[0001] Die Erfindung betrifft ein Elastomerprofil für eine Schiene zur Befahrung durch Schienenfahrzeuge
sowie eine Schienenanordnung, die das Elastomerprofil umfasst.
[0002] Bei großer Umgebungshitze kann es bei Eisenbahn- und Staßenbangleisen zu Gleisverwerfungen
oder Gleisverdrückungen aufgrund thermischer Längenausdehnung von Schienen kommen,
wenn die dabei auftretenden Kräfte nicht mehr vom Oberbau aufgenommen werden können.
Dies ist besonders kritisch bei den heutzutage üblichen durchgängig verschweißten
Gleisen. In solchen Fällen können starke Verformungen des Gleisstrangs, beispielsweise
in Form der Ausbildung von horizontalen Schlangenlinien, dazu führen, dass ein gefahrloses
Befahren mit Schienenfahrzeugen nicht mehr gewährleistet ist. Sehr heiße Sommer führen
inzwischen auch in gemäßigten Breiten dazu, dass entsprechend Vorsorge getroffen werden
muss, damit eine unbeabsichtigte Verformung von Gleisen nicht stattfindet.
[0004] Nachteil dieser Verfahren ist, dass die Farbe in relativ kurzen Abständen erneuert
werden muss und das Streichen der Schienen auch aus ökologischen Gründen bedenklich
ist, da die Farbe auch in den Untergrund gelangen kann.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen wirksamen Schutz von Schienen gegen
eine übermäßige Aufheizung durch Sonnenstrahlung bereit zu stellen, der die obigen
Nachteile mindert oder vermeidet.
[0006] In einem ersten Aspekt wird die Aufgabe gelöst durch ein Elastomerprofil zur seitlichen
Anlage an eine Schiene zur Befahrung durch Schienenfahrzeuge, wobei das Elastomerprofil
mindestens eine von der Schiene weg weisende Oberfläche mit einem Solarreflexionsindex
SRI von ≥ 50 aufweist.
[0007] Kerngedanke der Erfindung ist es, anstelle einer Bemalung von Schienen mit weißer
Farbe ein Elastomerprofil an zumindest eine Schienenseite anzulegen, die von einer
potenziellen Sonneneinstrahlung betroffen sein kann, wobei das Elastomerprofil zumindest
eine von der Schiene weg weisende weiße Oberfläche aufweist, die einstrahlendes Sonnenlicht
reflektiert. Das Elastomerprofil kann lediglich eine weiße Oberflächenschicht aufweisen
oder vollständig, d.h. über den gesamten Querschnitt, weiß eingefärbt sein. Vorzugsweise
ist das Elastomerprofil vollständig weiß eingefärbt. Eine weiße Färbung des Elastomers
kann beispielsweise mit geigneten Weißpigmenten wie Titandioxid (TiO
2), Zinkoxid (ZnO), Zinksulfid (ZnS), Lithopone oder anderen vorzugsweise anorganischen
Verbindungen in geeigneter Konzentration als Füllmaterial erreicht werden.
[0008] Das erfindungsgemäße Elastomerprofil kann seitlich an eine Schiene angelegt werden
und sorgt durch seine weiße Färbung für eine wirksame Reflexion von Sonnenlicht, so
dass eine übermäßige Aufheizung der Schiene durch Sonneneinstrahlung vermieden wird.
Darüber hinaus hat das Elastomerprofil auch dämpfende, d.h. körperschallisolierende,
und streustromisolierende Eigenschaften.
[0009] Unter einem "Elastomerprofil" wird ein Profil aus einem elastomerem Material verstanden.
Ein Elastomerprofil kann aus einem oder mehreren unterschiedlichen elastomeren Materialien
bestehen und beispielsweise mittels Koextrusion dieser unterschiedlichen Materialien
hergestellt sein.
[0010] Unter einem "elastomeren Material" wird hier ein Material verstanden, das gummielastische
Eigenschaften aufweist, also ein formfester, aber elastisch verformbarer Kunststoff
oder Kunststoffgemisch, dessen Glasübergangspunkt sich unterhalb der Raumtemperatur
befindet. Beispiele für elastomere Materialien sind Naturkautschuk (NR), Styrol-Butadien-Kautschuk
(SBR), Butylkautschuk (IIR), Ethylen-Propylenkautschuk (EPDM), Butadien-Acrylnitrilkautschuk
(NBR), hydrierter Acrylnitrilkautschuk (HNBR) Chloroprenkautschuk (CR), chlorsulfoniertes
Polyethylen (CSM), Polyacrylatkautschuk (ACM), Polyurethankautschuk (PU), Silikonkautschuk
(Q), Fluorsilikonkautschuk (MFQ) und Fluorkautschuk (FPM). Bevorzugt sind Silikonkautschuk
(Polysiloxankautschuk, Q), EPDM, SBR, CR oder NBR, besonders bevorzugt EPDM. Unter
einem "quervernetzten Elastomer" werden Elastomere verstanden, deren Molekülketten
im Gegensatz zu thermoplastischen Elastomeren untereinander kovalent vernetzt sind.
Beispiele für quervernetzte Elastomere sind Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Acrylnitril-Butadien-Kautschuk
(NBR) und Ethylen-Propylen-Kautschuk (EPM, EPDM). Der Begriff "elastomeres Material"
umfasst auch Mischungen aus verschiedenen elastomeren Materialien.
[0011] Unter einem "Seitenprofil" wird hier ein seitlich von der Schiene in der Schienenkammer,
d.h. dem Bereich zwischen der Schienenkopfunterseite und der Schienenfußoberseite,
angeordnetes Elastomerprofil verstanden. Ein Seitenprofil für Rillenschienen ist beispielsweise
aus der
EP 1206599 B1 bekannt. Unter einem "die Schienenkammer ausfüllenden Seitenprofil" wird ein Seitenprofil
mit einem ausreichenden Volumen verstanden, so dass es mindestens den räumlichen Bereich
zwischen der Schienenkopfunterseite und der Schienenfußoberseite vollständig einnimmt,
und nicht ein vergleichsweise dünnschichtiges an der Schienenkopfunterseite, dem Schienensteg
und Schienenfuß anliegendes streifenförmiges Profil. Ein Seitenprofil kann massiv
ausgebildet sein, oder Poren oder Kanäle, z.B. Längskanäle, aufweisen. Ein Seitenprofil
erstreckt sich vorzugsweise streifenförmig in Längsrichtung einer Schiene.
[0012] Unter einer "Schiene" wird hier eine Bahnschiene, beispielsweise eine Rillenschiene,
Vignolschiene oder Kranschiene verstanden. Während Vignol- und Kranschienen im Wesentlichen
achsensymmetrisch ausgebildet sind, trifft dies für Rillenschienen in der Regel nicht
zu. Eine Rillenschiene umfasst eine Fahrschiene mit einem Fahrschienenkopf und eine
Leitschiene mit einem Leitschienenkopf sowie eine zwischen Fahrschiene und Leitschiene
gebildete Rille. Die Leitschiene, die einstückig mit der Fahrschiene oder als separates
mit der Fahrschiene verbindbares Element ausgebildet sein kann, ist innerhalb eines
Gleises in der Regel zum Gleisinneren gerichtet.
[0013] Die Begriffe "außen" und "innen" beziehen sich hier auf die übliche Gleiskonstruktion
mit zwei parallel verlaufenden Schienen und einem dazwischen liegenden Gleisinneren.
Die Begriffe "außen", "äußere" etc. bezeichnen somit eine Orientierung vom Gleisinneren
weg. Der Begriff "äußeres Seitenprofil" bezeichnet daher beispielsweise ein Seitenprofil
an der Außenseite einer Schiene, d.h. der vom Gleisinneren abgewandten Seite der Schiene.
Der Begriff "inneres Seitenprofil" bezeichnet ein Seitenprofil, das auf der zum Gleisinneren
orientierten Seite angeordnet ist. Entsprechend bezeichnet der Begriff "äußere Schienenkopfflanke"
eine vom Gleisinneren wegweisende Flanke des Schienenkopfes, der Begriff "äußere Schienenkopfunterseite"
jene Unterseite des Schienenkopfes, die auf der dem Gleisinneren gegenüberliegenden
Seite der Schiene liegt. Zum Gleisinneren sind regelmäßig auch die Spurkränze der
Spurkranzräder von Schienenfahrzeugen orientiert.
[0014] Der Begriff "Flanke" bezieht sich hier auf seitliche Flächen, beispielsweise einer
Schiene. Der Begriff "Schienenstegflanke" bezeichnet beispielsweise eine seitliche
Oberfläche des Schienenstegs, der Begriff "Schienenkopfflanke" die seitliche Fläche
des Schienenkopfes. Flanken verlaufen im Wesentlichen vertikal, wobei der Ausdruck
"im Wesentlichlichen" bedeutet, dass beispielsweise eine leichte Abweichung von der
Vertikalen, zum Beispiel durch eine Neigung der Schiene innerhalb eines Gleises zum
Gleisinneren hin, auch von dem Begriff erfasst sein soll.
[0015] Der Ausdruck "von der Schiene weg weisend" bedeutet eine Orientierung in Richtung
Schienenumgebung, insbespondere eine Orientierung weg von den seitlichen Flanken der
Schiene, d.h. eine Orientierung im Wesentlichen in Richtung quer zur Schienenlängsebene.
In Bezug auf eine Schiene als Teil eines Gleises schließt dies eine Orientierung nach
außen und nach innen ein.
[0016] Der Begriff "seitlich anlegbar" in Bezug auf das erfindungsgemäße Elastomerprofil,
bedeutet, dass das Elastomerprofil zumindest an einen seitlichen Bereich der Schiene
angelegt werden kann, beispielsweise mindestens einen Teil der Schienenstegflanke.
Der Begriff schließt nicht aus, dass das erfindungsgemäße Elastomerprofil auch an
zumindest einen Teil des Schienenfußes oder der Schienenkopfunterseite angelegt werden
kann.
[0017] Unter einem "Spurkranzrad" wird hier ein Rad verstanden, das einen randständig an
der Radscheibe über eine Lauffläche eines Rades vorstehenden Spurkranz aufweist. Die
Lauffläche wird hier auch als "Radbandage" bezeichnet.
[0018] Unter einer "Gleisverwerfung" wird ein horizontales oder vertikales Ausknicken des
Gleisrostes unter äußerer Lasteinwirkung, z.B. eines überfahrenden Zuges, verstanden.
Unter einer "Gleisverdrückung" wird eine Verschiebung eines Gleises infolge grosser
innerer Längsdruckkräfte aufgrund hoher Temperaturen, jedoch ohne äussere Lasteinwirkung,
verstanden.
[0019] Der "Solarreflexionsindex" ("Solar Reflectance Index", SRI) ist ein Maß für die Rückstrahlfähigkeit
eines Materials gegenüber Sonnenlicht, insbesondere hinsichtlich der Verhinderung
einer Erwärmung des Materials bei Exposition gegenüber Sonnenlicht. Der Solarreflexionsindex
ist eine Kombination aus dem Strahlungsreflexionsgrad ("Solar Reflectance", SR, oder
auch "Total Solar Reflectance, TSR, Albedo), der den von einer Fläche reflektierten
Anteil der auf die Fläche einfallenden Gesamtstrahlung des Sonnenlichts (beispielsweise
Wellenlängen von 280-2500 nm oder 300-2500 nm) angibt und Werte zwischen 0 und 1 (bei
Prozentangaben zwischen 0 und 100) annehmen kann, und der thermischen Emissivität,
d.h. der Wärmeabstrahlung des Materials. Die thermische Emissivität (Thermal Emissivity,
TE) gibt das Verhältnis der Wärmstrahlung, die ein Körper bei einer bestimmten Temperatur
abgibt, zu der Wärmestrahlung eines schwarzen Körpers unter denselben Bedingungen
an. Der Wert kann zwischen 0 und 1 (bei Prozentangaben zwischen 0 und 100) liegen
und bezieht sich auf die Fähigkeit eines Materials, aufgenommene Strahlungsenergie
in Form von Wärmestrahlung abzugeben. Der SRI-Wert ist gemäß ASTM E1980-11 definiert
als die relative Temperatur einer Oberfläche in Bezug auf eine weiße Standardoberfläche
(SRI = 100) und eine schwarze Standardoberfläche (SRI = 0) unter Standardbedingungen
(Sonneneinstrahlung 1000 Wm
-2, Umgebungstempearatur 310 K, Himmelstemperatur 300 K). Der SRI-Wert kann gemäß ASTM
E1980-11 ermittelt werden. Der SRI-Wert kann sowohl negativ als auch größer 1 (bzw.
bei Prozentangaben größer 100) sein, liegt häufig jedoch zwischen 0 und 1 (bzw. 0
und 100).
[0020] Der Ausdruck, wonach "das Elastomerprofil mindestens eine von der Schiene weg weisende
Oberfläche mit einem Solarreflexionsindex SRI von ≥ 50 aufweist" bedeutet, dass das
Elastomerprofil zumindest eine von der Schiene weg weisende oberflächliche Materialschicht
aufweist, die einen Solarreflexionsindex SRI von ≥ 50, beispielsweise bestimmt gemäß
ASTM E1980-11, aufweist. Zur Klarstellung sei daraufhingewiesen, dass die normgemäße
Bestimmung des SRI-Wertes in der Regel bei horizontaler Orientierung der Fläche erfolgt,
und sich die hier gemachten Angaben zum SRI-Wert auch auf den so ermittelten Wert
beziehen. Das erfindungsgemäße Elastomerprofil kann beispielsweise eine weiße Oberflächenschicht
aus einem elastomeren Material aufweisen oder vollständig weiß gefärbt sein.
[0021] Das erfindungsgemäße Elastomerprofil kann in unterschiedlicher Weise ausgestaltet
sein. Vorzugsweise ist jedoch eine möglichst große Oberfläche mit einem möglichst
großen Solarreflexionsindex SRI vorhanden, die sonst insbesondere während der Sommermonate
auf die Schiene fallendes Sonnenlicht reflektieren kann.
[0022] Das erfindungsgemäße Elastomerprofil ist besonders bevorzugt opak und weist mindestens
einen möglichst großen Strahlungsreflexionsgrad (SR, Albedo) auf. Vorzugsweise weist
das erfindungsgemäße Elastomerprofil gleichzeitig auch eine möglichst hohe thermische
Emissivität auf. Beispielsweise kann das erfindungsgemäße Elastomerprofil einen Strahlungsreflexionsgrad
von mindestens 0,4 aufweisen. Bevorzugt weist es einen Strahlungsreflexionsgrad SR
von mindestens 0,45, 0,5, 0,55, 0,6 oder 0,65 auf.
[0023] Vorzugsweise weist das erfindungsgemäße Elastomerprofil eine von der Schiene weg
weisende Oberfläche auf, die einen Solarreflexionsindex SRI von ≥ 55, vorzugsweise
≥ 60, ≥ 65, ≥ 70 oder ≥ 75, besonders bevorzugt von ≥ 80 auf.
[0024] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist das erfindungsgemäße Elastomerprofil
eine von der Schiene weg weisende weiß gefärbte Oberfläche auf und/oder ist durchgehend
weiß eingefärbt. Auch andere helle Farben oder sonstwie das Sonnenlicht stark reflektierende
Beschichtungen kommen jedoch in Frage.
[0025] Das erfindungsgemäße Elastomerprofil kann jeweils so ausgestaltet werden, dass es
optimal an die jeweilige Schienenkontur angepasst ist und passend an eine Seite einer
Schiene angelegt werden kann. Dazu kann das Elastomerprofil so ausgestaltet sein,
dass es die Schienenkammer nicht vollständig ausfüllt und im Wesentlichen als flexible
flächige Elastomerschicht an die Schiene angelegt werden kann. Das Elastomerprofil
kann dazu auch beispielsweise über Knickriefen, Kerben und dergleichen verfügen, um
eine größere Flexibilität zu erreichen. Das Elastomerprofil kann aber auch so ausgestaltet
sein, dass es die Schienenkammer vollständig ausfüllt oder über die Schienenkammer
in Richtung von der Schiene weg vorsteht. Dies kann gegebenenfalls vorteilhaft sein,
um eine höhere Reflexion von Sonnenlicht zu erreichen.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Elastomerprofil zur
seitlichen Anlage an eine Schiene vorgesehen, die einen Schienenkopf mit einer seitlichen
Schienenkopfflanke und einer Schienenkopfunterseite, einen Schienenfuß mit einer Schienenfußoberseite
und einen den Schienenkopf mit dem Schienenfuß verbindenden Schienensteg mit einer
seitlichen Schienenstegflanke aufweist, wobei das Elastomerprofil dahingehend ausgestaltet
ist, dass es seitlich mindestens an einen Teil der Schienenstegflanke der Schiene
angelegt werden kann. Bei der Schiene kann es sich um eine Vignolschiene, Rillenschiene
oder Kranschiene handeln.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Elastomerprofil
dahingehend ausgestaltet, dass es
- a) wenigstens an die vollständige Schienenstegflanke angelegt werden kann, oder
- b) wenigstens an einen Teil der Schienenkopfunterseite und einen Teil der Schienenstegflanke
der Schiene angelegt werden kann, oder
- c) wenigstens an einen Teil der Schienenstegflanke und einen Teil der Schienenfußoberseite
der Schiene angelegt werden kann, oder
- d) wenigstens an die vollständige Schienenstegflanke und einen Teil der Schienenfußoberseite
der Schiene angelegt werden kann, oder
- e) wenigstens an die vollständige Schienenstegflanke und die vollständige Schienenfußoberseite
der Schiene angelegt werden kann, oder
- f) wenigstens an einen Teil der seitlichen Schienenkopfflanke, der Schienenkopfunterseite
und an einen Teil der Schienenstegflanke der Schiene angelegt werden kann, oder
- g) wenigstens an einen Teil der seitlichen Schienenkopfflanke, der Schienenkopfunterseite
und der vollständigen Schienenstegflanke der Schiene angelegt werden kann, oder
- h) wenigstens an einen Teil der seitlichen Schienenkopfflanke, der Schienenkopfunterseite,
der Schienenstegflanke und einen Teil der Schienenfußoberseite der Schiene angelegt
werden kann. Es kann auch so ausgestaltet sein, dass es den Schienenfuß in der Einbausituation
von oben umgreift. Gegebenenfalls kann das Elastomerprofil den Schienenfuß auch von
oben umgreifen und zusätzlich einen Teil der Schienenfußunterseite bedecken.
[0028] Das erfindungsgemäße Elastomerprofil besteht vorzugsweise aus einem elektrisch isolierenden
elastomeren Material, bevorzugt aus Silikonkautschuk, Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR),
Naturkautschuk (NR), einer Naturkautschuk-Butylkautschuk-Mischung (NR/BR) oder aus
Ethylen-Propylen-Dien-Mischpolymerisat (EPDM). Das erfindungsgemäße Elastomerprofil
kann auch aus zwei oder mehr elastomeren Materialien, beispielsweise mittels Koextrusion,
hergestellt sein. Es kann massiv ausgebildet sein oder Hohlräume in Form von Längskanälen
oder dergleichen enthalten. Das elastomere Material kann auch Hohlkörper, beispielseweise
Mikrosphären, enthalten. Für eine Weißfärbung kann dem elastomeren Material eine geeignete
Menge Weißpigment, beispielsweise Titandioxid (TiO
2), beigemischt werden. Zur Verbesserung der UV-Stabilität, d.h. Stabilität gegenüber
ultravioletter Strahlung, kann das elastomere Material auch geeignete UV-Stabilisatoren
enthalten (s. z.B.
Kucuk SD, Gerengi H, Guner Y. 2018, The effect of Tinuvin derivatives as an ultraviolet
(UV) stabilizer on EPDM rubber, Periodicals of Engineering and Natural Sciences 6,
52-62, doi: 10.21533/pen.v6i1.157).
[0029] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst das erfindungsgemäße Elastomerprofil
ein magnetisches Material oder weist eine zur Schiene hin gerichtete magnetische Beschichtung
auf. Bei der Beschichtung kann es sich beispielsweise auch um eine Magnetfolie handeln,
die mittels einer Klebschicht auf die schienenseitige Oberfläche des Elastomerprofils
aufgebracht ist. Auf diese Weise kann das Elastomerprofil mittels magnetischer Anziehungskraft
an eine Schiene angelegt werden. Das magnetische Material kann magnetische oder magnetisierbare
Partikel umfassen. Eine Gummimischung mit festen magnetisierbaren Partikeln darin
ist beispielsweise in der
EP 1125974 A1 beschrieben.
[0030] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können im Inneren des Elastomerprofils
auch Kühlkanäle vorgesehen sein, die mit einem Kühlmittel, beispielsweise Wasser,
durchströmt werden können. Die im Elastomerprofil in Längsrichtung, d.h. in Einbausituation
in Richtung parallel zur Längsrichtung der Schiene, verlaufenden Kühlkanäle können
mit ihren Enden an einen Wärmetauscher angeschlossen werden. Auf diese Weise kann
man insbesondere in warmen und stark hinsichtlich der Temperatur schwankenden Regionen
eine gezielte Kühlung des Profils bewirken. Das Elastomerprofil kann gegebenenfalls
auch von außen mit Hilfe von Kühlkanälen gekühlt werden.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Elastomerprofil so
ausgestaltet, dass es die zugehörige Schienenkammer nicht vollständig ausfüllt. Das
Elastomerprofil weist im Bereich der zugehörigen Schienenkammer daher einen vergleichsweise
geringen Querschnitt auf. Der Querschnitt des Profils kann von dem in Einbausituation
zum Schienenkopf hin orientierten ersten Ende bis zu dem in Einbausituation zum Schienenfuß
orientierten zweiten Ende im Wesentlichen gleich bleiben oder zum zweiten Ende hin
sich verjüngen. Ein in Einbausituation an der Schienenkopfflanke anliegender Abschnitt
des Elastomerprofils kann einen verdünnten Querschnitt aufweisen, während ein in Einbausituation
an der Schienenkopfunterseite anliegender Abschnitt des Elastomerprofils verdickt
sein kann. Der in Einbausituation an der Schienenkopfunterseite anliegende Abschnitt
des Elastomerprofils kann beispielsweise luftgefüllte Längskanäle aufweisen. Das Elastomerprofil
ist daher besonders bevorzugt im Wesentlichen streifenförmig ausgebildet und an die
Kontur der Schiene anlegbar. "Streifenförmig" heißt hier, dass das Elastomerprofil
im Wesentlichen flächig und bandförmig ausgebildet ist und eine vergleichsweise geringe
Dicke aufweist. Ein solches Elastomerprofil ist vergleichsweise leicht herstellbar
und das Wickeln des Profils ist ebenfalls erleichtert, wodurch Verformungen verhindert
und die Bereitstellung größerer und kostengünstigerer Längen ermöglicht wird. Darüber
hinaus erleichtert eine solche Ausgestaltung die Anpassung an die Schienenkontur.
[0032] Um die Anpassung an die Schienenkontur weiter zu erleichtern, weist das erfindungsgemäße
Elastomerprofil in einer bevorzugten Ausführungsform mindestens eine Knickriefe auf.
Das ist insbesondere vorteilhaft bei streifenförmiger Ausgestaltung des Elastomerprofils.
Es kann sich hierbei um eine Einkerbung des Elastomerprofils handeln, so dass der
Querschnitt des Profils vermindert und auf diese Weise ein Biegen bzw. Knicken erleichtert
ist. Möglich ist aber auch, in Bereichen, die gebogen bzw. geknickt werden müssen,
ein weicheres Material vorzusehen.
[0033] Das erfindungsgemäße Elastomerprofil kann aus mehreren getrennten Teilen bestehen.
Bevorzugt ist jedoch, dass das erfindungsgemäße Elastomerprofil einstückig ausgebildet
ist. Das schließt allerdings nicht aus, dass das erfindungsgemäße Elastomerprofil
in sich unterschiedliche Materialien aufweisen kann und beispielsweise mittels Koextrusion
dieser unterschiedlichen Materialien hergestellt ist.
[0034] Das erfindungsgemäße Elastomerprofil ist bevorzugt so ausgestaltet, dass es etwaige
von der Sonne beschienene Schienenteile in der Einbausituation ausreichend bedeckt,
um eine unerwünschte Aufheizung der Schiene bei Sonneneinstrahlung zu verhindern.
Bevorzugt bedeckt das Elastomerprofil die jeweiligen Seitenbereiche der Schiene, d.h.
die Außenseite und/oder Innenseite der Schiene mit den zugehörigen nach außen weisenden
Flächen, die einer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein können, zu einem möglichst großen
Teil. Zu den besonders exponierten Flächen zählen die Schienenkopfflanke, die Schienenstegflanke
und die Schienenfußoberseite. Auch die Schienenkopfunterseite kann von direkter oder
indirekter Sonneneinstrahlung betroffen sein. Vorzugsweise bedeckt das erfindungsgemäße
Elastomerprofil die von der Schienenkopfflanke, der Schienenkopfunterseite, der Schienenstegflanke
und der Schienenfußoberseite gebildete Fläche der Schiene in der Einbausituation zu
mindestens 50%, bevorzugt zu mindestens 55 %, 60 %, 65 %, 70 %, 75 % oder zu mindestens
80%. Im Falle einer Vignol- oder Kranschiene ist es bevorzugt, wenn auf der Seite
der Schiene, die zum Gleisinneren weist, und auf der der Spurkranz eines Spurkranzrades
eines Schienenfahrzeugs beim Befahren der Schiene angeordnet ist, ein erfindungsgemäßes
Elastomerprofil verwendet wird, dass nicht auch die Schienenkopfflanke bedeckt, so
dass diese frei gehalten wird, um Kontakt mit dem Spurkranz zu vermeiden. Mit Hilfe
des Elastomerprofils können beispielsweise die seitlichen Oberflächen der Schiene
auch gegenüber Feuchtigkeit etc. isoliert werden.
[0035] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung auch eine Schienenanordnung, die
vor unerwünschtem Aufheizen durch Sonneneinstrahlung geschützt ist. Die Anordnung
umfasst:
- a. eine Schiene zur Befahrung durch Schienenfahrzeuge, und
- b. ein seitlich an die Schiene angelegtes Elastomerprofil gemäß der vorliegenden Erfindung.
[0036] Bei der Schiene kann es sich beispielsweise um eine Vignol-, Kran- oder Rillenschiene
handeln. Das Elastomerprofil kann auf einer oder beiden Seiten der Schiene angeordnet
sein. Je nach Orientierung der Schiene kann auch nur an der stärker von der Sonne
beschienenen Seite der Schiene ein erfindungsgemäßes Elastomerprofil angeordnet sein.
An der anderen Seite kann ein Profil fehlen oder auch ein aus dem Stand der Technik
bekanntes Elastomerprofil angeordnet sein. Im Falle einer im Wesentlichen achsensymmetrisch
ausgebildeten Schiene, z.B. einer Vignol- oder Kranschiene, kann die Schienenanordnung
für den Fall, dass beidseitig ein Elastomerprofil angeordnet ist, ein inneres Elastomerprofil
(Seitenprofil) aufweisen, das im Wesentlichen zu dem äußeren Elastomerprofil (Seitenprofil)
achsensymmetrisch ist. Das ist jedoch nicht erforderlich. Für den Fall eines auf der
Außenseite angebrachten auch die Schienenkopfflanke bedeckenden Elastomerprofils ist
es bei Vignol- und Kranschienen beispielsweise bevorzugt, auf der Innenseite ein Elastomerprofil
einzusetzen, welches die Schienenkopfflanke nicht bedeckt, um Kontakt mit einem Spurkranz
zu vermeiden (s.o.). Auch im Falle einer Rillenschiene können sich Innen- und Außenprofil
unterscheiden, wobei beide Profile an die jeweilige Schienenkontur angepasst sind.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schienenanordnung weist
die Schiene einen Schienenkopf mit einer seitlichen Schienenkopfflanke und einer Schienenkopfunterseite,
einen Schienenfuß mit einer Schienenfußoberseite und einen den Schienenkopf mit dem
Schienenfuß verbindenden Schienensteg mit einer seitlichen Schienenstegflanke auf,
wobei das Elastomerprofil seitlich mindestens an einem Teil der Schienenstegflanke
der Schiene anliegt.
[0038] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schienenanordnung
liegt das Elastomerprofil
- a) wenigstens an der vollständigen Schienenstegflanke, oder
- b) wenigstens an einem Teil der Schienenkopfunterseite und einem Teil der Schienenstegflanke
der Schiene, oder
- c) wenigstens an einem Teil der Schienenstegflanke und einem Teil der Schienenfußoberseite
der Schiene, oder
- d) wenigstens an der vollständigen Schienenstegflanke und einem Teil der Schienenfußoberseite
der Schiene, oder
- e) wenigstens an der vollständigen Schienenstegflanke und der vollständigen Schienenfußoberseite
der Schiene, oder
- f) wenigstens an einem Teil der seitlichen Schienenkopfflanke, der Schienenkopfunterseite
und einem Teil der Schienenstegflanke der Schiene,
- g) wenigstens an einem Teil der seitlichen Schienenkopfflanke, der Schienenkopfunterseite
und der vollständigen Schienenstegflanke der Schiene, oder
- h) wenigstens an einem Teil der seitlichen Schienenkopfflanke, der Schienenkopfunterseite,
der Schienenstegflanke und einem Teil der Schienenfußoberseite der Schiene an.
[0039] In einer einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schienenanordnung
bedeckt das Elastomerprofil die von der Schienenkopfflanke, der Schienenkopfunterseite,
der Schienenstegflanke und der Schienenfußoberseite gebildete Fläche der Schiene zu
mindestens 50%, bevorzugt zu mindestens 55 %, 60 %, 65 %, 70 %, 75 % oder zu mindestens
80%.
[0040] In einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schienenanordnung auf der
Außenseite des erfindungsgemäßen Elastomerprofils Kühlkanäle vorgesehen, die von einem
Kühlmittel durchströmt werden können, um das Elastomerprofil und damit die Schiene
zu kühlen.
[0041] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beigefügten Figuren zu bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung rein zu Veranschaulichungszwecken näher erläutert.
Fig. 1 Schnittansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schienenanordnung.
Fig. 2 Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schienenanordnung.
Fig. 3 Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schienenanordnung.
Fig. 4 Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schienenanordnung.
Fig. 5 Vereinfachte räumliche Ansicht eines Abschnitts einer erfindungsgemäßen Schienenanordnung
gemäß Fig. 3.
[0042] Figur 1 zeigt eine Querschnittansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Schienenanordnung 100. Hier ist eine als Vignolschiene ausgebildete Schiene 2 mit
einem Schienenkopf 3, einem Schienenfuß 5 und einem den Schienenkopf 3 mit dem Schienenfuß
5 verbindenden Schienensteg 4 dargestellt. An einer Seite der Schiene 2 ist ein hier
strangförmiges, die zugehörige Schienenkammer 6 nicht vollständig ausfüllendes, Elastomerprofil
1 aus elastomerem Material vorgesehen. Das Elastomerprofil 1 weist in dieser Ausführungsform
im Wesentlichen drei Abschnitte A, B, C auf, die hier durch Knickriefen 7 getrennt
sind und an der Schienenkopfunterseite 32, der Schienenstegflanke 41 und einem Teil
der Schienenfußoberseite 51 an einer Seite der Schiene 2 anliegen. Das Elastomerprofil
1 ist im Kontaktbereich an die äußere Kontur der Schiene 2 angepasst, d.h. mit seiner
Kontaktfläche zur Schiene geometrisch an die Formgebung der Schiene 2 angepasst. Die
Knickriefen 7 sorgen hier dafür, dass das Elastomerprofil 1 leichter an die äußere
Form der Schiene 2 anlegbar ist. Das Elastomerprofil 1, das beispielsweise aus Silikonkautschuk,
Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Naturkautschuk (NR), einer Naturkautschuk-Butylkautschuk-Mischung
(NR/BR) oder aus Ethylen-Propylen-Dien-Mischpolymerisat (EPDM) geeigneter Shore-Härte
bestehen kann, ist mittels geeigneter Weißpigmente, z.B. aus TiO
2, weiß gefärbt und reflektiert auf die Oberfläche 11 des Elastomerprofils fallendes
Sonnenlicht, so dass einer unerwünschten Aufheizung der darunter liegenden Schiene
2 durch die Sonneneinstrahlung wirksam begegnet werden kann. Das ist insbesondere
in heißen Sommermonaten vorteilhaft, um Gleisverwerfungen oder Gleisverdrückungen
aufgrund zu starker Erhitzung der Schienen zu vermeiden. Das Elastomerprofil 1 ist
mittels in die Elastomermatrix eingebetteter Magnetpartikel magnetisch und kann so
auf einfache Weise an der Schiene 2 angebracht und bei Bedarf auch wieder entfernt
werden. Bei der in Figur 1 dargestellten Anordnung ist nur auf einer Seite der Schiene
2 ein erfindungsgemäßes Elastomerprofil (Seitenprofil) 1 vorgesehen. Dies kann beispielsweise
für den Fall geschehen, dass die Sonneneinstrahlung im Wesentlichen nur von einer
Seite aus erfolgt.
[0043] Figur 2 zeigt eine Querschnittansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Schienenanordnung 100. Hier ist beidseitig ein an der Schiene 2 anliegendes erfindungsgemäßes
Elastomerprofil 1 angeordnet. Bei dieser Ausführungsform erstreckt sich der Abschnitt
A des Elastomerprofils 1 bei dem auf der linken Seite dargestellten Elastomerprofil
1, das hier auf der zum Gleisäußeren liegenden Seite der Schiene 2 angeordnet ist,
weiter nach oben und bedeckt auch einen Teil der Schienenkopfflanke 31. Bei dem auf
der rechten Seite dargestellten Elastomerprofil 1 erstreckt sich der Abschnitt A nur
über die Schienenkopfunterseite 32, um einen etwaigen Kontakt mit dem Radkranz eines
darüber fahrenden Schienenfahrzeuges zu vermeiden. Bei den hier dargestellten Elastomerprofilen
1 sind darüber hinaus in dem Elastomerprofil 1 unterhalb der Schienenkopfunterseite
32 Längskanäle 8 angeordnet, wodurch das Elastomerprofil 1 in diesem Bereich weicher
ist als in den massiven Profilbereichen. Dieser Bereich hat stärker schwingungsdämpfende
Eigenschaften und kann Schwingungen, die beim Befahren der Schiene 2 durch Schienenfahrzeuge
auftreten, aufnehmen und ableiten.
[0044] Figur 3 zeigt eine Querschnittansicht zu einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Schienenanordnung 100 (s. Fig. 5). Der Querschnitt des Elastomerprofils 1 bleibt hier
im Wesentlichen gleich. Das Elastomerprofil 1 weist nur zwei Abschnitte auf, die durch
eine Knickriefe 7 getrennt sind. Der Abschnitt B bedeckt hier die gesamte Schienenstegflanke
41 und endet knapp unterhalb der Schienenkopfunterseite 32, der Abschnitt C bedeckt
die gesamte Schienenfußoberseite 51 und umgreift den Schienenfuß 5 von oben, so dass
auch die Schienenfußflanke 52 bedeckt ist. Darüber hinaus erstreckt sich das Elastomerprofil
1 bei dieser Ausführungsform entlang der Schienenfußunterseite 53 nach innen, so dass
auch ein Teil der Schienenfußunterseite 53 von dem Elastomerprofil 1 bedeckt ist.
Ein Fußprofil, das an der Schienenfußunterseite 53 zwischen den an der Schienenfußunterseite
53 endenden Enden der beidseitig der Schiene 2 angeordneten Elastomerprofilen 1 angeordnet
sein kann, ist hier nicht dargestellt. Hier sind außen am Elastomerprofil 1 angeordnete
Kühlkanäle 9 schematisch für eine Seite angedeutet. Die Kühlkanäle 9 können aber auch
beidseitig angeordnet sein. Die Kühlkanäle 9 können auch aus elastomerem Material
bestehen und an das Elastomerprofil 1 angeformt sein.
[0045] Figur 4 zeigt eine Querschnittansicht zu einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Schienenanordnung 100. Bei dem hier dargestellten Elastomerprofil 1 sind im Bereich
des Schienensteges 4 innerhalb des Profilkörpers Kühlkanäle 10 angeordnet, die zur
Kühlung der Schiene 2 mit Kühlmittel, z.B. Wasser, durchströmt werden können.
[0046] Figur 5 zeigt eine vereinfachte räumliche Ansicht einer erfindungsgemäßen Schienenanordnung
100, wie sie in Figur 3 im Querschnitt gezeigt ist. Kühlkanäle 9 sind hier nicht dargestellt.
Zur besseren Übersicht sind hier nur die wichtigsten Bezugszeichen und Bezugsziffern
eingezeichnet worden, so dass für weitere Details auf Figur 3 verwiesen wird. Die
Figur 5 zeigt, dass abgesehen vom Schienenkopf 3 die gesamte exponierte Schienenoberfläche
mit einem hier weißen Elastomerprofil 1 bedeckt ist. Im vorderen Abschnitt ist in
der Figur das Elastomerprofil 1 weggelassen, damit ein Teil der dunklen Schienenoberfläche
sichtbar wird, die ansonsten von der Sonne beschienen würde. Bei dieser Ausführungsform
umgreift das Elastomerprofil 1 den Schienenfuß 5 an seiner Schienenfußflanke 53 und
erstreckt sich auch über einen Teil der Schienenfußunterseite 54. Ein zwischen den
Enden der beiden Elastomerprofile 1 angeordnetes separates Fußprofil ist nicht dargestellt.
Einstrahlendes Sonnenlicht kann wirksam reflektiert und ein zu starkes Aufheizen der
Schiene 2 vermieden werden.
1. Elastomerprofil (1) zur seitlichen Anlage an eine Schiene (2) zur Befahrung durch
Schienenfahrzeuge, wobei das Elastomerprofil (1) mindestens eine von der Schiene (2)
weg weisende Oberfläche (11) mit einem Solarreflexionsindex SRI von ≥ 50 aufweist.
2. Elastomerprofil (1) nach Anspruch 1, wobei die von der Schiene (2) weg weisende Oberfläche
(11) des Elastomerprofils (1) einen Solarreflexionsindex SRI von ≥ 55, vorzugsweise
≥ 60, ≥ 65, ≥ 70 oder ≥ 75, besonders bevorzugt von ≥ 80 aufweist.
3. Elastomerprofil nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Schiene (2) einen Schienenkopf
(3) mit einer seitlichen Schienenkopfflanke (31) und einer Schienenkopfunterseite
(32), einen Schienenfuß (5) mit einer Schienenfußoberseite (51) und einen den Schienenkopf
(4) mit dem Schienenfuß (5) verbindenden Schienensteg (4) mit einer seitlichen Schienenstegflanke
(41) aufweist, und wobei das Elastomerprofil (1) dahingehend ausgestaltet ist, dass
es seitlich mindestens an einen Teil der Schienenstegflanke (41) der Schiene (2) angelegt
werden kann.
4. Elastomerprofil (1) nach Anspruch 2, wobei das Elastomerprofil (1) dahingehend ausgestaltet
ist, dass es
a) wenigstens an die vollständige Schienenstegflanke (41),
b) wenigstens an einen Teil der Schienenkopfunterseite (32) und einen Teil der Schienenstegflanke
(41) der Schiene (2),
c) wenigstens an einen Teil der Schienenstegflanke (41) und einen Teil der Schienenfußoberseite
(51) der Schiene (2),
d) wenigstens an die vollständige Schienenstegflanke (41) und einen Teil der Schienenfußoberseite
(51) der Schiene (2),
e) wenigstens an die vollständige Schienenstegflanke (41) und die vollständige Schienenfußoberseite
(51) der Schiene (2),
f) wenigstens an einen Teil der seitlichen Schienenkopfflanke (31), der Schienenkopfunterseite
(32) und an einen Teil der Schienenstegflanke (41) der Schiene (2),
g) wenigstens an einen Teil der seitlichen Schienenkopfflanke (31), der Schienenkopfunterseite
(32) und der vollständigen Schienenstegflanke (41) der Schiene (2), oder
h) wenigstens an einen Teil der seitlichen Schienenkopfflanke (31), der Schienenkopfunterseite
(32), der Schienenstegflanke (41) und einen Teil der Schienenfußoberseite (51) der
Schiene (2)
angelegt werden kann.
5. Elastomerprofil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Elastomerprofil
(1) aus einem vorzugsweise elektrisch isolierenden elastomeren Material besteht, bevorzugt
aus Silikonkautschuk, Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Naturkautschuk (NR), einer
Naturkautschuk-Butylkautschuk-Mischung (NR/BR) oder aus Ethylen-Propylen-Dien-Mischpolymerisat
(EPDM).
6. Elastomerprofil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Elastomerprofil
(1) ein magnetisches Material umfasst oder zur Schiene (2) hin eine magnetische Beschichtung
aufweist und mittels magnetischer Anziehungskraft an eine Schiene (2) angelegt werden
kann.
7. Elastomerprofil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
i. das Elastomerprofil (1) so ausgestaltet ist, dass es die Schienenkammer (6), in
der das Seitenprofil (1) anzuordnen ist, nicht vollständig ausfüllt, und/oder
ii. das Elastomerprofil (1) streifenförmig ausgebildet und an die Kontur der Schiene
(2) anlegbar ist, und/oder
iii. das Elastomerprofil (1) einstückig ausgebildet ist, und/oder
iv. das Elastomerprofil (1) mindestens eine Knickriefe (7) aufweist, und/oder
v. das Elastomerprofil (1) die von der Schienenkopfflanke (31), der Schienenkopfunterseite
(32), der Schienenstegflanke (41) und der Schienenfußoberseite (51) gebildete Fläche
der Schiene (2) zu mindestens 50%, bevorzugt zu mindestens 55 %, 60 %, 65 %, 70 %,
75 % oder zu mindestens 80% bedeckt und/oder
vi. im Inneren des Elastomerprofils Kühlkanäle (10) angeordnet sind, die von einem
Kühlmittel durchströmt werden können.
8. Schienenanordnung (100), umfassend
i. eine Schiene (2) zur Befahrung durch Schienenfahrzeuge, und
ii. ein seitlich an die Schiene (2) angelegtes Elastomerprofil (1) nach einem der
vorhergehenden Ansprüche.
9. Schienenanordnung (100) nach Anspruch 8, wobei die Schiene (2) einen Schienenkopf
(3) mit einer seitlichen Schienenkopfflanke (31) und einer Schienenkopfunterseite
(32), einen Schienenfuß (5) mit einer Schienenfußoberseite (51) und einen den Schienenkopf
(3) mit dem Schienenfuß (5) verbindenden Schienensteg (4) mit einer seitlichen Schienenstegflanke
(41) aufweist, und wobei das Elastomerprofil (1) seitlich mindestens an einem Teil
der Schienenstegflanke (41) der Schiene (2) anliegt.
10. Schienenanordnung (100) nach Anspruch 9, wobei das Elastomerprofil (1)
a) wenigstens an der vollständigen Schienenstegflanke (41) anliegt,
b) wenigstens an einem Teil der Schienenkopfunterseite (32) und einem Teil der Schienenstegflanke
(41) der Schiene (2) anliegt,
c) wenigstens an einem Teil der Schienenstegflanke (41) und einem Teil der Schienenfußoberseite
(51) der Schiene (2) anliegt,
d) wenigstens an der vollständigen Schienenstegflanke (41) und einem Teil der Schienenfußoberseite
(51) der Schiene (2) anliegt,
e) wenigstens an der vollständigen Schienenstegflanke (41) und der vollständigen Schienenfußoberseite
(51) der Schiene (2) anliegt,
f) wenigstens an einem Teil der seitlichen Schienenkopfflanke (31), der Schienenkopfunterseite
(32) und einem Teil der Schienenstegflanke (41) der Schiene (2) anliegt,
g) wenigstens an einem Teil der seitlichen Schienenkopfflanke (31), der Schienenkopfunterseite
(32) und der vollständigen Schienenstegflanke (41) der Schiene (2) anliegt, oder
h) wenigstens an einem Teil der seitlichen Schienenkopfflanke (31), der Schienenkopfunterseite
(32), der Schienenstegflanke (41) und einem Teil der Schienenfußoberseite (51) der
Schiene (2) anliegt.
11. Schienenanordnung (100) nach einem der Ansprüche 9 oder 10, wobei das Elastomerprofil
(1) die von der Schienenkopfflanke (31), der Schienenkopfunterseite (32), der Schienenstegflanke
(41) und der Schienenfußoberseite (51) gebildete Fläche der Schiene (2) zu mindestens
50%, bevorzugt zu mindestens 55 %, 60 %, 65 %, 70 %, 75 % oder zu mindestens 80% bedeckt.
12. Schienenanordnung (100) nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei die Schiene (2) als
Rillenschiene oder Vignolschiene ausgebildet ist.