[0001] Die Erfindung betrifft einen Gummizylinder eines Druckwerks einer Druckmaschine zum
Tragen mindestens eines Gummituches und ein Verfahren zum Handhaben, insbesondere
zum automatisierten bzw. manuellen Spannen, Nachspannen oder Lösen, eines Gummituches
an einem Gummizylinder in einem Druckwerk für eine Druckmaschine, insbesondere Offsetdruckmaschine.
[0002] Um ein Gummituch beispielsweise an einer Bogendruckmaschine zu wechseln, wird gegenwärtig
der Gummizylinder in die entsprechende Position gefahren. Das Entspannen des alten
Gummituches erfolgt manuell oder über einen elektrisch betriebenen Schrauber. Dabei
wird erst die Tuchende-Spannspindel entspannt und danach das Gummituch aus der Spannwelle
gelöst. Im Anschluss führt der Bediener das Gummituch bei sich langsam drehendem Gummizylinder
heraus. Im Anschluss wird wieder manuell oder über Akkuschrauber die Tuchanfang-Spannspindel
entspannt und das Gummituch komplett entnommen. Das neue Gummituch wird in umgekehrter
Reihenfolge montiert. Danach werden mit einem Drehmomentschlüssel beide Spannspindeln
nachgezogen. Nach festgelegten Zeiten bzw. nach einer gewissen Anzahl Bogen werden
die gewechselten Gummitücher nachgezogen. Die gesamte Prozedur ist sehr zeitaufwendig
und bei manueller Bedienung auch sehr anstrengend.
[0003] Aus der
DE 41 27 714 A1 ist eine Einrichtung zum Befestigen und Spannen eines Drucktuches auf einem Zylinder
einer Druckmaschine bekannt, welcher eine Bohrung zum Betätigen einer Spannschraube
aufweist. Nachteilig an dieser Lösung ist, dass stets manuelle Bedienhandlungen notwendig
sind. Es kann dabei keine Automatisierung erfolgen.
[0004] Aus der
DE 92 18 269 U1 ist eine Vorrichtung zum Spannen eines Gummituches bekannt, wobei Spannschrauben
einer Spannschiene durch gleichzeitig aktivierbare Motoren eines Trägers betätigt
werden. Der Träger weist Handgriffe zur Handhabung auf und wird von außerhalb des
Zylinders auf die Spannschrauben aufgesetzt. Nachteilig an dieser Lösung sind der
große Aufwand und die Notwendigkeit einer Vorhaltung eines geeigneten Trägers für
die jeweilige Maschinenbreite.
[0005] Aus der
DE 10 2005 008 241 A1 ist eine Vorrichtung zum Spannen eines Aufzugs auf einem Zylinder einer Rotationsdruckmaschine
mit in Wellenabschnitte unterteilten Spannwellen bekannt, wobei zum Verdrehen der
Spannwellen für jede Spannwelle ein einziger, von Hand oder motorisch drehbarer Verstelltrieb
vorgesehen ist, der in dem Formzylinder angeordnet ist und auf einen Walzenabschnitt
drehend einwirkt. Nachteilig an dieser Lösung ist der extrem große Aufwand mit vielen
Bauteilen und den notwendigen Gummitüchern. Des Weiteren kann die Betätigung entweder
nur aufwendig von Hand oder ausschließlich motorisch erfolgen, wobei manuelle Eingriffe
nicht vorgesehen sein können. Hierbei kann die notwendige Fehlersicherheit nicht erreicht
werden.
[0006] Aus der
DE 10 2007 057 455 B4 ist eine Druckmaschine mit Druckplattenmanipulationseinrichtung bekannt, wobei Aktuatoren
einen Zylinder-Aufzug nach einem Soll-/Istwert-Vergleich eines Bildinspektionsgerätes
in axialer und/oder Umfangsrichtung in seiner Geometrie verändern. Die Aktuatoren
sollen dabei direkt an der Außenkante des Aufzuges angreifen. Der Aufzug kann ein
Gummituch eines Gummituchzylinders sein. Nachteilig an dieser Lösung sind der große
Aufwand und die Störanfälligkeit der Vielzahl von Aktuatoren. Bei Ausfall eines Aktuators
kann keine Verstellung mehr vorgenommen werden, was eine Druckunterbrechung zur Folge
hat.
[0007] Aus der
DE 10 2012 202 076 B3 ist ein Gummituchzylinder einer Rotationsdruckmaschine bekannt, wobei eine Spannspindel
bzw. Spannwelle zur Aufnahme der Gummituchvorderkante und eine Spannspindel bzw. Spannwelle
zur Aufnahme der Gummituchhinterkante vorgesehen ist.
[0008] Die
US 2014/230673 A1 offenbart einen Gummizylinder eines Druckwerks. Der Gummizylinder weist einen Zylinderkanal
mit einem dynamischen Balken und einem statischen Balken auf. Zusätzlich ist offenbart,
dass in einer anderen Ausführung der eine statische Balken mit einem weiteren dynamischen
Balken ersetzt werden kann. Der dynamische Balken kann um eine Achse zum Spannen eines
Gummituchs in Richtung des statischen Balkens rotiert werden. Mittels Federn kann
eine Kraft auf den dynamischen Balken aufgebracht werden. Durch eine Betätigungsschraube,
welche sich an einer Stirnseite eines Zylinders befindet, können die Federn gespannt/entspannt
werden. Die Betätigungsschraube kann mittels eines steuerbaren Motors betätigt werden.
Die Federn und die Betätigungsschraube können allgemein als Antriebsmittel verstanden
werden.
[0009] Die
US 5 069 127 A offenbart einen Gummizylinder mit zwei rotierbaren und durchgehenden Spannwellen
zum Klemmen und Spannen der Vorder- und Hinterkante eines Gummituches. Über eine Welle
werden die Spannwellen gedreht, indem ein Werkzeug in das Loch eingeführt wird.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen alternativen Gummizylinder bzw. ein
alternatives Verfahren zum Handhaben, insbesondere zum automatisierten bzw. manuellen
Spannen, Nachspannen oder Lösen, eines Gummituches an einem Gummizylinder in einem
Druckwerk zu schaffen. Insbesondere soll der Gummituchwechsel zumindest teilautomatisiert
bzw. vollautomatisiert und/oder ggf. ein manueller Eingriff ermöglicht werden.
[0011] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen.
[0012] Die Erfindung hat den Vorteil, dass ein alternativer Gummizylinder bzw. ein alternatives
Verfahren zum Handhaben, insbesondere zum automatisierten bzw. manuellen Spannen,
Nachspannen oder Lösen, eines Gummituches an einem Gummizylinder in einem Druckwerk
bereitgestellt wird. Es wird bevorzugt ebenfalls eine rollen- oder bogenverarbeitende
Offsetdruckmaschine mit mindestens einem oder mehreren derartigen Druckwerken bereitgestellt.
Insbesondere wird der Gummituchwechsel zumindest teilautomatisiert bzw. vollautomatisiert
und/oder ggf. ein manueller Eingriff ermöglicht.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform kann ein Gummituchwechsel bzw. ein Handhaben,
insbesondere ein Spannen, Nachspannen oder Lösen, eines Gummituches vereinfacht und/oder
zumindest teilautomatisiert bzw. vollautomatisiert werden. Durch die Möglichkeit eines
manuellen bzw. händischen Eingriffes kann dabei die Funktionssicherheit erhöht werden.
[0014] Vorteilhafterweise können die in vielerlei Hinsicht bewährten durchgehenden Spannwellen
bzw. Spannspindeln zum Spannen der Gummitücher eingesetzt werden. Anstelle der manuellen
Antriebsmittel wird vorteilhafterweise im Gummizylinder pro Spannwelle bzw. Spannspindel
ein elektrischer Motor bevorzugt mit zusätzlichem Getriebe verbaut. Die Spannungsversorgung
erfolgt dabei bevorzugt über eine Drehdurchführung des Gummizylinders. Der Motortreiber
kann sich entsprechend außerhalb des Gummizylinders befinden.
[0015] Besonders vorteilhaft wird der Gummituchwechsel mittels der automatischen Gummituchspannung
werkzeuglos. Der Bediener kann den Gummituchwechsel beispielsweise vorwählen, wobei
die Maschine den Gummizylinder positioniert und/oder bereits motorisch das Gummituch
entspannt. Der Bediener muss nun nur noch das Gummituch bei langsam drehender Maschine
herausführen. Auf der Tuchende-Seite kann das Lösen ebenfalls motorisch erfolgen.
[0016] Wird beim Spannen bzw. Nachspannen die erforderliche Gummituchspannung erreicht,
erhöht sich durch den zunehmenden Widerstand die Stromaufnahme. Beim Erreichen einer
maximal eingestellten Stromstärke schaltet der Motortreiber bevorzugt ab. Das spätere
Nachspannen kann dann beispielsweise vom Leitstand aus erfolgen. Vorteilhafterweise
müssen vorhandene Schutze am Druckturm dazu nicht geöffnet bzw. der betreffende Gummizylinder
auch nicht in eine bestimmte Position gebracht werden.
[0017] Um eine Beschädigung zu vermeiden bzw. eine Abschaltung bei Erreichen einer Endlage
zu erhalten, können Schalter oder indirekt arbeitende Initiatoren die Stromzufuhr
zum Motor unterbrechen. Beispielsweise kann eine parallel geschaltete Diode den Antrieb
des Motors in entgegengesetzter Richtung ermöglichen. Sobald die Endlage mittels der
zugeordneten Diode verlassen wurde, kann der Motor auch wieder in beide Richtungen
betrieben werden.
[0018] Beispielsweise durch Strombegrenzung kann vorteilhafterweise beim Spannen das gewünschte
Drehmoment erreicht werden, wobei auch ein Spannen mit einem Drehmomentschlüssel nicht
mehr erforderlich ist. Auch das Nachspannen nach einiger Zeit kann automatisch erfolgen.
Der Drucker kann beispielsweise im Leitstand oder am Druckwerk die Funktion Gummituchspannen
auswählen. Die Maschine kann nun automatisch die Gummitücher in einem, mehreren oder
allen Werken Spannen bzw. Nachspannen, wobei eine manuelle Bedienung nicht mehr erforderlich
ist. Damit werden eine erhebliche Zeitersparnis und eine Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit
erreicht.
[0019] Vorteilhafterweise kann damit ein werkzeugloses Wechseln des Gummituches an einem
Gummizylinder im Druckwerk beispielsweise einer Offsetdruckmaschine, insbesondere
einer Bogenoffsetrotationsdruckmaschine, erfolgen. Manuelle Spannarbeiten entfallen
dadurch im Regelfall, was neben einer Zeitersparnis durch das automatische Nachspannen
auch einen Komfortgewinn für den Bediener bedeutet. Bevorzugt können dabei die bewährten
Spannwellen bzw. Spannspindeln gleich bleiben, wodurch die Verwendung der vorhandenen
Gummitücher ermöglicht wird. Weiterhin wird durch die möglichen Vorwahlen beispielsweise
in der Maschinensteuerung eine erhebliche Zeitersparnis realisiert.
[0020] Im Folgenden soll die Erfindung beispielhaft erläutert werden. Die dazugehörigen
Zeichnungen stellen dabei schematisch dar:
- Fig. 1:
- Druckwerk einer bogenverarbeitenden Maschine mit einem Farb- und Feuchtwerk;
- Fig. 2:
- Längsschnitt des Gummizylinders mit integrierten Elektromotoren zur Gummituchspannung;
- Fig. 3:
- Querschnitt des Gummizylinders mit im Zylinderkanal angeordneten Spannwellen zur Aufnahme
eines Gummituches;
- Fig. 4:
- Ausschnitt eines Längsschnittes durch eine von einem Elektromotor betätigbare Spannschraube;
- Fig. 5:
- Ausschnitt eines Längsschnittes durch eine von einem Elektromotor entkoppelte manuell
betätigbare Spannschraube;
- Fig. 6:
- Spannvorrichtung mit einem die Gewindespindelumdrehungen ermittelnden Sensor;
- Fig. 7:
- Gummizylinder mit Sicherheitsschaltern;
- Fig. 8:
- Schaltplan zur Motoransteuerung.
[0021] Die Fig. 1 zeigt beispielsweise einen Ausschnitt einer Offsetdruckmaschine, beispielsweise
einer bogenverarbeitenden Offsetdruckmaschine, insbesondere einer Bogenoffsetrotationsdruckmaschine
bevorzugt in Aggregat- und Reihenbauweise. Die Maschine enthält ein oder mehrere Werke,
welche beispielsweise als Anlage-, Druck,-Lack-, Trocken- und/oder Veredelungswerke
ausgeführt sein können. Mindestens eines der Werke der Maschine ist als Druckwerk
1 mit einem Farb- oder Farb- und Feuchtwerk 2 ausgestattet. Weiterhin kann die Maschine
einen Anleger zur Bogenzufuhr und eine Auslage zum Ausgeben der bearbeiteten Bogen
enthalten. Zwischen zwei Werken der Maschine kann auch eine Wendevorrichtung angeordnet
sein, mit der die Bogen im Schön- und Widerdruck gewendet werden können.
[0022] Die Maschine enthält insbesondere endlos umlaufend angetriebene Bogenfördersysteme,
die die zu verarbeitenden Bogen durch die Maschine führen bzw. zwischen den Werken
übergeben. Zwischen den Bogenfördersystemen werden die Bogen beispielsweise im Greiferschluss
an der Vorderkante übergeben. Beispielsweise können die umlaufend angetriebenen Bogenfördersysteme
rotierend angetriebene Bogenführungszylinder wie Druck-, Übergabe- und/oder Transferzylinder
sein. Die Bogenfördersysteme bzw. Rotationskörper in dem oder den Druckwerken 1 können
beispielsweise von einem Antriebsräderzug, insbesondere einem durchgehenden Antriebszahnräderzug,
angetrieben sein. Dabei weisen die Bogenführungszylinder bzw. die entsprechenden Rotationskörper
der Druckwerke 1 jeweils ineinandergreifende Zahnräder auf, die den Antriebszahnräderzug
bilden. Der Antriebsräderzug wird von mindestens einem von einer Maschinensteuerung
ansteuerbaren Hauptantriebsmotor angetrieben. Weiterbildend können auch weitere Antriebe
motorisch oder generatorisch mit dem Antriebsräderzug verbunden sein.
[0023] Eines oder mehrere Werke, insbesondere Druckwerke 1, der Maschine können beispielweise
je einen Druckzylinder 3 enthalten, wobei ein solcher Druckzylinder 3 insbesondere
eine zumindest annähernd vollflächige Mantelfläche zum Tragen der Bogen aufweist.
Zwischen den Druckzylindern 3 können die Bogen beispielsweise von Übergabetrommeln
4 bzw. Transfertrommeln übergeben werden. Die Druckzylinder 3 und die Übergabetrommeln
4 können bevorzugt doppeltgroß ausgeführt sein. Ein doppeltgroßer Zylinder kann insbesondere
zwei Bogen maximalen Formates umfangsseitig aufnehmen. Die doppeltgroßen Druckzylinder
3 und Übergabetrommeln 4 weisen bevorzugt jeweils Greifersysteme 5 zum Klemmen der
Bogenvorderkanten auf. Diese insbesondere diametral zueinander in Greiferkanälen angeordneten
Greifersysteme 5 klemmen und halten damit den zu verarbeitenden Bogen auf dem Druckzylinder
3 bzw. auf der Übergabetrommel 4.
[0024] Die nur ausschnittsweise dargestellte Maschine enthält hier beispielsweise mindestens
ein Druckwerk 1, welches während eines Druckprozesses mittels eines Farb- oder Farb-
und Feuchtwerkes 2 Druckfarbe auf die Bogen aufträgt bzw. aufbringt. Ein Farb- oder
Farb- und Feuchtwerk 2 eines Druckwerkes 1 enthält insbesondere in Oberflächenkontakt
miteinander bringbare bzw. in Kontakt stehende Rotationskörper, wie Walzen und Zylinder.
Insbesondere enthält ein Druckwerk 1 einer bogenverarbeitenden Maschine jeweils einen
Formzylinder bzw. Plattenzylinder 7 und einen Übertragungszylinder bzw. Gummizylinder
6. Ein Gummizylinder 6 eines Druckwerkes 1 wirkt mit jeweils einem Druckzylinder 3
zusammen und bildet dabei mit diesem einen Druckspalt. Beispielsweise können die Gummizylinder
6 und die Plattenzylinder 7 einfachgroß ausgeführt sein, wobei einfachgroße Zylinder
in etwa einen Bogen maximalen Formates umfangsseitig aufnehmen können. Alternativ
können die Bogenführungszylinder bzw. die Rotationskörper der Druckwerke 1 aber auch
andere Größen bzw. eine andere Anordnung aufweisen.
[0025] Ein Farb- oder Farb- und Feuchtwerk 2 eines Druckwerkes 1 bringt im Druckprozess
die entsprechend eingesetzte Druckfarbe auf eine auf dem jeweiligen Plattenzylinder
7 gespannte Druckplatte auf. Ein Plattenzylinder 7 wird dabei durch mindestens eine
bevorzugt aber mehrere Walzen des zugeordneten Farb- oder Farb- und Feuchtwerkes 2
während seiner Rotation eingefärbt. Das Farb- oder Farb- und Feuchtwerk 2 weist hier
beispielsweise einen nicht weiter dargestellten Farbkasten mit einer vom Farbkasten
mit einer Duktorwalze gebildeten Farbkammer auf. Von der Duktorwalze wird die in der
Farbkammer befindliche Druckfarbe bevorzugt über zonenweise stellbare Farbspalte auf
nachfolgende Farbübertragungswalzen bzw. Changierwalzen übertragen. Die Farbübertragungswalzen
bzw. Changierwalzen verteilen die Druckfarbe im Farbwerk, bevor diese von am Plattenzylinder
7 angestellten Farbauftragwalzen auf die auf den Plattenzylinder 7 gespannte Druckplatte
übertragen wird. Beim Abrollen des Plattenzylinders 7 auf dem Gummizylinder 6 wird
die Druckfarbe motivgerecht auf den mit einem Gummituch bespannten Gummizylinder 6
übertragen. Insbesondere wird vom Gummizylinder 6 ein einziges Gummituch bzw. Drucktuch
an einem vorlaufenden Ende und an einem nachlaufenden Ende aufgenommen. Das bezüglich
einer Rotationsrichtung des Gummizylinders 6 im Druckprozess vorlaufende Ende kann
auch als Vorderkante und das bezüglich einer Rotationsrichtung des Gummizylinders
6 im Druckprozess nachlaufende Ende kann auch als Hinterkante bezeichnet werden.
[0026] Im Druckspalt zum Druckzylinder 3 wird die Druckfarbe motivgerecht vom Gummizylinder
6 auf den zu bedruckenden vom Druckzylinder 3 mittels eines Greifersystems 5 geförderten
Bogen übertragen. Mit einer ersten Farbauftragwalze können beispielsweise über eine
bevorzugt schaltbare Brückenwalze Feuchtwerkswalzen in Wirkverbindung stehen. Wird
beispielsweise im Trockenoffset gearbeitet, ist kein Feuchtwerk erforderlich. Eine,
mehrere oder alle Walzen des Farb- oder Farb- und Feuchtwerkes 2 können beispielsweise
im Druckprozess mit dem Antriebsräderzug gekoppelt und somit vom Hauptantriebsmotor
aus angetrieben sein. Außerhalb des Druckprozesses können eine, mehrere oder alle
Walzen des Farb- oder Farb- und Feuchtwerkes 2 vom Antriebsräderzug bzw. Hauptantriebsmotor
getrennt und/oder mit einem zusätzlichen Antrieb des Druckwerkes 1 verbunden werden.
[0027] Der Plattenzylinder 7 und der Gummizylinder 6 eines jeweiligen Druckwerkes 1 weisen
bevorzugt beidseitig je einen Zylinderzapfen auf, über welche diese im Gestell des
jeweiligen Druckwerks 1 drehbeweglich und ggf. verstellbar gelagert sind. Sowohl Plattenzylinder
7 als auch Gummizylinder 6 weisen bevorzugt jeweils beidseitig angeordnete nicht dargestellte
Schmitzringe auf. Die Plattenzylinder-Schmitzringe stehen mit den Gummizylinder-Schmitzringen
während des Druckprozesses miteinander in Kontakt und rollen unter Druck aufeinander
ab. Der Plattenzylinder 7 kann entweder vom Antriebsräderzug, insbesondere über ein
Zahnrad vom Antriebszahnräderzug, oder auch von einem Einzelantrieb, beispielsweise
einem Plattenzylinder-Direktantrieb, angetrieben sein. Ein Rotor eines Plattenzylinder-Direktantriebes
kann beispielsweise fluchtend zur Welle des Plattenzylinders 7 angebracht sein bzw.
den Plattenzylinder 7 unabhängig von den weiteren Zylindern bzw. Walzen des Druckwerkes
1 antreiben. Der Antrieb kann dabei im Druckprozess und/oder außerhalb des Druckprozesses,
beispielsweise in einem Waschprozess, erfolgen.
[0028] Die Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt eines Gummizylinders 6, beispielsweise einer
oben beschriebenen Maschine, mit integrierten Antriebsmitteln bzw. Aktuatoren zur
Gummituchspannung. Der Gummizylinder 6 weist eine durchgehende, d. h. insbesondere
einteilige bzw. formatbreite, Spannwelle 9 zum Klemmen und Spannen einer vorlaufenden
Kante des Gummituches und eine durchgehende, d. h. insbesondere einteilige bzw. formatbreite,
Spannwelle 9 zum Klemmen und Spannen einer nachlaufenden Kante des Gummituches auf,
wobei die Spannwellen 9 zum Spannen des Gummituches um ihre jeweilige Rotationsachse
rotierbar aufgenommen sind. Bevorzugt sind die Spannwellen 9 mit einem über die Formatbreite
gleichbleibenden Durchmesser ausgebildet. Die Spannwellen 9 weisen insbesondere jeweils
eine parallel und beabstandet von der Rotationsachse des Gummizylinders 6 orientierte
Rotationsachse auf. Insbesondere können die Spannwellen 9 parallel zueinander bzw.
in einem Zylinderkanal 8 des Gummizylinders 6 angeordnet sein. Die Antriebsmittel
zum rotatorischen Antrieb einer jeweiligen Spannwelle 9 umfassen hier mindestens einen
im Gummizylinder 6 angeordneten ansteuerbaren Aktuator.
[0029] Es werden als Aktuatoren ein Elektromotor 11 für die Spannwelle 9 zum Klemmen und
Spannen der vorlaufenden Kante des Gummituches bzw. ein Elektromotor 11 für die Spannwelle
9 zum Klemmen und Spannen der nachlaufenden Kante des Gummituches im Gummizylinder
6 vorgesehen. Die Elektromotoren 11 sind dabei bevorzugt derart im Gummizylinderkörper
angeordnet, dass deren Rotoren parallel zur Rotationsachse des Gummizylinders 6 angeordnet
sind, während deren Statoren fest im Zylinderkörper angeordnet, insbesondere verschraubt,
sind. Bevorzugt kann dabei für jeden Elektromotor 11 ein Getriebe, beispielsweise
ein Winkelplanetengetriebe 12, vorgesehen sein, welches eingangsseitig mit dem jeweiligen
Rotor des Elektromotors 11 insbesondere fest verbunden ist. Ausgangsseitig kann beispielsweise
ein Getriebeglied radial zum Gummizylinder 6 angeordnet sein.
[0030] Besonders bevorzugt sind beide Elektromotoren 11 mit jeweils zugeordnetem Getriebe,
insbesondere Winkelplanetengetriebe 12, etwa mittig des Gummizylinders 6 vorgesehen.
Jeder Spannwelle 9 ist dabei insbesondere ein separat ansteuerbarer Elektromotor 11
zugeordnet. Insbesondere kann sich der Motortreiber eines oder beider Elektromotoren
11 im E-Gefäß befinden, wobei der Strom bevorzugt über eine Drehdurchführung zum Gummizylinder
6 geleitet werden kann. Die automatische Spannvorrichtung ist besonders bevorzugt
pro Gummizylinder 6 genau zweimal verbaut, so dass die Gummituchspannung für den Druckanfang
und das Druckende gemeinsam bzw. auch separat eingestellt werden kann. Bevorzugt weisen
mehrere oder alle Gummizylinder 6 der Maschine derart ausgebildete Aktuatoren, insbesondere
Elektromotoren 11, auf. Bevorzugt kann eine insbesondere elektronische Ansteuerung
der Elektromotoren 11 bevorzugt über einen Motortreiber von der Steuereinrichtung
oder der Maschinensteuerung aus vorgenommen werden.
[0031] Die Fig. 3 zeigt einen Querschnitt des Gummizylinders 6 mit im Zylinderkanal 8 angeordneten
Spannwellen 9 zur Aufnahme eines Gummituches. Insbesondere weisen die Spannwelle 9
zum Klemmen und Spannen der vorlaufenden Kante des Gummituches und die Spannwelle
9 zum Klemmen und Spannen der nachlaufenden Kante des Gummituches jeweils eine Einhängung
10 für das Gummituch auf. Eine Einhängung 10 einer Spannwelle 9 kann dabei eine radial
zur Spannwelle 9 angeordnete Ausnehmung in der Spannwelle 9 sein, welche sich bevorzugt
über die vollständige Breite eines einzusetzenden Gummituches erstreckt. Beispielsweise
kann sich eine Einhängung 10 auch über die gesamte Breite einer Spannwelle 9 erstrecken
bzw. eine Längsnut sein. Insbesondere erstreckt sich damit eine jeweilige formatbreite
Einhängung 10 über die maximal von der Maschine zu verarbeitende Breite eines Bedruckstoffes,
wobei sich die Breite von einer Maschinenseitenwand zur anderen Maschinenseitenwand
erstreckt. Durch Verdrehung einer Spannwelle 9 um ihre Rotationsachse wird die Einhängung
10 in Umfangsrichtung der Spannwelle 9 verlagert und es kann in einer ersten Rotationsrichtung
ein eingehangenes Gummituch gezogen bzw. gestrafft und in einer entgegengesetzten
Rotationsrichtung das Gummituch gelockert bzw. entnommen werden. Besonders bevorzugt
ist beispielsweise in Höhe oder leicht unterhalb der Peripherie des Gummizylinders
6 ein Zylindersegment zwischen den Spannwellen 9 angeordnet. Das Zylindersegment kann
an eine oder bevorzugt an beide Spannwellen 9 angeformt ausgebildet sein.
[0032] Insbesondere ist jeder Spannwelle 9 eine annähend oder exakt radial bezüglich des
Gummizylinders 6 orientierte Gewindespindel bzw. Spannschraube 13 zugeordnet, welche
eine entsprechend radial zum Gummizylinder 6 orientierte Drehachse aufweist. Eine
jeweilige Spannschraube 13 weist ein Außengewinde mit bevorzugt flacher Steigung auf
und durchgreift eine Gewindeplatte 14, welche ein mit dem Außengewinde korrespondierendes
Innengewinde aufweist. Eine Spannschraube 13 kann beispielsweise über das Getriebe,
speziell Winkelplanetengetriebe 12, von einem Elektromotor 11 rotatorisch bewegt also
gedreht werden. Die Drehbewegung kann in beide Richtungen erfolgen.
[0033] Die Gewindeplatte 14 ist derart gehalten aufgenommen, dass bei Drehung der Spannschraube
13 die Gewindeplatte 14 radial zum Gummizylinder 6 verlagerbar ist bzw. verlagert
wird. Bevorzugt kann eine jeweilige Gewindeplatte 14, wie in Fig. 2 gezeigt, beidseitig
über Gleitsteine 15A, 15B und Koppeln 16A, 16B mit einer Spannwelle 9 verbunden sein,
wobei bei radialer Verlagerung der Gewindeplatte 14 eine Rotationsbewegung der Spannwelle
9 um deren eigene Rotationsachse bewirkt wird. Die Koppeln 16A, 16B können beispielsweise
jeweils parallel zueinander bzw. radial zur jeweiligen Spannwelle 9 angeordnet sein.
Dabei können die Koppeln 16A, 16B und die mit diesen verbundenen von der Gewindeplatte
14 geführten Gleitsteine 15A, 15B spiegelsymmetrisch ausgeführt sein. Über beide Gleitsteine
15A, 15B wird eine Verdrehung der Gewindeplatte 14 verhindert. Die Spannvorrichtung
für die weitere Spannwelle 9 ist bevorzugt analog bzw. spiegelbildlich ausgeführt
und nicht weiter dargestellt.
[0034] Bevorzugt ist zwischen einem Aktuator, insbesondere Elektromotor 11, und einer Spannwelle
9 eine lösbare Kupplungsverbindung vorgesehen. Beispielsweise kann eine manuell bzw.
mittels Werkzeug lösbare Kupplungsverbindung zwischen dem Getriebe, insbesondere Winkelplanetengetriebe
12, und der Spannschraube 13 vorgesehen sein. Besonders bevorzugt wird von einer Spannschraube
13 ein Getriebeelement, insbesondere eine Druckstange 17, im Inneren aufgenommen.
Die Druckstange 17 kann innerhalb der Spannschraube 13 verlagert werden, wobei eine
Druckfeder 18 die Druckstange 17 in einer äußeren Stellung hält. In dieser äußeren,
zylindermantelnahen Stellung wird von der Druckstange 17 eine Eingriffsöffnung für
Werkzeug verschlossen bzw. verdeckt. Die Eingriffsöffnung kann beispielsweise die
Innenwand der Spannschraube 13 sein. Die Eingriffsöffnung kann dabei eine Eingriffsstelle
aufweisen bzw. ein Mitnahmeprofil, insbesondere eine Inbus-Form, der Spannschraube
13 sein. Bevorzugt ist die Eingriffsöffnung im zwischen den Spannwellen 9 angeordneten
Zylindersegment leicht unterhalb der Peripherie des Gummizylinderumfanges angeordnet.
Bevorzugt befinden sich dabei beide jeweils mit einem Elektromotor 11 verbindbare
Spannschrauben 13 in gleicher Höhe bzw. in gleicher Mantellinie des Gummizylinderumfangs.
[0035] Die die Druckstange 17 in einer äußeren Stellung haltende Druckfeder 18 stellt bevorzugt
gleichzeitig eine Verbindung einer mit dem Flansch des Getriebes, insbesondere Winkelplanetengetriebes
12, verbundenen Sperre 19 mit der Spannschraube 13 her. Die verlagerbare Sperre 19
kann beispielsweise mit einem Keilwellenprofil ausgeführt sein. Bevorzugt wird die
Sperre 19 gegen eine Fläche der Spannschraube 13 gedrückt, so dass diese dabei eine
formschlüssige und/oder kraftschlüssige insbesondere drehsteife Verbindung zwischen
Sperre 19 und Spannschraube 13 hergestellt. Durch Verlagerung der Druckstange 17 gegen
die Druckfeder 18 wird neben der Druckfeder 18 auch die Sperre 19 verlagert, derart,
dass die Verbindung zwischen der Spannschraube 13 und der Sperre 19 gelöst bzw. aufgehoben
wird. Damit wird von der sich innerhalb der Spannschraube 13 verlagernden Druckstange
17 eine Kupplungsverbindung, insbesondere zwischen Sperre 19 und Spannschraube 13,
hergestellt bzw. gelöst.
[0036] Die Fig. 4 zeigt einen Ausschnitt eines Längsschnittes durch eine von einem Elektromotor
11 betätigbare Spannschraube 13, welche die Gewindeplatte 14 bei entsprechender Drehung
verlagert. Die Druckstange 17 wird von der Druckfeder 18 in ihrer äußeren Stellung
gehalten, wobei gleichzeitig eine Kupplungsverbindung der mit dem Getriebe, insbesondere
Winkelplanetengetriebe 12, verbundenen Sperre 19 zur Spannschraube 13 hergestellt
wird. In der äußeren Stellung wird eine Eingriffsöffnung bzw. ein Mitnahmeprofil,
beispielsweise ein Innensechskant 20, der Spannschraube 13 durch die Druckstange 17
verschlossen.
[0037] Die Fig. 5 zeigt einen Ausschnitt eines Längsschnittes durch eine von einem Elektromotor
11 entkoppelte manuell betätigbare Spannschraube 13, welche die Gewindeplatte 14 bei
entsprechender manueller Drehung verlagert. Durch Verlagerung der Druckstange 17 innerhalb
der Spannschraube 13 gegen die Federkraft der Druckfeder 18 beispielsweise durch ein
Werkzeug wird die Eingriffsöffnung, insbesondere der Innensechskant 20, automatisch
für das Werkzeug freigegeben. Bevorzugt wird gleichzeitig die Kupplungsverbindung
zwischen dem Elektromotor 11 und Spannschraube 13 gelöst. Insbesondere wird durch
die Druckstange 17 in der inneren Stellung die Kupplungsverbindung der mit dem Getriebe,
insbesondere Winkelplanetengetriebe 12, verbundenen Sperre 19 zur Spannschraube 13
gelöst bzw. aufgehoben. Die Druckstange 17 besitzt bevorzugt auf der Seite zur Zylindermitte
einen Bund und ist damit gegen verlieren geschützt. Eine zusätzliche Sicherung ist
nicht notwendig.
[0038] Die Fig. 6 zeigt beispielsweise eine Spannvorrichtung mit einem die Gewindespindelumdrehungen
ermittelnden Sensor, insbesondere einem Induktivsensor 21. Bevorzugt ist hierbei in
der Spannvorrichtung für die Saubertuchspindel ein Induktivsensor 21 verbaut, welcher
über einen Flansch mit Aussparung die Anzahl der Gewindespindelumdrehungen aufnimmt.
Pro Umdrehung wird beispielsweise ein Impuls ausgegeben. Damit wird erreicht, dass
beim Einlegen des Gummituches auf der Druckanfangsseite automatisch eine bestimmte
Anzahl von Umdrehungen der Spannschraube 13 vorgespannt werden kann.
[0039] Anschließend kann das Gummituch auf den Gummizylinder 6 gezogen und in der Druckendeseite
eingehangen und gespannt werden. Danach erfolgt bevorzugt nacheinander das fertige
Spannen mit dem gewünschten Moment. Beispielsweise mit einer Anpassung der Spannungsversorgung
des oder der Elektromotoren 11 kann die Drehzahl bzw. die Spannzeit angepasst werden.
Bevorzugt über eine Anpassung des Stromes kann das ausgegebene Drehmoment bestimmt
werden.
[0040] Die Fig. 7 zeigt einen Gummizylinder 6 mit Sicherheitsschaltern, insbesondere Endlagenschaltern
S1.1, S1.2, S2.1, S2.2. Um eine mechanische Beschädigung der Bauteile bei Erreichen
der Endlagen bzw. ein Festfahren zu vermeiden, wird die Stromzufuhr unterbrochen.
Dazu sind Endlagenschalter S1.1, S1.2, S2.1, S2.2 verbaut, die den Stromkreis bei
Erreichen einer oberen bzw. einer unteren Endlage unterbrechen. Parallel zu den Endlagenschaltern
S1.1, S1.2, S2.1, S2.2 sind Dioden verbaut, die das Drehen eines jeweiligen Elektromotors
11 aus der betreffenden Endlage ermöglichen. Haben die Spannwellen 9 den Bereich der
Endlagen wieder verlassen, schließen die Endlagenschalter S1.1, S1.2, S2.1, S2.2 wieder
und ein Drehen in beide Richtungen ist möglich.
[0041] Die Fig. 8 zeigt einen Schaltplan für die beiden im Gummizylinder 6 angeordneten
Elektromotoren 11, welche über eine Dreheinführung mit Strom versorgt werden. Abhängig
von der Übersetzung und dem Wirkungsgrad zwischen einem Elektromotor 11 und einer
Spannwelle 9 ergibt der Strom das resultierende Spannmoment bzw. die resultierende
Spannkraft. Um immer eine in etwa gleich große Spannkraft zu erreichen wird die Spannungszufuhr
der Elektromotoren 11 bei Erreichen eines Nennstromes abgeschaltet. Ein Strom-Spannungswandler
gibt dafür das erforderliche Signal aus. Des Weiteren kann über den Strom-Spannungswandler
erkannt werden, ob die Elektromotoren 11 noch drehen bzw. ob bereits die Endlagenschalter
S1.1, S1.2, S2.1, S2.2 erreicht wurden.
[0042] Zur Wirkungsweise: Über eine drehende Gewindespindel bzw. Spannschraube 13 und Gleitstücke
wie Gleitsteine 15A, 15B und Koppeln 16A, 16B wird jeweils eine Spannwelle 9 ge- bzw.
entspannt. Der Antrieb der Spannschrauben 13 bzw. Spannwellen 9 erfolgt insbesondere
über einen jeweiligen ansteuerbaren Elektromotor 11. Die Ansteuerung kann dabei fernsteuerbar
von der verbundenen Steuereinrichtung bzw. der Maschinensteuerung erfolgen. Die vorzugsweise
eingesetzten Elektromotoren 11 leiten ein Drehmoment über ein jeweiliges Getriebe,
speziell Winkelplanetengetriebe 12, auf die jeweilige Spannschraube 13. Eine zusätzliche
Bremse der Spannschraube 13 ist nicht notwendig, da durch die geringe Gewindesteigung
der Spannschraube 13, den Elektromotor 11 bzw. das Winkelplanetengetriebe 12 ausreichend
Selbsthemmung erreicht wird, um ein ungewolltes Entspannen während des Betriebes zu
verhindern.
[0043] Vom Flansch oder Führungsflansch des Getriebes, insbesondere des Winkelplanetengetriebes
12, erfolgt die Momentenübertragung beispielsweise mittels eines Keilnabenprofils,
wodurch ein axiales Verschieben der Sperre 19 ermöglicht ist. Bevorzugt kann dabei
beispielsweise eine Bohrung für das Zählen der Umdrehungen vorgesehen sein. Insbesondere
kann das Zählen durch den Induktivsensor 21 erfolgen.
[0044] Bei geschlossener Sperre 19 (welche nicht durch die Druckstange 17 gegen die Druckfeder
18 verschoben ist) wird das Drehmoment von dem Getriebeausgang über den angeschraubten
Flansch weiter bevorzugt über das Keilwellenprofil auf die Sperre 19 übertragen. Von
da wird das Drehmoment beispielsweise über einen Schlitz und das dazu passende rechteckförmige
Profil auf die Spannschraube 13 übertragen. Andere Profile sind gleichfalls einsetzbar.
[0045] Bei niedergedrückter Sperre 19 (welche beispielsweise durch die Druckstange 17 gegen
die Druckfeder 18 verschoben ist) wird das Rechteckprofil aus dem Schlitz geschoben
und bildet keine formschlüssige Verbindung mehr. Die Momentenübertragung von der Spannschraube
13 an die Spannwelle 9 kann damit über das Mitnahmeprofil, beispielsweise den Innensechskant
20, der Spannschraube 13 erfolgen. Wird die Sperre 19 gelöst, drückt die Druckfeder
18 die Sperre 19 wieder in Richtung Spannschraube 13. Durch Drehen des Elektromotors
11 finden sich Rechteckprofil und Schlitz, so dass die Sperre 19 verriegelt und wieder
ein Drehmoment übertragen kann.
[0046] Bevorzugt erfasst der Induktivsensor 21 die Anzahl der Umdrehungen der Spannschraube
13 für die Vorderkante des Gummituches. Wurde ein altes Gummituch ausgespannt, befindet
sich die Spannwellen 9 in der Position "Gummituch entspannt". Ein neues Gummituch
wird zuerst in die Spannwelle 9 der Seite Druckanfang eingeführt. Im Anschluss wird
die Spannschraube 13 einige Umdrehungen vorgespannt. Unter anderem, um ein Herausfallen
des Gummituches zu vermeiden. Erfolgt der Gummituchwechsel von Hand, werden die Umdrehungen
zum Vorspannen gezählt. Bei der motorischen Gummituchspannung werden bei hohen Drehzahlen
auf der Seite des Tuchanfanges die Anzahl der Umdrehungen durch den Sensor, insbesondere
Induktivsensor 21, erfasst und bei Erreichen einer vorher programmierten Anzahl der
Umdrehungen der Elektromotor 11 abgeschaltet. Diese Funktion ist nur für die Vorderkante
interessant, da an der Hinterkante immer bis zum Erreichen des Nennmomentes gespannt
wird.
[0047] Wird beispielsweise beim Spannen das maximale Anzugsdrehmoment der Spannschraube
13 erreicht, steigt die Stromaufnahme und der Motortreiber schaltet insbesondere die
Spannungsversorgung des Elektromotors 11 ab. Wird beispielsweise die obere bzw. untere
Endlage der Gewindeplatte 14 auf der Spannschraube 13 erreicht, ohne dass sich die
Stromaufnahme erhöht, so öffnet sich insbesondere ein direkt oder indirekt arbeitender
Sicherheitsschalter, insbesondere Endlagenschalter S1.1, S1.2, S2.1, S2.2, und der
Elektromotor 11 stoppt, um keine Bauteile zu zerstören. Besonders bevorzugt ermöglichen
im Stromkreis vorgesehene Dioden ein Drehen des Elektromotors 11, um wieder aus der
Endlagenposition heraus zu fahren.
[0048] Insbesondere ist eine jeweilige Spannschraube 13 mittels einer Notentriegelung manuell
drehbar, um einen Wechsel des Gummituches im Falle eines Ausfalls der Spannvorrichtung,
beispielsweise eines Aktuators wie einem Elektromotor 11, zu ermöglichen. Zum manuellen
Spannen, Nachspannen oder Lösen eines Gummituches an einem Gummizylinder 6 in einem
Druckwerk 1 einer Offsetdruckmaschine, beispielsweise einer Bogenoffsetrotationsdruckmaschine
in Aggregat- und Reihenbauweise, kann durch Verlagerung eines Getriebeelementes, insbesondere
der in der Spannschraube 13 bewegbaren Druckstange 17, eine Kupplungsverbindung zu
dem im Gummizylinder 6 angeordneten Aktuator, insbesondere Elektromotor 11, gelöst
und/oder eine Eingriffsöffnung bzw. ein Mitnahmeprofil, insbesondere Innensechskant
20, zum manuellen rotatorischen Antrieb einer Spannwelle 9 freigegeben werden.
[0049] Bevorzugt kann das Getriebeelement, insbesondere die Druckstange 17, durch ein eingesetztes
Werkzeug, insbesondere ein Inbus-Werkzeug, verlagert werden. Dabei wird durch das
Werkzeug die innerhalb einer Spannschraube 13 aufgenommene Druckstange 17 bevorzugt
gegen eine Federkraft einer Druckfeder 18 verlagert. Durch das Werkzeug wird die innerhalb
der Spannschraube 13 gelagerte bzw. geführte Druckstange 17 radial zum Gummizylinder
6 auf dessen Rotationsachse zu verlagert, wobei insbesondere gleichzeitig eine Kupplungsverbindung
zu dem innerhalb des Gummizylinders 6 angeordneten Aktuator, insbesondere Elektromotor
11 bzw. Winkelplanetengetriebe 12, gelöst wird. Die diese an ein Werkzeug angepasste
Eingriffsstelle bzw. das Mitnahmeprofil, insbesondere den Innensechskant 20, aufweisende
Spannschraube 13 kann durch das Werkzeug anschließend manuell gedreht werden. Bei
Drehung der Spannschraube 13 wird über Getriebemittel bzw. Koppelelemente, beispielsweise
die an der Gewindeplatte 14 gleitenden Gleitsteine 15A, 15B über die mit der Spannwelle
9 verbundenen Koppeln 16A, 16B, die Rotation der entsprechenden Spannwelle 9 in der
gewünschten Richtung bewirkt. Die weitere Spannschraube 13 kann analog manuell gedreht
werden.
[0050] Die im Gummizylinder 6 angeordneten Aktuatoren, insbesondere Elektromotoren 11, können
jeweils zum automatisierten Spannen, Nachspannen und/oder Lösen des Gummituches am
Gummizylinder 6 eingesetzt bzw. verwendet werden. Dabei kann von einem Bediener der
Gummituchwechsel beispielsweise am Leitstand über die Maschinensteuerung vorgewählt
werden, wobei die Maschine einen, mehrere oder alle Gummizylinder 6 positioniert und/oder
ein, mehrere oder alle Gummitücher bereits motorisch entspannt. Insbesondere ist der
Motortreiber zur Ansteuerung des oder der Elektromotoren 11 mit der Steuereinrichtung
oder der Maschinensteuerung verbunden und sind der Steuereinrichtung oder der Maschinensteuerung
Befehle zum Spannen oder Lösen des Gummituches vom Bediener einzugeben oder eingegeben.
Zum Eingeben kann beispielsweise der Leitstand, eine Bedientafel oder eine mobile
Bedieneinheit genutzt werden. Insbesondere durch die Maschinensteuerung kann das Spannen
und/oder Lösen von Gummitüchern an mehreren oder allen Gummizylindern 6 in den Druckwerken
1 koordiniert werden. Durch den oder die Bediener können die entsprechenden alten
Gummitücher entfernt und die neuen Gummitücher insbesondere werkzeuglos eingesetzt
werden. Eine Vorspannung der Gummitücher kann auch werkzeuglos erfolgen. Nach erfolgtem
Einsatz der neuen Gummitücher können diese Gummitücher automatisiert gespannt werden.
[0051] Weiter ist der Motortreiber zur Ansteuerung des oder der Elektromotoren 11 mit der
Steuereinrichtung oder der Maschinensteuerung derart verbunden, dass Intervalle zum
Nachspannen des oder der Gummitücher in der Steuereinrichtung oder der Maschinensteuerung
hinterlegt werden können. Vorgegebene Intervalle können sich dabei aus zeitlichen
Vorgaben oder der Anzahl von Umdrehungen oder Bogen ergeben. Alternativ oder zusätzlich
können über die Steuereinrichtung oder die Maschinensteuerung aber auch Befehle zum
Nachspannen des oder der Gummitücher durch den Bediener gegeben werden. Durch die
Steuereinrichtung oder die Maschinensteuerung kann ein Nachspannen des oder der Gummitücher
zu geeigneten Zeitpunkten koordiniert werden. Beispielsweise kann ein Nachspannen
zwischen Druckjobs und/oder ohne Maschinenhalt erfolgen. Durch die Verwendung der
ansteuerbaren bzw. fernsteuerbaren Aktuatoren, insbesondere Elektromotoren 11, in
einem oder allen Gummizylindern 6 zum rotatorischen Antrieb durchgehender Spannwellen
9 erfolgt somit ein automatisiertes Nachspannen des oder der Gummitücher nach einem
Befehl eines Bedieners oder nach den vorgegebenen Intervallen. Das Nachspannen kann
dabei unabhängig von der Drehwinkellage eines Gummizylinders 6 durchgeführt werden,
wobei auch keine Schutze betätigt werden müssen.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0052]
- 1
- Druckwerk
- 2
- Farb- oder Farb- und Feuchtwerk
- 3
- Druckzylinder
- 4
- Übergabetrommel
- 5
- Greifersysteme
- 6
- Gummizylinder
- 7
- Plattenzylinder
- 8
- Zylinderkanal
- 9
- Spannwelle
- 10
- Einhängung
- 11
- Elektromotor
- 12
- Winkelplanetengetriebe
- 13
- Spannschraube
- 14
- Gewindeplatte
- 15A, 15B
- Gleitstein
- 16A, 16B
- Koppel
- 17
- Druckstange
- 18
- Druckfeder
- 19
- Sperre mit Keilwellenprofil
- 20
- Innensechskant
- 21
- Induktivsensor
- S1.1
- Endlagenschalter Seite 1 in gelöster Richtung
- S1.2
- Endlagenschalter Seite 1 in gespannter Richtung
- S2.1
- Endlagenschalter Seite 2 in gelöster Richtung
- S2.2
- Endlagenschalter Seite 2 in gespannter Richtung
1. Gummizylinder (6) eines Druckwerks (1) einer Druckmaschine zum Tragen mindestens eines
Gummituches,
wobei der Gummizylinder (6) eine durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen
einer vorlaufenden Kante des Gummituches und eine durchgehende Spannwelle (9) zum
Klemmen und Spannen einer nachlaufenden Kante des Gummituches aufweist,
wobei die durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der vorlaufenden Kante
des Gummituches und die durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der nachlaufenden
Kante des Gummituches zum Spannen des Gummituches um ihre Rotationsachsen rotierbar
aufgenommen sind und
wobei Antriebsmittel zum rotatorischen Antrieb der durchgehenden Spannwelle (9) zum
Klemmen und Spannen der vorlaufenden Kante des Gummituches und der durchgehenden Spannwelle
(9) zum Klemmen und Spannen der nachlaufenden Kante des Gummituches vorgesehen sind,
wobei die Antriebsmittel mindestens einen im Gummizylinder (6) angeordneten ansteuerbaren
Aktuator (11) zum Antrieb der durchgehenden Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen
der vorlaufenden Kante des Gummituches und/oder der durchgehende Spannwelle (9) zum
Klemmen und Spannen der nachlaufenden Kante des Gummituches umfassen,
und wobei der Gummizylinder (6) mindestens einen Zylinderkanal (8) zur Aufnahme der
Spannwellen (9) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zumindest eine Aktuator (11) als ein Elektromotor (11) für die Spannwelle (9)
zum Klemmen und Spannen der vorlaufenden Kante des Gummituches und/oder als ein Elektromotor
(11) für die Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der nachlaufenden Kante des Gummituches
im Gummizylinder (6) vorgesehen ist und dass der mindestens eine Aktuator (11) zum
Antrieb der einen durchgehenden Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der vorlaufenden
Kante des Gummituches und/oder der einen durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und
Spannen der nachlaufenden Kante des Gummituches zumindest teilweise außerhalb des
Zylinderkanals (8) in einem Zylinderkörper des Gummizylinders (6) angeordnet ist.
2. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, wobei die Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen
der vorlaufenden Kante des Gummituches und/oder die Spannwelle (9) zum Klemmen und
Spannen der nachlaufenden Kante des Gummituches eine insbesondere der maximal zu verarbeitenden
Breite entsprechende formatbreite Einhängung (10) für das Gummituch aufweist.
3. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1 oder 2, wobei ein oder jeweils ein Aktuator (11)
eine radial bezüglich des Gummizylinders (6) orientierte Spannschraube (13) betätigt,
welche bei Drehung über Getriebemittel (14, 15A, 15B, 16A, 16B) eine Rotationsbewegung
einer zugeordneten Spannwelle (9) bewirkt.
4. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei die Antriebsmittel eine oder jeweils
eine insbesondere manuell und/oder mittels Werkzeug lösbare Kupplungsverbindung (13,
19) zwischen einem Aktuator (11) und einer zugeordneten Spannwelle (9) aufweisen.
5. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, wobei mit einem Aktuator (11) eine
eine Gewindeplatte (14) durchgreifende Spannschraube (13) drehbeweglich antreibbar
ist, welche in ihrem Inneren eine Druckstange (17) verlagerbar aufnimmt.
6. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2, 3, 4 oder 5, wobei bei einer verdrehbaren Spannschraube
(13) durch Verlagerung einer innerhalb der Spannschraube (13) aufgenommenen Druckstange
(17) gegen eine Druckfeder (18) eine Eingriffsöffnung (20) für ein Werkzeug freigebbar
ist und/oder eine Verbindung zum Aktuator (11) lösbar ist.
7. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5 oder 6, wobei für jede Spannwelle (9)
als Aktuator ein Elektromotor (11) mit einem parallel zur Rotationsachse des Gummizylinders
(6) angeordneten Rotor und/oder ein Getriebe oder Winkelplanetengetriebe (12) vorgesehen
ist.
8. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6 oder 7, wobei jeweils eine ein Außengewinde
aufweisende Spannschraube (13) für jede Spannwelle (9) vorgesehen ist, wobei jeweils
eine ein Innengewinde aufweisende Gewindeplatte (14) von einer Spannschraube (13)
bei Drehung der Spannschraube (13) radial zum Gummizylinder (6) verlagerbar ist und
bei Verlagerung einer Gewindeplatte (14) über beidseitig der Gewindeplatte (14) vorgesehene
Getriebemittel (15A, 15B, 16A, 16B) eine jeweilige Spannwelle (9) um deren Rotationsachse
verlagerbar ist.
9. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 oder 8, wobei die durchgehende
Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der vorlaufenden Kante des Gummituches und/oder
die durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der nachlaufenden Kante des
Gummituches einteilig und/oder formatbreit und/oder mit über die Formatbreite des
Gummizylinders (6) gleichbleibendem Durchmesser ausgebildet ist.
10. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 oder 9, wobei sich ein Motortreiber
für den oder die Aktuatoren (11) außerhalb des Gummizylinders (6) befindet.
11. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder 10, wobei eine Steuereinrichtung
oder Maschinensteuerung vorgesehen ist, die einen rotatorischen Antrieb des Gummizylinders
(6) und den oder die Aktuatoren (11) des Gummizylinders (6) koordinierend steuert.
12. Gummizylinder (6) nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 oder 11, wobei ein Sensor
(21) zur Überwachung der Bewegung der Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der vorlaufenden
Kante des Gummituches vorgesehen ist.
13. Verfahren zum Handhaben eines Gummituches an einem Gummizylinder (6) in einem Druckwerk
(1) einer Druckmaschine,
wobei der Gummizylinder (6) eine durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen
einer vorlaufenden Kante des Gummituches und eine durchgehende Spannwelle (9) zum
Klemmen und Spannen einer nachlaufenden Kante des Gummituches aufweist,
wobei die durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der vorlaufenden Kante
des Gummituches und die durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der nachlaufenden
Kante des Gummituches um ihre Rotationsachse zum Spannen des Gummituches rotiert und
wobei Antriebsmittel die durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen der vorlaufenden
Kante des Gummituches und die durchgehende Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen
der nachlaufenden Kante des Gummituches rotatorisch antreiben,
wobei als Antriebsmittel ein oder je Spannwelle (9) ein im Gummizylinder (6) angeordneter
Aktuator (11) zum Antrieb der durchgehenden Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen
der vorlaufenden Kante des Gummituches und/oder der durchgehenden Spannwelle (9) zum
Klemmen und Spannen der nachlaufenden Kante des Gummituches angesteuert wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
durch Verlagerung eines Getriebeelementes (17) eine Kupplungsverbindung (19, 13) zu
dem im Gummizylinder (6) angeordneten Aktuator (11) gelöst und das Gummituch manuell
gespannt, nachgespannt oder gelöst wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei ein Bediener den Gummituchwechsel vorwählt, wobei
die Maschine den Gummizylinder (6) positioniert und/oder bereits motorisch das Gummituch
entspannt.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, wobei die Spannwelle (9) zum Klemmen und Spannen
der vorlaufenden Kante des Gummituches mit eingehängtem neuen Gummituch um eine oder
mehrere Umdrehungen vorgespannt wird.
1. Blanket cylinder (6) for a printing unit (1) of a printing press for carrying at least
one rubber blanket,
wherein the blanket cylinder (6) has a continuous tensioning shaft (9) for clamping
and tensioning a leading edge of the rubber blanket and a continuous tensioning shaft
(9) for clamping and tensioning a trailing edge of the rubber blanket,
wherein the continuous tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the leading
edge of the rubber blanket and the continuous tensioning shaft (9) for clamping and
tensioning the trailing edge of the rubber blanket are accommodated in such a way
as to be rotatable about their axes of rotation in order to tension the rubber blanket
and
wherein drive means are provided for rotationally driving the continuous tensioning
shaft (9) for clamping and tensioning the leading edge of the rubber blanket and the
continuous tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the trailing edge of the
rubber blanket,
wherein the drive means comprise at least one controllable actuator (11), arranged
in the blanket cylinder (6), for driving the continuous tensioning shaft (9) for clamping
and tensioning the leading edge of the rubber blanket and/or the continuous tensioning
shaft (9) for clamping and tensioning the trailing edge of the rubber blanket,
and wherein the blanket cylinder (6) has at least one cylinder channel (8) for accommodating
the tensioning shafts (9),
characterized
in that the at least one actuator (11) is provided in the blanket cylinder (6) as an electric
motor (11) for the tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the leading edge
of the rubber blanket and/or as an electric motor (11) for the tensioning shaft (9)
for clamping and tensioning the trailing edge of the rubber blanket,
and in that the at least one actuator (11) for driving the one continuous tensioning shaft (9)
for clamping and tensioning the leading edge of the rubber blanket and/or the one
continuous tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the trailing edge of the
rubber blanket is arranged at least partially outside of the cylinder channel (8)
in a cylinder body of the blanket cylinder (6).
2. Blanket cylinder (6) according to claim 1, wherein the tensioning shaft (9) for clamping
and tensioning the leading edge of the rubber blanket and/or the tensioning shaft
(9) for clamping and tensioning the trailing edge of the rubber blanket has an attachment
means (10) for the rubber blanket, the format width of the attachment means corresponding
in particular to the maximum width to be processed.
3. Blanket cylinder (6) according to claim 1 or 2, wherein one or each actuator (11)
actuates a tensioning screw (13) oriented radially in relation to the blanket cylinder
(6), which tensioning screw, when rotated, brings about a rotational movement of an
associated tensioning shaft (9) by way of gear means (14, 15A, 15B, 16A, 16B).
4. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2 or 3, wherein the drive means have in
each case a coupling connection (13, 19) between an actuator (11) and an associated
tensioning shaft (9), which coupling connection can in particular be released manually
and/or by means of a tool.
5. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2, 3 or 4, wherein a tensioning screw (13),
which passes through a threaded plate (14) and accommodates a push rod (17) in a movable
manner in its interior, can be driven in rotation by an actuator (11).
6. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2, 3, 4 or 5, wherein, in the case of a
rotatable tensioning screw (13), an engagement opening (20) for a tool can be exposed
and/or a connection to the actuator (11) can be released by moving a pressure rod
(17), which is accommodated within the tensioning screw (13), counter to a compression
spring (18).
7. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2, 3, 4, 5 or 6, wherein the actuator provided
for each tensioning shaft (9) is an electric motor (11) with a rotor, which is arranged
parallel to the axis of rotation of the blanket cylinder (6), and/or a gear mechanism
or angular planetary gear mechanism (12) .
8. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2, 3, 4, 5, 6 or 7, wherein in each case
a tensioning screw (13) having an external thread is provided for each tensioning
shaft (9), wherein in each case a threaded plate (14) having an internal thread can
be moved radially relative to the blanket cylinder (6) by a tensioning screw (13)
when the tensioning screw (13) is rotated, and, as a threaded plate (14) is moved,
a respective tensioning shaft (9) can be moved about its axis of rotation by way of
gear means (15A, 15B, 16A, 16B) provided on both sides of the threaded plate (14).
9. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 or 8, wherein the continuous
tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the leading edge of the rubber blanket
and/or the continuous tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the trailing
edge of the rubber blanket is formed in one piece and/or in format width and/or with
a diameter that remains constant over the format width of the blanket cylinder (6)
.
10. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 or 9, wherein a motor
driver for the actuator (s) (11) is located outside of the blanket cylinder (6).
11. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 or 10, wherein a
control device or machine controller is provided, which coordinatively controls a
rotational drive of the blanket cylinder (6) and the actuator(s) (11) of the blanket
cylinder (6).
12. Blanket cylinder (6) according to claim 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 or 11, wherein
a sensor (21) is provided for monitoring the movement of the tensioning shaft (9)
for clamping and tensioning the leading edge of the rubber blanket.
13. Method for handling a rubber blanket on a blanket cylinder (6) in a printing unit
(1) of a printing press,
wherein the blanket cylinder (6) has a continuous tensioning shaft (9) for clamping
and tensioning a leading edge of the rubber blanket and a continuous tensioning shaft
(9) for clamping and tensioning a trailing edge of the rubber blanket,
wherein the continuous tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the leading
edge of the rubber blanket and the continuous tensioning shaft (9) for clamping and
tensioning the trailing edge of the rubber blanket rotate about their axes of rotation
in order to tension the rubber blanket, and
wherein drive means rotationally drive the continuous tensioning shaft (9) for clamping
and tensioning the leading edge of the rubber blanket and the continuous tensioning
shaft (9) for clamping and tensioning the trailing edge of the rubber blanket,
wherein an actuator (11), arranged in the blanket cylinder (6), for driving the continuous
tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the leading edge of the rubber blanket
and/or the continuous tensioning shaft (9) for clamping and tensioning the trailing
edge of the rubber blanket is controlled as the drive means for one or each tensioning
shaft (9),
characterized in that
a coupling connection (19, 13) to the actuator (11) arranged in the blanket cylinder
(6) is released by moving a gear element (17), and the rubber blanket is manually
tensioned, re-tensioned or loosened.
14. Method according to claim 13, wherein an operator preselects the rubber blanket change,
wherein the machine positions the blanket cylinder (6) and/or already releases the
tension of the rubber blanket by means of a motor.
15. Method according to claim 13 or 14, wherein the tensioning shaft (9) for clamping
and tensioning the leading edge of the rubber blanket is pretensioned by one or more
revolutions with the new rubber blanket attached.
1. Cylindre porte-blanchet (6) d'un groupe d'impression (1) d'une machine à imprimer
pour porter au moins un blanchet,
dans lequel le cylindre porte-blanchet (6) présente un arbre de tension (9) d'un seul
tenant pour bloquer et tendre un bord avant du blanchet et un arbre de tension (9)
d'un seul tenant pour bloquer et tendre un bord arrière du blanchet,
dans lequel l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord
avant du blanchet et l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre
le bord arrière du blanchet sont logés de manière à pouvoir tourner autour de leurs
axes de rotation pour bloquer le blanchet et
dans lequel des moyens d'entraînement pour l'entraînement en rotation de l'arbre de
tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord avant du blanchet et de
l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord arrière du
blanchet sont prévus,
dans lequel les moyens d'entraînement comprennent au moins un actionneur (11) pouvant
être commandé disposé dans le cylindre porte-blanchet (6) pour l'entraînement de l'arbre
de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord avant du blanchet et/ou
de l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord arrière
du blanchet,
et dans lequel le cylindre porte-blanchet (6) présente au moins un canal de cylindre
(8) pour le logement des arbres de tension (9),
caractérisé en ce
que le au moins un actionneur (11) est prévu en tant que moteur électrique (11) pour
l'arbre de tension (9) pour bloquer et tendre le bord avant du blanchet et/ou en tant
que moteur électrique (11) pour l'arbre de tension (9) pour bloquer et tendre le bord
arrière du blanchet dans le cylindre porte-blanchet (6)
et que le au moins un actionneur (11) pour l'entraînement du un arbre de tension (9) d'un
seul tenant pour bloquer et tendre le bord avant du blanchet et/ou du un arbre de
tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord arrière du blanchet est
disposé au moins en partie à l'extérieur du canal de cylindre (8) dans un corps cylindrique
du cylindre porte-blanchet (6) .
2. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, dans lequel l'arbre de tension
(9) pour bloquer et tendre le bord avant du blanchet et/ou l'arbre de tension (9)
pour bloquer et tendre le bord arrière du blanchet présente une suspension (10) pour
le blanchet à largeur de format correspondant en particulier à la largeur maximale
à traiter.
3. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1 ou 2, dans lequel un ou chaque
actionneur (11) actionne une vis de serrage (13) orientée radialement par rapport
au cylindre porte-blanchet (6), laquelle lors d'une rotation provoque un mouvement
de rotation d'un arbre de tension (9) associé par l'intermédiaire de moyens de transmission
(14, 15A, 15B, 16A, 16B) .
4. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2 ou 3, dans lequel les moyens
d'entraînement présentent une ou chacun une liaison d'accouplement (13, 19) pouvant
être libérée en particulier manuellement et/ou au moyen d'un outil entre un actionneur
(11) et un arbre de tension (9) associé.
5. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2, 3 ou 4, dans lequel une vis
de serrage (13) traversant une plaque filetée (14), laquelle loge dans son intérieur
une barre de pression (17) de manière déplaçable, peut être entraînée de manière mobile
en rotation avec un actionneur (11).
6. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2, 3, 4 ou 5, dans lequel pour
une vis de serrage (13) pouvant être amenée en rotation une ouverture d'insertion
(20) pour un outil peut être découverte et/ou une liaison par rapport à l'actionneur
(11) peut être libérée par déplacement d'une barre de pression (17) logée à l'intérieur
de la vis de serrage (13) contre un ressort de compression (18).
7. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2, 3, 4, 5 ou 6, dans lequel
pour chaque arbre de tension (9) un moteur électrique (11) avec un rotor disposé parallèlement
à l'axe de rotation du cylindre porte-blanchet (6) et/ou une transmission ou boîte
de vitesses à trains épicycloïdaux angulaire (12) est prévu(e) en tant qu'actionneur.
8. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2, 3, 4, 5, 6 ou 7, dans lequel
respectivement une vis de serrage (13) présentant un filetage extérieur pour chaque
arbre de tension (9) est prévue, dans lequel respectivement une plaque filetée (14)
présentant un filetage intérieur est déplaçable radialement par rapport au cylindre
porte-blanchet (6) par une vis de serrage (13) lors de la rotation de la vis de serrage
(13) et lors du déplacement d'une plaque filetée (14) un arbre de tension (9) respectif
est déplaçable autour de son axe de rotation par l'intermédiaire de moyens de transmission
(15A, 15B, 16A, 16B) prévus de part et d'autre de la plaque filetée (14) .
9. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 ou 8, dans
lequel l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord avant
du blanchet et/ou l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le
bord arrière du blanchet est réalisé d'une seule pièce et/ou avec une largeur de format
et/ou avec un diamètre constant sur la largeur de format du cylindre porte-blanchet
(6).
10. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 ou 9, dans
lequel un circuit d'attaque de moteur pour le ou les actionneurs (11) se trouve à
l'extérieur du cylindre porte-blanchet (6).
11. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 ou 10,
dans lequel un dispositif de commande ou une commande de machine est prévu(e), qui
commande un entraînement rotatif du cylindre porte-blanchet (6) et le ou les actionneurs
(11) du cylindre porte-blanchet (6) de manière coordonnée.
12. Cylindre porte-blanchet (6) selon la revendication 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 ou
11, dans lequel un capteur (21) pour la surveillance du mouvement de l'arbre de tension
(9) pour bloquer et tendre le bord avant du cylindre porte-blanchet est prévu.
13. Procédé pour manipuler un blanchet sur un cylindre porte-blanchet (6) dans un groupe
d'impression (1) d'une machine à imprimer,
dans lequel le cylindre porte-blanchet (6) présente un arbre de tension (9) d'un seul
tenant pour bloquer et tendre un bord avant du blanchet et un arbre de tension (9)
d'un seul tenant pour bloquer et tendre un bord arrière du blanchet,
dans lequel l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord
avant du blanchet et l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre
le bord arrière du blanchet tournent autour de leur axe de rotation pour tendre le
blanchet et
dans lequel des moyens d'entraînement entraînent en rotation l'arbre de tension (9)
d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord avant du blanchet et l'arbre de tension
(9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord arrière du blanchet,
dans lequel un actionneur (11) disposé dans le cylindre porte-blanchet (6) pour l'entraînement
de l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le bord avant du
blanchet et/ou de l'arbre de tension (9) d'un seul tenant pour bloquer et tendre le
bord arrière du blanchet est commandé comme moyens d'entraînement pour un ou chaque
arbre d'entraînement (9),
caractérisé en ce que
une liaison d'accouplement (19, 13) à l'actionneur (11) disposé dans le cylindre porte-blanchet
(6) est libérée par déplacement d'un élément de transmission (17), et le blanchet
est tendu, retendu ou libéré manuellement.
14. Procédé selon la revendication 13, dans lequel un utilisateur présélectionne le changement
de blanchet, dans lequel la machine positionne le cylindre porte-blanchet (6) et/ou
détend déjà le blanchet de façon motorisée.
15. Procédé selon la revendication 13 ou 14, dans lequel l'arbre de tension (9) pour bloquer
et tendre le bord avant du blanchet avec un nouveau blanchet suspendu est précontraint
d'un ou plusieurs tours.