[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Förderung eines Fluids, das ein Gas-Flüssigkeitsgemisch
ist, durch eine Schraubenspindelpumpe, die ein Gehäuse aufweist, das wenigstens einen
Fluideinlass und einen Fluidauslass ausbildet und in dem wenigstens eine Antriebsspindel
und wenigstens eine mit dieser rotationsgekoppelte Laufspindel der Schraubenspindelpumpe
aufgenommen sind, die in jeder Rotationsstellung der Antriebsspindel gemeinsam mit
dem Gehäuse mehrere Pumpenkammern begrenzen, wobei die Antriebsspindel durch einen
Antrieb in eine Antriebsrichtung rotiert wird, wodurch eine jeweilige zunächst zu
dem jeweiligen Fluideinlass offene der Pumpenkammern verschlossen, die resultierende
verschlossene Pumpenkammer axial zu dem Fluidauslass hin bewegt und dort bei Erreichen
eines Öffnungsrotationswinkels zu dem Fluidauslass hin geöffnet wird. Daneben betrifft
die Erfindung eine Schraubenspindelpumpe.
[0002] Schraubenspindelpumpen werden in vielen Bereichen eingesetzt, um Fluide zu fördern.
Hierbei können rein flüssige Medien, beispielsweise Rohöl oder Erdöl, gefördert werden.
Häufig liegen jedoch Gemische von Gasen und Flüssigkeiten, beispielsweise von Erdöl
und Erdgas, vor, die gefördert werden sollen.
[0003] Bei herkömmlichen Schraubenspindelpumpen werden in Axialrichtung mehrere Kammern
gebildet, zwischen denen bei einer reinen Fluidförderung der Druck zumindest näherungsweise
linear von einem Druck am Fluideinlass zu einem Druck am Fluidauslass ansteigt. Hierbei
werden häufig relativ hohe Druckunterschiede zwischen dem Fluideinlass und dem Fluidauslass
von z.B. 5 bis 50 bar oder sogar noch höhere Druckunterschiede genutzt.
[0004] Wird ein Gas-Flüssigkeitsgemisch mit einem relativ hohen Gasanteil durch eine herkömmliche
Schraubenspindelpumpe gefördert, so resultiert ein hyperbolischer Druckaufbau, da
aufgrund der Kompressibilität des Gasanteils und der stets vorhandenen Radial- und
Axialspalte zwischen den einzelnen Spindeln bzw. zwischen den Spindeln und dem Gehäuse
Flüssigkeit aus Kammern mit einem höheren Druck in die voranliegenden Kammern zurückströmen
kann, wodurch das dort befindliche Gas komprimiert wird und ein Druckanstieg resultiert.
Nachteilig ist hierbei, dass das Fluid zunächst gegen einen relativ steilen Druckgradienten
gefördert wird und anschließend zumindest teilweise in einen Bereich geringeren Drucks
zurückströmt. Hierdurch resultiert typischerweise eine Leistungsanforderung für die
Pumpe, die näherungsweise vom Gasanteil unabhängig ist und auf reiner Flüssigkeitsförderung
basiert.
[0005] Zur Kompression von Gasen mit sehr geringem Flüssigkeitsgehalt sind prinzipiell effizientere
Ansätze bekannt. So können Schraubenspindelpumpen genutzt werden, deren Spindel eine
variable Schraubensteigung aufweisen, um das Gas unmittelbar durch Verringerung des
Kammervolumens zu komprimieren. Zudem sind Gaskompressoren bekannt, die durch Schraubenspindeln
das Gas zunächst gegen eine feststehende Wand fördern und somit verdichten, wobei
das Gas erst nach Erreichen der gewünschten Verdichtung aus der Förderkammer austreten
kann.
[0006] Nachteilig an den genannten Ansätzen zur effizienten Gasverdichtung ist es, dass
die Gasverdichtung jeweils durch Veränderung der Geometrie einer Kompressorkammer
erfolgt. Somit sind diese Ansätze jedoch nicht für Anwendungsfälle nutzbar, in denen
zumindest vorübergehend ein hoher Flüssigkeitsanteil, insbesondere ein Flüssigkeitsanteil
von nahe 100 %, auftreten kann. In diesem Fall müsste zur Verkleinerung der Kompressorkammer
nämlich das Fluid komprimiert werden, wozu Kräfte erforderlich wären, die durch entsprechende
Kompressoren typischerweise nicht aufgebracht werden können bzw. die zu einer Beschädigung
des Kompressors führen können.
[0007] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, den Wirkungsgrad einer Förderung
eines Gas-Flüssigkeitsgemischs zu verbessern, wobei es gleichzeitig möglich bleiben
soll, zumindest vorübergehend auch Gemische mit hohem Flüssigkeitsanteil zu fördern.
[0008] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, wobei die
Antriebsspindel derart angetrieben wird, dass bei gegebener Pumpengeometrie der Schraubenspindelpumpe
der Druck in der jeweiligen Pumpenkammer vor und/oder bei Erreichen des Öffnungsrotationswinkels
gegenüber dem Saugdruck der Schraubenspindelpumpe, der im Bereich des jeweiligen Fluideinlasses
vorliegt, um maximal 20 % oder um maximal 10 % eines Differenzdrucks zwischen dem
Saugdruck und dem Druck im Bereich des Fluidauslasses erhöht ist. Insbesondere kann
der Druck in der jeweiligen Pumpenkammer vor und/oder bei Erreichen des Öffnungsrotationswinkels
um maximal 5 % des Differenzdrucks über dem Saugdruck liegen.
[0009] Wie obig erläutert resultiert der hyperbolische Druckanstieg bei Förderung eines
Gas-Flüssigkeitsgemischs in üblichen Schraubenspindelpumpen aus dem Rückströmen von
Flüssigkeit durch verbleibende Spalten zwischen den Pumpenkammern. Es wurde erkannt,
dass durch geeignete Anpassung der Pumpengeometrie und/oder der Drehzahl der Pumpe
dieses Rückströmen der Flüssigkeit soweit reduziert werden kann, dass der überwiegende
Teil des durch die Schraubenspindelpumpe erzeugten Druckanstiegs erst nach dem Öffnen
der jeweiligen Pumpenkammer zum Fluidauslass hin erfolgt. Bei hinreichender Drehzahl
bzw. geeigneter Pumpengeometrie kann hierbei zumindest näherungsweise davon ausgegangen
werden, dass die bereits im Bereich des Fluidauslasses befindliche Flüssigkeit aufgrund
ihrer Trägheit im Wesentlichen nicht in die öffnende Pumpenkammer einströmt, sondern
stattdessen als starre Wand betrachtet werden kann, gegen die das Gas-Flüssigkeitsgemisch
mit insbesondere hohem Gasanteil verdichtet wird. Solange das Fluid in der öffnenden
Kammer einen hohen Gasanteil aufweist, wird in dem erfindungsgemäßen Verfahren somit
ein ähnlich guter Wirkungsgrad erreicht wie mit Gaskompressoren, die Gas gegen eine
starre Wand des Gehäuses fördern.
[0010] Ist die öffnende Pumpenkammer hingegen mit einem Gas-Flüssigkeitsgemisch mit sehr
hohem Flüssigkeitsanteil oder sogar ausschließlich mit Flüssigkeit gefüllt, kann die
Flüssigkeitssäule im Fluidauslassbereich hierdurch weitertransportiert werden, wodurch
im Wesentlichen das gleiche Verhalten wie bei der Nutzung der Schraubenspindelpumpe
zum Transport von reinen Flüssigkeiten resultiert. Die Optimierung des Betriebsparameter
zum Erreichen der obig beschriebenen Eigenschaften bei hohen Gasanteilen kann zwar
zu einer geringfügigen Verschlechterung des Wirkungsgrades bei hohen Flüssigkeitsanteilen
des Gas-Flüssigkeitsgemischs führen. Bei hinreichend häufigem Auftreten von hinreichend
hohen Gasanteilen wird dennoch eine erhebliche Energieeinsparung erreicht, da der
Leistungsbedarf für diese Zeiträume erheblich unterhalb von üblichen Schraubenspindelpumpen
liegt.
[0011] Der verringerte Leistungs- bzw. Energiebedarf im erfindungsgemäßen Verfahren gegenüber
üblichen Schraubenspindelpumpen ergibt sich einerseits daraus, dass das obig erläuterte
Rückströmen von Flüssigkeit durch relativ enge Spalten der Pumpe weitgehend vermieden
werden kann, wodurch hieraus resultierende Verluste vermieden werden können. Eine
geringere Leistungsanforderung ergibt sich jedoch auch unmittelbar aus der Betrachtung
der erforderlichen Drehmomente. Bei dem obig beschriebenen Vorgehen, bei dem eine
Verdichtung von Gas näherungsweise gegen eine stehende Flüssigkeitswand erfolgt, steigt
der Druck in der sich zunehmend weiter öffnenden Pumpenkammer unter Annahme einer
isothermen Verdichtung linear mit dem Drehwinkel der jeweiligen Spindel an. Gleichzeitig
reduziert sich mit dem Drehwinkel bei zunehmender Öffnung die Ausdehnung der Pumpenkammer
in Umfangsrichtung. Näherungsweise nimmt die drehmomentwirksame Kammerfläche somit
beim Öffnen der Kammer linear mit dem Drehwinkel ab. Diese Faktoren führen gemeinsam
dazu, dass der für die Kompression in der jeweiligen Pumpenkammer erforderliche Drehmomentbeitrag
im Vergleich zu einer Drehmomentberechnung, die von einem bereits beim Öffnen deutlich
erhöhten Druck in der Pumpenkammer ausgeht, auf die Hälfte reduziert wird, womit auch
die erforderliche Antriebsleistung entsprechend reduziert werden kann.
[0012] Zur Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es ausreichend sein, bei an sich
bekannten Schraubenspindelpumpen ausreichend hohe Drehzahlen zu nutzen, da hierbei
bei einem gegebenen Rückstromvolumen der Flüssigkeit pro Zeit insgesamt weniger Flüssigkeit
in die vorangehenden Pumpenkammern zurückströmt und somit eine geringere Druckerhöhung
resultiert. Eine ausschließliche Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens durch
eine Drehzahlerhöhung kann jedoch bezüglich der erforderlichen Leistung und somit
der Antriebsdimensionierung bzw. bezüglich der mechanischen Belastung und dem Verschleiß
der Pumpe problematisch sein. In vorteilhaften Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann daher eine entsprechend angepasste Pumpengeometrie, insbesondere bezüglich
von Spaltmaßen bzw. Kammervolumen, genutzt werden, wodurch die Nutzung von allzu hohen
Drehzahlen zur Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens vermieden werden kann.
[0013] Vor dem Erreichen des Öffnungsrotationswinkels ist die jeweilige Pumpenkammer zur
in Richtung des Fluideinlasses benachbarten Pumpenkammer und zum Fluidauslass hin
abgesehen von toleranzbedingten Abweichungen gleich abgedichtet. Ein Fluidaustausch
in beide Richtungen ist somit im Wesentlichen nur über die Radial- und Axialspalte
der Pumpe möglich. Das Öffnen der Pumpenkammer zum Fluidauslass hin bei Erreichen
des Öffnungsrotationswinkels resultiert daraus, dass der die Pumpenkammer bildende
Gang der jeweiligen Spindel bzw. die den jeweiligen Gang zum Fluidauslass hin begrenzende
Wand an einer bestimmten Winkelposition endet, die vom Rotationswinkel der Spindel
abhängt. Dies führt dazu, dass ab einem gewissen Grenzwinkel ein Spalt in Umfangsrichtung
zwischen dieser Wand und einer anderen der Spindeln resultiert, die die Pumpenkammer
begrenzt. Durch diesen Spalt in Umfangsrichtung ist die Pumpenkammer zum Fluidauslass
hin geöffnet. Der Öffnungsrotationswinkel kann somit als jener Winkel definiert werden,
ab dem zusätzlich zu den Axial- bzw. Radialspalten ein Spalt in Umfangsrichtung resultiert.
[0014] Alternativ könnte der Öffnungsrotationswinkel über den einen Fluidaustausch zwischen
Pumpenkammer und Fluidauslass ermöglichenden Strömungsquerschnitt definiert werden.
Ist dieser Strömungsquerschnitt um 50 % oder 100 % oder 200 % gegenüber der verschlossenen
Pumpenkammer vergrößert, kann das Erreichen dieser Grenze als Erreichen des Öffnungsrotationswinkels
definiert werden.
[0015] Die erfindungsgemäße Schraubenspindelpumpe kann ein- oder zweiflutig sei, das heißt
einen oder zwei in Axialrichtung gegenüberliegende Fluideinlässe aufweisen. Die Schraubenspindelpumpe
kann zwei, drei oder mehr Spindeln aufweisen. Einzelne Spindeln können beispielsweise
zweigängig sein. Einzelne oder alle Spindeln können jedoch auch eingängig oder dreigängig
sein oder auch mehr Gänge aufweisen.
[0016] Die Schraubenprofile der jeweiligen Antriebsspindel und Laufspindel können derart
gewählt sein, dass der Mittelwert der Anzahl der Pumpenkammern pro Antriebsspindel
und Laufspindel, die sowohl gegenüber dem Fluideinlass als auch gegenüber dem Fluidauslass
verschlossen sind, über einen Rotationswinkel der Antriebsspindel von 360° maximal
1,5 ist. Werden beispielsweise genau eine Antriebsspindel und genau eine Laufspindel
verwendet, können im Mittel maximal 3 Pumpenkammern vollständig geschlossen sein.
Der Mittelwert kann beispielsweise durch Integration der Anzahl der für einen jeweiligen
Rotationswinkel der Antriebsspindel geschlossenen Kammern über den Winkel von 360°
und anschließendes Teilen des Ergebnisses durch 360° ermittelt werden. Dies entspricht
bei konstanter Drehzahl einer Integration der Anzahl der gleichzeitig geschlossenen
Pumpenkammern über eine Rotationsperiode der Antriebsspindel und einer Division durch
die Rotationsperiode.
[0017] Während bei Schraubenspindelpumpen zur Flüssigkeitsförderung typischerweise eine
Nutzung von relativ vielen axial aufeinanderfolgenden Pumpenkammern gewünscht ist,
wurde im Rahmen der Erfindung erkannt, dass durch Nutzung von relativ wenigen maximal
gleichzeitig geschlossenen Kammern bei reduzierter Länge des Schraubenprofils ein
größeres Volumen für die einzelnen Pumpenkammern resultiert. Die gleiche Menge von
durch Pumpenspalte rückströmender Flüssigkeit führt somit zu einer geringeren relativen
Änderung des für den Gasanteil verbleibenden Volumens, wodurch eine geringere Gaskompression
und somit eine geringere Druckerhöhung vor dem Öffnen der Pumpenkammer zum Fluidauslass
hin resultiert. Der gewünschte Effekt kann somit bereits bei erheblich geringeren
Drehzahlen erreicht werden als in Fällen, in denen relativ viele axial aufeinanderfolgende
Pumpenkammern genutzt werden.
[0018] Eine untere Grenze für die Anzahl von Pumpenkammern, die sowohl gegenüber dem Fluideinlass
als auch gegenüber dem Fluidauslass unabhängig vom Rotationszustand maximal verschlossen
sind, ergibt sich daraus, dass für jedes Paar aus einer Spindel und einem Fluideinlass
in zumindest einem Rotationszustand eine Pumpenkammer sowohl gegenüber dem Fluideinlass
als auch gegenüber dem Fluidauslass verschlossen sein muss, da anderenfalls bei einem
Übergang von einem fluideinlassseitigen Öffnen zu einem fluidauslassseitigen Öffnen
kurzzeitig eine beidseitige Öffnung der Pumpenkammer und somit eine direkte Verbindung
von Fluideinlass und Fluidauslass resultieren würde, was zu sehr hohen, nicht gewünschten
Leckagen der Pumpe führen würde.
[0019] Im Rahmen des Verfahrens kann während wenigstens einem Zeitintervall ein Gas-Flüssigkeitsgemisch
mit einem Gasanteil von wenigstens 90 % gefördert werden. Alternativ oder ergänzend
kann im Rahmen des Verfahrens während wenigstens einem weiteren Zeitintervall ein
Gas-Flüssigkeitsgemisch mit einem Flüssigkeitsanteil von wenigstens 70 % gefördert
werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders geeignet, wenn Fluide mit zeitlich
stark unterschiedlichen Mischungsverhältnissen gefördert werden sollen. Die Reduktion
der erforderlichen Leistung ist für hohe Gasanteile besonders hoch. Somit können insbesondere
auch Gasanteile von mehr als 95 % genutzt werden. Gegenüber Gaskompressoren können
jedoch Fluide mit erheblich höherem Flüssigkeitsanteil transportiert werden. Insbesondere
kann im erfindungsgemäßen Verfahren eine Schraubenspindelpumpe verwendet werden, die
selbst bei 90 % oder 100 % Flüssigkeitsanteil am Gas-Flüssigkeitsgemisch weiterhin
eine Förderung des Gas-Flüssigkeitsgemischs ermöglicht.
[0020] Die Pumpengeometrie und die Drehzahl der verwendeten Schraubenspindelpumpe kann so
gewählt sein, dass die Axialgeschwindigkeit der jeweiligen Pumpenkammer bei der axialen
Bewegung zu dem Fluidauslass hin wenigstens 4 m/s ist. Die Axialgeschwindigkeit hängt
sowohl von der Steigung des Gangs bzw. der Gänge der jeweiligen Spindel als auch von
der Drehzahl ab. Anders ausgedrückt können hohe Axialgeschwindigkeiten durch hohe
Drehzahlen und/oder hohe Steigungen bzw. relativ lange Pumpenkammern erreicht werden.
Hohe Steigungen bzw. lange Pumpenkammern führen wiederum zu großen Kammervolumen und
somit zu einer Verringerung des Einflusses von Rückströmender Flüssigkeit auf den
Druck in der Pumpenkammer.
[0021] Die Pumpengeometrie der verwendeten Schraubenspindelpumpe kann so gewählt sein, dass
der Innendurchmesser des Schraubenprofils der Antriebsspindel oder wenigstens einer
der Antriebsspindeln und/oder der Laufspindel oder wenigstens einer der Laufspindeln
weniger als das 0,7-fache des Außendurchmessers des jeweiligen Schraubenprofils ist.
Insbesondere kann dieser Zusammenhang für alle Antriebsspindeln und Laufspindeln gelten.
Anders ausgedrückt ist die minimale Ausdehnung des Kerns des Schraubenprofils in Radialrichtung
der jeweiligen Spindel weniger als das 0,7-fache der maximalen Ausdehnung des Schraubenprofils.
Hieraus resultiert, dass der Unterschied zwischen Innen- und Außendurchmesser und
somit das Pumpenkammervolumen relativ groß ist, wodurch, wie bereits obig erläutert,
die gleiche Menge von rückströmender Flüssigkeit zu einem geringeren Druckanstieg
führt.
[0022] Die Pumpengeometrie der verwendeten Schraubenspindelpumpe kann so gewählt sein, dass
der mittlere Umfangsspalt zwischen dem äußeren Rand des Schraubenprofils der Antriebsspindel
oder wenigstens einer der Antriebsspindeln und/oder der Laufspindel oder wenigstens
einer der Laufspindeln und dem Gehäuse weniger als das 0,002-fache des Außendurchmessers
des jeweiligen Schraubenprofils ist. Als mittlerer Umfangsspalt kann insbesondere
der Mittelwert der Breite des Umfangsspalts entlang der Länge des Umfangsspaltes betrachtet
werden. Ergänzend kann eine Mittelung über eine Rotation der Antriebsspindel erfolgen,
um Variationen des Umfangsspalts mit der Rotation der Spindeln zu berücksichtigen.
Anders ausgedrückt ist die mittlere Breite des Umfangsspaltes zwischen einer Spindel
und dem Gehäuse vorzugsweise weniger als 2 µm pro Millimeter des Außendurchmessers
der jeweiligen Spindel. Durch die Nutzung von kleinen Umfangsspalten kann die Leckage
der Pumpe, also die Menge des in die Pumpenkammer rückströmenden Fluids, reduziert
werden, wodurch wiederum der Druckanstieg in der Pumpenkammer bis zum Öffnen zum Fluidauslass
hin reduziert werden kann.
[0023] Die Pumpengeometrie und die Drehzahl der verwendeten Schraubenspindelpumpe können
so gewählt sein, dass die Umfangsgeschwindigkeit am Profilaußendurchmesser der Antriebsspindel
oder wenigstens einer der Antriebsspindeln und/oder der Laufspindel oder wenigstens
einer der Laufspindeln wenigstens 15 m/s ist. Dies kann insbesondere für alle Antriebs-
und Laufspindeln gelten. Die Umfangsgeschwindigkeit kann als Produkt aus dem Profilaußendurchmesser,
der Drehzahl und Pi berechnet werden. Somit kann die angegebene Bedingung insbesondere
bei Nutzung von hohen Drehzahlen bzw. großen Profilaußendurchmessern erreicht werden.
Kleinere Profilinnendurchmesser führen tendenziell zu einer Vergrößerung des Volumens
der jeweiligen Pumpenkammer, wodurch, wie obig erläutert, der Einfluss von rückströmender
Flüssigkeit auf den Druck in der Pumpenkammer reduziert werden kann.
[0024] Neben dem erfindungsgemäßen Verfahren betrifft die Erfindung eine Schraubenspindelpumpe
zur Förderung eines Fluids, das ein Gas-Flüssigkeitsgemisch ist, wobei die Schraubenspindelpumpe
ein Gehäuse aufweist, das wenigstens einen Fluideinlass und einen Fluidauslass ausbildet
und in dem wenigstens eine Antriebsspindel und wenigstens eine mit dieser rotationsgekoppelte
Laufspindel der Schraubenspindelpumpe aufgenommen sind, die in jeder Rotationsstellung
der Antriebsspindel gemeinsam mit dem Gehäuse mehrere Pumpenkammern begrenzen, wobei
die Schraubenspindelpumpe einen Antrieb aufweist, der dazu eingerichtet ist, die Antriebsspindel
in eine Antriebsrichtung zu rotieren, wodurch eine jeweilige zunächst zu dem jeweiligen
Fluideinlass offene der Pumpenkammern verschlossen, die resultierende verschlossene
Pumpenkammer axial zu dem Fluidauslass hin bewegt und dort bei Erreichen eines Öffnungsrotationswinkels
zu dem Fluidauslass hin geöffnet wird, wobei die Schraubenprofile der jeweiligen Antriebsspindel
und Laufspindel derart gewählt sind, dass der Mittelwert der Anzahl der Pumpenkammern
pro Antriebsspindel und Laufspindel, die sowohl gegenüber dem Fluideinlass als auch
gegenüber dem Fluidauslass verschlossen sind, über einen Rotationswinkel der Antriebsspindel
von 360° maximal 1,5 ist.
[0025] Details bezüglich einer solchen Pumpengeometrie wurden bereits zum erfindungsgemäßen
Verfahren erläutert. Die Schraubenspindelpumpe kann insbesondere zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet sein. Unabhängig davon können zu dem
erfindungsgemäßen Verfahren erläuterte Merkmale mit den genannten Vorteilen auf die
erfindungsgemäße Schraubenspindelpumpe übertragen werden und umgekehrt.
[0026] Insbesondere kann der Antrieb bzw. eine den Antrieb steuernde Steuereinrichtung so
eingerichtet sein, dass die Antriebsspindel in wenigstens einem Betriebszustand der
Schraubenspindelpumpe zumindest mit einer Mindestdrehzahl betrieben wird, bei der
der Druck in der jeweiligen Pumpenkammer vor und/oder bei Erreichen des Öffnungsrotationswinkels
gegenüber dem Saugdruck der Schraubenspindelpumpe, der im Bereich des jeweiligen Fluideinlasses
vorliegt, um maximal 20 % oder um maximal 10 % eines Differenzdruckes zwischen dem
Saugdruck und dem Druck im Bereich des Fluidauslasses erhöht ist.
[0027] Ergänzend oder alternativ können durch entsprechende Ausgestaltungen des Antriebs
bzw. der Steuereinrichtung auch die obig zum erfindungsgemäßen Verfahren angegebenen
drehzahlabhängigen Bedingungen in dem Betriebszustand erfüllt sein.
[0028] Der Innendurchmesser des Schraubenprofils der Antriebsspindel oder wenigstens einer
der Antriebsspindeln und/oder der Laufspindel oder wenigstens einer der Laufspindeln
kann weniger als das 0,7-fache des Außendurchmessers des jeweiligen Schraubenprofils
sein. Ergänzend oder alternativ kann der mittlere Umfangsspalt zwischen dem äußeren
Rand des Schraubenprofils der Antriebsspindel oder wenigstens einer der Antriebsspindeln
und/oder der Laufspindel oder wenigstens einer der Laufspindeln und dem Gehäuse weniger
als das 0,002-fache des Außendurchmessers des jeweiligen Schraubenprofils sein. Diese
Merkmale und ihre Vorteile wurden bereits zum erfindungsgemäßen Verfahren diskutiert.
[0029] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den folgenden Ausführungsbeispielen
sowie den zugehörigen Zeichnungen. Hierbei zeigen schematisch:
- Fig. 1 bis 3
- verschiedene Detailansichten eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Schraubenspindelpumpe,
durch die ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens durchgeführt wird,
- Fig. 4 bis 7
- eine Illustration der Veränderung der Geometrie der Pumpenkammer beim Öffnen zum Fluidauslass
hin in dem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens, und
- Fig. 8
- Testmessungen zur Auswirkung von hohen Gasanteilen auf die erforderliche Antriebsleistung.
[0030] Die Fig. 1, 2 und 3 zeigen verschiedene Detailansichten einer Schraubenspindelpumpe,
die zur Förderung eines Fluid dient, das ein Gas-Flüssigkeitsgemisch ist. Hierbei
zeigt Fig. 1 schematisch eine perspektivische Ansicht der Antriebsspindel 5 und der
Laufspindel 6 der Schraubenspindelpumpe 1, wobei aus Übersichtlichkeitsgründen das
Gehäuse 2 in Fig. 1 nicht dargestellt ist. Fig. 1 verdeutlicht insbesondere die Form
der Schraubenprofile der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel 6 sowie deren Ineinandergreifen.
[0031] Fig. 2 zeigt einen Stirnschnitt, in dem insbesondere das Zusammenwirken der Antriebsspindel
5 und der Laufspindel 6 mit dem Gehäuse 2 zu erkennen ist, um mehrere getrennte Pumpenkammern
7, 8, 9 auszubilden, die wiederum in Fig. 1 gekennzeichnet sind, da sie sich über
die in Fig. 2 gezeigte Schnittebene hinaus erstrecken.
[0032] Zur Verdeutlichung des Fluidtransports von einem durch das Gehäuse 2 ausgebildeten
Fluideinlass 3 zu einem durch das Gehäuse 2 ausgebildeten Fluidauslass 4 durch Betrieb
der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel 6 ist in Fig. 3 zudem ein Schnitt senkrecht
zur Axialrichtung und zur Ebene, in der die Drehachsen der Antriebsspindel 5 und der
Laufspindel 6 liegen, dargestellt.
[0033] Die Laufspindel 6 ist mit der Antriebsspindel 5 durch eine nicht dargestellte Kupplungseinrichtung
rotationsgekoppelt, wobei im Beispiel von einer 1:1-Übersetzung ausgegangen wird.
Somit wird bei einem Antrieb der Antriebswelle 5 durch den Antrieb 10 in die Antriebsrichtung
11 die Laufspindel 6 mit umgekehrtem Drehsinn 12 und gleicher Drehzahl rotiert. Die
Drehzahl der Antriebsspindel 5 und somit auch der Laufspindel 6 kann durch eine Steuereinrichtung
32 des Antriebs 10 vorgegeben werden.
[0034] Durch das Ineinandergreifen der Schraubenprofile der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel
6 wird das im Gehäuse 2 befindliche Fluid in mehreren voneinander getrennten Pumpenkammern
7, 8, 9 aufgenommen. Das Trennen bzw. der Verschluss der Pumpenkammern 7, 8, 9 ist
aufgrund des Radialspalts 25 zwischen Gehäuse 2 und Antriebsspindel 5 bzw. Laufspindel
6 und aufgrund von verbleibenden Axialspalten zwischen den ineinandergreifenden Schraubenprofilen
nicht vollständig dicht, sondern erlaubt einen gewissen Fluidaustausch zwischen den
Pumpenkammern 7, 8, 9, der auch als Leckage betrachtet werden kann.
[0035] In der in Fig. 1 gezeigten Rotationsstellung der Antriebsspindel 5 und der Laufspindel
6 ist die Pumpenkammer 7 zum Fluideinlass 3 hin offen, da das freie Ende 13 der Wand
17 des Schraubengangs der Antriebsspindel 5 in Fig. 1 nach oben gerichtet ist, womit
ein Spalt in Umfangsrichtung zwischen diesem freien Ende 13 und der Laufspindel 6
verbleibt, durch das das Fluid zwischen der Pumpenkammer 7 und dem Fluideinlass 3
strömen kann. Entsprechend ist die in Fig. 1 durch Bepunktung ihrer Außenfläche hervorgehobene
Pumpenkammer 8 offen zum Fluidauslass 4, da das freie Ende 14 der diese begrenzenden
Wand 17 aufgrund der Rotationsstellung wiederum von der Laufspindel 6 beabstandet
ist und somit einen Radialspalt bildet, durch den das Fluid strömen kann. Die Pumpenkammer
9 ist sowohl gegenüber dem Fluideinlass 3 als auch gegenüber dem Fluidauslass 4 verschlossen.
[0036] Bei einem Antrieb der Antriebsspindel 5 in die Antriebsrichtung 11 wird zunächst
das freie Ende 13 der Wand 17 zur Laufspule 6 hinbewegt und somit die zunächst offene
Pumpenkammer 7 verschlossen. Eine weitere Rotation führt dann zur Verschiebung der
verschlossenen Pumpenkammer zum Fluidauslass 4 hin. Beim Erreichen eines gewissen
Öffnungsrotationswinkel wird die Pumpenkammer dann zum Fluidauslass 4 hin geöffnet,
wobei bei einer weiteren Rotation um 90° nach Erreichend des Öffnungsrotationswinkels
die Anordnung resultiert, wie sie in Fig. 1 für die Pumpenkammer 8 dargestellt ist,
bei der bereits ein Spalt in Umfangsrichtung mit einer gewissen Breite zwischen dem
freien Ende 14 und der Laufspule 6 resultiert.
[0037] Das beschriebene Vorgehen zum Transport von Flüssigkeiten oder auch von Gas-Flüssigkeitsgemischen
durch eine Schraubenspindelpumpe 1 ist an sich im Stand der Technik bekannt. Daher
sollen weitere Details und Abwandlungsmöglichkeiten, beispielsweise die Nutzung von
mehreren Fluideinlässen oder mehreren Laufspindeln, nicht näher erläutert werden.
[0038] Schraubenspindelpumpen werden häufig in Bereichen eingesetzt, bei denen deutliche
Druckunterschiede von beispielsweise 5 bis 50 bar zwischen dem Fluideinlass 3 und
dem Fluidauslass 4 auftreten können. Wird hierbei ein Gas-Flüssigkeitsgemisch gefördert,
resultiert hierbei eine Kompression des Gasanteils. Übliche Schraubenspindelpumpen
sind hierbei so ausgestaltet, dass in Axialrichtung relativ viele gegeneinander verschlossene
Pumpenkammern, beispielsweise fünf bis zehn gegeneinander verschlossene Pumpenkammern,
resultieren. Die Verdichtung des Gases erfolgt hierbei in den einzelnen Pumpenkammern
dadurch, dass Flüssigkeit aus der jeweils in Richtung zum Fluidauslass hin benachbarten
Pumpenkammer, in der bereits ein höherer Druck herrscht, zurückströmt und somit das
für das Gas zur Verfügung stehende Volumen in der Pumpenkammer reduziert, was zur
Kompression des Gases führt. Wie bereits im allgemeinen Teil der Beschreibung diskutiert,
führt eine derartige Kompression des Gasanteils jedoch dazu, dass der Leistungsbedarf
der Schraubenspindelpumpe bei hohen Gasanteilen relativ hoch ist, nämlich ungefähr
so hoch wie bei einer Flüssigkeitsförderung.
[0039] Es wurde erkannt, dass die Leistungsaufnahme bei einer Förderung von Gas-Flüssigkeitsgemischen
mit hohem Gasanteil erheblich reduziert werden kann, wenn eine Gaskompression durch
einen solchen Flüssigkeitsrückstrom weitgehend vermieden wird und somit die Kompression
des Gases und somit auch die Druckerhöhung in den Pumpenkammern 7, 8, 9 im Wesentlichen
erst nach dem Öffnen der Pumpenkammer 8 zum Fluidauslass 4 hin erfolgt. Dies wird
in der in Fig. 1 bis 3 dargestellten Schraubenspindelpumpe einerseits durch Wahl einer
geeigneten Pumpengeometrie und andererseits durch Nutzung einer ausreichend hohen
Drehzahl erreicht. Hierdurch kann erreicht werden, dass der Druck in der jeweiligen
Pumpenkammer 7, 8, 9 vor bzw. beim Erreichen des Öffnungsrotationswinkels gegenüber
dem Saugdruck der Schraubenspindelpumpe 1, der im Bereich des Fluideinlasses 3 vorliegt,
nur um einige Prozent des Differenzdrucks zwischen dem Saugdruck und dem Druck im
Bereich des Fluidauslasses 4 erhöht ist. Beispielsweise kann der Druck in der Pumpenkammer
beim Öffnen um maximal 10 % oder maximal 20 % des Differenzdrucks oberhalb des Saugdrucks
liegen.
[0040] Wird nun näherungsweise angenommen, dass nur ein vernachlässigbarer Teil des Fluids
23, insbesondere des Flüssigkeitsanteils des Fluids 23 aus dem Bereich des Fluidauslasses
4 in die geöffnete Pumpenkammer 8 zurückströmt, so entspricht dies näherungsweise
einer Kompression des Fluids in der Kammer 8 gegen eine stehende Fluidwand 33 im Bereich
des Fluidauslasses 4. Die Rotation der Antriebsspindel 5 in der Antriebsrichtung 11
führt, wie im Folgenden mit Bezug auf Fig. 4 bis 7 genauer erläutert werden wird,
hierbei zu einer Verkleinerung des Volumens der Pumpenkammer 8 und somit zu einer
Kompression des Gasanteils und einem Druckanstieg. Somit können ähnliche Wirkungsgrade
erreicht werden, wie bei Gaskompressoren, die eine Kompression von Gas durch Förderung
gegen eine starre Wand implementieren. Gleichzeitig können jedoch weiterhin Fluide
mit hohem Flüssigkeitsanteil gefördert werden, was bei üblichen Gaskompressoren nicht
möglich wäre.
[0041] In einem Zeitpunkt vor dem in Fig. 1 gezeigten Zeitpunkt, in dem die Antriebsspindel
5 verglichen mit der in Fig. 1 dargestellten Stellung um 90° entgegen der Antriebsrichtung
11 rotiert ist, ist die die Pumpenkammer 8 gerade noch verschlossen und weist die
in Fig. 4 gezeigte Form auf. Diese Stellung entspricht dem Öffnungsrotationswinkel,
da eine infinitesimale Rotation aus dieser Stellung in die Antriebsrichtung 11 die
Pumpenkammer 8 öffnet.
[0042] Bei geschlossener Pumpenkammer 8 wird Außenfläche 24 der Pumpenkammer 8 durch das
Gehäuse 2 begrenzt, die Innenfläche 18 durch den Innendurchmesser 19 der Antriebsspindel
5, die Stirnfläche 16 durch die Wand 17 des die Pumpenkammer 8 ausbildenden Ganges
der Schraubenspindel 5 und die verdeckten Flächen 20, 21 durch die Laufspindel 6.
[0043] Bei einer Rotation der Antriebswelle 5 in die Antriebsrichtung 11 öffnet sich die
Pumpenkammer 8, indem das freie Ende bezüglich der Pumpenkammer 8 in die in Fig. 5
gezeigte Position 34 verschoben wird. Somit erfolgt die Begrenzung der Pumpenkammer
zum Fluidauslass 4 hin, nicht mehr auf der gesamten Fläche der Pumpenkammer durch
die Wand 17, sondern der Flächenabschnitt 22 liegt frei bzw. wird durch die Fluidwand
33 begrenzt. Wird die Fluidwand 33 wie obig erläutert näherungsweise als starr angenommen,
führt dies zu einer Kompression des Gases in der Pumpenkammer 8 durch eine Verringerung
des Volumens der Pumpenkammer 8.
[0044] Eine weitere Rotation der Antriebsspindel 5 in Antriebsrichtung 11 um 90° führt zu
der in Fig. 6 dargestellten Form der Pumpenkammer 8 und somit zu einer weiteren Kompression.
Fig. 7 zeigt einen weiteren Rotationszustand mit noch stärkerer Kompression.
[0045] Das beschriebene Verhalten ließe sich prinzipiell allein durch Wahl einer ausreichend
hohen Drehzahl auch mit üblichen Pumpengeometrien erreichen, wobei die erforderlichen
hohen Drehzahlen unter Umständen zu hohen Belastungen bzw. hohem Verschleiß der Pumpe
führen können. Daher nutzt die Schraubenspindelpumpe 1 eine spezielle Pumpengeometrie,
bei der das beschriebene Verhalten bereits bei relativ geringen Drehzahlen, beispielsweise
bereits bei 1000 Umdrehungen pro Minute oder 1800 Umdrehungen pro Minute, erreicht
werden kann. Insbesondere werden statt der bei Schraubenspindelpumpen üblichen Nutzung
von einer Vielzahl von in Axialrichtung aufeinanderfolgenden Pumpenkammern relativ
wenige Pumpenkammern bzw. Umläufe der Schraubengänge der Antriebsspindel 5 und der
Laufspindel 6 genutzt. In der in Fig. 1 gezeigten Rotationsstellung ist nur genau
eine Pumpenkammer 9 sowohl gegenüber dem Fluideinlass 3 als auch gegenüber dem Fluidauslass
4 verschlossen. Abhängig von der konkreten geometrischen Ausgestaltung der freien
Enden 13, 14 der Wand 17 können hierbei unabhängig vom Rotationszustand der Antriebsspindel
5 und der Laufspindel 6 im gezeigten Beispiel maximal eine oder maximal zwei gleichzeitig
verschlossene Pumpenkammern resultieren. Die geeignete Anzahl maximal gleichzeitig
verschließbarer Pumpenkammern skaliert mit der Anzahl der Fluideinlässe, so dass bei
einer zweiflutigen Pumpe typischerweise doppelt so viele Pumpenkammern gleichzeitig
verschlossen werden können, wie bei einer einflutigen Pumpe. Zudem kann die maximale
Anzahl gleichzeitig verschlossener Pumpenkammern mit der Anzahl der genutzten Lauf-
bzw. Antriebsspindeln skalieren.
[0046] Durch Nutzung von relativ wenigen in Axialrichtung aufeinanderfolgenden Pumpenkammern
und somit relativ wenigen maximal gleichzeitig verschließbaren Pumpenkammern können
axial relativ lange Pumpenkammern und somit Pumpenkammern mit relativ großem Volumen
realisiert werden, wodurch die gleiche Menge einer durch Spalte in die Pumpenkammer
rückströmenden Flüssigkeit einen geringeren Einfluss auf den Druck in der Pumpenkammer
hat.
[0047] Weiterhin ist es zum Erreichen eines großen Volumens der Pumpenkammern 7 bis 9 vorteilhaft,
dass der Innendurchmesser 19 des Schraubenprofils der Antriebs- und Laufspindel 5,
6, wie insbesondere in Fig. 2 deutlich zu erkennen ist, deutlich kleiner, im Beispiel
ungefähr um den Faktor 2 kleiner, ist als der Außendurchmesser 24 der jeweiligen Spindel.
[0048] Zur Vermeidung einer zu starken Kompression und somit eines zu starken Druckanstiegs
vor dem Öffnen der jeweiligen Pumpenkammer 7, 8, 9 ist es auch zweckmäßig, den Rückstrom
von Flüssigkeit in die jeweilige Pumpenkammer durch Nutzung von engen Spalten in der
Schraubenspindelpumpe 1 zu minimieren. Insbesondere kann der Radialspalt 25 zwischen
dem Gehäuse 2 und dem jeweiligen Außendurchmesser 24 der Antriebsspindel 5 bzw. der
Laufspindel 6 schmaler sein als zwei Tausendstel des Außendurchmesser 24.
[0049] Wie erläutert, wirken die Pumpengeometrie der Schraubenspindelpumpe 1 und eine hinreichend
hohe Drehzahl zusammen, um die obig erläuterten Effekte zu erreichen. Die Drehzahl
sollte hierbei bei gegebener Pumpengeometrie so gewählt werden, dass die Axialgeschwindigkeit
der Bewegung der jeweiligen Pumpenkammer 7, 8, 9 zum Fluidauslass 4 hin zumindest
vier Meter pro Sekunde ist und/oder dass die Umfangsgeschwindigkeit am Profilaußendurchmesser
24 der Antriebsspindel 5 bzw. der Laufspindel 6 zumindest 15 Meter pro Sekunde ist.
[0050] Fig. 8 zeigt für Testmessungen an einem Prototypen den Zusammenhang zwischen dem
auf der X-Achse 26 aufgetragenen Differenzdruck zwischen dem Saugdruck der Schraubenspindelpumpe
und dem Druck im Bereich des Fluidauslasses und der auf der Y-Achse angegebenen, zur
Erreichung dieses Differenzdruckes erforderlichen Antriebsleistung. Hierbei zeigen
die Kurven 28, 29 diesen Zusammenhang für eine Drehzahl von 1000 Umdrehungen pro Minute,
wobei der Zusammenhang gemäß Kurve 28 bei einem reinen Flüssigkeitstransport und der
Zusammenhang gemäß Kurve 29 bei einem Gasanteil von 95 % an dem geförderten Fluid
resultiert. Wie in Fig. 8 deutlich zu erkennen ist, sind die erforderlichen Antriebsleistungen
in beiden Fällen sehr ähnlich, das heißt, der Prototyp weist bei einer Drehzahl von
1000 Umdrehungen pro Minute noch das Verhalten üblicher Schraubenspindelpumpen auf.
[0051] Die Kurven 30, 31 zeigen den gleichen Zusammenhang für eine Drehzahl von 1800 Umdrehungen
pro Minute. Hierbei betrifft die Kurve 30 den Transport einer reinen Flüssigkeit und
die Kurve 31 den Transport eines Fluids mit einem Gasanteil von 95 %. Durch Wahl einer
ausreichend hohen Drehzahl wird hierbei erreicht, dass im Falle eines hohen Gasanteils
im geförderten Fluid beim Öffnen der jeweiligen Pumpenkammer der Druck in dieser nur
geringfügig oberhalb des Saugdrucks liegt, womit für geförderten Fluid mit hohem Gasanteil
erheblich weniger Antriebsleistung erforderlich ist als für eine Förderung von Flüssigkeiten.
Im gezeigten Beispiel sind ca. 25 % weniger Leistung zum Betrieb der Schraubenspindelpumpe
erforderlich. Wie obig erläutert kann durch geeignete Modifikation der Pumpengeometrie
dieser Effekt auch schon bei geringeren Drehzahlen erreicht werden.
1. Verfahren zur Förderung eines Fluids, das ein Gas-Flüssigkeitsgemisch ist, durch eine
Schraubenspindelpumpe (1), die ein Gehäuse (2) aufweist, das wenigstens einen Fluideinlass
(3) und einen Fluidauslass (4) ausbildet und in dem wenigstens eine Antriebsspindel
(5) und wenigstens eine mit dieser rotationsgekoppelte Laufspindel (6) der Schraubenspindelpumpe
(1) aufgenommen sind, die in jeder Rotationsstellung der Antriebsspindel (5) gemeinsam
mit dem Gehäuse (2) mehrere Pumpenkammern (7, 8, 9) begrenzen, wobei die Antriebsspindel
(5) durch einen Antrieb (10) in eine Antriebsrichtung (11) rotiert wird, wodurch eine
jeweilige zunächst zu dem jeweiligen Fluideinlass (4) offene der Pumpenkammern (7,
8, 9) verschlossen, die resultierende verschlossene Pumpenkammer (7, 8, 9) axial zu
dem Fluidauslass (4) hinbewegt und dort bei Erreichen eines Öffnungsrotationswinkels
zu dem Fluidauslass (4) hin geöffnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsspindel (5) derart angetrieben wird, dass bei gegebener Pumpengeometrie
der Schraubenspindelpumpe (1) der Druck in der jeweiligen Pumpenkammer (7, 8, 9) vor
und/oder bei Erreichen des Öffnungsrotationswinkels gegenüber dem Saugdruck der Schraubenspindelpumpe
(1), der im Bereich des jeweiligen Fluideinlasses (3) vorliegt, um maximal 20% oder
um maximal 10% eines Differenzdrucks zwischen dem Saugdruck und dem Druck im Bereich
des Fluidauslasses (4) erhöht ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenprofile der jeweiligen Antriebsspindel (5) und Laufspindel (6) derart
gewählt sind, dass der Mittelwert der Anzahl der Pumpenkammern (7, 8, 9) pro Antriebsspindel
(5) und Laufspindel (6), die sowohl gegenüber dem Fluideinlass (3) als auch gegenüber
dem Fluidauslass (4) verschlossen sind, über einen Rotationswinkel der Antriebsspindel
(5) von 360° maximal 1,5 ist.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Rahmen des Verfahrens während wenigstens einem Zeitintervall ein Gas-Flüssigkeitsgemisch
mit einem Gasanteil von wenigstens 90% gefördert wird, und/oder dass im Rahmen des
Verfahrens während wenigstens einem weiteren Zeitintervall ein Gas-Flüssigkeitsgemisch
mit einem Flüssigkeitsanteil von wenigstens 70% gefördert wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpengeometrie und die Drehzahl der verwendeten Schraubenspindelpumpe (1) so
gewählt sind, dass die Axialgeschwindigkeit der jeweiligen Pumpenkammer (7, 8, 9)
bei der axialen Bewegung zu dem Fluidauslass (4) hin wenigstens 4 m/s ist.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpengeometrie der verwendeten Schraubenspindelpumpe (1) so gewählt ist, dass
der Innendurchmesser (19) des Schraubenprofils der Antriebsspindel (5) oder wenigstens
einer der Antriebsspindeln (5) und/oder der Laufspindel (6) oder wenigstens einer
der Laufspindeln (6) weniger als das 0,7-fache des Außendurchmessers (24) des jeweiligen
Schraubenprofils ist.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, die dass die Pumpengeometrie der verwendeten Schraubenspindelpumpe (1) so gewählt
ist, dass der mittlere Umfangsspalt (25) zwischen dem äußeren Rand des Schraubenprofils
der Antriebsspindel (5) oder wenigstens einer der Antriebsspindeln (5) und/oder der
Laufspindel (6) oder wenigstens einer der Laufspindeln (6) und dem Gehäuse (2) weniger
als das 0,002-fache des Außendurchmessers (24) des jeweiligen Schraubenprofils ist.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpengeometrie und die Drehzahl der verwendeten Schraubenspindelpumpe (1) so
gewählt sind, dass die Umfangsgeschwindigkeit am Profilaußendurchmesser (24) der Antriebsspindel
(5) oder wenigstens einer der Antriebsspindeln (5) und/oder der Laufspindel (6) oder
wenigstens einer der Laufspindeln (6) wenigstens 15 m/s ist.
8. Schraubenspindelpumpe zur Förderung eines Fluids, das ein Gas-Flüssigkeitsgemisch
ist, wobei die Schraubenspindelpumpe (1) ein Gehäuse (2) aufweist, das wenigstens
einen Fluideinlass (3) und einen Fluidauslass (4) ausbildet und in dem wenigstens
eine Antriebsspindel (5) und wenigstens eine mit dieser rotationsgekoppelte Laufspindel
(6) der Schraubenspindelpumpe (1) aufgenommen sind, die in jeder Rotationsstellung
der Antriebsspindel (5) gemeinsam mit dem Gehäuse (2) mehrere Pumpenkammern (7, 8,
9) begrenzen, wobei die Schraubenspindelpumpe (1) einen Antrieb (10) aufweist, der
dazu eingerichtet ist, die Antriebsspindel (5) in eine Antriebsrichtung (11) zu rotieren,
wodurch eine jeweilige zunächst zu dem jeweiligen Fluideinlass (3) offene der Pumpenkammern
(7, 8, 9) verschlossen, die resultierende verschlossene Pumpenkammer (7, 8, 9) axial
zu dem Fluidauslass (4) hinbewegt und dort bei Erreichen eines Öffnungsrotationswinkels
zu dem Fluidauslass (4) hin geöffnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenprofile der jeweiligen Antriebsspindel (5) und Laufspindel (6) derart
gewählt sind, dass der Mittelwert der Anzahl der Pumpenkammern (7, 8, 9) pro Antriebsspindel
(5) und Laufspindel (6), die sowohl gegenüber dem Fluideinlass (3) als auch gegenüber
dem Fluidauslass (4) verschlossen sind, über einen Rotationswinkel der Antriebsspindel
(5) von 360° maximal 1,5 ist.
9. Schraubenspindelpumpe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Innendurchmesser (19) des Schraubenprofils der Antriebsspindel (5) oder wenigstens
einer der Antriebsspindeln (5) und/oder der Laufspindel (6) oder wenigstens einer
der Laufspindeln (6) weniger als das 0,7-fache des Außendurchmessers (24) des jeweiligen
Schraubenprofils ist.
10. Schraubenspindelpumpe nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der mittlere Umfangsspalt (25) zwischen dem äußeren Rand des Schraubenprofils der
Antriebsspindel (5) oder wenigstens einer der Antriebsspindeln (5) und/oder der Laufspindel
(6) oder wenigstens einer der Laufspindeln (6) und dem Gehäuse (2) weniger als das
0,002-fache des Außendurchmessers (24) des jeweiligen Schraubenprofils ist.