[0001] Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur schichtbildenden Zinkphosphatierung
metallischer Oberflächen unter Einsatz einer kolloidalen, wässrigen Lösung als Aktivierungsstufe,
wobei auf den Oberflächen von Zink im der Aktivierung nachfolgenden Verfahrensschritt
eine Zinkphosphatschicht mit einem Schichtgewicht von weniger als 2,0 g/m
2 abgeschieden wird. Die Aktivierungsstufe basiert auf einer kolloidalen, wässrigen
Lösung enthaltend einen dispergierten partikulären Bestandteil, wobei der partikuläre
Bestandteil neben dispergierten anorganischen Verbindungen von Phosphaten polyvalenter
Metall-Kationen eine polymere organische Verbindung als Dispergierhilfsmittel enthält,
die zumindest zum Teil zusammengesetzt ist aus Styrol und/oder einem α-Olefin mit
nicht mehr als 5 Kohlenstoffatomen, wobei die polymere organische Verbindung zusätzlich
Einheiten von Maleinsäure, deren Anhydrid und/oder deren Imid und die polymere organische
Verbindung zusätzlich Polyoxyalkylen-Einheiten aufweist. Für die Ausbildung ausreichend
vor Korrosion schützender geschlossener Zinkphosphatüberzüge, die einer nachfolgenden
Elektrotauchlackierung zugeführt werden können, ist es erforderlich, dass der Anteil
der partikulären Bestandteile der kolloidalen, wässrigen Lösung mindestens 4 g/kg
bezogen auf die kolloidale, wässrige Lösung beträgt.
[0002] Die schichtbildende Phosphatierung ist ein seit Jahrzehnten ausgeübtes und intensiv
untersuchtes Verfahren zur Aufbringung kristalliner korrosionsschützender Überzüge
auf metallischen Oberflächen, insbesondere auf Werkstoffen der Metalle Eisen, Zink
und Aluminium. Die für den Korrosionsschutz besonders etablierte Zinkphosphatierung
erfolgt in einer Schichtdicke von einigen wenigen Mikrometern und beruht auf einer
korrosiven Beize des metallischen Werkstoffes in einer sauren wässrigen Zusammensetzung
enthaltend Zink-Ionen und Phosphate. Im Verlauf der Beize entsteht an der Metalloberfläche
eine alkalische Diffusionsschicht, die sich in Lösungsinnere erstreckt, und innerhalb
der sich schwerlösliche Kristallite bilden, die unmittelbar an der Grenzfläche zum
metallischen Werkstoff präzipitieren und dort weiter aufwachsen. Zur Unterstützung
der Beizreaktion auf Werkstoffen des Metalls Aluminium sowie zur Maskierung des Badgiftes
Aluminium, das in gelöster Form die Schichtbildung auf Werkstoffen des Metalls stört,
werden häufig wasserlösliche Verbindungen hinzugesetzt, die eine Quelle für Fluorid-Ionen
darstellen. Standardmäßig wird die Zinkphosphatierung derart eingestellt, dass geschlossene,
kristalline Überzüge bei einem Schichtgewicht von mindestens 2 g/m
2, speziell auf den Zinkoberflächen der Bauteile, für einen guten Korrosionsschutz
und Lackhaftgrund realisiert sind. Je nach zu phosphatierender Metalloberfläche gilt
es die zuvor beschriebene Beize und die Konzentration der Aktivkomponenten in der
Stufe der Zinkphosphatierung entsprechend einzustellen, um entsprechend hohe Schichtgewichte
auf den Oberflächen der Metalle Eisen bzw. Stahl, Zink und Aluminium zu gewährleisten.
Die Zinkphosphatierung wird stets mit einer Aktivierung der metallischen Oberflächen
des zu phosphatierenden Bauteils eingeleitet. Die nasschemische Aktivierung erfolgt
dabei konventionell durch In-Kontakt-Bringen mit kolloidalen, wässrigen Lösungen von
Phosphaten ("Aktivierungsstufe"), die insofern auf der Metalloberfläche immobilisiert,
in der nachfolgenden Phosphatierung als Wachstumskeim für die Ausbildung des kristallinen
Überzuges innerhalb der alkalischen Diffusionsschicht dienen. Geeignete Dispersionen
sind dabei kolloidale zumeist neutrale bis alkalische wässrige Zusammensetzungen auf
Basis von Phosphat-Kristalliten, die in ihrer Kristallstruktur nur geringe kristallographische
Abweichungen von der Art der abzuscheidenden Zinkphosphatschicht aufweisen. So lehrt
die
WO 98/39498 A1 in diesem Zusammenhang insbesondere bi- und trivalente Phosphate der Metalle Zn,
Fe, Mn, Ni, Co, Ca und AI, wobei technisch bevorzugt Phosphate des Metalls Zink zur
Aktivierung für eine nachfolgende Zinkphosphatierung verwendet werden.
[0003] Eine auf Dispersionen von bi- und trivalenten Phosphaten beruhende Aktivierungsstufe
bedarf einer hohen Prozesskontrolle, um die Aktivierleistung insbesondere bei der
Behandlung einer Serie von metallischen Bauteilen konstant auf einem optimalen Niveau
zu halten. Für eine ausreichende Robustheit des Verfahrens dürfen weder durch Einschleppung
von vorhergehenden Behandlungsbädern eingetragene Fremd-Ionen noch Alterungsprozesse
in der kolloidalen, wässrigen Lösung zu einer Verschlechterung der Aktivierungsleistung
führen. Eine Verschlechterung macht sich anfangs in steigenden Schichtgewichten in
der anschließenden Phosphatierung bemerkbar und führt schließlich zur Ausbildung defektreicher
oder inhomogener Phosphatschichten. Insgesamt ist die schichtbildende Zinkphosphatierung
daher ein verfahrenstechnisch aufwendig zu kontrollierender mehrstufiger Prozess,
der zudem bislang ressourcenintensiv sowohl hinsichtlich der Prozesschemikalien als
auch der aufzuwendenden Energie geführt wird. Dies trifft insbesondere auf den Prozessschritt
der Zinkphosphatierung zu, der zunächst einen hohen Materialbedarf aufgrund der Schichtbildung,
speziell auf Bauteilen, die Zinkoberflächen aufweisen, erfordert, aber auch verknüpft
mit der erforderlichen Beizrate einen hohen Materialabtrag ins Phosphatierbad bedingt.
Die hohe Beizrate führt dazu, dass Maßnahmen zur Verhinderung oder Aufbereitung und
Entsorgung von Phosphatierschlämmen getroffen werden müssen, die ihrerseits nicht
ohne den Einsatz weiterer Prozesschemikalien auskommen.
[0004] Es besteht daher ein Bedarf die Vorbehandlungslinie einer Zinkphosphatierung umfassend
Aktivierungs- und Phosphatierstufe dahingehend zu optimieren, dass der Gesamtprozess
weniger ressourcenintensiv, speziell bei der Vorbehandlung von Bauteilen, die Zinkoberflächen
aufweisen, durchgeführt werden kann. Ein ressourcenschonender Gesamtprozess darf aber
nicht zu Lasten der Eigenschaften der Zinkphosphatierung gehen, die als homogener,
geschlossener Überzug mit hohen elektrischen Durchtrittswiderstand bereitgestellt
werden muss, um guten Schutz vor Korrosion und einen entsprechend guten Umgriff des
Lackes in einer nachfolgenden Elektrotauchlackierung zu ermöglichen.
[0005] Dieses komplexe Aufgabenprofil kann überraschenderweise durch die Abscheidung verhältnismäßig
dünner Phosphatüberzüge erzielt werden, wobei hierfür eine Aktivierung unter Verwendung
eines spezifischen polymeren Dispergierhilfsmittels zur Stabilisierung des kolloidalen
Bestandteils einer Aktivierungsstufe auf Basis von partikulären Phosphaten notwendig
ist, sofern sichergestellt ist, dass eine Mindestmenge an partikulären Bestandteilen
in der Aktivierungsstufe nicht unterschritten wird. Das spezielle Dispergierhilfsmittel
gewährleistet aufgrund der überaus effizienten Stabilisierung des die Aktivierung
herbeiführenden partikulären Bestandteils, dass auch hohe Anteile an Kolloiden in
einem quasikontinuierlichen Prozess der Zinkphosphatierung eingestellt werden können,
was überraschenderweise zu einer verbesserten Aktivierung der Metalloberflächen und
der Ausbildung besonders dünner, aber homogener, geschlossener Phosphatüberzüge mit
hohem elektrischen Durchtrittswiderstand führt.
[0006] Die vorliegende Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur korrosionsschützenden
Vorbehandlung eines metallischen Materials, das zumindest teilweise Oberflächen von
Zink aufweist, oder eines Bauteils, das zumindest teilweise aus einem derartigen metallischen
Material zusammengesetzt ist, bei dem das metallische Material oder das Bauteil in
aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten zunächst einer Aktivierung (i) und anschließend
einer Zinkphosphatierung (ii) unterzogen wird, wobei die Aktivierung im Verfahrensschritt
(i) durch In-Kontakt-Bringen des metallischen Materials oder des Bauteils mit einer
kolloidalen, wässrigen Lösung enthaltend im dispergierten partikulären Bestandteil
(a) der Lösung
(a1) mindestens eine partikuläre anorganische Verbindung, die aus Phosphaten polyvalenter
Metall-Kationen zumindest teilweise ausgewählt aus Hopeit, Phosphophyllit, Scholzit
und/oder Hureaulith zusammengesetzt ist, und
(a2) mindestens eine polymere organische Verbindung, die zumindest zum Teil zusammengesetzt
ist aus Styrol und/oder einem α-Olefin mit nicht mehr als 5 Kohlenstoffatomen, wobei
die polymere organische Verbindung zusätzlich Einheiten von Maleinsäure, deren Anhydrid
und/oder deren Imid und die polymere organische Verbindung zusätzlich Polyoxyalkylen-Einheiten
aufweist, erfolgt,
wobei der Anteil der partikulären Bestandteile der kolloidalen, wässrigen Lösung mindestens
4 g/kg bezogen auf die kolloidale, wässrige Lösung beträgt; und
wobei auf den Oberflächen von Zink im Verfahrensschritt (ii) eine Zinkphosphatschicht
mit einem Schichtgewicht von weniger als 2,0 g/m
2 abgeschieden wird.
[0007] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens weist ein metallisches Material dann zumindest
eine Oberfläche von Zink auf, wenn das metallische Gefüge an dieser Oberfläche bis
zu einer Materialeindringtiefe von mindestens einem Mikrometer zu mehr als 50 At.-%
aus Zink zusammengesetzt ist. Dies trifft regelmäßig auf metallische Materialien zu,
die als einheitlicher Werkstoff zu mehr als 50 At.-% aus Zink zusammengesetzt sind,
aber auch auf Werkstoffe, die mit metallischen Überzügen von Zink versehen sind, wie
beispielsweise elektrolytisch verzinkter oder schmelztauchverzinkter Bandstahl, der
zudem mit Eisen (ZF), Aluminium (ZA) und/oder Magnesium (ZM) legiert sein kann.
[0008] Die gemäß der vorliegenden Erfindung behandelten Bauteile können alle beliebig geformten
und gestalteten räumlichen Gebilde sein, die einem Fabrikationsprozess entstammen,
insbesondere auch Halbzeuge wie Bänder, Bleche, Stangen, Rohre, etc. und Verbundkonstruktionen
zusammengefügt aus vorgenannten Halbzeugen, wobei die Halbzeuge vorzugsweise durch
Kleben, Schweißen und/oder Bördeln zur Verbundkonstruktion miteinander verbunden sind.
[0009] Der dispergierte partikuläre Bestandteil (a) der kolloidalen, wässrigen Lösung in
der Aktivierung (i) des erfindungsgemäßen Verfahrens ist derjenige Feststoffanteil,
der nach Trocknung des Retentats einer Ultrafiltration eines definierten Teilvolumens
der wässrigen Dispersion mit einer nominalen Ausschlussgrenze von 10 kD (NMWC, Nominal
Molecular Weight Cut Off) verbleibt. Die Ultrafiltration wird unter Zuspeisung von
entionisiertem Wasser (κ < 1µScm
-1) solange durchgeführt, bis im Filtrat eine Leitfähigkeit unterhalb von 10 µScm
-1 gemessen wird.
[0010] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist eine organische Verbindung polymer, wenn
ihre gewichtsmittlere Molmasse größer als 500 g/mol ist. Die Molmasse wird dabei über
die mit Größenausschlußchromatographie mit konzentrationsabhängigem Brechungsindex-Detektor
bei 30 °C experimentell festgestellte und gegen Polyethylenglykol-Standards kalibrierte
Molmassenverteilungskurve einer Probe der jeweiligen Bezugsgröße bestimmt. Die Auswertung
der Molmassenmittelwerte erfolgt rechnergestützt nach der Streifenmethode mit einer
Kalibrierkurve der 3. Ordnung. Als Säulenmaterial eignet sich hydroxyliertes Polymethacrylat
sowie als Eluent eine wässrige Lösung aus 0,2 mol/L Natriumchlorid, 0,02 mol/L Natriumhydroxid,
6,5 mmol/L Ammoniumhydroxyd.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass oberhalb einer Menge
an partikulären Bestandteilen von 4 g/kg in der kolloidalen, wässrigen Lösung bereits
bei ungewöhnlich niedrigeren Schichtgewichten homogene, geschlossene Zinkphosphatüberzüge
auf den Oberflächen der metallischen Materialien aufwachsen, die einen mit Zinkphosphatüberzügen
des Standes der Technik gleichwertigen Lackhaftgrund für eine nachfolgende Elektrotauchlackierung
bei gleichzeitig hervorragendem Lackumgriff darstellen. Ungeachtet dessen zielt die
vorliegende Erfindung auf die Abscheidung homogener, geschlossener Zinkphosphatüberzüge
auf den Oberflächen von Zink ab, so dass erfindungsgemäß vorausgesetzt ist, dass im
Verfahrensschritt (ii) auf den Oberflächen von Zink ein Zinkphosphatüberzug mit einem
Schichtgewicht von mehr als 0,5 g/m
2, vorzugsweise von mehr als 1,0 g/m
2, abgeschieden wird.
[0012] Die Reduktion des Schichtgewichtes ermöglicht auch eine kürzere nasschemische Einwirkdauer
bzw. Kontaktzeit mit der sauren wässrigen Zusammensetzung der Zinkphosphatierung,
was wiederum sowohl mit einem geringeren Beizabtrag als auch einer insgesamt kürzeren
Vorbehandlungsdauer korreliert. Eine weitergehende Reduktion des Schichtgewichtes
bzw. der Kontaktzeit in der Zinkphosphatierung kann erzielt werden, wenn der Anteil
der partikulären Bestandteile in der kolloidalen, wässrigen Lösung weiter erhöht wird,
so dass erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt sind, in denen der Anteil der partikulären
Bestandteile der kolloidalen, wässrigen Lösung mindestens 6 g/kg, besonders bevorzugt
mindestens 8 g/kg, insbesondere bevorzugt mindestens 10 g/kg beträgt. Allerdings ist
die erzielbare Schichtgewichtsreduktion in der Zinkphosphatierung bei weiterer Erhöhung
des Kolloidanteils in der Aktivierungsstufe nur noch marginal und tritt zunehmend
in Konkurrenz mit Nachteilen in der Verfahrensführung und geringerer Kolloidstabilität
in der Aktivierungsstufe. Es ist daher bevorzugt, den Anteil der partikulären Bestandteile
der kolloidalen, wässrigen Dispersion auf 20 g/kg, besonders bevorzugt auf 15 g/kg
jeweils bezogen auf die kolloidale, wässrige Lösung zu begrenzen.
[0013] Im erfindungsgemäßen Verfahren soll die Schichtauflage an Zinkphosphat auf den Oberflächen
von Zink für einen ressourcenschonenden Betrieb der Vorbehandlungslinie auf 2,0 g/m
2 begrenzt werden. Erfindungsgemäß wird aufgrund der Mindestmenge an partikulären Bestandteilen
in der kolloidalen, wässrigen Dispersion der Aktivierungsstufe hierbei eine ausreichend
homogener und geschlossener Zinkphosphatüberzug mit hervorragenden Lackumgriffsverhalten
in einer nachfolgenden Elektrotauchlackierung bereitgestellt. Die Aktivierung der
Oberflächen von Zink ist im Verfahrensschritt (i) des erfindungsgemäßen Verfahrens
derart effektiv, dass eine weitergehende Reduktion der Schichtauflage und damit eine
weitergehende Reduktion des Materialverbrauchs in der Zinkphosphatierungsstufe im
Verfahrensschritt (ii) möglich ist. Dementsprechend bevorzugt ist im Verfahrensschritt
(ii) eine Begrenzung des Schichtgewichts an Zinkphosphat auf den Oberflächen von Zink
auf weniger als 1,8 g/m
2, besonders bevorzugt auf weniger als 1,6 g/m
2, insbesondere bevorzugt von weniger als 1,5 g/m
2. Die Begrenzung des Schichtgewichts kann dabei in der Verfahrensführung entweder
über eine reduzierte Kontaktzeit mit der sauren, wässrigen Zusammensetzung zur Zinkphosphatierung
im Verfahrensschritt (ii) und/oder über eine Erhöhung des Anteils der partikulären
Bestandteile der kolloidalen, wässrigen Dispersion im Verfahrensschritt (i) vorgenommen
werden. Das Schichtgewicht an Zinkphosphat wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung
bestimmt durch Ablösen der Zinkphosphatschicht mit wässriger 5 Gew.-% CrO
3 als Beizlösung, die unmittelbar nach der Zinkphosphatierung und dem Spülen mit entionisiertem
Wasser (κ<1µScm
-1 ) bei 25 °C für 5 min mit einer definierten Fläche des phosphatierten Materials bzw.
Bauteils in Kontakt gebracht wird und anschließender Bestimmung des Phosphorgehaltes
in derselben Beizlösung mit ICP-OES. Das Schichtgewicht an Zinkphosphat ergibt sich
aus der Multiplikation der flächenbezogenen Menge an Phosphor mit dem Faktor 6,23.
[0014] Ein besonderer weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass
neben Oberflächen von Zink auch die Oberflächen von Eisen und Aluminium im Verfahrensschritt
(i) sehr effektiv aktiviert werden und im Verfahrensschritt (ii) ebenfalls sehr homogene,
geschlossene Zinkphosphatüberzüge mit vergleichsweise geringem Schichtgewicht auf
diesen Oberflächen zugänglich sind. Dementsprechend werden erfindungsgemäß vorzugsweise
Bauteile behandelt, die neben Oberflächen von Zink auch Oberflächen von Eisen und/oder
Aluminium aufweisen, wobei im Verfahrensschritt (ii) vorzugsweise auch auf Oberflächen
von Eisen und Aluminium eine Zinkphosphatschicht mit einem Schichtgewicht von weniger
als 2,0 g/m
2, besonders bevorzugt weniger als 1,8 g/m
2, insbesondere bevorzugt weniger als 1,6 g/m
2, und ganz besonders bevorzugt von weniger als 1,5 g/m
2, aber vorzugsweise mindestens 0,5 g/m
2, besonders bevorzugt mindestens 1,0 g/m
2 abgeschieden wird. Analog weist ein metallisches Material dann zumindest eine Oberfläche
von Eisen oder Aluminium auf, wenn das metallische Gefüge an dieser Oberfläche bis
zu einer Materialeindringtiefe von mindestens einem Mikrometer zu mehr als 50 At.-%
aus Eisen bzw. Aluminium zusammengesetzt ist.
[0015] Weiterhin hat sich im Kontext der vorliegenden Erfindung gezeigt, dass die in den
Aktivierungsstufen in Verfahren des Standes der Technik häufig zur Kolloid-Stabilisierung
additivierten in Wasser gelösten kondensierten Phosphate für die Aufrechterhaltung
konstant guter Phosphatüberzüge nur von untergeordneter Bedeutung sind. Es ist bemerkenswert
und für den Fachmann überraschend, dass in erfindungsgemäßen Verfahren, die auf eine
Aktivierungsstufe auf Basis des partikulären Bestandteils (a) basieren, der in einer
Menge von mindestens 4 g/kg bezogen auf die kolloidale, wässrige Lösung enthalten
ist, auf die Additivierung von kondensierten Phosphaten weitgehend bis gänzlich verzichtet
werden kann. In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist der Anteil an in Wasser gelösten kondensierten Phosphaten in der Aktivierungsstufe
bezogen auf den Phosphatgehalt der mindestens einen partikulären Verbindung in der
kolloidalenwässrigen Lösung jeweils bezogen auf das Element P kleiner als 0,25, besonders
bevorzugt kleiner als 0,20, insbesondere bevorzugt kleiner als 0,15 und ganz besonders
bevorzugt kleiner als 0,10.
[0016] Weiterhin ist in diesem Zusammenhang bevorzugt, dass der Anteil an in Wasser gelösten
kondensierten Phosphaten in der kolloidalen, wässrigen Lösung des erfindungsgemäßen
Verfahrens berechnet als P kleiner als 100 mg/kg, besonders bevorzugt kleiner als
20 mg/kg, insbesondere bevorzugt kleiner als 15 mg/kg, und ganz besonders bevorzugt
kleiner als 10 mg/kg bezogen auf die kolloidale, wässrige Lösung ist. Insgesamt kann
im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch gänzlich auf die Additivierung von kondensierten
Phosphaten verzichtet werden, so dass in der Aktivierung lediglich solche geringen
Mengen an kondensierten Phosphaten anzutreffen sind, die aus vorgelagerten Reinigungsstufen
mit dem vorzubehandelnden Bauteil, insbesondere bei der Behandlung einer Vielzahl
an Bauteilen in Serie, in die Aktivierungsstufe gelangen.
[0017] Als kondensierte Phosphate gelten im Rahmen der vorliegenden Erfindung Metaphosphate
und Polyphosphate, vorzugsweise Polyphosphate, besonders bevorzugt Pyrophosphat. Die
kondensierten Phosphate liegen vorzugsweise in Form von Verbindungen einwertiger Kationen,
vorzugsweise ausgewählt aus Li, Na und/oder K, besonders bevorzugt Na und/oder K,
vor.
[0018] Der Anteil an kondensierten Phosphaten kann analytisch aus der Differenz des Gesamtphosphat-Gehaltes
im nicht-partikulären Bestandteil der kolloidalen, wässrigen Lösung mit und ohne oxidativen
Aufschluss beispielsweise mittels Peroxodisulfat bestimmt werden, wobei der gelöste
Orthophosphat-Anteil mittels Photometrie quantifiziert wird. Alternativ kann, wenn
Polyphosphate als kondensierte Phosphate eingesetzt werden anstelle des oxidativen
Aufschlusses ein enzymatischer Aufschluss mit einer Pyrophosphatase erfolgen. Der
nicht-partikuläre Bestandteil der kolloidalen, wässrigen Lösung ist der Feststoffanteil
der kolloidalen, wässrigen Lösung im Permeat der zuvor beschriebenen Ultrafiltration
nach dessen Trocknung bis zur Massenkonstanz bei 105°C - also der Feststoffanteil
nach Abtrennung des partikulären Bestandteils (a) mittels Ultrafiltration.
[0019] Die hohe Toleranz des erfindungsgemäßen Verfahrens gegenüber eingeschleppten Fremd-Ionen
ermöglicht es auch, dass die der Aktivierungsstufen vorgelagerten Reinigungsstufen,
Spülstufen und auch die Aktivierungsstufe selbst mit Brauchwasser anstelle von entionisiertem
Wasser eingefahren werden kann. Das erfindungsgemäße Verfahren wird auf diese Weise
besonders ressourcenschonend betrieben. Es ist daher erfindungsgemäß bevorzugt, dass
die kolloidale, wässrige Lösung in der Aktivierung mindestens 0,5 mmol/L, besonders
bevorzugt mindestens 1,0 mmol/L, insbesondere bevorzugt mindestens 1,5 mmol/l, jedoch
vorzugsweise nicht mehr als 10 mmol/L an in Wasser gelösten Erdalkalimetall-Ionen
enthält.
[0020] Sollte im anlagenspezifischen Einzelfall die Toleranz des erfindungsgemäßen Verfahrens
bei außergewöhnlich hohen Ionenstärken, bspw. hoher permanenter Wasserhärte und gleichzeitig
hohem Anteil an eingeschleppten Fremd-Ionen aus vorhergehenden Reinigungsstufen an
seine Grenzen gelangen, können für die Aufrechterhaltung einer hohen Badstandzeit
organische Komplexbildner zur Maskieren der Fremd-Ionen hinzudosiert werden. In diesem
Fall ist abzuwägen, ob der wirtschaftliche Vorteil, dass die Aktivierungsstufe und
ggf. vorgelagerte Reinigungsstufen und Spülen mit Brauchwasser betrieben werden kann,
nicht durch eine Additivierung mit organischen Komplexbildnern und deren verfahrenstechnische
Überwachung im Systemtank der Aktivierungsstufe konterkariert wird. Geeignete organische
Komplexbildner, die in diesem Zusammenhang bevorzugt sind, sind ausgewählt aus α-Hydroxycarbonsäuren,
die wiederum bevorzugt ausgewählt sind aus Gluconsäure, Tartronsäure, Glycolsäure,
Zitronensäure, Weinsäure, Milchsäure, ganz besonders bevorzugt Gluconsäure, und/oder
Organophosphonsäuren, die wiederum bevorzugt ausgewählt sind aus Etidronsäure, Aminotris(methylenphosphonsäure),
Aminotri(methylenphosphonic acid)), Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure, Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure),
Hexamethylendiamintetra-(methylenphosphonsäure) und/oder Hydroxyphosphonoessigsäure,
besonders bevorzugt aus Etidronsäure.
[0021] Für die Aufrechterhaltung einer stabilen Aktivierungsleistung sollte die Zudosierung
von organischen Komplexbildnern nur in einem solchen Maße erfolgen, dass deren Menge
in der kolloidalen, wässrigen Lösung vorzugsweise nicht größer als das Zweifache,
besonders bevorzugt nicht größer als das 1,5 fache, bezogen auf die Menge an Erdalkalimetallmetalllonen
ist und ganz besonders bevorzugt nicht größer als äquimolar zur Menge der Erdalkalimetallmetall-Ionen
ist.
[0022] Die kolloidale, wässrige Lösung in der Aktivierung (i) des erfindungsgemäßen Verfahrens
weist vorzugsweise einen alkalischen pH-Wert auf, besonders bevorzugt einen pH-Wert
oberhalb von 8,0, insbesondere bevorzugt oberhalb von 9,0, jedoch vorzugsweise unterhalb
von 11,0, wobei zu dessen Einstellung den pH-Wert beeinflussende Verbindungen wie
Phosphorsäure, Natronlauge, Ammoniumhydroxid oder Ammoniak eingesetzt werden können.
Der "pH-Wert", wie im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendet, entspricht dem
negativen dekadischen Logarithmus der Hydronium-Ionen Aktivität bei 20 °C und kann
mittels pH-sensitiver Glaselektroden bestimmt werden.
[0023] Für die gute Aktivierungsleistung erforderlich ist die Verwendung polyvalenter Metall-Kationen
in Form von Phosphaten, die für die Aktivierung mit einem entsprechend hohen Anteil
im dispergierten partikulären Bestandteil (a) enthalten sein sollten. Demgemäß ist
der Anteil an Phosphaten enthalten in der mindestens einen partikulären anorganischen
Verbindung (a1) bezogen auf den dispergierten partikulären Bestandteils (a) der kolloidalen,
wässrigen Lösung vorzugsweise mindestens 25 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens
35 Gew.-%, insbesondere bevorzugt mindestens 40 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt mindestens
45 Gew.-%. Der anorganische partikuläre Bestandteil der kolloidalen, wässrigen Lösung
ist wiederum derjenige, der verbleibt, wenn der aus der Trocknung des Retentats der
Ultrafiltration gewonnene partikuläre Bestandteil (a) in einem Reaktionsofen unter
Zuführung eines CO
2-freien Sauerstoffstromes bei 900 °C ohne Beimischung von Katalysatoren oder anderen
Zuschlagsstoffen solange pyrolysiert wird, bis ein Infrarot-Sensor im Auslass des
Reaktionsofens ein mit dem CO
2-freien Trägergas (Blindwert) identisches Signal liefert. Die im anorganischen partikulären
Bestandteil enthaltenen Phosphate werden nach Säureaufschluss desselben mit wässriger
10 Gew.-% HNO
3 Lösung bei 25 °C für 15 min als Phosphorgehalt mittels Atomemissionsspektrometrie
(ICP-OES) unmittelbar aus dem Säureaufschluss bestimmt.
[0024] Die Aktivkomponenten der kolloidalen, wässrigen Dispersion, die effektiv die Bildung
eines geschlossenen Phosphatüberzuges auf den Metalloberflächen fördern und in diesem
Sinne die Metalloberflächen aktivieren, sind wie bereits erwähnt vornehmlich aus Phosphaten
zusammengesetzt, die wiederum die Ausbildung feinkristalliner Überzüge bewirken, und
daher zumindest teilweise ausgewählt aus Hopeit, Phosphophyllit, Scholzit und/oder
Hureaulith, vorzugsweise zumindest teilweise ausgewählt aus Hopeit, Phosphophyllit
und/oder Scholzit, besonders bevorzugt zumindest teilweise ausgewählt aus Hopeit und/oder
Phosphophyllit und ganz besonders bevorzugt zumindest teilweise ausgewählt aus Hopeit.
Eine Aktivierung im Sinne der vorliegenden Erfindung beruht also im Wesentlichen auf
den in der Aktivierungsstufe enthaltenden Phosphaten in partikulärer Form. Hopeite
umfassen ohne Berücksichtigung von Kristallwasser stöchiometrisch Zn
3(PO
4)
2 sowie die Nickel- und Manganhaltigen Varianten Zn
2Mn(PO
4)
3, Zn
2Ni(PO
4)
3, wohingegen Phosphophyllit aus Zn
2Fe(PO
4)
3, Scholzit aus Zn
2Ca(PO
4)
3 und Hureaulith aus Mn
3(PO
4)
2 besteht. Die Existenz der kristallinen Phasen Hopeit, Phosphophyllit, Scholzit und/oder
Hureaulith in der erfindungsgemäßen wässrigen Dispersion kann nach Abtrennung des
partikulären Bestandteils (a) mittels Ultrafiltration mit einer nominalen Ausschlussgrenze
von 10 kD (NMWC, Nominal Molecular Weight Cut Off) wie oben beschrieben und Trocknung
des Retentats bis zur Massenkonstanz bei 105°C mittels röntgendiffraktometrischer
Methoden (XRD) nachgewiesen werden.
[0025] Aufgrund der Präferenz für die Anwesenheit von Phosphaten, die Zink-Ionen umfassen
und eine bestimmte Kristallinität aufweisen, ist es für die Bildung fest anhaftender
kristalliner Zinkphosphatüberzüge nach erfolgter Aktivierung bevorzugt, wenn im erfindungsgemäßen
Verfahren in der kolloidalen, wässrigen Dispersion mindestens 20 Gew.-%, besonders
bevorzugt mindestens 30 Gew.-%, insbesondere bevorzugt mindestens 40 Gew.-% an Zink
im anorganischen partikulären Bestandteil der kolloidalen, wässrigen Lösung bezogen
auf den Phosphatanteil des anorganischen partikulären Bestanteils, berechnet als PO
4, enthalten sind.
[0026] Eine Aktivierung im Sinne der vorliegenden Erfindung soll jedoch vorzugsweise nicht
mittels kolloidaler Lösungen von Titanphosphaten erzielt werden, da anderenfalls die
schichtbildende Zinkphosphatierung auf Eisen, insbesondere Stahl, nicht zuverlässig
gelingt. In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
daher der Anteil an Titan im anorganischen partikulären Bestandteil der kolloidalen,
wässrigen Lösung kleiner als 0,01 Gew.-%, besonders bevorzugt kleiner als 0,001 Gew.-%
bezogen die kolloidale, wässrige Lösung. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
enthält die kolloidale, wässrige Lösung der Aktivierungsstufe (i) insgesamt weniger
als 10 mg/kg, besonders bevorzugt weniger als 1 mg/kg an Titan.
[0027] Die Aktivierungsstufe im erfindungsgemäßen Verfahren kann zusätzlich über ihren D50-Wert
charakterisiert werden, oberhalb dessen die Aktivierleistung signifikant abnimmt.
Vorzugsweise liegt der D50-Wert der kolloidalen, wässrigen Lösung unterhalb von 1
µm, besonders bevorzugt unterhalb von 0,4 µm. Der D50-Wert bezeichnet im Rahmen der
vorliegenden Erfindung den Teilchendurchmesser den 50 Vol.-% der in der kolloidalen,
wässrigen Lösung enthaltenden partikulären Bestandteile nicht überschreiten. Der D50-Wert
kann gemäß ISO 13320:2009 mittels Streulichtanalyse nach der Mie-Theorie aus volumengewichteten
kumulativen Partikelgrößenverteilungen unmittelbar nach Probenentnahme aus der Aktivierungsstufe
bei 20 °C bestimmt werden, wobei sphärische Partikel und ein Brechungsindex der streuenden
Partikel von n
D = 1,52 - i·0,1 zugrunde gelegt werden.
[0028] Die als Dispergierhilfsmittel eingesetzten polymeren organischen Verbindungen (a2),
die Polyoxyalkylen-Einheiten aufweisen, sind im Sinne der vorliegenden Erfindung zumindest
zum Teil zusammengesetzt aus Styrol und/oder einem α-Olefin mit nicht mehr als 5 Kohlenstoffatomen
sowie Maleinsäure, dessen Anhydrid und/oder dessen Imid, und bedingen die überaus
hohe Stabilität der kolloidalen, wässrigen Lösung in der Aktivierungsstufe des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0029] Das α-Olefin ist dabei vorzugsweise ausgewählt aus Ethen, 1-Propen, 1-Buten, Isobutylen,
1-Penten, 2-Methyl-but-1-en und/oder 3-Methyl-but-1-en und besonders bevorzugt ausgewählt
aus Isobutylen. Dem Fachmann ist hierbei klar, dass die polymeren organischen Verbindungen
(a2) diese Monomere als Struktureinheiten in ungesättigter Form untereinander oder
mit anderen Struktureinheiten kovalent verknüpft enthalten. Geeignete kommerziell
erhältliche Vertreter sind beispielsweise Dispex
® CX 4320 (BASF SE) ein Maleinsäure-Isobutylen-Copolymer mit Polypropylenglykol modifiziert,
Tego
® Dispers 752 W (Evonik Industries AG) ein Maleinsäure-Styrol-Copolymer mit Polyethylenglykol
modifiziert oder Edaplan
® 490 (Münzing Chemie GmbH) ein Maleinsäure-Styrol-Copolymer mit EO/PO- und Imidazol-Einheiten
modifiziert. Im Kontext der vorliegenden Erfindung bevorzugt sind solche polymeren
organischen Verbindungen (a2), die zumindest zum Teil aus Styrol zusammengesetzt sind.
[0030] Die als Dispergierhilfsmittel eingesetzten polymeren organischen Verbindungen (a2)
weisen Polyoxyalkylen-Einheiten auf, die vorzugsweise aufgebaut sind aus 1,2-Ethandiol
und/oder 1,2-Propandiol, besonders bevorzugt sowohl aus 1,2-Ethandiol als auch aus
1,2-Propandiol, wobei der Anteil von 1,2-Propandiolen an der Gesamtheit der Polyoxyalkylen-Einheiten
vorzugsweise mindestens 15 Gew.-% beträgt, jedoch besonders bevorzugt 40 Gew.-% bezogen
auf die Gesamtheit der Polyoxyalkylen-Einheiten nicht übersteigt. Weiterhin sind die
Polyoxyalkylen-Einheiten vorzugsweise in den Seitenketten der polymeren organischen
Verbindungen (a2) enthalten. Ein Anteil der Polyoxyalkylen-Einheiten an der Gesamtheit
der polymeren organischen Verbindungen (a2) von vorzugsweise mindestens 40 Gew.-%,
besonders bevorzugt von mindestens 50 Gew.-%, jedoch von vorzugsweise nicht mehr als
70 Gew.-% ist vorteilhaft für das Dispergiervermögen.
[0031] Für die Verankerung des Dispergierhilfsmittels mit dem anorganischen partikulären
Bestandteil der kolloidalen, wässrigen Lösung, der zumindest teilweise von polyvalenter
Metall-Kationen in Form von Phosphaten ausgewählt aus Hopeit, Phosphophyllit, Scholzit
und/oder Hurealith gebildet wird, besitzen die organischen polymeren Verbindungen
(a2) zusätzlich auch Imidazol-Einheiten, vorzugsweise derart, dass die Polyoxyalkylen-Einheiten
der polymeren organischen Verbindungen (a2) zumindest teilweise mit einer Imidazol-Gruppe
endgruppenverschlossen vorliegen, so dass in der bevorzugten Ausführungsform in der
Polyoxyalkylen-Seitenkette terminale Imidazol-Gruppen vorliegen, wobei die kovalente
Verknüpfung der Polyoxyalkylen-Einheiten mit der Imidazol-Gruppe vorzugsweise über
ein Stickstoffatom des Heterozyklus erfolgt.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Aminzahl der organischen polymeren
Verbindungen (a2) mindestens 25 mg KOH/g, besonders bevorzugt von mindestens 40 mg
KOH/g, jedoch vorzugsweise von weniger als 125 mg KOH/g, besonders bevorzugt von weniger
als 80 mg KOH/g, so dass in einer bevorzugten Ausführungsform auch die Gesamtheit
der polymeren organischen Verbindungen im partikulären Bestandteil (a) diese bevorzugten
Aminzahlen aufweist. Die Aminzahl wird jeweils bestimmt anhand einer Einwaage von
in etwa 1 g der jeweiligen Bezugsgröße - organische polymere Verbindungen (a2) oder
Gesamtheit der polymeren organischen Verbindungen im partikulären Bestandteil - in
100 ml Ethanol, wobei mit 0,1 N HCl-Maßlösung gegen den Indikator Bromphenol-Blau
bis zum Farbumschlag nach gelb bei einer Temperatur der ethanolischen Lösung von 20
°C titriert wird. Die verbrauchte Menge Maßlösung HCl in Millilitern multipliziert
mit dem Faktor 5,61 dividiert durch die exakte Masse der Einwaage in Gramm entspricht
der Aminzahl in Milligramm KOH pro Gramm der jeweiligen Bezugsgröße.
[0033] Die Anwesenheit der Maleinsäure kann, insofern sie als freie Säure und nicht in Form
des Anhydrids oder Imids Bestandteil der organischen polymeren Verbindung (a2) ist,
eine erhöhte Wasserlöslichkeit des Dispergierhilfsmittels vermitteln, insbesondere
im alkalischen Bereich. Es ist daher bevorzugt, dass die polymeren organischen Verbindungen
(a2), vorzugsweise auch die Gesamtheit der polymeren organischen Verbindungen im partikulären
Bestandteil (a), eine Säurezahl nach DGF C-V 2 (06) (Stand April 2018) von mindestens
25 mg KOH/g aufweisen, jedoch vorzugsweise von weniger als 100 mg KOH/g, besonders
bevorzugt von weniger als 70 mg KOH/g, um eine ausreichende Anzahl an Polyoxyalkylen-Einheiten
zu gewährleisten. Weiterhin ist bevorzugt, wenn die polymeren organischen Verbindungen
(a2), vorzugsweise auch die Gesamtheit der polymeren organischen Verbindungen im partikulären
Bestandteil (a), eine Hydroxylzahl von weniger als 15 mg KOH/g, besonders bevorzugt
von weniger als 12 mg KOH/g, insbesondere bevorzugt von weniger als 10 mg KOH/g aufweisen,
jeweils bestimmt nach Methode A der 01/2008:20503 aus European Pharmacopoeia 9.0.
[0034] Für eine genügende Dispergierung der anorganischen partikulären Bestandteile in der
kolloidalen, wässrigen Dispersion ist es ausreichend, wenn der Anteil der polymeren
organischen Verbindungen (a2), vorzugsweise die Gesamtheit der polymeren organischen
Verbindungen im partikulären Bestandteil (a), bezogen auf den partikulären Bestandteil
(a) mindestens 3 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 6 Gew.-% beträgt, jedoch vorzugsweise
15 Gew.-% nicht übersteigt.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur korrosionsschützenden Vorbehandlung unter Einbeziehung einer wässrigen Dispersion.
In einem solchen bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren ist die kolloidale, wässrige
Lösung im Verfahrensschritt (i) erhältlich als eine um den Faktor 20 bis 100.000 verdünnte
wässrige Dispersion umfassend:
- bezogen auf die wässrige Dispersion mindestens 5 Gew.-% eines dispergierten partikulären
Bestandteils (A), der wiederum
(A1) mindestens eine partikuläre anorganische Verbindung, die aus Phosphaten polyvalenter
Metall-Kationen zumindest teilweise ausgewählt aus Hopeit, Phosphophyllit, Scholzit
und/oder Hureaulith zusammengesetzt ist,
(A2) mindestens eine polymere organische Verbindung, die zumindest zum Teil zusammengesetzt
ist aus Styrol und/oder einem α-Olefin mit nicht mehr als 5 Kohlenstoffatomen, wobei
die polymere organische Verbindung zusätzlich Einheiten von Maleinsäure, deren Anhydrid
und/oder deren Imid und die polymere organische Verbindung zusätzlich Polyoxyalkylen-Einheiten
aufweist, enthält, sowie
- gegebenenfalls mindestens einen Verdicker (B), der vorzugsweise ausgewählt ist aus
Harnstoffurethanharzen, besonders bevorzugt aus Harnstoffurethanharzen, die eine Aminzahl
von weniger als 8 mg KOH/g, vorzugsweise von weniger als 5 mg KOH/g, besonders bevorzugt
von weniger als 2 mg KOH/g aufweisen.
[0036] Für den dispergierten partikulären Bestandteil (A) sowie die mindestens eine partikuläre
anorganische Verbindung (A1) bzw. polymere organische Verbindung (A2) gelten dieselben
Definitionen und bevorzugten Spezifikationen wie sie zuvor für die kolloidale, wässrige
Lösung angeführt wurden.
[0037] Aufgrund der mittels der polymeren organischen Verbindung (A2) als Dispergierhilfsmittel
hervorragenden Kolloid-Stabilität des partikulären Bestandteils (A) erfolgt die Verdünnung
vorzugsweise mit entionisierten Wasser (κ < 1µScm
-1), besonders bevorzugt mit Brauchwasser, um das erfindungsgemäße Verfahren möglichst
ressourcenschonend zu gestalten. Brauchwasser im Lichte der zugrundeliegenden technischen
Anwendung enthält mindestens 0,5 mmol/L an Erdalkalimetall-Ionen.
[0038] Die Anwesenheit eines Verdickers gemäß Komponente (B) verleiht der wässrigen Dispersion
in Kombination mit ihrem partikulären Bestandteil ein thixotropes Fließverhalten und
trägt damit dazu bei, der irreversible Bildung von Agglomeraten im partikulären Bestandteil
der Dispersion, aus denen Primärpartikel nicht mehr herausgelöst werden können, entgegenzuwirken.
Die Zugabe des Verdickers ist vorzugsweise so zu steuern, dass die wässrige Dispersionen
im Scherratenbereich von 0,001 bis 0,25 reziproken Sekunden eine maximale dynamische
Viskosität bei einer Temperatur von 25 °C von mindestens 1000 Pa·s, jedoch vorzugsweise
unterhalb von 5000 Pa·s, aufweist und vorzugsweise bei Scherraten oberhalb derjenigen,
die bei der maximalen dynamischen Viskosität vorliegt, bei 25 °C scherverdünnendes
Verhalten zeigt, also eine Abnahme der Viskosität mit steigender Scherrate, so dass
die wässrige Dispersion insgesamt ein thixotropes Fließverhalten aufweist. Die Viskosität
über den angegebenen Scherratenbereich kann dabei mittels Platte/Kegel-Viskosimeter
mit einem Kegeldurchmesser von 35 mm und einer Spaltbreite von 0,047 mm bestimmt werden.
[0039] Ein Verdicker gemäß Komponente (B) ist eine polymere chemische Verbindung oder eine
definierte Mischung chemischer Verbindungen, die als 0,5 Gew.-%iger Bestandteil in
entionisiertem Wasser (κ < 1µScm
-1) bei einer Temperatur von 25 °C eine Brookfield-Viskosität von mindestens 100 mPa·s
bei einer Scherung von 60 rpm (= rounds per minute) unter Verwendung einer Spindel
der Größe 2 aufweist. Bei der Bestimmung dieser Verdickereigenschaft ist die Mischung
mit Wasser derart anzusetzen, dass die entsprechende Menge der polymeren chemischen
Verbindung unter Rührung bei 25 °C in die Wasserphase gegeben und die homogenisierte
Mischung anschließend im Ultraschallbad von Luftblasen befreit und während 24 Stunden
ruhend stehen gelassen wird. Der Messwert der Viskosität wird dann nach Aufbringen
einer Scherung von 60 rpm durch die Spindel Nummer 2 unmittelbar innerhalb von 5 Sekunden
abgelesen.
[0040] Vorzugsweise enthält eine erfindungsgemäße wässrige Dispersion insgesamt mindestens
0,5 Gew.-%, jedoch vorzugsweise nicht mehr als 4 Gew.-%, besonders bevorzugt nicht
mehr als 3 Gew.-% eines oder mehrerer Verdicker gemäß Komponente (B), wobei weiterhin
bevorzugt der Gesamtanteil an polymeren organischen Verbindungen im nicht-partikulären
Bestandteil der wässrigen Dispersion 4 Gew.-% (bezogen auf die Dispersion) nicht überschreitet.
Der nicht-partikuläre Bestandteil ist der Feststoffanteil der wässrigen Dispersion
im Permeat der bereits beschriebenen Ultrafiltration nach dessen Trocknung bis zur
Massenkonstanz bei 105°C - also der Feststoffanteil nach Abtrennung des partikulären
Bestandteils mittels Ultrafiltration.
[0041] Bestimmte polymere Verbindungsklassen sind besonders geeignete Verdicker gemäß Komponente
(B) und zudem kommerziell gut zugänglich. So ist der Verdicker nach Komponente (B)
zunächst vorzugsweise ausgewählt aus polymeren organischen Verbindungen, die wiederum
vorzugsweise ausgewählt sind aus Polysacchariden, Cellulosederivaten, Aminoplasten,
Polyvinylalkoholen, Polyvinylpyrrolidonen, Polyurethanen und/oder Harnstoffurethanharzen,
und besonders bevorzugt aus Harnstoffurethanharzen.
[0042] Ein Harnstoffurethanharz als Verdicker gemäß Komponente (B) des bevorzugten erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Bereitstellung einer kolloidalen, wässrigen Lösung ausgehend von der
wässrigen Dispersion stellt eine Mischung polymerer Verbindungen dar, die aus der
Reaktion eines mehrwertigen Isocyanats mit einem Polyol und einem Mono- und/oder Diamin
hervorgeht. In einer bevorzugten Ausführungsform geht das Harnstoffurethanharz aus
einem mehrwertigen Isocyanat, vorzugsweise ausgewählt aus 1,4-Tetramethylendiisocyanat,
1,6-Hexamethylen-diisocyanat, 2,2(4),4-Trimethyl-1,6-Hexamethylendiisocyanat, 1,10-Decamethylen-diisocyanat,
1,4,-Cyclohexylendiisocyanat, p-Phenylendiisocyanat, m-Phenylendiisocyanat, 2,6-Toluendiisocyanat,
2,4-Toluendiisocyanat und deren Mischungen, p- und m-Xylylendiisocyanat, und 4-4',-Diisocyanatodicyclohexylmethan,
besonders bevorzugt ausgewählt aus 2,4-Toluoldiisocyanat und/oder m-Xylylendiisocyanat,
hervor. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform geht das Harnstoffurethanharz
aus einem Polyol ausgewählt aus Polyoxyalkylendiolen, insbesondere bevorzugt aus Polyoxyethylenglykolen,
hervor, die wiederum vorzugsweise zusammengesetzt sind aus mindestens 6, besonders
bevorzugt mindestens 8, insbesondere bevorzugt mindestens 10, jedoch vorzugsweise
weniger als 26, besonders bevorzugt weniger als 23 Oxyalkylen-Einheiten.
[0043] Erfindungsgemäß besonders geeignete und daher bevorzugte Harnstoffurethanharze sind
erhältlich durch eine erste Umsetzung eines Diisocyanates, beispielsweise Toluol-2,4-diisocyanat,
mit einem Polyol, beispielsweise einem Polyethylenglykol, unter Bildung NCOterminierter
Urethanpräpolymere, wonach mit einem primären Monoamin und/oder mit einem primären
Diamin, beispielsweise m-Xylylendiamin, weiter umgesetzt wird.
[0044] Harnstoffurethanharze, die weder freie noch blockierte Isocyanat-Gruppen aufweisen
sind dabei in besonderem Maße bevorzugt. Derartige Harnstoffurethanharze fördern als
Bestandteil der wässrigen Dispersion aus der die kolloidale, wässrige Lösung des erfindungsgemäßen
Verfahrens durch Verdünnen erhältlich ist, die Bildung loser Agglomerate von Primärpartikeln,
die jedoch ihrerseits soweit in der wässrigen Phase stabilisiert und gegen weitergehende
Agglomeration geschützt sind, dass die Sedimentation des partikulären Bestandteils
in der wässrigen Dispersion weitgehend unterbunden wird. Um dieses Eigenschaftsprofil
weiter zu fördern, werden als Komponente (B) vorzugsweise Harnstoffurethanharze eingesetzt,
die weder freie oder blockierte Isocyanat-Gruppen noch terminale Amin-Gruppen aufweisen.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Verdicker gemäß Komponente (B), der
ein Harnstoffurethanharz darstellt, daher eine Aminzahl von weniger als 8 mg KOH/g,
besonders bevorzugt von weniger als 5 mg KOH/g, insbesondere bevorzugt von weniger
als 2 mg KOH/g auf, jeweils bestimmt nach der Methode wie zuvor für die organische
polymere Verbindung (A2) beschrieben. Da der Verdicker im Wesentlichen in der wässrigen
Phase gelöst vorliegt und damit dem nicht-partikulären Bestandteil der wässrigen Dispersion
zugeordnet werden kann, während die Komponente (A2) im Wesentlichen im partikulären
Bestandteil (A) gebunden ist, ist dementsprechend eine wässrige Dispersion für die
Bereitstellung der kolloidalen, wässrigen Lösung der Aktivierung bevorzugt, bei der
die Gesamtheit der polymeren organischen Verbindungen im nicht-partikulären Bestandteil
vorzugsweise eine Aminzahl von weniger als 16 mg KOH/g, besonders bevorzugt von weniger
als 10 mg KOH/g, insbesondere bevorzugt von weniger als 4 mg KOH/g aufweist. Weiterhin
ist bevorzugt, dass das Harnstoffurethanharz eine Hydroxylzahl im Bereich von 10 bis
100 mg KOH/g, besonders bevorzugt im Bereich von 20 bis 60 mg KOH/g, bestimmt nach
Methode A der 01/2008:20503 aus European Pharmacopoeia 9.0.aufweist. Hinsichtlich
des Molekulargewichts ist eine gewichtsmittlere Molmasse des Harnstoffurethanharzes
im Bereich von 1000 bis 10000 g/mol, vorzugsweise im Bereich von 2000 bis 6000 g/mol,
erfindungsgemäß vorteilhaft und daher bevorzugt, jeweils experimentell bestimmt wie
zuvor im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Definition einer polymeren Verbindung
beschrieben.
[0045] Der pH-Wert der Dispersion für die Bereitstellung der kolloidalen, wässrigen Lösung
der Aktivierung des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt ohne den Zusatz von Hilfsstoffen
üblicherweise im Bereich von 6,0 - 9,0 und ein solcher pH-Wertbereich ist daher erfindungsgemäß
bevorzugt. Für die Kompatibilität mit der eigentlichen und regelmäßig alkalisch eingestellten
kolloidalen, wässrigen Lösung in der Aktivierungsstufe ist es jedoch von Vorteil,
wenn der pH-Wert der wässrigen Dispersion, ggf. auch durch Zugabe alkalisch reagierender
Verbindungen, oberhalb von 7,2, besonders bevorzugt oberhalb von 8,0 liegt. Die Alkalität
der erfindungsgemäßen wässrigen Dispersion ist, da einige polyvalente Metall-Kationen
amphoteren Charakter haben und demnach bei höheren pH-Werten aus dem partikulären
Bestandteil herausgelöst werden können, idealerweise begrenzt, so dass der pH-Wert
der wässrigen Dispersion vorzugsweise unterhalb von 10 und besonders bevorzugt unterhalb
von 9,0 liegt.
[0046] Die zuvor beschriebene wässrige Dispersion zur Bereitstellung der kolloidalen, wässrigen
Lösung ist ihrerseits vorzugsweise erhältlich durch
- i) Bereitstellen einer Pigmentpaste durch Verreiben von 10 Massenteilen einer anorganischen
partikulären Verbindung (A1) mit 0,5 bis 2 Massenteilen der polymeren organischen
Verbindung (A2) in Gegenwart von 4 bis 7 Massenteilen Wasser und Vermahlen bis zum
Erreichen eines D50-Wert von weniger als 1 µm bestimmt mittels dynamischer Lichtstreuung
nach Verdünnung mit Wasser um den Faktor 1000, bspw. mittels Zetasizer® Nano ZS, Fa. Malvern Panalytical GmbH;
- ii) Verdünnen der Pigmentpaste mit einer solchen Menge an Wasser, vorzugsweise entionisiertem
Wasser (κ<1µScm-1) oder Brauchwasser, und eines Verdickers (B), dass ein dispergierter partikulärer
Bestandteil (A) von mindestens 5 Gew.-% und eine maximale dynamische Viskosität von
mindestens 1000 Pa s bei einer Temperatur von 25 °C im Scherratenbereich von 0,001
bis 0,25 reziproken Sekunden eingestellt ist; und
- iii) Einstellen eines pH-Wertes im Bereich von 7,2 bis 10,0 mit Hilfe einer alkalisch
reagierenden Verbindung,
wobei bevorzugte Ausführungsformen der Dispersion durch Auswahl entsprechender Komponenten
(A1), (A2) und (A) in der jeweils ggf. vorgesehenen bzw. erforderlichen Menge, wie
im Zusammenhang mit der kolloidalen, wässrigen Lösung beschrieben, auf analoge Weise
erhalten werden.
[0047] Die wässrige Dispersion kann zudem Hilfsstoffe, beispielsweise ausgewählt aus Konservierungsmitteln,
Benetzungsmitteln und Entschäumern, enthalten, die in der für die jeweilige Funktion
notwendigen Menge enthalten sind. Vorzugsweise ist der Anteil an Hilfsstoffen, besonders
bevorzugt an anderen Verbindungen im nicht-partikulären Bestandteil, die keine Verdicker
und keine alkalisch reagierenden Verbindungen darstellen, geringer als 1 Gew.-%. Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung ist eine alkalisch reagierende Verbindung wasserlöslich
(Wasserlöslichkeit: mindestens 10 g pro Kilogramm Wasser mit κ<1µScm
-1) und hat einen pK
B-Wert für die erste Protonierungsstufe oberhalb von 8,0.
[0048] Die ressourcenschonende Verfahrensführung gemäß vorliegender Erfindung kommt insbesondere
bei der Zinkphosphatierung von Bauteilen in Serie also im laufenden Betrieb einer
Vorbehandlungslinie zur Zinkphosphatierung zum Tragen. In einer bevorzugten Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird daher eine Vielzahl konkreter Bauteile, die
zumindest teilweise aus einem metallischen Material, das mindestens eine Oberfläche
von Zink aufweist, zusammengesetzt ist, in Serie behandelt. Eine Vorbehandlung in
Serie liegt vor, wenn die Bauteile der Serie jeweils entsprechend des erfindungsgemäßen
Verfahrens zunächst aktiviert und anschließend zinkphosphatiert werden und dafür mit
in Systemtanks bereitgestellten Bädern zur Aktivierung und Zinkphosphatierung in Kontakt
gebracht werden, wobei das In-Kontakt-Bringen der einzelnen Bauteile nacheinander
und damit zeitlich voneinander getrennt erfolgt. Der Systemtank ist dabei das Behältnis,
in dem sich die kolloidale, wässrige Lösung zum Zwecke der Aktivierung oder die saure,
wässrige Zusammensetzung zum Zwecke der Phosphatierung befindet.
[0049] Zwischen der Aktivierung (i) und der Zinkphosphatierung (ii) kann ein Spülschritt
liegen, um die Überschleppung alkalischer Bestandteile in die saure wässrige Zusammensetzung
zur Zinkphosphatierung zu reduzieren, jedoch wird vorzugsweise auf einen Spülschritt
verzichtet, um die Aktivierung der metallischen Oberflächen vollständig zu erhalten.
Ein Spülschritt dient ausschließlich der vollständigen oder teilweisen Entfernung
löslicher Rückstände, Partikel und Wirkkomponenten, die aus einem vorausgegangenem
nasschemischen Behandlungsschritt auf dem Bauteil anhaftend verschleppt werden, vom
zu behandelnden Bauteil, ohne dass in der Spülflüssigkeit selbst Wirkkomponenten auf
Basis metallischer oder halbmetallischer Elemente enthalten sind, die sich bereits
durch das bloße In-Kontakt-Bringen der metallischen Oberflächen des Bauteils mit der
Spülflüssigkeit verbrauchen. So kann die Spülflüssigkeit lediglich Stadtwasser oder
entionisiertes Wasser sein oder aber auch im Bedarfsfall eine Spülflüssigkeit darstellen,
die zur Verbesserung der Benetzbarkeit mit der Spülflüssigkeit oberflächenaktive Verbindungen
enthält.
[0050] Für eine schichtbildende Zinkphosphatierung und die Ausbildung teilkristalliner Überzüge,
auf die die Aktivierung der metallischen Materialien abzielt, ist es bevorzugt, dass
die Phosphatierung im Verfahrensschritt (ii) durch In-Kontakt-Bringen der Oberflächen
mit einer sauren wässrigen Zusammensetzung enthaltend 5 - 50 g/l an Phosphat-Ionen,
0,3 - 3 g/l an Zink-Ionen sowie eine Menge an freiem Fluorid. Die Menge an Phosphat-Ionen
umfasst erfindungsgemäß die Orthophosphorsäure sowie die in Wasser gelösten Anionen
der Salze der Orthophosphorsäure berechnet als PO
4.
[0051] Eine Menge an freiem Fluorid bzw. eine Quelle für freie Fluorid-Ionen ist essentiell
für den Prozess der schichtbildenden Zinkphosphatierung, insoweit Bauteile umfassend
neben Oberflächen von Zink auch Oberflächen von Eisen oder Aluminium schichtbildend
zinkphosphatiert werden sollen, wie es beispielsweise bei der Zinkphosphatierung von
Automobilkarossen, die zumindest teilweise auch aus Aluminium gefertigt sind, erforderlich
ist. In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn die Menge an freiem Fluorid in
der sauren wässrigen Zusammensetzung mindestens 0,5 mmol/kg, besonders bevorzugt mindestens
2 mmol/kg beträgt. Die Konzentration an freiem Fluorid sollte keine Werte überschreiten,
oberhalb derer die Phosphatüberzüge überwiegend Anhaftungen aufweisen, die leicht
abwischbar sind, da diese auch durch eine überproportional erhöhte Menge an partikulären
Bestandteilen in der kolloidalen, wässrigen Lösung der Aktivierung nicht vermieden
werden können. Daher ist es auch aus wirtschaftlichen Erwägungen vorteilhaft und daher
bevorzugt, wenn im erfindungsgemäßen Verfahren basierend auf einer Aktivierung (i)
gefolgt von einer Zinkphosphatierung (ii) die Konzentration an freiem Fluorid in der
sauren wässrigen Zusammensetzung der Zinkphosphatierung unterhalb von 15 mmol/kg,
besonders bevorzugt unterhalb von 10 mmol/kg und insbesondere bevorzugt unterhalb
von 8 mmol/kg liegt.
[0052] Die Menge an freiem Fluorid ist nach Kalibrierung mit Fluorid-haltigen Pufferlösungen
ohne pH-Pufferung mittels einer fluoridsensitiven Messelektrode potentiometrisch bei
20 °C in der jeweiligen sauren wässrigen Zusammensetzung zu bestimmen. Geeignete Quellen
für freie Fluorid-Ionen sind Flusssäure sowie deren wasserlöslichen Salze, wie Ammoniumbifluorid
und Natriumfluorid, sowie komplexe Fluoride der Elemente Zr, Ti und/oder Si, insbesondere
komplexe Fluoride des Elements Si. Vorzugsweise ist die Quelle für freies Fluorid
in einer Phosphatierung gemäß der vorliegenden Erfindung daher ausgewählt aus Flusssäure
sowie deren wasserlöslichen Salzen und/oder komplexen Fluoriden der Elemente Zr, Ti
und/oder Si. Salze der Flusssäure sind dann wasserlöslich im Sinne der vorliegenden
Erfindung, wenn ihre Löslichkeit in entionisiertem Wasser (κ<1µScm
-1) bei 60°C mindestens 1 g/L berechnet als F beträgt.
[0053] Zur Unterdrückung der sogenannten Stippenbildung auf den Oberflächen der metallischen
Materialien, die aus Zink gefertigt sind, ist es bevorzugt, wenn in solchen erfindungsgemäßen
Verfahren, bei denen eine Zinkphosphatierung im Schritt (ii) erfolgt, die Quelle für
freies Fluorid zumindest teilweise ausgewählt ist aus komplexen Fluoriden des Elements
Si, insbesondere aus Hexafluorokieselsäure und ihren Salzen. Unter Stippenbildung
versteht der Fachmann in der Phosphatierung das Phänomen der lokalen Abscheidung von
amorphem, weißem Zinkphosphat in einer ansonsten kristallinen Phosphatschicht auf
den behandelten Zinkoberflächen bzw. auf den behandelten verzinkten oder legierungsverzinkten
Stahloberflächen.
[0054] Im Verfahrensschritt (ii) des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt der bevorzugte pH-Wert
der sauren wässrigen Zusammensetzung oberhalb von 2,5, besonders bevorzugt oberhalb
von 2,7, jedoch vorzugsweise unterhalb von 3,5, besonders bevorzugt unterhalb von
3,3 liegt. Der Anteil der freien Säure in Punkten beträgt in der sauren wässrigen
Zusammensetzung der Zinkphosphatierung im Verfahrensschritt (ii) vorzugsweise mindestens
0,4, jedoch vorzugsweise nicht mehr als 3,0, besonders bevorzugt nicht mehr als 2,0.
Der Anteil der freien Säure in Punkten wird bestimmt, indem 10 ml Probevolumen der
sauren wässrigen Zusammensetzung auf 50 ml verdünnt und mit 0,1 N Natronlauge bis
zu einem pH-Wert von 3,6 titriert werden. Der Verbrauch an ml Natronlauge gibt die
Punktzahl freier Säure an.
[0055] Auch die übliche Additivierung der Zinkphosphatierung kann im Rahmen der vorliegenden
Erfindung in analoger Weise durchgeführt werden, so dass die saure wässrige Zusammensetzung
im Verfahrensschritt (ii) die üblichen Beschleuniger wie Wasserstoffperoxid, Nitrit,
Hydroxylamin, Nitroguanidin und/oder N-Methylmorpholin-N-Oxid und zusätzlich Kationen
der Metalle Mangan, Kalzium und/oder Eisen in Form wasserlöslicher Salze, die einen
positiven Einfluss auf die Schichtbildung ausüben, enthalten kann. Aus ökologischen
Gesichtspunkten besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei der insgesamt weniger
als 10 ppm an Nickel- und/oder Kobalt-Ionen in der sauren wässrigen Zusammensetzung
der Zinkphosphatierung im Verfahrensschritt (ii) enthalten sind.
[0056] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird ein guter Lackhaftgrund für eine nachfolgende
Tauchlackierung, in deren Verlauf eine im Wesentlichen organische Deckschicht aufgebracht
wird, realisiert. Dementsprechend folgt in einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens der Zinkphosphatierung mit oder ohne dazwischenliegendem Spül- und/oder
Trocknungsschritt, jedoch vorzugsweise mit Spülschritt, aber ohne Trocknungsschritt,
eine Tauchlackierung, besonders bevorzugt eine Elektrotauchlackierung, insbesondere
bevorzugt eine kathodische Elektrotauchlackierung, die vorzugsweise neben dem dispergierten
Harz, das vorzugsweise ein Amin-modifiziertes Polyepoxid umfasst, wasserlösliche oder
wasserdispergierbare Salze von Yttrium und/oder Bismut enthält.
1. Verfahren zur korrosionsschützenden Vorbehandlung eines metallischen Materials, das
zumindest teilweise Oberflächen von Zink aufweist, oder eines Bauteils, das zumindest
teilweise aus einem derartigen metallischen Material zusammengesetzt ist, bei dem
das metallische Material oder das Bauteil in aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten
zunächst einer Aktivierung (i) und anschließend einer Zinkphosphatierung (ii) unterzogen
wird, wobei die Aktivierung im Verfahrensschritt (i) durch In-Kontakt-Bringen des
metallischen Materials oder des Bauteils mit einer kolloidalen, wässrigen Lösung enthaltend
im dispergierten partikulären Bestandteil (a) der Lösung
(a1) mindestens eine partikuläre anorganische Verbindung, die aus Phosphaten polyvalenter
Metall-Kationen zumindest teilweise ausgewählt aus Hopeit, Phosphophyllit, Scholzit
und/oder Hureaulith zusammengesetzt ist, und
(a2) mindestens eine polymere organische Verbindung, die zumindest zum Teil zusammengesetzt
ist aus Styrol und/oder einem α-Olefin mit nicht mehr als 5 Kohlenstoffatomen, wobei
die polymere organische Verbindung zusätzlich Einheiten von Maleinsäure, deren Anhydrid
und/oder deren Imid und die polymere organische Verbindung zusätzlich Polyoxyalkylen-Einheiten
aufweist, erfolgt,
wobei der Anteil der partikulären Bestandteile der kolloidalen, wässrigen Lösung mindestens
4 g/kg bezogen auf die kolloidale, wässrige Lösung beträgt; und
wobei auf den Oberflächen von Zink im Verfahrensschritt (ii) eine Zinkphosphatschicht
mit einem Schichtgewicht von weniger als 2,0 g/m
2 abgeschieden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der kolloidalenwässrigen Lösung der Anteil an in Wasser gelösten kondensierten
Phosphaten bezogen auf den Phosphatgehalt der mindestens einen partikulären Verbindung
jeweils bezogen auf das Element P kleiner als 0,25, vorzugsweise kleiner als 0,20,
besonders bevorzugt kleiner als 0,15, insbesondere bevorzugt kleiner als 0,10 ist.
3. Verfahren nach einem oder beiden der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kolloidale, wässrige Lösung in der Aktivierung (i) einen alkalischen pH-Wert
aufweist, vorzugsweise einen pH-Wert oberhalb von 8,0, besonders bevorzugt oberhalb
von 9,0, jedoch vorzugsweise unterhalb von 11,0.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Phosphate berechnet als PO4 enthalten in der mindestens einen partikulären anorganischen Verbindung (a1) bezogen
auf den dispergierten anorganischen partikulären Bestandteil der kolloidalen, wässrigen
Lösung vorzugsweise mindestens 25 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 35 Gew.-%,
insbesondere bevorzugt mindestens 40 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt mindestens 45
Gew.-% beträgt.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die polymeren organischen Verbindungen (a2) der kolloidalen, wässrigen Lösung die
Polyoxyalkylen-Einheiten in ihren Seitenketten enthalten, wobei der Anteil an Polyoxyalkylen-Einheiten
an der Gesamtheit der polymeren organischen Verbindungen (a2) vorzugsweise mindestens
40 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 50 Gew.-% beträgt, jedoch insbesondere bevorzugt
70 Gew.-% nicht übersteigt.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen polymeren Verbindungen (a2) der kolloidalen, wässrigen Lösung zusätzlich
auch Imidazol-Einheiten aufweisen, vorzugsweise derart, dass die Polyoxyalkylen-Einheiten
der polymeren organischen Verbindungen (a2) zumindest teilweise mit einer Imidazol-Gruppe
endgruppenverschlossen vorliegen.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kolloidale, wässrige Lösung mindestens einen Verdicker als weitere Komponente
b) enthält, der vorzugsweise ausgewählt ist aus Harnstoffurethanharzen, vorzugsweise
aus Harnstoffurethanharzen, die eine Aminzahl von weniger als 8 mg KOH/g, besonders
bevorzugt von weniger als 5 mg KOH/g, ganz besonders bevorzugt von weniger als 2 mg
KOH/g aufweisen.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtheit an polymeren organischen Verbindungen im und bezogen auf den partikulären
Bestandteil der kolloidalen, wässrigen Lösung mindestens 3 Gew.-%, vorzugsweise mindestens
6 Gew.-% beträgt, jedoch vorzugsweise 15 Gew.-% nicht übersteigt.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kolloidale, wässrige Lösung einen D50 Wert unterhalb von 1 µm, vorzugsweise unterhalb
von 0,4 µm aufweist.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der partikulären Bestandteile der kolloidalen, wässrigen Lösung mindestens
6 g/kg, vorzugsweise mindestens 8 g/kg, besonders bevorzugt mindestens 10 g/kg beträgt,
jedoch vorzugsweise nicht größer ist als 20 g/kg, besonders bevorzugt nicht größer
ist als 15 g/kg jeweils bezogen auf die kolloidale, wässrige Lösung.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die kolloidale, wässrige Lösung erhältlich ist als eine um den Faktor 20 bis 100.000
verdünnte wässrige Dispersion umfassend
- bezogen auf die wässrige Dispersion mindestens 5 Gew.-% eines dispergierten partikulären
Bestandteils (A), der wiederum
(A1) mindestens eine partikuläre anorganische Verbindung, die aus Phosphaten polyvalenter
Metall-Kationen zumindest teilweise ausgewählt aus Hopeit, Phosphophyllit, Scholzit
und/oder Hureaulith zusammengesetzt ist,
(A2) mindestens eine polymere organische Verbindung, die zumindest zum Teil zusammengesetzt
ist aus Styrol und/oder einem α-Olefin mit nicht mehr als 5 Kohlenstoffatomen, wobei
die polymere organische Verbindung zusätzlich Einheiten von Maleinsäure, deren Anhydrid
und/oder deren Imid und die polymere organische Verbindung zusätzlich Polyoxyalkylen-Einheiten
aufweist, enthält, sowie
- gegebenenfalls mindestens einen Verdicker, der vorzugsweise ausgewählt ist aus Harnstoffurethanharzen,
besonders bevorzugt aus Harnstoffurethanharzen, die eine Aminzahl von weniger als
8 mg KOH/g, vorzugsweise von weniger als 5 mg KOH/g, besonders bevorzugt von weniger
als 2 mg KOH/g aufweisen.
12. Verfahren nach einem oder beiden der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Oberflächen von Zink im Verfahrensschritt (ii) eine Zinkphosphatschicht mit
einem Schichtgewicht von weniger als 1,8 g/m2, vorzugsweise von weniger als 1,6 g/m2, besonders bevorzugt von weniger als 1,5 g/m2 abgeschieden wird.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zinkphosphatierung im Verfahrensschritt (ii) durch In-Kontakt-Bringen mit einer
sauren wässrigen Zusammensetzung enthaltend 5-50 g/kg an in Wasser gelösten Phosphaten
berechnet als PO4, 0,3 - 3 g/kg an Zink-Ionen sowie einer Menge an freiem Fluorid erfolgt, die ggf.
insgesamt weniger als 0,1 g/kg an Ionen der Elemente Nickel und Cobalt enthält.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Bauteile behandelt werden, die neben Oberflächen von Zink auch Oberflächen von Eisen
und/oder Aluminium aufweisen und im Verfahrensschritt (ii) vorzugsweise auf allen
Oberflächen von Zink, Eisen und Aluminium eine Zinkphosphatschicht mit einem Schichtgewicht
von weniger als 2,0 g/m2, besonders bevorzugt weniger als 1,8 g/m2, insbesondere bevorzugt weniger als 1,6 g/m2, und ganz besonders bevorzugt von weniger als 1,5 g/m2 abgeschieden wird.