[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines textilen Flächengebildes,
das zumindest eine befüllbare Kammer aufweist, und ein textiles Flächengebilde, das
vorzugsweise nach einem derartigen Verfahren hergestellt ist.
[0002] Derartige textile Flächengebilde können beispielsweise als Wandungen einer Raumstruktur
ausgebildet werden.
[0003] Es ist aus dem Stand der Technik bekannt, die formgebende Grundstruktur derartiger
Flächengebilde als OPW (One Piece Woven) - Gewebe zu fertigen. Zur Erzeugung der nötigen
Dichtigkeit derartiger Gewebetaschen oder Gewebekörper ist es bekannt das Gewebe mit
einer fluiddichten Beschichtung zu versehen. Dabei ist es schwierig, die an eine Luftkammer
angrenzenden textilen Anlagebereiche abzudichten, an denen zwei Gewebelagen aneinander
anliegen und aneinander befestigt werden.
[0004] Die Druckschrift
DE 10 2014 015 376 A1 offenbart ein Verfahren zur Abdichtung dieser Anlagebereiche eines textil- oder folienbasierten
Flächengebildes, das z.B. als OPW-Gewebe ausgeführt sein kann. Im Umfangsbereich neben
einer Hauptkammer wird ein Hilfskanal von den beiden Gewebelagen ausgebildet, der
mit einer Dichtmasse ausgefüllt wird, die zu einer dichten Barriere für das Fluid
aushärtet.
[0005] Die Druckschriften
EP 3 007 940 B1 und
DE 10 2013 009 764 B4 offenbaren jeweils ein Verfahren zur Abdichtung dieser Anlagebereiche zweier Gewebelagen
eines OPW-Airbags. Auch hier wird benachbart zur Hauptkammer ein Hilfskanal ausgebildet,
der mit einer Dichtmasse ausgefüllt wird, die zu einer dichten Barriere für das Gas
aushärtet. Die Verfüllung erfolgt derart, dass die Dichtmasse mit der gasundurchlässigen
Beschichtung des Airbags eine Verbindung eingeht.
[0006] In der nachveröffentlichten Patentanmeldung
DE 10 2020 110 551 der Anmelderin wird vorgeschlagen, diesen Hilfskanal als Keder für die Befestigung
einer aus einem textilen Flächengebilde ausgeführten Wandung eines Aufstelldachs zu
verwenden. Das prinzipielle Konzept, textile Flächengebilde mit einer Vielzahl von
befüllbaren Luftkammern als Seitenwand für ein Aufstelldach eines Campingfahrzeugs
zu nutzen ist aus der
WO 2019/197412 A1 bekannt.
[0007] Problematisch bei den oben beschriebenen Lösungen ist, dass die Herstellung des Hilfskanals
relativ aufwendig ist, und dass dieser auch die Anmutung des Flächengebildes negativ
beeinflusst.
[0008] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen
eines textilen Flächengebildes und ein textiles Flächengebilde zu schaffen, das eine
einfache Abdichtung einer befüllbaren Kammer ermöglicht.
[0009] Diese Aufgabe wird im Hinblick auf das Verfahren durch die Merkmalskombination des
Patentanspruchs 1 und im Hinblick auf das textile Flächengebilde durch die Merkmale
des nebengeordneten Patentanspruchs 9 gelöst.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren dient zur Herstellung eines textilen Flächengebildes,
das mit zumindest einer befüllbaren Kammer und einem diese umgreifende textilen Dichtrand
ausgeführt ist. Das Flächengebilde wird vorzugsweise als OPW (One Piece Woven)-Struktur
ausgeführt, wobei ein flächiger Dichtrand mit einer geringeren Webdichte als angrenzende
Textilbereiche ausgeführt wird und anschließend mit der Dichtmasse versetzt wird.
[0012] Mit anderen Worten gesagt, der die Kammer umgreifende flächige Dichtrand wird einseitig
oder vorzugsweise beidseitig mit einer derartigen Webdichte ausgeführt, dass eine
geeignete Dichtmasse, beispielsweise Silikon in das Gewebe, beispielsweise durch Druck,
Diffusion oder eine Kapillarwirkung in das Gewebe des Dichtrandes eindringen kann
und dann nach dem Erstarren / Aushärten eine zuverlässige Abdichtung der befüllbaren
Kammer ermöglicht. Der mit der Dichtmasse versetzte Dichtrand fällt gegenüber den
angrenzenden Gewebestrukturen praktisch nicht auf, sodass das Flächengebilde bei optimaler
Abdichtung auch hohen Anforderungen an die Ästhetik genügt.
[0013] Die benachbarten Textilbereiche, insbesondere die Wandungen der Kammer, sind mit
einer höheren Webdichte ausgeführt, sodass das Dichtmittel in die benachbarten Textilbereiche
nicht eindringen kann - die Abdichtung ist dadurch präzise auf den durch die Webdichte
vorgegebenen Dichtrand begrenzt.
[0014] Ein derartiges Konzept mit unterschiedlichen Webdichten lässt sich sehr einfach nach
einem Jaquard-Webverfahren herstellen.
[0015] Auch wenn das textile Flächengebilde mit mehreren Kammern ausgeführt wird, ist das
Jaquard-Webverfahren besonders vorteilhaft.
[0016] Bei einem Ausführungsbeispiel des Verfahrens wird am Außenumfang des Dichtrandes
im Abstand zur Kammer ein Füllkanal gebildet, durch den hindurch das Dichtmittel dem
Dichtrand mit der geringeren Webdichte zugeführt wird.
[0017] Entsprechend ist bei einem besonders bevorzugten Rohling (Zwischenprodukt) des erfindungsgemäßen
Flächengebildes am Außenumfang des Dichtrandes im Abstand zur Kammer ein Füllkanal
gebildet, durch den hindurch das Dichtmittel dem Dichtrand mit der geringeren Webdichte
zuführbar ist.
[0018] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird dieser Füllkanal dann nach der Zuführung
des Dichtmittels vom Dichtrand abgetrennt. Der Füllkanal dient somit lediglich zum
Befüllen oder Durchsetzten des "lose gewebten" Dichtrands.
[0019] Bei einem anderen Ausführungsbeispiel verbleibt dieser Füllkanal nach der Zuführung
des Dichtmittels am Dichtrand. Der Füllkanal kann dann als Kederwulst dienen, mittels
dem das Flächengebilde an einer Kederschiene befestigt wird.
[0020] Der Füllkanal wird vorzugsweise in einem erweiterten Textilbereich des Dichtrandes
ausgebildet, wobei das textile Flächengewebe an der vom Dichtrand abgewandten Seite
des Füllkanals (außenliegend) mit einer größeren Webdichte als der Dichtrand ausgeführt
ist, sodass die Dichtmasse im Wesentlichen nur dem eigentlichen Dichtrand zugeführt
wird.
[0021] Wie vorstehend erläutert, ist die Webdichte des Dichtrandes so ausgelegt, dass das
Eindringen, beispielsweise Eindiffundieren der Dichtmasse in die Webstruktur des Dichtrandes
unterstützt wird.
[0022] Als besonders gut geeignetes Dichtmittel hat sich Silikon herausgestellt.
[0023] Bei einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die OPW-Struktur
nach Art eines Airbags mit einer luftdichten Beschichtung versehen, die beispielsweise
als Folienstruktur oder dergleichen aufgebracht werden kann. Erfindungsgemäß sind
das Material und die Verarbeitung dieser Beschichtung sowie die Webdichte des textilen
Flächengebildes so ausgelegt, dass die Beschichtung partiell im Bereich des Dichtrands
in die Textilstruktur eindringen kann und somit als Dichtmittel wirkt. Das heißt,
die Beschichtung wirkt zum einen in an sich bekannter Weise als gasdichter Abschluss
des gesamten Flächengebildes, während es im Bereich des Dichtrandes als Dichtmittel
wirkt.
[0024] Dementsprechend ist bei dem nach diesem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
textilen Flächengebilde das Beschichtungsmaterial im Bereich des textilen Dichtrandes,
der mit einer geringeren Webdichte als benachbarte Textilbereiche ausgeführt ist,
in die Textilstruktur eingebracht, sodass eine zuverlässige Abdichtung des Dichtrandes
und damit der befüllbaren Kammer erfolgt.
[0025] Ein derartiges Konzept hat den Vorteil, dass die Ausbildung des vorbeschriebenen
Fluidkanals und die Verwendung einer zusätzlichen Dichtmasse nicht mehr erforderlich
ist.
[0026] Das Eindringen der Beschichtung in den mit geringerer Webdichte ausgeführten Dichtrand
kann mechanisch, beispielsweise durch Druckbeaufschlagung mittels einer Rakel, einer
Rolle oder dergleichen unterstützt werden.
[0027] Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn das Beschichtungsmaterial erwärmt ist, sodass
es als im weitesten Sinn hochviskoses Material in die Gewebestruktur eindringen kann.
Die Webdichte in den sonstigen Bereichen des Flächengebildes ist so ausgelegt, dass
ein Eindringen des Beschichtungsmaterials in Richtung zur befüllbaren Kammer nicht
erfolgt.
[0028] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand schematischer
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung eines Rohlings während der Herstellung eines
textilen Flächengebildes;
Figur 2 einen Schnitt entlang der Linie A-A in Figur 1;
Figur 3 ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Flächengebilde;
Figur 4 ein Schnitt entlang der Linie B-B in Figur 3 und
Figur 5 eine Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels, bei dem eine Beschichtung
des Flächengebildes als Dichtmasse wirkt.
[0029] Figur 1 zeigt eine stark schematisierte Darstellung eines textilen Flächengebildes
1, das beispielsweise eine Wandung einer Raumstruktur, beispielsweise eines Campingzeltes,
eines Eventzeltes, eines Sanitätszeltes oder eines aufblasbaren Displays, ausbildet.
Das Flächengebilde 1 ist vorzugsweise einstückig nach einem Jaquard-Webverfahren als
OPW-Struktur ausgeführt und hat eine über nicht dargestellte Ventile mit Luft befüllbare
Kammer 2 (s. auch Figur 2), die von einer textilen Randfahne 4 umgeben ist.
[0030] Die Kammer 2 wird dabei üblicherweise von einer zweilagigen Textilschicht begrenzt,
die im Prinzip aus einer inneren Dichtschicht und einer Außenhaut besteht. Die Dichtschicht
ist im Hinblick auf ihre Abdichtung und die Außenhaut im Hinblick auf ihre Verwendung
mit einer hinreichenden Robustheit ausgeführt.
[0031] Figur 1 zeigt dabei einen Rohling (Zwischenprodukt), der während des Verfahrens anfällt.
Dementsprechend besteht die Randfahne 4 aus einem zur Kammer 2 benachbarten Dichtrand
6, an dem sich nach außen hin ein umlaufender Füllkanal 8 anschließt, der mit einer
Dichtmasse 7 verfüllt werden kann. In dem Dichtrand 6 laufen beispielsweise vier Textillagen
dichtend zusammen, wobei die Webdichte im Bereich des Dichtrands 6 relativ gering
ausgeführt ist. Hierauf wird in der Folge noch näher zurückgekommen.
[0032] Der Füllkanal 8 ist mit einem Füllanschluss an ein Dichtmassenreservoir angeschlossen,
so dass die Dichtmasse 7 beim Herstellen in den Füllkanal 8 eingebracht werden kann.
[0033] Die Abdichtung des Füllkanals 8 nach außen hin erfolgt über einen Umfangsrand 10
der Randfahne 4, in dem wiederum die textilen Lagen des Dichtkanals 8 zusammengeführt
sind. Die Webdichte im Bereich des Umfangsrandes 10 ist allerdings größer als diejenige
des Dichtrands 6 ausgeführt.
[0034] Die Webdichte des Dichtrandes 6 ist so ausgelegt, dass beim Befüllen des Füllkanals
8 die Dichtmasse 7 durch Druck, Diffusion, Kapillarwirkung oder dergleichen in die
Gewebestruktur des Dichtrands 6 eintreten kann und diesen mit Dichtmasse 7 versetzt.
Die Webdichte im Bereich der Kammer 2 ist wiederum größer, sodass das Eindringen der
Dichtmasse 7 in diesen Bereich verhindert oder zumindest erschwert ist. Entsprechend
ist auch die Webdichte des Umfangsrands 10 größer als diejenige des Dichtrands 6 ausgeführt,
sodass die Dichtmasse 7 nicht in den Umfangsrand 10 eintritt.
[0035] Beim Befüllen des Füllkanals 8 wird dann entsprechend der Dichtrand 6 mit Dichtmasse
7 versetzt, sodass dieser nach deren Erstarren / Aushärten die Kammer 2 zuverlässig
abdichtet.
[0036] Nach dem Erstarren / Aushärten der Dichtmasse 7 wird in einem nächsten Verfahrensschritt
gemäß den Figuren 3 und 4 der Füllkanal 8 mit dem Umfangsrand 10 vom Dichtrand 6 abgetrennt,
sodass ein dichtes erfindungsgemäßes textiles Flächengebilde 1 geschaffen wird, dessen
den Dichtrand 6 bildende Dichtflächen nach außen hin praktisch nicht sichtbar sind.
Dabei hält (halten) die Kammer(n) 2 auch hohen Fülldrücken stand, sodass das nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte bzw. erfindungsgemäße textile Flächengebilde
1 auch hohen äußeren Belastungen wie z.B. Windkraft standhält.
[0037] Im Unterschied zu den eingangs beschriebenen Lösungen wird somit die Dichtungsfunktion
per se durch das Gewebe und nicht durch einen zusätzlich ausgebildeten Füllkanal 8
übernommen. Letzterer dient beim besonders bevorzugten ersten Ausführungsbeispiel
lediglich zum Befüllen / Imprägnieren des Dichtrands 6. Dabei kann das Eindringen
der Dichtmasse 7 in das "lockere Gewebe" durch Druckbeaufschlagung oder über mechanisches
Drücken unterstützt werden. Die dabei entstehende flächige Dichtung erzielt eine Dichtwirkung,
die besser als diejenige bei der Verwendung eines herkömmlichen Füllkanals ist.
[0038] Da die geometrischen Abmessungen des Dichtrands 6 vergleichsweise klein sind, können
benachbarte Elemente näher ankonfektioniert werden. Dementsprechend ist die Nähfahne
wesentlich kleiner als bei herkömmlichen Lösungen ausgebildet.
[0039] Figur 5 zeigt ein besonders einfach ausgeführtes Ausführungsbeispiel eines textilen
Flächengebildes 1, bei dem, ähnlich wie bei den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen,
eine mit einem Fluid, beispielsweise Luft, befüllbare Kammer 2 durch eine textile
OPW-Struktur 12 ausgebildet ist. In an sich bekannter Weise wird diese OPW-Struktur
nach dem Weben mit einer fluiddichten, vorzugsweisen luftdichten, Beschichtung 14
versehen, die aus einem geeigneten Material, beispielsweise Silikon oder dergleichen
bestehen kann. Diese Beschichtung ist stoffschlüssig mit der textilen OPW-Struktur
12 verbunden. Dabei kann das Beschichtungsmaterial folienartig bereit gestellt werden.
[0040] Gemäß diesem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel ist die in Figur 5 mit Kreuzchen
angedeutete Webdichte 16 im Bereich des abzudichtenden Dichtrandes 6 wesentlich geringer
als eine Webdichte 18 in dem die Kammer 2 umgebenden Bereich des Flächengebildes 1
beziehungsweise der OPW-Struktur 12. Die Webdichte 16 ist dabei so offen ausgelegt,
dass die Beschichtung 14 in diesem Bereich die OPW-Struktur 12 durchsetzen kann und
somit eine Dichtzone 20 ausbildet, die die OPW-Struktur 12 nach außen hin zuverlässig
abdichtet.
[0041] Mit anderen Worten gesagt, die Beschichtung 14 oder das Beschichtungsmaterial wird
im Dichtrandbereich zum Ausbilden der Dichtzone 20 durch die OPW-Struktur 12 hindurchgedrückt,
sodass keine zusätzliche Dichtmasse vorgesehen sein muss. Dieses Eindringen des Beschichtungsmaterials
in den Bereich mit geringerer Webdichte 16 kann beispielsweise dadurch unterstützt
werden, dass das Beschichtungsmaterial, beispielsweise die Folie, auf eine Erweichungstemperatur
erwärmt wird, sodass durch eine Kraftbeaufschlagung mit einer Anpresskraft F, beispielsweise
durch Rakeln, Walzen, Rollen, Pressen oder dergleichen, das erweichte Beschichtungsmaterial
in den Bereich mit der geringeren Webdichte 16 eingebracht wird und somit die Dichtzone
20 ausbildet. Diese ist in der Darstellung gemäß der Figur 5 in einer übertriebenen
Größe dargestellt. Es kann durchaus sein, dass die Webfahnen der beiden OPW-Strukturteile
im Bereich des Dichtrandes 6 flächig aneinander liegen und über die Beschichtung zusammengehalten
sind. Die Webdichte 18 im sonstigen Bereich, insbesondere im Bereich der Kammer 2,
ist so ausgelegt, dass ein Eindringen des Beschichtungsmaterials in die Kammer oder
ein vollständiges Durchsetzen der OPW-Struktur mit der Beschichtung vermieden wird.
Das heißt, diese Webdichte 18 entspricht in etwa derjenigen, wie sie bei herkömmlichen
Lösungen, beispielsweise bei Airbags oder dergleichen, verwendet wird.
[0042] Dementsprechend wird nach diesem erfindungsgemäßen Verfahren die OPW-Struktur 12
nach dem Webvorgang in an sich bekannter Weise mit der Beschichtung 14 beschichtet,
wobei beim Webvorgang im Bereich des Dichtrandes 6 eine geringere Webdichte 16 ausgebildet
wird. Nach oder bei dem Beschichten wird das Beschichtungsmaterial in geeigneter Weise,
beispielsweise durch Rakeln oder sonstige Druckbeaufschlagung stoffschlüssig in den
Bereich mit geringerer Webdichte 16 eingebracht, sodass der Dichtrand 6 abgedichtet
wird.
[0043] Prinzipiell können auch Mischformen der vorbeschriebenen Ausführungsbeispiele eingesetzt
werden.
[0044] Bei den Ausführungsbeispielen gemäß den Figuren 1 bis 4 ist die Beschichtung per
se nicht dargestellt - selbstverständlich sind auch diese Flächengebilde in der Regel
mit einer derartigen Beschichtung versehen.
[0045] Offenbart sind ein Verfahren zum Herstellen eines textilen Flächengebildes und ein
textiles Flächengebilde, bei dem ein Dichtrand mit einer vergleichsweise geringen
Webdichte ausgebildet ist und bei der Herstellung mit Dichtmasse versetzt wird.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 1
- Flächengebilde
- 2
- Kammer
- 4
- Randfahne
- 6
- Dichtrand
- 7
- Dichtmasse
- 8
- Füllkanal
- 10
- Umfangsrand
- 12
- OPW-Struktur
- 14
- Beschichtung
- 16
- Webdichte
- 18
- Webdichte
- 20
- Dichtzone
1. Verfahren zum Herstellen eines textilen Flächengebildes (1), das mit zumindest einen
befüllbaren Kammer (2) und einem diese umgreifenden textilen Dichtrand (6) ausgeführt
ist, mit dem Schritt:
- Weben des Flächengebildes (1) als OPW-Struktur, wobei der Dichtrand (6) mit einer
geringeren Webdichte als angrenzende Textilbereiche ausgeführt und flächig mit einer
Dichtmasse (7) versetzt wird.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, wobei zuvor der Dichtrand (6) im Abstand zur Kammer
(2) mit einem Füllkanal (8) ausgeführt wird, durch den hindurch die Dichtmasse (7)
dem Dichtrand (6) mit der geringeren Webdichte zugeführt wird.
3. Verfahren nach Patentanspruch 2, wobei der Füllkanal (8) nach der Zuführung der Dichtmasse
(7) abgetrennt wird.
4. Verfahren nach Patentanspruch 3, wobei beim Abtrennen des Füllkanals (8) auch ein
Umfangsrand (10) abgetrennt wird, der außen am Füllkanal (8) angeordnet ist.
5. Verfahren nach Patentanspruch 2, wobei der Füllkanal (8) nach der Zuführung der Dichtmasse
(7) aushärtet und als Kederwulst genutzt wird.
6. Verfahren nach Patentanspruch 1, wobei die Dichtmasse durch eine Beschichtung (14)
des Flächengebildes (1) gebildet ist, die in einem Bereich mit einer geringeren Webdichte
(16) in die Textilstruktur eindringt und in Bereichen des Flächengebildes mit höherer
Webdichte (18) als Beschichtung (14) wirkt.
7. Verfahren nach Patentanspruch 6, wobei das Eindringen der Beschichtung (14) in den
Bereich mit geringerer Webdichte (16) durch Druckbeaufschlagung der Beschichtung (14)
durch Rakeln, Rollen, Walzen oder in sonstiger Weise bewirkt wird.
8. Verfahren nach Patentanspruch 6 oder 7, wobei die Beschichtung (14) im Bereich des
Dichtrandes (6) erweicht wird.
9. Textiles Flächengebilde mit zumindest einer Kammer (2), die umfangseitig mit einem
textilen Dichtrand (6) umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtrand (6) mit einer geringeren Webdichte als benachbarte Textilbereiche ausgeführt
und mit einer Dichtmasse (7) versetzt ist.
10. Flächengebilde nach Patentanspruch 9, wobei der Dichtrand (6) von einem Füllkanal
(8) umgeben ist.
11. Flächengebilde nach Patentanspruch 10, wobei der Füllkanal (8) ausgelegt ist, die
Dichtmasse (7) in den Dichtrand (6) einzubringen und danach vom Dichtrand (6) abgetrennt
zu werden.
12. Flächengebilde nach Patentanspruch 10 oder 11, wobei ein an den Füllkanal (8) außen
angrenzender Umfangsrand (10) des Flächengebildes (1) mit einer größeren Webdichte
als der Dichtrand (6) ausgeführt ist.
13. Flächengebilde nach einem der Patentansprüche 9 bis 12, wobei die Webdichte des Dichtrands
(6) so ausgelegt ist, dass beim Zuführen der Dichtmasse (7) diese in die Webstruktur
eindringen kann.
14. Flächengebilde nach einem der Patentansprüche 9 bis 13, wobei die Dichtmasse (7) Silikon
ist.
15. Flächengebilde nach Patentanspruch 10, wobei die Dichtmasse eine Beschichtung (14)
des Flächengebildes (1) ist, die in einem Bereich mit einer geringeren Webdichte (16)
in die Textilstruktur eindringt und die in Bereichen mit höherer Webdichte (18) als
Beschichtung (14) wirkt.