[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen eines Ereignisses mittels eines
Referenzkurvenverlaufes und eines Messkurvenverlaufes, welche jeweils Werte gegen
die Zeit darstellen, wobei der Referenzkurvenverlauf mit dem Messkurvenverlauf zu
einem verknüpften Kurvenverlauf arithmetisch verknüpft wird und wobei das Ergebnis
durch Detektion eines lokalen Maximums oder lokalen Minimums im verknüpften Kurvenverlauf
ermittelt wird.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Prüfanlage zum Prüfen eines Bauteils, von dem
Messwerte in einem Messkurvenverlauf abnehmbar sind.
[0003] Bei modernen Verbrennungsmotoren stellt das Einhalten strenger Emissionsgrenzwerte
ein wesentliches Erfordernis dar. Dies wird über eine entsprechende Motorsteuerung
realisiert, über die das gewünschte Verhältnis zwischen Luftmenge und Kraftstoffmenge
eingestellt wird. Die Kraftstoffmenge wird über ein Einspritzventil, welches auch
als Injektor bezeichnet wird, in einen Zylinder eines Motors eingespritzt. Hierbei
wird unter anderem die einzuspritzende Kraftstoffmenge so bemessen, dass für eine
Nachbehandlung der Abgase im Katalysator ein optimaler Wert für Lambda, das Verhältnis
zwischen Luftmenge und Kraftstoffmenge, vorliegt. Hierfür ist es notwendig, die Einspritzmenge
des Kraftstoffes exakt regeln zu können.
[0004] Einspritzventile weisen meist einen Spulenantrieb auf, um das Ventil öffnen und schließen
zu können. Einen konstanten Kraftstoffdruck vorausgesetzt, wird die Menge des eingespritzten
Kraftstoffes im Wesentlichen über die Zeitspanne der Öffnung des Einspritzventils
bestimmt. In durchschnittlichen Einspritzmengenbereichen liegt ein lineares Verhältnis
zwischen Kraftstoffdruck und der Öffnungszeit vor. Verringert sich jedoch die Öffnungszeit
sehr stark, so wird der lineare Bereich verlassen und Fertigungstoleranzen sowie der
exakte Aufbau des Einspritzventils tragen einen größeren Teil für die Bemessung der
eingespritzten Kraftstoffmenge bei. Weitere Effekte sind hierbei beispielsweise die
Trägheit des Injektorsystems, der zeitliche Verlauf von Auf- und Abbau des Magnetfeldes
der Spule des Injektors, welche die Ventilnadel des Einspritzventils betätigt.
[0005] Um dennoch ausreichend genaue Aussagen über die Öffnungszeit und damit die Kraftstoffmenge
zu tätigen, ist es essentiell, den exakten Schließzeitpunkt eines Einspritzventils
zu bestimmen. Verschiedene Verfahren sind hierzu beispielsweise aus
DE 10 2009 032 521 B1 der
EP 3 575 584 A1 bekannt.
[0006] Die theoretischen Grundlagen zum Bestimmend des Schließzeitpunktes werden nun unter
Bezugnahme auf Fig. 2 näher erläutert. Hierbei wird auch auf die grundsätzliche Ansteuerung
eines Einspritzventils eingegangen.
[0007] In Fig. 2 ist zum einen ein Spannungsverlauf einer Referenzkurve 100 dargestellt.
Ferner ist der Spannungsverlauf einer Messkurve 200 gezeigt. Zusätzlich ist die Differenz
300 zwischen der Referenzkurve 100 und der Messkurve 200 dargestellt, wobei diese
in einem anderen Maßstab eingezeichnet ist. Abschließend ist noch der Stromverlauf
400 zur Messkurve 200 gezeigt. Hierbei ist der Spannungsverlauf der Referenzkurve
100 auf der Zeitachse nach rechts verschoben, so dass diese am Zenerpunkt 101, welcher
später genauer erläutert wird beginnt.
[0008] Hierbei ist der Messkurvenverlauf 200 der Spannungsverlauf eines Spulenantriebes
eines Einspritzventils mit bewegtem Anker wobei die Bestromung des Spulenankers mindestens
so weit ist, dass dieser seine Ruhelage verlassen hat.
[0009] Zum Zeitpunkt T
spannung aus wird die Bestromung der Spule beendet, wodurch der Anker sich zurück in seine Ruhelage
bewegt. Es ist anzumerken, dass sowohl der Spannungsverlauf der Referenzkurve 100
als auch der Spannungsverlauf der Vergleichskurve 200 vom Negativen in Richtung 0
verlaufen, wobei der 0-Bereich in Fig. 2 nach oben verschoben dargestellt ist.
[0010] Das der Erfindung zugrundeliegende Detektionsverfahren beruht auf folgenden physikalischen
Effekten, die beim Abschalten der Bestromung eines Einspritzventils auftreten. Hierbei
wird nun sowohl der Verlauf der Messkurve 200 als auch der entsprechende Stromverlauf
400 betrachtet.
[0011] Im Bereich I auf Fig. 2 führt das Abschalten des Stroms zum Zeitpunkt T
Spannung aus an der Spule des Einspritzventils zu einer Selbstinduktion. Hierbei ist die induzierte
Spannung durch die sogenannte Rekuperationsspannung begrenzt. Die Rekuperationsspannung
stammt konstruktionsbedingt aus der Ansteuerung des Einspritzventils und dem notwendigen
Verstärken der Boardspannung eines KFZs von 12 V. Solange die induzierte Spannung
die Rekuperationsspannung übersteigt, entsteht ein Stromfluss in der Spule, der vom
Stromverlauf 400 angezeigt ist. Zeitgleich wird das Magnetfeld in Spule abgebaut.
[0012] Während des Abklingens des Spulenstroms kommt es naturgemäß zu einer Verminderung
der Magnetkraft. Sobald die Federvorspannung und/oder die hydraulische Kraft aufgrund
des Drucks des einzuspritzenden Kraftstoffes größer wird als die abnehmende Magnetkraft,
entsteht eine Kraft, welche den Anker zusammen mit der Ventilnadel zurück in den Sitz
beschleunigt.
[0013] Sobald die induzierte Spannung die Rekuperationsspannung nicht mehr übersteigt, fließt
kein Strom mehr durch die Spule. Dies ist im Bereich II in Fig. 2 dargestellt. Der
Beginn wird als Zenerpunkt 101 bezeichnet. Dies bedeutet, dass in der Spule auch kein
Magnetfeld mehr angeregt wird. Durch die im System vorhandenen Widerstände klingen
nun auch die beim Magnetfeldabbau entstehenden Wirbelströme, welche in der Spule vorhanden
sind, ab. Die Abnahme der Wirbelströme führt zu einer Feldänderung in der Spule, wodurch
wiederum eine Induktion einer Spannung stattfindet. Dies führt dazu, dass der Spannungswert
beginnend vom Wert der Rekuperationsspannung auf 0 Volt ansteigt.
[0014] Beim Schließen des Einspritzventils erreicht der Magnetanker und damit auch die Ventilnadel
ihre maximale Geschwindigkeit unmittelbar vor dem Aufschlag der Ventilnadel in den
Ventilsitz. Aufgrund der Bewegung des Magnetankers wird eine Spannungsinduktion in
der Spule ausgelöst. Die hierbei auftretende maximale Induktionsspannung kennzeichnet
die maximale Geschwindigkeit des Magnetankers. Anders ausgedrückt schließt zu diesem
Zeitpunkt die Ventilnadel.
[0015] Durch die hohe Geschwindigkeit erfolgt typischerweise ein Prellvorgang beim Schließen
der Ventilnadel, wodurch diese mindestens einmal, oft mehrmals aus der Schließposition
ausgelenkt wird. In Fig. 2 treten diese Prellvorgänge im den Bereichen 201 und 202
auf. Aufgrund der Federspannung und des anliegenden Kraftstoffdrucks wird die Ventilnadel
jedoch wieder in den Ventilsitz gedrückt. Die Folgen des Prellvorgangs sind im Bereich
III angedeutet.
[0016] Der Spannungsverlauf der Messkurve 200 besteht also aus einer Überlagerung Induktionseffekte
durch die abklingenden Wirbelströme sowie der Bewegung des Magentankers, wobei nur
der Induktionseffekt durch das Bewegen der Magentankers in seine Ruheposition zum
Ermitteln des Schießzeitpunktes relevant ist.
[0017] Daher wird zum Ermitteln des Schließzeitpunktes zusätzlich der Spannungsverlauf der
Referenzkurve 100 herangezogen. Bei diesem handelt es sich um einen Spannungsverlauf,
welcher idealerweise mit der gleichen Spule wie die Messkurve 200 ermittelt wurde.
Im Unterschied zum Messkurvenverlauf wurde jedoch die maximale Bestromung so gewählt,
bei noch keine Bewegung des Ankers stattfindet. Das heißt, dass dieser die Ruhelage
noch nicht verlässt. Demnach treten hier nur Induktionseffekte durch die abklingenden
Wirbelströme auf.
[0018] So kann der Schließzeitpunkt 301, an dem das Ventil zum ersten Mal geschlossen ist,
nun durch eine Analyse der Differenz zwischen der Referenzkurve 100 und der Messkurve
200 ermittelt werden. Hier zeigt die entsprechende Differenzkurve 300 die Differenz
zwischen den induzierten Spannungen mit und ohne bewegtem Anker. Je höher diese induzierte
Spannung ist, desto größer ist die Bewegungsgeschwindigkeit des Ankers, da die Induktionseffekte
durch die abklingenden Wirbelströme, die in beiden Spannungsverläufen vorhanden sind,
durch die Subtraktion in der Differenzkurve 300 nicht mehr vorhanden sind. Die höchste
Geschwindigkeit des Ankers tritt in dem hier vorhandenen federbelasteten System unmittelbar
vor dem Erreichen der Ruhelage, beziehungsweise vor dem Erreichen einer den Aufprall
dämpfenden Einrichtung auf. Hier entsteht auch die höchste induzierte Spannung. Anders
ausgedrückt wird dieser Bereich durch das lokale Maximum der Differenzkurve 300 gekennzeichnet.
So kann der Schließzeitpunkt bestimmt werden.
[0019] Die aus dem bekannten Stand der Technik beschriebenen Verfahren ermöglichen eine
derartige Auswertung. Sie ist jedoch kompliziert beziehungsweise benötigen einen hohen
Hardwareaufwand.
[0020] Der Erfindung liegt daher die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Prüfanlage anzugeben, welche einfach und effizient
den Schließzeitpunkt ermitteln können.
[0021] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie einer Prüfanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.
[0022] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen, in der
Beschreibung sowie in den Figuren und deren Erläuterungen angegeben.
[0023] Entsprechend der Erfindung ist vorgesehen, dass einer oder mehrere Referenzkurvenverläufe
aufgezeichnet werden, dass bei der Aufzeichnung von mehreren Referenzkurvenverläufen
die Referenzkurvenverläufe zu einem gemittelten Referenzkurvenverlauf gemittelt werden
und der gemittelte Referenzkurvenverlauf zur arithmetischen Verknüpfung mit dem Messkurvenverlauf
verwendet wird. Hierbei wird der Messkurvenverlauf in Echtzeit abgetastet und digitalisiert.
Die arithmetische Verknüpfung des einen Referenzkurvenverlaufes oder des gemittelten
Referenzkurvenverlaufs und des Messkurvenverlaufs erfolgt, insbesondere sofort, nach
dem Abtasten und Digitalisieren des Messkurvenverlaufs für jeden einzelnen Abtastzeitpunkt
vor Abschluss des gesamten Abtastens und Digitalisieren des Messkurvenverlaufes. Anschließend
wird das lokale Maximum oder lokale Minimum des verknüpften Kurvenverlaufs zum erstmöglichen
Zeitpunkt vor Beenden des gesamten Abtastens und Digitalisierens des Messkurvenverlaufes
ermittelt.
[0024] Der Erfindung liegt der Grundgedanke zugrunde, auf die aufwändige komplette Aufzeichnung
des Messkurvenverlaufs vor seiner Auswertung zu verzichten und die Auswertung und
Analyse bereits für vorhandene Teilbereiche, im Idealfall für jeden Wert einzeln,
durchzuführen. Daher wird entsprechend der Erfindung vorgeschlagen, dass der Messkurvenverlauf
vorher abgetastet und digitalisiert wird. Anschließend wird die arithmetische Verknüpfung
des einen oder des gemittelten Referenzkurvenverlaufes mit dem jeweiligen Abtastwert
des Messkurvenverlaufes sofort durchgeführt. Dies hat den Vorteil, dass einzelne Werte
des verknüpften Kurvenverlaufs sofort nach der Digitalisierung des Messkurvenverlaufs
vorliegen und entsprechend ausgewertet werden können. Zum einen liegt das entsprechende
Ergebnis, also die Detektion des lokalen Maximums oder lokalen Minimums somit früher
vor, zum anderen muss wenig Speicherplatz hierfür vorgesehen werden. So kann das gesamte
Verfahren effizienter durchgeführt werden.
[0025] Grundsätzlich ist es nicht zwingend notwendig, dass mehrere Referenzkundenverläufe
aufgezeichnet werden und die arithmetische Verknüpfung mit dem Messkurvenverlauf basierend
auf einem gemittelten Referenzkurvenverlauf durchgeführt wird. Die Verwendung eines
mittelten Referenzkurvenverlaufes, also die Mittelung mehrerer Referenzkurvenverläufe
verbessert jedoch die Genauigkeit beim Bestimmen des Ereignisses.
[0026] Im Rahmen der Erfindung, bedeutet ein Aufzeichnen von mehreren Referenzkundenverläufen
nicht zwingend, dass diese auch komplett abgespeichert werden müssen. Hierunter kann
im Wesentlichen auch lediglich verstanden werden, dass diese aufgenommen und weiterverarbeitet
werden, sodass es beispielsweise für einen gemittelten Referenzkundenverlauf nicht
notwendig ist zuerst alle Referenzkundenverläufe abzuspeichern und dann auszuwerten,
wie später noch näher erläutert.
[0027] So ist es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich ein Ereignis in Echtzeit, also
vor dem Zeitpunkt zu ermitteln, zu dem der gesamte Verlauf der Messkurve bekannt ist.
Das Ereignis liegt also zum frühestmöglichen Zeitpunkt unter berücksichtig der notwendigen
Berechnungszeit beziehungsweise Aufbereitungszeit der Werte vor.
[0028] Bevorzugt ist es, wenn der eine oder die Referenzkurvenverläufe abgetastet und digitalisiert
werden und der eine oder der gemittelte Referenzkurvenverlauf in digitaler Form weiterverarbeitet
wird. Anders ausgedrückt liegen auch die Referenzkurvenverläufe beziehungsweise der
gemittelte Referenzkurvenverlauf in digitaler Form vor. Somit ist es relativ einfach
möglich, einzelne Abtastwerte des gemittelten Referenzkurvenverlaufes mit einzelnen
Abtastwerten des Messkurvenverlaufes arithmetisch zu verknüpfen, beispielsweise diese
voneinander zu subtrahieren. Dies kann für jeden Wert einzeln bereits durchgeführt
werden, bevor der gesamte Verlauf vorliegt.
[0029] Hierdurch wird eine einzelne Speicherung der Werte des Messkurvenverlaufes überflüssig
und es muss im Zweifelsfall nur der verknüpfte Kurvenverlauf gespeichert werden.
[0030] Sofern entsprechend der Erfindung vorgeschlagen wird, ein lokales Maximum beziehungsweise
ein lokales Minimum bereits vor dem kompletten Ende der Aufzeichnung des Messkurvenverlaufes
zu ermitteln, kann dies insbesondere durch eine digitale Verarbeitung des verknüpften
Kurvenverlaufes erfolgen.
[0031] Das Mitteln der Referenzkurvenverläufe kann beliebig erfolgen. Eine Möglichkeit ist
es, zum Mitteln der Referenzkurvenverläufe jeden abgetasteten und digitalisierten
Wert für einen Abtastzeitpunkt, insbesondere unmittelbar nach dem Abtasten und Digitalisieren,
mit einem zuvor berechneten Mittelwert für diesen Abtastzeitpunkt zu verrechnen. Anders
ausgedrückt wird für jeden Abtastzeitpunkt der Referenzkurvenverläufe ein arithmetischer
Mittelwert entsprechend der Formel ermittelt.

wobei
v der Mittelwert zu einem bestimmten Abtastzeitpunkt, n die Anzahl der Referenzkurven
und
i die entsprechende Referenzkurve bezeichnet.
[0032] So ist es beispielsweise möglich zum Bestimmen des Mittelwertes zu einem bestimmten
Abtastzeitpunkt, die Abtastwerte aller Referenzkurven zu dem bestimmten Abtastzeitpunkt
jeweils nach dem Abtasten aufzuaddieren und nach der letzten Referenzkurve durch die
Anzahl der Referenzkurven zu dividieren.
[0033] Eine andere Möglichkeit ist es, hierbei miteinfließen zu lassen, wie viele Referenzkurvenverläufe
bereits ausgewertet wurden und so einen genaueren Mittelwert zu errechnen.

[0034] Unabhängig von der exakten Ausführung ergibt sich jedoch der Vorteil, dass es entsprechend
dieser Ausführungsform nicht notwendig ist, zuerst alle Referenzkurvenverläufe aufzuzeichnen
und anschließend zu mitteln, sondern dies praktisch in Echtzeit, also parallel, erfolgen
kann, wodurch wiederum Speicherplatz reduziert werden kann.
[0035] Aus dem einen oder dem gemittelten Referenzkurvenverlauf kann ein Referenzpunkt,
insbesondere eine Referenzzeitpunkt, mittels eines Wertes oder einer Charakteristik
des Referenzkurvenverlaufs bestimmt werden. Dieser Referenzzeitpunkt eignet sich insbesondere
zu Synchronisation des gemittelten Referenzkurvenverlaufs mit dem Messkurvenverlauf.
Bei einer Schließzeitmessung eines Einspritzventils kann es sich beispielsweise um
den sogenannten Zenerpunkt handeln, welcher den Beginn des Spannungsanstiegs definiert.
[0036] Grundsätzlich kann der eine oder der gemittelte Referenzkurvenverlauf in beliebiger
Weise arithmetisch mit dem Messkurvenverlauf verknüpft werden. Für eine Schließzeitpunktbestimmung
ist es sogar ausreichend, wenn der Messkurvenverlauf lediglich von dem einen oder
dem gemittelten Referenzkurvenverlauf subtrahiert wird. Dies hat die Folge, dass der
so ermittelte verknüpfte Kurvenverlauf einen positiven Wert hat.
[0037] Bevorzugt ist es, wenn der verknüpfte Kurvenverlauf vor der Detektion des Ereignisses
gefiltert wird. Hierfür kann beispielsweise ein Tiefpassfilter, zum Beispiel in Form
eines gleitenden Mittelwertfilters verwendet werden. Der Filter dient hierbei zur
Eliminierung von Störungen aus dem Nutzsignal, welche die Detektion des Ergebnisses
verfälschen könnten.
[0038] Zu dem aufgefundenen Ergebnis können die Werte, das heißt die Amplitude, des entsprechenden
Punktes und/oder auch der Zeitpunkt des entsprechenden Wertes bestimmt werden. Anschließend
kann basierend auf diesem Zeitpunkt beziehungsweise auf dem Wert eine Fehlererkennung
durchgeführt werden, so dass Rückschlüsse über die Qualität des Einspritzventils geschlossen
werden können. Grundsätzlich kann jedoch auch eine Fehlererkennung basierend auf dem
gesamten verknüpften Kurvenverlauf durchgeführt werden.
[0039] So kann durch eine geeignete Wahl der Zenerspannung und der Verzögerungszeit, ab
welcher der Vergleich mit der Zenerspannung beginnt, Fehlmessungen wie bei einem Kurzschluss
am Injektor erkannt werden. In diesem Fall wird keine oder nur sehr wenig Energie
im Magnetfeld gespeichert. Dementsprechend schnell steigt die Injektorspannung in
Richtung 0 Volt an, so dass kein Schnittpunkt mit der Zenerspannung nach Ablauf der
Verzögerungszeit gefunden wird.
[0040] Ein weiterer Fehlerfall, der erkannt werden kann ist, wenn das Maximum der Differenzkurve
mit dem Ende der Aufzeichnungsdauer zusammenfällt.
[0041] Auch kann eine zu geringe Amplitude des Maximums auf ein zu geringen Versorgungsdruck
hinweisen, der zum Beispiel durch Leckagen verursacht wird oder durch einen schwergängigen
Anker.
[0042] Das hier beschriebene Verfahren kann für verschiedene Überprüfungen verwendet werden.
Besonders gut ist es für die Ermittlung des Schließzeitpunktes geeignet, wobei ein
Schließmechanismus eines Einspritzventils untersucht wird und sowohl der Referenzkurvenverlauf
als auch der Messkurvenverlauf einen Spannungsverlauf an der Spule des Schließmechanismus
ist. Hierbei wird die Spule zum Erzeugen des Referenzkurvenverlaufs derart bestromt,
dass sich der Anker gerade nicht bewegt.
[0043] Ferner betrifft die Erfindung eine Prüfanlage zum Prüfen eines Bauteiles, von dem
Messwerte in einem Messkurvenverlauf abnehmbar sind, wobei die Prüfanlage ausgestaltet
ist, das erfindungsgemäße Verfahren durchzuführen. Hierbei kann das zu untersuchende
Bauteil einen Schließmechanismus eines Einspritzventils und der Messkurvenverlauf
der Spannungsverlauf einer Spule des Schließmechanismuses sein. Verallgemeinert kann
die Erfindung auf einen bewegten Anker in einem Magnetfeld angewendet werden, wobei
sich mittels der Analyse der Geschwindigkeit des Ankers über die induzierte Spannung
markante Punkte ermitteln lassen.
[0044] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines schematischen Ausführungsbeispiels und
unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht des Aufbaus einer erfindungsgemäßen Prüfanlage, sowie
- Fig. 2
- eine Skizze zum Ablauf der verschiedenen Spannungskurven.
[0045] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 1 ein exemplarischer Aufbau einer Prüfanlage
10 zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben.
[0046] Die Prüfanlage 10 weist zwei Eingänge auf. An einem davon kann eine einzelne oder
eine gemittelte Referenzkurve 150 angelegt werden. An dem anderen wird eine aktuelle
Messkurve 200 angelegt. Die einzelne oder die gemittelte Referenzkurve 150 liegt bereits
in digitaler Form vor. Die Messkurve 200 wird bei oder vor der Eingabe einer Analog/Digitalwandlung
zugeführt und die Werte der Messwertkurve 200 werden digital und einzeln weiterverarbeitet.
Die einzelnen Werte werden in einem Subtrahierer 13 von dem jeweiligen entsprechenden
Wert der einzelnen oder der gemittelten Referenzkurve 150 subtrahiert.
[0047] Über einem fakultativ zwischengeschalteten Puffer, welcher hier nicht dargestellt
ist, wird das Ergebnis der Subtraktion an den Filter 17 zugeführt. Bei dem Filter
17 kann es sich allgemein um einen Tiefpassfilter handeln, der als gleitender Mittelwertfilter
ausgeführt sein kann. Da ein linearer Zusammenhang zwischen der gemittelten Referenzkurve
150 und der jeweiligen Messkurve 200 besteht, ist es ausreichend, lediglich die Differenz
zu filtern. Das separate Filtern der Einzelkurven ist demnach nicht erforderlich.
[0048] Anschließend an den Filter 17 kann beispielsweise mittels einer Schließwertermittlung
22 der entsprechende Schließwert ermittelt werden, in dem ein lokales Maximum in der
verknüpften Referenzkurve ermittelt wird. Hierbei kann sowohl die Amplitude als auch
der zugehörige Zeitpunkt selbst bestimmt werden. Ebenfalls ist parallel möglich, eine
Fehlerdetektion in einer entsprechenden Einrichtung 20 durchzuführen. Teile oder auch
die gesamte Prüfanlage 10 können als Recheneinheit beispielsweise durch einen FPGA
oder einen Mikrocontroller realisiert werden. Auch die Analog/Digitalwandlung kann
von der Recheneinheit ausgeführt werden. Dasselbe gilt auch für das Mitteln der Referenzkurven.
[0049] Die Prüfanlage 10 welche das erfindungsgemäße Verfahren ausführt, kann über verschiedenen
Parameter konfiguriert werden, von denen im Folgenden einige exemplarisch aufgeführt
sind.
[0050] So kann die Anzahl der zu ermittelnden Referenzkurven vorbestimmt werden. Es ist
auch möglich die Anzahl der auszuwertenden Schließzeitkurven festzulegen, um Fehlmessungen
vernachlässigen zu können. Da der Schließzeitpunkt jeder Schließzeitkurve in Echtzeit
ermittelt und sofort gespeichert wird, ist die Anzahl der Schließzeitpunkt nur durch
den Speicher des verwendeten Auswertesystems limitiert beziehungsweise durch den Speicher
der übergeordneten Steuerung, sofern die ermittelten Schließzeitpunkte in Echtzeit
übertragen werden.
[0051] Auch kann die Verzögerungszeit für Beginn der Schließzeitauswertung eingestellt werden,
da alles was vor Überschreiten der negativen Zenerspannung passiert ist für die Bestimmung
des Schließzeitpunktes nicht von Interesse ist.
[0052] Ebenso kann die Auswertedauer nach Beginn der Analyse der Messkurve eingestellt werden,
sodass die maximale Differenz zwischen Messkurve und Referenzkurve sicher detektiert
werden kann und somit der Schließzeitpunkt bestimmt werden kann.
[0053] Auch der Wert der Zenerspannung kann vorgegeben werden. Die negative Zenerspannung
kann sowohl in der gemittelten Referenzkurve als auch in der Messkurve in Echtzeit
ermittelt werden. Das Erstmalige überschreiten der Spannung kann als lokaler zeitlicher
Nullpunkt der gemittelten Referenzkuve gesehen werden. Das erstmalige Überschreiten
der Zenerspannung der Messkurve kann als Startzeit zum Ermitteln der verknüpften Kurve
verwendet werden.
[0054] Ferner ist es möglich den verwendeten Filter 17 mittels entsprechender Parameter
weiter zu definieren.
[0055] Auch ist es entsprechend der Erfindung möglich mehrere lokale Maxima und/oder Minima
im verknüpften Kurvenverlauf zu ermitteln. Dies kann auch in unterschiedlichen Zeitbereichen
erfolgen.
[0056] Somit ist es mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Prüfanlage
möglich, den Schließzeitpunkt eines Einspritzventils einfach und effizient zu ermitteln.
1. Verfahren zum Bestimmen eines Ereignisses mittels eines Referenzkurvenverlaufes (100)
und eines Messkurvenverlaufes (200), welche jeweils Werte gegen die Zeit darstellen,
wobei der Referenzkurvenverlauf (100) mit dem Messkurvenverlauf (200) zu einem verknüpften
Kurvenverlauf (300) arithmetisch verknüpft werden, und
wobei das Ereignis durch Detektion eines lokalen Maximums (301) oder lokalen Minimums
im verknüpften Kurvenverlauf (300) ermittelt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein oder mehrere Referenzkurvenverläufe (100) aufgezeichnet werden,
dass bei der Aufzeichnung von mehreren Referenzkurvenverläufen (100), die Referenzkurvenverläufe
(100) zu einem gemittelten Referenzkurvenverlauf gemittelte werden und der gemittelte
Referenzkurvenverlauf zur arithmetischen Verknüpfung mit dem Messkurvenverlauf (200)
verwendet wird,
dass der Messkurvenverlauf (200) in Echtzeit abgetastet und digitalisiert wird,
dass die arithmetische Verknüpfung des einen Referenzkurvenverlaufes (100) oder des gemittelten
Referenzkurvenverlaufes und des Messkurvenverlaufes (200) nach dem Abtasten und Digitalisieren
des Messkurvenverlaufes (200) für jeden einzelnen Abtastzeitpunkt zum erstmöglichen
Zeitpunkt vor Abschluss des gesamten Abtastens und Digitalisierens des Messkurvenverlauf
(200) durchgeführt wird, und
dass das lokale Maximum (301) oder lokale Minimum des verknüpften Kurvenverlauf (300)
vor Beenden des Abtastens und des Digitalisierens des Messkurvenverlaufes (200) ermittelt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der eine oder die mehreren Referenzkurvenverläufe (100) abgetastet und digitalisiert
werden und der eine Referenzkurvenverlauf oder der gemittelte Referenzkurvenverlauf
in digitaler Form weiterverarbeitet wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Mitteln der Referenzkurvenverläufe (100) jeder abgetastete und digitalisierte
Wert für einen Abtastzeitpunkt, insbesondere unmittelbar nach dem Abtasten und Digitalisieren,
mit einem zuvor berechneten Mittelwert für diesen Abtastzeitpunkt verrechnet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass aus dem einen oder dem gemittelten Referenzkurvenverlauf ein Referenzzeitpunkt (101)
mittels eines Wertes oder einer Charakteristik des gemittelten Referenzkurvenverlaufes
bestimmt wird.
5. Verfahren nach Ansprüche 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Referenzzeitpunkt (101) zur Synchronisation des gemittelten Referenzkurvenverlaufes
(200) mit dem Messkurvenverlauf verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die arithmetische Verknüpfung des einen oder des gemittelten Referenzkurvenverlaufes
und des Messkurvenverlaufes (200) durch Subtrahieren des Messkurvenverlaufes (200)
von dem einen oder dem gemittelten Referenzkurvenverlauf durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der verknüpfte Kurvenverlauf (300) vor der Detektion des Ereignisses gefiltert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zu dem Ereignis der Wert und/oder der Zeitpunkt bestimmt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels des verknüpften Kurvenverlaufs (300) eine Fehlererkennung durchgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Schließmechanismus eines Einspritzventils untersucht wird und
dass der Referenzkurvenverlauf (100) und der Messkurvenverlauf (200) ein Spannungsverlauf
einer Spule des Schließmechanismus ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ereignis der Schließzeitpunkt eines Einspritzventils ist.
12. Prüfanlage zum Prüfen eines Bauteiles, von dem Messwerte in einem Messkurvenverlauf
(200) abnehmbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Prüfanlage ausgestaltet ist, ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12
durchzuführen.
13. Prüfanlage nach Anspruch 12 ,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bauteil ein Schließmechanismus eines Einspritzventils und der Messkurvenverlauf
(200) ein Spannungsverlauf einer Spule des Schließmechanismus ist.
14. Prüfanlage nach Anspruch 12 oder 13 ,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bauteil einen bewegten Anker in einem Magnetfeld aufweist und der Messkurvenverlauf
(200) ein Spannungsverlauf einer Spule ist.