Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe eines
Boots, bevorzugt zum Vorgeben der Fahrstufe eines das Boot antreibenden Elektromotors,
sowie ein Boot mit einer solchen Vorrichtung.
Stand der Technik
[0002] Es ist bekannt, Boote mit einem Elektromotor anzutreiben. Ferner ist es bekannt,
die Fahrstufe des Elektromotors des Bootsantriebs mittels einer Vorrichtung zum Vorgeben
der Fahrstufe anzusteuern, wobei das Vorgeben der Fahrstufe beispielsweise durch das
Vorgeben der Leistung und/oder des Drehmoments und/oder der Drehzahl des Elektromotors
umgesetzt wird.
[0003] Eine Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe kann direkt am elektrischen Bootsantrieb
vorgesehen sein, beispielsweise in Form eines Drehschalters an einer Pinne eines elektrischen
Außenbordmotors.
[0004] Weiterhin ist bekannt, Vorrichtungen zum Vorgeben der Fahrstufe vorzusehen, bei welchen
eine von dem anzusteuernden elektrischen Bootsantrieb beabstandet angeordnete Vorrichtung
vorgesehen ist, mittels welcher dann die Fahrstufe des Elektromotors des Bootsantriebs
vorgegeben werden kann. Solche Vorrichtungen zum Vorgeben der Fahrstufe werden auch
als Fahrthebel oder Ferngashebel bezeichnet.
[0005] Üblicherweise ist ein Ferngashebel an einem Steuerstand des Bootes angeordnet, so
dass dieser von einem Bootsführer während der Fahrt einfach bedient werden kann. Ein
Ferngashebel wird insbesondere dann verwendet, wenn der Motor unzugänglich im Boot
eingebaut ist - beispielsweise als Einbaumotor mit Wellenantrieb, als Einbaumotor
mit Z-Antrieb, als Einbaumotor mit Saildrive oder als im Wesentlichen unterhalb des
Bootes angeordneter Pod-Antrieb. Ein Ferngashebel kann aber auch zur Ansteuerung eines
Außenbordmotors verwendet werden. Die Fahrstufe des
[0006] angesteuerten Elektroantriebs ist dabei meist entsprechend der Stellung des jeweiligen
Fahrthebels stufenlos einstellbar.
[0007] Zur Ansteuerung eines Bootsantriebs können auch mehrere Ferngashebel vorgesehen sein,
die in unterschiedlichen Positionen am Boot angeordnet sind, beispielsweise an zwei
unterschiedlichen Steuerständen oder an der Pinne und an einem Steuerstand.
[0008] In der Regel weisen solche Vorrichtungen zum Vorgeben der Fahrstufe ein starr mit
dem Boot verbundenes Gehäuse und einen von Hand betätigbaren Fahrthebel auf, der schwenkbar
an dem Gehäuse befestigt ist. Der Fahrthebel ist dabei an einer Seite des Gehäuses
befestigt und in dem Gehäuse beispielsweise über eine in das Gehäuse hineinreichende
Achse, die im Gehäuse verschwenkbar gehalten ist, gelagert, was eine komplexe und
kostenaufwendige Verbindung und Abdichtung von Fahrthebel und Gehäuse darstellt.
[0009] Bei der Verschwenkbewegung um die Schwenkachse wirkt diese Achse des Fahrthebels
auf einen Fahrtgeber, beispielsweise in Form eines Potentiometers, so dass ein Steuersignal
erzeugt werden kann, mittels welchem dann die Leistungselektronik des Elektromotors
des Bootsantriebs angesteuert werden kann. Durch die Positionierung des Fahrthebels
kann entsprechend die Fahrstufe, bei welcher der Elektroantrieb betrieben werden soll,
vom Bediener vorgeben werden. In einer Nullstellung des Fahrthebels steht der Elektroantrieb
still. Durch eine Betätigung des Fahrthebels von Hand aus der Nullstellung hinaus
wird der Elektroantrieb mit einer entsprechend der Position des Fahrthebels vorgegebenen
Fahrstufe betrieben.
[0010] Zudem weisen solche Vorrichtungen in der Regel eine Rückwärtsstellung des Fahrthebels
zum Vorgeben eines Rückwärtslaufs des Elektroantriebs auf. Die Rückwärtsstellung ist
dabei durch ein Bewegen des Fahrthebels aus der Nullstellung in eine dem vorgenannten
Vorwärtsbetriebsbereich entgegengesetzte Richtung einstellbar. Die Antriebseinheit,
in der Regel ein Propeller, des Elektroantriebs erzeugt entsprechend der Stellung
des Fahrthebels einen Schub, welcher in entgegengesetzte Richtung des bei Vorwärtsfahrt
erzeugten Schubs wirkt.
Darstellung der Erfindung
[0011] Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine vereinfachte Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe eines Elektroantriebes
eines Bootes anzugeben.
[0012] Die Aufgabe wird durch eine Antriebsanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, den beigefügten
Figuren sowie der vorliegenden Beschreibung.
[0013] Entsprechend wird eine Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe eines Elektroantriebs
eines Boots, aufweisend ein Gehäuse mit zwei an gegenüberliegenden Seitenwänden des
Gehäuses angeordneten Aufnahmeelementen zur Definition einer Schwenkachse und einen
um diese Schwenkachse schwenkbaren Fahrthebel vorgeschlagen, wobei der Fahrthebel
an beiden Aufnahmeelementen aufgenommen ist.
[0014] Durch die Aufnahme des Fahrthebels an beiden Aufnahmeelementen kann erreicht werden,
dass der Fahrthebel selbst besonders einfach ausgestaltet werden kann und eine vorteilhafte
Verbindung mit dem Gehäuse erreicht werden kann.
[0015] Gemäß einem Ausführungsbeispiel weist der Fahrthebel zwei formgleiche Schenkel auf,
die über einen Verbindungssteg miteinander verbunden sind, wobei die zwei Schenkel
jeweils eine Aussparung aufweisen. Die Aufnahmeelemente nehmen den Fahrthebel über
die Aussparungen auf, sodass der Fahrthebel um die Schwenkachse schwenkbar ist. Vorzugsweise
sind die Schenkel spiegelsymmetrisch zueinander angeordnet.
[0016] In einem Beispiel sind die Aussparungen in einem unteren Bereich der Schenkel angeordnet,
wobei der untere Bereich der Schenkel im Wesentlichen senkrecht zur Schwenkachse verläuft.
Durch eine solche doppelschenkelige einteilige Ausführung eines Fahrthebels wird der
Fahrthebel in einfacher Weise auf das Gehäuse aufgebracht. Eine komplexe konstruktive
Lagerung des Fahrthebels in das Gehäuse ist nicht notwendig.
[0017] In anderen Worten wird die Schwenkachse des Fahrthebels durch die geometrische Verbindungslinie
zwischen den beiden Aufnahmeelementen gebildet und verläuft quer zu einer Mittelebene
des Gehäuses, wobei die Mittelebene in der Mitte von den zwei sich gegenüberliegenden
Seitenwänden liegt. Die Aufnahmeelemente sind gegenüber der Mittelebene symmetrisch
entgegengesetzt zueinander angeordnet und bilden die Schwenkachse des Fahrthebels.
In einem Ausführungsbeispiel verläuft die Mittelebene in Längsrichtung des Bootes
auf dem die Vorrichtung angeordnet ist.
[0018] Das Gehäuse bezeichnet einen Raum zur Unterbringung von für die Vorrichtung benötigten
Bauteilen. Das Gehäuse besteht aus zwei sich gegenüberliegen Seitenwänden, einer Oberseitenwand,
einer Vorderseitenwand und einer Rückseitenwand. Die Seitenwände verlaufen beispielsweise
im Wesentlichen parallel zur Mittelebene. Die Vorderseitenwand und die Rückseitenwand
verlaufen beispielsweise im Wesentlichen quer zur Mittelebene. Die Oberseitenwand
ist eine die Seitenwände und der Vorder- und Rückseitenwände abschließende Wand, die
das Gehäuse nach oben abschließt. Eine Unterseite ist der Oberseite gegenüberliegend,
wobei das Gehäuse in einem Ausführungsbeispiel an der Unterseite offen ausgestaltet
ist, d.h. keine Unterseitenwand aufweist.
[0019] Die oben genannte Aufgabe wird auch durch eine Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe
eines Elektroantriebs eines Boots gelöst, aufweisend ein Gehäuse mit einem an einer
Seitenwand des Gehäuses angeordneten Aufnahmeelement zur Definition einer Schwenkachse,
wobei die Schwenkachse durch das Aufnahmeelement verläuft, und einen Fahrthebel, der
um diese Schwenkachse verschwenkbar am Gehäuse aufgenommen ist. Erfindungsgemäß weist
der Fahrthebel einen Schenkel auf, wobei der Fahrthebel um die Schwenkachse schwenkbar
ist, und der Fahrthebel auf oder in das Aufnahmeelement des Gehäuses clickbar ist.
[0020] Auf diese Weise kann eine vorteilhafte Ausgestaltung auch mit einem Fahrthebel erreicht
werden, der nur einen Schenkel aufweist.
[0021] In einem Ausführungsbeispiel sind die Aufnahmeelemente als Vorsprünge in den Seitenwänden
ausgebildet. Alternativ können die Aufnahmeelemente auch als Aussparungen ausgestaltet
sein, wobei die Schenkel demnach passende Vorsprünge aufweisen, um in die Aussparungen
einzugreifen.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform ist der Fahrthebel auf die Aufnahmeelemente des Gehäuses
clickbar. Alternativ ist der Fahrthebel auf die Aufnahmeelemente des Gehäuses klemmbar,
d.h. der Fahrthebel hält nur aufgrund der formgleichen Schenkel am Gehäuse. In einem
Ausführungsbeispiel sind die Schenkel dabei biegeelastisch ausgeführt, um die Schenkel
auf die Aufnahmeelemente zu klemmen. Dadurch wird der Fahrthebel in Axialrichtung
der Schwenkachse fixiert. Durch eine solche Clickverbindung oder Klemmverbindung des
Fahrthebels kann eine einfache und kostengünstige Verbindung eines Fahrthebels bereitgestellt
werden. Eine komplexe konstruktive Lagerung des Fahrthebels in dem Gehäuse sowie Montageelemente,
z.B. zur axialen Sicherung entfallen.
[0023] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist der Fahrthebel einstückig ausgebildet.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel sind die Schenkel form- oder stoffschlüssig
mit dem Verbindungssteg verbunden. Beispielsweise können die Schenkel und der Verbindungssteg
in der Weise angeordnet sein, sodass diese eine U-Form oder eine trapezartige Form
bilden. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Schenkel derart elastisch,
dass diese leicht gebogen werden können, um auf die Aufnahmeelemente gesteckt beziehungsweise
geklemmt zu werden. Die Innenseiten der Schenkel, d.h. die Seiten die in Richtung
der Mittelebene zeigen, sind mit den Seitenwänden des Gehäuses in Berührung. Werden
die Schenkel auf die Aufnahmeelemente gesteckt, schlagen diese mit ihrer Innenseite
auf die jeweilige Seitenwand des Gehäuses an.
[0024] In einem Ausführungsbeispiel sind die Innenseiten der Schenkel und die Bereiche der
Seitenwände des Gehäuses, die mit den Innenseiten der Schenkel in Berührung stehen,
derart beschichtet, dass die Innenseite der Schenkel auf dem Gehäuse in einer gewünschten
Weise gleiten. Alternativ können die Innenseiten der Schenkel auch von den Seitenwänden
des Gehäuse beabstandet sein.
[0025] Gemäß einer Ausführungsform ist in dem Fahrthebel mindestens ein Magnet und in dem
Gehäuse mindestens ein Sensor angeordnet, um die Positionsänderung des Fahrthebels
um die Schwenkachse berührungslos zu erfassen. Die Positionsänderung wird dabei an
eine Steuereinheit übermittelt. Basierend auf der ermittelten Position des Fahrthebels
wird der Elektroantrieb mit einer vorgegebenen Leistung und/oder Drehmoment und/oder
Drehzahl angesteuert. Entsprechend kann das Gehäuse vollkommen hermetisch abgeschlossen
und/oder abgedichtet sein, so dass die Vorrichtung insgesamt besonders robust ausgebildet
ist.
[0026] In einem Ausführungsbeispiel ist der Magnet konzentrisch zur Schwenkachse angeordnet.
Wenn der Fahrthebel verschwenkt wird, ermittelt der (Hall)- Sensor die Drehung des
Magnetfeldes und ermittelt dadurch die Veränderung des Fahrthebels gegenüber einer
Nullposition. Abhängig von der Änderung des Fahrthebels und der daraus resultierenden
Änderung des Magnetfeldes wird dem Elektroantrieb die Leistung vorgegeben. Die Steuereinheit
steuert den Elektroantrieb gemäß der Leistungsvorgabe zu der ermittelten veränderten
Drehung des Magnetfelds an.
[0027] In einem alternativen Beispiel ist der der Magnet exzentrisch zur Schwenkachse angeordnet.
Der Sensor ermittelt dabei die zurückgelegte Strecke des Magneten, die dieser gegenüber
der Schwenkachse auf einer Kreisbahn zurücklegt. Die Steuereinheit steuert den Elektroantrieb
gemäß der Leistungsvorgabe zu der ermittelten Positionsänderung beziehungsweise dem
zurückgelegten Weg des Magneten an. Im Weiteren ist die Vorgabe der Leistung des Elektroantriebs
auch als Vorgabe des Drehmoments und / oder der Drehzahl zu verstehen.
[0028] In einem Ausführungsbeispiel ist der Magnet ein Diametralmagnet beziehungsweise ein
diametral magnetisierter Magnet, also ein Magnet, bei dem die Magnetisierung am Umfang
vorliegt, so dass eine Halbschale als Nordpol magnetisiert ist und die gegenüberliegende
Halbschale entsprechend als Südpol. Diese Ausführung ermöglicht es, den Magneten konzentrisch
zur Schwenkachse anzuordnen. Über einen im Gehäuse angeordneten Hall-Sensor kann dann
die aktuelle Drehposition des Fahrthebels berührungslos ausgelesen werden, ohne dass
ein Durchbruch durch das Gehäuse vorgenommen werden muss. Entsprechend kann das Gehäuse
vollkommen hermetisch abgeschlossen und/oder abgedichtet sein, so dass die Vorrichtung
insgesamt besonders robust ausgebildet ist. Damit kann auch auf aufwändige Drehdurchführungen
und Drehabdichtungen verzichtet werden.
[0029] In einer weiteren alternativen Ausführungsform kann der Fahrthebel mit einem Potentiometer
verbunden sein. Durch die Verschwenkbewegung um die Schwenkachse wirkt diese Achse
des Fahrthebels des Potentiometers, so dass ein Steuersignal erzeugt werden kann,
mittels welchem dann die Leistungselektronik des Elektromotors des Bootsantriebs angesteuert
werden kann. Die Kopplung zwischen einem in dem Gehäuse angeordneten Potentiometer
und dem Fahrthebel kann beispielsweise magnetisch erfolgen, so dass ein Durchbruch
durch das Gehäuse nicht notwendig ist.
[0030] Gemäß einer Ausführungsform bilden die Aussparungen der Schenkel des Fahrthebels
mit den Aufnahmeelementen eine Snap & Click Verbindung. Dadurch lässt sich eine besonders
einfache und kostengünstige Verbindung des Fahrthebels realisieren. In einem Ausführungsbeispiel
sind die Aufnahmeelemente als in einer Kreisbahn verlaufende Nasen ausgebildet, die,
nachdem die Schenkel des Fahrthebels auf die Aufnahmeelemente gesteckt beziehungsweise
geklemmt werden, hinter die Aussparungen der Schenkel eingreifen. Auch ist es möglich,
dass die Nasen nur an dem Ende der kreisförmigen Vorsprünge entlang des Umfangs gleichmäßig
ausgebildet sind.
[0031] Gemäß einer Ausführungsform sind die Aufnahmeelemente starr mit dem Gehäuse verbunden
oder integral aus der Seitenwand des Gehäuses gebildet. In einem Ausführungsbeispiel
sind das Gehäuse und die Aufnahmeelemente zu einem Bauteil gegossen. Alternativ sind
die Aufnahmeelemente form- oder stoffschlüssig mit dem Gehäuse verbunden.
[0032] Gemäß einer Ausführungsform ist jeweils ein Deckel für jede Seite der Vorrichtung
vorgesehen, welcher in einen die Aussparungen umgebenden Bereich und/oder in die Aussparung
selbst und/oder in die Aufnahmeelemente eingreift, nachdem die Schenkel des Fahrthebels
auf die Aufnahmeelemente geklemmt sind, und die Aussparung verschließt. Der die Aussparungen
umgebende Bereich weist dabei ebenfalls auf einer Kreisbahn angeordnete Aussparungen
auf, die dazu ausgebildet sind, Nasen des Deckels aufzunehmen und den Deckel somit
an die Vorrichtung zu fixieren.
[0033] Gemäß einer Ausführungsform weist die Vorrichtung ein Federelement auf, das derart
ausgestaltet ist, den Fahrthebel in eine Nullstellung zu stellen. In einer Nullstellung
des Fahrthebels steht der Elektroantrieb still. Durch eine Betätigung des Fahrthebels
von Hand aus der Nullstellung hinaus wird der Elektroantrieb mit einer entsprechend
der Position des Fahrthebels vorgegebenen Fahrstufe betrieben. Wenn der Fahrthebel
losgelassen wird, kann der Fahrthebel in die Nullstellung zurückbewegt werden. Das
Federelement kann derart ausgebildet sein, dass es im Vorwärts- und im Rückwärtsbetrieb
des Elektroantriebs den Fahrthebel in die Nullstellung zurückbewegt, wenn der Fahrthebel
nicht durch einen Benutzer betätigt wird.
[0034] Gemäß einer Ausführungsform weist die Vorrichtung ein Rastelement auf, das derart
ausgestaltet ist, den Fahrthebel in einer Nullstellung zu halten.Das Rastelement erzeugt
durch eine geeignet gewählte Federkonstante eine Kraft, die der Bewegung aus der Nullstellung
heraus entgegenwirkt. Dadurch erhält der Benutzer ein haptisches Feedback dahingehend,
dass der Hebel sich aus der Nullstellung herausbewegt wird. Auch beim Zurückbewegen
in die Nullposition erhält der Nutzer ein haptisches Feedback, dass die Nullstellung
wieder erreicht ist.
[0035] Weiterhin dient das Rastelement dazu, zu verhindern, dass sich der Hebel versehentlich
aus der gewählten Position bewegt. Gerade wenn sich der Fahrthebel in der Nullstellung
befindet, stellt das Rastelement einen Schutz gegen versehentliches Verstellen, z.B.
ausgelöst durch Erschütterungen oder Wellengang, bereit.
[0036] Dies ist gerade bei Anwendungen mit einem Elektromotor von Bedeutung um zu verhindern,
dass der Elektromotor vom Benutzer unbemerkt betätigt wird und entsprechend besonders
bei langsamer Drehzahl des Elektromotors unbemerkt die Batterie leert. Bei einem Verbrennungsmotor
ist dies nicht unbedingt der Fall, da hier stets auch ein akustisches Feedback gegeben
ist.
[0037] In einem Ausführungsbeispiel drückt das Rastelement bei Betätigung des Hebels auf
die Seitenwand. Dadurch wird eine Reibkraft erzeugt, welche dafür sorgt, dass der
Hebel an der gewählten Position bleibt, wenn der Nutzer den Hebel in dieser Stellung
loslässt. In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist der Fahrthebel nicht federbelastet
und verbleibt entsprechend aufgrund der nicht vermeidbaren Reibung der Komponenten
in der vom Benutzer vorgegebenen Position. Dieses Ausführungsbeispiel ist besonders
gut auch mit einem die Nullstellung definierenden Rastelement verbindbar.
[0038] Die Hemmung des Fahrthebels durch Reibung kann auch durch eine definierte Reibeinrichtung
erreicht werden, die es ermöglicht, ein vorgegebenes haptisches Erlebnis für den Benutzer
bereit zu stellen, so dass dieser den Fahrthebel stets gegen einen etwas höheren Widerstand
bewegen muss.
[0039] Gemäß einer Ausführungsform weist die Vorrichtung ferner eine Eingabeeinrichtung
und/oder eine Anzeigeeinheit und/oder eine Dichtung und/oder eine Steuereinheit und/oder
einen Ein/AusSchalter und/oder ein Datenkabel auf, wobei diese innerhalb des Gehäuses
angeordnet sind.
[0040] In einem Ausführungsbeispiel ist die Eingabeeinrichtung eine Folientastatur.
[0041] Die Anzeigeeinheit ist beispielsweise zur graphischen Darstellung von Informationen
vorgesehen. Mittels der Anzeigeeinheit können beispielsweise die Geschwindigkeit des
Bootes, der Ladezustand der Batterie sowie die zu erwartende Reichweite des Bootes,
die abgerufene Motorleistung, und Fehlermeldungen der Leistungselektronik angezeigt
werden. Der Fahrthebel und die Anzeigeeinheit bilden hierbei zusammen eine Fahrtregelungseinheit
aus.
[0042] Die Dichtung ist beispielsweise vorgesehen, um die Anzeigeeinheit vor Wassereintritt
zu schützen und ist zwischen Oberseite des Gehäuses und Anzeigeeinheit angeordnet,
wobei die Oberseite des Gehäuses eine Aussparung für die Anzeigeeinheit aufweist.
Eine weitere Dichtung kann an der Unterseite der Anzeigeeinheit vorgesehen sein. Weiterhin
kann auch eine Dichtung vorgesehen zwischen der Oberseite des Gehäuses und der Anzeigeeinheit
vorgesehen sein, um im Gießherstellungsverfahren des Gehäuses das Display vor Vergussmasse
zu schützen.
[0043] In einem Ausführungsbeispiel ist die Steuereinheit eine Controller-Platine. Das Datenkabel
ist mit der Platine verbunden. Das Datenkabel überträgt die Leistungsvorgaben basierend
auf der Position des Fahrthebels an den Elektroantrieb.
[0044] Gemäß einer Ausführungsform werden die durch das Gehäuse aufzunehmenden Teile durch
das Gehäuse vergossen. Das Vergießen der Elektronik der Vorrichtung durch das Gehäuse
stellt einen besonderen effizienten Schutz der Elektronik in feuchten Umgebungen dar.
[0045] Gemäß einer anderen Ausführungsform (nicht vergossen), ist ein separates oder integriertes
Gehäuse für die Controller Platine und / oder die Anzeigeeinheit, gegebenenfalls mit
einem separaten Deckel und einer separaten Dichtung, vorgesehen.
[0046] Gemäß einer Ausführungsform ist ein Ein-Aus Schalter in Form eines Magnet Pins, der
beispielsweise mit einer mit der Steuereinrichtung in Verbindung stehende Ronde in
Verbindung steht, vorgesehen. Nachdem der Magnet-Pin in den vorgegebenen Raum des
Gehäuses eingesteckt wird, wird die Vorrichtung eingeschaltet, beziehungsweise ausgeschaltet,
wenn der Magnet-Pin nicht in dem Raum steckt. Die Ronde ist aus einem ferromagnetischen
Material, beispielsweise Metall. Auf diese Weise kann ein sicherer Ein-Aus Schalter
bereitgestellt werden. Der Magnet-Pin dient somit vorzugsweise als Not-Ausschalter,
der beispielsweise in Form eines sogenannten "Kill-Switch" vorgesehen sein kann.
[0047] Der Magnet-Pin kann alternativ zu dem Einstecken in eine Raum auch auf einer Fläche,
beispielsweise einer Gehäusefläche, aufgelegt, aufgeklemmt und/oder magnetisch gehalten
werden.
[0048] In einem weiteren Ausführungsbeispiel kann ein separater Taster in der Folientastatur
als Ein-AusSchalter vorgesehen sein oder es kann ein separater Schalter als Ein-Aus-Schalter
für die Vorrichtung vorgesehen sein.
[0049] Gemäß einer Ausführungsform ist die Vorrichtung über eine Halterung mit dem Boot
befestigbar.
[0050] Gemäß einer Ausführungsform ist die Halterung als eine Blechstruktur ausgestaltet,
wobei das Gehäuse derart ausgestaltet ist, dass das Gehäuse auf die Halterung aufsteckbar
ist, d.h. dass die Vorrichtung beispielsweise durch eine Snap & Click Verbindung mit
der Halterung verbindbar ist. Somit ist eine rückseitige Verschraubung an der Halterung
nicht notwendig. Auf diese Weise lässt sich die Vorrichtung auf eine einfache Weise
auf die Halterung montieren. Des Weiteren kann die Vorrichtung dadurch leichter von
der Halterung beziehungsweise von dem Boot gelöst werden, was vorteilhaft für die
Wartung der Vorrichtung ist. Auf diese Weise lässt sich auch die Abdichtung des Gehäuses
vereinfachen, da keine für die Verschraubung notwendigen Schraublöcher vorgesehen
sein müssen.
[0051] In einer weiteren Ausführungsform weist die Blechstruktur zwei Nasen auf, die in
zwei Aussparungen an der Gehäuse-Vorderseite eingreifen und einrasten. Alternativ
ist das Gehäuse zusätzlich an der Rückseite mit der Halterung verbindbar.
[0052] Die Blechstruktur ist beispielsweise über eine Schraubverbindung, vorzugsweise SPAX-Schrauben,
an einem Steuerstand des Boots befestigbar.
[0053] Weiterhin wird ein Boot mit einer Vorrichtung nach den obigen Ausführungen vorgeschlagen.
[0054] Der Fahrthebel kann zudem eine selbst einrastende Nullstellung aufweisen, die durch
Formelemente wie Federstücke o.ä. umgesetzt werden kann, die z.B. in Vertiefungen
eingreifen. Hier sind alle möglichen Formen wie Vertiefungen, Kulissen o.ä. und alle
möglichen Formelemente wie Keile, Kegel, Rollen, Halbwalzen usw. denkbar. Zudem sind
für die "Verriegelungskraft" alle Arten von Feder- oder Kraftelementen wie Spiralfedern,
Blattfedern, Gummipuffer u.ä. verwendbar.
[0055] Die Nullstellungsmechanik kann auch durch aktive oder passive Kraftelemente wie Magnete,
Elektromagnete oder andere Elemente, die eine mechanische Kraft auf ein anderes Element
ausüben können, vorgesehen sein.
[0056] In einer besonders vorteilhaften Ausführung ist ein Verriegelungselement (z.B. ein
keilförmiger Vorsprung) vorgesehen, der in eine Gegenkontur (z.B. eine keilförmige
Vertiefung) eingreift. Das Verriegelungselement kann als eine Blattfeder ausgestaltet
sein, und einstückig in einem oder beiden Schenkel ausgestaltet sein bzw. einstückig
mit dem Gehäuse ausgestaltet sein. Das Verriegelungselement kann dabei mittels Spritzgussverfahren
an den einen oder beide Schenkel oder das Gehäuse angespritzt werden.
[0057] In einer besonders vorteilhaften Ausführung besteht der Fahrthebel somit mechanisch
im Wesentlichen aus einem oder zwei beweglichen Schenkeln (Hebel), dem feststehenden
Gehäuse und einer Halterung als gegebenenfalls Montageplatte. Vorzugsweise sind alle
Montage- und Verriegelungselemente als Rast- oder Schnapphaken im Kunststoff-Spritzguss
mit angegossen. Dies betrifft insbesondere auch die notwendigen Elemente der Nullpunktsverriegelung.
[0058] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zum Vorgeben der
Fahrstufe eines Elektroantriebs eines Boots vorgeschlagen, aufweisend ein Gehäuse
mit einem an einer Seitenwand des Gehäuses angeordneten Aufnahmeelement, wobei die
Schwenkachse durch das Aufnahmeelement und senkrecht zur Mittelebene verläuft, und
eine um diese Schwenkachse schwenkbare Aufnahme eines Fahrthebels, wobei der Fahrthebel
an einem Aufnahmeelement aufgenommen ist. Der Fahrthebel weist hierbei einen Schenkel
mit einer Aussparung auf, wobei das Aufnahmeelement den Fahrthebel über die Aussparungen
aufnimmt, sodass der Fahrthebel um die Schwenkachse schwenkbar ist. Der Fahrthebel
ist hierbei mit den Aufnahmeelementen des Gehäuses clickbar verbunden.
[0059] In einem Ausführungsbeispiel weisen die Aufnahmeelemente eine Länge auf, die größer
ist, als die Schenkeldicke in Richtung der Schwenkachse. Clickbar bedeutet in diesem
Zusammenhang insbesondere, dass die Aufnahmeelemente Befestigungsnasen aufweisen.
Wird der Schenkel mit der Aussparung über die Aufnahmeelemente geführt, so treten
diese durch die Öffnung hindurch und die Rastnasen verrasten den Schenkel schwenkbar
am Gehäuse. Insbesondere lässt sich dadurch der Schenkel nicht in schwenkaxialer Richtung
vom Gehäuse abziehen, sondern verbleibt dort, bis die Rastnasen entweder entfernt
oder in radialer Richtung zur Schwenkachse in die Aussparung zurückgedrückt werden,
so dass der Schenkel wieder abnehmbar ist.
[0060] Clickbar kann außerdem bedeuten, dass die Aufnahmeelemente zusätzlich radial gegen
die Innenseite der Aussparung drücken. Hierdurch kann eine Friktion in Schwenkrichtung
erzeugt werden. Dadurch ist ein Kraftaufwand von Nöten, um den Hebel zu bewegen, so
dass kein Verstellen des Hebels durch beispielsweise Wellengang oder Ähnlichem möglich
ist. Durch die Form der Aufnahmeelemente ist es ferner möglich die entstehende Friktion
zu bestimmen.
[0061] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele ersichtlich. Die dort beschriebenen Merkmale können
alleinstehend oder in Kombination mit einem oder mehreren der oben dargelegten Merkmalen
umgesetzt werden, insofern sich die Merkmale nicht widersprechen. Die folgende Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele erfolgt dabei mit Bezug auf die begleitenden Zeichnungen.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0062] Bevorzugte weitere Ausführungsformen der Erfindung werden durch die nachfolgende
Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Explosionszeichnung einer Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe
eines Elektroantriebs gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Figur 2a-e
- verschiedene Ansichten der schematisch gezeigten Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe
eines Elektroantriebs gemäß dem Ausführungsbeispiel der Figur 1;
- Figur 3
- eine schematische Darstellung eines Boots mit einer Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe
eines Elektroantriebs gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel; und
- Figur 4
- eine schematische Explosionszeichnung einer Vorrichtung zum Vorgeben der Fahrstufe
eines Elektroantriebs gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0063] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben.
Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den unterschiedlichen
Figuren mit identischen Bezugszeichen versehen, und auf eine wiederholte Beschreibung
dieser Elemente wird teilweise verzichtet, um Redundanzen zu vermeiden.
[0064] In Figur 1 ist eine Vorrichtung 1 zum Vorgeben der Fahrstufe eines Elektroantriebs
eines Boots gemäß einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
[0065] Die Vorrichtung 1 weist einen Fahrthebel 10 und ein Gehäuse 14 mit zwei sich gegenüberliegenden
Seitenwänden 140, einer Vorderwand 142, einer Rückwand 144, einer Oberwand 146 und
einer Unterseite 148 auf.
[0066] An den beiden sich gegenüberliegenden Seitenwänden 140 sind Aufnahmeelemente 15a,
15b an jeweils an eine von den zwei sich gegenüberliegenden Seitenwänden des Gehäuses
14 angeordnet, wobei die Aufnahmeelemente 15a, 15b gegenüberliegend zueinander angeordnet
und derart ausgebildet sind, um den Fahrthebel 10 an dem Gehäuse schwenkbar gegenüber
einer Schwenkachse 17 anzubringen. Die Aufnahmeelementen 15a, 15b definieren entsprechend
eine Schwenkachse 17 und sind derart ausgestaltet, dass der Fahrthebel 10 gegenüber
der Schwenkachse 17, schwenkbar ist, wobei der Fahrthebel 10 an beiden Aufnahmeelementen
15a, 15b aufgenommen ist.
[0067] Der Fahrthebel weist 10 zwei formgleiche Schenkel 10a, 10b auf, die über einen Verbindungssteg
10c miteinander verbunden sind, wobei die zwei Schenkel 10a, 10b jeweils eine Aussparung
11a, 11b aufweisen. Die Aufnahmeelemente 15a, 15b nehmen die Schenkel 10a, 10b in
den Aussparungen 11a, 11b auf, sodass der Fahrthebel um die Schwenkachse schwenkbar
ist. Durch eine solche hier gezeigte doppelschenkelige, vorzugsweise einteilige, Ausführung
eines Fahrthebels wird der Fahrthebel in einfacher Weise auf das Gehäuse aufgebracht.
Eine komplexe konstruktive Lagerung des Fahrthebels in das Gehäuse ist nicht notwendig.
[0068] In anderen Worten sind die Aufnahmeelemente 15a, 15b bezogen auf eine in Figur 1a
gezeigte Mittelebene 19 des Gehäuses symmetrisch gegenüberliegend angeordnet und bilden
die Schwenkachse 17 für den Fahrthebel. Die Mittelebene bezeichnet die Ebene, die
in der Mitte von den zwei sich gegenüberliegenden Seitenwänden liegt.
[0069] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist der Fahrthebel 10 auf die Aufnahmeelemente
15a, 15b des Gehäuses 14 clickbar, sodass der Fahrthebel 10 in Axialrichtung der Schwenkachse
17 fixiert ist und um die Schwenkachse 17 schwenkbar ist.
[0070] In einem Ausführungsbeispiel sind die Schenkel 10a, 10b sowie der Griff 10c dabei
biegeelastisch ausgeführt, um die Schenkel 10a, 10b auf die Aufnahmeelemente 15a,
15b zu spannen. Durch eine durch die Schenkel 10a, 10b des Fahrthebels erzeugte Klemmwirkung
kann eine einfache und kostengünstige Verbindung eines Fahrthebels 10 bereitgestellt
werden. Eine komplexe Verbindung des Fahrthebels mit dem Gehäuse entfällt.
[0071] In Figur 1 ist der Fahrthebel als ein U-förmiges Profil gezeigt. Der Hebel kann jedoch
auch eine trapezförmige Form haben. Die Aussparungen 15a, 15b sind beispielhaft in
einem unteren Bereich der Schenkel 10a, 10b angeordnet, wobei der untere Bereich im
Wesentlichen senkrecht zur Schwenkachse 17 verläuft. Weiterhin ist der Fahrthebel
10 als ein einstückiges Bauteil dargestellt. Wie in Figur 1 gezeigt ähnelt der Fahrthebel
10 einer Klemme, quasi in Form eines "Kopfhörers", der auf die Aufnahmeelemente der
Gehäuses klemmbar ist.
[0072] Die Aussparungen 15a, 15b der Schenkel 10a, 10b sind jeweils kreisförmig beziehungsweise
als zylindrische Aussparungen im unteren Bereich des Schenkels ausgebildet. Der Radius
der Aussparung 11a, 11b ist in der Weise gestaltet, dass dieser dem Radius des Aufnahmeelements
15a, 15b in der Weise entspricht, dass die Schenkel 10a, 10b auf die Aufnahmeelemente
gesteckt beziehungsweise geklemmt werden können, sodass die Aussparungen 11a, 11b
der Schenkel 10a, 10b des Fahrthebels 10 derart in Berührung stehen, sodass der Fahrthebel
gegenüber der Schwenkachse 17 geschwenkt werden kann. Durch die Klemmwirkung der Schenkel
10a, 10b und/oder durch die Vorspannung des Federelements (nicht gezeigt) ist der
Fahrthebel gegen ein Lösen des Fahrthebels 10 entlang der Axialrichtung der Schwenkachse
17 gesichert. Vorzugsweise sind die Innenseiten der Schenkel von den Seitenwänden
der Gehäuse 14 beabstandet.
[0073] In einer bevorzugteren Ausführungsform sind die Aufnahmeelemente 15a, 15b zylindrische
oder hohlzylindrische Vorsprünge an deren Ende umfangsseitig gleichmäßig verteilte
Nasen ausgestaltet sind. Die Nasen haben eine hakenförmige Form, die nachdem die Schenkel
10a, 10b auf die Aufnahmeelemente gesteckt beziehungsweise geklemmt werden hinter
die Aussparung greifen und die Schenkel zusätzlich gegen ein Verschieben in Axialrichtung
der Schwenkachse 17 blockieren. Vorzugsweise sind die Aufnahmeelemente 15a, 15b starr
mit dem Gehäuse verbunden oder integral aus der Seitenwand des Gehäuses 14 gebildet.
[0074] Das Gehäuse und der Fahrthebel sind vorzugsweise durch ein Gießverfahren, bspw. Spritzgießen
hergestellt. In einem alternativen Ausführungsbeispiel ist das Gehäuse durch ein 3D-Druckverfahren
hergestellt. Der Fahrthebel ist beispielsweise ebenfalls mittels eines 3D-Druckverfahrens
hergestellt.
[0075] Der die Aussparungen 11a, 11b umfangsseitig umgebende Bereich weist weitere gleichmäßig
verteilte Aussparungen 13a-n auf. Die Aussparungen 13a-n dienen dazu, einen Deckel
32 auf den unteren Bereich der Schenkel 10a, 10b zu stecken.
[0076] Vorzugsweise ist jeweils ein Deckel für jede Seite der Vorrichtung 1 vorgesehen,
welcher in einen die Aussparungen 11a, 11b umgebenden Bereich und/oder in die Aussparung
selbst und/oder in die Aufnahmeelemente 15a, 15b eingreift, nachdem die Schenkel 10a,
10b des Fahrthebels 10 auf die Aufnahmeelemente 15a, 15b geklemmt sind, und die Aussparung
verschließt. Figur 2c zeigt den Fahrthebel 10 von der Seite in Blickrichtung einer
Seitenwand des Gehäuses 14. Der Deckel 32 verschließt dabei die Aussparungen der Schenkel
nachdem der Fahrthebel 10 auf die Aufnahmeelemente 15a, 15b des Gehäuses 14 geklemmt
beziehungsweise gedickt wurde.
[0077] Der Deckel 32 weist eine dem unteren Bereich der Schenkel 10a, 10b entsprechende
kreisförmige Form mit umfangsseitig von der Kreisebene des Deckels quer vorstehende
Nasen 32a-n auf. Die Nasen sind derart ausgestaltet, um in die Aussparungen 13a-n
einzugreifen, und den unteren Bereich der Schenkel 10a, 10b abzudecken. Der Deckel
32 weist zudem einen konusförmigen Vorsprung 33 auf, der sich koaxial entlang einer
Mittellinie der Kreisebene des Deckels erstreckt. Der konusförmige Vorsprung dient
dazu zu verhindern, dass die Nasen 32a-n bei einer seitlichen Krafteinwirkung, d.h.
in Richtung der Mittelebene 19, zu stark belastet werden. Wenn z.B. eine Kraft seitlich
auf den Hebel aufgebracht wird, verhindert der konusförmige Vorsprung, dass ein Schenkel
des Hebels von den Aufnahmeelementen herunterspringt..
[0078] Die Aussparungen 11a, 11b der Schenkel 10a, 10b des Fahrthebels 10 mit den Aufnahmeelementen
15a, 15b bilden eine Snap & Click Verbindung. Durch eine solche Gestaltung des Fahrthebels
10 kann eine einfache Verbindung mit dem Gehäuse 14 bereitgestellt werden. Eine komplexe
Verbindung der Fahrthebels 10 an das Gehäuse 14 entfällt.
[0079] Wie in Figur 1 gezeigt, weist die Vorrichtung 1 ferner eine Eingabeeinrichtung 16
und/oder eine Anzeigeeinheit 20 und/oder eine Dichtung 22 und/oder eine Steuereinheit
24 und/oder einen Ein/Aus-Schalter 24 und /oder ein Datenkabel 28 auf, wobei diese
innerhalb des Gehäuses 14 angeordnet sind.
[0080] Weiterhin ist, wie in Figur 1 beispielhaft gezeigt, in dem Fahrthebel 10 mindestens
ein Magnet 12 und in dem Gehäuse 14 mindestens ein Sensor (nicht gezeigt) angeordnet,
um die Positionsänderung des Fahrthebels 10 um die Schwenkachse 17 zu erfassen. Die
Positionsänderung wird dabei an eine Steuereinheit 24 übermittelt, die die Fahrstufe
des Elektroantriebs 102 (siehe Figur 3) basierend auf der Positionsänderung des Fahrthebels
10 vorgibt. Basierend auf der ermittelten Position des Fahrthebels wird der Elektroantrieb
mit einer vorgegeben Leistung- und/oder Drehmoment- und oder Drehzahl angesteuert.
Wie hier gezeigt, ist der mindestens eine Magnet 12 konzentrisch zur Schwenkachse
angeordnet. Wenn der Fahrthebel 10 verschwenkt wird, ermittelt der Sensor die Drehung
des Magnetfeldes des Magneten 12. Die Steuereinheit 24 steuert den Elektroantrieb
102 gemäß der Leistungsvorgabe zu der ermittelten Drehänderung des Magnetfeldes des
Magneten 12 an. Die Übermittlung des Signals der Leistungsvorgabe wird über ein Datenkabel
28 an den Elektroantrieb (siehe Figur 3) übermittelt.
[0081] In dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Eingabeeinrichtung vorzugsweise
eine Folientastatur, die auf der Oberseite des Gehäuses 14 angeordnet ist (siehe auch
Figur 2a). Die Oberseite des Gehäuses weist eine Aussparung auf, die derart gestaltet
ist, dass die Anzeigeeinheit 20, vorzugsweise ein vollgraphisches Display, sichtbar
ist. Die Folientastatur weist dabei einen transparenten Bereich auf, der im Wesentlichen
der Größe der Anzeigeeinheit 20 entspricht.
[0082] Vorzugsweise ist eine Dichtung 22 vorgesehen, um die Anzeigeeinheit 20 vor Wassereintritt
zu schützen. Die Dichtung 22 ist zwischen Oberseite des Gehäuses und Anzeigeeinheit
20 angeordnet. Die Anzeigeeinheit 20 und die Folientastatur 16 ist mit der Steuereinheit
24, vorzugsweise Controller Platine verbunden. Die Steuereinheit 24 ist ebenfalls
ausgelegt, die Positionsänderung des mindestens einen Magneten 12 zu ermitteln und
basierend darauf eine Leistungsvorgabe an den Elektroantrieb zu übermitteln. Die Eingabeeinrichtung
16 und/oder die Anzeigeeinheit 20 und/oder die Dichtung 22 und/oder die Steuereinheit
24 werden in dem Gehäuse angeordnet und mit Befestigungsmitteln 30 an das Gehäuse
verbunden. Alternativ werden die durch das Gehäuse aufzunehmenden Teile, durch das
Gehäuse vergossen. Das Vergießen der Elektronik der Vorrichtung durch das Gehäuse
stellt einen besonderen effizienten Schutz der Elektronik in aggressiven Umgebungen,
z.B. Salzwasser, dar.
[0083] Weiterhin beispielhaft gezeigt ist der Ein-Aus Schalter 18 ein Magnet Pin (siehe
auch Figur 2b), der mit einer mit der Steuereinrichtung in Verbindung stehende Ronde
34 magnetisch in Verbindung steht. Nachdem der Magnet-Pin 18 in den vorgegebenen Raum
des Gehäuses eingesteckt wird, wird die Vorrichtung eingeschaltet, beziehungsweise
ausgeschaltet, wenn der Magnet-Pin 18 nicht in dem Raum steckt. Die Ronde 34 ist aus
eine ferromagnetischen Material, beispielsweise Metall. Auf diese Weise kann ein sicherer
Ein-Aus Schalter bereitgestellt werden.
[0084] Weiterhin ist die Vorrichtung über eine Halterung 26 mit dem Boot 100 befestigbar
(siehe auch Figur 3). Wie in Figur 1a und Figur 2d dargestellt ist die Halterung als
eine Blechstruktur ausgestaltet, wobei das Gehäuse 14 derart ausgestaltet ist, dass
das Gehäuse 14 auf die Halterung 26 aufsteckbar ist. Auf diese Weise lässt sich die
Vorrichtung auf eine einfache Weise auf die Halterung montieren.
[0085] Figur 2e zeigt eine perspektivische Ansicht gemäß einem Ausführungsbeispiel der Vorrichtung.
[0086] Figur 4 zeigt analog zu Figur 1 eine Vorrichtung mit nur einem Schenkel des Fahrthebels.
Der Schenkel 10 weist eine Aussparung 11a auf, welche über das Aufnahmeelement 15a
geführt werden kann. Das Aufnahmeelement 15a weist Rastnasen an den Spitzen der abgebildeten
Laschen auf. Wird die Aussparung 11a über das Aufnahmeelement 15a bewegt, so werden
durch die spezielle, spitz zulaufenden Form der Rastnasen die abgebildeten Laschen
erst radial in Richtung der Schwenkachse gebogen. Sobald die Aussparung 11a vollständig
über das Aufnahmeelement 15a bewegt wurde, bewegen sich die Laschen radial nach außen,
da auf die Rastnasen keine radiale Kraft mehr wirkt. Gleichzeitig wird bewirkt, dass
durch die Rastnasen die axiale Position des Schenkels 10 fixiert wird. Die Laschen
des Aufnahmeelements 15a bewirken weiterhin eine Kraft radial nach außen, so dass
zwischen der Innenseite der Aussparung 11a und dem Aufnahmeelement 15a eine Friktion
beziehungsweise Reibungskraft entsteht. Dadurch lässt sich der Schenkel erst bewegen,
wenn die Reibungskraft von einem Anwender überwunden wurde. Dies verhindert, dass
der Schenkel beispielsweise bei starkem Wellengang betätigt wird. Zudem ermöglich
eine Reibungskraft ein feineres Einstellen des Vorschubs, da über die Rückstellkraft
eine haptische Rückmeldung über die Schenkelposition zum Benutzer gelangt.
[0087] Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den Ausführungsbeispielen
dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen.
Bezuqszeichenliste
[0088]
- 1
- Steuereinrichtung
- 10
- Fahrthebel
- 10a, 10b
- Schenkel
- 10c
- Verbindungssteg
- 11a, 11b
- Aussparung
- 12
- Magnet
- 13a-n
- Aussparungen
- 14
- Gehäuse
- 15a, 15b
- Aufnahmeelement
- 16
- Eingabeeinrichtung
- 17
- Schwenkachse
- 18
- Schalter
- 20
- Anzeigeeinheit
- 22
- Dichtung
- 24
- Steuereinheit
- 26
- Halterung
- 28
- Datenkabel
- 30
- Befestigungsmittel
- 32
- Deckel
- 32a-n
- Nasen
- 34
- Ronde
- 100
- Boot
- 140
- Seitenwand
- 142
- Vorderwand
- 144
- Rückwand
- 146
- Oberwand
1. Vorrichtung (1) zum Vorgeben der Fahrstufe eines Elektroantriebs eines Boots, aufweisend
ein Gehäuse (14) mit zwei an gegenüberliegenden Seitenwänden (140) des Gehäuses (14)
angeordneten Aufnahmeelementen (15a, 15b) zur Definition einer Schwenkachse (17) und
einen um diese Schwenkachse (17) schwenkbaren Fahrthebel (10), wobei der Fahrthebel
(10) an beiden Aufnahmeelementen (15a, 15b) aufgenommen ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrthebel (10) zwei formgleiche Schenkel (10a, 10b) aufweist, die über einen
Verbindungssteg (10c) miteinander verbunden sind, wobei die zwei Schenkel (10a, 10b)
jeweils eine Aussparung (11a, 11b) aufweisen, wobei die Aufnahmeelemente (15a, 15b)
den Fahrthebel (10) in den Aussparungen (11a, 11b) aufnehmen, sodass der Fahrthebel
(10) um die Schwenkachse (17) schwenkbar ist.
3. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrthebel (10) zwei formgleiche Schenkel (10a, 10b) aufweist, die über einen
Verbindungssteg (10c) miteinander verbunden sind, wobei die zwei Schenkel (10a, 10b)
jeweils einen Vorsprung aufweisen, wobei die Vorsprünge in die Aufnahmeelemente (15a,
15b) eingreifen und den Fahrthebel aufnehmen, sodass der Fahrthebel (10) um die Schwenkachse
(17) schwenkbar ist.
4. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrthebel (10) auf oder in die Aufnahmeelemente (15a, 15b) des Gehäuses (14)
clickbar ist.
5. Vorrichtung (1) zum Vorgeben der Fahrstufe eines Elektroantriebs eines Boots, aufweisend
ein Gehäuse (14) mit einem an einer Seitenwand (140) des Gehäuses (14) angeordneten
Aufnahmeelement (15a) zur Definition einer Schwenkachse (17), wobei die Schwenkachse
(17) durch das Aufnahmeelement (15a) verläuft, und einen Fahrthebel (10), der um diese
Schwenkachse (17) verschwenkbar am Gehäuse (14) aufgenommen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrthebel (10) einen Schenkel (10a) aufweist, wobei der Fahrthebel (10) um die
Schwenkachse (17) schwenkbar ist, und der Fahrthebel (10) auf oder in die Aufnahmeelemente
(15a, 15b) des Gehäuses (14) clickbar ist.
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Fahrthebel (10) mindestens ein Magnet (12) und in dem Gehäuse (14) mindestens
ein Sensor angeordnet ist, um die Schwenkposition des Fahrthebels (10) um die Schwenkachse
(17) zu erfassen.
7. Vorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrthebel (10) einstückig ausgebildet ist.
8. Vorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparungen (11a, 11b) der Schenkel (10a, 10b) des Fahrthebels (10) mit den
Aufnahmeelementen oder dem Aufnahmeelement (15a, 15b) eine Snap & Click Verbindung
bilden.
9. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeelemente (15a, 15b) starr mit dem Gehäuse (14) verbunden sind oder integral
in der Seitenwand des Gehäuses gebildet.
10. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Deckel (32) für jede Seite der Vorrichtung vorgesehen ist, welcher in
einen die Aussparungen (11a, 11b) umgebenden Bereich und/oder in die Aussparung (11a,
11b) selbst und/oder in die Aufnahmeelemente (15a, 15b) eingreift, nachdem die Schenkel
(10a, 10b) des Fahrthebels (10) auf die Aufnahmeelemente (15a, 15b) geklemmt sind,
und die Aussparung (11a, 11b) verschließt.
11. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Federelement oder Rastelement aufweist, das derart ausgestaltet
ist, den Fahrthebel (10) in eine Nullstellung zu halten.
12. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ferner eine Liste aus Elementen aufweist, umfassend eine Eingabeeinrichtung
(16) und/oder eine Anzeigeeinheit (20) und/oder eine Dichtung (22) und/oder eine Steuereinheit
(24) und/oder einen Ein/Aus-Schalter (18) und/oder ein Datenkabel (28) aufweist, wobei
diese innerhalb des Gehäuses angeordnet sind und durch das Gehäuse aufgenommen werden.
13. Vorrichtung (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die durch das Gehäuse (14) aufzunehmenden Elemente in dem Gehäuse (14) vergossen
sind.
14. Vorrichtung (1) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Ein-Aus Schalter (18) ein Magnet Pin ist, der mit einer mit der Steuereinrichtung
in Verbindung stehende Ronde magnetisch in Verbindung steht.
15. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) über eine Halterung (26) mit einem Boot befestigbar ist.
16. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (26) als eine Blech- oder Kunststoffstruktur ausgestaltet ist, wobei
das Gehäuse (14) derart ausgestaltet ist, dass das Gehäuse (14) auf die Halterung
(26) aufsteckbar ist.