[0001] Die Erfindung betrifft eine Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung zum automatischen
Beschicken einer Nähmaschine mit miteinander zu vernähenden ersten und zweiten Nähteilen
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] In vielen technischen Bereichen werden Nähkleider benötigt, um Trägerelemente zu
verkleiden. Beispielsweise werden im Automotive-Sektor für die Innenausstattung Nähkleider
verwendet, um Grundträger mit Nähkleidern zu kaschieren. Die Nähkleider bestehen dabei
häufig aus einer Mehrzahl von Nähteilen in der Form einzelner Stoff-, Kunstleder-
oder Echtlederzuschnitten, die mittels Nähen zusammengefügt und/oder gegebenenfalls
mit Ziernähten versehen werden.
[0003] Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, dass häufig Nähteile (Materialzuschnitte)
mit nicht deckungsgleichen Konturen derart vernäht werden müssen, dass ein dreidimensionales
Nähkleid entsteht. Dies erfordert höchste Präzision von Seiten eines Nähers, wenn
die Nähteile von Hand einer Nähmaschine zugeführt, zueinander ausgerichtet und vernäht
werden. Weiterhin ist das manuelle Ausrichten und Zuführen der Nähteile zur Nähmaschine
mit einem erheblichen Zeit- und damit Kostenaufwand verbunden.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung
zu schaffen, mit welcher miteinander zu vernähende Nähteile vollautomatisch und auf
möglichst genaue und schnelle Weise relativ zueinander positioniert und einer Nähmaschine
zugeführt werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung
sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.
[0006] Erfindungsgemäß umfasst die Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung eine Handhabungseinrichtung
zum Entnehmen der Nähteile aus einem Nähteilmagazin oder zum Aufnehmen der Nähteile
aus einer Nähteil-Zuschneidvorrichtung, eine Positioniereinrichtung zum Positionieren
der beiden Nähteile in einer vorbestimmten Relativposition und eine Transporteinrichtung
zum Transportieren der Nähteile von der Positioniereinrichtung in Richtung Nähmaschine.
[0007] Mithilfe der erfindungsgemäßen Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung können die miteinander
zu vernähenden Nähteile vollautomatisch aus einem Nähteilmagazin oder von einer Nähteil-Zuschneidvorrichtung
(Cutter) entnommen und der Positioniereinrichtung zugeführt werden, um dort in vorbestimmter
Weise übereinander positioniert zu werden. Anschließend werden die derart positionierten
Nähteile ohne weitere Veränderung ihrer Relativposition mittels der Transporteinrichtung
automatisch von der Positioniereinrichtung in Richtung der Nähmaschine transportiert,
insbesondere zu einem an der Nähmaschine angeordneten Nähteilmanipulator, der die
ersten und zweiten Nähteile während des Nähens fortlaufend relativ zueinander quer
zur Nährichtung ausrichtet.
[0008] Die erfindungsgemäße Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung ermöglicht es somit, dass
die Handhabung der miteinander zu vernähenden Nähteile zwischen dem Nähteilmagazin
bzw. der Nähteil-Zuschneidvorrichtung und der Nähmaschine bzw. dem Nähteilmanipulator
vollautomatisch erfolgt. Die Handhabung und Positionierung der Nähteile kann auf diese
Weise sehr genau, mit hoher Geschwindigkeit und ohne Arbeitskräfte erfolgen. Eine
hohe Arbeitsgeschwindigkeit wird insbesondere dadurch erreicht, dass die Handhabungseinrichtung
sofort wieder zum Nähteilmagazin oder zur Nähteil-Zuschneidvorrichtung zurückkehren
und neue Nähteile abholen kann, nachdem die vorhergehenden Nähteile auf der Positioniereinrichtung
abgelegt worden sind.
[0009] Vorzugsweise umfasst die Positioniereinrichtung einen ersten Ablagetisch mit einer
ersten Ablagefläche zum Ablegen des ersten Nähteils in einer vorbestimmten Ablageposition
und einen zweiten Ablagetisch mit einer zweiten Ablagefläche zum Ablegen des zweiten
Nähteils in einer vorbestimmten Ablageposition, wobei zumindest einer der Ablagetische
von einer ersten Position, in der die beiden Ablageflächen seitlich nebeneinander
angeordnet sind, in eine zweite Position verfahrbar ist, in der die beiden Ablageflächen
übereinander angeordnet sind. Mithilfe derartiger Ablagetische lassen sich die Nähteile
auf sehr exakte Weise übereinander anordnen, wobei die Nähteile vorzugsweise nur durch
einen der Ablagetische voneinander getrennt sind.
[0010] Vorzugsweise umfasst die Transporteinrichtung erste und zweite Förderbänder, die
vertikal beanstandet und zur Verschiebung der beiden Nähteile auf den Ablagetischen
ausgebildet sind, wobei das erste Nähteil mit dem ersten Förderband und das zweite
Förderband mit dem zweiten Nähteil in Kontakt bringbar ist, derart, dass die Nähteile
ohne Veränderung ihrer gegenseitigen Relativposition von den Ablagetischen in Richtung
Nähmaschine transportierbar sind. Derartige Förderbänder können aufgrund ihrer endlos
umlaufenden Gurte die Nähteile jederzeit und auf besonders effektive Weise von der
Positioniereinrichtung zur Nähmaschine bzw. zum Nähteilmanipulator transportieren.
[0011] Vorzugsweise ist das erste Förderband ein unteres Förderband und das zweite Förderband
ein oberes Förderband, wobei das erste Förderband einen Förderbandabschnitt aufweist,
der im Bereich der ersten Ablagefläche und in einer zu dieser parallelen Ebene angeordnet
ist und über die erste Ablagefläche nach oben vorsteht.
[0012] Vorzugsweise ist das erste Förderband zusammen mit dem ersten Ablagetisch zwischen
der ersten und zweiten Position für fahrbar.
[0013] Vorzugsweise ist das erste Nähteil in der zweiten Position mittels des ersten Förderbands
gegen eine untere Fläche des zweiten Ablagetisches drückbar, die als Gleitfläche für
das erste Nähteil ausgebildet ist.
[0014] Vorzugsweise ist der erste Ablagetisch zusammen mit dem ersten Förderband in vertikaler
Richtung verfahrbar. Auf diese Weise kann das erste Nähteil leicht zwischen dem ersten
Förderband und der auf der Unterseite des zweiten Ablagetisches vorgesehenen Gleitfläche
eingeklemmt werden. Hierdurch wird sichergestellt, dass das erste Nähteil ohne Schlupf
vom ersten Förderband mitgenommen wird.
[0015] Vorzugsweise weist der zweite Ablagetisch eine Gleitfläche aus einem reibungsreduzierenden
Material auf, gegen die das zweite Nähteil mittels des zweiten Förderbands drückbar
ist. Dies stellt ebenfalls die schlupffreie Mitnahme des zweiten Nähteils durch das
zweite Förderband sicher.
[0016] Vorzugsweise ist am ersten Ablagetisch und/oder zweiten Ablagetisch eine Zentriereinrichtung
zum zentrierten Positionieren der Nähteile auf den Ablagetischen vorgesehen. Beispielsweise
kann die Zentriereinrichtung aus mindestens einem über die erste und zweite Ablagefläche
vorstehenden Zentrierstift bestehen, auf den die Nähteile aufsteckbar sind.
[0017] Vorzugsweise ist das erste Förderband und/oder zweite Förderband als Friktionsförderband
ausgebildet. Vorzugsweise weist das erste Förderband und/oder zweite Förderband mehrere
umlaufende Gurte auf, die mit Abstand nebeneinander angeordnet sind. Hierdurch können
auch größere Nähteile befördert werden, ohne dass es zu einem Verschwenken der Nähteile
auf den Ablagetischen kommt.
[0018] Vorzugsweise umfasst die Handhabungseinrichtung, mit der die Nähteile aus dem Nähteilmagazin
oder von der Nähteil-Schneideinrichtung entnommen werden, Vakuumsaugeinrichtungen
oder Nadelgreifeinrichtungen, die zur Aufnahme der Nähteile ausgebildet und sowohl
in vertikaler Richtung als auch in zumindest einer horizontalen Richtung bewegbar
sind. Dies bedeutet, dass die Vakuumsaugeinrichtungen oder Nadelgreifeinrichtungen
zumindest in zwei Achsen verfahrbar sind. Es ist jedoch auch ohne weiteres möglich,
als Handhabungseinrichtung einen Roboter vorzusehen, der eine freie Bewegungsmöglichkeit
im Raum bietet.
[0019] Vorzugsweise umfasst das Nähteilmagazin nebeneinander angeordnete Einzelmagazine
zur stapelweisen Aufnahme der ersten und zweiten Nähteile, wobei die Einzelmagazine
derart nebeneinander angeordnet und ausgerichtet sind, dass die Relativposition der
in den Einzelmagazinen gestapelten ersten und zweiten Nähteile derjenigen Relativposition
entspricht, welche die Nähteile beim Ablegen auf der Positioniereinrichtung haben.
Eine derartige Ausführungsform eignet sich insbesondere für zweiachsig verfahrbare
Handhabungseinrichtungen, da die Nähteile bis zu ihrer Ablage auf den Ablagetischen
nicht mehr gedreht oder gekippt werden müssen.
[0020] Gemäß einer alternativen Ausführungsform umfasst die Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung
eine zwischen dem Nähteilmagazin oder der Nähteil-Zuschneidvorrichtung und der Positioniereinrichtung
angeordnete Klebstoffauftragvorrichtung zum Auftragen von Klebstoff auf mindestens
eines der Nähteile.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1:
- eine erfindungsgemäße Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung mit Nähteilmagazin,
- Figur 2:
- eine etwas schematische Darstellung einer Handhabungseinrichtung und des Nähteilmagazins,
- Figur 3:
- die Ablagetische und das erste Förderband in einer ersten Position mit einem auf den
ersten Ablagetisch abgelegten ersten Nähteil,
- Figur 4:
- die Ablagetische und das erste Förderband in einer zweiten Position mit einem auf
den zweiten Ablagetisch abgelegten zweiten Nähteil, und
- Figur 5:
- die Ablagetische und das erste Förderband in einer Endposition, in der sie sich unterhalb
eines zweiten Förderbands befinden.
[0022] Figur 1 zeigt eine Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung, mit der ein erstes Nähteil
1 und ein zweites Nähteil 2, die gestapelt in einem Nähteilmagazin 3 liegen, vollautomatisch
einer nicht dargestellten Nähmaschine bzw. einem Nähteilmanipulator der Nähmaschine
zugeführt werden können. Die nicht dargestellte Nähmaschine befindet sich dabei am
rechten Ende der in Figur 1 dargestellten Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung.
[0023] Das erste Nähteil 1 und das zweite Nähteil 2 können beispielsweise Stoff-, Leder-
oder Kunstlederzuschnitte sein, die unterschiedliche Konturen haben können.
[0024] Das Nähteilmagazin 3 und die Nähteile 1, 2 sind in den Zeichnungen nur schematisch
dargestellt und können unterschiedlichste Formen und Ausgestaltungen haben. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel ist das Nähteilmagazin 3 derart ausgebildet, dass es ein erstes
Einzelmagazin 3a und ein zweites Einzelmagazin 3b umfasst. Das erste Einzelmagazin
3a ist derart ausgebildet, dass es einen Stapel übereinander angeordneter erster Nähteile
1 aufnimmt. Das zweite Einzelmagazin 3b ist derart ausgebildet, dass es einen Stapel
übereinander angeordneter zweiter Nähteile 2 aufnimmt. Die ersten und zweiten Nähteile
1, 2 sind dabei in vorbestimmter Weise auf einem Magazintisch 4 ausgerichtet und zueinander
beanstandet. Die Nähteilstapel werden seitlich durch Führungselemente 5 gehalten,
die verstellbar auf dem Magazintisch 4 befestigt sind.
[0025] Das Nähteilmagazin 3 kann manuell oder mittels einer nicht dargestellten Vorrichtung
mit den ersten und zweiten Nähteilen 1, 2 befüllt werden.
[0026] Die Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung umfasst eine Handhabungseinrichtung 6 zum
Entnehmen der Nähteile 1, 2 aus dem Nähteilmagazin 3, eine Positioniereinrichtung
7 zum Positionieren der beiden Nähteile 1, 2 in einer vorbestimmten Relativposition
zueinander und eine Transporteinrichtung 8 zum Weitertransport der Nähteile 1, 2 von
der Positioniereinrichtung 7 in Richtung der Nähmaschine.
[0027] Der grundsätzliche Aufbau der Handhabungseinrichtung 6 geht aus den Figuren 1 und
2 hervor. Die Handhabungseinrichtung 6 umfasst Vakuumsaugeinrichtungen 9a, 9b mit
Saugglocken 10, die an Saugglockenhaltern 11a, 11b befestigt sind. Die Vakuumsaugeinrichtungen
9a, 9b können mittels motorisch angetriebener Vertikalschlitten 12a, 12b vertikal,
d. h. in z-Richtung, verfahren werden, um die Saugglocken 10 auf das oberste erste
Nähteil 1 bzw. zweite Nähteil 2 der in den Einzelmagazinen 3a, 3b gestapelten Nähteile
1, 2 aufzusetzen und die Nähteile 1, 2 von den Stapeln abzuheben.
[0028] Zur korrekten Einstellung der Vakuumsaugeinrichtungen 9a, 9b in y-Richtung sind an
den Vertikalschlitten 11a, 11b Halteführungen 13a, 13b befestigt, die sich in y-Richtung
erstrecken. Die Saugglockenhalter 11a, 11b können längs der Halteführungen 13a, 13b
verschoben und in derjenigen y-Position arretiert werden, in der sich die Saugglocken
10 in der gewünschten Position oberhalb der zugeordneten Nähteilstapel befinden.
[0029] Die beiden Vertikalschlitten 12a, 12b sind an einem gemeinsamen Horizontalschlitten
14 vertikal verschiebbar geführt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Handhabungseinrichtung
6 derart ausgebildet, dass die beiden Vakuumsaugeinrichtungen 9a, 9b gleichzeitig
abgesenkt und angehoben werden sowie in x-Richtung verfahren werden können.
[0030] Die Horizontalschlitten 14 ist auf einer plattenförmigen Konsole 15 in x-Richtung
verschiebbar gelagert und kann mittels eines geeigneten Antriebs zwischen dem Nähteilmagazin
3 und der Positioniereinrichtung 7 verfahren werden, um die aus dem Nähteilmagazin
3 entnommenen Nähteile 1, 2 in einer später noch näher beschriebenen Weise auf der
Positioniereinrichtung 7 abzulegen.
[0031] Figur 3 zeigt die Positioniereinrichtung 7. Diese umfasst einen ersten Ablagetisch
16 mit einer ersten Ablagefläche 17 für das erste Nähteil 1 und einen zweiten Ablagetisch
18 mit einer zweiten Ablagefläche 19 für das zweite Nähteil 2. Die Ablagetische 16,
18 können Tischverbreiterungen 20, 21 aufweisen, um auch lange Nähteile 1, 2 ablegen
zu können.
[0032] Die Ablagetische 16, 18 erstrecken sich zumindest im wesentlichen in parallelen horizontalen
Ebenen und sind in unterschiedlichen Höhen angeordnet. Weiterhin ist der erste Ablagetisch
16 auf einer Führungsplatte 22 befestigt, die in x-Richtung verschiebbar auf der Konsole
15 gelagert ist. Der erste Ablagetisch 16 kann mittels eines geeigneten Antriebs zwischen
einer in Figur 3 gezeigten ersten Position, in der sich der erste Ablagetisch 16 zumindest
überwiegend neben dem zweiten Ablagetisch 18 befindet, und einer in den Figuren 1
und 4 gezeigten zweiten Position verfahren werden, in der sich der erste Ablagetisch
16 zumindest überwiegend unter dem zweiten Ablagetisch 18 befindet.
[0033] Die Ablage des ersten und zweiten Nähteils 1, 2 auf den Ablagetischen 16, 18 erfolgt
beim dargestellten Ausführungsbeispiel nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Hierzu
wird die Handhabungseinrichtung 6, nachdem ein erstes Nähteil 1 und ein zweites Nähteil
2 aus dem Nähteilmagazin 3 mittels der Saugglocken 10 entnommen worden sind, soweit
zu den nebeneinander angeordneten Ablagetischen 16, 18 verfahren, dass sich das erste
Nähteil 1 in einer vorbestimmten Position über dem ersten Ablagetisch 16 befindet,
während sich das zweite Nähteil 2 in einer vorbestimmten Position über dem zweiten
Ablagetisch 18 befindet. Anschließend wird das erste Nähteil 1 auf dem ersten Ablagetisch
16 abgelegt, wie in Figur 3 dargestellt.
[0034] Die Zentrierung des ersten Nähteils 1 auf dem ersten Ablagetisch 16 erfolgt dadurch,
dass das erste Nähteil 1 auf einen Zentrierstift 23 aufgesteckt wird, der auf dem
ersten Ablagetisch 16 befestigt ist und über diesen nach oben vorsteht. Hierzu weist
das erste Nähteil 1 eine entsprechende Zentrierlasche mit einem Zentrierloch auf.
[0035] Anschließend wird der erste Ablagetisch 16 zusammen mit dem ersten Nähteil 1 in eine
zweite Position verfahren, in der sich der erste Ablagetisch 16 derart unter dem zweiten
Ablagetisch 18 befindet, dass das erste Nähteil 1 vom zweiten Ablagetisch 18 überdeckt
ist und sich genau unterhalb derjenigen Stelle des zweiten Ablagetisches 18 befindet,
an der das zweite Nähteil 2 abgelegt werden soll. Diese zweite Position ist in den
Figuren 1 und 4 dargestellt. Der zweite Ablagetisch 18 bleibt dabei zunächst ortsfest
stehen. Der Zentrierstift 23 befindet sich außerhalb des zweiten Ablagetisches 18,
so dass er am zweiten Ablagetisch 18 vorbei bewegt werden kann.
[0036] Befindet sich der erste Ablagetisch 16 in der passenden Position unterhalb des zweiten
Ablagetisches 18, wird der erste Ablagetisch 16 zusammen mit einem später noch näher
beschriebenen ersten Förderband 24 mittels einer geeigneten Hubvorrichtung derart
nach oben verfahren, dass das erste Nähteil 1 leicht zwischen dem ersten Förderband
24 und dem zweiten Ablagetisch 18 eingeklemmt wird.
[0037] Anschließend wird der zweite Vertikalschlitten 12b abgesenkt und das zweite Nähteil
2 auf dem zweiten Ablagetisch 18 abgelegt. Die Zentrierung des zweiten Nähteils 2
auf dem zweiten Ablagetisch 18 erfolgt wiederum durch den Zentrierstift 23, indem
eine ein Zentrierloch aufweisende Zentrierlasche des zweiten Nähteils 2 auf den Zentrierstift
23 aufgesteckt wird. Die beiden Nähteile 1, 2 befinden sich nun in einer passenden
Relativposition übereinander, sind jedoch durch den zweiten Ablagetisch 18 voneinander
getrennt.
[0038] Der Abtransport des aus dem ersten Nähteil 1 und dem zweiten Nähteil 2 bestehenden
Nähteilpaares aus der Positioniereinrichtung 7 zur Nähmaschine bzw. zum Nähteilmanipulator
der Nähmaschine erfolgt mittels der Transporteinrichtung 8, die insbesondere aus Figur
5 ersichtlich ist.
[0039] Die Transporteinrichtung 8 umfasst das erste Förderband 24 zum Befördern des ersten
Nähteils 1 und ein zweites Förderband 25 zum Befördern des zweiten Nähteils 2. Im
gezeigten Ausführungsbeispiel weisen beide Förderbänder 24, 25 jeweils zwei umlaufende
Gurte 24a, 24b; 25a, 25b auf, die mit etwas Abstand nebeneinander angeordnet sind,
um ein Verschwenken der ersten und zweiten Nähteile 1, 2 beim Verschieben der Nähteile
1, 2 auf den Ablagetischen 16, 18 zu verhindern. Alternativ ist es jedoch auch ohne
weiteres möglich, pro Förderband 24, 25 lediglich einen umlaufenden Gurt vorzusehen,
wenn ein Verschwenken der Nähteile 1, 2 beim Weitertransport auf den Ablagetischen
16, 18 ausgeschlossen werden kann, oder mehr als zwei Gurte vorzusehen.
[0040] Wie aus den Figuren 3 und 5 ersichtlich, sind das erste Förderband 24 und der erste
Ablagetisch 16 fest miteinander verbunden, so dass die Position des ersten Förderbands
24 relativ zum ersten Ablagetisch 16 unverändert bleibt. Wird der erste Ablagetisch
16 von der neben dem zweiten Ablagetisch 18 liegenden ersten Position in die zweite
Position verfahren, in welcher er vom zweiten Ablagetisch 18 überdeckt ist, wird das
erste Förderband 24 entsprechend mit verfahren.
[0041] Weiterhin ist das erste Förderband 24 relativ zum ersten Ablagetisch 16 derart angeordnet,
dass ein oberer Förderbandabschnitt 26, der parallel zur ersten Ablagefläche 17 verläuft,
geringfügig höher als die erste Ablagefläche 17 angeordnet ist. Das auf dem ersten
Ablagetisch 16 abgelegte erste Nähteil 1 liegt somit auf dem oberen Förderbandabschnitt
26 auf und wird durch die seitlich neben dem Förderbandabschnitt 26 liegenden Bereiche
der ersten Ablagefläche 17 zusätzlich gestützt.
[0042] Wie aus den Figuren 1 und 5 ersichtlich, ist das zweite Förderband 25 gleich oder
ganz ähnlich wie das erste Förderband 24 ausgebildet, jedoch in x-Richtung relativ
zur Konsole 15 stationär angeordnet. Das zweite Förderband 25 ist höhenverstellbar
an Vertikalschlitten 27 befestigt, die an einer stationären Lagerkonsole 28 gelagert
sind.
[0043] Das zweite Förderband 25 kann mittels eines geeigneten Antriebs zwischen einer angehobenen
Position, in der das zweite Förderband 25 mit Abstand oberhalb des zweiten Ablagetisches
18 und des darauf abgelegten zweiten Nähteils 2 angeordnet ist, und einer abgesenkten
Stellung vertikal verfahren werden, in der ein unterer Förderbandabschnitt 29 des
zweiten Förderbands 25 auf dem zweiten Nähteil 2 aufliegt. Der untere Förderbandabschnitt
29 verläuft parallel zur zweiten Ablagefläche 19.
[0044] Nachdem beide Nähteile 1, 2 von den Vakuumsaugeinrichtungen 9a, 9b auf den Ablagetischen
16, 18 abgelegt worden sind und der erste Ablagetisch 16 unter den zweiten Ablagetisch
18 verfahren wurde, befinden sich beide Ablagetische 16, 18 zunächst in einer Position,
die in Figur 1 dargestellt ist. In dieser Position befinden sich die Ablagetische
16, 18 noch vor dem zweiten Förderband 25. Beide Ablagetische 16, 18 werden dann zusammen
mit dem ersten Förderband 24 gemeinsam in x-Richtung soweit verfahren, dass beide
Nähteile 1, 2 in den Anfangsbereich der Förderbänder 24, 25 gelangen.
[0045] Anschließend wird das zweite Förderband 25 soweit abgesenkt, dass der untere Förderbandabschnitt
29 leicht auf dem zweiten Nähteil 2 aufliegt. Diese Position ist in Figur 5 dargestellt.
In dieser Position stehen beide Förderbänder 24, 25 in x-Richtung soweit über die
Ablagetische 16, 18 vor, wie es erforderlich ist, dass die beiden Nähteile, wenn sie
nach dem Einschalten der Förderbänder 24, 25 bis zum Ende der Förderbänder 24, 25
transportiert worden sind, von der nicht dargestellten Nähteil-Manipulationseinrichtung
der Nähmaschine übernommen werden können. Die Nähteil-Manipulationseinrichtung kann
zu diesem Zweck eine nicht dargestellte horizontale Trenn- und Führungsplatte, welche
in den Zwischenraum zwischen den beiden Förderbändern 24, 25 hineinragt und sich bis
zum zweiten Ablagetisch 18 erstreckt, und obere und untere Führungs- und Mitnahmerollen
aufweisen, welche das erste und zweite Nähteil 1, 2 in x-Richtung, d. h quer zur Nährichtung,
bewegen können.
[0046] Vor dem Einschalten der Förderbänder 24, 25 wird der Zentrierstift 23 soweit abgesenkt,
dass er sich außerhalb der Zentrierlöcher der Nähteile 1, 2 befindet. Auf diese Weise
behindert der Zentrierstift 23 nicht das Verschieben der Nähteile 1, 2 auf den Ablagetischen
16, 18.
[0047] Bei den beiden Förderbändern 24, 25 handelt es sich vorzugsweise um Friktionsförderbänder,
d. h. die Förderbandabschnitte 26, 29 der umlaufenden Gurte 24a, 24b; 25a, 25b liegen
mit geringem Druck auf dem ersten Nähteil 1 bzw. zweiten Nähteil 2 auf und nehmen
die Nähteile 1, 2 schlupffrei mittels Reibkraft mit, wenn die Gurte 24a, 24b; 25a,
25b in Bewegung gesetzt werden.
[0048] Sowohl die untere Fläche als auch die obere Fläche des zweiten Ablagetisches 18 dienen
dabei als Gleitflächen für das erste Nähteil 1 bzw. zweite Nähteil 2. Um dort die
Reibung möglichst gering zu halten, sind diese Flächen vorzugsweise mit einem reibungsreduzierenden
Material 30 versehen. Dieses reibungsreduzierende Material 30 kann beispielsweise
in der Form von länglichen Streifen vorliegen, die oberhalb des ersten Förderbands
24 bzw. unterhalb des zweiten Förderbands 25 angeordnet sind.
[0049] Im Rahmen der Erfindung sind eine Vielzahl von Variationen möglich. Beispielsweise
ist es möglich, dass kein Nähteilmagazin 3 vorgesehen ist, sondern die Nähteile 1,
2 mittels eines Roboters direkt von einer Nähteil-Zuschneideinrichtung übernommen
und an die Positioniereinrichtung 7 übergeben werden. Weiterhin ist es möglich, dass
die vom Nähteilmagazin 3 oder von der Nähteil-Zuschneidvorrichtung entnommenen Nähteile
1, 2 zunächst einer Klebstoffauftragvorrichtung zugeführt und mit einem Klebstoff
versehen werden, bevor sie der Positioniereinrichtung 7 zugeführt werden.
1. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung zum automatischen Beschicken einer Nähmaschine
mit miteinander zu vernähenden ersten und zweiten Nähteilen (1, 2), dadurch gekennzeichnet, dass die Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung eine Handhabungseinrichtung (6) zum Entnehmen
der Nähteile (1, 2) aus einem Nähteilmagazin (3) oder zum Aufnehmen der Nähteile (1,
2) aus einer Nähteil-Zuschneidvorrichtung, eine Positioniereinrichtung (7) zum Positionieren
der beiden Nähteile (1, 2) in einer vorbestimmten Relativposition und eine Transporteinrichtung
(8) zum Transportieren der Nähteile (1, 2) von der Positioniereinrichtung (7) in Richtung
Nähmaschine umfasst.
2. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniereinrichtung (7) einen ersten Ablagetisch (16) mit einer ersten Ablagefläche
(17) zum Ablegen des ersten Nähteils (1) in einer vorbestimmten Ablageposition und
einen zweiten Ablagetisch (18) mit einer zweiten Ablagefläche (19) zum Ablegen des
zweiten Nähteils (2) in einer vorbestimmten Ablageposition umfasst, wobei zumindest
einer der Ablagetische (16, 18) von einer ersten Position, in der die beiden Ablageflächen
(17, 19) seitlich nebeneinander angeordnet sind, in eine zweite Position verfahrbar
ist, in der die beiden Ablageflächen (17, 19) übereinander angeordnet sind.
3. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (8) erste und zweite Förderbänder (24, 25) umfasst, die
vertikal beabstandet und zur Verschiebung der beiden Nähteile (1, 2) auf den Ablagetischen
(16, 18) ausgebildet sind, wobei das erste Nähteil (1) mit dem ersten Förderband (24)
und das zweite Förderband (25) mit dem zweiten Nähteil (2) in Kontakt bringbar ist,
derart, dass die Nähteile (1, 2) ohne Veränderung ihrer gegenseitigen Relativposition
von den Ablagetischen (16, 18) in Richtung Nähmaschine transportierbar sind.
4. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Förderband (24) ein unteres Förderband und das zweite Förderband (25) ein
oberes Förderband ist, wobei das erste Förderband (24) einen Förderbandabschnitt (26)
aufweist, der im Bereich der ersten Ablagefläche (17) und in einer zu dieser parallelen
Ebene angeordnet ist und über die erste Ablagefläche (17) nach oben vorsteht.
5. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Förderband (24) zusammen mit dem ersten Ablagetisch (16) zwischen der ersten
und zweiten Position verfahrbar ist.
6. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Nähteil (1) in der zweiten Position mittels des ersten Förderbands (24)
gegen eine untere Fläche des zweiten Ablagetisches (18) drückbar ist, die als Gleitfläche
für das erste Nähteil (1) ausgebildet ist.
7. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Ablagetisch (16) zusammen mit dem ersten Förderband (24) in vertikaler
Richtung verfahrbar ist.
8. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Förderband (25) oberhalb des zweiten Ablagetisches (18) in einer fixen
horizontalen Position angeordnet und in vertikaler Richtung verfahrbar ist.
9. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Ablagetisch (18) eine Gleitfläche aus einem reibungsreduzierenden Material
aufweist, gegen die das zweite Nähteil (2) mittels des zweiten Förderbands (25) drückbar
ist.
10. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass am ersten Ablagetisch (16) und/oder zweiten Ablagetisch (18) eine Zentriereinrichtung
zum zentrierten Positionieren der Nähteile (1, 2) auf den Ablagetischen (16, 18) vorgesehen
ist.
11. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriereinrichtung aus mindestens einem über die erste und zweite Ablagefläche
(17, 19) vorstehenden Zentrierstift (23) besteht, auf den die Nähteile (1, 2) aufsteckbar
sind.
12. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Förderband (24) und/oder zweite Förderband (45) als Friktionsförderband
ausgebildet ist.
13. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Förderband (24) und/oder zweite Förderband (25) mehrere umlaufende Gurte
(24a, 24b; 25a, 25b) aufweist, die mit Abstand nebeneinander angeordnet sind.
14. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabungseinrichtung (6) Vakuumsaugeinrichtungen (9a, 9b) oder Nadelgreifeinrichtungen
umfasst, die zur Aufnahme der Nähteile (1, 2) ausgebildet und sowohl in vertikaler
Richtung als auch in zumindest einer horizontalen Richtung bewegbar sind.
15. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabungseinrichtung (6) ein Roboter ist.
16. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Nähteilmagazin (3) nebeneinander angeordnete Einzelmagazine (3a, 3b) zur stapelweisen
Aufnahme der Nähteile umfasst, wobei die Einzelmagazine (3a, 3b) derart angeordnet
und ausgerichtet sind, dass die Relativposition der in den Einzelmagazinen (3a, 3b)gestapelten
Nähteile (1, 2) derjenigen Relativposition entspricht, welche die Nähteile (1, 2)
beim Ablegen auf der Positioniereinrichtung (7) haben.
17. Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nähmaschinenbeschickungsvorrichtung eine zwischen dem Nähteilmagazin (3) oder
der Nähteil-Zuschneidvorrichtung und der Positioniereinrichtung (7) angeordnete Klebstoffauftragvorrichtung
zum Auftragen von Klebstoff auf mindestens eines der Nähteile (1, 2) umfasst.