[0001] Die Erfindung betrifft ein Reinigungssystem, umfassend einen Zielstrahlreiniger,
der seinerseits wenigstens eine Düse zur Abgabe von Reinigungsmittel in Form wenigstens
eines Strahls umfasst, wobei die Düse an einem Rotationskopf angeordnet und dort mit
einer Manipulationseinrichtung verbunden ist, die die Düse so bewegen kann, dass der
Strahl in alle Richtungen gelenkt wird, wobei weiterhin der Rotationskopf an einem
ersten Ende eines Teleskoparms angeordnet ist. Die Erfindung betrifft weiterhin ein
Computerprogramm und ein Datenträgersignal.
[0002] Zur Schaffung reproduzierbarer und validierbarer Reinigungsprozesse kommen Cleaning-In-Place
(CIP)-Systeme zur automatisierten Reinigung zum Einsatz. Allerdings ist die automatisierte
Reinigung technisch hochkomplexer Anlagen eine große Herausforderung. Häufig ist ein
Großteil der Anlagen nur schwer bzw. gar nicht einsehbar und es fehlt die Möglichkeit
zur automatischen Kontrolle des Reinigungserfolgs. Es existieren lediglich Sensoren
zur indirekten Überwachung des Reinigungserfolgs oder Verschmutzungszustands anhand
der Schmutzlast im Reinigungsmittel, z. B. durch Trübungssensoren.
[0003] Auch die aktuell markterhältlichen Tankreinigungstechnologien verhindern eine flexible
Berücksichtigung produktspezifischer Reinigungsbedürfnisse, da sie ein fest vordefiniertes
Spritzmuster besitzen. Infolge fehlender Sensorik und flexibler Reinigungssysteme
erfolgt derzeit die automatisierte Reinigung von Maschinen und Anlagen unabhängig
vom lokalen Verschmutzungsgrad. Daher werden diese Systeme am Worst-Case-Szenario
(bspw. lokale Antrocknungen am Füllstandskranz) mit weiteren Sicherheitszuschlägen
ausgelegt und sind in der Regel deutlich überdimensioniert. In der Folge gehen große
Mengen an Trinkwasser, Reinigungschemie, Energie und Produktionszeit verloren.
[0004] Es fehlen in der Regel Sensoren zur Erfassung lokaler Verschmutzungen und adaptive
Reinigungssysteme. Untersuchungen an Mehrfachlagertanks zeigten, dass der Großteil
der Tanks bereits nach 10-40 % der Reinigungszeit als sauber gilt. Demnach werden
ca. 60-90 % der Reinigungszeit zur nicht bedarfsgerechten und somit ineffizienten
Beseitigung lokaler Restverschmutzungen (bspw. Antrocknungen und Anschlussstutzen)
aufgewendet. Der durchschnittlich hohe Anteil an Reinigungszeit (15-20 % der Produktionszeit)
in Verbindung mit den branchenüblichen geringen Margen von 1-2 % führt bei einer Optimierung
des Reinigungsprozesses zu einem signifikant ökonomischen und ökologischen Vorteil.
[0005] Aus der Druckschrift
DE 10 2018 114 476 A1 ist ein Reinigungssystem bekannt, das einen Versorgungsroboter und Reinigungssatelliten
umfasst sowie weiterhin ein Verfahren zur Reinigung. Das Reinigungssystem für Oberflächen
ist ausgebildet zum selbsttätigen und autonomen Betrieb, wobei zwischen dem Versorgungsroboter
und dem Reinigungssatelliten eine steuerungstechnische Verknüpfung zum kooperierenden
Betrieb besteht. Der Versorgungsroboter kann einen Hilfsstoff zur kontinuierlichen
oder diskontinuierlichen Abgabe aus einem Hilfsstoffvorratstank an den Reinigungssatelliten
vorhalten. Der Versorgungsroboter kann selbststätig den Hilfsstoff und Energie aus
einer Servicestation entnehmen und zum Ort der Reinigungsaufgabe auf der Oberfläche
und zur Übertragung des Hilfsstoffs an den Reinigungssatelliten zurückkehren. Weiterhin
ist eine Feststellung von vorhandenen Verschmutzungen möglich, wenn eine Verschmutzungssensoreinrichtung,
die mehrere Verschmutzungssensoren umfassen kann, zur Verwendung mit dem Versorgungsroboter
oder dem Reinigungssatelliten vorgesehen ist. Der Versorgungsroboter oder der Reinigungssatellit
kann die Oberflächen zumindest an Problempunkten, wie z. B. auf Anlagen und Rohrleitungen,
unter Anlagen und in anderen schlecht zugänglichen Bereichen, auf die Verschmutzung
hin untersuchen und insbesondere die Art der Verschmutzung (z. B. Fett- oder Stärkerückstände),
deren Zustand (z. B. eingetrocknet, verdorben), die Menge bzw. Dicke der Schmutzschicht
und deren sonstige Eigenschaften ermittelt werden.
[0006] Die Druckschrift
DE 10 2018 114 476 B3 beschreibt ein Reinigungssystem, bei dem ein Versorgungsroboter vorgesehen ist, mit
dessen Hilfe andere Bestandteile des Systems mit Reinigungsflüssigkeit versorgt werden.
Ein solches Erfordernis besteht bei einem stationären Zielstrahlreiniger nicht, der
ohnehin mit einer Versorgungsleitung dauerhaft verbunden ist und dadurch die Reinigungsflüssigkeit
zugeführt bekommt. Insbesondere wird eine Reinigungsdrohne vorgeschlagen, die sich
unmittelbar und aus beliebiger Richtung an die Verschmutzung annähern kann. Darüber
hinaus wird mit Positionsdaten gearbeitet sowie mit einem Verschmutzungszustand. Eine
Regelungseinrichtung ist jedoch nicht vorgesehen, darüber hinaus ist kein Computerprogramm
vorgesehen, das in einer Regelungseinrichtung ausgeführt werden könnte.
[0007] Das Dokument
WO 2020/139839 A1 beschreibt ein programmierbares Tankreinigungssystem, das hydraulisch gesteuert wird
und über eine Düse verfügt, die eine oder mehrere Freiheitsgrade für die Bewegung
hat. Dieses System kann als eigenständige Einheit betrieben werden und ist für die
Reinigung von Tanks konzipiert, die gefährliche Flüssigkeiten oder Abfälle enthalten,
wie z. B. Öl, Chemikalien oder radioaktives Material. Es bietet eine sichere und effiziente
Methode zur Auflösung und Beseitigung von Ablagerungen in Tanks, die sonst schwer
zugänglich sind, und nutzt dabei Flüssigkeitsstrahlen, die mit hohen Drücken arbeiten.
Das System ist für den Einsatz in explosionsgefährdeten Umgebungen geeignet. Das beschriebene
Tankreinigungssystem verwendet eine programmierbare, hydraulisch gesteuerte Düse,
die von einem Bediener über eine Steuerstation manuell kontrolliert wird. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle
(HMI) ermöglicht es dem Bediener, die Bewegungen der Düse in Echtzeit zu steuern,
Reinigungspfade festzulegen und Parameter wie Druck und Flussrate anzupassen. Es erfolgt
keine autonome oder automatische Steuerung; alle Bewegungen und Reinigungsprozesse
werden direkt vom Bediener überwacht und manuell gesteuert. Somit wird ein Reinigungssystem
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 offenbart.
[0008] Weitere Reinigungssysteme sind aus den Druckschriften
KR 101467341 B1 und
US 2010 0 050 366 A1 bekannt und beschreiben einen Versorgungsroboter mit Satelliten bzw. ein autonomes
Staubsaugersystem. Steuerbare Strahlreiniger mit drehbarem Rotationsrohr und in einer
Schwenkeinrichtung angeordneter Strahleinrichtung ist aus den Druckschriften
DE 10 2017 115 837 A1 und
EP 3 517 226 A3 bekannt.
[0009] Diese sowie andere bekannte automatisierte Reinigungssysteme berücksichtigen jedoch
keine unterschiedlichen Verschmutzungszustände in Prozessanlagen oder können diese
in nur unzureichender Weise analysieren. Aufgrund ungeeigneter Steuerungssysteme sowie
bisher nicht verfügbarer Sensor- und Aktortechnologien wird deshalb mit viel zu hohem
Ressourcenaufwand (Zeit, Energie, Reinigungsmittel) anhand von Worst-Case-Szenarien
gereinigt. Trotz dieser systematischen Überdimensionierung kommt es, wegen kritischer
Stellen oder bei Unregelmäßigkeiten in der vorangegangenen Produktion, immer wieder
zu schwerwiegenden Lebensmittelkontaminationen. Ferner erfolgt die Reinigungskontrolle
nur stichprobenartig und bei geschlossenen Systemen wie Tanks sogar nur indirekt.
[0010] Untersuchungen haben gezeigt, dass sich in milchverarbeitenden Betrieben die Reinigungszeiten
durch geeigneten Abbruch der Reinigung bei Zustand "sauber" durchschnittlich um >
50 % und bei intelligenter Parametrierung der Reinigungsbahnen um dann nochmal bis
zu 50 % reduzieren lassen. Das sind Einsparungen von durchschnittlich 75 % an Reinigungszeit,
die realistisch in Aussicht gestellt werden. Einfache regelbasierte Steuerungen sind
auf Grund der großen Vielfalt in Art und Zustand von Verschmutzungen (Zusammensetzung,
Feuchtigkeit, Antrocknung usw.) und möglichen Reinigungsparametern (Druck, Temperatur,
chem. Zusammensetzung Reinigungsmittel, Bahnprofil usw.) nicht zielführend.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein intelligentes Reinigungssystem
inklusive zugehöriger Hard- und Softwarekomponenten anzubieten. Das Reinigungssystem
soll vollkommen autonom auf stark variierende Verschmutzungszustände reagieren.
[0012] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Reinigungssystem gemäß Anspruch 1, umfassend einen
Zielstrahlreiniger, der seinerseits wenigstens eine Düse zur Abgabe von Reinigungsmittel
in Form wenigstens eines Strahls umfasst. Die Düse ist an einem Rotationskopf angeordnet
und mit einer Manipulationseinrichtung verbunden, die die Düse so bewegen kann, dass
der Strahl in alle Richtungen gelenkt wird. Der Rotationskopf ist an einem ersten
Ende eines Teleskoparms angeordnet. Der Teleskoparm ragt bei der Verwendung des erfindungsgemäßen
Reinigungssystems mit dem ersten Ende in den zu reinigenden Bereich, z. B. einen Tank
hinein. Der Teleskoparm kann starr, mit unveränderlicher Länge, als verschiebbare
Lanze oder mehrteilig ausgeführt sein. Verschiedene Ausführungsformen werden unten
näher erläutert. Jedenfalls überbrückt der Teleskoparm die Distanz zwischen seinem
ersten Ende, wo der Rotationskopf sitzt, und seinem zweiten Ende, in das die notwendigen
Betriebsmittel wie das Reinigungsmittel, aber auch Energie für den Betrieb des Rotationskopfs
und Steuersignale für dessen Ansteuerung eingespeist und Sensorsignale, wie nachfolgend
näher ausgeführt, abgegriffen werden. Die Distanz zwischen dem ersten Ende, das im
Betrieb regelmäßig in den zu reinigenden Raum eintaucht, und dem zweiten Ende außerhalb
dieses Raums wird durch den Teleskoparm überbrückt.
[0013] Nach der Erfindung umfasst das Reinigungssystem zumindest eine Regelungseinrichtung
zur zustandsbasierten Regelung des Reinigungsprozesses und wenigstens eine Sensoreinrichtung,
wobei die Sensoreinrichtung einen Verschmutzungssensor und eine Lichtquelle umfasst.
Der Verschmutzungssensor, insbesondere als optischer Sensor, beispielsweise eine Kamera,
ausgeführt, sucht die Umgebung nach verschmutzten Bereichen ab.
[0014] Bevorzugt beruht die Funktion dieses optischen Sensors auf einem Lumineszenzeffekt.
Dabei wird beispielsweise ein Lichtspektrum ausgesandt, das bei der erwartbaren Verschmutzung
(z. B. Bakterienbelag) einen einfach detektierbaren Lumineszenzeffekt hervorruft.
Alternativ dazu ist es auch möglich, ein Mittel auf die zu prüfende Oberfläche aufzutragen,
das bei der vorgesehenen Beleuchtung in Zusammenwirken mit der zu entfernenden Verschmutzung
einen Lumineszenzeffekt hervorruft. Als vorteilhaft hat sich auch die Verarbeitung
von Aufnahmen bei unterschiedlichen Lichtspektren erwiesen. Auf diese Weise können
bedarfsgerecht nur die Bereiche gereinigt werden, welche auch verschmutzt sind. Zudem
kann der Reinigungsverlauf überwacht und der Reinigungserfolg kontrolliert werden.
[0015] Besonders günstig ist es deshalb, wenn die Einrichtung zur Erkennung von Anhaftungen
als ein optischer Detektor unter Nutzung eines Lumineszenzeffekts der Anhaftung durch
von der Reinigungsvorrichtung oder in dem Anwendungsraum emittierte Lichtstrahlung
ausgeführt ist. Die Wellenlänge kann beispielsweise außerhalb des sichtbaren Spektrums
liegen und zumindest teilweise das UV- oder das IR-Spektrum umfassen.
[0016] Die Einrichtung zur Erkennung von Anhaftungen ist bei einer alternativen Ausführungsform
in der Weise ausgestaltet, dass NIR- oder MIR-Spektroskopie im Reflexionsverfahren
ausführbar ist.
[0017] Bei jeder der Ausführungsformen ist die durch die Beleuchtungseinrichtung emittierte
Wellenlänge mit der Art der Anhaftung insoweit abgestimmt, dass ein Lumineszenzeffekt
der Anhaftung genutzt wird. Beispielsweise können bestimmte bakterielle Beläge unter
UV-Licht einen Lumineszenzeffekt aufweisen und sind dadurch mit einem von der Erfindung
vorgesehenen optischen Detektor gut erkennbar. Vor allem ist das gewonnene Bild gut
auswertbar und das Ergebnis kann in einen Steuerungsablauf einfließen.
[0018] Die Sensoreinrichtung ist mit der Regelungseinrichtung zur Übertragung von Sensordaten
verbunden. In der Regelungseinrichtung laufen während des Reinigungsbetriebes ein
oder mehrere Computerprogramme ab, insbesondere zwei Computerprogramme, eines, das
den Reinigungsprozess steuert, und ein weiteres, das bestärkendes Lernen als eine
Form des maschinellen Lernens im Interesse der weiteren Optimierung des Reinigungsprozesses
durchführt. Hierzu weist die Regelungseinrichtung ausreichend leistungsstarke Computerkomponenten,
zumindest einen Prozessor und einen Arbeitsspeicher, auf.
[0019] Das oder die in der Regelungseinrichtung ablaufenden Computerprogramme, vor allem
aber Maschinelles Lernen zur Optimierung des Reinigungsprozesses, wie unten näher
beschrieben, können auch extern auf einen separaten Server ausgelagert werden, der
die nötige bzw. eine höhere Rechenkapazität besitzt. In dem Fall muss die Regelungseinrichtung
nur einfache Steuerungsaufgaben übernehmen und sammelt Daten des Verschmutzungssensors,
um diese an den Server zu schicken. Gemäß der vorliegenden wird auch die Ausführung
auf dem separaten Server als Ausführung in der Regelungseinrichtung angesehen.
[0020] Die Erfindung schlägt somit ein Reinigungssystem vor, welches in der Lage ist, Tankreinigungen
situationsbezogen und somit bedarfsgerecht durchzuführen. Wesentlicher Bestandteil
des Systems ist ein frei parametrierbarer und, jedenfalls beim bevorzugten Einführen
in einen Tank von der Oberseite, vertikal verfahrbarer Zielstrahlreiniger in Kombination
mit einer integrierten Sensoreinrichtung, nachfolgend auch Verschmutzungssensorik
genannt, sowie einer selbstlernenden Software, die im computerimplementierten Aspekt
der Erfindung näher erläutert wird.
[0021] Das Reinigungssystem umfasst einen Zielstrahlreiniger, der durch zwei voneinander
unabhängig ansteuerbare Antriebsachsen in der Lage ist, jeden einzelnen Punkt im Tank
individuell anzufahren und somit beliebige Reinigungsbahnen zu realisieren. Der Zielstrahlreiniger
ist kombiniert mit einer integrierten Sensoreinheit zur Schmutzerkennung. Die Antriebstechnologie
des Zielstrahlreinigers (auch als Adaptive Jet Cleaner bezeichnet) bildet die Basis
für das erfindungsgemäße Reinigungssystem. Darüber hinaus ist das erfindungsgemäße
System in der Lage, im Tank (insbesondere vertikal) frei zu verfahren und mittels
des zu integrierenden Beleuchtungs- und Kamerasystems Verschmutzungen zu erkennen
und diese gezielt zu reinigen. Es ist auch vorgesehen, den Zielstrahlreiniger durch
eine seitliche Öffnung in den Tank einzuführen, wobei dann keine vertikale, sondern
eine horizontale oder anders gerichtete Verfahrbarkeit vorliegt.
[0022] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Teleskoparms ist diese als
eine lange, ungeteilte Sprühlanze ausgeführt, die durch eine äußere Gleitführung,
ein darin laufendes gleitfähiges Gestellt, das mit dem Teleskoparm verbunden ist,
und die Antriebseinrichtung im Tank hinab bzw. hinauf gefahren werden kann.
[0023] Die wenigstens eine Sensoreinrichtung ist nach einer ersten Ausführungsform in einem
beweglichen Sensorarm angeordnet. Alternativ oder zusätzlich ist die wenigstens eine
Sensoreinrichtung nach einer zweiten Ausführungsform in dem Rotationskopf angeordnet,
wobei der Rotationskopf ein zumindest teilweise (zumindest für das gewählte Strahlungsspektrum)
transparentes und/oder durchsichtiges Gehäuse aufweist. oder/und wobei die wenigstens
eine Sensoreinrichtung in dem Teleskoparm, beabstandet von dem Rotationskopf, angeordnet
ist. Darüber hinaus können die Komponenten der Sensoreinrichtung, Verschmutzungssensor
und Lichtquelle, analog der vorgenannten Ausführungsformen unterschiedlich positioniert
werden.
[0024] Besonders vorteilhaft ist eine Lichtquelle und/oder ein Verschmutzungssensor, die
eine aktive und/oder eine passive Kühleinrichtung umfassen. Dann erfordern die im
Rotationskopf eingebauten Elemente (z. B. Kamera, Lichtquelle) nur einen minimierten
Bauraum. Es wird weiterhin erreicht, dass sie ein geringes Gewicht aufweisen und zudem
gegen die aggressiven Umgebungsbedingungen in einem zu reinigenden Tank geschützt
sind. Vorteilhafterweise wird eine Beständigkeit gegen Temperaturen > 120 °C sowie
gegen Reinigungsmittel erreicht.
[0025] Des Weiteren muss die Verschmutzungssensorik integriert sowie deren elektronische
Versorgung bzw. Anbindung gewährleistet werden. Da die Verschmutzungssensorik, ausgeführt
als die Sensoreinrichtung, bevorzugt eine Kamera, im unteren Teil des Reinigers integriert
ist, müssen deren komplette Leistungs- und Signalleitungen sicher durch das System
geführt werden. Vertikale Bewegungen ausgehend von der z-Achse gilt es dabei auch
hier zu kompensieren, soweit nicht die ungeteilte Sprühlanze Anwendung findet. Die
Sensoreinrichtung ist im oder am Rotationskopf angeordnet. Sie ist bevorzugt in einem
Düsenarm untergebracht, wodurch sie bedarfsgerecht ausgerichtet werden kann.
[0026] Dabei kommen auch innovative Sensorikkomponenten zur Anwendung, wobei wegen deren
Miniaturisierung besondere Schwierigkeiten zu überwinden waren. Dazu gehören die Wärmeabfuhr
der Komponenten durch geringe Oberfläche des Gehäuses, eine ausreichend hohe Beleuchtungsintensität
der UV-Beleuchtung, um eine schnelle Detektierung von Verschmutzungen zu ermöglichen
und eine hohe Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors bei kleiner Baugröße. Die vorgesehene
Baugröße beträgt nach einer bevorzugten Ausführungsform etwa 175 cm
3, insbesondere ein Quader der Größe 100 x 50 x 35 mm.
[0027] Komponenten in einem Gehäuse benötigen ein Vielfaches mehr an Platz, unter anderem
wegen notwendiger Kühlung, bei einer herkömmlichen Temperaturbeständigkeit bis zu
85°C. Demgegenüber sieht die Erfindung eine Beständigkeit gegen Temperaturen > 120
°C sowie gegen Reinigungsmittel vor. Dies wird insbesondere erreicht durch eine aktive
Kühlung mittels eines Fluids (Wasser oder Luft). Weiterhin ist eine Unterstützung
der Kühlung durch ein Peltier-Element oder eine Heatpipe vorgesehen. Durch die Maßnahmen
wird erreicht, dass auch bei erhöhter zulässiger Betriebstemperatur der verbauten
Komponenten diese eine längere Lebensdauer erreichen bzw. bei noch höherer Umgebungstemperatur
betrieben werden können.
[0028] Das erfindungsgemäße Reinigungssystem umfasst damit ein innovatives Beleuchtungssystem,
welches den Anforderungen an Kompaktheit und Wärmeresistenz bei gleichzeitig sehr
hoher Leuchtstärke gerecht wird. Dies wird bevorzugt erreicht durch Einsatz einer
einzelnen LED, insbesondere einer High-Power-LED, anstatt vieler kleinerer LEDs, verteilt
auf größerer Fläche. Es hat sich gezeigt, dass dies zugleich eine aktive Kühlung der
Beleuchtung erfordert. Hierfür war unter anderem die Entwicklung einer geeigneten
passiven oder auch aktiven Kühlstrategie als hochintegrierbare Lösung notwendig. Es
haben sich dabei mehrere verschiedene Kühlstrategien für Luft- und Wasserkühlung als
geeignet erwiesen:
- Luftkühlung: Die Luft, auch Druckluft ist möglich, wird über einen Kühlkörper, der
mit der Beleuchtung und der Kamera verbunden ist, geleitet. Die Luft kann entweder
über den Schaft des Zielstrahlreinigers zurück oder direkt in den Tank geleitet werden.
- Wasserkühlung als geschlossener Kreislauf oder offener Kreislauf, bei dem das Wasser
wird in den Tank geleitet wird. Das Wasser kann entweder über einen Schlauch im Kreislauf
oder direkt in den Tank geleitet werden. Das Wasser wird dabei ebenfalls über einen
Kühlkörper geleitet.
[0029] Zusätzlich zu den konstruktiven Maßnahmen werden bevorzugt auch schalttechnisch geeignete
Strategien für z. B. Puls-Pause-Betrieb vorgesehen, welche über eine qualifizierte
Schnittstelle in die intelligente Prozesssteuerung eingebunden werden.
[0030] Weiterhin ist die bevorzugte Lichtquelle als eine umschaltbare Hybrid-Lösung ausgeführt,
die die Abgabe unterschiedlicher Lichtspektren ermöglicht. Dabei umfasst die besonders
bevorzugte Lichtquelle wenigstens eine LED bzw. High-Power LED. Die Lichtquelle ist
zumindest für UV-Licht (bevorzugt ≈ 365nm), Tageslicht oder Weißlicht umschaltbar
ist. Es sind auch andere Lichtfarben vorgesehen, wenn sie einen hohen Kontrast zum
Untergrund bzw. zu der erwarteten Verschmutzung bieten. Der Farbton des Kamerabilds
bietet einen Rückschluss auf die Art der Verschmutzung und soll in möglichst hohem
Kontrast zur Umgebung erkennbar sein. Alternativ oder zusätzlich zum Kontrast ist
es auch vorgesehen, die die Oberfläche, die Umgebung und/oder die Verunreinigung zur
Strahlung anregen (Lumineszenz). Dabei soll im Rahmen der angestrebten Kompaktheit
nach einer ersten Ausführungsform eine Ein-Chip-LED zum Einsatz kommen.
[0031] Soweit vor der UV-Beleuchtung ein UV-Bandpass-Filter verwendet wird, der kein Weißlicht
passieren lässt, werden nach einer zweiten Ausführungsform eine UV-LED und eine gesonderte
Weißlicht-LED verbaut. Die Hybridfunktion mit UV- und Weißlicht sorgt in beiden Fällen
für eine ideale Kombination zur Geometrie- und Verschmutzungserkennung.
[0032] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die abstandsabhängige Brennweite
der Beleuchtung, ausgeführt in besonders kompakter Weise. So ist der Einsatz einer
optischen Komponente, bevorzugt eines kompakten Zoomobjektivs vorgesehen. Diese ermöglicht
in kleinem Bauraum eine automatische Verstellung der Brennweite. Durch elektrische
Signale können Brennweite und Fokussierung eingestellt werden.
[0033] Dies ist insbesondere notwendig, wenn der Zielstrahlreiniger bei jeder Winkeländerung
einen sich verändernden Abstand zur beobachteten Fläche für das Sensorsystem erzeugt.
Für die Beleuchtung besteht hier vor allem die Herausforderung der Realisierung des
optimalen Ausleuchtungsdurchmessers. Zu Beginn der Reinigung, bei hohem Verschmutzungsgrad,
ist die Verschmutzung leicht zu detektieren. Hier kann ein großer Bereich mit geringer
Lichtleistung pro Fläche ausgeleuchtet bzw. beobachtet werden. Gegen Ende der Reinigung
hingegen, wenn optische Detektionsgrenzen durch Abnahme der Schichtdicke eine immer
größere Rolle spielen, muss für eine ausreichend hohe Erkennungsgüte tendenziell eher
punktuell, auf kleiner Fläche beleuchtet bzw. angeregt werden.
[0034] Die bevorzugte Lichtquelle umfasst daher eine Lichtsteuerungseinrichtung, die mittels
steuerbarer optischer Komponenten, insbesondere einer Optik mit veränderbarer Brennweite
(Zoom), die steuerbar ist, z. B. als Motorzoom ausgeführt, einen veränderlichen optimalen
Ausleuchtungsdurchmesser ermöglicht. Zu Beginn der Reinigung, bei hohem Verschmutzungsgrad,
wenn die Verschmutzung noch leicht zu detektieren ist, wird durch eine kleinere Brennweite
ein großer Bereich mit entsprechend geringer Lichtleistung pro Fläche ausgeleuchtet.
Demgegenüber wird gegen Ende der Reinigung durch eine größere Brennweite mit starker
Fokussierung auf kleiner Fläche ausgeleuchtet. Vorteilhafterweise ist die Lichtsteuerungseinrichtung
mit der Regelungseinrichtung verknüpft oder in diese integriert. Alternativ zu dem
vorstehend beschriebenen Verfahren werden geringe Detektionsgrenzen durch eine erhöhte
Belichtungszeit ausgeglichen.
[0035] Der Verschmutzungssensor ist vorzugsweise als eine Kameraeinrichtung ausgeführt,
die steuerbare Komponenten aufweist und robust an einer Mehrachsen-Mechanik betrieben
werden kann. Die besonders vorteilhaften steuerbaren optischen Komponenten sind als
Zoomobjektiv oder Autofokus-Zoomobjektiv, bevorzugt ein Objektiv mit frei einstellbarem
Fokus, umfassend
Liquid Lenses, ausgeführt. Dies gilt gleichermaßen für die Fokussierung der Beleuchtung, wobei aber
Liquid Lenses nicht eingesetzt werden. Das Kamerabild wird in einer Auswerteeinrichtung zu einem
digitalen Abbild des Verschmutzungszustands umgewandelt. Die Auswerteeinrichtung kann
auch in die Regelungseinrichtung integriert sein. Die Steuerung der optischen Komponente
bzw. des Zoomobjektivs kann auch von der Steuerungseinrichtung übernommen werden,
die situationsbedingt entscheidet, welcher Bereich durch die Kamera erfasst und ausgewertet
werden soll. Kriterien für diese Entscheidung können im Reinigungsprozess selbst liegen,
in dem gemäß vorstehend beschriebenem Verfahren beleuchteten Bereich, aber auch im
Bereich der rechentechnischen Verarbeitungskapazität für die anfallenden Daten. Diese
Faktoren werden sowohl bei der Steuerung des Reinigungsprozesses, als auch beim Maschinellen
Lernen einbezogen.
[0036] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn bei der Sensoreinrichtung eine Einrichtung
zur Entfernung von Anhaftungen und/oder Kondensat vorgesehen ist, die die Öffnungen
der Lichtquelle und/oder des Verschmutzungssensors reinigt.
[0037] Um eine grobe Positionierung des Zielstrahlreinigers in dem zu reinigenden Bereich,
z. B. einem Tank, zu erreichen, ändert der Teleskoparm seine in den Innenraum des,
Tanks ragende Länge und positioniert damit speziell den Rotationskopf.
[0038] Ein weiterer vorteilhafter Aspekt der Erfindung betrifft die komplett gekapselte
Fluidführung, d. h. das Reinigungsfluid strömt nicht durch mechanische Getriebeteile
und kommt nicht mit elektronischen Bauteilen in Berührung. Weiterhin werden die Verfahrbewegungen
der z-Achse kompensiert, beispielsweise durch eine teleskopartige Verrohrung oder
flexible Verschlauchung, soweit keine ungeteilte Sprühlanze Anwendung findet. Es ist
eine Reinigungsmittelleitung vorgesehen ist, die das Reinigungsmittel der Düse zuführt,
ohne mit beweglichen Teilen des Rotationskopfs in Berührung zu kommen, sodass ein
Mehrkanalsystem ausgebildet wird. Ebenso werden ein Versorgungskabel, eine Steuerleitung
und/oder ein Kühlmittelkanal durch den Innenraum von Teleskoparm und Rotationskopf
geführt.
[0039] Weiterhin umfasst die Erfindung eine Reinigungssteuerungseinrichtung, die Software-Module
aufweist bzw. zur Ausführung speichert, zur Bildauswertung der vom optischen Verschmutzungssensor
gelieferten Bilder ausgeführt bzw. programmiert sind. Der optische Verschmutzungssensor
besteht aus Kamera und Beleuchtung. Die Auswertung betrifft maßgeblich die Algorithmen
zur Verschmutzungs-, Geometrie- bzw. Objekterkennung und deren gegenseitige Zuordnung.
Diese sind als Informationslieferanten für die selbstlernende Steuerung notwendig.
Das System wird im Zuge der Auswertung detektieren, an welcher Stelle im zu reinigenden
Tank wie viel Verschmutzung vorliegt und ortsaufgelöst effiziente Parametersätze für
die Reinigung wählen.
[0040] Die Geometrie- bzw. Objekterkennung unterstützt die Einbringung von Expertenwissen.
So kann das System z. B. bei Erkennung eines Prozessstutzens oder anderer Einbauten
selbstständig vorschlagen, diese Geometrie mit einer effizienten Spiralbahn zu reinigen.
[0041] Eine weitere effektive Alternative für einzelne kritische Bereiche sind Mäander-Bahnen,
welche auch aktuell schon von Hand in den Reiniger programmiert werden können.
[0042] Für die Realisierung des cyber-physischen Systems, also eines Systems, bei dem informations-
und softwaretechnische mit mechanischen Komponenten verbunden sind, wobei Datentransfer
und -austausch sowie Kontrolle bzw. Steuerung über eine Infrastruktur in Echtzeit
erfolgen, sind eine Reihe von Schnittstellen zur Datenanbindung zu definieren und
bereitzustellen. Dazu zählt die Anbindung der Datenschnittstellen von Sensorik und
Aktorik (z. B. Verschmutzungssensor, Temperatur und Druck der Reinigungsmedien, Winkelstellung
der Antriebsmotoren für die Positionierung des Zielstrahlreinigers). Außerdem werden
weitere Schnittstellen für den Datentransfer bereitgestellt, so z. B. für den Import
von CAD-Modellen der Tankgeometrie und für den Export von Daten und Dateien, die zu
Dokumentationszwecken gespeichert werden müssen. Ebenso wird eine Datenanbindung an
übergeordnete Systeme des Produktionsprozesses realisiert. Für die interne Datenverarbeitung
wird eine Anbindung an eine Datenbank eingerichtet.
[0043] Für die spätere Interaktion des Anwenders mit dem Reinigungssystem wird eine Bedieneroberfläche
entworfen. Diese umfasst z. B. die manuelle Einstellung von verschiedenen Parametern
des Reinigungsprozesses (wie Parameter der Reinigungsbahn), die Visualisierung der
manuell eingestellten oder automatisch berechneten Reinigungsbahn im 3D-Modell sowie
die Darstellung der Dokumentationsinformationen. Insbesondere der Aspekt der Berechnung,
Darstellung und Schaffung einer Interaktionsmöglichkeit des Benutzers bezüglich adaptiver
Reinigungsbahnen in Verbindung mit dem flexiblen Reinigungssystem ist ein Novum und
wird bislang nicht ansatzweise vom Stand der Technik abgebildet. Besonderes Augenmerk
bei der Interfacegestaltung liegt auf der Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen des
Softwaresystems. Bevorzugt ist die Benutzeroberfläche nach dem Ecological Interface
Design (EID) zur Konzeption der Benutzeroberfläche ausgebildet.
[0044] EID ist ein Ansatz zur Schnittstellengestaltung, der speziell für komplexe soziotechnische,
Echtzeit- und dynamische Systeme eingeführt wurde. Es wurde bereits in einer Vielzahl
von Bereichen angewendet, darunter Prozesssteuerung (z. B. Kernkraftwerke, petrochemische
Anlagen), Luftfahrt und Medizin. EID unterscheidet sich von einigen Interface-Design-Methoden
wie User-Centered Design (UCD) dadurch, dass der Fokus der Analyse auf der Arbeitsdomäne
oder -umgebung liegt und nicht auf dem Endbenutzer oder einer bestimmten Aufgabe.
[0045] Das Ziel von EID ist es, Einschränkungen und komplexe Zusammenhänge in der Arbeitsumgebung
für den Benutzer wahrnehmbar (z. B. sichtbar, hörbar) zu machen. Dadurch können mehr
kognitive Ressourcen der Benutzer für höhere kognitive Prozesse wie Problemlösung
und Entscheidungsfindung verwendet werden. EID basiert auf zwei Schlüsselkonzepten
aus der Cognitive Engineering-Forschung: der Abstraktionshierarchie (AH) und dem Skills,
Rules, Knowledge (SRK-)Framework. Durch die Reduzierung der mentalen Arbeitsbelastung
und die Unterstützung wissensbasierter Argumentation zielt EID darauf ab, die Benutzerleistung
und die Gesamtsystemzuverlässigkeit für erwartete und unerwartete Ereignisse in einem
komplexen System zu verbessern.
[0046] Die Aufgabe der Erfindung wird ebenfalls gelöst durch ein Computerprogramm zur zustandsbasierten
Regelung eines Reinigungsprozesses gemäß Anspruch 10, zur Ausführung in einer Computersteuerung
eines Reinigungssystems, wie zuvor beschrieben, umfassend die Schritte:
- Übergabe optimierter Parameter an die Steuerung und Regelung bzw. die Regelungseinrichtung;
- Ausgabe von variierten Steueranweisungen aus dem Steuerungs- und Regelungsprozess
an den Zielstrahlreiniger;
- Einbeziehen des Verschmutzungszustand auf Grundlage von Sensordaten des Verschmutzungssensors;
- Übergabe eines Verschmutzungskennwerts;
- Erstellung eines digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands;
- Ermittlung des Reinigungsfortschritts und Einbeziehen des aktuellen Reinigungsfortschritts,
ermittelt aus den bereits durchgeführten Strahlbewegungen und
- Übergabe des digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands und des Reinigungsfortschritts
sowie der aktuell gültigen Prozessparameter an die Steuerung und Regelung (und an
die Bewertung des Reinigungsprozesses und die Parameteroptimierung zum Maschinellen
Lernen).
[0047] Dabei kann die steuerungstechnische Einwirkung auf den Zielstrahlreiniger minimiert
werden, ein vorgegebenes Reinigungsprogramm zunächst unbeeinflusst ablaufen, und der
aktuelle Reinigungsfortschritt unter Berücksichtigung des Verschmutzungskennwerts
herangezogen, um den Abbruch des Reinigungsprogramms bei Erreichen des Reinigungsziels
einzuleiten.
[0048] Ein weiterer Aspekt der erfindungsgemäßen Lösung gemäß Anspruch 10 stellt ein Computerprogramm
zur selbstlernenden Optimierung der Startparameter durch bestärkendes Lernen. Dadurch
erfolgt eine Optimierung zwischen Prozessen. Das Programm zur Ausführung in einer
Computersteuerung eines Reinigungssystems, wie es zuvor beschrieben wurde, umfasst
die Schritte:
- Einbeziehen von Ergebnissen einer vorher durchgeführten Simulation, d. h. vor den
ersten Einsatz des Reinigungssystems oder vor einem späteren, zu optimierenden Einsatz
des Reinigungssystems;
- Einbeziehen von früheren Ereignissen und Daten, die in einer Datenbasis gespeichert
sind;
- Einbeziehen von Anforderungen einer übergeordneten Steuerung einer Verarbeitungsanlage,
an der Reinigungsprozess durchgeführt wird, die nicht mit dem Reinigungsprozess, sondern
mit dem Verarbeitungsprozess zusammenhängen und von diesem bestimmt werden;
- Einbeziehen von gespeichertem Expertenwissen zum Reinigungsprozess;
- Einbeziehen eines digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands;
- Einbeziehen von Prozessparametern des Reinigungsprozesses und
- Ausgabe optimierter Startparameter an die zustandsbasierten Steuerung und Regelung
eines Reinigungsprozesses.
[0049] Die vorgenannten Computerprogramme sind konkret auf die Erfordernisse von Lebensmitteltanks
zugeschnitten, grundsätzlich jedoch anwendungsoffen programmiert. Die intelligente
Prozesssteuerung erzeugt unter Nutzung von Methoden des Maschinellen Lernens (ML)
- spezieller des bestärkenden Lernens - ein sich kontinuierlich selbstoptimierendes
Reinigungssystem, welches auch auf inhomogene Verschmutzungszustände inline reagiert.
Für die große Vielfalt an Verschmutzungszuständen und Reinigungsparametern hat sich
eine einfache regelbasierte Steuerung als unzureichend erwiesen. Stattdessen haben
sich selbstlernende Modelle als geeignet erwiesen.
[0050] Kernbestandteil des selbstlernenden Modells ist die Implementierung von vorhandenem
Fach- und Expertenwissen der Bediener. Dazu gehören Informationen aus vor- und nachgelagerten
Prozessen, z. B. Antrocknungsgrad und -ort der Verschmutzung abgeleitet aus Füllzeit,
Füllvolumen und Sauberkeitsanforderungen, sowie Simulationsergebnisse. Die Implementierung
in die Methodik zur Datenvorverarbeitung und in die Algorithmen der Steuerung erfolgt
insbesondere zur Unterstützung bei der Bahnplanung des Zielstrahlreinigers. Diese
Strategien ermöglichen aufgrund anfangs fehlender und sich sukzessiv aufbauender Trainingsdatensätze
eine dem jetzigen, quasi manuellen Standard gleichwertige bzw. schon überlegene Startparameterauswahl
und die Realisierung einer industriell akzeptablen Lerngeschwindigkeit bei der folgenden
autonom situationsbezogenen Optimierung.
[0051] Die Grundlage für den Lösungsansatz der Steuerung bildet somit eine Datenbasis, die
zum einen mit externem Wissen (Erfahrungswissen, Simulation etc.) als auch den permanenten
Lerneffekten des ML angereichert wird. In einer ersten Optimierungsebene lernt das
System von Prozess zu Prozess und verbessert die Startparameterwahl sukzessive durch
deren partielle, wissensbasierte Variation und die Lerneffekte aus einer zweiten Optimierungsebene.
Diese zusätzliche zweite Optimierungsebene verfolgt die kontinuierliche Optimierung
inline im Prozess und reagiert auch auf unvorhergesehene (noch nicht erlernte) Reinigungssituationen.
Das gewährleistet die Prozesssicherheit auch während der frühen Trainingsphasen und
führt schnell zu vielen Datensätzen.
[0052] Das erfindungsgemäße Reinigungssystem, beispielsweise ein Tankreinigungsroboter,
mit integriertem Verschmutzungssensor, kann aufgrund unabhängig motorisch ansteuerbarer
x-, y-, und z-Achsenverstellung jeden beliebigen Punkt im Tank oder einem anderen
Innenbereich einer Anlage für Reinigung und Detektion von Verschmutzungen anvisieren
bzw. abfahren. Damit können die ausgegebenen Steueranweisungen flexibel umgesetzt
werden.
[0053] Bestärkendes Lernen, auch als verstärkendes Lernen bezeichnet (englisch reinforcement
learning), steht für eine Reihe von Methoden des Maschinellen Lernens, bei denen ein
Agent selbstständig eine Strategie erlernt, um erhaltene Belohnungen zu maximieren.
Dabei wird dem Agenten nicht vorgezeigt, welche Aktion in welcher Situation die beste
ist, sondern er erhält zu bestimmten Zeitpunkten eine Belohnung, die auch negativ
sein kann. Anhand dieser Belohnungen approximiert er eine Nutzenfunktion, die beschreibt,
welchen Wert ein bestimmter Zustand oder Aktion hat. Bestärkendes Lernen wird im Rahmen
der vorliegenden Erfindung dafür eingesetzt, eine Parameteroptimierung (z. B. Wasserdruck,
Wassertemperatur, Reinigungszusätze, Wartezeiten, Reinigungsbahnen u. Ä.) durchzuführen.
Das bedeutet, dass auf Basis der Daten des Verschmutzungssensors eine Optimierung
mittels Maschinellem Lernen durchgeführt werden soll, welche ein optimiertes Reinigungsprogramm
vorgibt. Dabei werden mittels einer Kostenfunktion die Parameter Wasserverbrauch und
benötigte Zeit minimiert und zeitgleich ein sauberer Tank geliefert. Außerdem können
während des Reinigungsprozesses die Reinigungsparameter angepasst werden. Der Einsatz
von bestärkendem Lernen vermeidet im Unterschied zu Deep Learning größeren Aufwand,
da beim Deep Learning hunderte von Versuchen im großen Maßstab erfordert.
[0054] Datengetriebene Systeme sind in der Lage, aus der Vielfältigkeit realer Situationen
Muster zu identifizieren. Mittels des bestärkenden Lernens, wie es für die vorliegende
Erfindung angewendet wird, kann eine Machine-Learning-Software selbstständig Muster
in den Reinigungsparametern erkennen. Somit kann sie durch ein Training verbessert
werden und liefert im Endergebnis optimierte Reinigungsbahnen. Die erkannten Muster
werden zur Steuerung und Regelung herangezogen.
[0055] Die Optimierung der Reinigungsparameter, das Maschinelle Lernen, soll vorzugsweise
auf einem separaten Server durchgeführt werden, damit die notwendigen Ressourcen zur
Verfügung stehen. Dafür werden die Daten des oder der Verschmutzungssensoren und die
Prozessdaten an den Server geschickt.
[0056] Die Entwicklungen im Bereich der Speicher- und Prozessortechnik sorgen dafür, dass
die Möglichkeiten dieser Systeme rasant wachsen. So gewinnt deren Einsatz in industriellen
Prozessen zunehmend an Bedeutung. Vor allem das Deep Learning, aber auch das bestärkende
Lernen, wie es im Rahmen der vorliegenden Erfindung zum Einsatz kommt, hat in den
letzten Jahren zu großen Erfolgen geführt, was auch an den bereichsspezifisch großen,
zur Verfügung stehenden Datensätzen liegt. Als Beispiel aus einem anderen Gebiet sei
die Beherrschung des Go-Spiels lediglich auf Basis von sich selbst trainierenden Computern
mit Deep Learning Algorithmen oder dem Training von Hand-Auge Koordination von Robotern
mit 800.000 Greifversuchen genannt. Für diese Erfolge waren Methoden des Deep Learning,
im speziellen Convolutional Neuronal Networks, im Einsatz.
[0057] Auf dem Gebiet der Reinigung lassen sich jedoch nicht so viele Datensätze in vertretbarer
Zeit erzeugen und erschweren so den Einsatz von Deep Learning. Es hat sich aber überraschend
gezeigt, dass auch mit kleinen Datenmengen gearbeitet werden kann. Hierzu ist die
ausreichende Vorbereitung der Merkmale erforderlich, aus denen der Algorithmus das
Modell generiert.
[0058] Als Eingangsdaten benötigt die Software die Daten des Verschmutzungssensors, welche
zunächst aus vielen einzelnen Bildern bestehen. Diese sollen zu einem großen Bild
zusammengefügt werden, das beispielsweise einen kompletten Tank von innen darstellt.
Dieses Bild wird mittels eines Softwarealgorithmus ausgewertet, verschmutze Bereiche
werden gekennzeichnet und als Bild oder Matrix ausgegeben. Im Ergebnis wird deutlich,
in welchen Bereichen und wie stark beispielsweise ein Tank verschmutzt ist.
[0059] Zudem soll dem Optimierungsalgorithmus ebenfalls ein Bild, ein Array oder eine Matrix
zugeführt werden, welche die Schwierigkeit der Reinigung für einzelne Bereiche im
Tank darstellt. Das bedeutet, dass im Tank kritische, besonders schwer zu reinigende
Bereiche gesondert gekennzeichnet werden. Ein Tankstutzen oder andere Einbauten im
Tank würden hierbei hervorgehoben werden, damit sie gezielt und stärker gereinigt
werden.
[0060] Dieses Bild, das Array oder die Matrix kann über mehrere unterschiedliche Wege erzeugt
werden:
- 1. Manuelles Kennzeichnen der betreffenden Bereiche im Tank durch einen Experten:
Beispielsweise könnten im Bild des aufgeschnittenen Tank die verschiedenen kritischen
Bereiche farbig markiert werden.
- 2. Mittels Maschinellem Lernen: Beispielsweise werden über Objekterkennung und Segmentierung
schwer zu reinigende Bereiche in einem Weißlicht-Bild erkannt.
- 3. Mittels CAD-Modells: Mit Hilfe eines CAD-Modells wird die Tankgeometrie in ein
Bild oder Array überführt.
[0061] Das CAD-Modell wird mit allen verfügbaren Informationen als Lernhilfe "gefüttert".
Das betrifft Strategien zur Integration von Erfahrungswissen oder Informationen aus
vorgelagerten Prozessen. Relevante Informationen können die Verschmutzungsart, die
Antrocknungsdauer, die Umgebungstemperatur etc. sein. Diese Informationen können von
einer übergeordneten Steuerung oder von einem Bediener nach Eingabe der Informationen
abgerufen werden. Die Informationen lassen auf die Verschmutzungscharakteristik schließen.
Die Verschmutzungscharakteristik kann auch im Rahmen einer Simulation bestimmt werden.
So können auch mit wenigen Datensätzen bereits gute Erfolge erzielt und die Nutzung
der zuvor beschriebenen Methoden im industriellen Kontext ermöglicht werden.
[0062] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Datenträgersignal eines Computerprogramms,
mit dem dieses verteilt werden kann. Das Datenträgersignal kann beispielsweise auf
einem Datenträger gespeichert sein oder im Internet zum Download angeboten werden.
[0063] Der datenverarbeitende Teil der Software, der computerimplementierten Erfindung,
ist der Hauptteil der Software, realisiert mithilfe einer geeigneten Softwarearchitektur,
die den Gesamtablauf und das Zusammenspiel von Steuerung, Regelung und Optimierung
des Reinigungsvorgangs sowie das gesamte Datenhandling kontrolliert. Außerdem wird
an dieser Stelle das unabdingbare Prozesswissen integriert. Als Optimierungsgrundlage
des Reinigungsprozesses wird ein Modell mittels Maschinellen Lernens (ML) erstellt.
Die Eingangsdaten werden aus dem Prozessverständnis abgeleitet, bspw. Prozessparameter
wie Temperatur, Druck, Reinigungsmedien, aber auch aus daraus errechneten Kenngrößen
(Merkmale). Als Zielgröße für das ML-Modell wird eine Belohnungsfunktion angeboten,
die eine Gesamtbewertung von erzieltem Reinigungserfolg und den real erforderlichen
Aufwendungen (Zeit, Energie, Wasser, Reinigungschemie) ermöglicht. Durch gezielte
Parametervariation auf Basis evolutionärer Algorithmen und metaheuristischer Optimierung
werden Methoden zur Generierung neuer Prozessparameter implementiert.
[0064] Ein erfindungsgemäßer Algorithmus der zustandsbasierten Regelung des Reinigungsprozesses
umfasst die Schritte:
- Übergabe optimierter Parameter an die Steuerung und Regelung,
- Übergabe variierter Prozessparameter an den Zielstrahlreiniger aus der Steuerung und
Regelung,
- Detektion des Verschmutzungszustands durch den Verschmutzungssensor und Übergabe eines
Verschmutzungskennwerts,
- Erstellung eines digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands
- Ermittlung des Reinigungsfortschritts,
- Übergabe des digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands und des Reinigungsfortschritts
sowie der aktuell gültigen Prozessparameter an die Steuerung und Regelung (und an
die Bewertung des Reinigungsprozesses und die Parameteroptimierung zum Maschinellen
Lernen).
[0065] Ein bevorzugter Algorithmus zur selbstlernenden Optimierung der Startparameter als
eine Optimierung zwischen Prozessen umfasst die Schritte:
- Übergabe von Daten die Bewertung des Reinigungsprozesses und die Parameteroptimierung
zum Maschinellen Lernen aus:
∘ einer Simulation,
∘ einer Datenbasis,
∘ Expertenwissen zum Reinigungsprozess,
∘ aktuell gültige Prozessparameter,
∘ aktuell gültiges digitales Abbild des Verschmutzungszustands und des Reinigungsfortschritts,
∘ Daten aus der übergeordneten Steuerung der Verarbeitungsanlage;
- Ausgabe optimierter Parameter an die Steuerung und Regelung,
- Ausgabe von Daten an die Datenbasis.
[0066] Das Computerprogramm und das Datenträgersignal für die zustandsbasierte Regelung
des Reinigungsprozesses sowie zur selbstlernenden Optimierung der Startparameter kann
als Hardware implementiert sein oder als Software implementiert, z. B. auf einem Computer
ablaufen.
[0067] Auch ein Nachrüsten bestehender Reinigungssysteme mit dem erfindungsgemäßen System
ist vorgesehen. Es hat sich gezeigt, dass hierbei eine begrenzte Baugröße zu berücksichtigen
ist, die mit den oben erörterten Herausforderungen verbunden ist. Passt beispielsweise
ein bestehendes System durch einen DN 125 Stutzen und wird auch an einem solchen montiert,
muss beim Ersatz des bestehenden Systems durch ein neues System gemäß der vorliegenden
Erfindung dieses ebenso durch den DN 125 Stutzen passen.
[0068] Die vorliegende Erfindung bietet ein kombiniertes System aus frei parametrierbarem
Aktuator (Tankreiniger) mit integrierter, innovativer Verschmutzungssensorik, die
in Echtzeit den aktuellen Verschmutzungszustand im Tank detektiert. Gemeinsam mit
der sich aufbauenden Sammlung historischer Daten und Informationen aus vor- und nachgelagerten
Prozessen wird die intelligente Prozesssteuerung in die Lage versetzt, die Reinigungsprozesse
stets situationsbezogen nahe dem jeweiligen Optimum zu führen. Auf die stark variierenden
Verschmutzungszustände reagiert das erfindungsgemäße Reinigungssystem situationsbezogen,
indem es mittels eines implementierten Selbstlernalgorithmus nach einer Anlernphase
stets die optimale Reinigungsprozedur vorauswählt und inline bedarfsgerecht nachjustiert.
[0069] Anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und ihrer Darstellung in den zugehörigen
Zeichnungen wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert.
[0070] Fig. 1 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Reinigungssystems 1, umfassend einen Teleskoparm 2, einen Rotationskopf
4, angeordnet an einem ersten Ende des Teleskoparms 2, und einen Düsenarm 8, der drehbar
mit einem ersten Ende an dem Rotationskopf 4 angeordnet ist. Das zweite Ende des Düsenarms
8 weist eine Düse 6 auf, die zur Abgabe eines Reinigungsmittels, bevorzugt in flüssiger
Form, ausgebildet ist. Das Reinigungsmittel kann auch gasförmig oder pulverförmig
sein und ebenfalls als Strahl ausgebracht werden.
[0071] Der Teleskoparm 2 ist drehbar ausgeführt (vergleiche Pfeilrichtung) und ist hierzu
mit einem nicht dargestellten Antrieb an seinem zweiten Ende verbunden. Außerdem kann
die Höhe des Rotationskopfs 4 in vertikaler Richtung verändert werden, indem der Teleskoparm
2 seine Länge verändert.
[0072] Der Antrieb von Teleskoparm 2 und Düsenarm 8, der relativ zu dem Rotationskopf 4
beweglich ist (vgl. Pfeilrichtung dort), kann voll motorisiert oder halbmotorisiert
erfolgen, wobei auch ein Fluidantrieb vorgesehen ist. Dadurch kann jeder einzelne
Punkt in dem zu reinigenden Raum, Tank bzw. Behälter gezielt mit dem Strahl Reinigungsmittel
angesteuert werden. Eine beliebige Auslegung von Reinigungsbahnen ist möglich, da
die ansteuerbaren Achsen unabhängig voneinander verändert werden können.
[0073] Fig. 2 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Reinigungssystems
1, hier insbesondere den Rotationskopf 4, der den Düsenarm 8, kombiniert mit dem Sensorarm
22, aufweist. Somit sind die Düse 6, eine Lichtquelle 24 und ein Verschmutzungssensor
26 gemeinsam in einer einzigen gegenüber dem Rotationskopf 4 beweglichen Einheit angeordnet.
Die Lichtquelle 24 und der Verschmutzungssensor 26 bilden gemeinsam die Sensoreinrichtung
20.
[0074] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungssystems 1 zeigt Fig.
3, wo der Düsenarm 8 mit der Düse 6 und der Sensorarm 22 mit der Sensoreinrichtung
20 (umfassend die Lichtquelle 24 und den Verschmutzungssensor 26) an unterschiedlichen
Stellen des Rotationskopf 4 angeordnet sind. Dabei können beide nach einer ersten
Ausführungsform durch eine gemeinsame Welle synchron angetrieben werden oder nach
einer zweiten Ausführungsform jeweils in eine unterschiedlich Position gebracht werden,
wozu für Düsenarm 8 und Sensorarm 22 jeweils unterschiedliche Antriebe vorgesehen
sind.
[0075] In Fig. 4 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der die Sensoreinrichtung 20
innerhalb des Rotationskopfs 4 vor den Einflüssen während der Reinigung (v. a. hohe
Temperaturen, aggressive Chemikalien) geschützt angeordnet ist. Dazu muss das Gehäuse
des Rotationskopfs 4 zumindest teilweise transparent, soweit Licht der Lichtquelle
24 hindurchdringen soll, und teilweise durchsichtig, soweit der Verschmutzungssensor
26, insbesondere wenn er als Kamera ausgebildet ist, nach außerhalb des Rotationskopfs
4 sehen können soll.
[0076] Die Sensoreinrichtung 20 kann beim Antrieb des Düsenarms 8 mitgeführt werden oder
aber eine eigene Bewegung mittels eines eigenen Antriebs ausführen.
[0077] Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungssystems
1, bei der die Sensoreinrichtung 20 beabstandet von dem Rotationskopf 4 in dem Teleskoparm
2 angeordnet ist. Diese Sensoreinrichtung 20 kann als zusätzliche Sensoreinrichtung,
beispielsweise zusätzlich zu einer in dem Rotationskopf 4 angeordneten Sensoreinrichtung
20, vorgesehen sein. Dadurch wäre es möglich, bei der Vorwärtsbewegung des Rotationskopfs
4 in vertikaler Richtung nach unten den zuvor gereinigten Bereich nach Ablaufen der
Reinigungsflüssigkeit zu inspizieren und sofort den Reinigungserfolg dokumentieren,
an die Steuerungseinrichtung zu übertragen und gegebenenfalls eine Nachreinigung auslösen
zu können.
[0078] Fig. 6 zeigt den Teleskoparm 2 mit dem Rotationskopf 4 an seinem ersten Ende und
der Antriebseinrichtung 3 an seinem zweiten Ende. Es sind zwei Positionen, die der
Teleskoparm 2 in vertikaler Richtung einnehmen kann, gezeigt. Auf der linken Darstellung
hat der Teleskoparm 2 seine maximale Länge erreicht, während die Darstellung auf der
rechten Seite die minimale vertikale Ausdehnung zeigt.
[0079] Fig. 7 zeigt schematisch eine teilgeschnittene Darstellung einer alternativen Ausführung
eines Teleskoparms 2 des erfindungsgemäßen Reinigungssystems 1, der im Unterschied
zur Ausführungsform gemäß Fig. 6 ohne weitere Unterteilung auskommt, angebaut an einen
Tankdeckel 30 und ausgestattet mit dem Rotationskopf 4.
[0080] Ein separater Motor der Antriebseinrichtung 3 erzeugt eine vertikale Verfahrbewegung
des Rotationskopfs 4 in den Tank (siehe Pfeilrichtung), durch den Tankdeckel 30 hindurch,
wobei in der Antriebseinrichtung 3 die Übertragung der Antriebskraft des Motors mittels
Spindel, über Riementrieb, Kettentrieb oder Zahnstange erfolgen kann. Die Linearführung
erfolgt durch ein entsprechendes gleitfähiges Gestell 32, das in einer Gleitführung
34 längsbeweglich gelagert ist.
[0081] Die Grundlage für den steuerungstechnischen Lösungsansatz gemäß Fig. 8 bildet eine
Datenbasis, die zum einen mit externem Wissen (Erfahrungswissen, Simulation etc.)
als auch den permanenten Lerneffekten angereichert wird. In der Optimierungsebene
1 lernt das System von Prozess zu Prozess und verbessert die Startparameterwahl sukzessive
durch deren partielle, wissensbasierte Variation und die Lerneffekte aus Optimierungsebene
2. Diese zusätzliche Ebene 2 verfolgt die kontinuierliche Optimierung inline im Prozess
und reagiert auch auf unvorhergesehene (noch nicht gelernte) Reinigungssituationen.
Das gewährleistet die Prozesssicherheit auch während der frühen Trainingsphasen und
führt schnell zu einer großen Zahl von Datensätzen.
[0082] Es werden zwei Prozesse ausgeführt:
- eine zustandsbasierte Regelung des Reinigungsprozesses und
- eine selbstlernende Optimierung der Startparameter als eine Optimierung zwischen Prozessen.
[0083] Beim Maschinellen Lernen erfolgen eine Bewertung und ein Vergleich des Reinigungsprozesses
sowie eine Parameteroptimierung. Hierzu fließen in den Prozess des Maschinellen Lernens
ein:
- Ergebnisse einer Simulation
- Ereignisse und Daten, die in einer Datenbasis gespeichert
- Anforderung einer übergeordneten Steuerung einer Verarbeitungsanlage
- Expertenwissen zum Reinigungsprozess
- digitales Abbild des Verschmutzungszustands
- Prozessparameter
und gibt optimierte Startparameter an den Steuerungs- und Regelungsprozess aus.
[0084] Die Steuerung und Regelung stellt eine kontinuierliche Regelung im Prozess, wobei
der Zielstrahlreiniger durch Variation von Prozessparametern gesteuert wird, insbesondere
dessen Strahlbewegung und damit Reinigungsprozess voranschreitet (Reinigungsfortschritt),
was zu einem verringerten Verschmutzungszustand führt, der durch einen Verschmutzungssensor
detektiert wird, dessen Messergebnis (ein digitales Abbild des Verschmutzungszustands)
in den Steuerungs- und Regelungsprozess einfließt. Die Strahlbewegungen werden mittels
dokumentierter Ansteuerbefehle an die Manipulatoren, beispielsweise Schrittmotoren,
die die geforderte Düsenstellung der Düsen bewirken, und/oder durch Positionssensoren
in den Düsen, die deren Düsenstellung feststellt, ermittelt. Diese Daten, soweit erhoben
und vorliegend, fließen ebenfalls in beiden Steuerungsprozesse, Steuerung des Reinigungsprozesses
und Maschinelles Lernen, ein. Die Positionssensoren sind auch Teil der Sensoreinrichtung.
[0085] Der Steuerungs- und Regelungsprozess leitet die Prozessparameter zur Bewertung und
zum Vergleich sowie zur Parameteroptimierung dem Prozess des Maschinellen Lernens
zu.
[0086] Das Softwarekonzept kann als Hardware, in der Steuerungs- und Regelungseinrichtung,
implementiert sein oder als Software implementiert auf einem Computer ablaufen.
Bezugszeichenliste
[0087]
- 1
- Reinigungssystem
- 2
- Teleskoparm
- 3
- Antriebseinrichtung
- 4
- Rotationskopf
- 6
- Düse
- 8
- Düsenarm
- 10
- Strahl Reinigungsmittel
- 20
- Sensoreinrichtung, Kamera
- 22
- Sensorarm
- 24
- Lichtquelle
- 26
- Verschmutzungssensor
- 30
- Tankdeckel
- 32
- gleitfähiges Gestell
- 34
- Gleitführung
1. Reinigungssystem, umfassend einen Zielstrahlreiniger, der seinerseits wenigstens eine
Düse (6) zur Abgabe von Reinigungsmittel in Form wenigstens eines Strahls umfasst,
wobei die Düse (6) an einem Rotationskopf (4) angeordnet und dort mit einer Manipulationseinrichtung
verbunden ist, die die Düse (6) so bewegen kann, dass der Strahl in alle Richtungen
gelenkt wird, wobei weiterhin der Rotationskopf (4) an einem ersten Ende eines Teleskoparms
(2) angeordnet ist, wobei das Reinigungssystem (1) zumindest eine Regelungseinrichtung
zur zustandsbasierten Regelung des Reinigungsprozesses und wenigstens eine Sensoreinrichtung
(20), umfasst, wobei die Sensoreinrichtung (20) wenigstens einen Verschmutzungssensor
(26) und wenigstens eine Lichtquelle (24) umfasst, die zur Detektion eines Verschmutzungszustands
und zur Übergabe eines Verschmutzungskennwerts dienen und somit eingerichtet sind
ein digitales Abbild des Verschmutzungszustands zu erstellen, und wobei die Sensoreinrichtung
(20) mit der Regelungseinrichtung zumindest zur Übertragung von Sensordaten verbunden
ist, wobei die Regelungseinrichtung zur Ausführung wenigstens eines Computerprogramms
eingerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Computerprogramm einen implementierten Selbstlernalgorithmus umfasst, welcher
dazu eingerichtet ist, auf die stark variierenden Verschmutzungszustände situationsbezogen
zu reagieren, indem nach einer Anlernphase stets die optimale Reinigungsprozedur vorausgewählt
und inline bedarfsgerecht nachjustiert wird, sodass die Regelungseinrichtung dazu
eingerichtet ist, den Reinigungsprozess situationsbezogen nahe dem jeweiligen Optimum
zu führen.
2. Reinigungssystem nach Anspruch 1, wobei die wenigstens eine Sensoreinrichtung (20)
nach einer ersten Ausführungsform in einem beweglichen Sensorarm (22) angeordnet ist
oder/und wobei die wenigstens eine Sensoreinrichtung (20) nach einer zweiten Ausführungsform
in dem Rotationskopf (4) angeordnet ist oder/und wobei die wenigstens eine Sensoreinrichtung
(20) in dem Teleskoparm (2), beabstandet von dem Rotationskopf (4), angeordnet ist.
3. Reinigungssystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Lichtquelle (24) und/oder der Verschmutzungssensor
(26) eine aktive und/oder eine passive Kühleinrichtung umfasst.
4. Reinigungssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Lichtquelle (24) als
eine umschaltbare Hybrid-Lösung für die Abgabe unterschiedlicher Lichtspektren ausgeführt
ist.
5. Reinigungssystem nach Anspruch 4, wobei die Lichtquelle (24) wenigstens eine LED umfasst
und/oder zumindest für UV-Licht, Tageslicht oder Weißlicht umschaltbar ist.
6. Reinigungssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Lichtquelle (24) eine
Lichtsteuerungseinrichtung umfasst, die steuerbare optische Komponenten aufweist und
einen veränderlichen Ausleuchtungsdurchmesser ermöglicht, wobei zu Beginn der Reinigung,
bei hohem Verschmutzungsgrad, wenn die Verschmutzung leicht zu detektieren ist, eine
kleinere Brennweite eingestellt wird, durch die ein großer Bereich mit geringer Lichtleistung
pro Fläche ausgeleuchtet wird und gegen Ende der Reinigung, wenn optische Detektionsgrenzen
durch Abnahme der Schichtdicke eine immer größere Rolle spielen, durch Erhöhung der
Brennweite mit starker Fokussierung auf kleiner Fläche ausgeleuchtet wird.
7. Reinigungssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Verschmutzungssensor
(26) als eine Kameraeinrichtung ausgeführt ist, die steuerbare optische Komponenten
aufweist.
8. Reinigungssystem nach Anspruch 6 oder 7, wobei die steuerbaren optischen Komponenten
als Zoomobjektiv mit gesteuert veränderbarer Brennweite ausgeführt sind.
9. Reinigungssystem nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Teleskoparm (2) seine
in einen zu reinigenden Raum einragende Länge ändern und damit den Rotationskopf (4)
in dem Raum in einer Längsrichtung veränderlich positionieren kann.
10. Computerprogramm umfassend Befehle, die Bewirken, dass eine Regelungseinrichtung eines
Reinigungssystems nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ein zustandsbasiertes Regelungsverfahren,
welches die folgenden Schritte umfasst, ausführt:
• Übergabe optimierter Parameter an die Regelungseinrichtung,
• Ausgabe von variierten Steueranweisungen aus dem Steuerungs- und Regelungsprozess
an den Zielstrahlreiniger;
• Einbeziehen des Verschmutzungszustands auf Grundlage von Sensordaten des Verschmutzungssensors;
• Übergabe eines Verschmutzungskennwerts;
• Erstellung eines digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands;
• Ermittlung des Reinigungsfortschritts und Einbeziehen des aktuellen Reinigungsfortschritts,
ermittelt zumindest aus den bereits durchgeführten Strahlbewegungen;
• Übergabe des digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands und des Reinigungsfortschritts
sowie der aktuell gültigen Prozessparameter an die Regelungseinrichtung und
• Übergabe des digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands und des Reinigungsfortschritts
sowie der aktuell gültigen Prozessparameter zur Bewertung des Reinigungsprozesses
an die Parameteroptimierung zur selbstlernenden Optimierung der Startparameter.
11. Computerprogramm umfassend Befehle, die bewirken, dass eine Regelungseinrichtung eines
Reinigungssystems nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ein selbstlernendes Optimierungsverfahren
für Startparameter eines Reinigungsverfahrens, welches die folgenden Schritte umfasst,
ausführt:
• Einbeziehen von Ergebnissen einer zuvor durchgeführten Simulation;
• Einbeziehen von Ereignissen und Daten aus einem früheren Reinigungsprozess, die
in einer Datenbasis gespeichert sind;
• Einbeziehen von Anforderungen einer übergeordneten Steuerung einer Verarbeitungsanlage,
an der der Reinigungsprozess durchgeführt wird;
• Einbeziehen von gespeichertem Expertenwissen zum Reinigungsprozess;
• Einbeziehen eines digitalen Abbilds des Verschmutzungszustands;
• Einbeziehen von Prozessparametern des Reinigungsprozesses;
• Ausgabe optimierter Startparameter an die zustandsbasierte Steuerung und Regelung
des Reinigungsprozesses und
• Ausgabe von Daten an die Datenbasis.
12. Datenträgersignal eines Computerprogramms nacheinem der Ansprüche 10 oder 11.
1. A cleaning system comprising a targeted jet cleaner, which in itself comprises at
least one nozzle (6) for dispensing cleaning agent in the form of at least one jet,
wherein the nozzle (6) is arranged on a rotary head (4) and is connected there to
a manoeuvring device capable of moving the nozzle (6) such that the jet is directed
in all directions, wherein, furthermore, the rotary head (4) is arranged at a first
end of a telescopic arm (2), wherein the cleaning system (1) comprises at least one
control device for state-based control of the cleaning process and at least one sensor
device (20), wherein the sensor device (20) comprises at least one contamination sensor
(26) and at least one light source (24) which serve to detect a contamination state
and to transmit a contamination parameter, and are thus configured to generate a digital
representation of the contamination state, and wherein the sensor means (20) is connected
to the control means at least for the transmission of sensor data, wherein the control
means is configured to execute at least one computer programme, characterised in that the computer programme comprises an implemented self-learning algorithm which is
configured to respond to the widely varying contamination states on a situation-specific
basis by always preselecting the optimal cleaning procedure following a training phase
and readjusting it inline as required, so that the control device is configured to
manage the cleaning process on a situation-specific basis close to the respective
optimum.
2. Cleaning system according to claim 1, wherein, in a first embodiment, the at least
one sensor device (20) is arranged in a movable sensor arm (22) or/and wherein, in
a second embodiment, the at least one sensor device (20) is arranged in the rotary
head (4) or/and wherein the at least one sensor device (20) is arranged in the telescopic
arm (2), spaced apart from the rotary head (4).
3. Cleaning system according to claim 1 or 2, wherein the light source (24) and/or the
contamination sensor (26) comprises an active and/or a passive cooling device.
4. Cleaning system according to any one of the preceding claims, wherein the light source
(24) is designed as a switchable hybrid solution for emitting different light spectra.
5. Cleaning system according to claim 4, wherein the light source (24) comprises at least
one LED and/or is switchable at least between UV light, daylight or white light.
6. Cleaning system according to any one of the preceding claims, wherein the light source
(24) comprises a light control device which includes controllable optical components
and enables a variable illumination diameter, wherein at the start of cleaning, when
the degree of soiling is high and the soiling is easy to detect, a shorter focal length
is set, thereby illuminating a large area with low light intensity per unit area;
and towards the end of the cleaning process, when optical detection limits play an
increasingly significant role due to a decrease in layer thickness, the area is illuminated
with strong focusing on a small area by increasing the focal length.
7. Cleaning system according to any one of the preceding claims, wherein the contamination
sensor (26) is designed as a camera device comprising controllable optical components.
8. Cleaning system according to claim 6 or 7, wherein the controllable optical components
are designed as a zoom lens with a controllably variable focal length.
9. A cleaning system according to any one of the preceding claims, wherein the telescopic
arm (2) can vary its length extending into a room to be cleaned and thereby variably
position the rotary head (4) within the room in a longitudinal direction.
10. A computer programme comprising instructions which cause a control device of a cleaning
system according to any one of claims 1 to 9 to execute a state-based control method
comprising the following steps:
• Transferring optimised parameters to the control device,
• Outputting varied control instructions from the control and regulation process to
the target beam cleaner;
• taking into account the contamination status based on sensor data from the contamination
sensor;
• transmitting a contamination parameter;
• creating a digital representation of the contamination status;
• determining the cleaning progress and taking into account the current cleaning progress,
determined at least from the jet movements already carried out;
• Transferring the digital representation of the contamination status and the cleaning
progress, as well as the currently valid process parameters, to the control unit;
and
• Transferring the digital representation of the contamination status and the cleaning
progress, as well as the currently valid process parameters, for the evaluation of
the cleaning process to the parameter optimisation module for the self-learning optimisation
of the start parameters.
11. A computer program comprising instructions which cause a control unit of a cleaning
system according to any one of claims 1 to 9 to execute a self-learning optimisation
method for start parameters of a cleaning process, which comprises the following steps:
• Incorporating results from a previously performed simulation;
• Incorporating events and data from a previous cleaning process stored in a database;
• Incorporating requirements from a higher-level control system of a processing plant
in which the cleaning process is carried out;
• Incorporating stored expert knowledge regarding the cleaning process;
• Incorporating a digital representation of the contamination status;
• Incorporating process parameters of the cleaning process;
• Outputting optimised start-up parameters to the state-based control and regulation
of the cleaning process; and
• Outputting data to the database.
12. A data carrier signal of a computer program according to any one of claims 10 or 11.
1. Système de nettoyage, comprenant un nettoyeur à jet cible qui comprend de son côté
au moins une buse (6) pour la distribution de détergent sous la forme d'au moins un
jet, dans lequel la buse (6) est disposée sur une tête de rotation (4) et y est connectée
à un dispositif de manipulation qui peut déplacer la buse (6) de sorte que le jet
est dirigé dans toutes les directions, dans lequel la tête de rotation (4) est en
outre disposée à une première extrémité d'un bras télescopique (2), dans lequel le
système de nettoyage (1) comprend au moins un dispositif de régulation pour la régulation
basée sur l'état du processus de nettoyage et au moins un dispositif de capteur (20),
dans lequel le dispositif de capteur (20) comprend au moins un capteur d'encrassement
(26) et au moins une source lumineuse (24) qui servent à la détection d'un état d'encrassement
et au transfert d'une valeur caractéristique d'encrassement, et sont ainsi configurés
pour créer une image numérique de l'état d'encrassement, et dans lequel le dispositif
de capteur (20) est connecté au dispositif de régulation au moins pour la transmission
de données de capteur, dans lequel le dispositif de régulation est configuré pour
l'exécution d'au moins un programme informatique, caractérisé en ce que le programme informatique comprend un algorithme d'apprentissage automatique mis
en œuvre qui est configuré pour réagir par rapport à la situation aux états d'encrassement
à forte variation en ce qu'après une phase de formation, la procédure de nettoyage optimale est toujours présélectionnée
et réajustée en ligne en fonction des besoins de sorte que le dispositif de régulation
est configuré pour guider le processus de nettoyage par rapport à la situation près
de l'optimum respectif.
2. Système de nettoyage selon la revendication 1, dans lequel l'au moins un dispositif
de capteur (20) est disposé selon une première forme de réalisation dans un bras de
capteur mobile (22) ou/et dans lequel l'au moins un dispositif de capteur (20) est
disposé selon une seconde forme de réalisation dans la tête de rotation (4) ou/et
dans lequel l'au moins un dispositif de capteur (20) est disposé dans le bras télescopique
(2) à distance de la tête de rotation (4).
3. Système de nettoyage selon la revendication 1 ou 2, dans lequel la source lumineuse
(24) et/ou le capteur d'encrassement (26) comprend un dispositif de refroidissement
actif et/ou passif.
4. Système de nettoyage selon une des revendications précédentes, dans lequel la source
lumineuse (24) est réalisée en tant que solution hybride pouvant être commutée pour
la distribution de différents spectres lumineux.
5. Système de nettoyage selon la revendication 4, dans lequel la source lumineuse (24)
comprend au moins une LED et/ou peut être commutée au moins pour de la lumière UV,
de la lumière du jour ou de la lumière blanche.
6. Système de nettoyage selon une des revendications précédentes, dans lequel la source
lumineuse (24) comprend un dispositif de commande lumineuse qui présente des composants
optiques pouvant être commandés et permet un diamètre d'éclairage variable, dans lequel
au début du nettoyage, en cas de degré d'encrassement élevé, lorsque l'encrassement
est facile à détecter, une distance focale assez petite est réglée, par laquelle une
grande zone est éclairée avec une faible puissance lumineuse par surface et vers la
fin du nettoyage, lorsque des limites de détection optique par diminution de l'épaisseur
de couche jouent un rôle de plus en plus important, un éclairage est réalisé par augmentation
de la distance focale avec une focalisation plus forte sur une petite surface.
7. Système de nettoyage selon une des revendications précédentes, dans lequel le capteur
d'encrassement (26) est réalisé en tant que dispositif de caméra qui présente des
composants optiques pouvant être commandés.
8. Système de nettoyage selon la revendication 6 ou 7, dans lequel les composants optiques
pouvant être commandés sont réalisés en tant qu'objectif à zoom avec une distance
focale pouvant être modifiée de manière commandée.
9. Système de nettoyage selon une des revendications précédentes, dans lequel le bras
télescopique (2) peut changer sa longueur pénétrant dans un espace à nettoyer et ainsi
positionner de manière variable la tête de rotation (4) dans l'espace dans une direction
longitudinale.
10. Programme informatique comprenant des commandes qui entraînent qu'un dispositif de
régulation d'un système de nettoyage selon une des revendications 1 à 9 réalise un
procédé de régulation basé sur l'état qui comprend les étapes suivantes :
• transfert de paramètres optimisés au dispositif de régulation,
• sortie d'instructions de commande variées provenant du processus de commande et
de régulation vers le nettoyeur à jet cible ;
• incorporation de l'état d'encrassement sur la base de données de capteur du capteur
d'encrassement ;
• transfert d'une valeur caractéristique d'encrassement ;
• création d'une image numérique de l'état d'encrassement ;
• détermination du progrès de nettoyage et incorporation du progrès de nettoyage actuel,
déterminé au moins à partir des mouvements de jet déjà réalisés ;
• transfert de l'image numérique de l'état d'encrassement et du progrès de nettoyage
ainsi que des paramètres de processus actuellement valables au dispositif de régulation
et
• transfert de l'image numérique de l'état d'encrassement et du progrès de nettoyage
ainsi que des paramètres de processus actuellement valables pour l'évaluation du processus
de nettoyage à l'optimisation de paramètre pour l'optimisation d'apprentissage automatique
des paramètres de démarrage.
11. Programme informatique comprenant des commandes qui entraînent qu'un dispositif de
régulation d'un système de nettoyage selon une des revendications 1 à 9 réalise un
procédé d'optimisation d'apprentissage automatique pour des paramètres de démarrage
d'un procédé de nettoyage qui comprend les étapes suivantes :
• incorporation de résultats d'une simulation réalisée auparavant ;
• incorporation d'événements et de données provenant d'un processus de nettoyage antérieur
qui sont mémorisés dans une base de données ;
• incorporation d'exigences d'une commande supérieure d'une installation de traitement
sur laquelle le processus de nettoyage est réalisé ;
• incorporation de savoir d'expert mémorisé concernant le processus de nettoyage ;
• incorporation d'une image numérique de l'état d'encrassement ;
• incorporation de paramètres de processus du processus de nettoyage ;
• sortie de paramètres de démarrage optimisés vers les commande et régulation basées
sur l'état du processus de nettoyage et
• sortie de données vers la base de données.
12. Signal de support de données d'un programme informatique selon une des revendications
10 ou 11.