[0001] Die Erfindung betrifft Bodenverdichtungsmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1 sowie ein Verfahren zu deren Betrieb nach Anspruch 18.
[0002] Üblicherweise weisen Bodenverdichtungsgeräte mit einer Vibrationsplatte, wie beispielsweise
eine Rüttelplatte, einen Verbrennungsmotor auf. Mit diesem werden zwei gleichartige,
parallel angeordnete und über ein Getriebe starr gegenläufig gekoppelten Unwuchtwellen
angetrieben. Die gegensätzliche Rotation der mit gleicher Umdrehungszahl betriebenen
Unwuchtwellen bewirkt, dass sich die durch die Unwuchten erzeugten Fliehkräfte in
Abhängigkeit vom Phasenwinkel der Unwucht gegenseitig verstärken oder kompensieren.
Durch eine geeignete Einstellung der jeweiligen Phasenlage der Unwuchten zueinander
entsteht ein resultierender Kraftvektor, der zur Fortbewegung und/oder Verdichtung
eingesetzt werden kann. Dabei weist eine Rüttelplatte zumeist eine Hydraulik zur Verstellung
der Phasenlage der mechanisch miteinandergekoppelten Wellen auf. Die Antriebsrichtung
ist ohne weitere Maßnahmen auf eine Vor- und Rückwärtsfahrt beschränkt.
[0003] Zur Verbesserung der Lenkeigenschaften ist aus der
DE 10 2006 000786 A1 ein Plattenverdichter bekannt, der eine Vielzahl von Erregereinheiten zur Ausbildung
eines Kraftvektors aufweist, wobei die einzelnen Erregereinheiten beispielsweise nach
zuvor beschriebenem Prinzip arbeiten. Die Vielzahl der Erregereinheiten erlaubt dabei
unter anderem auch die Ausbildung von Kraftvektoren, die in seitlicher Richtung wirken.
Dabei erhöht jedoch die Vielzahl der Erregereinheiten die mechanische Komplexität
erheblich.
[0004] Ferner beschreibt die
DE 10 2005 029434 Aleinen Betrieb einer Vibrationsplatte mit einer Vielzahl von Einzelerregern. Diese
sind individuell ansteuerbar und werden von auf der Vibrationsplatte befindlichen
Hydraulikmotoren betrieben. Dabei sind allerdings die auf der Vibrationsplatte angeordneten
Hydraulikmotoren aufwendig und zudem sehr hohen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt.
[0005] Nachteilhaft am Stand der Technik ist, dass bereits bei einfacher Konstruktion Verschleiß,
z.B. von Lagern, elektrischen Steckern, Riemen, Antriebsteilen und Dämpfern, und Verbrauch
von Verbrauchsstoffen wie Motoröl, Hydrauliköl und Kraftstoff Service- und Reparaturarbeiten
anfallen. Servicearbeiten erfolgen oft gar nicht und wenn doch, dann nur unregelmäßig.
Kommt es zu einem Ausfall der Maschine ist meist eine Reparatur durch Fachpersonal
notwendig. Mit der im Stand der Technik aufkommenden Steigerung der Komplexität der
Bodenverdichtungsmaschine steigt einerseits das Ausfallrisiko einzelner Komponenten
als auch die notwendige Qualifikation des Servicepersonals. Der Fehler ist nämlich
oftmals schwer zu identifizieren.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen dauerhaften, zuverlässigen Betrieb von Bodenverdichtungsmaschinen
zu ermöglichen, ohne dass es zu längeren Ausfallzeiten auf Baustellen kommt. Vor allem
soll auch unqualifiziertes Servicepersonal, beispielsweise Entleiher von solchen Bodenverdichtungsmaschinen,
möglichst komfortabel bei dem Betrieb unterstützt werden, sowie vor allem Bauunternehmen
und Verleiher, bei der Wartung und dem Fernservice entlastet werden.
[0007] Hauptmerkmale der Erfindung sind im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 sowie Anspruch
18 angegeben. Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 17.
[0008] Die Erfindung betrifft eine Bodenverdichtungsmaschine, handgeführt und/oder ferngesteuert,
z.B. eine Rüttelplatte oder ein Vibrationsstampfer, mit einer Verdichtungsplatte und
einem Verdichtungsantrieb, der die Verdichtungsplatte antreibt, und mit einer Betriebszustandsermittlungsvorrichtung
zur Bestimmung eines oder mehrerer Betriebszustände, insbesondere aus der Gruppe Motordaten,
Motortemperatur, Motoröldruck, Motorölfüllstand, Kraftstofffüllstand, Kraftstoffverbrauch,
Partikelfilterzustand, Partikelfilterregeneration, Schwingmetallpuffer-Verschleiß,
Wartungsintervall, Betriebsstunden, Zustandsdaten des Antriebs, Batteriezustand, Batterieladezustand,
Feder-Dämpfer-Systeme, Flüssigkeitsstände, Keilriemenverschleiß, Schwingmetallpuffer-Verschleiß,
Kraftstoffverbrauch, Erregerlagerüberhitzung, Luftfilterverschmutzung, falscher oder
fremdproduzierte Luftfilter verwendet, Aufenthaltsort (bspw. GPS-Daten) und Verdichtungsmessung.
Dabei ist vorgesehen, dass die Bodenverdichtungsmaschine einen Bildschirm aufweist,
und die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung eine Fehlerermittlungseinheit zur Ermittlung
von fehlerbehafteten Betriebszuständen unter den bestimmten Betriebszuständen aufweist,
wobei die Fehlerermittlungseinheit einen Speicher mit einer Fehlerliste potentieller
fehlerhafter Betriebszustände aufweist, die mit digitalisierten Bedienungsanweisungen
verknüpft sind. Die Fehlerermittlungseinheit ist vorzugsweise dazu ausgestaltet, über
den Bildschirm eine Fehlermeldung zu einem ermittelten, fehlerbehafteten Betriebszustand
basierend auf der Fehlerliste auszugeben, umfassend eine Ausgabe der verknüpften digitalisierten
Bedienungsanweisung, dies insbesondere grafisch und/oder in Textform.
[0009] Mit Hilfe dieser Bedienungsanweisungen werden dem Bediener unmittelbar Hilfen zur
Hand gegeben, um die Bodenverdichtungsmaschine dauerhaften und zuverlässig zu betreiben.
Wartungen lassen sich rechtzeitig ausführen und Folgeschäden werden vermieden. Wartungen
und Reparaturen können durch konkrete Hinweise auch von weniger qualifiziertem Personal
durchgeführt werden. Zeiten für Fehlersuchen werden erheblich reduziert und beispielsweise
die Bauleitung und Verleiher weit weniger vom durchführenden Betriebspersonal kontaktiert.
Unter Bedienungsanweisungen sollen beispielsweise eine gezielte Fehlersuche und dessen
Behebung, Schulungsmaterial (auch Filme), Einbauanleitungen für Zubehör, Wartungsanleitungen
und Montageanleitungen verstanden werden. Der Bildschirm ist vorzugsweise ein hochauflösendes
Farbdisplay. Entsprechend ist hinsichtlich der Ausgabe der Bedienungsanweisung eine
Vielzahl von Möglichkeiten eröffnet, welche die Bedienung letztlich erleichtern. All
dies wird vor allem der Tatsache gerecht, dass sich heutzutage 60 % der Maschinen
im Verleih befinden. Die Weitergabe von Informationen über den Zustand der Maschine
(z.B. Fehlermeldungen) vom Anwender an das Werkstattpersonal gestaltet sich, besonders
im Vermietungsgeschäft, als sehr schwierig. Mit den erfindungsgemäßen Maßnahmen gelingt
eine vorbeugende Wartung zur Vermeidung von Maschinenstillständen und schadhafte Maschinen
werden erst gar nicht auf Baustellen geliefert. Das ständig wechselnde Bedienpersonal
im Vermietungsgeschäft benötigt eine wesentlich weniger umfangreichere Einweisung
in die Bedienung der Maschine. All das gelingt im rauen Baustellenalltag ohne druckschriftlichen
Dokumentationen wie Bedienungs- und Wartungsanleitungen sowie Ersatzteillisten, indem
stattdessen die digitalisierten Bedienungsanweisungen genutzt werden, die bedarfsgerecht
über den Bildschirm ausgegeben werden.
[0010] Präzise Hilfestellung gelingt insbesondere bei einer optionalen Ausgestaltung gemäß
der die auf dem Speicher gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen zumindest
teilweise visuelle Anleitungshinweise enthalten, wobei die Fehlerermittlungseinheit
insbesondere dazu ausgestaltet ist, die digitalisierte Bedienungsanweisung durch wenigstens
einen visuellen Anleitungshinweis auszugeben. Solche visuellen Anleitungshinweise
überwinden auch Sprachbarrieren, wie sie Baustellen häufig auftreten. Der Umgang mit
den Maschinen verbessert sich, die Standzeit der Maschine werden erhöht und ein Schaden
an der Maschine durch Fehlbedienungen kann verhindert werden.
[0011] Im Besonderen kann die Fehlerermittlungseinheit dazu ausgestaltet sein, die digitalisierte
Bedienungsanweisung durch wenigstens zwei hintereinander folgende visuelle Anleitungshinweise
auszugeben, dies entweder grafisch hintereinander folgend oder zeitversetzt hintereinander
folgend. Mithin wird der Bediener schrittweise durch die Fehlerbehebung geleitet.
[0012] Gemäß einer speziellen Ausführung weisen die visuelle Anleitungshinweise Fotografien,
Animationen, Abstraktionen oder Piktogramm der Bodenverdichtungsmaschine oder Teilen
hiervon auf. Damit wird erreicht, dass der Bediener möglichst schnell die konkreten
Anleitungshinweise nachvollziehen und ausführen kann.
[0013] Dazu trägt insbesondere auch eine optionale Weiterbildung bei, gemäß der die visuellen
Anleitungshinweise zur Fehlerbehebung zu betätigende Bauteile der Bodenverdichtungsmaschine
zumindest teilweise visuell darstellen und/oder kennzeichnen.
[0014] Weiterhin bietet sich eine Variante an, bei der die auf dem Speicher gespeicherten
digitalisierten Bedienungsanweisungen abzuarbeitende Handlungsschritte aufweisen,
bspw. Schraube lösen, Klappe öffnen, Bauteil austauschen, Klappe schließen, Schraube
festdrehen. Auch hierdurch wird ein Bediener gezielt und schrittweise durch die Fehlerbehebung
geführt.
[0015] Optional ist es möglich, dass die Bodenverdichtungsmaschine wenigstens einen Überwachungssensor
aufweist, und die Fehlerermittlungseinheit dazu ausgestaltet ist, mittels dem oder
den Überwachungssensoren festzustellen, ob einer ausgegebenen digitalisierten Bedienungsanweisung
Folge geleistet wird. So könnte beispielsweise ein türkontakt zur Überwachung einer
Serviceklappe genutzt werden, um zu prüfen ob der Benutzer die Serviceklappe gemäß
Bedienungsanweisung öffnet oder schließt.
[0016] Bevorzugt weist die Bodenverdichtungsmaschine eine Bedieneinrichtung auf, die dazu
ausgestaltet ist, die Betriebszustände über den Bildschirm abzurufen und/oder eine
auf dem Bildschirm angezeigte Bedienungsanweisung zu bestätigen bzw. zu quittieren.
Der Bediener kann bei definierten Bedienungsanweisungen mitunter auch die Möglichkeit
haben, unmittelbar oder verzögert der Fehlerbehebung nachzukommen. Beispielhaft könnte
unmittelbar eine Wartung erfolgen, der Fehler könnte ggf. durch die Maschine kompensiert
oder hingenommen werden, und es kann dann zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Wartung
der Maschine kommen. Die Bedieneinrichtung kann ein separater Knopf oder Schalter
sein, ein Bedienfeld mit mehreren Knöpfen und/oder Schaltern sein und besonders bevorzugt
ein Touchscreen (berührungsempfindlicher Bildschirm) sein. Letzteres vorzugsweise
als Teil des Bildschirms.
[0017] Eine mögliche Ergänzung kann darin bestehen, dass die auf dem Speicher gespeicherten
digitalisierten Bedienungsanweisungen, insbesondere die visuellen Anleitungshinweise,
Ersatzteilinformationen, Bauteilspezifikationen und/oder Identifizierungs- oder Bauteilnummern
umfassen. Nicht immer ist nämlich eine Fehlerbehebung ohne Ersatzteile möglich. Bei
solchen Fällen wird nunmehr erreicht, dass schnell und zuverlässig das richtige Ersatzteil
beschafft werden kann. Gleichzeitig wird die Kundenbindung im Ersatzteilwesen erhöht.
[0018] In einer besonderen Variante ist vorgesehen, dass die auf dem Speicher gespeicherten
digitalisierten Bedienungsanweisungen, insbesondere die visuellen Anleitungshinweise,
einen maschinenlesbaren Code, vorzugsweise einen QR-Code, umfassen, wobei der Code
mit einer extern von der Bodenverdichtungsmaschine gespeicherten Maschinendokumentation
und/oder Serviceseite verknüpft ist. Solche ein QR-Code kann einen Bediener schnell
über sein Mobiltelefon zu einer Hilfeseite leiten. Dies kann eine Hotline, ein Hilfechat,
ein Ersatzteillager oder -Händler und vieles mehr sein. Der QR-Code kann jedoch auch
einfach dazu genutzt werden, die Bedienungsanweisung abseits des Bildschirms der Bodenverdichtungsmaschine
zu sichten und diese auch zu teilen, bspw. mit einem Verleiher, der dann bspw. das
notwendige Ersatzteil organisiert.
[0019] Weiterhin kann die Fehlerermittlungseinheit eine Fehlerdokumentationseinheit aufweisen,
die insbesondere dazu ausgestaltet ist, die ermittelten, fehlerbehafteten Betriebszustände
und optional deren Fehlerhäufigkeit und/oder die Fehlerbehebungszeiten abzuspeichern.
Vorteilhaft hieran ist, dass die Maschineneigentümer oder deren Service oftmals keinerlei
Kenntnis von Maßnahmen auf der Baustelle erlangt, was mit der Fehlerdokumentationseinheit
behoben wird. Verliert eine Maschine beispielsweise ständig Öl im Betrieb, mag das
zwar schnell auf der Baustelle nachgefüllt sein. Die Fehlerquelle wird jedoch oftmals
nicht behoben. Das kann mittels den Informationen der Fehlerdokumentationseinheit
zum Beispiel vom Verleiher veranlasst werden. Um dies umzusetzen, sollte die Fehlerdokumentationseinheit
einen Fehlerspeicher aufweisen, wobei der Fehlerspeicher optional der Speicher ist,
auf dem auch die potentiellen fehlerhaften Betriebszustände gespeichert sind.
[0020] Eine besondere Ausführungsform der Bodenverdichtungsmaschine besteht darin, dass
die Bodenverdichtungsmaschine eine Messeinrichtung aufweist, die dazu ausgestaltet
ist, eine Verdichtungsmessung auszuführen, und die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung
einen Dokumentationsspeicher aufweist, der dazu ausgestaltet ist, die Messergebnisse
der Messeinrichtung abzuspeichern, dies vorzugsweise inklusive Daten zur Position
und zum Zeitpunkt der Verdichtungsmessung. Damit können Messprotokolle erstellt werden,
welche die durchgeführten Arbeiten belegen. Zudem lassen sich aus den Verdichtungsmessungen
Rückschlüsse auf die Funktionstüchtigkeit treffen, woraus wiederum von der Fehlerermittlungseinheit
ein fehlerbehafteter Betriebszustand erkannt werden kann.
[0021] Die Bodenverdichtungsmaschine kann optional eine Regeleinrichtung aufweisen, mit
der der Verdichtungsantrieb in Abhängigkeit der Betriebszustände gesteuert und/oder
geregelt ist. Damit lassen sich insbesondere fehlerbehaftete Betriebszustände bereits
vorab regeltechnisch verhindern oder nach unmittelbar nach deren Feststellung regeltechnisch
beheben. Beispielhaft könnte ein abfallender Öldruck durch Erhöhung der Leistung der
Öldruckpumpe korrigiert werden, eine sich ändernde Schwingungsfrequenz kann durch
Änderung der Motordrehzahl korrigiert werden. Dies ändert jedoch nicht die Ursache
des Fehlers, sodass die Feststellung des fehlerbehafteten Betriebszustandes und die
Ausgabe der verknüpften digitalisierten Bedienungsanweisung durchaus wertvoll für
nachgelagerte Servicearbeiten sind. Die Bedienungsanweisung weist hierzu vorzugsweise
eine Dringlichkeitskennzeichnung auf.
[0022] Darüber hinaus, besteht eine Ausgestaltungsoption darin, dass wenigstens einer der
potentiellen fehlerhaften Betriebszustände der Fehlerliste mit einer Steuer- oder
Regelanweisungen verknüpft ist, wobei die Fehlerermittlungseinheit dazu ausgestaltet
ist, den Verdichtungsantrieb bei Ermittlung dieses fehlerhaften Betriebszustands entsprechend
der Steuer- oder Regelanweisungen anzusteuern. Damit lässt sich automatisiert eingreifen,
um den Betrieb mit der Bodenverdichtungsmaschine möglichst fortzusetzen. Die Steuer-
oder Regelanweisung kann jedoch auch eine Deaktivierung, insbesondere des Verdichtungsantriebs
sein.
[0023] Bei einer besonderen Ausführungsvariante weist die Bodenverdichtungsmaschine eine
Datenschnittstelle auf, die zur Ausgabe eines Teils oder aller der Betriebszustände
mit der Betriebszustandsermittlungsvorrichtung gekoppelt ist, und/oder die zur Ausgabe
der Fehlermeldungen mit der Fehlerermittlungseinheit gekoppelt ist. Damit lassen sich
die Daten auf externen Geräten verwalten, hierdurch auch mit anderen teilen und beispielsweise
zu einer Gesamtdatenbank für mehrere Maschinen, insbesondere Bodenverdichtungsmaschinen,
zusammenführen. Bevorzugt ist die Datenschnittstelle kabellos ausgestaltet. Entsprechend
einfach ist die Datenübertragung, und ein ansonsten notwendiger Stecker kann nicht
verschmutzen. Die kabellose Datenschnittstelle kann beispielsweise eine NFC (Nahfeldkommunikation),
RFID (radio-frequency identification), Bluetooth (ein WPAN-Standard (Wireless Personal
Area Network - Standard), WLAN (drahtloses lokales Netzwerk), WAN (Wide Area Network)
oder Telefonnetzschnittstelle sein. Die unterschiedlichen Datenschnittstellen können
individualisiert für den Eigner der Bodenverdichtungsmaschine sein. Vor allem die
Varianten WAN (Wide Area Network) oder Telefonnetzschnittstelle bieten sich für Großbetriebe
und Verleiher an. Dahingegen genügt es Kleinbetrieben oftmals lokal über diese Daten
verfügen zu können, weswegen sich eher NFC, RFID, Bluetooth und WLAN anbieten.
[0024] Gemäß einer besonderen Ausführungsform ist die Datenschnittstelle zum Empfang von
Servicedaten und deren Ausgabe über den Bildschirm ausgestaltet, insbesondere auch
von Livedaten oder Direktübertragungsdaten eines Servicedienstes. Damit sind beispielsweise
Softwareupdates aufspielbar, so zum Beispiel aktualisierte Bedienungsanweisungen oder
auch eine Echtzeitberatung bei der Fehlerbehebung.
[0025] In der speziellen Variante der Bodenverdichtungsmaschine ist die Verdichtungsplatte
über einen Keilriemen von dem Verdichtungsantrieb angetrieben, und die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung
ist dazu ausgestaltet, basierend auf einer Bestimmung einer Motordrehzahl des Verdichtungsantriebs
und einer Schwingungsfrequenz der Verdichtungsplatte einen Keilriemenverschleiß des
Keilriemens zu ermitteln, wobei ein potentieller fehlerhafter Betriebszustand in der
Fehlerliste ein zu hoher Keilriemenverschleiß des Keilriemens ist. Damit wird der
Bediener in die Lage versetzt, frühzeitig einen Keilriementausch einzuplanen und das
hierfür notwendige Ersatzteil vor dem sich ankündigen Reißen bereitzuhalten. Alternativ
kann die Bedienungsanweisung darauf gerichtet sein, durch eine Anpassung der Motordrehzahl
die Maschine zunächst weiter zu verwenden.
[0026] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer Bodenverdichtungsmaschine
wie sie vor- und nachstehend beschrieben ist, wobei mit der Betriebszustandsermittlungsvorrichtung
ein oder mehrere Betriebszustände ermittelt werden, insbesondere aus der Gruppe Motordaten,
Motortemperatur, Motoröldruck, Motorölfüllstand, Kraftstofffüllstand, Kraftstoffverbrauch,
Partikelfilterzustand, Partikelfilterregeneration, Schwingmetallpuffer-Verschleiß,
Wartungsintervall, Betriebsstunden, Zustandsdaten des Antriebs, Batteriezustand, Batterieladezustand,
Feder-Dämpfer-Systeme, Flüssigkeitsstände, Keilriemenverschleiß, Schwingmetallpuffer-Verschleiß,
Kraftstoffverbrauch, Erregerlagerüberhitzung, Luftfilterverschmutzung, falscher oder
fremdproduzierte Luftfilter verwendet, Aufenthaltsort (bspw. GPS-Daten) und Verdichtungsmessung,
wobei mit der Fehlerermittlungseinheit ein fehlerbehafteter Betriebszustand unter
den bestimmten Betriebszuständen ermittelt wird, und wobei mit der Fehlerermittlungseinheit
über den Bildschirm eine Fehlermeldung zu dem ermittelten, fehlerbehafteten Betriebszustand
basierend auf der Fehlerliste ausgegeben wird, umfassend die Ausgabe der verknüpften
digitalisierten Bedienungsanweisung.
[0027] Die als Vorrichtungsmerkmale definierten optionalen Bestandteile der Bodenverdichtungsmaschine,
sind jeweils optional entsprechend ihrer Bestimmung im Verfahren nutzbar.
[0028] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut
der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schemaskizze einer Bodenverdichtungsmaschine von der Seite mit Teilausschnitten;
und
- Fig. 2
- eine Schemaskizze über die Funktionen einer Bodenverdichtungsmaschine.
[0029] Fig. 1 zeigt eine Schemaskizze einer handgeführten Bodenverdichtungsmaschine 1, nämliche
eine Rüttelplatte, von der Seite mit Teilausschnitten. Diese weist eine Verdichtungsplatte
2 und einen Verdichtungsantrieb 3 auf, wobei letzterer die Verdichtungsplatte 2 über
einen Keilriemen 4 antreibt. Mit der Verdichtungsplatte 2 steht die Bodenverdichtungsmaschine
1 auf einem Untergrund U. Zum Verdichtungsantrieb 3 gehören vorliegend zwei schematisch
angedeutete Unwuchtwellen. Durch Gleichlauf, Gegenlauf und Phasenverschiebung der
Unwuchtwellen resultiert eine Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung der Bodenverdichtungsmaschine
1 auf dem Untergrund U. Hierbei wird der Untergrund U mit Hilfe der unwuchtbedingten
Schwingungen und dem Maschinengewicht verdichtet. Zur Führung und Bedienung der Bodenverdichtungsmaschine
1 weist diese eine Führungsstange 5 mit Handgriff und Bedienungselementen auf.
[0030] In Figur 1 angedeutet sind zudem eine Betriebszustandsermittlungsvorrichtung 10 zur
Bestimmung eines oder mehrerer Betriebszustände, ein Bildschirm 30, der durch seine
Eigenschaft als Touchscreen auch eine Bedieneinrichtung 31 darstellt, sowie eine Datenschnittstelle
60 in Form einer angedeuteten Antenne.
[0031] Die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung 10 dient insbesondere der Bestimmung eines
oder mehrerer Betriebszustände der Bodenverdichtungsmaschine 1 aus der Gruppe Motordaten,
Motortemperatur, Motoröldruck, Motorölfüllstand, Kraftstofffüllstand, Kraftstoffverbrauch,
Partikelfilterzustand, Partikelfilterregeneration, Schwingmetallpuffer-Verschleiß,
Wartungsintervall, Betriebsstunden, Zustandsdaten des Antriebs, Batteriezustand, Batterieladezustand,
Feder-Dämpfer-Systeme, Flüssigkeitsstände, Keilriemenverschleiß, Schwingmetallpuffer-Verschleiß,
Kraftstoffverbrauch, Erregerlagerüberhitzung, Luftfilterverschmutzung, falscher oder
fremdproduzierte Luftfilter verwendet, Aufenthaltsort (bspw. GPS-Daten) und Verdichtungsmessung.
Es versteht sich, dass hierfür notwendige Sensorik, Elektronik und Software vom Fachmann
vorzusehen ist.
[0032] In Fig. 2 sind die Funktionen dieser Bodenverdichtungsmaschine skizziert. So weist
die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung 10 eine Fehlerermittlungseinheit 11 zur
Ermittlung von fehlerbehafteten Betriebszuständen unter den bestimmten Betriebszuständen
auf. Hierzu verfügt die Fehlerermittlungseinheit 11 über einen Speicher 12 mit einer
Fehlerliste L potentieller fehlerhafter Betriebszustände. Die potentiellen fehlerhaften
Betriebszustände sind mit digitalisierten Bedienungsanweisungen A verknüpft. Dabei
ist es durchaus denkbar, dass unterschiedliche potentiellen fehlerhaften Betriebszustände
durch die gleiche digitalisierte Bedienungsanweisung A lösbar ist, sodass mehrere
potentiellen fehlerhaften Betriebszustände mit der gleichen digitalisierte Bedienungsanweisung
A verknüpft sein können.
[0033] Mit der Fehlerermittlungseinheit 11 wird über den Bildschirm 30 eine Fehlermeldung
zu einem ermittelten, fehlerbehafteten Betriebszustand basierend auf der Fehlerliste
L ausgegeben, die vor allem eine Ausgabe der verknüpften digitalisierten Bedienungsanweisung
A umfasst. Damit wird nicht nur auf den Fehler hingewiesen, sondern direkt ein Lösungsvorschlag
unterbreitet. Das Ganze kann grafisch, in Textform oder auch aus Kombinationen dieser
Informationsarten geschehen. Hierzu ist der Bildschirm 30 als hochauflösendes Farbdisplay
ausgestaltet.
[0034] Bevorzugt enthalten die auf dem Speicher 12 gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen
A zumindest teilweise visuelle Anleitungshinweise, wobei die Fehlerermittlungseinheit
11 dazu ausgestaltet ist, die digitalisierte Bedienungsanweisung A durch wenigstens
einen visuellen Anleitungshinweis auszugeben. Dies geschieht zumindest bei bestimmten
Ausgaben durch wenigstens zwei hintereinander folgende visuelle Anleitungshinweise,
die entweder grafisch hintereinander folgend oder zeitversetzt hintereinander folgend
ausgegeben werden. Die auf dem Speicher 12 gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen
A setzen sich hierfür zumindest teilweise aus nacheinander abzuarbeitenden Handlungsschritten
zusammen.
[0035] Die visuellen Anleitungshinweise enthalten Fotografien, Animationen, Abstraktionen
oder Piktogramm der Bodenverdichtungsmaschine oder Teilen hiervon. Insbesondere werden
hierin die zur Fehlerbehebung zu betätigende Bauteile der Bodenverdichtungsmaschine
zumindest teilweise visuell dargestellt und/oder kennzeichnen.
[0036] Mit Hilfe eines Überwachungssensor 13 überwacht die Fehlerermittlungseinheit 11,
ob einer ausgegebenen digitalisierten Bedienungsanweisung A Folge geleistet wird.
Das kann beispielhaft ein Kontakt an einer Serviceklappe sein, der bei deren Öffnen
schaltet. Die Erledigung andere Bedienungsanweisungen A kann der Bediener über den
Bildschirm 30, nämlich einen Touchscreen, der eine Bedieneinrichtung 31 ausbildet,
quittieren. Mit dieser Bedieneinrichtung 31 lassen sich auch die Betriebszustände
über den Bildschirm 30 abrufen
[0037] Die auf dem Speicher 12 gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen A, insbesondere
die visuellen Anleitungshinweise enthalten zumindest teilweise auch Ersatzteilinformationen,
Bauteilspezifikationen und/oder Identifizierungs- oder Bauteilnummern, was insbesondere
die Ersatzteilbeschaffung erleichtert.
[0038] Optional können die auf dem Speicher 12 gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen
A, insbesondere die visuellen Anleitungshinweise, einen maschinenlesbaren Code wie
einen QR-Code umfassen, wobei der Code mit einer extern von der Bodenverdichtungsmaschine
1 gespeicherten Maschinendokumentation und/oder Serviceseite verknüpft ist. Es kann
sich dabei um eine Bestellseite für Ersatzteile handeln, vorzugsweise direkt mit dem
zu ersetzenden Bauteil.
[0039] Zusätzlich weist die Fehlerermittlungseinheit 11 eine Fehlerdokumentationseinheit
20 auf, die insbesondere dazu ausgestaltet ist, die ermittelten, fehlerbehafteten
Betriebszustände mit Zeitangabe, deren Fehlerhäufigkeit und optional auch die Fehlerbehebungszeiten
abspeichert. Maschinenausfallzeiten können so beispielsweise von der Verleihzeit abgezogen
werden. Die Fehlerdokumentationseinheit 20 weist einen Fehlerspeicher 21 auf, wobei
die Daten des Fehlerspeichers 21 auf dem Speicher 12 liegen.
[0040] Weiterhin weist die Bodenverdichtungsmaschine 1 eine Messeinrichtung 40 auf, die
dazu ausgestaltet ist, eine Verdichtungsmessung auszuführen. Hierzu erfasst sie auch
Daten des Antriebs 3 und weist vorzugsweise wenigstens einen Beschleunigungssensor
auf. Die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung 10 verfügt über einen Dokumentationsspeicher
25, der dazu ausgestaltet ist, die Messergebnisse der Messeinrichtung 40 abzuspeichern,
dies insbesondere inklusive Daten zur Position und zum Zeitpunkt der Verdichtungsmessung.
[0041] Vorliegend ist der Dokumentationsspeicher 25 separat zum Speicher 12 ausgeführt.
Optional können die Daten des Dokumentationsspeichers 25 jedoch auch auf dem Speicher
12 liegen.
[0042] Die Bodenverdichtungsmaschine 1 ist außerdem mit einer Regeleinrichtung 50 ausgestattet,
mit der der Verdichtungsantrieb 3 in Abhängigkeit der Betriebszustände, die mit der
Betriebszustandsermittlungsvorrichtung 10 erfasst werden, gesteuert und/oder geregelt
ist. Dies kann beispielsweise ein einfaches Korrigieren der Motordrehzahl sein. Dabei
ist vorgesehen, dass wenigstens einer der potentiellen fehlerhaften Betriebszustände
der Fehlerliste L mit einer Steuer- oder Regelanweisungen R verknüpft ist, wobei die
Fehlerermittlungseinheit 11 dazu ausgestaltet ist, den Verdichtungsantrieb 3 bei Ermittlung
dieses fehlerhaften Betriebszustands entsprechend der Steuer- oder Regelanweisungen
R anzusteuern. Dies kann bis zu einem sofortigen Abstellen der Bodenverdichtungsmaschine
1 gehen.
[0043] Mittels der kabellosen Datenschnittstelle 60 erfolgt eine Ausgabe eines Teils oder
aller der Betriebszustände, die mit der Betriebszustandsermittlungsvorrichtung 10
ermittelt werden, und/oder der Fehlermeldungen, die mit der Fehlerermittlungseinheit
11 ermittelt werden. Die kabellose Datenschnittstelle 60 kann eine NFC, RFID, Bluetooth,
WLAN, WAN oder Telefonnetzschnittstelle sein. Zusätzlich ist die Datenschnittstelle
60 zum Empfang von Servicedaten und deren Ausgabe über den Bildschirm 30 ausgestaltet,
beispielsweise auch von Livedaten oder Direktübertragungsdaten eines Servicedienstes.
[0044] Vorliegend ist die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung 10 auch dazu ausgestaltet,
basierend auf einer Bestimmung einer Motordrehzahl des Verdichtungsantriebs 3 und
einer Schwingungsfrequenz der Verdichtungsplatte 2 einen Keilriemenverschleiß des
Keilriemens 4 zu ermitteln, wobei ein potentieller fehlerhafter Betriebszustand in
der Fehlerliste L ein zu hoher Keilriemenverschleiß des Keilriemens 4 ist. Entsprechend
enthält die verknüpfte digitalisierte Bedienungsanweisungen A Hinweise dazu, wie der
Keilriemen 4 zu tauschen ist.
[0045] Mit der Bodenverdichtungsmaschine 1 ist nunmehr ein Verfahren durchführbar, gemäß
dem mit der Betriebszustandsermittlungsvorrichtung 10 ein oder mehrere Betriebszustände
ermittelt werden, insbesondere aus der Gruppe Motordaten, Motortemperatur, Motoröldruck,
Motorölfüllstand, Kraftstofffüllstand, Kraftstoffverbrauch, Partikelfilterzustand,
Partikelfilterregeneration, Schwingmetallpuffer-Verschleiß, Wartungsintervall, Betriebsstunden,
Zustandsdaten des Antriebs, Batteriezustand, Batterieladezustand, Feder-Dämpfer-Systeme,
Flüssigkeitsstände, Keilriemenverschleiß, Schwingmetallpuffer-Verschleiß, Kraftstoffverbrauch,
Erregerlagerüberhitzung, Luftfilterverschmutzung, falscher oder fremdproduzierte Luftfilter
verwendet, Aufenthaltsort (bspw. GPS-Daten) und Verdichtungsmessung. Mit der Fehlerermittlungseinheit
11 wird in Echtzeit ein fehlerbehafteter Betriebszustand unter den bestimmten Betriebszuständen
ermittelt, wobei mit der Fehlerermittlungseinheit 11 über den Bildschirm 30 eine Fehlermeldung
zu dem ermittelten, fehlerbehafteten Betriebszustand basierend auf der Fehlerliste
L ausgegeben wird. Die Fehlermeldung umfasst die Ausgabe der verknüpften digitalisierten
Bedienungsanweisung A.
[0046] Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar.
[0047] In einem weiteren Ausführungsbeispiel kann die Fehlerermittlungseinheit weiter dazu
ausgebildet sein, auf Grundlage der erkannten fehlerbehafteten Betriebszustände ein
Signal zur Motorabschaltung oder Leistungsreduzierung an einem Motor der Bodenverdichtungsmaschine
auszugeben. Das Signal kann in einer Alternative automatisch ausgegeben werden. In
einer anderen Alternative kann das Signal nach einer Benutzereingabe ausgegeben werden.
[0048] Die Fehlerermittlungseinheit kann weiter dazu ausgebildet sein weitere Signale in
Abhängigkeit der erkannten fehlerbehafteten Betriebszustände auszugeben.
[0049] Für die Erkennung der fehlerbehafteten Betriebszustände kann die Fehlerermittlungseinheit
eine Prozessoreinheit aufweisen, die zum Empfangen von Sensorsignalen ausgebildet
ist. Die Sensorsignale können von einem Überwachungssensor oder weiterer Sensorik
bereitgestellt werden, z. B. Sensoren für die Ermittlung von Messdaten aus der Gruppe
Motordaten, Motortemperatur, Motoröldruck, Motorölfüllstand, Kraftstofffüllstand,
Kraftstoffverbrauch, Partikelfilterzustand, Partikelfilterregeneration, Schwingmetallpuffer-Verschleiß,
Wartungsintervall, Betriebsstunden, Zustandsdaten des Antriebs, Batteriezustand, Batterieladezustand,
Feder-Dämpfer-Systeme, Flüssigkeitsstände, Keilriemenverschleiß, Schwingmetallpuffer-Verschleiß,
Kraftstoffverbrauch, Erregerlagerüberhitzung, Luftfilterverschmutzung, falscher oder
fremdproduzierte Luftfilter verwendet, Aufenthaltsort (bspw. GPS-Daten) und Verdichtungsmessung.
[0050] So können zum Beispiel Signale aus einem Sensor zur Messung der Bodenverdichtung
von der Prozessoreinheit empfangen werden, mit denen Messwerte über die Verdichtung
des Bodens durch die Bodenverdichtungsmaschine übertragen werden. Die Prozessoreinheit
kann mittels der Messwerte einen Soll-Ist-Vergleich in Abhängigkeit der Leistungsparameter
der Bodenverdichtungsmaschine durchführen. Bei Abweichungen zwischen dem Soll-Ist-Vergleich
kann die Prozessoreinheit zu dem Ergebnis kommen, dass eine Funktionsstörung und damit
ein fehlerbehafteter Betriebszustand vorliegt. Die Prozessoreinheit kann dann ein
Signal an den Bildschirm übermitteln, um einen Fehler anzuzeigen. Gleichzeitig kann
die Prozessoreinheit z. B. ein Signal zur Abschaltung des Motors der Bodenverdichtungsmaschine
ausgeben, um eine Ausweitung der Funktionsstörung zu vermeiden.
[0051] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Bodenverdichtungsmaschine |
30 |
Bildschirm |
| 2 |
Verdichtungsplatte |
31 |
Bedieneinrichtung |
| 3 |
Verdichtungsantrieb |
|
|
| 4 |
Keilriemen |
40 |
Messeinrichtung |
| 5 |
Führungsstange |
50 |
Regeleinrichtung |
| 10 |
Betriebszustandsermittlungsvorrichtung |
60 |
Datenschnittstelle |
| 11 |
Fehlerermittlungseinheit |
|
|
| 12 |
Speicher |
A |
Bedienungsanweisung |
| 13 |
Überwachungssensor |
L |
Fehlerliste |
| |
|
R |
Steuer- oder Regelanweisungen |
| 20 |
Fehlerdokumentationseinheit |
U |
Untergrund |
| 21 |
Fehlerspeicher |
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|
| 25 |
Dokumentationsspeicher |
|
|
1. Bodenverdichtungsmaschine (1),
• handgeführt und/oder ferngesteuert,
• mit einer Verdichtungsplatte (2) und einem Verdichtungsantrieb (3), der die Verdichtungsplatte
(2) antreibt,
• mit einer Betriebszustandsermittlungsvorrichtung (10) zur Bestimmung eines oder
mehrerer Betriebszustände,
o insbesondere aus der Gruppe Motordaten, Motortemperatur, Motoröldruck, Motorölfüllstand,
Kraftstofffüllstand, Kraftstoffverbrauch, Partikelfilterzustand, Partikelfilterregeneration,
Schwingmetallpuffer-Verschleiß, Wartungsintervall, Betriebsstunden, Zustandsdaten
des Antriebs, Batteriezustand, Batterieladezustand, Feder-Dämpfer-Systeme, Flüssigkeitsstände,
Keilriemenverschleiß, Schwingmetallpuffer-Verschleiß, Kraftstoffverbrauch, Erregerlagerüberhitzung,
Luftfilterverschmutzung, falscher oder fremdproduzierte Luftfilter verwendet, Aufenthaltsort
(bspw. GPS-Daten) und Verdichtungsmessung,
gekennzeichnet dadurch, dass
• die Bodenverdichtungsmaschine (1) einen Bildschirm (30) aufweist, und
• die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung (10) eine Fehlerermittlungseinheit (11)
zur Ermittlung von fehlerbehafteten Betriebszuständen unter den bestimmten Betriebszuständen
aufweist,
• wobei die Fehlerermittlungseinheit (11) einen Speicher (12) mit einer Fehlerliste
(L) potentieller fehlerhafter Betriebszustände aufweist, die mit digitalisierten Bedienungsanweisungen
(A) verknüpft sind, und
• wobei die Fehlerermittlungseinheit (11) dazu ausgestaltet ist, über den Bildschirm
(30) eine Fehlermeldung zu einem ermittelten, fehlerbehafteten Betriebszustand basierend
auf der Fehlerliste (L) auszugeben, umfassend eine Ausgabe der verknüpften digitalisierten
Bedienungsanweisung (A).
2. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Speicher (12) gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen (A)
zumindest teilweise visuelle Anleitungshinweise enthalten, wobei die Fehlerermittlungseinheit
(11) insbesondere dazu ausgestaltet ist, die digitalisierte Bedienungsanweisung (A)
durch wenigstens einen visuellen Anleitungshinweis auszugeben.
3. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fehlerermittlungseinheit (11) dazu ausgestaltet ist, die digitalisierte Bedienungsanweisung
(A) durch wenigstens zwei hintereinander folgende visuelle Anleitungshinweise auszugeben,
dies entweder grafisch hintereinander folgend oder zeitversetzt hintereinander folgend.
4. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die visuelle Anleitungshinweise Fotografien, Animationen, Abstraktionen oder Piktogramm
der Bodenverdichtungsmaschine (1) oder Teilen hiervon aufweisen.
5. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die visuellen Anleitungshinweise zur Fehlerbehebung zu betätigende Bauteile der Bodenverdichtungsmaschine
(1) zumindest teilweise visuell darstellen und/oder kennzeichnen.
6. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Speicher (12) gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen (A)
abzuarbeitende Handlungsschritte aufweisen.
7. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese wenigstens einen Überwachungssensor (13) aufweist, und die Fehlerermittlungseinheit
(11) dazu ausgestaltet ist, mittels dem oder den Überwachungssensoren (13) festzustellen,
ob einer ausgegebenen digitalisierten Bedienungsanweisung (A) Folge geleistet wird.
8. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Speicher (12) gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen (A)
Ersatzteilinformationen, Bauteilspezifikationen und/oder Identifizierungs- oder Bauteilnummern
umfassen.
9. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Bedieneinrichtung (31) aufweist, die dazu ausgestaltet ist, die Betriebszustände
über den Bildschirm (30) abzurufen und/oder eine auf dem Bildschirm (30) angezeigte
Bedienungsanweisung (A) zu bestätigen.
10. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Speicher (12) gespeicherten digitalisierten Bedienungsanweisungen (A)
einen maschinenlesbaren Code umfassen, wobei der Code mit einer extern von der Bodenverdichtungsmaschine
(1) gespeicherten Maschinendokumentation und/oder Serviceseite verknüpft ist.
11. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fehlerermittlungseinheit (11) eine Fehlerdokumentationseinheit (20) aufweist,
die insbesondere dazu ausgestaltet ist, die ermittelten, fehlerbehafteten Betriebszustände
und optional deren Fehlerhäufigkeit und/oder die Fehlerbehebungszeiten abzuspeichern.
12. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenverdichtungsmaschine (1) eine Messeinrichtung (40) aufweist, die dazu ausgestaltet
ist, eine Verdichtungsmessung auszuführen, und die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung
(10) einen Dokumentationsspeicher (25) aufweist, der dazu ausgestaltet ist, die Messergebnisse
der Messeinrichtung (40) abzuspeichern.
13. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Regeleinrichtung (50) aufweist, mit der der Verdichtungsantrieb (3) in
Abhängigkeit der Betriebszustände gesteuert und/oder geregelt ist.
14. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der potentiellen fehlerhaften Betriebszustände der Fehlerliste (L)
mit einer Steuer- oder Regelanweisungen (R) verknüpft ist,
wobei die Fehlerermittlungseinheit (11) dazu ausgestaltet ist, den Verdichtungsantrieb
(3) bei Ermittlung dieses fehlerhaften Betriebszustands entsprechend der Steuer- oder
Regelanweisungen (R) anzusteuern.
15. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Datenschnittstelle (60) aufweist,
- die zur Ausgabe eines Teils oder aller der Betriebszustände mit der Betriebszustandsermittlungsvorrichtung
(10) gekoppelt ist, und/oder
- die zur Ausgabe der Fehlermeldungen mit der Fehlerermittlungseinheit (11) gekoppelt
ist.
16. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenschnittstelle (60) zum Empfang von Servicedaten und deren Ausgabe über den
Bildschirm (30) ausgestaltet ist.
17. Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtungsplatte (2) über einen Keilriemen (4) von dem Verdichtungsantrieb
(3) angetrieben ist, und die Betriebszustandsermittlungsvorrichtung (10) dazu ausgestaltet
ist, basierend auf einer Bestimmung einer Motordrehzahl des Verdichtungsantriebs (3)
und einer Schwingungsfrequenz der Verdichtungsplatte (2) einen Keilriemenverschleiß
des Keilriemens (4) zu ermitteln, wobei ein potentieller fehlerhafter Betriebszustand
in der Fehlerliste (L) ein zu hoher Keilriemenverschleiß des Keilriemens (4) ist.
18. Verfahren zum Betrieb einer Bodenverdichtungsmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
• wobei mit der Betriebszustandsermittlungsvorrichtung (10) ein oder mehrere Betriebszustände
ermittelt werden,
o insbesondere aus der Gruppe Motordaten, Motortemperatur, Motoröldruck, Motorölfüllstand,
Kraftstofffüllstand, Kraftstoffverbrauch, Partikelfilterzustand, Partikelfilterregeneration,
Schwingmetallpuffer-Verschleiß, Wartungsintervall, Betriebsstunden, Zustandsdaten
des Antriebs, Batteriezustand, Batterieladezustand, Feder-Dämpfer-Systeme, Flüssigkeitsstände,
Keilriemenverschleiß, Schwingmetallpuffer-Verschleiß, Kraftstoffverbrauch, Erregerlagerüberhitzung,
Luftfilterverschmutzung, falscher oder fremdproduzierte Luftfilter verwendet, Aufenthaltsort
(bspw. GPS-Daten) und Verdichtungsmessung,
• wobei mit der Fehlerermittlungseinheit (11) ein fehlerbehafteter Betriebszustand
unter den bestimmten Betriebszuständen ermittelt wird, und
• wobei mit der Fehlerermittlungseinheit (11) über den Bildschirm (30) eine Fehlermeldung
zu dem ermittelten, fehlerbehafteten Betriebszustand basierend auf der Fehlerliste
(L) ausgegeben wird, umfassend die Ausgabe der verknüpften digitalisierten Bedienungsanweisung
(A).