[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Befestigungsvorrichtung zur Befestigung eines
Anbauteils an einem Profil eines Geländers gemäß Anspruch 1.
[0002] Aus dem Stand der Technik gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Befestigung eines
Anbauteils an einem Profil eines Geländers. Das Anbauteil kann dabei beispielsweise
eine Beplankung sein, die am Geländer befestigt werden soll. Die
JP 2000038770 A offenbart eine Befestigungsvorrichtung mit einem Befestigungselement, das an vertikalen
Pfosten innerhalb eines Kanals befestigt wird und zur Aufnahme von Beplankungselementen
geeignet ist.
[0003] Demgegenüber liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine einfacher
an einem Geländer anzubringende Befestigungsvorrichtung zu schaffen. Außerdem soll
ein System mit einer solchen Befestigungsvorrichtung und einem Geländer geschaffen
werden.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Befestigungsvorrichtung gemäß Anspruch 1 und durch
ein System gemäß Anspruch 11 gelöst. Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0005] Die Befestigungsvorrichtung umfasst ein erstes Greifmittel, ein zweites Greifmittel,
ein Befestigungsmittel und ein Spreizmittel. Das erste Greifmittel umfasst ein erstes
Greifelement. Das zweite Greifmittel umfasst ein zweites Greifelement. Das erste Greifmittel
ist schwenkbar am zweiten Greifmittel gelagert. Das Spreizmittel ist dazu ausgebildet,
eine Verschwenkung des ersten Greifmittels relativ zum zweiten Greifmittel auszulösen.
Beispielsweise kann das Spreizmittel dazu ausgebildet sein, das zweite Greifelement
weg vom ersten Greifelement zu bewegen.
[0006] Ein Abstand zwischen dem ersten Greifelement und dem zweiten Greifelement wird bei
der Verschwenkung verändert. Es ist beispielsweise möglich, dass die Greifelemente
in Hinterschneidungen einer Nut eines Profils eingeführt werden können und dort durch
eine vom Spreizmittel ausgeübte Klemmkraft gehalten werden.
[0007] Das zweite Greifmittel weist einen Aufnahmebereich für das Befestigungsmittel auf.
Das Befestigungsmittel ist in den Aufnahmebereich einführbar. Das Befestigungsmittel
ist außerdem dazu ausgebildet, am Anbauteil befestigt zu werden. Bei dem Anbauteil
kann es sich beispielsweise um eine Beplankung handeln. Die Beplankung kann beispielsweise
als Schichtstoffplatte, Glas, Holz oder Blech ausgebildet sein. Auch weiteres Zubehör
wie beispielsweise ein Blumentopf oder eine Solarzelle können ein Anbauteil im Sinne
dieser Beschreibung sein.
[0008] Die Befestigungsvorrichtung lässt sich dafür nutzen, ein Anbauteil an einem bereits
bestehenden Geländer ohne Modifikation des Geländers nachträglich zu befestigen. Die
Befestigung ist dabei besonders einfach, da lediglich die Greifelemente in die Hinterschneidungen
greifen müssen und das Anbauteil am Befestigungsmittel befestigt werden muss. Es werden
keine Bohrungen am Geländer oder am Profil benötigt.
[0009] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das Befestigungsmittel im im Aufnahmebereich
eingeführten Zustand, insbesondere kraftschlüssig, fixierbar sein. Hierunter wird
im Rahmen dieser Beschreibung insbesondere verstanden, dass das Befestigungsmittel
im fixierten Zustand nicht relativ zum zweiten Greifmittel bewegt werden kann. Die
Fixierung ermöglicht somit eine besonders stabile Befestigung des Anbauteils an der
Befestigungsvorrichtung.
[0010] Nach einer Ausführungsform der Erfindung können das erste Greifmittel und/oder das
zweite Greifmittel jeweils einstückig und/oder einteilig ausgebildet sein.
[0011] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das erste Greifmittel eine erste Ausnehmung
aufweisen. Das Spreizmittel kann durch die erste Ausnehmung hindurch schraubbar sein.
Zu diesem Zweck kann beispielsweise die erste Ausnehmung ein Innengewinde und das
Spreizmittel ein Außengewinde aufweisen. Das Spreizmittel kann in einem ersten durch
die erste Ausnehmung teilweise hindurch geschraubten Zustand am zweiten Greifmittel
anliegen. Das Spreizmittel kann aus dem ersten Zustand weiter durch die erste Ausnehmung
hindurch in einen zweiten Zustand schraubbar sein. Während des Schraubvorgangs vom
ersten in den zweiten Zustand kann das Spreizmittel das zweite Greifmittel relativ
zum ersten Greifmittel verschwenken. Es ist insbesondere möglich, dass das Spreizmittel
während dieses Schraubvorgangs das zweite Greifmittel drückt.
[0012] Nach einer Ausführungsform der Erfindung können das erste Greifmittel und das zweite
Greifmittel formschlüssig ineinander greifen. Diese formschlüssige Verbindung kann
insbesondere während der Verschwenkung des zweiten Greifmittels bestehen bleiben.
[0013] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das Befestigungsmittel im in den Aufnahmebereich
eingeführten Zustand formschlüssig im Aufnahmebereich angeordnet sein. Dieser Formschluss
kann insbesondere eine Bewegung des Befestigungsmittel in einer horizontalen Richtung
und nach unten verhindern. Es kann allerdings möglich sein, dass der Formschluss durch
eine Bewegung des Befestigungsmittels nach oben relativ zum Aufnahmebereich gelöst
werden kann.
[0014] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das Befestigungsmittel einen ersten
Schenkel und einen senkrecht zum ersten Schenkel angeordneten zweiten Schenkel umfassen.
Der erste Schenkel kann im in den Aufnahmebereich eingeführten Zustand in den Aufnahmebereich
hineinragen, während der zweite Schenkel auf Begrenzungen des Aufnahmebereichs aufliegt.
Diese Form des Befestigungsmittels kann auch als in etwa L-förmig bezeichnet werden.
[0015] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die Befestigungsvorrichtung ein Befestigungselement
umfassen. Das Befestigungsmittel kann eine zweite Ausnehmung aufweisen, in die das
Befestigungselement, beispielsweise eine Schraube, einschraubbar ist. Die Einschraubbarkeit
kann beispielsweise erreicht werden, indem die Ausnehmung ein Innengewinde aufweist.
Alternativ hierzu kann auch direkt anschließend an die Ausnehmung eine Mutter mit
Innengewinde am Befestigungsmittel, beispielsweise stoffschlüssig, befestigt sein.
[0016] Alternativ hierzu kann das Befestigungselement formschlüssig in die zweite Ausnehmung
eingesetzt werden. In diesem Fall kann das Befestigungselement als Niet ausgebildet
sein.
[0017] Das Anbauteil kann mit dem Befestigungselement im in der zweiten Ausnehmung eingeschraubten
Zustand am Befestigungsmittel befestigbar sein. So kann das Anbauteil noch stabiler
an der Befestigungsvorrichtung befestigt werden.
[0018] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann die zweite Ausnehmung im zweiten Schenkel
angeordnet sein.
[0019] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann der erste Schenkel des Befestigungsmittels
einen konisch zu einem Ende hin zulaufenden Bereich aufweisen. Mit diesem Bereich
kann der erste Schenkel in den Aufnahmebereich einführbar sein. Die konische Form
hat insbesondere den Vorteil, dass der erste Schenkel einfacher in den Aufnahmebereich
einführbar ist.
[0020] Das System gemäß Anspruch 11 umfasst ein Geländer mit mindestens einem Profil und
einer Befestigungsvorrichtung nach einer Ausführungsform der Erfindung. Das Profil
kann beispielsweise in einer vertikalen Richtung verlaufen. Dies kann bedeuten, dass
es seine größte Ausdehnung in der vertikalen Richtung aufweist. Hierunter wird im
Rahmen dieser Beschreibung insbesondere verstanden, dass das Profil senkrecht zu einer
Oberfläche eines Bauteils verläuft, an dem das Geländer befestigt ist. Es ist allerdings
auch möglich, dass das Profil einen Winkel von weniger als 90° mit der Oberfläche
des Bauteils einschließt. In diesem Fall kann das Profil als geneigt bezeichnet werden.
Das Bauteil kann beispielsweise ein Balkon, ein französischer Balkon, eine Brüstung
oder eine Treppe sein.
[0021] Das Profil weist eine Nut mit zwei Hinterschneidungen auf. Die Nut und die Hinterschneidungen
erstrecken sich jeweils in einer Längsrichtung des Profils. Es ist insbesondere möglich,
dass sich die Längsrichtungen der Nut und der Hinterschneidungen parallel zur Längsrichtung
des Profils erstreckt. Unter der Längsrichtung wird dabei die Richtung verstanden,
in der das Profil bzw. die Nut bzw. die Hinterschneidungen seine bzw. ihre größte
Ausdehnung aufweist. Insbesondere können sich die Nut und die Hinterschneidungen parallel
zueinander erstrecken. Die Nut kann auch als T-Nut bezeichnet werden, da ihre Form
im Querschnitt T-ähnlich sein kann.
[0022] Die Nut kann beispielsweise auch in das Profil gefräst sein. Im Rahmen dieser Beschreibung
soll eine längliche Ausfräsung ebenfalls als Nut verstanden werden. Dies gilt insbesondere
für eine T-förmige Ausfräsung.
[0023] Die Befestigungsvorrichtung ist am Profil befestigbar, indem das erste Greifelement
und das zweite Greifelement jeweils hinter eine der Hinterschneidungen greifen und
mittels des Spreizmittels dort, insbesondere kraftschlüssig, gehalten sind.
[0024] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das Spreizmittel auf die Greifelemente
eine Klemmkraft ausüben, wenn das Spreizmittel die Greifelemente hinter den Hinterschneidungen
hält.
[0025] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das System das Anbauteil umfassen.
Das Anbauteil kann am Befestigungsmittel, insbesondere direkt, befestigt sein. Dies
kann beispielsweise mit dem Befestigungselement erfolgen, das als Schraube ausgebildet
sein kann.
[0026] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das System mehrere Befestigungsvorrichtungen
nach einer Ausführungsform der Erfindung umfassen. Das Geländer kann mehrere Profile
umfassen. Die Befestigungsvorrichtungen können an verschiedenen der Profile befestigt
sein. Bei mehreren der Befestigungsvorrichtungen kann das Befestigungsmittel in einer
Richtung frei beweglich sein. Diese Richtung kann insbesondere oben sein. Zumindest
eines der Befestigungsmittel kann kraftschlüssig im Aufnahmebereich fixiert sein.
Es ist insbesondere möglich, dass dieses Befestigungsmittel unbeweglich relativ zum
Aufnahmebereich ist. Die in einer Richtung beweglichen Befestigungsmittel können als
Loslager bezeichnet werden. Das fixierte Befestigungsmittel kann als Festlager bezeichnet
werden.
[0027] Nach einer Ausführungsform der Erfindung kann das System ein Bauteil umfassen, an
dem das Geländer befestigt sein kann. Das Bauteil kann beispielsweise ein Balkon,
ein französischer Balkon, eine Brüstung oder eine Treppe sein.
[0028] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden deutlich anhand der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die
beiliegenden Abbildungen. Dabei werden für gleiche oder ähnliche Bauteile und für
Bauteile mit gleichen oder ähnlichen Funktionen dieselben Bezugszeichen verwendet.
Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Ansicht einer Befestigungsvorrichtung nach einer
Ausführungsform der Erfindung, befestigt an einem Profil eines Geländers;
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht auf die Befestigungsvorrichtung aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht entlang der Linie III-III aus Fig. 2;
- Fig. 4
- eine schematische Seitenansicht der Ausführungsform aus Fig. 1;
- Fig. 5A
- eine Schnittansicht entlang der Linie V-V aus Fig. 4 mit Fixierung des Befestigungsmittels;
- Fig. 5B
- eine Schnittansicht entlang der Linie V-V aus Fig. 4 ohne Fixierung des Befestigungsmittels;
- Fig. 6
- eine schematische Draufsicht auf eine Befestigungsvorrichtung nach einer Ausführungsform
der Erfindung ohne eingesetztes Befestigungsmittel;
- Fig. 7
- eine schematische perspektivische Ansicht der Ausführungsform aus Fig. 1;
- Fig. 8
- eine schematische perspektivische Ansicht eines Befestigungsmittels nach einer Ausführungsform
der Erfindung;
- Fig. 9
- eine schematische perspektivische Ansicht eines ersten und zweiten Greifmittels nach
einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 10
- eine schematische perspektivische Ansicht eines Systems nach einer Ausführungsform
der Erfindung mit einer an mehreren Profilen befestigten Beplankung;
- Fig. 11
- eine schematische seitliche Ansicht des Systems aus Fig. 10 mit abgenommener Beplankung.
[0029] Die Befestigungsvorrichtung 100 umfasst ein erstes Greifmittel 101, ein zweites Greifmittel
102, ein Befestigungsmittel 103 und ein Befestigungselement 105. Das erste Greifmittel
101 und das zweite Greifmittel 102 sind relativ zueinander um eine Schwenkachse verschwenkbar.
Die Befestigungsvorrichtung 100 ist an einem Profil 106 mit einer in Längsrichtung
verlaufenden Nut 107 befestigt. Die Nut 107 weist zwei Hinterschneidungen auf, in
die Greifelemente der Greifmittel 101 und 102 hineingreifen. Aufgrund der Hinterschneidungen
weist die Nut 107 in etwa eine T-Form auf und kann daher auch als T-Nut bezeichnet
werden.
[0030] Das erste Greifmittel 101 weist eine erste Ausnehmung auf, durch die ein Spreizmittel
201 hindurch geschraubt ist. Das Spreizmittel 201 übt eine Kraft auf das zweite Greifmittel
102 aus, sodass die Greifelemente kraftschlüssig in den Hinterschneidungen der Nut
107 befestigt sind. Die Befestigungsvorrichtung 100 kann in variabler Höhe am Profil
106 befestigt werden, da die beiden Greifmittel 101 und 102 entlang der Nut 107 verschiebbar
und an jeder Position mittels des Spreizmittels 201 fixierbar sind.
[0031] Das zweite Greifmittel 102 weist einen Aufnahmebereich für ein Befestigungsmittel
103 auf. Ein erster Schenkel 300 des Befestigungsmittels 103 ragt dabei in den Aufnahmebereich
hinein, während ein zweiter Schenkel 104 auf einer Begrenzung des Aufnahmebereichs
aufliegt. Das Befestigungsmittel ist so formschlüssig im zweiten Greifmittel 102 gelagert
und kann ohne Fixierung nach oben aus dem Aufnahmebereich entnommen werden, während
eine seitliche Bewegung oder eine Bewegung nach unten blockiert ist.
Im zweiten Schenkel 104 ist das Befestigungselement 105 eingeschraubt. Dies dient
- wie beispielsweise Figur 2 zu entnehmen ist - der Befestigung einer Beplankung 200
an der Befestigungsvorrichtung 100. Alternativ kann das Befestigungselement 105 auch
als Niet ausgebildet sein und formschlüssig im zweiten Schenkel 104 eingesetzt sein.
Der Niet kann beispielsweise aus Kunststoff sein. Am zweiten Schenkel 104 ist ein
Kunststofflager 108 angeordnet, durch das das Befestigungselement 105 im eingeschraubten
oder eingesetzten Zustand hindurchragt.
[0032] Die Beplankung 200 kann beispielsweise am Befestigungsmittel 103 befestigt werden.
Die Beplankung 200 kann beispielsweise als Schichtstoffplatte, Glas, Holz oder Blech
ausgebildet sein. Die Greifmittel 101 und 102 werden unter Verwendung des Spreizmittels
201 in der Nut 107 des Profils 106 befestigt. Nachdem dies erfolgt ist, kann die Beplankung
200 einfach am Profil 106 befestigt werden, indem der erste Schenkel 300 des Befestigungsmittels
103 in den Aufnahmebereich des zweiten Greifmittels 102 eingesetzt wird.
[0033] Wie Figur 3 zu entnehmen ist, weist der erste Schenkel 300 ein konisch zu einem Ende
hin zulaufenden Bereich 301 auf, mit dem er in dem Aufnahmebereich des zweiten Greifmittels
102 eingesetzt ist. Dieser konisch zulaufende Bereich 301 ist besonders vorteilhaft
beim Einsetzen des Befestigungsmittels 104 in den Aufnahmebereich, insbesondere da
die Beplankung 200 für einen Benutzer relativ schwer und unhandlich sein kann. Vorzugsweise
wird die Beplankung unter Verwendung mehrerer Befestigungsvorrichtungen an mehreren
Profilen befestigt. Bei dieser Vorgehensweise sind die konischen Bereiche 301 der
ersten Schenkel 300 besonders vorteilhaft, um alle ersten Schenkel 300 in die zugehörigen
Aufnahmebereiche einzuführen.
[0034] Zwischen dem zweiten Greifmittel 102 und dem Befestigungsmittel 103 ist ein Federelement
302 angeordnet. Das Federelement 302 bietet eine zusätzliche Rastfunktion. Außerdem
vermindert das Federelement 302 unerwünschte Geräusche, die beispielsweise entstehen
können, wenn zwischen dem zweiten Greifmittel 102 und dem Befestigungsmittel 103 Spiel
vorhanden ist und das zweite Greifmittel 102 immer wieder in Kontakt mit dem Befestigungsmittel
103 gelangt.
Das zweite Greifmittel 102 weist außerdem eine Ausnehmung 400 auf, durch die ein Fixierungsmittel
500 hindurch schraubbar ist, um den ersten Schenkel 300 im Aufnahmebereich zu fixieren.
Im mittels des Fixierungsmittels 500 fixierten Zustand lässt sich der erste Schenkel
300 nicht mehr relativ zum zweiten Greifmittel 102 bewegen. Ohne Fixierungsmittel
500 ist hingegen eine Entnahme des ersten Schenkels 300 nach oben aus dem Aufnahmebereich
möglich. Das Fixierungsmittel 500 kann beispielsweise eine Schraube sein.
[0035] Eine Scheibe 501 ist in einen Schlitz des zweiten Greifmittels 102 eingesetzt, gegen
die das Fixierungsmittel 500 den ersten Schenkel 300 drückt. Der Schlitz ist dabei
direkt benachbart zum Aufnahmebereich angeordnet. Dies hat den Vorteil, dass bei gleichzeitig
verwendeten anderen Befestigungsvorrichtungen 100 zur Befestigung des gleichen Anbauteils
die jeweiligen ersten Schenkel 300 nicht ebenfalls fixiert werden. So kann die Befestigungsvorrichtung
100 gemäß Figur 5A als Festlager verwendet werden, während die anderen Befestigungsvorrichtungen
100 als Loslager verwendet werden können. Solch ein Loslager ist beispielsweise in
Figur 5B dargestellt. Die Scheibe 501 kann beispielsweise auch als Unterlegscheibe,
Distanzscheibe oder Distanzring bezeichnet werden.
[0036] In Figur 6 ist der Aufnahmebereich 600 besonders gut zu erkennen, in den der erste
Schenkel 300 einführbar ist.
[0037] In Figur 7 ist die erste Ausnehmung 700 im ersten Greifmittel 101 dargestellt, durch
die das Spreizmittel 201 hindurch geschraubt wird, um die Greifelemente in den Hinterschneidungen
der Nut 107 einzuklemmen.
[0038] In Figur 8 ist die zweite Ausnehmung 800 im zweiten Schenkel 104 des Befestigungsmittels
103 dargestellt, in die das Befestigungselement 105 zur Befestigung der Beplankung
200 an der Befestigungsvorrichtung 100 eingeschraubt werden kann. Die Ausnehmung 800
kann zu diesem Zweck ein Innengewinde aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann auch
eine Mutter in die Ausnehmung 800 eingesetzt werden.
[0039] In Figur 9 ist das erste Greifelement 900 des ersten Greifmittels 101 dargestellt,
das in eine der Hinterschneidungen der Nut 107 greift. Außerdem ist das zweite Greifelement
901 des zweiten Greifmittels 102 dargestellt, das in die andere der Hinterschneidungen
der Nut 107 greift und so die Befestigungsvorrichtung einfach und sicher am Profil
106 befestigt.
[0040] In Figur 10 ist ein Geländer mit mehreren Profilen 106 dargestellt, von denen aus
Gründen der Übersichtlichkeit nur einige mit Bezugszeichen versehen sind. An einigen
der Profile 106 sind jeweils zwei Befestigungsvorrichtungen 100 befestigt. Dabei ist
jeweils eine der Befestigungsvorrichtungen 100 in einem oberen Bereich des jeweiligen
Profils 106 befestigt, während eine andere der Befestigungsvorrichtungen 100 in einem
unteren Bereich des jeweiligen Profils 106 befestigt ist.
[0041] An den Befestigungsvorrichtungen 100 ist wie in zuvor beschriebener Weise die Beplankung
200 befestigt.
[0042] Aus Figur 11 kann die Montage der Beplankung 200 an den Profilen 106 nachvollzogen
werden. Die Befestigungsmittel 103 sind an der Beplankung mit den Befestigungselementen
105 befestigt. Mehrere zweite Greifmittel 102 mit jeweils einem Aufnahmebereich 600
sind an mehreren Profilen 106 befestigt. Zur Montage werden nun die ersten Schenkel
300 der Befestigungsmittel 103 in die Aufnahmebereiche 600 eingeführt. Dieser Schritt
ist in Figur 11 mit einer teilweise gestrichelten Linie verdeutlicht. Hilfreich sind
hierbei die konischen Bereiche 301 der ersten Schenkel 300.
[0043] Im eingesetzten Zustand kann einer der ersten Schenkel 300 noch im Aufnahmebereich
mit einem Fixierungsmittel 500 fixiert werden, sodass eine Entnahme nach oben aus
dem Aufnahmebereich 600 heraus nicht ohne Weiteres möglich ist. Außerdem lässt bzw.
lassen sich so schnell und einfach ein oder mehrere Festlager herstellen. Es ist auch
möglich, dass dieser Arbeitsschritt für mehrere der ersten Schenkel 300 durchgeführt
wird.
1. Befestigungsvorrichtung (100) zur Befestigung eines Anbauteils (200) an einem Profil
(106) eines Geländers, umfassend ein erstes Greifmittel (101), ein zweites Greifmittel
(102), ein Befestigungsmittel (103) und ein Spreizmittel (201), wobei das erste Greifmittel
(101) ein erstes Greifelement (900) und das zweite Greifmittel (102) ein zweites Greifelement
(901) umfasst, wobei das erste Greifmittel (101) am zweiten Greifmittel (102) schwenkbar
gelagert ist, wobei das Spreizmittel (201) dazu ausgebildet ist, eine Verschwenkung
des ersten Greifmittels (101) relativ zum zweiten Greifmittel (102) auszulösen, wobei
ein Abstand zwischen dem ersten Greifelement (900) und dem zweiten Greifelement (901)
bei der Verschwenkung verändert wird, wobei das zweite Greifmittel (102) einen Aufnahmebereich
(600) für das Befestigungsmittel (103) umfasst, wobei das Befestigungsmittel (103)
in den Aufnahmebereich (600) einführbar ist, und wobei das Befestigungsmittel (103)
dazu ausgebildet ist, am Anbauteil (200) befestigt zu werden.
2. Befestigungsvorrichtung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (103) im im Aufnahmebereich (600) eingeführten Zustand fixierbar
ist.
3. Befestigungsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Greifmittel (101) und/oder das zweite Greifmittel (102) jeweils einstückig
und/oder einteilig ausgebildet sind.
4. Befestigungsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Greifmittel (101) eine erste Ausnehmung (400) aufweist, wobei das Spreizmittel
(201) durch die erste Ausnehmung (400) hindurch schraubbar ist, wobei das Spreizmittel
(201) in einem ersten durch die erste Ausnehmung (400) teilweise hindurch geschraubten
Zustand am zweiten Greifmittel (102) anliegt, wobei das Spreizmittel (201) aus dem
ersten Zustand weiter durch die erste Ausnehmung (400) hindurch in einen zweiten Zustand
schraubbar ist, wobei das Spreizmittel (201) während des Schraubvorgangs vom ersten
in den zweiten Zustand das zweite Greifmittel (102) relativ zum ersten Greifmittel
(101) verschwenkt.
5. Befestigungsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Greifmittel (101) und das zweite Greifmittel (102) formschlüssig ineinandergreifen.
6. Befestigungsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (103) im in den Aufnahmebereich (600) eingeführten Zustand
formschlüssig im Aufnahmebereich (600) angeordnet ist.
7. Befestigungsvorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (103) einen ersten Schenkel (300) und einen senkrecht zum
ersten Schenkel (300) angeordneten zweiten Schenkel (104) umfasst, wobei der erste
Schenkel (300) im in den Aufnahmebereich (600) eingeführten Zustand in den Aufnahmebereich
(600) hineinragt, während der zweite Schenkel (104) auf Begrenzungen des Aufnahmebereichs
(600) aufliegt.
8. Befestigungsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung (100) ein Befestigungselement (105) umfasst, wobei das
Befestigungsmittel (103) eine zweite Ausnehmung (800) aufweist, in die das Befestigungselement
(105) einschraubbar ist, wobei das Anbauteil (200) mit dem Befestigungselement (105)
im in der zweiten Ausnehmung (800) eingeschraubten Zustand am Befestigungsmittel (103)
befestigbar ist.
9. Befestigungsvorrichtung (100) nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Ausnehmung (800) im zweiten Schenkel (104) angeordnet ist.
10. Befestigungsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er erste Schenkel (300) des Befestigungsmittels (103) einen konisch zu einem Ende
hin zulaufenden Bereich (301) aufweist, mit dem er in den Aufnahmebereich (600) einführbar
ist.
11. System, umfassend ein Geländer mit mindestens einem Profil (106) und mindestens eine
Befestigungsvorrichtung (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Profil
(106) eine Nut (107) mit zwei Hinterschneidungen aufweist, wobei sich die Nut (107)
und die Hinterschneidungen jeweils in einer Längsrichtung des Profils (106) erstrecken,
wobei die Befestigungsvorrichtung (100) am Profil (106) befestigbar ist, indem das
erste Greifelement (900) und das zweite Greifelement (901) jeweils hinter eine der
Hinterschneidungen greifen und mittels des Spreizmittels (201) dort gehalten sind.
12. System nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Spreizmittel (201) auf die Greifelemente (900; 901) eine Klemmkraft ausübt, wenn
das Spreizmittel (201) die Greifelemente (900; 901) hinter den Hinterschneidungen
hält.
13. System nach einem der beiden vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System das Anbauteil (200) umfasst, wobei das Anbauteil (200) am Befestigungsmittel
(103) befestigt ist.
14. System nach einem der drei vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System mehrere Befestigungsvorrichtungen (100) nach einem der Ansprüche 1 bis
9 umfasst, wobei das Geländer mehrere Profile (106) umfasst, wobei die Befestigungsvorrichtungen
(100) an verschiedenen der Profile (106) befestigt sind, wobei bei mehreren der Befestigungsvorrichtungen
(100) das Befestigungsmittel (103) in einer Richtung frei beweglich ist, und wobei
zumindest eines der Befestigungsmittel (103) kraftschlüssig im Aufnahmebereich (600)
fixiert ist.
15. System nach einem der vier vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System ein Bauteil umfasst, wobei das Geländer am Bauteil befestigt ist.