ein zweites Rückstellelement 182 zur Rückstellung in die zweite und/oder vierte Konfiguration
aufweisen. Vorteilhafterweise wird dadurch bei leichter Betätigung des Bremspedals
54 und/oder des weiteren Bremspedals 150 der Fluidstrom unterbrochen, wobei jede weitere
Bewegung Druck aufbaut und die erste und/oder zweite Ventileinrichtung 60, 120 betätigt
werden.
1. Fahrzeugbremsanlage, umfassend:
einen ersten Hauptzylinder (34) mit einem ersten Hauptzylinderanschluss (36), eine
erste Betätigungseinrichtung (50) mit einem ersten Betätigungsanschluss (52), wobei
der erste Hauptzylinderanschluss (36) in Strömungsverbindung mit dem ersten Betätigungsanschluss
(52) ist, und die erste Betätigungseinrichtung (50) mit dem ersten Hauptzylinder (34)
betreibbar ist,
einen ersten Bremskreis (30), der zwischen einer Pumpe und einem ersten Radzylinder
vorgesehen ist, wobei die Pumpe im ersten Bremskreis (30) betreibbar ist um Druck
zu erzeugen und ein Fluid innerhalb des ersten Bremskreises (30) zu bewegen,
dadurch gekennzeichnet, dass
im ersten Bremskreis (30) eine erste Ventileinrichtung (60) vorgesehen ist, wobei
die erste Ventileinrichtung (60) zwischen einer ersten Konfiguration, in der eine
Strömungsverbindung zwischen der Pumpe (40) und dem ersten Radzylinder (32) hergestellt
ist, und einer zweiten Konfiguration beweglich ist, in der eine Strömungsverbindung
zwischen der Pumpe (40) und dem ersten Radzylinder (32) verhindert ist, und die erste
Ventileinrichtung (60) mit der ersten Betätigungseinrichtung (50) betreibbar ist,
dass die erste Ventileinrichtung (60) in die erste Konfiguration bewegbar ist.
2. Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrzeugbremsanlage (28) einen zweiten Bremskreis (110) umfasst, der zwischen
der Pumpe (40) und einem zweiten Radzylinder (112) vorgesehen ist, wobei die Pumpe
(40) im zweiten Bremskreis (110) betreibbar ist, um Druck zu erzeugen und das Fluid
innerhalb des zweiten Bremskreises (110) zu bewegen.
3. Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten und zweiten Bremskreis (30, 110) die erste Ventileinrichtung (60) vorgesehen
ist, wobei die erste Ventileinrichtung(60) zwischen einer ersten Konfiguration, in
der eine Strömungsverbindung zwischen der Pumpe (40) und dem ersten und zweiten Radzylinder
(32, 112) hergestellt ist, und einer zweiten Konfiguration beweglich ist, in der eine
Strömungsverbindung zwischen der Pumpe (40) und dem ersten und zweiten Radzylinder
(32, 112) verhindert ist, und die erste Ventileinrichtung (60) ist mit der ersten
Betätigungseinrichtung (50) betreibbar, dass die erste Ventileinrichtung (60) in die
erste Konfiguration bewegbar ist.
4. Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Bremskreis (110) eine zweite Ventileinrichtung (120) vorgesehen ist, wobei
zweite Ventileinrichtung (120) zwischen einer dritten Konfiguration, in der eine Strömungsverbindung
zwischen der Pumpe (40) und dem zweiten Radzylinder (112) hergestellt ist, und einer
vierten Konfiguration beweglich ist, in der eine Strömungsverbindung zwischen der
Pumpe (40) und dem zweiten Radzylinder (112) verhindert ist.
5. Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Ventileinrichtung (60, 120) mit der ersten Betätigungseinrichtung
(50) betreibbar ist, dass die erste Ventileinrichtung (60) in die erste Konfiguration
und die zweite Ventileinrichtung (120) in die dritte Konfiguration bewegbar ist.
6. Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrzeugbremsanlage (28) eine zweite Betätigungseinrichtung (130) mit einem zweiten
Betätigungsanschluss (132) umfasst, wobei der erste Hauptzylinderanschluss (36) in
Strömungsverbindung mit dem zweiten Betätigungsanschluss (132) ist, und die zweite
Betätigungseinrichtung (130) mit dem ersten Hauptzylinder (34) betreibbar ist, wobei
die erste Ventileinrichtung (60) mit der ersten Betätigungseinrichtung (50) betreibbar
ist und die zweite Ventileinrichtung (120) mit der zweiten Betätigungseinrichtung
(130) betreibbar ist, dass die erste Ventileinrichtung (60) in die erste Konfiguration
und die zweite Ventileinrichtung (120) in die dritte Konfiguration bewegbar ist.
7. Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrzeugbremsanlage (28) einen zweiten Hauptzylinder (140) mit einem zweiten
Hauptzylinderanschluss (142) und eine zweite Betätigungseinrichtung (130) mit einem
zweiten Betätigungsanschluss (132) umfasst, wobei der zweite Hauptzylinderanschluss
(142) in Strömungsverbindung mit dem zweiten Betätigungsanschluss (132) ist, und die
zweite Betätigungseinrichtung (130) mit dem zweiten Hauptzylinder (140) betreibbar
ist, und die erste Ventileinrichtung (60) mit der ersten Betätigungseinrichtung (50)
betreibbar ist, dass die erste Ventileinrichtung (60) in die erste Konfiguration bewegbar
ist und/oder die zweite Ventileinrichtung (120) mit der zweiten Betätigungseinrichtung
(130) betreibbar ist, dass die zweite Ventileinrichtung (120) in die dritte Konfiguration
bewegbar ist oder bewegt wird.
8. Fahrzeugbremsanlage nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Betätigungseinrichtung (50) einen ersten Versorgungsanschluss (100) und/oder
die zweite Betätigungseinrichtung (130) einen zweiten Versorgungsanschluss (136) aufweisen.
9. Fahrzeugbremsanlage nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder zweite Versorgungsanschluss (100, 136) mittels einer ersten Versorgungsleitung
(102) mit der Pumpe (40) strömungsverbunden sind.
10. Fahrzeugbremsanlage nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hauptzylinder (34) einen ersten Reservoiranschluss (70) und/oder der zweite
Hauptzylinder (140) einen zweiten Reservoiranschluss (152) umfasst und/oder der erste
Hauptzylinder (34) mittels des ersten Reservoiranschlusses (70) und/oder der zweite
Hauptzylinder (140) mittels des zweiten Reservoiranschlusses (152) mit einem Reservoir
(72) strömungsverbunden ist.
11. Fahrzeugbremsanlage nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder die zweite Ventileinrichtung (60, 120) jeweils ein erstes Rückstellelement
(180) zur Rückstellung in die zweite und/oder vierte Konfiguration aufweisen.
12. Fahrzeugbremsanlage nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder die zweite Ventileinrichtung (60, 120) jeweils ein zweites Rückstellelement
(182) zur Rückstellung in die zweite und/oder vierte Konfiguration aufweisen.
13. Landwirtschaftliches Zugfahrzeug, umfassend eine Fahrzeugbremsanlage (28) nach einem
der Ansprüche 1 bis 12.
14. Landwirtschaftliches Zugfahrzeug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugfahrzeug (10) eine Kabine (20) und ein Fahrgestell umfasst, wobei die Kabine
(20) am Fahrgestell angeordnet ist.
15. Landwirtschaftliches Zugfahrzeug nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder zweite Hauptzylinder (34, 140) und das Reservoir (72) in der Kabine
(20) angeordnet sind.