[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine transportable Feuerstelle, deren tonnenförmiger
Grundkörper bevorzugt als ein Bierfass ausgebildet ist.
[0002] Aus der Praxis sind bereits verschiedene Feuerstellen bekannt, wie beispielsweise
einfache Feuerschalen oder Feuerstellen, die eine ausgediente Waschmaschinentrommel
als Brennkammer verwenden. Zwar existieren diese Feuerstellen in verschiedenen Variationen,
jedoch sind diese meist nur für einen festen Standplatz gedacht. Sofern sie doch transportiert
werden müssen, zeigen sie den Nachteil, dass sie recht groß und schwer sind, wodurch
der Transport erheblich erschwert wird. Hinzukommt, dass die Demontage der Feuerstellen
für den Transport meist aufwändig und komplex sind, wobei zusätzlich Werkzeug benötigt
wird. Für den mehrfachen Transport sind solche Feuerstellen nicht konzipiert. Im Regelfall
handelt es sich bei derartigen Feuerstellen um handwerklich gefertigte Produkte, die
nur in kleinen Stückzahlen hergestellt werden und daher teuer sind.
[0003] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht ausgehend vom Stand der Technik darin,
eine Feuerstelle bereitzustellen, welche eine einfache Montage und Demontage ermöglicht
und in einem kompakten Zustand ohne weiteres häufig und einfach transportierbar ist.
[0004] Die genannte Aufgabe wird durch eine transportable Feuerstelle gemäß dem beigefügten
Anspruch 1 gelöst.
[0005] Die erfindungsgemäße transportable Feuerstelle umfasst einen tonnenförmigen Grundkörper,
welcher an seiner ersten Stirnseite, die im Betriebszustand die Oberseite des Grundkörpers
darstellt, eine Rauchabzugsöffnung aufweist. Weiterhin weist der Grundkörper an seinem
Umfang mehrere Zuluftöffnungen auf, sodass dem Brennmaterial, vorzugsweise Holz, genug
Umgebungsluft mit Sauerstoff zugeführt wird. Weiterhin weist der Grundkörper an seiner
zweiten Stirnseite, die im Betriebszustand die Unterseite des Grundkörpers darstellt,
mindestens drei Fußaufnahmen auf.
[0006] An der Rauchabzugsöffnung des Grundkörpers ist ein Anschlussring angeordnet, an dem
ein erstes Rauchabzugsrohr mit seinem ersten Ende angebracht werden kann. Der Außendurchmesser
des ersten Rauchabzugsrohres ist kleiner als der lichte Durchmesser der Rauchabzugsöffnung.
Dadurch ist zur Herstellung eines Transportzustands ein zumindest abschnittsweises
Versenken des ersten Rauchabzugsrohres im Grundkörper möglich.
[0007] Weiterhin besitzt die transportable Feuerstelle ein zweites Rauchabzugsrohr, welches
mit seinem ersten Ende am zweiten Ende des ersten Rauchabzugsrohres anbringbar ist.
Der Außendurchmesser des zweiten Rauchabzugsrohres ist kleiner als der Innendurchmesser
des ersten Rauchabzugsrohres gewählt, sodass das zweite Rauchabzugsrohr für die Herstellung
des Transportzustands zumindest abschnittsweise in dem ersten Rauchabzugsrohr versenkbar.
[0008] Ferner weist die transportable Feuerstelle mindestens drei Füße auf, welche lösbar
an den Fußaufnahmen des Grundkörpers anbringbar sind. Im Betriebszustand sind die
Füße angebracht, um einen wärmeisolierenden Abstand zwischen der Unterseite des Grundkörpers
und der Stellfläche zu erzielen. Im Transportzustand sind die Füße stattdessen abmontiert
und vorzugsweise im Grundkörper bzw. im zweiten Abzugsrohr verstaut.
[0009] Besonders bevorzugt ist der tonnenförmige Grundkörper aus einem Edelstahl-Bierfass
vom Typ KEG-50 DIN gefertigt. Dieses ist aufgrund hoher Stückzahlen kostengünstig
zu erwerben und bietet mit seinen 50 Liter Fassungsvermögen einen geeigneten Grundkörper
für die transportable Feuerstelle. Es hat sich außerdem gezeigt, dass die von Hause
aus gegebene hohe Stabilität der nach KEG-50 DIN gefertigten Edelstahl-Bierfässer
auch bei den hohen Temperaturen, die beim Verbrennen von Holz innerhalb des Grundkörpers
auftreten, ausreicht, um zu starke Verformungen des Materials zu vermeiden, sodass
die Feuerstelle über viele Nutzungszyklen einsatzfähig bleibt. Das Material der Bierfässer
vom Typ KEG-50 DIN ist außerdem nicht-rostend und hält den üblichen Umwelteinflüssen
lange Zeit stand. Vorzugsweise sind auch aller weiteren Bestandteile der Feuerstelle
aus Edelstahl gefertigt.
[0010] Bevorzugt weisen der tonnenförmige Grundkörper, das erste Rauchabzugsrohr und das
zweite Rauchabzugsrohr eine im Wesentlichen gleiche Länge auf, sodass die beiden Rauchabzugsrohre
weitgehend vollständig in dem tonnenförmigen Grundkörper versenkbar sind, um die Feuerstelle
in den Transportzustand zu versetzen. Dies bietet eine kompakte Transportgröße und
erleichtert das Verstauen in einem Transportfahrzeug.
[0011] Bevorzugt weisen die mindestens drei Füße eine Länge von 20 ±5 cm auf, besonders
bevorzugt ist der Umfang der mindestens drei Füße kleiner als der Innendurchmesser
des zweiten Rauchabzugsrohres, sodass sich die mindestens drei Füße für den Transport
innerhalb des zweiten Rauchabzugsrohres verstauen lassen.
[0012] Im Betriebszustand sind der tonnenförmige Grundkörper, der Anschlussring, das erste
Rauchabzugsrohr und das zweite Rauchabzugsrohr vorzugsweise koaxial zueinander angeordnet,
d.h. die Rauchabzugsöffnung des Grundkörpers ist zentral an dessen erster Stirnseite
angeordnet.
[0013] Bevorzugt sind die mindestens drei Füße mit einem Gewinde, mittels Bajonettverschluss
oder einer ähnlichen einfachen Verbindungsanordnung an den Fußaufnahmen anbringbar.
Dies bringt den Vorteil der schnellen und sicheren Montage/ Demontage, bevorzugt ohne
Zuhilfenahme von Werkzeug.
[0014] Bevorzugt ist der Anschlussring unlösbar, stoffschlüssig und koaxial an der Rauchabzugsöffnung
des Grundkörpers angeordnet. Die stoffschlüssige Verbindung kann beispielsweise durch
Schweißen oder Hartlöten erfolgen. Alternativ kann der Anschlussring aber auch lösbar
mithilfe eines Gewindes oder dergleichen am Grundkörper befestigt sein.
[0015] Um die transportable Feuerstell in den Betriebszustand zu versetzen, werden die Füße
an der Unterseite des Grundkörpers befestigt, um die Feuerstelle aufstellen zu können.
Weiterhin wird das erste Rauchabzugsrohr am Anschlussring befestigt, sodass es sich
im Wesentlichen vollständig oberhalb des Grundkörpers erstreckt. Das zweite Rauchabzugsrohr
wird dann auf das obere Ende des ersten Rauchabzugsrohres aufgesteckt, um gemeinsam
mit diesem den Rauchabzug zu bilden, der sich dann etwa um die doppelte Länge des
Grundkörpers über diesen hinaus erstreckt. Das Brennmaterial, vorzugsweise getrocknete
Holzscheite werden vor dem Aufsetzen der Rauchabzugsrohre oder durch diese hindurch
in den Grundkörper eingefüllt und entzündet.
[0016] Um die Feuerstelle nach dem Verbrennen des Brennmaterials und nach entsprechendem
Abkühlen in den Transportzustand zu versetzen, werden die Rauchabzugsrohre abgenommen,
ineinander gesteckt und teleskopartig im Grundkörper versenkt. Zuvor wird die im Grundkörper
angesammelte Asche aus diesem heraus geschüttet. Die Füße werden demontiert und bevorzugt
in das innenliegende zweite Rauchabzugsrohr eingeschoben. Somit reduzieren sich die
Außenabmessungen der Feuerstelle im Wesentlichen auf die Größe des Grundkörpers. Dieser
kann zusätzlich in einem Transportbeutel verstaut werden, um Verschmutzungen beim
Transport zu vermeiden.
[0017] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Feuerstelle zeichnet sich weiterhin dadurch
aus, dass in mindestens einem der beiden Rauchabzugsrohre ein Muster aus dem Material
ausgeschnitten ist. Dies dient vor allem dazu, das Erscheinungsbild des Rohres zu
verbessern, insbesondere wenn dieses Muster beim Abbrennen des Brennmaterials von
der Innenseite des Rohrs beleuchtet wird. Das Muster kann beispielsweise ein Schriftzug
sein, der auch als Markenkennzeichen für die Feuerstelle dient. Natürlich können solche
Muster bzw. Schriftzüge auch auf der Oberfläche des Grundkörpers angebracht oder in
diesen eingeprägt sein.
[0018] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen, unter Bezugnahme auf die
Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen transportablen Feuerstelle
im Betriebszustand;
- Fig. 2
- die transportable Feuerstelle gemäß Fig. 1 im Transportzustand.
[0019] Fig. 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen transportablen
Feuerstelle 01 im Betriebszustand. Ein tonnenförmiger Grundkörper 02 ist in der gezeigten
Ausführung ein modifiziertes Edelstahl-Bierfass vom Typ KEG-50 DIN mit einem Fassungsvermögen
von 50 Litern. Das Edelstahl-Bierfass 02 weist auf seiner ersten Stirnseite, welche
im Betriebszustand seine obere Stirnseite bildet, eine Rauchabzugsöffnung 03 auf.
Am Umfang des Grundkörpers 02 sind zwölf Zuluftöffnungen 04 angeordnet, jeweils sechs
entlang von parallel zueinander laufenden Umfangslinien. Die Zuluftöffnungen 04 sind
beispielsweise um jeweils 60° versetzt zueinander angeordnet und haben einen Öffnungsdurchmesser
von etwa 42 mm. Die Zuluftöffnungen 04 werden als Bohrungen in das Material des Grundkörpers
eingebracht und dienen der Zufuhr von Verbrennungsluft.
[0020] Der Grundkörper 02 besitzt mehrere umlaufende Stabilisierungsringe 05, welche auch
bei hohen Temperaturen eine Verformung des Grundkörpers verhindern.
[0021] Weiterhin sind an einer zweiten Stirnseite des Grundkörpers 02, welche im Betriebszustand
seine untere Stirnseite darstellt, Fußaufnahmen 06 angeordnet, in welchen drei Füße
11 angebracht sind. Die Füße stehen vorzugsweise in einem Winkel von 15°-45° zur Längsachse
des Grundkörpers und gewährleisten einen sicheren Stand auch auf nicht exakt ebenen
Stellflächen. Durch die Füße ist auch gewährleistet, dass der im Betrieb heiße Boden
des Grundkörpers, also die zweite Stirnseite, keinen direkten Kontakt zur Stellfläche
hat, sodass diese vor großer Hitze geschützt ist.
[0022] An der zentralen Rauchabzugsöffnung 03 ist ein Anschlussring 07 angeordnet, beispielsweise
angeschweißt. Der Anschlussring 07 gestattet im Betriebszustand die Befestigung eines
ersten Endes eines ersten Rauchabzugsrohres 08. Gleichzeitig ist der lichte Durchmesser
des Anschlussrings und der Rauchabzugsöffnung 03 so gewählt, dass das erste Rauchabzugsrohr
08 in einem Transportzustand im Grundkörper versenkt werden kann.
[0023] Weiterhin ist am zweiten Ende des ersten Rauchabzugsrohres 08 ein zweites Rauchabzugsrohr
09 mit seinem ersten Ende angeordnet, beispielsweise durch eine Steckverbindung. Das
erste Rauchabzugsrohr 08 besitzt einen Innendurchmesser, der geringfügig größer als
der Außendurchmesser des zweiten Rauchabzugsrohres 09 ist, sodass das zweite Rauchabzugsrohr
09 in das erste Rauchabzugsrohr 08 eingeschoben werden kann, wenn der Transportzustand
hergestellt werden soll.
[0024] Das Edelstahl-Bierfass 02, das erste Rauchabzugsrohr 08 und das zweite Rauchabzugsrohr
09 weisen in etwa die gleiche Länge in axiale Richtung auf.
[0025] Fig. 2 zeigt die Ausführungsform gemäß Fig. 1 im Transportzustand. Hierbei ist das
erste Rauchabzugsrohr 08 weitgehend in dem Edelstahl-Bierfass 02 versenkt und das
zweite Rauchabzugsrohr 09 ist weitgehend in dem ersten Rauchabzugsrohr 08 versenkt.
Innerhalb des zweiten Rauchabzugsrohres 09 sind die drei demontierten Füße 11 angeordnet,
sodass alle Bauteile kompakt ineinander angeordnet transportierbar sind.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 01
- transportable Feuerstelle
- 02
- Grundkörper
- 03
- Rauchabzugsöffnung
- 04
- Zuluftöffnungen
- 05
- Stabilisierungsringe
- 06
- Fußaufnahmen
- 07
- Anschlussring
- 08
- erstes Rauchabzugsrohr
- 09
- zweites Rauchabzugsrohr
- 10
- -
- 11
- Füße
1. Transportable Feuerstelle (01) umfassend:
- einen tonnenförmigen Grundkörper (02), welcher an seiner ersten Stirnseite eine
Rauchabzugsöffnung (03), an seinem Umfang mehrere Zuluftöffnungen (04)und an seiner
zweiten Stirnseite mindestens drei Fußaufnahmen (06) besitzt;
- einen Anschlussring (07), welcher an der Rauchabzugsöffnung (03) des Grundkörpers
(02) angeordnet ist;
- ein erstes Rauchabzugsrohr (08), welches mit seinem ersten Ende mithilfe des Anschlussrings
(07) an der Rauchabzugsöffnung (03) befestigbar ist und dessen Außendurchmesser kleiner
als der lichte Durchmesser der Rauchabzugsöffnung (03) ist, sodass das erste Rauchabzugsrohr
(08) zumindest abschnittsweise in dem Grundkörper (02) versenkbar ist;
- ein zweites Rauchabzugsrohr (09), welches mit seinem ersten Ende am zweiten Ende
des ersten Rauchabzugrohres (08) anbringbar ist und dessen Außendurchmesser kleiner
als der Innendurchmesser des ersten Rauchabzugrohres (08) ist, sodass das zweite Rauchabzugsrohr
(09) zumindest abschnittsweise in dem ersten Rauchabzugsrohr (08) versenkbar ist;
- mindestens drei Füße (11), welche lösbar an den Fußaufnahmen (06) anbringbar sind.
2. Transportable Feuerstelle (01) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der tonnenförmige Grundkörper (02) aus einem Edelstahl-Bierfass vom Typ KEG-50 DIN
gefertigt ist.
3. Transportable Feuerstelle (01) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Rauchabzugsrohr (08) und das zweite Rauchabzugsrohr (09) eine Länge aufweisen,
die ein teleskopartiges Versenken Rauchabzugsrohre (08, 09) mit mindestens 80% ihrer
Länge im tonnenförmigen Grundkörper (02) ermöglichen.
4. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens drei Füße (11) je eine Länge aufweisen, die ein vollständiges Einschieben
der Füße in das zweite Rauchabzugsrohr (09) gestatten, insbesondere eine Länge von
20 ±5 cm besitzen.
5. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang der mindestens drei Füße (11) kleiner als der Innendurchmesser des zweiten
Rauchabzugsrohres (09) ist, sodass die Füße (11) in dem zweiten Rauchabzugsrohr (09)
verstaubar sind.
6. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Betriebszustand der tonnenförmige Grundkörper (02), der Anschlussring (07),
das erste Rauchabzugsrohr (08) und das zweite Rauchabzugsrohr (09) koaxial zueinander
angeordnet sind.
7. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens drei Füße (11) an den Fußaufnahmen (06) mittels eines Gewindes oder
eines Bajonettverschlusses befestigbar sind.
8. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussring (06) unlösbar koaxial an der Rauchabzugsöffnung (03) des Grundkörpers
(02) angebracht ist.
9. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuluftöffnungen (04) am Umfang des Grundkörpers (02) entlang von zwei parallel
liegenden, beabstandeten Umfangslinien verteilt angeordnet sind.
10. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rauchabzugsrohre (08, 09), der Anschlussring und die Füße aus Edelstahl gefertigt
sind.
11. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass am Grundkörper (02) ein Schriftzug feuerfest angebracht ist.
12. Transportable Feuerstelle (01) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass im Material mindestens einer der beiden Rauchabzugsrohre (08, 09) ein Schriftzug
eingeschnitten ist, insbesondere durch Laser-Schneiden.