[0001] Die Erfindung betrifft eine Trennvorrichtung zum Trennen einer Schuppenstromeinheit
aus einem Schuppenstrom nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein entsprechendes
Verfahren zum Trennen einer Schuppenstromeinheit.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist beispielsweise aus der
EP 2 452 906 A2 ein Verfahren zum abgezählten Positionieren von Schuppenströmen bekannt, bei dem
einzelne Greifer zum Aussondern einzelner flächenartiger Gegenstände verwendet werden.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Trennvorrichtung für Schuppenströme vorschlagen
zu können, die im Vergleich zu herkömmlichen Trennvorrichtungen ein zuverlässigeres
Trennen von Schuppenstromeinheiten ermöglicht und wirtschaftlicher im Betrieb eingesetzt
werden kann.
[0004] Die Aufgabe wird, ausgehend von einer Trennvorrichtung bzw. einem Verfahren zum Trennen
von Schuppenstromeinheiten aus einem Schuppenstrom der eingangs genannten Art, durch
die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 sowie durch die Merkmale des Anspruchs
14 gelöst.
[0005] Durch die in den abhängigen Ansprüchen genannten Maßnahmen sind vorteilhafte Ausführungen
und Weiterbildungen der Erfindung möglich.
[0006] Die erfindungsgemäße Trennvorrichtung dient zum Trennen einer Schuppenstromeinheit
aus einem Schuppenstrom. Bei einem solchen Schuppenstrom handelt es sich um eine Aneinanderreihung
von flächigen Kartongütern, wie zum Beispiel Faltschachteln, insbesondere im nicht
aufgebauten Zustand. Die flächigen Kartongüter liegen in flächigem Kontakt in schräger
Stellung aneinander, sodass sich insgesamt eine schuppenartige Legung ergibt. Ein
solcher Schuppenstrom wird zur Verarbeitung bei der erfindungsgemäßen Trennvorrichtung
über ein Förderband in einer Förderrichtung transportiert; d. h. der Schuppenstrom
läuft über das Förderband in die entsprechende Verarbeitungs- bzw. Verpackungsmaschine
ein. Im Rahmen der vorgestellten Trennvorrichtung wird aus dem Schuppenstrom eine
Teilmenge von insbesondere mindestens zwei Faltschachteln, teilweise von mehreren
10 oder mehreren 100 Faltschachteln aus dem fahrenden Schuppenstrom ausgesondert.
Diese Schuppenstromeinheit kann anschließend bei einer Weiterbildung der Erfindung
etwa in einer Paketbildungseinheit in ein Paket in Form eines kompatkierten Stapels
überführt werden. Gegebenenfalls kann das Paket auch verpackt werden bzw. mit einer
sogenannten Längsbanderolierungseinheit mit einer Längsbanderole versehen werden.
[0007] Die erfindungsgemäße Trennvorrichtung zeichnet sich nun dadurch aus, dass eine Vereinzelungseinheit
zum Aussondern der zutreffenden Schuppenstromeinheit aus dem Schuppenstrom vorgesehen
ist, welche eine Saugeinheit und eine Positioniervorrichtung umfasst. Mit der Positioniervorrichtung
wird die Saugeinheit relativ zum Förderband positioniert, also insbesondere oberhalb
des Förderbandes (2, 102, 202, 302), sodass zwischen Förderband und Saugeinheit der
Schuppenstrom angeordnet ist.
[0008] Zudem ist eine Saugeinheit vorgesehen, mit welcher die auszusondernde Schuppenstromeinheit
in einen Verfahrensschritt angesaugt und aus dem Schuppenstrom gezogen werden kann.
Die Saugeinheit erstreckt sich über eine Aussonderstrecke, die wenigstens der Länge
der Schuppenstromeinheit in Förderrichtung entspricht. Somit kann die gesamte Schuppenstromeinheit
durch eine einzige Saugeinheit gleichzeitig in einen Verfahrensschritt angesaugt und
von dem Schuppenstrom getrennt werden. Es ist nicht mehr notwendig, einzelne Objekte
(z.B. eine einzelne Faltschachtel) zu greifen und aus dem Schuppenstrom zu ziehen,
was zum einen den Bearbeitungsaufwand wesentlich erhöht, zum anderen aber auch dafür
sorgt, dass aufgrund der deutlich höheren Anzahl an Verfahrensschritten bei herkömmlichen
Vorrichtungen aus dem Stand der Technik die Zuverlässigkeit geringer ist. Außerdem
kann nicht nur eine zuverlässigere, sondern auch eine beschleunigte Verarbeitung erfolgen,
da ein ganzer Stapel aus dem Schuppenstrom rasch ausgesondert werden kann.
[0009] Im Bereich der Aussonderstrecke der Saugeinheit wird somit ein Unterdruck durch das
Ansaugen erzeugt, der eine Krafteinwirkung auf die Schuppenstromeinheit bzw. die flächigen
Kartongüter ausübt, sodass die gesamte Aneinanderreihung von Kartongütern in diesem
Bereich angesogen wird und mit dem Verfahren der Ansaugeinheit abtransportiert wird.
[0010] Damit die Vereinzelungseinheit auch korrekt die vorbestimmte Schuppenstromeinheit
trennen bzw. aussondern kann, ist bei einer Ausführungsform der Erfindung eine Zähleinheit
vorgesehen, insbesondere eine optische Zelleinheit, um die jeweilige auszusondernde
Schuppenstromeinheit hinsichtlich ihrer Anzahl an Kartongütern abzählen zu können
und gegebenenfalls auch entsprechende Positionsinformationen weitergeben zu können.
Je nachdem, in welcher Schräglage die flächigen Kartongüter im Schuppenstrom liegen,
verändert sich auch die Dichte, mit der die Kartongüter im Schuppenstrom auf dem Förderband
liegen. Darüber hinaus hängt die Dichte der Kartongüter im Schuppenstrom auch davon
ab, wie dick die einzelnen Kartongüter bzw. Faltschachteln jeweils ausgebildet sind.
Darüber hinaus kann die Zähleinheit grundsätzlich auch kontrollieren, ob eine einheitliche
Dichte der Kartongüter im Schuppenstrom vorliegt. Gegebenenfalls können auch Positionsinformationen,
wann die Saugeinheit z.B. den Unterdruck zum Ansaugen erzeugen soll, ausgegeben werden.
Unter anderem wird somit ermöglicht, dass die entsprechende Ausführungsvariante der
Trennvorrichtung für eine Vielzahl unterschiedlicher Kartongüter eingesetzt werden
kann und insbesondere zuverlässig arbeitet.
[0011] Grundsätzlich ist es vorteilhaft, wenn der Schuppenstrom eine einheitliche bzw. zumindest
vorbekannte Dimensionierung aufweist, damit das Trennen einer Schuppenstromeinheit
fehlerlos vonstatten gehen kann. Aus der Dicke der Kartongüter und deren Neigungswinkel
im Schuppenstrom bestimmt sich unter anderem auch die Dichte der Kartongüter im Schuppenstrom.
Um dies zu regulieren, kann zum Beispiel auch die Höhe des Schuppenstromes einjustiert
werden. Es ist darüber hinaus auch wichtig, dass die Höhe des Schuppenstroms bekannt
ist, da die Saugeinheit in einer wohldefinierten Position oberhalb des Schuppenstroms
angeordnet sein sollte, weil die Saugwirkung mit zunehmenden Abstand zwischen Kartongütern
und Saugeinheit rapide abnimmt und ein wohldefiniertes Ansaugen und Trennen nur möglich
ist, wenn die dafür vorgesehenen Abstände zumindest in gewissen Toleranzen eingehalten
werden. Zu diesem Zweck kann in vorteilhafter Weise ein Höhenanschlag vorgesehen sein,
der die Kartongüter in schräger Lage durch Ausbildung einer Zwangsbedingung hinsichtlich
der Höhe zwischen dem Förderband und dem Höhenanschlag diese mechanisch in die richtige
Position bringt, sodass schließlich bei der Saugeinheit ein wohldefinierter Schuppenstrom
ankommen kann. Auch hierdurch kann die Präzision und Zuverlässigkeit erhöht werden.
[0012] Handelt es sich bei dem Höhenanschlag um eine Schiene, die etwa parallel in Förderrichtung
oberhalb des Verbandes angeordnet ist, so können die Kartongüter entlang der Schiene
entlanggleiten und werden auf die passende Höhe eingestellt, indem die benachbarten
Kartongüter leicht gegeneinander verschoben werden.
[0013] Im Allgemeinen fallen die Kartongüter bzw. die Schuppenstromeinheit, die aus dem
Schuppenstrom getrennt wurden, von der Saugeinheit ab, wenn der Ansaugvorgang abgeschaltet
und der Unterdruck unter der Saugeinheit aufgehoben wird. Grundsätzlich sollte jedoch
auch der Trennvorgang zwischen Saugeinheit einerseits und Kartongütern andererseits
wohldefiniert ablaufen. Dies wird insbesondere dadurch erschwert, dass auch damit
zu rechnen ist, dass Kartongüter verwendet werden, die klebrige, elektrostatisch aufladbare
oder in sonstiger Weise haftende Oberflächen aufweisen, zum Beispiel auch Kunststofffolien
oder Kunststoffbeschichtungen. Um auch für diese Kartongüter eine zuverlässig arbeitende
Trennvorrichtung bereitstellen zu können, kann bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
auch der Ansaugstrom durch einen Abblasstrom, der also unterhalb der Saugeinheit einen
Überdruck auslöst und mit dessen Krafteinwirkung die Kartongüter abgelöst werden können,
ersetzt wird.
[0014] Bei einer Ausführungsform der Erfindung weist die Saugeinheit eine dem Förderband
zugewandte Ansaugfläche auf. In dieser Ansaugfläche sind Ansaug- bzw. Ablassdüsen
eingelassen. Auf diese Art und Weise kann ein mitunter homogener oder zumindest weitgehend
homogener Unterdruckbereich unterhalb der Ansaugfläche erzeugt werden, sodass eine
Vielzahl an Kartongütern, die eine Schuppenstromeinheit bilden, mit im Wesentlichen
einheitlicher Kraftwirkung angesaugt werden. Gleiches gilt für eine im Wesentlichen
analoge Krafteinwirkung durch Abblasen. Insbesondere können die entsprechenden Ansaug-
bzw. Ablasdüsen weitgehend homogen über die Fläche verteilt sein. Die Saugeinheit
bzw. die Ansaugfläche können parallel zur Förderrichtung angeordnet werden. Auf diese
Art und Weise kann auch die Kraftwirkung entlang der Förderrichtung auf die jeweiligen
Kartongüter gleich groß sein bzw. einheitlich wirken.
[0015] Jegliche (rechtwinklige) Kante, die sich im Bereich des Vorderbandes bzw. Schuppenstrom
befindet, stellt grundsätzlich ein Risiko dar, das Kartongüter im Schuppenstrom hängen
bleiben und den Fortgang des Verarbeitungsverfahrens blockieren. Um dieses Risiko
in vorteilhafter Weise zu reduzieren, kann die Saugeinheit eine Einlaufschräge aufweisen,
die am Rand der Saugeinheit als Fase angebracht ist. Die Einlaufschräge muss im grundsätzlich
nur dort vorgesehen sein, wo der Schuppenstrom unter die Saugeinheit einläuft. In
Bezug auf die Förderrichtung ist die Einlaufschräge der Ansaugfläche somit vorgeschaltet.
[0016] Oftmals ist es notwendig, eine Schuppenstromeinheit mitten aus dem Schuppenstrom
heraus zu trennen. Um darüber hinaus aber eine hinreichende Präzision zu erhalten,
dass auch die exakte Anzahl an Kartongütern in der auszusondern Schuppenstromeinheit
enthalten ist, sind vorteilhafter Weise an der Saugeinheit sogenannte Staukanten angeordnet.
Greift die Saugeinheit zum Vereinzeln einer Schuppenstromeinheit aus dem Schuppenstrom
in diesen ein und wird entsprechend zum Schuppenstrom positioniert, so kann im Bereich
der Ansaugfläche eine solche Staukante angeordnet sein, die den Abstand zwischen Saugeinheit
und Förderband verringert, sodass einzelne Kartongüter mit ihrer nach oben stehenden
Kante an der Staukante hängen bleiben.
[0017] Während des rasch vonstattengehenden Ansaugvorgangs wird die Schuppenstromeinheit
somit kurzfristig aufgestaut, um dann sogleich aus dem Schuppenstrom entnommen zu
werden. Andernfalls könnte es aufgrund von Toleranzen vorkommen, dass z.B. eine einzelne
Faltschachtel, die eigentlich zu Schuppenstromeinheit gehört, nicht mehr vom Ansaugstrom
erfasst wird und das Paket somit zu wenig Faltschachteln umfasst. Durch diese Maßnahme
wird also die Präzision ebenfalls wesentlich erhöht. Bei einer Weiterbildung der Erfindung
können mehrere Staukanten über die Ansaugfläche, insbesondere hintereinander, angeordnet
sein, um das Trennen der Schuppenstromeinheit zu vereinfachen. Grundsätzlich kann
die Ansaugfläche dann, wenn die Saugeinheit zum Ansaugen über dem Förderband positioniert
ist, parallel zum Förderband bzw. zur Verrichtung ausgerichtet sein. Denkbar ist aber
auch, dass die Ansaugfläche leicht schräg in Förderrichtung vom Schuppenstrom weg
geneigt verläuft, sodass die Fläche der Ansaugfläche der Saugeinheit der Geometrie
der schuppenartigen Anordnung des Schuppenstroms angepasst ist.
[0018] Grundsätzlich ist es denkbar, dass zur Vereinzelung der Schuppenstromeinheiten jeweils
genau eine Vereinzelungseinheit vorgesehen ist. Denkbar ist aber auch, dass zwei oder
mehrere Vereinzelungseinheiten in Bezug auf die Verrichtung bzw. das Förderband hintereinander
geschaltet sind. Darüber hinaus ist denkbar, insbesondere bei (senkrecht zur Förderrichtung)
sehr breiten Kartongütern wenigstens zwei Vereinzelungseinheiten nebeneinander angeordnet
sind. Grundsätzlich können die Vereinzelungseinheiten auch matrixartig angeordnet
werden, also wenigstens zwei entlang der Förderrichtung und/oder wenigstens zwei parallel
zur Förderrichtung. Die effektive Ansaugfläche bzw. Ansaugstrecke kann somit durch
Aneinanderreihung von Saugeinheiten vergrößert werden.
[0019] In vorteilhafter Weise wird somit ein modularer Aufbau der Vereinzelungseinheit ermöglicht,
durch den die Anwendungsbereiche für unterschiedliche Kartongütergrößen und unterschiedliche
Paketgrößen erschlossen werden können. An der Positioniervorrichtung müssen gegebenenfalls
nur mehrere Saugeinheiten (parallel oder in Serie) angebracht werden, z.B. über eine
austauschbare oder verschieden zu bestückende Montageeinheit zwischen Positioniervorrichtung
und Saugeinheit (en).
Ausführungsbeispiele
[0020] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
nachstehend unter Angabe weiterer Einzelheiten und Vorteile näher erläutert. Im Einzelnen
zeigen:
- Figur 1:
- eine Trennvorrichtung für ein Schuppenstrom gemäß der Erfindung (mit einer Saugeinheit),
- Figur 2:
- eine Trennvorrichtung gemäß der Erfindung mit zwei in Serie geschalteten Saugeinheiten
(modularer Aufbau),
- Figur 3:
- eine Trennvorrichtung gemäß der Erfindung mit zwei parallel geschalteten Saugeinheiten
(modularer Aufbau), sowie
- Figur 4:
- eine Trennvorrichtung gemäß der Erfindung mit vier Saugeinheiten, welche als Matrix
angeordnet sind, und von denen zwei parallel und jeweils zwei in Serie geschaltet
sind.
[0021] Figur 1 zeigt eine Trennvorrichtung 1 mit einem Förderband 2, auf dem ein Schuppenstrom
3 in Förderrichtung F transportiert wird. Der Schuppenstrom 3 besteht aus einzelnen
Faltschachteln 4, die flächig aneinander liegen und in Fahrtrichtung F nach vorne
geneigt sind, sodass eine schuppenartige Belegung der Faltschachteln 4 vorliegt. Oberhalb
des Förderbandes 2 ist eine Vereinzelungseinheit 5 angeordnet, welche eine Saugeinheit
6 sowie eine Positionierungsvorrichtung 7 in Form eines Positionierarmes umfasst.
[0022] Der Positionierarm 7 kann die Saugeinheit 6 verfahren, bis diese, wie in Figur 1
gezeigt, unmittelbar in geringem Abstand oberhalb des Schuppenstromes 3 positioniert
ist, sodass eine Schuppenstromeinheit 8 aus dem Schuppenstrom herausgenommen werden
kann. Der Schuppenstrom 3 kann mithilfe des parallel zum Förderband 2 angebrachten
Höhenanschlags 9 so angeordnet werden, dass die Faltschachteln 4 einheitlich darin
angeordnet bzw. gelegt sind und auch wohldefiniert von der Saugeinheit 6 erfasst werden
können. Darüber hinaus werden die Faltschachteln 4 im Schuppenstrom 3 durch eine optische
Zähleinheit 10 erfasst, sodass deren Position und die Dichte klar definiert und bekannt
ist. Auf diese Art und Weise können Fehler beim Vereinzeln mittels der Saugeinheit
6 vermieden werden. Darüber hinaus ist die Saugeinheit 6 mit einer Einlaufschräge
11 versehen, welche entgegen der Fahrtrichtung F weist, sodass gegebenenfalls die
Faltschachteln 4 einfacher, ohne sich zu verkanten, unter die Saugeinheit 6 laufen
können.
[0023] Der Abstand der Saugeinheit 6 bzw. Ansaugfläche 12 zur Oberkante der Faltschachteln
4 ist so gewählt, dass die Saugeinheit 6 eine hinreichende Kraft durch den Sog ausüben
kann, um die Faltschachteln 4 an der Fläche 12 zu halten. Die Fläche 12 ist hier als
ebene Fläche ausgebildet. In die Fläche 12 sind Ansaugdüsen eingebracht, welche regelmäßig
über die Fläche 12 verteilt sind, sodass die Faltschachteln 4 an der Fläche 12 beim
Ansaugen haften können. Durch das Ansaugen über die Düsen in der Fläche 12 wird ein
Unterdruck im Bereich zwischen den Faltschachteln 4 und der Fläche 12 erzeugt. Die
Schuppenstromeinheit 8 kann im laufenden Betrieb aus dem Schuppenstrom 3 separiert
werden.
[0024] Damit auch tatsächlich eine definierte Anzahl an Faltschachteln 4 in der Schuppenstromeinheit
8 vereinzelt werden kann, weist die Saugeinheit 6 hier am Ende der Fläche 12 -in Fahrtrichtung
gesehen- eine Staukante 13 auf, welche eine Fläche umfasst, die senkrecht zur Fläche
12 wiederum angeordnet ist.
[0025] Wird die Saugeinheit 6 zum Vereinzeln einer Schuppenstromeinheit 8 über den Schuppenstrom
3 positioniert, greift die Staukante 13 in den Schuppenstrom 3 ein und bewirkt kurzzeitig,
dass die entsprechende Kante der vordersten Faltschachteln 4 der Schuppenstromeinheit
8 hängen bleibt. Der gesamte Schuppenstrom 3 wird aber nur kurzfristig aufgestaut,
weil sie Saugeinheit 6 Schuppenstromeinheit 8 angesaugt und aus dem Schuppenstrom
3 vereinzelt. Anschließend kann die Schuppenstromeinheit 8 mittels einer Paketbildungseinheit
(nicht dargestellt) aufgerichtet und zu einem Paket kompaktiert werden, gegebenenfalls
über eine Längsbanderolierungseinheit mit einer Banderole versehen werden.
[0026] Figur 2 zeigt eine Trennvorrichtung 101 mit einer Vereinzelungseinheit 105, welche
zwei Saugeinheiten 106a und 106b aufweist, die gemeinsam an einer Positioniervorrichtung
107 angebracht sind. Die Saugeinheiten 106a und 106b sind gegenüber dem Schuppenstrom
3, der sich aus schräg liegenden Fall Schachteln 4 zusammensetzt und der über das
Förderband 102 in Förderleistung F transportiert wird, in Serie hintereinandergeschaltet.
Die Saugeinheit 106a und 106b weisen ebenfalls an ihrer Unterseite, welche dem Schuppenstrom
3 zugewandt ist, eine Vielzahl an hintereinander liegenden Staukanten 113 auf.
[0027] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 2 gehen die Staukanten 113 jeweils ineinander
über, sodass keine zur Förderrichtung F parallele Fläche vorhanden ist, sondern jeweiligen
Teilflächen unterhalb der Saugeinheiten 106a, 106b abgeschrägt sind, damit ein Übergang
zur nächsten Staukante vorhanden ist. Die angesaugten Faltschachteln 4 können dennoch
an den einzelnen Staukanten 113 hängenbleiben und, in Schräglage liegend, an die Unterseite
der Saugeinheiten 106a, 106b gezogen werden und dort durch den Unterdruck gehalten
werden.
[0028] Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, Saugeinheiten 106a, 106b hintereinander
anzuordnen oder nebeneinander anzuordnen, erhöht insbesondere die Flexibilität, welche
die Trennvorrichtung in der Praxis benötigt, je nachdem, welche Schuppenströme 103
verarbeitet werden sollen. Dieses Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Trennvorrichtung
zeichnet sich also insbesondere durch den modularen Aufbau aus. Werden zum Beispiel
Schuppenstromeinheiten 8 mit einer größeren Anzahl an Kartongütern 104 benötigt, so
können zum Beispiel entsprechende Saugeinheiten 106a, 106b in Serie geschaltet werden.
Der Positionierarm 107 ist dazu ausgebildet, auch mehrere Saugeinheiten 106a, 106b
zu tragen.
[0029] Analog ist in Figur 3 eine Trennvorrichtung 201 dargestellt, welche eine Vereinzelungseinheit
205 zeigt, die eine Positioniervorrichtung 207 mit zwei parallel geschalteten Saugeinheiten
206a, 206b aufweist. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel setzt sich der Schuppenstrom
3 aus Faltschachteln zusammen, die wesentlich breiter sind als die in den Ausführungsbeispielen
gemäß Figur 1 und Figur 2 gezeigt. Dementsprechend wurde das Förderband 202 breiter
ausgelegt.
[0030] Figur 4 schließlich zeigt eine Trennvorrichtung 301 mit einer Vereinzelungsvorrichtung
305, die ebenfalls eine Positioniervorrichtung 307 aufweist, an der wiederum vier
Saugeinheiten 306a, 306b, 306c, 306d angeordnet sind. Die Saugeinheiten 306a, 306b,
306c, 306d sind wie eine Matrix in zwei Zeilen und zwei Spalten eingeteilt/angeordnet,
sind also jeweils zwei Einheiten parallel und zwei Einheiten in Serie geschaltet.
Eine derartige Anordnung kann beispielsweise verwendet werden, wenn die Faltschachteln
des Schuppenstroms 3 nicht nur sehr breit sind, sondern auch die auszusondern Schuppenstromeinheiten
vergleichsweise viele Einzel-Faltschachteln enthalten sollen. Hiermit kann umgangen
werden, dass stattdessen eine größere Saugeinheit neu beschafft werden muss, um die
entsprechende Anwendung erfüllen zu können. Stattdessen wird hier ein modularer Bau
genutzt, um die effektive Ansaugstrecke und/oder Ansaugfläche zu vergrößern.
[0031] Die hier in den Figuren 1-4 gezeigten Ausführungsbeispiele von Trennvorrichtungen
1, 101, 201, 301 können sich hinsichtlich des grundsätzlichen Aufbaus der jeweiligen
Vereinzelungseinheiten 5, 105, 205, 305 lediglich dahingehend unterscheiden, dass
die Montageplatten M1, M2, M3 jeweils unterschiedlich ausgebildet sind. Die Saugeinheiten
können jeweils an alle 3 Montageplatten M1, M2, M3 angebaut bzw. bei Bedarf ausgetauscht
werden. Bei einem Beispiel gemäß Figur 1 ist grundsätzlich keine gesonderte Montageplatte
zur Montage einer einzelnen Saugeinheit notwendig.
Bezugszeichenliste:
[0032]
- 1
- Trennvorrichtung
- 2
- Förderband
- 3
- Schuppenstrom
- 4
- Faltschachtel
- 5
- Vereinzelungseinheit
- 6
- Saugeinheit
- 7
- Positioniervorrichtung
- 8
- Schuppenstromeinheit
- 9
- Höhenanschlag
- 10
- Zähleinheit
- 11
- Einlaufschräge
- 12
- Ansaugfläche
- 13
- Staukante
- 101
- Trennvorrichtung
- 102
- Förderband
- 105
- Vereinzelungseinheit
- 106a
- Saugeinheit
- 106b
- Saugeinheit
- 107
- Positioniervorrichtung
- 113
- Staukante
- 201
- Trennvorrichtung
- 202
- Förderband
- 205
- Vereinzelungseinheit
- 206a
- Saugeinheit
- 206b
- Saugeinheit
- 207
- Positioniervorrichtung
- 301
- Trennvorrichtung
- 302
- Förderband
- 305
- Vereinzelungseinheit
- 306a
- Saugeinheit
- 306b
- Saugeinheit
- 306c
- Saugeinheit
- 306d
- Saugeinheit
- 307
- Positioniervorrichtung
- F
- Förderrichtung
- M1
- Montageplatte
- M2
- Montageplatte
- M3
- Montageplatte
1. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) zum Trennen einer Schuppenstromeinheit (8) aus
einem Schuppenstrom (3), der sich aus einer Aneinanderreihung von flächigen Kartongütern,
insbesondere von Faltschachteln (4), zusammensetzt, wobei der Schuppenstrom (3) eine
Aneinanderreihung der Kartongüter in schuppenartiger Legung in flächigem Kontakt in
schräger Stellung und die Schuppenstromeinheit (8) eine Teilmenge an Kartongütern
aus dem Schuppenstrom (3) umfasst, wobei die Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) ein
Förderband (2, 102, 202, 302) zum Einlaufen des Schuppenstroms (3) in einer Förderrichtung
(F) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Vereinzelungseinheit (5, 105, 205, 305) zum Aussondern der zu trennenden Schuppenstromeinheit
(8) aus dem Schuppenstrom (3) vorgesehen ist, welche umfasst:
i. eine Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d), die sich
über eine Aussonderstrecke entlang der Förderrichtung (F) erstreckt, welche wenigstens
der Länge der Schuppenstromeinheit (8) in Förderrichtung (F) entspricht, um insbesondere
wenigstens zwei Faltschachteln mit einer Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a,
306b, 306c, 306d) auf einmal anzuheben und auszusondern,
ii. eine Positioniervorrichtung (7, 107, 207 ,307) zur Positionierung der Saugeinheit
(6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) relativ zum Förderband (2, 102,
202, 302),
iii.wobei die Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) dazu
ausgebildet ist, einen Ansaugstrom zu erzeugen, um die Schuppenstromeinheit (8) vom
Förderband (2, 102, 202, 302) anzuheben und aus dem Schuppenstrom (3) auszusondern.
2. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zähleinheit (10), insbesondere eine optische Zähleinheit vorgesehen ist, um
die jeweilige auszusondernde Schuppenstromeinheit (8) hinsichtlich ihrer Anzahl an
Kartongütern abzuzählen und ihre Positionsinformation auf dem Förderband (2, 102,
202, 302) an die Vereinzelungseinheit (5, 105, 205, 305) weiterzuleiten.
3. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Höhenanschlag vorgesehen ist, um die Höhe des Schuppenstroms hinsichtlich der
in schuppenartiger Legung angeordneten Kartongüter festzulegen, wobei der Höhenanschlag
insbesondere als Schiene oberhalb des Förderbandes (2, 102, 202, 302) angeordnet ist.
4. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniervorrichtung (7, 107, 207 ,307) dazu ausgebildet ist, die Saugeinheit
(6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) oberhalb des Förderbandes (2,
102, 202, 302) zu positionieren.
5. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) auch dazu ausgebildet
ist, einen Abblasstrom zu erzeugen, der dem Ansaugstrom entgegengesetzt ist, um die
Schuppenstromeinheit (8) vom Sauger abzulösen, wobei der Abblasstrom und der Ansaugstrom
insbesondere umschaltbar erzeugbar sind.
6. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) eine dem Förderband
(2, 102, 202, 302) zugewandte Ansaugfläche (12) aufweist, in der wenigstens eine Ansaug-
und/oder Abblasdüse eingebracht ist, um den Ansaug- und/oder Abblasstrom zu erzeugen,
wobei die Ansaugfläche (12) den Anschlag für die angesaugte Schuppenstromeinheit (8)
in senkrechter Richtung zur Förderrichtung (F) bildet.
7. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) eine Einlaufschräge
in Form einer Fase aufweist, die der Ansaugfläche (12) in Förderrichtung (F) vorgeschaltet
ist, um ein Gleiten der Schuppenstromeinheit (8) unter die Ansaugfläche (12) zu erleichtern.
8. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) im Bereich der
Ansaugfläche (12) wenigstens eine Staukante (13, 113) aufweist, die einen Anschlag
für die Schuppenstromeinheit (8) gegenüber einem Transport der Kartongüter in Förderrichtung
(F) bildet.
9. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei der Staukanten (13, 113) gegenüber einem Transport der Kartongüter
in Förderrichtung (F) in Serie angeordnet sind.
10. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ansaugfläche (12) wenigstens einen Teilflächenbereich aufweist, der in Ansaugposition
der Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d):
- parallel zum Förderband (2, 102, 202, 302) und/oder zur Förderrichtung (F) angeordnet
ist und/oder
- in Förderrichtung (F) vom Förderband (2, 102, 202, 302) weg geneigt ist.
11. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass:
- außer der Vereinzelungseinheit (5, 105, 205, 305) noch wenigstens eine weitere Vereinzelungseinheit
(5, 105, 205, 305) vorgesehen ist, und/oder
- die Vereinzelungseinheit (5, 105, 205, 305) wenigstens zwei Saugeinheiten (6, 106a,
106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) aufweist,
- wobei die Saugeinheiten (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) und/oder
die Vereinzelungseinheiten (5, 105, 205, 305) in Förderrichtung (F) in Serie und/oder
parallel angeordnet sind.
12. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Vereinzelungseinheit (5, 105, 205, 305) dazu ausgebildet ist,
einen modularen Aufbau je nach Größe des Schuppenstroms (3) und/oder der Schuppenstromeinheit
(8) bereitzustellen, indem die Positioniervorrichtung (7, 107, 207 ,307) eine matrixartige
Anordnung von Saugeinheiten (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d) über
eine austauschbare Montageeinheit vorsieht.
13. Trennvorrichtung (1, 101, 201, 301) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Paketbildungseinheit zur Überführung der ausgesonderten Schuppenstromeinheit
(8) in ein Paket in Form eines kompaktierten Stapels und/oder eine Längsbanderolierungseinheit,
um die ausgesonderte Schuppenstromeinheit (8) und/oder das Paket mit einer Längsbanderole
zu versehen.
14. Verfahren zum Trennen einer Schuppenstromeinheit (8) aus einem Schuppenstrom (3),
umfassend:
- Aneinanderreihung von flächigen Kartongütern, insbesondere von Faltschachteln, in
schuppenartiger Legung in flächigem Kontakt in schräger Stellung über ein Förderband
(2, 102, 202, 302),
- Einlaufen des Schuppenstroms (3) in einer Förderrichtung (F), wobei insbesondere
der Schuppenstrom (3) auf dem Förderband (2, 102, 202, 302) über einen Höhenanschlag
hinsichtlich seiner Höhe justiert wird,
- Aussondern einer Teilmenge an Kartongütern aus dem Schuppenstrom (3) als zu trennende
Schuppenstromeinheit (8) aus dem Schuppenstrom durch Ansaugen und Anheben der Schuppenstromeinheit
(8) vom Förderband (2, 102, 202, 302), wobei insbesondere wenigstens zwei Faltschachtel
auf einmal angehoben und ausgesondert werden.
15. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ansaugen eine Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d)
verwendet wird, die sich über eine Aussonderstrecke entlang der Förderrichtung (F)
erstreckt, welche wenigstens der Länge der Schuppenstromeinheit (8) in Förderrichtung
(F) entspricht, wobei insbesondere die Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a,
306b, 306c, 306d) mittels einer Positioniervorrichtung (7, 107, 207 ,307) zum Aussondern
über dem Förderband (2, 102, 202, 302) und dem Schuppenstrom (3) positioniert wird.
16. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass:
- die Schuppenstromeinheit (8) über einen Abblasstrom und/oder eine Umkehrung des
Ansaugstrom von der Saugeinheit (6, 106a, 106b, 206a, 206b, 306a, 306b, 306c, 306d)
getrennt wird, und/oder
- die ausgesonderte Schuppenstromeinheit (8) in ein Paket in Form eines kompaktierten
Stapels überführt und/oder die ausgesonderte Schuppenstromeinheit (8) und/oder das
Paket banderoliert wird.