[0001] Die Erfindung betrifft eine Zerkleinerungsvorrichtung, bei welcher ein Zerkleinerungsrotor
an einem Maschinengestell gelagert ist und an seinem Umfang eine Mehrzahl von Zerkleinerungswerkzeugen
aufweist, wobei der Zerkleinerungsrotor in einem, Zerkleinerungsgut aufnehmenden Zerkleinerungsraum
angeordnet und ausgebildet ist, das im Zerkleinerungsraum befindliche Gut zu zerkleinern,
ferner umfassend eine Kühlmitteleinrichtung, die ausgebildet ist, ein flüssiges Kühlmittel
auf Wasserbasis in den Zerkleinerungsraum einzubringen und umfassend eine Steuereinrichtung
zur Steuerung der Kühlmitteleinrichtung zur Einstellung einer Einbringrate des Kühlmittels
in den Zerkleinerungsraum.
[0002] Derartige Zerkleinerungsvorrichtungen sind auf dem Gebiet, insbesondere bei der Zerkleinerung
von Kunststoffmaterialien, beispielsweise für die Verwertung von Produktionsresten
oder dem Recycling von Kunststoffmaterialien wohlbekannt. Insbesondere bei der Bearbeitung
von Kunststoffen, jedoch unter Umständen auch bei anderen spezifischem, zu zerkleinerndem
Zerkleinerungsgut ist eine Kühlung des Materials während des Zerkleinerungsprozesses
notwendig, um zu verhindern, dass durch die beim Zerkleinerungsprozess auf das zu
zerkleinernde Gut einwirkende Prozesswärme eine zu hohe Temperatur des Materials zur
Folge hat, was unter Umständen den Zerkleinerungsprozess selbst, der ein Schneiden,
Brechen und/oder Zerreißen des Gutes erfordert, erschwert oder gar einen unerwünschten
Phasenübergang des Zerkleinerungsgutes verursacht, was eine nachfolgende Weiterverarbeitung
des Mahlgutes erschweren oder verunmöglichen kann.
[0003] Eine solche herkömmliche Zerkleinerungsvorrichtung, die eingerichtet ist das zu zerkleinernde
Gut während des Zerkleinerungsprozesses zu kühlen, ist beispielsweise in der Offenlegungsschrift
EP 1 364 713 A2 beschrieben. Es wird gelehrt, als Kühlmedium ein Gas wie Druckluft und/oder eine
Flüssigkeit wie beispielsweise kaltes Wasser einzusetzen, um die erzeugte Prozesswärme
abzuführen und damit zu vermeiden, dass während des Zerkleinerungsprozesses diesem
nicht zuträgliche Temperaturen des Zerkleinerungsgutes erzeugt werden. Die Entsorgung
des verbrauchten, erwärmten Kühlmediums erfolgt herkömmlicherweise über die Entnahme
des zerkleinerten Gutes oder über eine separate Vorrichtung, welche z.B. das Kühlmedium
über einen externen Wärmetauscher führt und in einem geschlossenen Kreislauf zur Wiederverwendung
bereitstellt.
[0004] Es hat sich herausgestellt, dass die beschriebenen Zerkleinerungsvorrichtungen nach
dem Stand der Technik insbesondere bei thermisch empfindlichen Materialien häufig
keinen ausreichenden Abtransport der Prozesswärme bereitstellen, um eine ungewollte
Zustandsänderung oder gar ein Entzünden des Materials während des Zerkleinerungsvorganges
zu verhindern. Darüber hinaus ist die Entsorgung bzw. Wiederaufbereitung des verbrauchten,
erwärmten Kühlmediums bei Vorrichtungen des Standes der Technik mit einem erhöhten
vorrichtungsseitigen Aufwand und erhöhtem Wartungsaufwand der Zerkleinerungsvorrichtung
verbunden. Ferner kann sich insbesondere bei der beschriebenen herkömmlichen Wasserkühlung
der Feuchtegrad des zerkleinerten Gutes in einem solchen Maße erhöhen, dass eine nachfolgende
Weiterverarbeitung des Mahlgutes erschwert ist bzw. zu minderwertigen Produkten führt.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die beschriebenen Nachteile
herkömmlicher Zerkleinerungsvorrichtungen nach dem Stand der Technik zumindest teilweise
zu beheben. Diese Aufgabe wird durch eine Zerkleinerungsvorrichtung mit den Merkmalen
von Anspruch 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung weist einen
Zerkleinerungsrotor auf, der an einem Maschinengestell gelagert ist und an seinem
Umfang eine Mehrzahl von Zerkleinerungswerkzeugen umfasst, wobei der Zerkleinerungsrotor
in einem, Zerkleinerungsgut aufnehmenden Zerkleinerungsraum angeordnet und ausgebildet
ist, das im Zerkleinerungsraum befindliche Gut zu zerkleinern, wobei darüber hinaus
eine Kühlmitteleinrichtung vorgesehen ist, die ausgebildet ist, ein flüssiges Kühlmittel,
das einen Wassergehalt von zumindest 80 % aufweist, in den Zerkleinerungsraum einzubringen.
Ferner weist die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung eine Steuereinrichtung
auf zur Steuerung der Kühlmitteleinrichtung zur Einstellung einer Einbringrate des
Kühlmittels in den Zerkleinerungsraum. Die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung
zeichnet sich dadurch aus, dass die Steuereinrichtung eingerichtet und ausgebildet
ist, eine Einbringrate des flüssigen, wasserbasierten Kühlmittels in den Zerkleinerungsprozess
bzw. den Zerkleinerungsraum, in welchem der Zerkleinerungsprozess stattfindet, an
einen vom Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes abhängigen Betriebsparameter der
Vorrichtung, insbesondere einen Volumendurchsatz, einen Massendurchsatz des Zerkleinerungsgutes
und/oder eine Antriebsleistung eines Rotorantriebs, insbesondere eines Antriebsmotors
des Rotors, derart anzupassen, dass mehr als 60% der in das Zerkleinerungsgut bzw.
den Zerkleinerungsraum eingebrachten Kühlleistung durch die latente Wärme des flüssigen,
wasserbasierten Kühlmittels bereitgestellt ist. Der angegebene Mengendurchsatz des
Zerkleinerungsgutes, an den die Einbringrate des Kühlmittels angepasst wird, kann
der Mengendurchsatz der zu zerkleinernden Gutes oder der Mengendurchsatz des zerkleinerten
Gutes (Mahlgut) sein.
[0006] Der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung liegt die grundsätzliche Idee zugrunde,
eine Kühlmitteleinrichtung mit entsprechender Steuerung so auszubilden, dass ein flüssiges
Kühlmittel auf Wasserbasis derart in den Zerkleinerungsraum, in welchem der Zerkleinerungsprozess
stattfindet und Prozesswärme durch den Zerkleinerungsvorgang erzeugt wird, einzubringen,
dass die Kühlleistung im Wesentlichen, insbesondere in einem überwiegenden Anteil,
durch die latente Wärme des wasserbasierten Kühlmittels bereitgestellt wird, sodass
mit vergleichsweise wenig Kühlmitteleintrag eine effektive Prozesswärmeaustragung
bereitgestellt werden kann, ohne dass erhöhte Temperaturen des zerkleinerten Gutes
resultieren, die einer weiteren Verarbeitung des zerkleinerten Gutes abträglich sein
können. Da die Einbringrate des Kühlmittels an den Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes,
das im Zerkleinerungsprozess verarbeitet wird, angepasst wird, kann darüber hinaus,
eine u.U. vorgegebene, die weitere Verarbeitung des zerkleinerten Gutes erschwerender
Feuchtegehaltschwelle des zerkleinerten Gutes (Mahlgutes) vermieden bzw. unter Umständen
der Feuchtegehalt des zerkleinerten Gutes niedriger als der Feuchtegehalt des dem
Zerkleinerungsrotor zugeführten Gutes eingestellt werden. Insofern kann die erfindungsgemäße
Zerkleinerungsvorrichtung so ausgebildet und gesteuert sein, dass zu jedem Zeitpunkt
so viel Kühlmittel in den Zerkleinerungsprozess zugeführt wird, dass eine optimale
Kühlleistung bereitgestellt und gleichzeitig das Kühlmittel im Wesentlichen vollständig
durch Übergang in die gasförmige Phase durch Verdampfen bzw. Verdunsten aus dem Material
während der Zerkleinerung ausgetrieben wird. Durch die beschriebene Steuerung der
Kühleinrichtung kann insofern eine Betriebssituation vermieden werden, bei welcher
zu viel Kühlmittel in den Zerkleinerungsraum eingeführt wird mit der Folge, dass ein
erhöhter Kühlanteil durch das Kühlmittel im flüssigen Aggregatzustand bereitgestellt
wird und damit ein geringerer Umsatz von Kühlmittel in die dampfförmige Phase erfolgt.
[0007] Mit der erfindungsgemäß gestalteten Zerkleinerungsvorrichtung können in einer Ausführungsform
insbesondere thermisch empfindliche Materialien, beispielsweise Kunststoffplatten,
auf eine geringe Korngröße, beispielsweise < 12 mm einstufig zerkleinert werden, ohne
dass eine nachfolgende Zerkleinerung, beispielsweise in Schneidmühlen, notwendig ist.
Die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung kann eine hohe Prozesssicherheit gewährleistet,
darüber hinaus kann der Wirkungsgrad der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung
gegenüber der herkömmlichen Zerkleinerungsvorrichtung verbessert sein, was eine Steigerung
des Materialdurchsatzes bei gleicher Rotorantriebsleistung ermöglicht. Die durch die
erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung bereitgestellte effektive Kühlung des zu
zerkleinernden Materials kann zu einer Senkung des Verschleißes der Zerkleinerungswerkzeuge
am Rotor bzw. von am Maschinengestell befestigten Gegenmesser(n) führen aufgrund der
verminderten Reibung und thermischen Beanspruchung der Bauteile. Ein weiterer wesentlicher
Vorteil der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung gegenüber den Zerkleinerungsvorrichtungen
nach dem Stand der Technik kann in dem Entfall von Zusatzaggregaten zur Entsorgung
des verbrauchten, erwärmten Kühlmediums bestehen, darüber hinaus kann bei der erfindungsgemäß
gestalteten Zerkleinerungsvorrichtung die Menge des Kühlmediums stark reduziert sein.
[0008] Die Angabe "flüssiges Kühlmittel auf Wasserbasis" meint hier ein Kühlmittel, das
im Wesentlichen Wasser mit einem Gewichtsanteil von mehr als 80%, insbesondere mehr
als 90% meint. Insbesondere kann das Kühlmittel auch vollständig aus Wasser ohne jegliche
Zusatzstoffe bestehen. Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, ein Kühlmittel
auf Wasserbasis mit Zusatzstoffen zu verwenden. Beispielsweise kann dem Kühlmittel
ein Seifenzusatz zugesetzt sein, um mit der Kühlung gleichzeitig einen Waschvorgang
am Material zu erzeugen.
[0009] Die Angabe "in den Zerkleinerungsraum eingebrachte Kühlleistung" bzw. "in das Zerkleinerungsgut
eingebrachte Kühlleistung" kann die durch das Kühlmittel bereitgestellte Kühlleistung
meinen, welche durch das zu zerkleinernde Gut bzw. das zerkleinerte Gut aufgenommen
wird, und damit zur Temperaturerniedrigung des Gutes führt.
[0010] Weitere vorteilhafte Merkmale und Weiterbildungen der Erfindung sind in der nachfolgenden
allgemeinen Beschreibung, den Figuren, der Figurenbeschreibung sowie den Unteransprüchen
angegeben.
[0011] Zweckmäßigerweise kann die Kühleinrichtung bzw. Kühlmitteleinrichtung der erfindungsgemäßen
Zerkleinerungsvorrichtung einen Kühlmittelanschluss zum Anschluss an ein Kühlmittelnetz
wie ein Wasserversorgungsnetz bzw. ein Kühlmittelreservoir umfassen. Soweit der Druck
im Versorgungsnetz ausreicht, kann die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung
zur Einbringsteuerung eine Ventileinrichtung umfassen, mit welcher die Einbringrate
des flüssigen, wasserbasierten Kühlmittels gesteuert wird. In Ausführungsformen der
erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung, bei welcher diese ein Kühlmittelreservoir
umfasst, kann eine Kühlmittelpumpe umfasst sein, um die angegebene Einbringrate des
Kühlmittels, u.U. in Verbindung mit einer Ventileinrichtung, z.B. durch Festlegung
des Massenstroms oder Volumenstrom des Kühlmittels in den Zerkleinerungsprozess einzustellen.
[0012] Die Angabe "Zerkleinerungsraum" kann einen Einbringraum zur Aufnahme des zu zerkleinernden
Gutes einschließlich des Bauraums des Rotors umfassen. Dabei kann auch vorgesehen
sein, dass dieser Zerkleinerungsraum beispielsweise durch eine Zuführeinrichtung wie
einen antreibbaren Schieber einer Vorschubeinrichtung veränderbar ist, insbesondere
zum Bewegen von Zerkleinerungsgut in Richtung zum Zerkleinerungsrotor. Es kann auch
erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass das zu zerkleinernde Gut über einen Einfülltrichter
in den Zerkleinerungsraum einführbar ist, wobei auch in dieser Ausführungsform eine
Zuführeinrichtung umfasst sein kann.
[0013] Es sei bemerkt, dass das Einbringen des flüssigen, wasserbasierten Kühlmittels in
den Zerkleinerungsprozess kontinuierlich oder diskontinuierlich durchgeführt werden
kann, wobei sich die Angabe "Einbringrate des Kühlmittels" bzw. "Mengendurchsatz des
Zerkleinerungsgutes" auf einen jeweiligen vorgegebenen Zeitabschnitt bezieht. Dieser
Zeitraum kann z.B. im Sekundenbereich oder auch im Minutenbereich liegen.
[0014] Um sicherzustellen, dass das zerkleinerte Gut einen vorgegebenen Feuchtegrad nicht
überschreitet bzw. innerhalb eines vorgegebenen Feuchtegradbereiches liegt, kann bei
der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung vorgesehen sein, dass die Steuereinrichtung
eingerichtet und ausgebildet ist, die Anpassung der Einbringrate des Kühlmittels an
dem Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes in den Zerkleinerungsprozess so auszuführen,
dass mehr als 70% oder mehr als 80%, insbesondere mehr als 90% des eingebrachten Kühlmittels
beim Kühlen des Zerkleinerungsgutes bzw. des zerkleinerten Gutes von den flüssigen
in die dampfförmige Phase übergeht. Demnach kann die Steuereinrichtung eingerichtet
und ausgebildet sein, die Einbringrate so zu steuern, dass ein vorgegebener Feuchtegrad
des zerkleinerten Gutes nicht überschritten bzw. der Feuchtegrad des Zerkleinerungsgutes
innerhalb eines vorgegebenen Feuchtegradbereichs liegt. Diese Obergrenze kann beispielsweise
einer Verarbeitungsfeuchte entsprechen, die einen maximal möglichen Feuchtegrad im
zerkleinerten Gut, beispielsweise einem Kunststoffgranulat, angibt, bei dem die Qualität
der daraus gebildeten Formteile bzw. Halbzeuge noch gesichert ist. Ein üblicherweise
zulässiger Wassergehalt zur Verarbeitung von Kunststoffen wie PE, PB, PA, PET kann
bei etwa 0,02 bis 0,1 Gew.% liegen, der mit der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung
für das zerkleinerte Gut einhaltbar ist.
[0015] Zweckmäßigerweise kann die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung zumindest einen
Feuchtesensor zur Erfassung eines Feuchtegrades des zerkleinerten Gutes aufweisen,
wobei die Steuereinrichtung ausgebildet sein kann, auf einen vorbestimmten Soll-Feuchtegrad
bzw. einen vorbestimmten Soll-Feuchtebereich des zerkleinerten Gutes mit einer die
Einbringrate des Kühlmittels festlegenden Stellgröße zu steuern oder zu regeln. Eine
solche Stellgröße kann beispielsweise ein Ansteuersignal für eine Ventileinrichtung
und/oder eine Kühlmittelpumpe der Kühleinrichtung umfassen.
[0016] Um bei der Durchführung des Zerkleinerungsprozesses das Überschreiten einer vorgegebenen
Temperatur des zerkleinerten Gutes zu verhindern, kann zweckmäßigerweise vorgesehen
sein, dass die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung zumindest einen Temperatursensor
zur Erfassung einer Temperatur des zerkleinerten bzw. teilzerkleinerten Gutes im Zerkleinerungsraum
und/oder zur Erfassung einer Temperatur des zerkleinerten Gutes außerhalb des Zerkleinerungsraums
umfasst, wobei die Steuereinrichtung ausgebildet und eingerichtet ist, auf eine vorbestimmten
Soll-Temperatur bzw. einen vorbestimmten Soll-Temperaturbereich des zerkleinerten
Gutes mit einer die Einbringrate des Kühlmittels festlegenden Stellgröße zu steuern
oder zu regeln. Dabei kann diese Stellgröße identisch sein mit der obenstehend angegebenen
Stellgröße für die Feuchtegradregelung des zerkleinerten Gutes. Es liegt im Rahmen
der Erfindung, dass der zumindest eine Temperatursensor zur Erfassung der Temperatur
des zerkleinerten Gutes im Zerkleinerungsraum ausgebildet und angeordnet sein kann,
die Temperatur des zerkleinerten Gutes im Bereich des Zerkleinerungsprozesses zu erfassen,
d.h. in einem Bereich der Zerkleinerungsvorrichtung, in welchem der Zerkleinerungsvorgang
stattfindet, beispielsweise im Bereich des Rotors, unter Umständen im Bereich von
ortsfest zum Maschinengestell angeordneten Gegenmessern, da in diesen Bereichen die
Zerkleinerung des Zerkleinerungsgutes überwiegend stattfindet. Beispielsweise kann
insbesondere bei solchen Zerkleinerungsvorrichtungen, bei welchen eine Siebvorrichtung
den Zerkleinerungsrotor auf einem Teilumfang umgibt, der zumindest eine Temperatursensor
angeordnet und ausgebildet sein, die Temperatur des sich noch im Zerkleinerungsprozess
befindlichen Zerkleinerungsgutes zwischen dem Sieb und dem Rotor, d. h. innerhalb
des Zerkleinerungsraums, zu erfassen. Es ist möglich, dass zumindest ein Temperatursensor
angeordnet und ausgebildet ist, die Temperatur des zerkleinerten Gutes zu erfassen,
das sich aus dem Wirkbereich des Zerkleinerungsrotors und damit aus dem Zerkleinerungsraum
herausbewegt hat, beispielsweise nach dem Zerkleinerungsprozess nach unten auf ein
unter dem Rotor angeordnetes Transportband geführt wurde bzw. gefallen ist.
[0017] Da in der Regel die größte Prozessabwärme im Bereich bzw. in kurzem radialen Abstand
zu den Zerkleinerungswerkzeugen des Rotors erzeugt wird, kann zweckmäßigerweise vorgesehen
sein, dass die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung zumindest einen Temperatursensor
zur Erfassung einer Temperatur am Rotor, insbesondere eine Temperatur im Bereich eines
oder mehrerer Zerkleinerungswerkzeuge umfasst, wobei die Steuereinrichtung ausgebildet
ist, auf eine vorgegebene Soll-Temperatur bzw. einen Soll-Temperaturbereich des Rotors
mit einer die Einbringrate des Kühlmittels festlegenden Stellgröße zu regeln.
[0018] Es kann vorgesehen sein, dass bei der Regelung durch Einstellen der Einbringrate
des Kühlmittels in den Zerkleinerungsprozess bzw. den Zerkleinerungsraum nicht nur
eine der obenstehend genannten Eingangsgrößen, sondern mehrere eingehen, insbesondere
der Volumendurchsatz des Zerkleinerungsgutes, der Massendurchsatz des Zerkleinerungsgutes,
eine Temperatur des zerkleinerten Gutes, eine Temperatur des zu zerkleinernden Gutes,
eine Temperatur am Rotor, ein Feuchtegrad des zerkleinerten Gutes und/oder ein Feuchtegrad
des zu zerkleinernden Gutes. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Regelung
als Regelgrößen zumindest die Temperatur und den Feuchtegrad des zerkleinerten Gutes
umfasst und als Mehrgrößenregelung ausgelegt ist, wobei der jeweilige Sollwert, bzw.
Sollwertbereich des zerkleinerten Gutes mit einer die Einbringrate des Kühlmittels
festlegenden Stellgröße geregelt wird.
[0019] Zur Bereitstellung einer Stellgröße für die Regelung kann die Kühleinrichtung der
erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung eine Anschlusseinrichtung zum Anschluss
an ein Kühlmittelleitungsnetz und/oder zum Anschluss an ein Kühlmittelreservoir sowie
eine Kühlmitteldüseneinrichtung umfassend zumindest eine Kühlmitteldüse zur Einbringung
von Kühlmittel in den Zerkleinerungsprozess bzw. den Zerkleinerungsraum umfassen,
wobei die Steuereinrichtung zur Steuerung der Einbringrate des Kühlmittels in den
Zerkleinerungsraum ausgebildet sein kann, zumindest ein Flussventil des Kühlmittels
und/oder zumindest eine Kühlmittelpumpe anzusteuern bzw. einstellen. Je nach Ausführungsform
kann die Stellgröße z.B. ein Steuersignal für ein Kühlmittelflussventil bzw. eine
Kühlmittelpumpe sein. Bei der Regelung kann beispielsweise die Stellgröße zur Ausführung
einer Zweipunktregelung ausgebildet sein, d.h. in diesem Fall ein Flussventil bzw.
eine Ventileinrichtung, geöffnet oder geschlossen bzw. eine Kühlmittelpumpe angeschaltet
bzw. ausgeschaltet werden. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, die Stellgröße kontinuierlich
zu verändern, beispielsweise durch Bereitstellen entsprechender Steuersignale der
Steuereinrichtung um den Durchfluss durch das Ventil bzw. die Ventileinrichtung kontinuierlich
bzw. die Pumpleistung der Kühlmittelpumpe kontinuierlich einzustellen. Zweckmäßigerweise
kann in der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung ein Durchflussmengensensor
zur Erfassung der Einbringrate des Kühlmittels vorgesehen sein kann.
[0020] Um einen möglichst hohen Anteil des in den Zerkleinerungsprozess bzw. dem Zerkleinerungsraum
eingebrachten Kühlmittels in die gasförmige Phase überzuführen, kann vorgesehen sein,
das Kühlmittel fein verteilt in den Zerkleinerungsprozess bzw. den Zerkleinerungsraum
einzubringen, insbesondere in Form einer gleichförmigen Vernebelung, um eine möglichst
niedrige Temperatur des zerkleinerten Gutes und einen möglichst geringen Feuchtegrad
des zerkleinerten Gutes zu bewirken.
[0021] Um eine gleichförmige Einbringung des Kühlmittels bereitzustellen, kann zweckmäßigerweise
vorgesehen sein, dass die Kühlmitteldüseneinrichtung eine Mehrzahl zur Längsachse
des Rotors beabstandet an dem Maschinengestell der Zerkleinerungsmaschine angeordnete
Düsen aufweist, wobei diese Düsen in Einbaulage über dem Rotor angeordnet sein können,
sodass das eingebrachte flüssige Kühlmittel aufgrund seiner Gewichtskraft in Richtung
auf den Rotor bzw. in einen Abschnitt im Bereich des Rotors fällt, in welchen der
jeweilige Zerkleinerungsprozess im Wesentlichen stattfindet. Es kann auch vorgesehen
sein, dass die Kühlmitteldüseneinrichtung eine Mehrzahl von zur Längsachse des Rotors
beabstandet am Umfang desselben angeordnete Düsen zur Einbringung des wasserbasierten
Kühlmittels aufweist, wobei die Düsen in radialer Richtung zum Rotor ausgerichtet
sein können. In beiden Varianten ist auch eine in Längsrichtung des Rotors durchgehend
Kühlmittel abgebende Düseneinrichtung einsetzbar.
[0022] Es kann vorgesehen sein, dass die Kühlmitteldüseneinrichtung ausgebildet ist, das
Kühlmittel auf den Rotor und/oder auf das zu zerkleinernde Gut aufzubringen. Beispielsweise
kann eine oder mehrere Düsen auf den Rotor und/oder eine oder mehrere Düsen auf das
zu zerkleinernde Gut im Bereich des Rotors ausgerichtet sein. Die Angabe "ausgerichtet"
meint dabei eine Orientierung zur Abgabe des flüssigen Kühlmittels in Richtung auf
den Rotor bzw. das zu zerkleinernde bzw. teilzerkleinerte Gut.
[0023] Um die Phasenumwandlung des Kühlmittels durch die Bereitstellung einer großen Oberfläche
des eingebrachten Kühlmittels zu erhöhen, kann zweckmäßigerweise vorgesehen sein,
dass die Kühlmitteldüseneinrichtung ausgebildet und eingerichtet ist, das wasserhaltige
Kühlmittel in Form eines Wassernebels in den Zerkleinerungsprozess, insbesondere auf
den Rotor und/oder das zu zerkleinernde Gut im Bereich des Rotors einzubringen, wobei
die Wassernebeltröpfchen einen Durchmesser < 100 µm, insbesondere < 50 µm aufweisen.
Insbesondere können entsprechende Düsen zur Einbringung des flüssigen Kühlmittels
ausgebildet sein, das Kühlmittel zu zerstäuben, sodass sich die angegebene Tröpfchengröße
ergibt.
[0024] Um eine Überschreitung eines vorgegebenen Schwellwertes des Feuchtegrades der Luft
im Bereich der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung bei deren Betrieb zu vermeiden,
kann zweckmäßigerweise vorgesehen sein, dass die Zerkleinerungsvorrichtung eine Absaugeinrichtung
aufweist, die ausgebildet ist zum zumindest teilweise Absaugen das während der Kühlung
des zerkleinerten Gutes sich entwickelnden Kühlmitteldampfes, insbesondere Wasserdampfes.
Eine solche Maßnahme kann insbesondere bei einer erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung
zweckmäßig sein, die aufgrund des zu zerkleinernden Gutes eine erhöhte Prozesswärme
erzeugt, die wie beschrieben bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Wesentlichen
durch den Phasenübergang des Kühlmittels abgeführt wird.
[0025] Zur Optimierung des Regelverhaltens beim Betrieb der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung
kann diese zumindest einen Feuchtesensor zur Erfassung eines Feuchtegrades des zu
zerkleinernden Gutes, insbesondere außerhalb des Zerkleinerungsraums aufweisen, wobei
die Steuereinrichtung ausgebildet sein kann, in Abhängigkeit dessen als weitere Regelgröße
die Einbringrate für das in den Zerkleinerungsprozess eingebrachte Kühlmittel zu regeln.
[0026] Um eine gleichförmige Kühlung innerhalb des Zerkleinerungsprozesses über die gesamte
Wirkbreite (axiale Wirklänge) des Rotors bereitzustellen, kann zweckmäßigerweise vorgesehen
sein, das Zerkleinerungsgut, beispielsweise mittels einer über die Wirkbreite des
Rotors wirkenden Vorschubeinrichtung gleichförmig dem Rotor zugeführt wird und die
Kühlmitteleinrichtung ausgebildet ist, über die gesamte Wirkbreite des Rotors angeordnete
Zerkleinerungsgut eine Einbringung des Kühlmittels, insbesondere eine gleichförmige
Einbringung über die Wirkbreite des Rotors bereitzustellen.
[0027] Die obenstehend angegebene Aufgabe wird darüber hinaus gelöst durch ein Verfahren
zum Kühlen von Zerkleinerungsgut und/oder von zerkleinertem Gut in einer Zerkleinerungsvorrichtung,
die zur Durchführung eines Zerkleinerungsprozesses ausgebildet ist, bei welchem mittels
am Umfang eines Zerkleinerungsrotors angebrachten Zerkleinerungswerkzeugen ein in
einem Zerkleinerungsraum der Zerkleinerungsvorrichtung befindliches Zerkleinerungsgut
zerkleinert wird, wobei während des Zerkleinerungsvorgangs ein flüssiges Kühlmittel
auf Wasserbasis, umfassend zumindest 80% Wasser in den Zerkleinerungsraum bzw. den
im Zerkleinerungsraum ablaufenden Zerkleinerungsprozess eingebracht wird. Das erfindungsgemäße
Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass eine Einbringrate des Kühlmittels in den
Zerkleinerungsprozess einen vom Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes abhängigen
Betriebsparameter der Vorrichtung, insbesondere einen Volumendurchsatz des Zerkleinerungsguts,
einen Massendurchsatz des Zerkleinerungsguts in der Vorrichtung, und/oder eine Antriebsleistung
des Rotorantriebs derart angepasst wird, dass mehr als 60% der in das Zerkleinerungsgut
eingebrachten Kühlleistung durch die latente Wärme des wasserbasierten Kühlmittels
bereitgestellt wird.
[0028] Wie obenstehend schon erläutert, kann die Einbringung des wasserhaltigen Kühlmittels
in dem Zerkleinerungsprozess bzw. dem Zerkleinerungsraum kontinuierlich oder diskontinuierlich
erfolgen, erfindungsgemäß erfolgt in beiden Fällen eine Anpassung dieser Einbringrate
an einen vom Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes abhängigen Betriebsparameters,
d.h. an die Menge des zerkleinerten Gutes.
[0029] Je nach Ausführungsform kann die Anpassung der Einbringrate des Kühlmittels so ausgebildet
sein, dass mehr als 70%, insbesondere mehr als 75%, vorzugsweise mehr als 80% der
in das Zerkleinerungsgut bzw. in den Zerkleinerungsraum eingebrachten Kühlleistung
durch die latente Wärme des eingebrachten Kühlmittels bereitgestellt wird.
[0030] Insbesondere um einen die nachfolgende Verarbeitung des zerkleinerten Guts erschwerenden
Feuchtegrad des zerkleinerten Gutes zu vermeiden, kann zweckmäßigerweise vorgesehen
sein, dass die Anpassung der Einbringrate des Kühlmittels an den Mengendurchsatz des
Zerkleinerungsgutes in den Zerkleinerungsprozess so ausgeführt wird, dass mehr als
80%, insbesondere mehr als 90% des eingebrachten Kühlmittels beim Kühlen des Zerkleinerungsgutes
bzw. des zerkleinerten Gutes von der flüssigen in die dampfförmige Phase übergeht.
[0031] Zur Erläuterung der Anpassung der Einbringrate an den Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes
durch die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung sei im Folgenden angenommen,
dass 100% des eingebrachten Kühlmittels beim Kühlen des Zerkleinerungsgutes bzw. des
zerkleinerten Gutes von der flüssigen in die dampfförmige Phase übergeht. Ferner sei
angenommen, dass die Temperatur des in den Zerkleinerungsraum eingeführten Zerkleinerungsgutes
T
Input-Material identisch sein soll mit der Temperatur des zerkleinerten Gutes, d.h. nach Durchführung
des Zerkleinerungsprozesses unter Einwirkung der beschriebenen Kühlung. Bei der Durchführung
der Zerkleinerung des zu zerkleinernden Gutes erhöht sich aufgrund der Prozesswärme
die Temperatur des zerkleinerten Gutes
ohne Kühlung auf T
Output-Material. Insofern ist durch das Kühlmittel die Kühlleistung bereitzustellen:

wobei dQ
Material/dt die in das zerkleinertem Gut eingebrachte Wärmeleistung, dm
Material/dt den Massendurchsatz des Zerkleinerungsgutes und Cp Material die spezifische Wärme
des Zerkleinerungsgutes ist. In dem betrachteten Idealfall wird 100% der während des
Zerkleinerungsprozesses in das Zerkleinerungsgut eingebrachte Wärmeleistung unter
Nutzung der latenten Wärme des Kühlmittels beim Übergang in die dampfförmige Phase
kompensiert. Für die folgende Betrachtung wird als Kühlmittel reines Wasser zugeführt
mit einer Temperatur Ta, sodass sich eine spezifische Wärmemenge für dieses Kühlmittel
ergibt zu:

[0032] Bei einer beispielhaften Einbringtemperatur Ta von 15° des Wassers ergibt sich eine
spezifische Wärmemenge von

[0033] Insofern macht bei der Verwendung von reinem Wasser als Kühlmittels die Kühlung durch
das Auftreten der latenten Wärme mehr als 86% in dem beschriebenen Beispiel aus.
[0034] Die obigen Überlegungen führen zu der Gleichung

womit die Einbringrate für das Kühlmittel für den hier betrachteten Idealfall bestimmbar
ist, bei welchem angenommen wird, dass das gesamte in den Zerkleinerungsprozess eingebrachte
Kühlmittel in die dampfförmige Phase übergeht.
[0035] Erkennbar ist die Einbringrate des Kühlmittels in den Zerkleinerungsprozess von den
physikalischen Eigenschaften des jeweiligen Zerkleinerungsgutes, insbesondere der
spezifischen Wärmekapazität, einer Übergangstemperatur wie eine Schmelztemperatur
bzw. eine Selbstentzündungstemperatur abhängig und ist insofern auf das jeweilige
Material abzustimmen.
[0036] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann eine Temperatur des zerkleinerten Gutes
gemessen und auf eine vorgegebene Soll-Temperatur bzw. ein Soll-Temperaturbereich
des zerkleinerten Gutes mit einer die Einbringrate des Kühlmittels festlegenden Stellgröße
geregelt werden. Eine solche Soll-Temperatur kann beispielsweise unterhalb einer Schmelztemperatur
liegen, die je nach Anwendung beim Zerkleinerungsprozess vermieden werden muss, um
beispielsweise eine nachfolgende Weiterbearbeitung nicht zu erschweren. Beispielsweise
kann eine Ist-Temperatur des zerkleinerten Gutes gemessen und bei Überschreiten einer
vorgegebenen Temperaturschwelle die Einbringrate des Kühlmittels erhöht werden, wobei
vorzugsweise auf eine vorgegebene Soll-Temperatur geregelt wird mit einer die Einbringrate
des Kühlmittels festlegenden Stellgröße, beispielsweise ein Signal zum Betrieb einer
Kühlmittelpumpe und/oder eines Kühlmittelventils. Zweckmäßigerweise wird bei der Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens die Einbringrate des Kühlmittels erfasst, beispielsweise
durch Messen des Massen- bzw. Volumendurchsatzes des Kühlmittels, aus welchen die
Einbringrate bestimmbar, insbesondere berechenbar ist.
[0037] Es kann vorgesehen sein, eine Temperatur am Rotor, insbesondere eine Temperatur im
Bereich eines oder mehrerer Zerkleinerungswerkzeuge zu messen und auf eine vorgegebene
Soll-Temperatur bzw. einen Soll-Temperaturbereich des Rotors mit einer die Einbringrate
des Kühlmittels festlegenden Stellgröße zu regeln. Es kann auch vorgesehen sein, sowohl
eine Temperatur des Rotors als auch eine Temperatur des zerkleinerten Gutes als Regelgröße
mit der Einbringrate als Stellgröße einzusetzen. Um einen zur weiteren Verarbeitung
des zerkleinerten Guts nicht zuträglichen Feuchtegrad bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens zu vermeiden, kann vorgesehen sein, dass ein Feuchtegrad des zerkleinerten
Gutes gemessen und auf einen vorgegebenen Soll-Feuchtegrad bzw. einen Soll-Feuchtebereich
des zerkleinerten Gutes mit einer die Einbringrate des Kühlmittels festlegenden Stellgröße
geregelt wird. Dabei kann es auch zweckmäßig sein, den Feuchtegrad des zu zerkleinernden
Gutes, d.h. vor dem Zerkleinerungsprozess zu messen, wobei diese Messung auch in die
beschriebene Regelung eingeht.
[0038] Um sowohl eine Temperaturregelung als auch eine Regelung des Feuchtegrads des zerkleinerten
Gutes bereitzustellen, kann vorgesehen sein, dass bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
sowohl die Temperatur als auch der Feuchtegrad des zerkleinerten Gutes als Regelgrößen
eingehen und damit die Regelung als Mehrgrößenregelung ausgelegt wird, und der jeweilige
Sollwert bzw. Sollwertbereich des zerkleinerten Gutes mit einer die Einbringrate des
Kühlmittels festlegenden Stellgröße geregelt wird. Insbesondere kann vorgesehen sein,
dass die Regelstrecke einen Entkopplungsregler aufweist.
[0039] Um eine möglichst homogene Einbringung des Kühlmediums in den Zerkleinerungsraum
bzw. den Zerkleinerungsprozess, der in der Mehrzahl von Ausführungen im Bereich des
Zerkleinerungsrotors stattfindet, bereitzustellen, kann vorgesehen sein, dass über
eine Mehrzahl von zur Längsachse des Rotors beabstandete Orte, an welchen Düsen bzw.
Düseneinrichtungen angeordnet sein können, das Einbringen des Kühlmittels durchgeführt
wird. Es kann auch vorgesehen sein, das Kühlmittel über Düseneinrichtungen einzubringen,
die direkt am Rotor angebracht bzw. ausgebildet sind. In dieser Ausführungsform kann
der Rotor insofern zumindest eine Kühlmittelzuleitung zur Führung von Kühlmittel zu
den Düseneinrichtungen umfassen.
[0040] Zur genaueren Regelung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann vorgesehen sein, dass
mittels einer Mehrzahl von zueinander beabstandeten Temperatursensoren eine jeweilige
Temperatur des bzw. im zerkleinerten Gut erfasst wird und die Regelung abhängig von
der Mehrzahl der von den Temperatursensoren erfassten Temperaturen durchgeführt wird.
In gleicher Weise kann eine Mehrzahl von zueinander beabstandeten Feuchtesensoren
einen jeweiligen Feuchtegrad im zerkleinerten Gut erfassen und die Regelung abhängig
von der Mehrzahl der von den Feuchtesensoren erfassten Feuchtegraden durchgeführt
werden.
[0041] Um eine möglichst gleichförmige Einbringung des Kühlmittels in den Zerkleinerungsprozess
bereitzustellen, kann vorgesehen sein, dass das Kühlmittel auf den sich drehenden
Rotor und/oder auf das zu zerkleinernde Gut, insbesondere im Bereich des Rotors, aufgebracht
wird. Insbesondere bei solchen Zerkleinerungsvorrichtungen, bei welchen die am Rotor
angeordneten Zerkleinerungswerkzeuge mit zugeordneten, ortsfest am Maschinengestell
angebrachten Gegenmessern zusammenarbeiten, kann auch vorgesehen sein, Kühlmittel
im Bereich der Gegenmesser bzw. des Gegenmessers in den Zerkleinerungsraum bzw. den
Zerkleinerungsprozess einzubringen.
[0042] Je nach Anordnung von zumindest einer Düse einer Düseneinrichtung zum Einbringen
des Kühlmittels kann zur Vergrößerung der Oberfläche des Kühlmittels und damit zur
Verbesserung des Kühlwirkungsgrades vorgesehen sein, dass das Kühlmittel in Form eines
Wassernebels den Zerkleinerungsprozess eingebracht wird, bei welchem die Wassernebeltröpfchen
einen Durchmesser < 100 µm, insbesondere < 50 µm aufweisen.
[0043] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Einbringrate des Kühlmittels als Stellgröße
der Regelung insbesondere mittels Ansteuersignalen für eine Kühlmittel-Ventileinrichtung
und/oder mittels Ansteuersignalen für eine Kühlmittelpumpe eingestellt werden.
[0044] Wie eingangs erläutert, weist das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die erfindungsgemäße
Vorrichtung gegenüber herkömmlichen Vorrichtungen auch den Vorteil auf, dass das erwärmte
Kühlmittel in der Regel nicht aus dem zerkleinerten Gut entfernt werden muss. Um eine
nicht akzeptable Luftfeuchte in der Arbeitsumgebung der Zerkleinerungsvorrichtung
zu vermeiden, kann zweckmäßigerweise vorgesehen sein, dass der während der Kühlung
des Zerkleinerungsprozesses sich entwickelnde dampfförmige Stoff, insbesondere Wasserdampf,
zumindest teilweise abgesaugt wird. Ein solcher Dampf kann beispielsweise vom Standort
der Zerkleinerungsvorrichtung nach außen geführt und im Fall von reinem Wasserdampf
umweltverträglich abgegeben werden.
[0045] In einer Ausführungsform kann der Mengendurchsatz bzw. Massenstrom oder der Volumenstrom
des zu zerkleinernden Gutes direkt gemessen werden und in die erfindungsgemäße Regelung
eingehen. Es ist jedoch auch möglich, über die Antriebsleistung des den Zerkleinerungsrotor
antreibenden Motors auf den Mengendurchsatz bzw. Massen- oder Volumenstrom des Zerkleinerungsgutes
zu schließen, sodass der Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes durch die Ermittlung
der Antriebsleistung indirekt erfasst werden kann zur Anpassung der Einbringrate des
Kühlmittels.
[0046] Mit den erläuterten Regelungen beim erfindungsgemäßen Verfahren zum Kühlen von Zerkleinerungsgut
und/oder von zerkleinertem Gut können äußere Einflüsse auf den Zerkleinerungsprozess,
beispielsweise gespeicherte Wärme von Maschinenbauteilen und/oder der Umgebung, die
sich im Verlauf des Betriebs der Vorrichtung auch verändern können, ausgeregelt werden,
sodass diese beispielhaft genannten Störgrößen sowie andere eventuell auftretende,
auf den Zerkleinerungsprozess einwirkende Störgrößen kompensiert werden können.
[0047] Für die Anpassung des jeweiligen Reglers an die spezifische Regelstrecke sind grundsätzlich
bekannte Regler einsetzbar, beispielsweise PID, oder PI-Regler. Wie dargestellt können
diese Regler beispielsweise als Einpunkt-Regler, als Mehrpunkt-Regler, insbesondere
Zweipunkt-Regler ausgebildet sein, um das jeweilige Zeitverhalten der Regelstrecke
abzubilden.
[0048] Die Erfindung wird im Folgenden durch das Beschreiben einiger Ausführungsformen der
erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens
unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren erläutert, wobei
- Figur 1a
- eine Ansicht auf eine erfindungsgemäß gestaltete Zerkleinerungsvorrichtung,
- Figur 1b
- in einer Funktionsprinzipskizze den Aufbau einer erfindungsgemäß gestalteten Zerkleinerungsvorrichtung,
- Figur 2
- ein Fließschema des Zerkleinerungsprozesses der Zerkleinerungsvorrichtung der Figur
1a, b,
- Figur 3
- zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Kühlen von Zerkleinerungsgut
ein Blockschaltbild eines Regelkreises für eine Einpunkt-Regelung bei der Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 4
- ein Blockschaltbild eines weiteren Regelkreises bei einer Zweipunkt-Regelung für die
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 5
- ein Blockschaltbild eines weiteren Regelkreises einer Zeitregelung für die Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens und
- Figur 6
- ein Blockschaltbild einer Regelung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
bei welcher neben der Führungs- und Regelgröße eine Mehrzahl von Betriebsparametern
zur Festlegung der Regelung eingesetzt werden.
[0049] Figur 1a zeigt eine erfindungsgemäß ausgebildete Zerkleinerungsvorrichtung 1 in einer
perspektivischen Ansicht. An einem Maschinengehäuse 10 ist ein Zerkleinerungsrotor
14 im Bereich seiner beiden Längsenden gelagert, wobei in der beschriebenen Ausführungsform
der Rotor 14 mittels eines elektrischen Antriebsmotors 11 bewegt wird.
[0050] In einer anderen Ausführungsform können auch andere Antriebe, insbesondere hydraulische
Antriebe und/oder Antriebe umfassend Getriebeeinrichtungen zum Bewegen des Zerkleinerungsrotors
14 eingesetzt werden. Der Zerkleinerungsrotor 14 weist an seinem Umfang eine Mehrzahl
von Zerkleinerungswerkzeugen 15 auf, die mit einer während des Zerkleinerungsbetriebs
ortsfest zum Maschinengehäuse 10 angeordnete Gegenmessereinrichtung 16 zum Zerkleinern
des Zerkleinerungsgutes zusammenwirken. Das Zerkleinerungsgut wird in der in Figur
1a gezeigten Zerkleinerungsvorrichtung von oben in die Öffnung eines mit dem Gehäuse
verbundenen Trichters 19 eingeführt und fällt dann in den nach unten durch den Boden
sowie den Zerkleinerungsrotor 14 begrenzten Zerkleinerungsraum. Im Verständnis der
vorliegenden Erfindung beschränkt der Zerkleinerungsrotor diesen Zerkleinerungsraum,
ist jedoch Teil desselben. In der dargestellten Ausführungsform kann die Zerkleinerungsvorrichtung
auf ein Gestell über ein Förderband angeordnet werden, sodass das zerkleinerte Gut
auf das unterhalb des Zerkleinerungsrotors angeordnete Förderband fällt, von diesem
aufgenommen und wegtransportiert werden kann.
[0051] Zur Beschreibung einer erfindungsgemäßen Gestaltung der in Figur 1a beispielhaft
gezeigten Zerkleinerungsvorrichtung wird auf Figur 1b verwiesen, die mit Bezug auf
die Erfindung funktionale Bereiche einer erfindungsgemäß gestalteten Zerkleinerungsvorrichtung
zeigt. In der beschriebenen Ausführungsform wird das in den Zerkleinerungsraum eingebrachte
Zerkleinerungsgut durch den Rotor 14 zerkleinert. Das zerkleinerte Gut oder Mahlgut
fällt hier dann auf ein unterhalb des Rotors 14 angeordnetes Förderband 20, mit welchem
das Mahlgut beispielsweise in einen Speicher transportiert wird. Zur Zustandserfassung
des Mahlguts können im Bereich direkt unterhalb des Rotors Sensoren, insbesondere
optische Sensoren vorgesehen sein, um den Ist-Wert der Temperatur und des Feuchtegrads
des Mahlguts zu erfassen. Hierzu ist der Temperatursensor 30 sowie der Feuchtegradsensor
31 vorgesehen. Symbolhaft ist in Figur 1b darüber hinaus ein Massesensor 32 vorgesehen,
der zur Erfassung des Massestroms des Mahlgutes ausgebildet ist.
[0052] Um das zu zerkleinernde Gut bzw. das Mahlgut zu kühlen, weist die erfindungsgemäße
Zerkleinerungsvorrichtung 1 eine Kühlmitteleinrichtung auf, die mehrere und je nach
Ausführungsform unterschiedliche Bauelemente zur Gestaltung der Kühlmitteleinrichtung
umfasst. In Figur 1b sind gleichzeitig zwei Varianten einer Kühlmitteleinrichtung
zur Gestaltung der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung funktional dargestellt,
wobei die sich in den mit dem Bezugszeichen 46 gekennzeichneten Rechteck befindlichen
Elemente für eine Ausführungsform zunächst unbeachtlich sind. Die Kühlung erfolgt
erfindungsgemäß hier mit einem flüssigen Kühlmittel auf Wasserbasis, wobei das Kühlmittel
in den beschriebenen Ausführungsformen einen Wassergehalt 100% aufweist. Insofern
erfolgt die Kühlung durch Einsatz von reinem Wasser, sodass die Kühlmitteleinrichtung
direkt mittels eines üblichen Wasseranschlusses 40 an ein herkömmliches Wasserversorgungnetz
anschließbar ist. In der erstbeschriebenen Ausführungsform kann der Zufluss des Kühlmittels
über ein Zweiwege-Ventil 42 eingestellt und der Volumenfluss des Kühlmittels bzw.
des Wassers über eine Volumenstrommesseinrichtung 43 erfasst werden. Das Kühlmittel
wird über eine Leitung 41 zu im Bereich des Rotors angeordnete Düsen 48b einer Düseneinrichtung
48 geführt, über welche das Kühlmittel je nach Ausführungsform beispielsweise direkt
auf den Rotor und/oder in den Zerkleinerungsraum eingebracht wird. Um eine möglichst
homogene und gleichmäßige Einbringung des Kühlmittels sicherzustellen, kann die Kühlmitteldüseneinrichtung
48 in Längsrichtung zum Rotor beabstandete angeordnete Düsen 48b umfassen, um das
Kühlmittel über die gesamte Wirkungsbreite des Rotors entsprechend seiner axialen
Wirklänge einzubringen. Zur Verbesserung der Wechselwirkung des Kühlmittels mit dem
sich im Zerkleinerungsraum befindlichen Gut, d.h. dem zu zerkleinerndem Gut und dem
teilweise bzw. vollständig zerkleinertem Gut zu optimieren, kann vorgesehen sein,
spezifische Düsen, hier Wasserdüsen zu verwenden, die ausgebildet sind, einen feinen
Wassernebel zu erzeugen, wobei einzelne Tröpfchen einen Durchmesser je nach Ausführungsform
von < 100 µm oder gar < 50 µm aufweisen.
[0053] Insbesondere in solchen Fällen, bei welchen der Wasserdruck der Wasserversorgung
nicht ausreicht, die Düseneinrichtung mit dem jeweils erforderlichen Druck mit Kühlwasser
zu beaufschlagen, kann vorgesehen sein, weitere Bauelemente in die Kühlmitteleinrichtung
einzubinden, die im gestrichelten Bereich 46 der Fig. 1b angegeben sind. Dies betrifft
einen mittels des Wasseranschlusses 40 an die Wasserversorgung angeschlossenen Wassertank
44 mit Füllstandsüberwachung, an den ausgangsseitig eine Pumpe 45 angeschlossen ist,
welche hier ferner zur Volumenstrommessung des von der Pumpe in Richtung zu den Düsen
48b geförderten Volumenstroms ausgebildet ist.
[0054] Die Steuerung der Kühlmitteleinrichtung erfolgt in der beschriebenen Ausführungsform
mittels einer Steuereinrichtung 55, die zusammen mit der Steuerungseinrichtung 56
des Zerkleinerungsrotors, d.h. der Steuerung zur Steuerung des Rotorantriebes in einem
Schaltschrank 50 angeordnet sein kann. Dabei können die Steuerungseinrichtungen 55,
56 gekoppelt sein bzw. in einer zentralen Steuerung zusammengefasst sein, um den Zerkleinerungsprozess
mit dem Kühlprozess zu koppeln bzw. um Betriebsparameter des Zerkleinerungsprozesses,
beispielsweise Angaben über die Antriebsleistung, die vom Materialfluss des zu zerkleinernden
Gutes durch den Rotor abhängt, für die Steuerung bzw. Regelung der Kühlmitteleinrichtung
zu verwenden. In ähnlicher Weise können von der Steuerung der Kühlmitteleinrichtung
Kühlungs-Betriebsparameter an die Steuerung des Rotors bzw. des Rotorantriebes weitergegeben
werden, um die Zerkleinerung an den Betrieb der Kühlmitteleinrichtung anzupassen.
[0055] Die in Figur 1b dargestellten Leitungen der Ventileinrichtung 42, der Volumenstrommesseinrichtung
43, dem Wassertank 44, der Pumpe 45 sowie der Sensoren 30, 31, 32 an die Steuerung
55 der Kühlmitteleinrichtung können je nach Anwendung sowohl zur Übermittlung von
Steuersignalen als auch von Datensignalen, unter Umständen auch bidirektional, ausgebildet
sein.
[0056] Figur 2 zeigt die Darstellung der Figur 1b mit einem höheren Abstrahierungsgrad in
der Art eines Fließschemas, wobei für die Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
bzw. die erfindungsgemäße Vorrichtung relevante Betriebsparameter bzw. Messgrößen
angegeben sind. Das in den Zerkleinerungsraum des Maschinengehäuses 10 eingebrachte,
zu zerkleinernde Material weist einen Feuchtegrad FI auf. Dieses wird mittels des
Zerkleinerungsrotors 14 zerkleinert, wobei der Antriebsmotor 11 des Zerkleinerungsrotors
eine elektrische Antriebsleistung P aufwendet. Das durch den Rotor zerkleinerte Gut
(Mahlgut) fällt auf das Förderband 20, an welchem bzw. im Bereich dessen jeweilige
Sensoreinrichtungen angeordnet sind zur Erfassung der Temperatur TO des zerkleinerten
Guts (Output-Material), dem Feuchtegrad FO des Output-Materials, dem Volumenstrom
VO des Output-Materials und/oder dem Massenstrom MO des Output-Materials. Das von
der Zerkleinerungsvorrichtung abtransportierte Mahlgut kann beispielsweise in ein
Lager 90 eingetragen werden. Die Zufuhr des Kühlmittels erfolgt mit einem Volumenstrom
VS, wobei in dieser Ausführungsform die Abgabe des Kühlmittels über eine Düseneinrichtungen
48 mittels der Ventileinrichtung 42 gesteuert wird.
[0057] In dem Fließschema der Figur 2 ist definitionsgemäß die Prozesssteuerung nicht angegeben.
Die beschriebene Kühlung des zu zerkleinernden Materials bzw. teilzerkleinerten Materials
in dem Zerkleinerungsraum erfolgt zur Vermeidung von erhöhten Temperaturen des Zerkleinerungsgutes.
Zu diesem Zweck kann vorgesehen, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Ausführung
eines Verfahrens ausgebildet und eingerichtet ist, bei dem das Zerkleinerungsgut,
d.h. das zu zerkleinernde Gut, das teilzerkleinerte Gut und/ oder das zerkleinerte
Gut mittels eines flüssigen Kühlmittels auf Wasserbasis gekühlt wird, wobei eine Einbringrate,
beispielsweise ein Volumenstrom oder ein Massenstrom des Kühlmittels in den Zerkleinerungsprozess
bzw. den Zerkleinerungsraum an einen vom Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes abhängigen
Betriebsparameter der Zerkleinerungsvorrichtung wie einen Volumendurchsatz des Zerkleinerungsgutes,
einen Massendurchsatz des Zerkleinerungsgutes und/oder einer Antriebsleistung des
Zerkleinerungsrotorantriebes angepasst wird. Diese Anpassung erfolgt erfindungsgemäß
derart, dass mehr als 60% der in das Zerkleinerungsgut eingebrachten Kühlleistung
durch die latente Wärme des flüssigen Kühlmittels bereitgestellt wird. Je nach spezifischer
Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der prozentuale Anteil der latenten
Wärme an die Gesamtkühlleistung auch größer eingestellt werden, beispielsweise mehr
als 70% oder mehr als 80% der Kühlleistung.
[0058] Bei einer vollständigen Umsetzung der Wärmeleistung des Materials dQ
MATERIAL/dt in die Kühlleistung des Kühlmittels mit vollständigem Übergang des Kühlmittels
in die dampfförmige Phase gilt die obenstehende Formel für die Masseneinbringrate
dm
WASSER/dt = (dQ
MATERIAL/dt)*1/q
WASSER bzw. die Volumeneinbringrate VS= dV
WASSER/dt = (dm
WASSER/dt) * (1/
QWASSER), wobei
QWASSER die Dichte des Kühlmittels, hier Wasser, angibt. Erfindungsgemäß erfolgt die Einstellung
je nach Ausführung über eine Steuerung oder eine Regelung der Einbringrate VS des
Kühlmittels in der beschriebenen Weise, wobei die Einbringrate gemäß der angegebenen
Vorschrift reduziert wird, wenn weniger als 60% der in das Zerkleinerungsgut eingebrachten
Kühlleistung durch die latente Wärme des Kühlmittels bereitgestellt wird. Diese Schwellenüberschreitung
kann z.B. dadurch erfasst werden, dass der Feuchtegrad FO des zerkleinerten Gutes
einen entsprechenden erhöhten Wert anzeigt, gleichbedeutend damit, dass die Kühlleistung
zu einem geringeren Prozentsatz durch die latente Wärme des Kühlmittels bereitgestellt
wird. Je nach Ausführungsform kann beispielsweise auch vorgesehen sein, eine entsprechende
Regelung bzw. Steuerung so durchzuführen, dass die Anpassung der Einbringrate des
Kühlmittels an den Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes in den Zerkleinerungsprozess
so ausgeführt wird, dass mehr als 70%, mehr als 80%, insbesondere mehr als 90% des
eingebrachten Kühlmittels während des Kühlprozesses in die dampfförmige Phase übergeht.
Wird dieser Prozentsatz nicht erreicht, was beispielsweise durch Messen eines erhöhten
Feuchtegrades des zerkleinerten Gutes erfasst werden kann, kann erfindungsgemäß in
dieser Ausführungsform die Einbringrate VS des Kühlmittels reduziert werden.
[0059] Es kann vorgesehen sein, dass bei dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. der erfindungsgemäßen
Zerkleinerungsvorrichtung die Kühlung des Zerkleinerungsgutes geregelt wird. Beispielsweise
kann in einer Ausführungsform eine Temperatur des zerkleinerten Gutes gemessen und
auf eine vorgegebene Soll-Temperatur des zerkleinerten Gutes mit einer die Einbringrate
des Kühlmittels festlegenden Stellgröße geregelt werden, insofern stellt die Temperatur
des zerkleinerten Gutes die Regelgröße dar. Figur 3 zeigt einen entsprechenden Regelkreis
60 zur Durchführung einer Ausführungsform der Erfindung für eine derartige Regelung,
wobei als Führungsgröße w(t) eine, in der Regel vom jeweiligen Zerkleinerungsgut abhängige
vorgegebene Temperatur T
SOLL ist. Der Regler 61 ist in der beschriebenen Ausführungsform als PI- oder PID-Regler
ausgelegt. Dieser gibt ein Ansteuersignal u(t) aus zur Ansteuerung eines Stellgliedes
62, welches die Stellgröße Volumenstrom VS des Kühlmittels einstellt. Insofern entspricht
dem Stellglied 62 die Ventileinrichtung 42 der Figur 2. Die Stellgröße y(t) entspricht
diesem Volumenstrom VS des Kühlmittels. Die Regelstrecke 63 entspricht dem Anlageteil
der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung zwischen dem Ort des Stellgliedes
62 und dem Messglied 64, d.h. in der Ausführung gemäß Figur 2 der Ventileinrichtung
42 und dem Temperatursensor zur Erfassung der Temperatur TO des zerkleinerten Gutes.
Eine zweckmäßige Abbildung der Regelgröße berücksichtigt auch die Einwirkung von Störgrößen
zi(t), beispielsweise die in den Maschinenbauteilen gespeicherte Wärme und/oder die
Umgebungstemperatur sowie weitere äußere Einwirkungen, die sich auf den Zerkleinerungsprozess
und/oder den Kühlungsprozess auswirken. Die sich ergebende Temperatur T0 des zerkleinerten
Gutes wird über das Messglied 64 erfasst und rückgeführt zum Vergleich mit der Führungsgröße
w(t) (Soll-Temperatur) und zur Ermittlung der Regelabweichung e(t), hier ΔT = T
SOLL-TO.
[0060] In einer weiteren Ausführungsform kann mit Bezug auf das Verfahren gemäß Figur 3
auch vorgesehen sein, als Führungsgröße der Regelung einen vorgegebenen Feuchtegrad
FO-Soll vorzugeben, wobei der Regelkreis entsprechend dem in Figur 3 dargestellten
Regelkreis aufgebaut sein kann, d.h. dass der Regelkreis als Einpunkt-Regelung zur
Regelung eines vorgegebenen Feuchtegrades des Output-Materials realisiert ist, wobei
als Stellgröße wiederum die Einbringrate bzw. der Volumenstrom VS des Kühlmittels
fungiert und der Feuchtegrad des Output-Materials die Regelgröße darstellt.
[0061] Figur 4 zeigt für die Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens eines weitere Ausführungsform,
in der der Regelkreis 60b eine Zweipunkt-Regelung umsetzt, bei welcher die Ventileinrichtung
ein Stellglied 63b darstellt, das als Zwei/Zwei-Wegeventil ausgebildet ist. Dabei
stellt das Stellglied 63b den Volumenstrom des Kühlmittels so ein, dass die Temperatur
TO des Output-Materials zwischen einer Temperaturobergrenze T
SOLL_H und einer Temperaturuntergrenze T
SOLL_L bleibt. Während sich die Regler 61a, b und die Stellglieder 62a, b der Verfahren
gemäß den Figuren 3, 4 unterscheiden, ist die Regelstrecke 63 identisch, soweit keine
weiteren anlagetechnischen Änderungen vorliegen.
[0062] Figur 5 zeigt einen weiteren Regelkreis zur Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
bei dem als weitere Prozessgröße eine vorbestimmte Zeitdauer t0 auf den Regler 61c
gegeben wird, als Führungsgröße eine maximal erlaubte Temperatur des zerkleinerten
Gutes T
SOLL_H vorgegeben und die Ist-Temperatur TO wiederum über das Messglied 64 erfasst wird.
Die Regelung mit der Ist-Temperatur TO des zerkleinerten Gutes als Regelgröße erfolgt
hier durch entsprechende Gestaltung des Reglers 61c derart, dass das wiederum als
Zwei/Zwei-Wegeventil ausgebildete Stellglied 62c den Volumenstrom des Kühlmittels
derart einstellt, dass bei Erreichen der Temperaturobergrenze T
SOLL_H über eine Zeitdauer t0 Kühlmittel dem Zerkleinerungsprozess zugeführt wird und damit
Wärmeleistung entzogen wird.
[0063] Figur 6 zeigt einen weiteren Regelkreis zur Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
bei dem als Führungsgröße eine maximale Temperatur des zerkleinerten Gutes T
SOLL_H und die Temperatur TO zerkleinerten Gutes als Regelgröße eingesetzt ist. Im Unterschied
zu dem Verfahren mit dem Regelkreis gemäß Figur 3 weist der Regelkreis einen Regler
65 auf, welche sowohl die Regelabweichung ΔT als auch Betriebsparameter bzw. Messgrößen
der Vorrichtung als Eingangsgrößen aufweisen kann, wie beispielsweise die Antriebsleistung
P, den Massenstrom MO bzw. den Volumenstrom VO des zerkleinerten Gutes, den Feuchtegrad
FI des zu zerkleinernden Gutes und/oder den Feuchtegrad FO des zerkleinerten Gutes.
Hieraus ermittelt die Regler 65 ein Ansteuersignal u(t), mit dem das Stellglied 62,
beispielsweise eine Ventileinrichtung zum Einstellen eines Kühlmittelflusses, angesteuert
wird. Auf diese Weise kann beispielsweise bei einer Regelung der Temperatur des Mahlguts
TO durch die Steuereinrichtung 65 eingegriffen werden, wenn der Feuchtegrad FO des
Mahlguts unzulässige Werte erreicht. Hierzu kann die Regler 65 eingerichtet sein,
ein Ausgangssignal u(t) abzugeben, das als Steuersignal für das Stellglied dient,
um dieses zum Erniedrigen der Einbringrate des Kühlmittels anzusteuern. Als weitere
Eingangsgrößen des Reglers 65 kann beispielsweise ein Signal zur Anzeige der Drehrichtung
des Zerkleinerungsrotor sein. Dabei kann der Regler 65 eingerichtet sein, die Einbringrate
des Kühlwassers zu erniedrigen oder auf Null zu setzen, wenn dieses Anzeigesignal
eine Rückwärtsdrehung der Zerkleinerung anzeigt.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 1
- Zerkleinerungsvorrichtung
- 10
- Maschinengehäuse, Maschinengestell
- 11
- Antriebsmotor
- 14
- Zerkleinerungsrotor, Rotor
- 15
- Zerkleinerungswerkzeuge
- 16
- Gegenmesser
- 17
- Zerkleinerungsraum
- 17a
- Boden Zerkleinerungsraum
- 18
- Zuführeinrichtung
- 19
- Trichter
- 20
- Förderband
- 30
- Temperatursensor
- 31
- Feuchtegradsensor, Feuchtesensor
- 32
- Massesensor
- 40
- Wasseranschluss
- 41
- Wasserleitung
- 42
- Ventil, Ventileinrichtung
- 43
- Wasser-Volumenstrom-Messeinrichtung
- 44
- Wassertank mit Füllstandsüberwachung
- 45
- Wasserpumpe, Kühlmittelpumpe
- 48
- Düseneinrichtung
- 48a
- Wasserdüse, Düse
- 50
- Schaltschrank
- 55
- Steuerungseinrichtung der Kühlmitteleinrichtung
- 56
- Steuerungseinrichtung des Zerkleinerungsrotors
- 60
- Regelkreis
- 61
- Regler
- 62
- Stellglied
- 63
- Regelstrecke
- 64
- Messglied
- 80
- Zerkleinertes Gut / Mahlgut
- 90
- Lager
- TO
- Temperatur des zerkleinerten Gutes (Output)
- VS
- Einbringrate, Volumenstrom des Kühlmittels
- FI
- Feuchtegrad des zu zerkleinernden Gutes (Input-Material)
- P
- Elektrische Antriebsleistung des Rotorantriebes
- FO
- Feuchtegrad des Output-Materials
- VO
- Volumenstrom des Output-Materials
- MO
- Massenstrom des Output-Materials
- w(t)
- Führungsgröße
- TSOLL
- Soll-Temperatur
- X(t)
- Regelgröße
- u(t)
- Ansteuerungssignal des Stellgliedes
- y(t)
- Stellgröße
- zI(t)
- Störgröße
- e(t)
- Regelabweichung
1. Zerkleinerungsvorrichtung (1), die zur Durchführung eines Zerkleinerungsprozesses
ausgebildet ist mit einem Zerkleinerungsrotor (14), der an einem Maschinengestell
(10) gelagert ist und an seinem Umfang eine Mehrzahl von Zerkleinerungswerkzeugen
(15) aufweist, wobei der Zerkleinerungsrotor (14) in einem, Zerkleinerungsgut aufnehmenden
Zerkleinerungsraum (17) angeordnet und ausgebildet ist, das im Zerkleinerungsraum
befindliche Gut zu zerkleinern, ferner umfassend eine Kühlmitteleinrichtung die ausgebildet
ist, ein flüssiges Kühlmittel umfassend zumindest 80% Wasser in den Zerkleinerungsraum
einzubringen, und umfassend eine Steuereinrichtung (55) zur Steuerung der Kühlmitteleinrichtung
zur Einstellung einer Einbringrate des Kühlmittels in den Zerkleinerungsraum (17),
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (55) eingerichtet und ausgebildet ist, eine Einbringrate (VS)
des flüssigen, wasserbasierten Kühlmittels in den Zerkleinerungsprozess an einen vom
Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes abhängigen Betriebsparameter der Vorrichtung
(1), insbesondere einen Volumendurchsatz (VO), einen Massendurchsatz (MO) des Zerkleinerungsgut,
und/oder eine Antriebsleistung (P) des Rotorantriebes (11a, 11b, 11c) derart anzupassen,
dass mehr als 60% der in das Zerkleinerungsgut eingebrachten Kühlleistung durch die
latente Wärme des flüssigen, wasserbasierten Kühlmittels bereitgestellt ist.
2. Zerkleinerungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (55) eingerichtet und ausgebildet ist, die Anpassung der Einbringrate
(VS) des Kühlmittels an den Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes in den Zerkleinerungsprozess
so auszuführen, dass mehr als 80 %, insbesondere mehr als 90 % des eingebrachten Kühlmittels
beim Kühlen des Zerkleinerungsgutes von der flüssigen in die dampfförmige Phase übergeht.
3. Zerkleinerungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Kühleinrichtung eine Anschlusseinrichtung (40) zum Anschluss an ein Kühlmittelleitungsnetz
und/oder zum Anschluss an ein Kühlmittelreservoir (44) sowie eine Kühlmitteldüseneinrichtung
zur Einbringung von Kühlmittel in den Zerkleinerungsprozess bzw. Zerkleinerungsraum
(17) umfasst, wobei die Steuereinrichtung (55) zur Steuerung der Einbringrate des
Kühlmittels in den Zerkleinerungsraum (17) zumindest eine Ventileinrichtung (42) des
Kühlmittels und/oder zumindest eine Kühlmittelpumpe (45) steuert.
4. Zerkleinerungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, gekennzeichnet durch zumindest einen Temperatursensor (30) zur Erfassung einer Temperatur (TO) des zerkleinerten
Gutes (80), wobei die Steuereinrichtung (55) ausgebildet ist, auf eine vorbestimmten
Solltemperatur (TSOLL) bzw. einen vorbestimmten Solltemperaturbereich des zerkleinerten Gutes mit einer
die Einbringrate (VS) des Kühlmittels festlegenden Stellgröße (y(t)) zu regeln.
5. Zerkleinerungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch zumindest einen Temperatursensor zur Erfassung einer Temperatur am Rotor (14), insbesondere
eine Temperatur im Bereich eines oder mehrerer Zerkleinerungswerkzeuge (15), wobei
die Steuereinrichtung (55) ausgebildet ist, auf eine vorgegebene Solltemperatur (TSOLL) bzw. einen Solltemperaturbereich des Rotors (14) mit einer die Einbringrate (VS)
des Kühlmittels festlegenden Stellgröße (y(t)) zu regeln.
6. Zerkleinerungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch zumindest einen Feuchtesensor (31) zur Erfassung eines Feuchtegrades (FO) des zerkleinerten
Gutes (80), wobei die Steuereinrichtung (55) ausgebildet ist, auf einen vorbestimmten
Sollfeuchtegrad bzw. einen vorbestimmten Sollfeuchtebereich des zerkleinerten Gutes
(80) mit einer die Einbringrate (VS) des Kühlmittels festlegenden Stellgröße (y(t))
zu regeln.
7. Zerkleinerungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Absaugeinrichtung, die ausgebildet ist zum zumindest teilweisen Absaugen des
während der Kühlung des zu zerkleinernden Gutes sich entwickelnden Wasserdampfes.
8. Verfahren zum Kühlen von Zerkleinerungsgut in einer Zerkleinerungsvorrichtung (1),
die zur Durchführung eines Zerkleinerungsprozesses ausgebildet ist, bei welchem mittels
am Umfang eines Zerkleinerungsrotors (14) angebrachten Zerkleinerungswerkzeugen (15)
ein in einem Zerkleinerungsraum (17) der Zerkleinerungsvorrichtung befindliches Zerkleinerungsgut
zerkleinert wird, wobei während des Zerkleinerungsvorganges ein flüssiges Kühlmittel
umfassend zumindest 80% Wasser in den Zerkleinerungsraum (17) eingebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass s eine Einbringrate (VS) des flüssigen, wasserbasierten Kühlmittels in den Zerkleinerungsprozess
an einen vom Mengendurchsatz des Zerkleinerungsgutes abhängigen Betriebsparameter
der Vorrichtung, insbesondere einem Volumendurchsatz (VO), einem Massendurchsatz (MO)
des Zerkleinerungsguts, und/oder einer Antriebsleistung (P) des Rotorantriebes (11a,
11b, 11c) derart angepasst wird, dass mehr als 60% der in das Zerkleinerungsgut eingebrachten
Kühlleistung durch die latente Wärme des flüssigen, wasserbasierten Kühlmittels bereitgestellt
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpassung der Einbringrate (VS) des wasserhaltigen Kühlmittels an den Mengendurchsatz
des Zerkleinerungsgutes in den Zerkleinerungsprozess so ausgeführt wird, dass mehr
als 80 %, insbesondere mehr als 90 % des eingebrachten Kühlmittels beim Kühlen des
Zerkleinerungsgutes bzw. des zerkleinerten Gutes von der flüssigen in die dampfförmige
Phase übergeht.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Temperatur (TO) des zerkleinerten Gutes (80) gemessen und auf eine vorgegebene
Solltemperatur (TSOLL) bzw. ein Solltemperaturbereich des zerkleinerten Gutes mit einer die Einbringrate
(VS) des Kühlmittels festlegenden Stellgröße (y(t)) geregelt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 8, 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass s eine Temperatur am Rotor (14), insbesondere eine Temperatur im Bereich eines oder
mehrerer Zerkleinerungswerkzeuge (15) gemessen und auf eine vorgegebene Solltemperatur
bzw. ein Solltemperaturbereich des Rotors mit einer die Einbringrate des Kühlmittels
festlegenden Stellgröße (y(t)) geregelt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Feuchtegrad (FO) des zerkleinerten Gutes gemessen und auf einen vorgegebenen
Sollfeuchtegrad bzw. einen Sollfeuchtebereich des zerkleinerten Gutes mit einer die
Einbringrate (VS) des Kühlmittels festlegenden Stellgröße geregelt wird.
13. Verfahren nach den Ansprüchen 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelung als Regelgrößen zumindest die Temperatur (TO) und den Feuchtegrad (FO)
des zerkleinerten Gutes umfasst und als Mehrgrößenregelung ausgelegt wird, und der
jeweilige Sollwert bzw. Sollwertbereich des zerkleinerten Gutes mit einer die Einbringrate
des Kühlmittels festlegenden Stellgröße geregelt werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einbringrate (VS) des wasserbasierten Kühlmittels als Stellgröße (y(t)) der Regelung
mittels einer Kühlmittel-Ventileinrichtung (42) eingestellt wird, wobei vorzugsweise
ein während der Kühlung des zerkleinernden Gutes sich entwickelnder Wasserdampf zumindest
teilweise abgesaugt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass der Feuchtegrad (FO) des zu zerkleinernden Gutes gemessen und in Abhängigkeit dessen
als weitere Regelgröße die Einbringrate (VS) geregelt wird.