[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur pyrolytischen Reinigung eines
Gargerätes mit wenigstens einem aufheizbaren Garraum, einer Heizeinrichtung zum Aufheizen
des Garraumes und einer Temperaturregelungseinrichtung zur Regelung einer Garraumtemperatur,
wobei der Garraum in einer Aufheizphase auf eine Pyrolyse-Zieltemperatur zwischen
400°C und 600°C aufgeheizt wird. Ferner betrifft die Erfindung ein entsprechendes
Gargerät.
[0002] Bei der pyrolytischen Reinigung wird der Garraum auf hohe Temperaturen bis zu 600°C
aufgeheizt, um so vom Backen oder Braten herrührende Garraumverschmutzungen, wie beispielsweise
Speisereste oder Fettrückstände, zu zersetzen. Nach dem meist mehrere Stunden andauernden
Pyrolysevorgang sind die Verschmutzungen zu Asche umgesetzt und können anschließend
leicht ausgewischt werden. Bei Gargeräten mit Pyrolysefunktion erübrigt sich daher
in der Regel eine aufwändige manuelle Reinigung des Garraums.
[0003] Nachteilig an den bisher bekannten Pyrolyse-Reinigungsvorgängen ist, dass diese aufgrund
des ständigen Luftaustauschs zwischen dem Garraum und der Umgebung des Gargeräts mit
einer starken Geruchsbelastung einhergehen, die als unangenehm empfunden wird.
[0004] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Katalysatoren insbesondere in einer Abluftöffnung
des Gargeräts vorzusehen, die die aus dem Garraum entweichenden Geruchsstoffe zersetzen
und/oder verbrennen. Derartige Katalysatoren sind jedoch in erster Linie auf den normalen
Garbetrieb ausgelegt und daher regelmäßig nicht in der Lage, der bei der Pyrolyse
entstehenden Geruchsbelastung ausreichend entgegenzuwirken.
[0005] Aus der
EP 1 837 601 B1 ist ein Verfahren zur Steuerung eines Pyrolysereinigungsvorgangs bekannt, bei dem
die Heizleistung und folglich die Garraumtemperatur anhand eines Sauerstoffgehalts
innerhalb des Garraums geregelt wird. Der Sauerstoff wird dabei von den die Geruchsbelastung
hervorrufenden Geruchsstoffen, die beispielsweise in Form von Wrasen, Gasen und/oder
Rauch auftreten, verdrängt, so dass eine niedrige Sauerstoffkonzentration mit einer
hohen Geruchsstoffkonzentration korreliert. Bei Unterschreiten eines bestimmten Grenzwertes
für die Sauerstoffkonzentration, wird die Heizleistung runtergeregelt, so dass weniger
Verschmutzungen verbrannt werden und somit weniger Geruchsstoffe nachproduziert werden.
Der Grenzwert wird dabei so eingestellt, dass die noch entstehende Geruchsstoffmenge
von dem Katalysator umgesetzt werden kann und so die Geruchsbelastung in Grenzen gehalten
wird.
[0006] Nachteilig an dieser Lösung ist, dass zusätzliche Sensorik im Garraum verbaut werden
muss und diese aufgrund der mit den hohen Pyrolysetemperaturen einhergehenden Belastungen
stör- und zerstörungsanfällig ist.
[0007] Ein Verfahren zur pyrolytischen Reinung eines Gargerätes gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 ist aus der
EP 3 470 740 B1 bekannt.
[0008] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur pyrolytischen
Reinigung eines Gargerätes bereitzustellen, bei dem die Geruchsbelastung prozesssicher
vermindert wird. Vorzugsweise soll das Verfahren ohne eine zusätzliche Sensorik durchführbar
sein. Ferner ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein entsprechendes Gargerät
bereitzustellen. Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 1. Ferner wird die Aufgabe durch ein Gargerät mit den Merkmalen des Anspruchs
9 gelöst. Bevorzugte Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche. Weitere Vorteile
und Merkmale sind der allgemeinen Beschreibung sowie den Ausführungsbeispielen zu
entnehmen.
[0009] Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, dass die Geruchsbelastung stark verringert
werden kann, wenn nach Aufheizen des Garraums auf eine Garraumtemperatur von 270°C
und ausgehend von einer Garraumtemperatur von 270°C der Garraum auf eine Garraumtemperatur
von 350°C mit einer durchschnittlichen Aufheizrate von 2 K/min bis 4 K/min n aufgeheizt
wird. Es hat sich gezeigt, dass gerade in dem kritischen Temperaturintervall von 270
°C bis 350 °C besonders geruchsintensive Moleküle, beispielsweise eine Vielzahl von
Fettrückständen, verstärkt umgesetzt werden. Durch das Vorsehen einer derart moderaten
bzw. gedrosselten Aufheizetappe für dieses kritische Temperaturintervall erfolgt zum
einen die Umsetzung der Geruchsstoffe langsamer und über einen längeren Zeitraum verteilt,
so dass die mit der Geruchsstoffkonzentration korrelierende Geruchsbelastung verringert
wird, wobei zum anderen der Pyrolysevorgang als solcher nicht unnötig in die Länge
gezogen wird, was von Benutzern des Geräts als nachteilig empfunden würde.
[0010] Die langsamere Umsetzung besonders geruchsintensiver Moleküle hat zur Folge, dass
die Geruchsbelastung in der Umgebung des Gargeräts besser durch eine ausreichende
Lüftung gesenkt werden kann. Falls das Gargerät mit einem Katalysator ausgestattet
ist, kann dieser einer Geruchsbelastung besser entgegenwirken, da er aufgrund der
geringeren Geruchsstoffkonzentration seltener oder nicht mehr überlastet wird. Als
Gargeräte kommen Backöfen/Herde und Backofen-Kombigeräte mit Dampfgar- und/oder Mikrowellenfunktion
in Betracht, sowie Backöfen mit Hochfrequenztechnik.
[0011] Mit dem vorliegenden Verfahren kann der Pyrolysevorgang zumindest teilweise, insbesondere
vollständig, anhand voreingestellter Parameter gesteuert bzw. geregelt werden, ohne
auf zusätzliche empfindliche Sensoren, beispielsweise zur Erfassung von Sauerstoff,
Rauch oder anderen Gasen oder Aerosolen, angewiesen zu sein. Dadurch ist das Verfahren
in besonders einfacher Weise implementierbar und eignet sich darüber hinaus optimal
als Nachrüstlösung für bestehende Gargeräte, beispielsweise im Rahmen eines Softwareupdates.
[0012] Als Temperaturregelungseinrichtung im Sinne dieser Erfindung wird eine insbesondere
an sich bekannte Einrichtung zur Regelung einer Garraumtemperatur verstanden, die
einen Temperatursensor zur Erfassung der Garraumtemperatur aufweist und zumindest
die Leistung der Heizeinrichtung derart regelt, dass die Garraumtemperatur eine Soll-Garraumtemperatur
erreicht. Insbesondere ist die Temperaturregelungseinrichtung über eine Software steuerbar.
Die Temperaturregelungseinrichtung kann zumindest teilweise Bestandteil einer das
Gargerät steuernden Steuereinheit sein. Alternativ kann die Temperaturregelungseinrichtung
als eigenständige Einheit mit einem Prozessor, einem Speicher, Kommunikationsschnittstellen
und/oder weiteren Komponenten zur elektronischen Datenverarbeitung ausgebildet und
mit der Steuereinheit des Gargeräts - drahtlos oder drahtgebunden - datenübertragend
verbunden sein.
[0013] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird zumindest in der Aufheizphase
eine die Soll-Garraumtemperatur zumindest abschnittsweise stufenweise und/oder zumindest
abschnittsweise stufenlos erhöht. Die Aufheizrate der Garraumtemperatur kann auf diese
Weise besonders einfach eingestellt werden. Bevorzugt wird dabei die Soll-Garraumtemperatur
spätestens ein erstes Mal abgesenkt, wenn die Garraumtemperatur 270° C erreicht.
[0014] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird ausgehend von einer
Garraumtemperatur von 350°C der Garraum auf die Pyrolyse-Zieltemperatur mit einer
durchschnittlichen Aufheizrate von 4 K/min bis 7 K/min aufgeheizt. Es hat sich überraschenderweise
herausgestellt, dass in einem weiteren kritischen Temperaturintervall von 350 °C bis
zur Pyrolysetemperatur von 400 °C bis 600 °C noch ein Teil besonders geruchsintensiver
Moleküle umgesetzt wird, der zu einer starken Geruchsbelastung führt. Dabei hat sich
allerdings gezeigt, dass aufgrund der vorgelagerten moderaten Aufheizetappe in dem
Temperaturintervall von 270 °C bis 350 °C ein großer Teil geruchsintensiver Moleküle
bei Erreichen einer Garraumtemperatur von 350 °C bereits umgesetzt ist, so dass ein
Aufheizen mit einer zwar nach wie vor gedrosselten, jedoch höheren Aufheizrate möglich
ist. Bevorzugt ist die durchschnittliche Aufheizrate in dem Temperaturintervall von
350 °C bis zur Pyrolysetemperatur größer als in dem Temperaturintervall von 270 °C
bis 350 °C.
[0015] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Verfahren
eine Pyrolyse-Haltephase, in der die Pyrolyse-Zieltemperatur auf einer im Wesentlichen
konstanten Temperatur zwischen 400°C und 600°C, bevorzugt zwischen 410°C und 500°C,
besonders bevorzugt zwischen 420°C und 470°C gehalten wird. In dieser Pyrolyse-Haltephase,
die nach der moderaten Aufheizetappe im Temperaturintervall von 270°C bis 350°C und
insbesondere im Anschluss an eine weitere moderate Aufheizetappe im Temperaturintervall
von 350°C bis zur Pyrolyse-Zieltemperatur durchlaufen wird, werden sämtliche übrigen
Verschmutzungsreste zu Asche verbrannt. Ein Großteil der kritischen Geruchsstoffe
ist in der oder den vorgelagerten moderaten Aufheizetappe(n) bereits umgesetzt worden,
so dass sich die Geruchsbelastung in der für das Reinigungsergebnis maßgebenden Pyrolyse-Haltephase
in Grenzen hält. Bevorzugt dauert die Pyrolyse-Haltephase zumindest 15 min und maximal
5 Stunden.
[0016] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird der Garraum in der
Pyrolyse-Haltephase ein- oder mehrmals kurzfristig auf eine über der Pyrolyse-Zieltemperatur
liegende Spitzentemperatur aufgeheizt. Hierbei entstehen Temperaturspitzen, bei denen
eine erhöhte Umsetzung der Verschmutzung stattfindet, wodurch die Pyrolyse-Haltephase
insgesamt kürzer ausfallen kann. Ferner können auf diese Weise Zeitverluste, die auf
die zumindest eine moderate Aufheizetappe zurückzuführen sind, kompensiert werden.
Insbesondere kann auf diese Weise erreicht werden, dass die Gesamtdauer des Pyrolysevorgangs
im Rahmen üblicher Verfahrensdauern verbleibt und sich nicht auffallend in die Länge
zieht. Dies ist besonders beim Nachrüsten bestehender Gargeräte vorteilhaft, da längere
Verfahrensdauern von Endkunden in der Regel missbilligt werden. Vorzugsweise kann
die Pyrolyse-Haltephase derart verkürzt werden, dass sich die Gesamtdauer des Pyrolysevorgangs
gegenüber den üblichen Verfahrensdauern reduziert. Insbesondere erfolgt das Aufheizen
von der Pyrolyse-Zieltemperatur auf eine Spitzentemperatur mit maximaler Leistung
der Heizeinrichtung. Vorzugsweise liegt die Spitzentemperatur zumindest 20 K, bevorzugt
zumindest 50 K, besonders bevorzugt zumindest 100 K, und maximal 200 K über der gewählten
Pyrolyse-Zieltemperatur. Insbesondere entspricht die Spitzentemperatur der maximal
zulässigen Garraumtemperatur des Gargerätes.
[0017] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird ausgehend von einer
Starttemperatur zu Beginn der Aufheizphase der Garraum auf eine Garraumtemperatur
von 270°C mit einer durchschnittlichen Aufheizrate von 15 K/min bis 25 K/min aufgeheizt.
Auf diese Weise erfolgt ein Aufheizen des Garraums in dem weniger kritischen Temperaturbereich
unter 270°C besonders schnell, wodurch die Gesamtdauer des Pyrolysevorgangs minimiert
wird. Eine Starttemperatur ist insbesondere eine unter 270°C liegende Temperatur,
die zu Beginn des Pyrolysevorgangs im Garraum vorliegt. Beispielsweise entspricht
die Starttemperatur im Wesentlichen der Temperatur der Umgebung des Gargeräts, wenn
das Gargerät über einen längeren Zeitraum nicht in Betrieb war. Es kann sich aber
auch um eine höhere Temperatur, beispielsweise im Anschluss an einen Garvorgang handeln.
Insbesondere erfolgt das Aufheizen in dieser anfänglichen Aufheizphase unter maximaler
Leitung der Heizeinrichtung.
[0018] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden während der pyrolytischen
Reinigung im Garraum entstehende Geruchsstoffe, die beispielsweise in Form von Wrasen,
Gasen und/oder Rauch auftreten, mittels einer insbesondere in einer Abluftöffnung
des Gargeräts angeordneten Geruchsbeseitigungseinrichtung des Gargeräts, vorzugsweise
eines Katalysators, behandelt. Auf diese Weise kann der Geruchsbelastung besonders
effizient entgegengewirkt werden. Aufgrund der geringeren Geruchsstoffkonzentration
durch die zumindest eine moderate Aufheizetappe wird der Katalysator seltener oder
nicht mehr überlastet und kann so die Geruchsstoffe vor der Abgabe in die Umgebung
des Gargeräts größtenteils, insbesondere nahezu vollständig, zersetzen und/oder verbrennen.
[0019] Das erfindungsgemäße Gargerät weist wenigstens einen aufheizbaren Garraum, eine Heizeinrichtung
zum Aufheizen des Garraums und eine Temperaturregelungseinrichtung zur Regelung einer
Garraumtemperatur auf. Hierbei ist das Gargerät dazu geeignet und dazu ausgebildet,
eine pyrolytische Reinigung durchzuführen, bei der der Garraum in einer Aufheizphase
auf eine Pyrolyse-Zieltemperatur zwischen 400°C und 600°C aufgeheizt wird. Das Gargerät
zeichnet sich dadurch aus, dass es dazu geeignet und ausgebildet ist, ein Verfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 8 durchzuführen.
[0020] Als Temperaturregelungseinrichtung im Sinne dieser Erfindung wird eine insbesondere
an sich bekannte Einrichtung zur Regelung einer Garraumtemperatur verstanden, die
einen Temperatursensor zur Erfassung der Garraumtemperatur aufweist und zumindest
die Leistung der Heizeinrichtung derart regelt, dass die Garraumtemperatur eine Soll-Garraumtemperatur
erreicht. Insbesondere ist die Temperaturregelungseinrichtung über eine Software steuerbar.
Die Temperaturregelungseinrichtung kann zumindest teilweise Bestandteil einer das
Gargerät steuernden Steuereinheit sein. Alternativ kann die Temperaturregelungseinrichtung
als eigenständige Einheit mit einem Prozessor, einem Speicher, Kommunikationsschnittstellen
und/oder weiteren Komponenten zur elektronischen Datenverarbeitung ausgebildet und
mit der Steuereinheit des Gargeräts - drahtlos oder drahtgebunden - datenübertragend
verbunden sein. Beispielsweise ist das Gargerät mittels der Temperaturregelungseinrichtung
und/oder der Steuereinheit zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 8 konfiguriert.
[0021] Insgesamt wird mit der vorliegenden Erfindung ein neuartiges Verfahren zur pyrolytischen
Reinigung eines Garraums mit verringerter Geruchsbelastung bereitgestellt, das sich
in besonders einfacher Weise implementieren lässt und sich daher auch zum Nachrüsten
bestehender Gargeräte optimal eignet.
[0022] Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorstehend erläuterten Ausgestaltungen
der Erfindung jeweils für sich oder in einer beliebigen technisch sinnvollen Kombination
auch untereinander jeweils mit dem Gegenstand eines der unabhängigen Ansprüche kombinierbar
sind.
[0023] Abwandlungen und Ausgestaltungen der Erfindung sowie weitere Vorteile und Einzelheiten
der Erfindung lassen sich der nachfolgenden gegenständlichen Beschreibung und den
Zeichnungen entnehmen. In den schematischen Figuren zeigen:
- Fig. 1
- Eine Skizze eines Temperatur-Zeit-Diagramms eines erfindungsgemäßen Pyrolyseverfahrens,
- Fig. 2
- eine Skizze eines Temperatur-Zeit-Diagramms eines weiteren erfindungsgemäßen Pyrolyseverfahrens,
- Fig. 3
- ein Temperatur-Zeit-Diagramm eines weiteren erfindungsgemäßen Pyrolyseverfahrens,
- Fig. 4
- ein erfindungsgemäßes Gargerät.
[0024] Gleich oder ähnlich wirkende Teile sind - sofern dienlich - mit identischen Bezugsziffern
versehen.
[0025] Einzelne technische Merkmale der nachbeschriebenen Ausführungsbeispiele können auch
in Kombination mit vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen sowie den Merkmalen der
unabhängigen Ansprüche und etwaiger weiterer Ansprüche zu erfindungsgemäßen Gegenständen
kombiniert werden.
[0026] Fig. 1 bis 3 zeigen Temperaturverläufe einer Garraumtemperatur T in einem Garraum
4 eines Gargeräts 2 bei verschiedenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Der Garraum 4 wird dabei von einer über eine Temperaturregelungseinrichtung 12 ansteuerbaren
Heizeinrichtung in einer Aufheizphase A auf eine Pyrolyse-Zieltemperatur ZT zwischen
400 °C und 600 °C aufgeheizt. Dabei wird der Garraum 4 zunächst auf 270 °C aufgeheizt.
Anschließend wird der Garraum 4 ausgehend von einer Garraumtemperatur T von 270 °C
in einer ersten moderaten Aufheizetappe M auf eine Garraumtemperatur T von 350 °C
aufgeheizt, wobei die durchschnittliche Aufheizrate 2 K/min bis 4 K/min, beträgt.
Auf diese Weise werden die verstärkt in dem kritischen Temperaturintervall von 270
°C bis 350 °C entstehenden und besonders geruchsintensiven Moleküle langsamer und
über einen längeren Zeitraum verteilt umgesetzt.
[0027] Das Aufheizen von einer Starttemperatur (in der Regel die Raumtemperatur) bis 270
°C kann dagegen bei weit höheren Aufheizraten von 15 K/min bis 25 K/min und insbesondere
unter maximaler Leistung der Heizeinrichtung erfolgen, um die Gesamtdauer des Pyrolysevorgangs
möglichst gering zu halten.
[0028] Im Anschluss an die erste moderate Aufheizetappe M wird ausgehend von einer Garraumtemperatur
T von 350 °C der Garraum 4 auf die Pyrolyse-Zieltemperatur ZT in einer zweiten moderaten
Aufheizetappe M' mit einer durchschnittlichen Aufheizrate von 4 K/min bis 7 K/min
aufgeheizt. Da ein großer Teil geruchsintensiver Moleküle durch die vorangestellte
erste moderate Aufheizetappe M bei Erreichen einer Garraumtemperatur T von 350 °C
bereits umgesetzt ist, kann ein Aufheizen mit einer zwar nach wie vor gedrosselten,
jedoch im Vergleich zur ersten moderaten Aufheizetappe M höheren Aufheizrate erfolgen,
ohne dass die Geruchsbelastung wesentlich erhöht wird.
[0029] An die zweite moderate Aufheizetappe M' schließt sich die Pyrolyse-Haltephase H an,
bei der die Garraumtemperatur T auf der im Wesentlichen konstanten Pyrolyse-Zieltemperatur
ZT zwischen 400 °C und 600 °C, bevorzugt zwischen 410 °C und 500 °C, besonders bevorzugt
zwischen 420 °C und 470 °C, gehalten wird. Da ein Großteil der kritischen Geruchsstoffe
in den vorgelagerten moderaten Aufheizetappen M, M' bereits umgesetzt worden ist,
kann die für das Reinigungsergebnis maßgebende Pyrolyse-Haltephase H durchgeführt
werden, ohne dass die Geruchsbelastung wesentlich erhöht wird. Bevorzugt dauert die
Pyrolyse-Haltephase H zumindest 30 min und maximal 5 Stunden.
[0030] In der Ausführungsform gemäß Fig. 2 wird der Garraum 4 in der Pyrolyse-Haltephase
H einmal kurzfristig auf eine über der Pyrolyse-Zieltemperatur ZT liegende Spitzentemperatur
aufgeheizt. Bei der so entstehenden Temperaturspitze S findet eine erhöhte Umsetzung
der Verschmutzung stattfindet, wodurch die Pyrolyse-Haltephase H insgesamt kürzer
ausfallen kann. Vorzugsweise liegt die Spitzentemperatur zumindest 20 K, bevorzugt
zumindest 50 K, besonders bevorzugt zumindest 100 K, und maximal 200 K über der gewählten
Pyrolyse-Zieltemperatur ZT und entspricht insbesondere der maximal zulässigen Garraumtemperatur
T des Gargerätes 2.
[0031] Fig. 3 zeigt eine reale Messkurve der Garraumtemperatur T über die Zeit. Zur Regelung
der Garraumtemperatur T in der ersten moderaten Aufheizetappe M wird eine Soll-Garraumtemperatur
zunächst auf 270 °C gehalten und dann stufenweise, hier jeweils um ca. 30 K, erhöht.
Die Garraumtemperatur T schießt dabei nach Erreichen der Soll-Garraumtemperatur noch
etwas über diese hinaus (Überschwingen). Auch in der zweiten moderaten Aufheizetappe
M' wird die Soll-Garraumtemperatur stufenweise erhöht. Anschließend wird die Soll-Garraumtemperatur
während der Pyrolyse-Haltephase H auf einer konstanten Temperatur von ca. 440 °C gehalten.
[0032] Fig. 4 zeigt ein erfindungsgemäßes Gargerät 2 in Form eines Backofens mit einem aufheizbaren
Garraum 4. Das Gargerät 2 weist eine Heizeinrichtung auf, die in dieser Ausführungsform
einen Oberhitze-Heizkörper 6, einen Unterhitze-Heizkörper 8 unterhalb des Garraumbodens
sowie einen mit einer Ringheizung ausgestatteten Umlüfter 10 umfasst. Eine Temperaturregelungseinrichtung
12, die Teil einer Steuereinheit 14 des Gargeräts 2 ist, dient zur Regelung der über
einen Temperatursensor 16 im Garraum 4 erfassten Garraumtemperatur T. Das Gargerät
2 ist dazu geeignet und ausgebildet, insbesondere mittels der Steuereinheit 14 und/oder
der Temperaturregelungseinrichtung 12 dazu konfiguriert, das erfindungsgemäße Verfahren
zur pyrolytischen Reinigung des Garraums 4 durchzuführen. Das Gargerät 2 weist ferner
eine (hier nicht dargestellte) als Katalysator ausgebildete Geruchsbeseitigungseinrichtung
auf, die in einer Abluftöffnung des Gargeräts 2 angeordnet ist und während der bei
geschlossener Garraumtür 18 durchgeführten pyrolytischen Reinigung entstehende Geruchsstoffe
behandelt. Auf diese Weise können die Geruchsstoffe vor der Abgabe in eine Umgebung
des Gargeräts 2 größtenteils, insbesondere nahezu vollständig, zersetzt und/oder verbrannt
werden.
1. Verfahren zur pyrolytischen Reinigung eines Gargerätes (2) mit wenigstens einem aufheizbaren
Garraum (4), einer Heizeinrichtung zum Aufheizen des Garraums (4) und einer Temperaturregelungseinrichtung
(12) zur Regelung einer Garraumtemperatur (T), wobei der Garraum (4) in einer Aufheizphase
(A) auf eine Pyrolyse-Zieltemperatur (ZT) zwischen 400 °C und 600 °C aufgeheizt wird,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Aufheizen des Garraums (4) auf eine Garraumtemperatur (T) von 270 °C,
- ausgehend von einer Garraumtemperatur (T) von 270 °C, Aufheizen des Garraums (4)
auf eine Garraumtemperatur (T) von 350 °C mit einer durchschnittlichen Aufheizrate
von 2 K/min bis 4 K/min.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in der Aufheizphase (A) eine Soll-Garraumtemperatur zumindest abschnittsweise
stufenweise und/oder zumindest abschnittsweise stufenlos erhöht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von einer Garraumtemperatur (T) von 350 °C der Garraum (4) auf die Pyrolyse-Zieltemperatur
(ZT) mit einer gegenüber der Aufheizphase (A) größeren Aufheizrate von durchschnittlich
4 K/min bis 7 K/min, aufgeheizt wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Pyrolyse-Haltephase (H), in der die Pyrolyse-Zieltemperatur (ZT) auf einer im
Wesentlichen konstanten Temperatur zwischen 400 °C und 600 °C, bevorzugt zwischen
410 °C und 500 °C, besonders bevorzugt zwischen 420 °C und 470 °C, gehalten wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Garraum (4) in der Pyrolyse-Haltephase (H) ein oder mehrmals kurzfristig auf
eine über der Pyrolyse-Zieltemperatur (ZT) liegende Spitzentemperatur aufgeheizt wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von einer Starttemperatur zu Beginn der Aufheizphase (A) der Garraum (4)
auf eine Garraumtemperatur (T) von 270 °C mit einer durchschnittlichen Aufheizrate
von 15 K/min bis 25 K/min aufgeheizt wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von einer Starttemperatur zu Beginn der Aufheizphase (A) der Garraum (4)
auf eine Garraumtemperatur (T) von 270 °C im Wesentlichen bei maximaler Leistung der
Heizeinrichtung aufgeheizt wird.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während der pyrolytischen Reinigung im Garraum (4) entstehende Geruchsstoffe mittels
einer Geruchbeseitigungseinrichtung des Gargeräts, insbesondere eines Katalysators,
behandelt werden.
9. Gargerät (2) mit wenigstens einem aufheizbaren Garraum (4), einer Heizeinrichtung
zum Aufheizen des Garraums (4) und einer Temperaturregelungseinrichtung (12) zur Regelung
einer Garraumtemperatur (T), wobei das Gargerät (2) dazu geeignet und ausgebildet
ist, eine pyrolytische Reinigung durchzuführen, bei der der Garraum (4) in einer Aufheizphase
(A) auf eine Pyrolyse-Zieltemperatur (ZT) zwischen 400 °C und 600 °C aufgeheizt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gargerät (2) dazu geeignet und ausgebildet ist, ein Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 8 durchzuführen.
1. Method for the pyrolytic cleaning of a cooking appliance (2) having at least one cooking
chamber (4) capable of being heated up, a heating device for heating up the cooking
chamber (4) and a temperature regulation device (12) for regulating a cooking chamber
temperature (T), the cooking chamber (4) being heated up in a heating phase (A) to
a pyrolysis target temperature (ZT) of between 400°C and 600°C,
characterised by the following steps:
- heating up the cooking chamber (4) to a cooking chamber temperature (T) of 270°C,
- starting from a cooking chamber temperature (T) of 270°C, heating up the cooking
chamber (4) to a cooking chamber temperature (T) of 350°C with an average heating-up
rate of 2 K/min to 4 K/min.
2. Method according to claim 1, characterised in that, at least in the heating-up phase (A), a desired cooking chamber temperature is at
least partly gradually and/or at least partly continuously increased.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that, starting from a cooking chamber temperature (T) of 350°C, the cooking chamber (4)
is heated up to the pyrolysis target temperature (ZT) using a heating-up rate greater
than that of the heating-up phase (A) of, on average, 4 K/min to 7 K/min.
4. Method according to any of the preceding claims, characterised by a pyrolysis maintenance phase (H) in which the pyrolysis target temperature (ZT)
is kept at a substantially constant temperature of between 400°C and 600°C, preferably
between 410°C and 500°C, particularly preferably between 420°C and 470°C.
5. Method according to claim 4, characterised in that, in the pyrolysis maintenance phase (H), the cooking chamber (4) is briefly heated
up one or more times to a peak temperature above the pyrolysis target temperature
(ZT).
6. Method according to any of the preceding claims, characterised in that, starting from a start temperature at the beginning of the heating-up phase (A), the
cooking chamber (4) is heated up to a cooking chamber temperature (T) of 270°C using
an average heating-up rate of 15 K/min to 25 K/min.
7. Method according to any of the preceding claims, characterised in that, starting from a start temperature at the beginning of the heating-up phase (A), the
cooking chamber (4) is heated up to a cooking chamber temperature (T) of 270°C substantially
when the heating device is at maximum power.
8. Method according to any of the preceding claims, characterised in that odorants resulting from the pyrolytic cleaning in the cooking chamber (4) are treated
by means of an odor removal device of the cooking appliance, in particular a catalyst.
9. Cooking appliance (2) having at least one cooking chamber (4) capable of being heated
up, a heating device for heating up the cooking chamber (4) and a temperature regulation
device (12) for regulating a cooking chamber temperature (T), the cooking appliance
(2) being suitable and designed for carrying out pyrolytic cleaning in which the cooking
chamber (4) is heated up in a heating-up phase (A) to a pyrolysis target temperature
(ZT) of between 400°C and 600°C, characterised in that the cooking appliance (2) is suitable and designed for carrying out a method according
to any of claims 1 to 8.
1. Procédé permettant le nettoyage par pyrolyse d'un appareil de cuisson (2) comportant
au moins un espace de cuisson (4) pouvant être chauffé, un dispositif de chauffage
permettant de chauffer l'espace de cuisson (4) et un dispositif de régulation de température
(12) permettant de réguler une température d'espace de cuisson (T), l'espace de cuisson
(4) étant chauffé pendant une phase de chauffage (A) à une température cible de pyrolyse
(ZT) comprise entre 400 °C et 600 °C,
caractérisé par les étapes suivantes :
- chauffage de l'espace de cuisson (4) à une température d'espace de cuisson (T) de
270 °C,
- à partir d'une température d'espace de cuisson (T) de 270 °C, chauffage de l'espace
de cuisson (4) à une température d'espace de cuisson (T) de 350 °C avec une vitesse
de chauffage moyenne de 2 K/min à 4 K/min.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, au moins pendant la phase de chauffage (A), une température d'espace de cuisson de
consigne est augmentée de manière progressive au moins par sections et/ou de manière
continue au moins par sections.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que, à partir d'une température d'espace de cuisson (T) de 350 °C, l'espace de cuisson
(4) est chauffé à la température cible de pyrolyse (ZT) avec une vitesse de chauffage
supérieure à celle de la phase de chauffage (A) de 4 K/min à 7 K/min en moyenne.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par une phase de maintien de pyrolyse (H) dans laquelle la température cible de pyrolyse
(ZT) est maintenue à une température sensiblement constante comprise entre 400 °C
et 600 °C, de préférence entre 410 °C et 500 °C, de manière particulièrement préférée
entre 420 °C et 470 °C.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'espace de cuisson (4) est chauffé brièvement une ou plusieurs fois pendant la phase
de maintien de pyrolyse (H) à une température maximale supérieure à la température
cible de pyrolyse (ZT).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, à partir d'une température de départ au début de la phase de chauffage (A), l'espace
de cuisson (4) est chauffé à une température d'espace de cuisson (T) de 270 °C avec
une vitesse de chauffage moyenne de 15 K/min à 25 K/min.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, à partir d'une température de départ au début de la phase de chauffage (A), l'espace
de cuisson (4) est chauffé à une température d'espace de cuisson (T) de 270 °C sensiblement
à la puissance maximale du dispositif de chauffage.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les odeurs produites dans l'espace de cuisson (4) pendant le nettoyage par pyrolyse
sont traitées au moyen d'un dispositif d'élimination des odeurs de l'appareil de cuisson,
en particulier d'un catalyseur.
9. Appareil de cuisson (2) comportant au moins un espace de cuisson (4) pouvant être
chauffé, un dispositif de chauffage permettant de chauffer l'espace de cuisson (4)
et un dispositif de régulation de température (12) permettant de réguler la température
d'espace de cuisson (T), l'appareil de cuisson (2) étant adapté et conçu pour effectuer
un nettoyage par pyrolyse lors duquel l'espace de cuisson (4) est chauffé pendant
une phase de chauffage (A) à une température cible de pyrolyse (ZT) comprise entre
400 °C et 600 °C, caractérisé en ce que l'appareil de cuisson (2) est adapté et conçu pour effectuer un procédé selon l'une
des revendications 1 à 8.