[0001] Die vorliegende Anmeldung betrifft ein Sitzmöbel gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Das Sitzmöbel, das insbesondere in Form eines Sofas oder eines Sessels ausgebildet
sein kann, umfasst ein Gestell, mittels dessen das Sitzmöbel auf einem Untergrund
aufstellbar ist. Ferner umfasst das Sitzmöbel mindestens ein Sitzelement, auf dem
eine Person sitzen kann. Typischerweise umfasst das Sitzmöbel eine Mehrzahl von Sitzelementen,
beispielsweise zwei Sitzelemente bei einem 2-er Sofa oder drei Sitzelemente bei einem
3-er Sofa. Schließlich umfasst das Sitzmöbel mindestens einen Drehsitzbeschlag, mittels
dessen mindestens ein Sitzelement an dem Gestell gelagert ist. Hierbei wirkt das jeweilige
Sitzelement derart mit dem Drehsitzbeschlag zusammen, dass das Sitzelement gegenüber
dem Gestell um eine Vertikalachse zwischen einer Normalposition und einer Drehposition
verdrehbar ist. Bei Vorliegen in der Normalposition ist das Sitzelement in aller Regel
derart ausgerichtet, dass eine Vorderseite bzw. eine Rückseite des Sitzelements mit
etwaigen weiteren Sitzelementen übereinstimmend ausgerichtet ist. Am Beispiel eines
2-er Sofas, das zwei Sitzelemente umfasst, sind mithin bei Vorliegen der Sitzelemente
in ihrer jeweiligen Normalposition Rückenlehnen der Sitzelemente übereinstimmend ausgerichtet
an einer Rückseite des Sitzmöbels angeordnet.
[0003] Bei Vorliegen in der Drehposition kann ein jeweiliges Sitzelement - insbesondere
um 90° - um die Vertikalachse gegenüber der Normalposition verdreht sein. Auf diese
Weise ist es möglich, die Ausrichtung des Sitzelements zu verändern, was insbesondere
bei Sitzelementen mit rechteckigen Sitzpolstern vorteilhaft sein kann. Ein solches
kann beispielsweise bei Vorliegen des Sitzelements in seiner Normalposition derart
ausgerichtet sein, dass die Längsachse des Sitzpolsters parallel zu einer Längsachse
des Sitzmöbels ausgerichtet ist. Um die Ausrichtung des Sitzpolsters dahingehend zu
verändern, dass dem Benutzer des Sitzmöbels eine Beinauflage in Richtung der Vorderseite
des Sitzmöbels geschaffen wird, kann nunmehr das Sitzelement besonders einfach mittels
des Drehsitzbeschlags um 90° um die Vertikalachse gedreht werden, sodass die Längsachse
des Sitzpolsters nunmehr senkrecht zu der Längsachse des Sitzmöbels orientiert ist.
[0004] Der Drehsitzbeschlag verfügt hierfür über mindestens eine Führungseinrichtung, die
mindestens eine langgestreckte Führungsstrecke, vorzugsweise zwei langgestreckte Führungsstrecken,
definiert. Die Führungseinrichtung ist dazu geeignet, mit mindestens einem Führungselement
zusammenzuwirken, das dem Sitzelement zugeordnet ist. Das Führungselement wirkt formschlüssig
mit der Führungseinrichtung zusammen und ist im Zuge der Überführung des Sitzelements
zwischen der Normalposition und der Drehposition entlang der Führungsstrecke führbar.
Sofern mehrere Führungsstrecken vorhanden sind, kann das Sitzelement mit einer entsprechenden
Mehrzahl von Führungselementen zusammenwirken, wobei jeweils ein Führungselement mit
einer Führungsstrecke korrespondiert. Mittels des Zusammenwirkens des Führungselements
mit der Führungseinrichtung kann das Sitzelement in der gewünschten Weise bewegt werden.
Stand der Technik
[0005] Sitzmöbel der vorstehend beschriebenen Weise sind im Stand der Technik bereits bekannt.
Hierzu wird insbesondere auf die Gebrauchsmusterschrift
DE 201 16 333 U1 hingewiesen. Diese beschreibt einen Drehsitzbeschlag (dort als "Schwenkbeschlag"
bezeichnet) sowie ein zugehöriges verstellbares Möbel. Die Besonderheit des offenbarten
Möbels besteht darin, dass ein jeweiliges Sitzelement, das mit dem Drehsitzbeschlag
zusammenwirkt, derart zwischen seiner Normalposition und seiner Drehposition überführbar
ist, dass eine Kollision des Sitzpolsters des drehbaren Sitzelements mit dem Sitzpolster
des benachbarten, feststehenden Sitzelements vermieden wird. Die Drehbewegung des
drehbaren Sitzelements um die Vertikalachse ist daher in Zusammenwirkung mit der Führungseinrichtung
des Drehsitzbeschlags dahingehend ausgebildet, dass eine vordere, dem feststehenden
Sitzelement zugewandte Ecke des Sitzpolsters des drehbaren Sitzelements im Zuge der
Überführung desselben in seine Drehposition entlang einer geraden Linie geführt wird,
die parallel zu einer Querachse des Sitzmöbels orientiert ist. Insbesondere findet
keine Verlagerung der genannten Ecke in Richtung auf das feststehende Sitzelement
zu statt, sodass ein reibender Kontakt zwischen der Ecke des Sitzpolsters des drehenden
Sitzelements mit dem Sitzpolster des feststehenden Sitzelements zumindest weitestgehend
vermieden wird.
[0006] Weiterhin wird auf die
DE 201 00 663 U1 verwiesen. Diese offenbart ein Sitz-/Liegemöbel, das zumindest ein Unterteil und
wenigstens ein eine Sitz-/Liegefläche aufweisendes Oberteil aufweist, das mittels
eines Verstellmechanismus relativ zum Unterteil in einer zumindest näherungsweise
parallel zur Sitz-/Liegefläche verlaufenden Ebene zwischen zwei Endstellungen verstellbar
ist, wobei die Verstellbewegung des Oberteils aus zumindest einer Translationsbewegung
und wenigstens einer Drehbewegung zusammengesetzt ist.
[0007] Bei dem bekannten Sitzmöbel hat sich das Zusammenwirken des Sitzelements mit dem
Drehsitzbeschlag als vergleichsweise aufwendig herausgestellt. Insbesondere kann es
zu einem Verkanten zwischen dem Führungselement des Sitzelements und der Führungseinrichtung
des Drehsitzbeschlags kommen, wodurch die Überführung des Sitzelements zwischen seiner
Normalposition und seiner Drehposition zumindest behindert, schlimmstenfalls sogar
blockiert wird. In der Praxis führt dies dazu, dass die Verdrehung des Sitzelements
in die jeweilig gewünschte Position als derart umständlich empfunden wird, dass die
Funktion im Ergebnis nur selten genutzt wird.
Aufgabe
[0008] Der vorliegenden Anmeldung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, ein Sitzmöbel bereitzustellen,
bei dem die Überführung des Sitzelements zwischen seiner Normalposition und seiner
Drehposition gegenüber dem Stand der Technik vereinfacht ist.
Lösung
[0009] Die zugrunde liegende Aufgabe wird erfindungsgemäß mittels eines Sitzmöbels mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den
zugehörigen Unteransprüchen.
[0010] Das erfindungsgemäße Sitzmöbel ist dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung
mindestens zwei Führungsschlitze, vorzugsweise genau zwei Führungsschlitze, aufweist,
die jeweils eine Führungsstrecke definieren. Weiterhin umfasst das Sitzelement mindestens
zwei Führungselemente, von denen jeweils eines mit einem der Führungsschlitze zusammenwirkt.
Die Führungselemente umfassend jeweils einen Gleitstein, der in dem jeweils zugehörigen
Führungsschlitz geführt ist. Die Gleitsteine umfassen jeweils einen Gleitstab, der
sich durch den zugehörigen Führungsschlitz hindurch erstreckt. Zudem umfasst jeder
Gleitstab zwei beabstandet ausgebildete Gleitbacken, wobei eine erste Gleitbacke einer
Oberseite des zugehörigen Führungsschlitzes und die andere Gleitbacke der Unterseite
des zugehörigen Führungsschlitzes zugeordnet sind. Die Gleitbacken sind zudem gegenüber
dem Gleitstab verdickt, sodass der jeweilige Gleitstein in axiale Richtung des Gleitstabs
betrachtet in dem jeweiligen Führungsschlitz gelagert ist. Mit anderen Worten wird
mittels der Gleitbacken verhindert, dass der jeweilige Gleitstein aus dem jeweiligen
Führungsschlitz herausgezogen wird und dadurch seinen Kontakt mit der Führungseinrichtung
verliert. Vorzugsweise ist der Gleitstein rotationssymmetrisch ausgebildet. Weiterhin
sind erfindungsgemäß die die Führungsschlitze derart relativ zueinander angeordnet,
dass sie gemeinsam eine L-Form bilden, sodass eine Führung der Führungselemente entlang
der Führungsschlitze die Verdrehung des Sitzelements gegenüber dem Gestell um die
Vertikalachse bewirkt. Mit anderen Worten ist die Führung der Führungselemente entlang
der Führungsschlitze ursächlich für die Verdrehung des Sitzelements.
[0011] Vorzugsweise sind Hauptachsen der Führungsschlitze, die sich durch jeweilige Anfangspunkte
und Endpunkte der Führungsschlitze erstrecken, zumindest im Wesentlichen, vorzugsweise
genau, senkrecht zueinander ausgerichtet. Ungeachtet dessen kann es grundsätzlich
vorteilhaft sein, wenn die Führungsschlitze sich gemeinsam in einer Ebene erstrecken,
wobei die Führungseinrichtung vorzugsweise von einem Führungsblech gebildet ist, das
die beiden Führungsschlitze aufweist. Das Führungsblech ist vorzugsweise einstückig
ausgebildet.
[0012] Das erfindungsgemäße Sitzmöbel hat viele Vorteile. Insbesondere ist die Ausgestaltung
der Führungseinrichtung mit mindestens zwei Führungsschlitzen und der Führungselemente
in Form der Gleitsteine besonders gut dazu geeignet, im Zuge der Überführung des Sitzelements
zwischen seiner Normalposition und seiner Drehposition auftretende Reibwiderstände
zu minimieren. Zudem ist das im Stand der Technik bekannte Verkanten bei Verwendung
des erfindungsgemäßen Sitzmöbels deutlich weniger wahrscheinlich, wenn nicht sogar
unmöglich, da die Gleitstäbe und die Führungsschlitze keine gegenseitigen planen Kontaktflächen
ausbilden, an denen eine Verkantung auftreten kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn
die Gleitstäbe zumindest im Bereich des jeweils zugehörigen Führungsschlitzes einen
abgerundeten, vorzugsweise kreisförmigen, Querschnitt aufweisen, der eine axiale Verdrehung
des Gleitstabs relativ zu der Führungseinrichtung erlaubt. Weiter vorzugsweise weisen
auch die Gleitbacken in senkrecht zu einer Längsachse des Gleitstabs geführten Querschnitten
einen abgerundeten, vorzugsweise kreisförmigen Querschnitt auf. Vorzugsweise ist mindestens
einer der Gleitsteine, vorzugsweise beide Gleitsteine, insgesamt rotationssymmetrisch
ausgebildet. Vorzugsweise sind zumindest sämtliche mit der Führungseinrichtung in
Kontakt stehenden Bauteile des jeweiligen Gleitstabs rotationssymmetrisch ausgebildet,
wobei die Längsachse des Gleitstabs die Symmetrieachse bildet.
[0013] Die Ausgestaltung der Führungseinrichtung in der beschriebenen Art hat weiterhin
den Vorteil, dass das Sitzelement mittels zweier Gleitsteine an dem Drehsitzbeschlag
geführt werden kann, wodurch eine eindeutige Führungsbewegung festgelegt wird. Für
den Benutzer des Sitzmöbels ist es hierdurch besonders einfach möglich, das Sitzelement
wunschgemäß zwischen der Normalposition und der Drehposition zu überführen, ohne auf
eine korrekte Führung des Sitzelements eigenständig achten zu müssen.
[0014] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Sitzmöbels sind die Gleitbacken
an ihren dem jeweiligen Führungsschlitz zugewandten Enden abgerundet ausgebildet.
Dies trägt dazu bei, dass der Gleitstab bezogen auf den Führungsschlitz ein gewisses
Drehspiel aufweist, das heißt verkantungsfrei relativ zu dem Führungsschlitz um sich
in einer Schlitzebene des Führungsschlitzes erstreckende Rotationsachsen rotierbar
ist. Insbesondere bilden die Gleitbacken hin zu der Führungseinrichtung kaum oder
gar keine planen Anschlagflächen aus, die eine Verkantung bewirken und/oder ein Drehspiel
verhindern könnten. Insbesondere kann der jeweilige Gleitstab infolge der Abrundung
der Gleitbacken leicht gegenüber dem Führungsschlitz geneigt werden, ohne dass es
zu einer Verkantung mit der Führungseinrichtung kommt. Dies hat den besonderen Vorteil,
dass die Ausrichtung des Sitzelements im Raum bezogen auf den Drehsitzbeschlag zumindest
in einem gewissen Umfang geändert werden kann. Hierdurch kann insbesondere eine Neigung
des Sitzelements gegenüber einer Horizontalen eingestellt werden ("Sitzgefälle"),
wie nachstehend gesondert erläutert ist.
[0015] Weiterhin kann eine solche Ausgestaltung des Sitzmöbels vorteilhaft sein, bei der
ein in axiale Richtung des jeweiligen Gleitstabs gemessener Abstand zwischen einander
zugewandten Anschlagflächen der Gleitbacken eine senkrecht zu der Schlitzebene des
jeweils zugehörigen Führungsschlitz des gemessene Schlitzhöhe überschreitet. Vorzugsweise
überschreitet besagter Abstand die Schlitzhöhe nur minimal, insbesondere beträgt der
Abstand höchstens 120 %, vorzugsweise höchstens 110 %, der Schlitzhöhe. Diese Ausgestaltung
bietet den Vorteil, dass der Gleitstein ein gewisses axiales Spiel gegenüber der Führungseinrichtung
aufweist, wodurch einer Verkantung des Gleitsteins an der Führungseinrichtung zusätzlich
vorgebeugt wird. Insbesondere ist die Kombination des genannten Abstandes zwischen
den einander zugewandten Anschlagflächen der Gleitbacken mit den vorstehend beschriebenen
Abrundungen vorteilhaft, damit der Gleitstein sich - bezogen auf die Führungseinrichtung
bzw. den zugehörigen Führungsschlitz - in gewissem Maße bewegen und rotieren kann,
gleichzeitig jedoch seine Führungsfunktion betreffend die Führung des Sitzelements
relativ zu dem Drehsitzbeschlag ausübt.
[0016] Das erfindungsgemäße Sitzmöbel weiter ausgestaltend weisen die Gleitsteine im Bereich
der jeweils zugehörigen Führungsschlitze jeweils ein Gleitelement auf, das umfangsseitig
an dem zugehörigen Gleitstab ausgebildet ist. Das Gleitelement umgibt mithin den Gleitstab
und stellt einen unmittelbaren reibenden Kontakt des jeweiligen Gleitsteins mit innenliegenden
Schlitzrändern des Führungsschlitzes her. Vorteilhafterweise weist das Gleitelement
einen plankonvexen Teilquerschnitt auf, wobei sich das Gleitelement - von einer äußeren
Mantelfläche des Gleitstabs aus betrachtet - in Richtung auf den Schlitzrand des Führungsschlitzes
konvex zu wölbt. Diese Ausgestaltung vermeidet ein flächiges Anliegen des Gleitelements
an dem flächigen Schlitzrand, wodurch einer Verkantung zusätzlich vorgebeugt wird.
Weiterhin führt das Gleitelement zu einer weiteren Reduktion der zwischen dem Gleitstein
und dem Führungsschlitz wirkenden Reibungskräfte, da die Kontakt- bzw. Reibungsfläche
zwischen Gleitstein und Führungseinrichtung im Bereich der Schlitzränder minimiert
wird. Hierdurch ist die Führung des Gleitsteins in dem Führungsschlitz zusätzlich
erleichtert. In der Anwendung bedarf es seitens des Benutzers des Sitzmöbels nur eines
besonders geringen Kraftaufwands, um das Sitzelement zwischen seiner Normalposition
und seiner Drehposition zu überführen. Das Gleitelement ist vorzugsweise von einem
Hartkunststoff gebildet, der eine glatte Oberfläche ausbildet und einen geringen Reibungskoeffizienten
aufweist.
[0017] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Sitzmöbels weist
das Sitzelement zumindest bei Vorliegen in seiner Normalposition, vorzugsweise ferner
bei Vorliegen in seiner Drehposition, ein Sitzgefälle auf. Dieses äußert sich dadurch,
dass eine Sitzebene des Sitzelements gegenüber einer Horizontalebene hin zu einer
Rückseite des Sitzmöbels geneigt ist. Hierbei ist die Führungseinrichtung vorteilhafter
Weise in der Horizontalebene angeordnet bzw. erstreckt sich innerhalb der Horizontalebene.
Die Neigung kann insbesondere im Winkelbereich zwischen 2° und 5° vorliegen. Die Ausgestaltung
des Sitzmöbels mit dem beschriebenen Sitzgefälle ist hinsichtlich des Nutzungskomforts
des Sitzmöbels besonders von Vorteil, da zumindest bei Vorliegen des Sitzelements
in seiner Normalposition der Benutzer des Sitzmöbels leicht nach hinten in Richtung
einer Rückenlehne des Sitzmöbels geneigt sitzt, was im Allgemeinen als bequem empfunden
wird.
[0018] Die Besonderheit der Ausgestaltung des Sitzelements mit dem beschriebenen Sitzgefälle
ist besonders einfach mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Führungseinrichtung
sowie des Führungselements möglich, da das Sitzelement unter Ausnutzung des vorstehend
beschriebenen Spiels eines Gleitsteins bezogen auf den zugehörigen Führungsschlitz
die beschriebene Neigung der Sitzebene gegenüber der Horizontalebene mitgehen kann,
ohne dass es zu einer Verkantung der Gleitsteine an dem jeweils zugehörigen Führungsschlitz
kommt. Bei dem erfindungsgemäßen Sitzmöbel sind entsprechend die besonders guten Führungseigenschaften
bzw. Gleiteigenschaften der Gleitsteine in den Führungsschlitzen mit einem für den
Benutzer bequemen Sitzgefälle des Sitzelements kombinierbar.
[0019] In einer weiterhin vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Sitzmöbels umfasst
die Führungseinrichtung mindestens ein Führungsblech, in das mindestens einer der
Führungsschlitze eingebracht ist. Hierbei ist das Führungsblech vorteilhafter Weise
in sich eben ausgebildet. Einander gegenüberliegende Oberflächen des Führungsblechs
(Oberseite und Unterseite) erstrecken sich bei dieser Ausgestaltung jeweils in einer
Ebene. Die Ausgestaltung der Führungseinrichtung in dieser Art und Weise ist besonders
einfach, um mindestens einen Führungsschlitz, vorzugsweise mindestens zwei Führungsschlitze
vorzusehen. Letzterer ist dabei vorteilhafterweise derart ausgebildet, dass er das
Führungsblech vollständig durchdringt.
[0020] Betreffend die Führungseinrichtung kann ferner eine solche Ausgestaltung des Sitzmöbels
besonders von Vorteil sein, bei der mindestens einer der Führungsschlitze, vorzugsweise
beide Führungsschlitze, nichtlinear ausgebildet ist bzw. sind. Dies bedeutet, dass
eine Mittelachse des jeweiligen Führungsschlitzes sich nicht vollständig entlang einer
Geraden erstreckt, sondern zumindest auf einem Teil seiner Länge von der Geraden abweicht.
Vorteilhafterweise weist der Führungsschlitz entlang seiner Mittelachse wechselnde
Krümmungsradien auf. Hierbei ist der Führungsschlitz vorzugsweise derart ausgebildet,
dass er keine Unstetigkeit in Form von Knicken aufweist, die eine Führung des Gleitsteins
entlang des Führungsschlitzes behindern könnten. Mathematisch ausgedrückt weist vorzugsweise
zumindest die erste Ableitung der Mittelachse keine Sprünge auf. Weiter vorzugsweise
ist auch die zweite Ableitung der Mittelachse ohne Sprünge. Die nichtlineare Ausgestaltung
mindestens eines der Führungsschlitze bietet den besonderen Vorteil, dass das Sitzelement
im Zuge seiner Überführung zwischen seiner Normalposition und seiner Drehposition
zusätzlich zu der rotatorischen Bewegung um die Vertikalachse zusätzlich eine translatorische
Bewegung in der Horizontalebene ausführt. Hierdurch ist es insbesondere möglich, das
Sitzelement zumindest bei einem Teil seiner Überführung horizontal von einem etwaigen
benachbarten Sitzelement weg zu bewegen, sodass ein reibender Kontakt zwischen den
Sitzpolstern der Sitzelemente vermieden wird. Ebenfalls wird es vermieden, dass das
um die Vertikalachse verdrehte Sitzelement im Zuge dieser Verdrehung gewissermaßen
in das benachbarte Sitzelement "eingedrückt" werden muss. Derartiger Kontakt zwischen
einem stehenden und einem sich bewegenden Sitzelement kann dauerhaft zu einem unerwünschten
Verschleiß und Abrieb eines jeweiligen Stoff- oder Lederbezugs der Sitzelemente führen,
die es zu vermeiden gilt. Die nichtlineare Ausgestaltung des Führungsschlitzes verhilft
dies zu vermeiden, ohne von vornherein die benachbarten Sitzelemente beabstandet voneinander
anordnen zu müssen, um den beschriebenen reibenden Kontakt zwischen den Sitzpolstern
im Zuge der Überführung eines der Sitzelemente zwischen seiner Normalposition und
seiner Drehposition zu vermeiden. Eine beabstandete Anordnung der benachbarten Sitzelemente
führt zu einem merklichen, unerwünschten Spalt zwischen den Sitzelementen, der für
die Nutzung des Sitzmöbels als unkomfortabel empfunden wird.
[0021] Ferner kann es besonders von Vorteil sein, wenn zumindest ein Führungsschlitz einer
Rückseite des Sitzmöbels und zumindest ein weiterer Führungsschlitz einer Querachse
des Sitzmöbels zugeordnet sind, wobei die Querachse senkrecht zu der Rückseite des
Sitzmöbels orientiert ist. Sofern das Sitzmöbel mindestens zwei Sitzelemente umfasst,
ist es von Vorteil, wenn der der Querachse des Sitzmöbels zugeordnete Führungsschlitz
einem dem anderen Sitzelement zugewandten Randbereich des jeweilig betroffenen Sitzelements
zugeordnet ist.
[0022] Um zu vermeiden, dass das Sitzelement in unbeabsichtigter Weise von seiner Normalposition
in Richtung seiner Drehposition oder umgekehrt um die Vertikalachse gedreht wird,
kann es zudem von Vorteil sein, wenn das Sitzmöbel einen Rastmechanismus umfasst,
mittels dessen das Sitzelement zumindest bei Vorliegen in seiner Normalposition und/oder
seiner Drehposition relativ zu dem Gestell verrastbar oder verrastet ist. Vorteilhafterweise
wirkt der Rastmechanismus sowohl in der Normalposition als auch in der Drehposition.
Er kann insbesondere dazu eingerichtet sein, einen Formschluss auszubilden, wobei
vorzugsweise mindestens ein erster Rastpartner mit mindestens einem zweiten Rastpartner
zusammenwirkt. Der erste Rastpartner kann insbesondere von einem Lagerzapfen und mindestens
ein zweiter Rastpartner von einer mit dem Lagerzapfen korrespondierenden Ausnehmung
bzw. Vertiefung gebildet sein. Bei einer solchen Ausgestaltung kann der Lagerzapfen
formschlüssig in die Ausnehmung eingreifen und auf diese Weise das Sitzelement derart
relativ zu dem Gestell verrasten, dass eine unbeabsichtigte Verdrehung des Sitzelements
um die Vertikalachse blockiert ist.
[0023] Vorteilhafterweise ist zumindest einer der beiden Rastpartner doppelt vorhanden,
sodass die Verrastung des Sitzelements relativ zu dem Gestell in zumindest zwei verschiedenen
Positionen, insbesondere der Normalposition und der Drehposition, möglich ist. Zu
diesem Zweck befinden sich die doppelt vorhandenen Rastpartner an verschiedenen Stellen,
wobei jeweils einer der doppelten Rastpartner mit der Normalposition und der andere
mit der Drehposition des Sitzelements korrespondiert.
[0024] Hierbei ist es weiterhin von Vorteil, wenn der erste als Lagerzapfen ausgebildete
Rastpartner an dem Gestell ausgebildet ist und zumindest zwei als Ausnehmungen ausgebildete
Rastpartner an dem Sitzelement ausgebildet sind. Im Sinne der vorstehenden Beschreibung
bilden die Ausnehmungen bei dieser Ausführung den "doppelten Rastpartner". Die Ausnehmungen
sind dabei derart an dem Sitzelement angeordnet, dass bei einem Eingriff des Lagerzapfens
mit der ersten Ausnehmung das Sitzelement bei Vorliegen in seiner Normalposition und
bei einem Eingriff des Lagerzapfens mit der zweiten Ausnehmung das Sitzelement bei
Vorliegen in seiner Drehposition relativ zu dem Gestell verrastet wird. Die Anordnung
lediglich eines Lagerzapfens an dem Gestell bietet den Vorteil, dass im Zuge der Überführung
des Sitzelements zwischen der Normalposition und der Drehposition eine unbeabsichtigte
Kollision zwischen Teilen des Sitzelements und Teilen des Gestells lediglich mit Bezug
auf den einen Lagerzapfen berücksichtigt werden muss. Für die Verdrehung des Sitzelements
ist es dann besonders einfach möglich, letzteres kurzzeitig anzuheben und auf diese
Weise den Formschluss zwischen dem Lagerzapfen und der zugehörigen Ausnehmung aufzuheben
und das Sitzelement derart minimal um die Vertikalachse zu verdrehen, dass bei einem
Ablassen des Sitzelements der Lagerzapfen nicht mehr deckungsgleich mit der Ausnehmung
angeordnet ist und entsprechend nicht in selbige eintreten kann. Mithin kommt der
Formschluss nicht zustande, woraufhin das Sitzelement frei gegenüber dem Gestell um
die Vertikalachse verdrehbar ist und in der gewünschten Weise in Richtung der jeweiligen
Position gedreht werden kann. Bei Erreichen der letzteren tritt der Lagerzapfen automatisch
in die mit der jeweiligen Position korrespondierende Ausnehmung ein und führt zu der
gewünschten Verrastung des Sitzelements relativ zu dem Gestell. Einer weiteren Rücksichtnahme
durch den Benutzer bedarf es hierzu nicht. Insbesondere ist es nicht erforderlich,
dass der Benutzer das Sitzelement exakt gegenüber dem Gestell ausrichtet, um den gewünschten
Formschluss zwischen den Rastpartnern herbeizuführen.
[0025] Um die Überführung des Sitzelements zwischen der Normalposition und der Drehposition
weiter zu vereinfachen, ist es ferner besonders vorteilhaft, wenn das Sitzelement
an seiner Unterseite ein Gleitblech aufweist, das die beiden in Form der Ausnehmungen
ausgebildeten Rastpartner umfasst. Das Gleitblech ist in einem Bereich zwischen den
Ausnehmungen vorteilhafterweise vollständig glatt ausgebildet, sodass ein infolge
eines reibenden Kontakts des Lagerzapfen mit dem Gleitblech im Zuge der Überführung
des Sitzelements auftretender Reibungswiderstand gering ist. Bei der Überführung des
Sitzelements zwischen seiner Normalposition und seiner Drehposition wird der Lagerzapfen
zwischen den beiden Ausnehmungen vorzugsweise vollständig entlang einer Unterseite
des Gleitblechs gleitend geführt. Die Bewegung des Sitzelements ist unter Zuhilfenahme
des Gleitblechs effektiv mit besonders geringer Anstrengung realisierbar, wobei erfahrungsgemäß
bereits das Anschieben des Sitzelements lediglich mittels eines Fingers ausreicht,
um die gewünschte Verdrehung des Sitzelements um die Vertikalachse zu bewirken.
Ausführungsbeispiele
[0026] Die Erfindung ist nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels, das in den Figuren
dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1:
- Eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Sitzmöbels,
- Fig. 2:
- Eine Explosionsdarstellung des Sitzmöbels gemäß Figur 1,
- Fig. 3:
- Eine Draufsicht auf Drehsitzbeschläge des Sitzmöbels gemäß Figur 1,
- Fig. 4:
- Ein Querschnitt durch ein in einer Führungseinrichtung geführtes Führungselement,
- Fig. 5:
- Ein Detail einer Kontaktstelle des Führungselements in der Führungseinrichtung,
- Fig. 6:
- Ein perspektivischer Halbschnitt durch das Führungselement gemäß Figur 4 und
- Fig. 7:
- Ein Vertikalschnitt durch das Sitzmöbel gemäß Figur 1.
[0027] Ein Ausführungsbeispiel, das in den
Figuren 1 bis 7 gezeigt ist, umfasst ein erfindungsgemäßes Sitzmöbel 1, das hier in Form eines zweisitzigen
Sofas ausgebildet ist. Als solches umfasst das Sitzmöbel 1 insgesamt zwei Sitzelemente
3, die gemeinsam auf einem Gestell 2 gelagert sind. Letzteres umfasst insgesamt vier
in den Figuren nicht dargestellte Füße, mittels derer das Sitzmöbel 1 auf einem Untergrund
aufsteht.
[0028] Die Sitzelemente 3 wirken jeweils mit einem Drehsitzbeschlag 4 zusammen, der an dem
Gestell 2 gelagert ist. Jeder Drehbeschlag 4 umfasst eine von einem Führungsblech
26 gebildet Führungseinrichtung 6, die in dem gezeigten Beispiel L-förmig ausgebildet
ist. Mithin umfasst die Führungseinrichtung 6 gewissermaßen zwei Schenkel
36, 37, von denen sich einer parallel zu einer Längsachse
39 sowie entlang einer Rückseite
25 des Sitzmöbels 1 und ein zweiter parallel zu einer Querachse
28 des Sitzmöbels 1 erstreckt. Der zweite Schenkel
37, der parallel zu der Querachse
28 verläuft, ist einer dem benachbarten Sitzelement
3 des jeweiligen Sitzelements
3 zugeordnet. Die Führungseinrichtung
6 definiert insgesamt zwei Führungsstrecken
7, die hier jeweils in Form eines Führungsschlitzes
9 ausgebildet sind. Dies ergibt sich besonders gut anhand der
Figuren 2 und 3. Die Führungsschlitze
9 sind jeweils einem der Schenkel
36, 37 der Führungseinrichtung
6 zugeordnet, wobei sich in den Figuren nicht dargestellte Hauptachsen der Führungsschlitze
9, die jeweils einander gegenüberliegende Endpunkte der Führungsschlitze
9 beinhalten, zumindest im Wesentlichen senkrecht zueinander orientiert sind. Die Führungseinrichtung
6 ist in sich eben ausgebildet, sodass sie sich insgesamt in einer Horizontalebene
24 des Sitzmöbels
1 erstreckt. Diese Horizontalebene
24 entspricht der Zeichnungsebene der
Figur 3.
[0029] Die Führungseinrichtung
6 wirkt mit insgesamt zwei Führungselementen
8 zusammen, die hier jeweils von einem Gleitstein
10 gebildet sind. Hierbei ist jeweils ein Gleitstein 10 einem der Führungsschlitze
9 der Führungseinrichtung
6 zugeordnet. Die Gleitsteine
10 sind jeweils fest mit dem jeweiligen Sitzelement
3 verbunden, sodass das Sitzelement
3 mittels der Gleitsteine
10 in der dem Sitzelement
3 zugeordneten Führungseinrichtung
6 führbar ist. Auf diese Weise kann das Sitzelement
3 um eine Vertikalachse
5 zwischen einer in
Figur 1 dargestellten Normalposition und einer demgegenüber um 90° um die Vertikalachse
5 verdrehten Drehposition überführt werden, wobei letztere in den Figuren nicht dargestellt
ist. Im Zuge dieser Verdrehung des Sitzelements
3 werden die Gleitsteine
10 jeweils entlang der Führungsschlitze
9 geführt, wobei sie jeweils einer Mittelachse
27 des jeweiligen Führungsschlitzes
9 folgen.
[0030] Die Führungsschlitze
9 sind in dem gezeigten Beispiel jeweils nichtlinear ausgebildet, wobei die Mittelachsen
27 jeweils über eine Länge des jeweiligen Führungsschlitzes 9 sich verändernde Krümmungsradien
aufweisen. Dies hat zur Folge, dass eine vordere Ecke
38 des sich jeweils verdrehenden Sitzelements
3, die dem anderen Sitzelement
3 zugewandt ist, im Zuge seiner Überführung zwischen seiner Normalposition und seiner
Drehposition zumindest im Wesentlichen ohne reibenden Kontakt zwischen in den Figuren
nicht dargestellten Sitzpolstern der Sitzelemente
3 bewegt werden kann. Hierbei ergibt sich insbesondere aus den
Figuren 2 und 3, dass - hier am Beispiel des rechten Sitzelements
3 - der Gleitstein
10, der in dem dem Schenkel
37 zugeordneten Führungsschlitz
9 geführt ist, eine Bewegung in eine zu einer Längsachse
39 des Sitzmöbels
1 gerichtete Richtung von dem anderen (in den
Figuren 2 und 3 linken) Sitzelement
3 weg bewirkt. Entsprechend erfährt auch die vordere linke Ecke
38 des rechten Sitzelements
3 eine entsprechende Bewegung von dem linken Sitzelement
3 weg, sodass der reibende Kontakt zwischen den Sitzelementen
3 bzw. den zugehörigen Sitzpolstern vermieden ist. Die beschriebene Bewegung des Gleitsteins
10 bzw. der Ecke
38 ist durch den bogenförmigen Abschnitt des Führungsschlitzes
9 bedingt, der in den Figuren besonders gut erkennbar ist.
[0031] Um die Sitzelemente
3 relativ zu dem Gestell
2 zu verrasten, wirkt das Gestell
2 mit Lagerzapfen
30 zusammen, die in dem gezeigten Beispiel vorderen, äußeren Ecken
40 des Gestells
2 zugeordnet sind. Im Weiteren wird der sich damit ergebende Mechanismus anhand des
rechten Sitzelements
3 beschrieben. Der Lagerzapfen
30, der einen ersten Rastpartner eines Rastmechanismus
29 zwischen Gestell
2 und dem Sitzelement
3 darstellt, ist dazu geeignet, wechselweise mit einer von zwei Ausnehmungen
31, 32 zusammenzuwirken, die jeweils einen zweiten Rastpartner des Rastmechanismus
29 darstellen, wobei die Ausnehmungen
31, 32 dem Sitzelement
3 zugeordnet sind. In dem gezeigten Beispiel sind die Ausnehmungen
31, 32 hierzu in einem Gleitblech
34 ausgebildet, das an einer Unterseite
35 des Sitzelements
3 angeordnet ist. Wie sich besonders gut anhand der
Figuren 2 und 3 ergibt, wird das Gleitblech
34 gemeinsam mit dem Sitzelement
3 im Zuge der Überführung desselben zwischen seiner Normalposition und seiner Drehposition
ebenfalls um die Vertikalachse
5 verdreht, wodurch wechselweise die beiden Ausnehmungen
31, 32 mit dem unbeweglich an dem Gestell
2 angeordneten Lagerzapfen
30 verrasten können. Auf diese Weise kann besonders einfach ein Formschluss zwischen
dem Gestell
2 und dem Sitzelement
3 hergestellt werden, der ein unbeabsichtigtes Verdrehen des Sitzelements
3 um die Vertikalachse
5 vermeidet. Zudem bietet das Gleitblech
34 eine besonders reibungsarme Führung des Sitzelements
3 auf dem Lagerzapfen
30, während das Sitzelement
3 verdreht wird. Diese Führung wird zudem noch mittels zweier Gleitlager
42 unterstützt, die ebenfalls unbeweglich an dem Gestell
2 angeordnet sind.
[0032] Zwecks Überführung des Sitzelements
3 muss der Benutzer des Sitzmöbels
1 zur Auflösung der Verrastung lediglich das Sitzelement 3 leicht anheben und minimal
um die Vertikalachse
5 verdrehen, sodass sich der Formschluss zwischen dem Lagerzapfen
30 und der jeweiligen Ausnehmung
31, 32 löst und das Sitzelement 3 mit dem Gleichblech
34 auf dem Lagerzapfen
30 abgelegt werden kann, wobei eine obere Stirnseite des Lagerzapfens
30 mit einer Unterseite des Gleitblechs
34 in Kontakt tritt. Im Zuge der Bewegung des Sitzelements
3 geleitet nunmehr der Lagerzapfen
30 gemeinsam mit den Gleitlagern
42 an der Unterseite des Gleitblechs
34 entlang, bis die jeweils andere Ausnehmung
31, 32 den Lagerzapfen
30 erreicht.
[0033] Wie vorstehend dargelegt, ist die Führungseinrichtung
6 hier von einem Führungsblech
26 gebildet. Die Führungsschlitze
9 durchdringen jeweils das Führungsblech
26, sodass sich der jeweilig zugehörige Gleitstein
10 ausgehend von einer Oberseite
15 bis hin zu einer Unterseite
16 des Führungsblechs
26 erstrecken kann. Die beiden Gleitsteine
10 sind in dem gezeigten Beispiel gleichartig ausgebildet. Die nachstehende Beschreibung,
die sich jeweils auf einen Gleitstein
10 bezieht, gilt mithin analog ebenfalls für den zweiten Gleitstein
10.
[0034] Der Gleitstein
10, der sich besonders gut aus den
Figuren 4 bis 6 ergibt, umfasst einen Gleitstab
11, der hier von einem Rundstab gebildet ist. Der Gleitstein
10 ist insgesamt rotationssymmetrisch bezogen auf eine Längsachse
41 des Gleitstabs
11 ausgebildet, die folglich die Symmetrieachse des Gleitsteins
10 bildet. Ein Durchmesser
12 des Gleitstabs
11 ist derart gewählt, dass er eine Schlitzbreite
13 des jeweils zugehörigen Führungsschlitzes
9 deutlich unterschreitet. An dem Gleitstab
11 sind insgesamt zwei Gleitbacken
14 angeordnet, wobei eine erste Gleitbacke
14 der Oberseite
15 des Führungsblechs 26 sowie die zweite Gleitbacke
14 der Unterseite
16 des Führungsblechs
26 zugeordnet sind. Die Gleitbacken
14 bilden bezogen auf den Gleitstab
11 eine radiale Erweiterung bzw. Verdickung aus, sodass sie gemeinsam eine axiale Lagerung
des Gleitstabs
11 bezogen auf die Führungseinrichtung
6 bewirken. Mit anderen Worten kann der Gleitstein
10 durch Wirkung der Gleitbacken
14 weder nach unten noch nach oben aus dem Führungsschlitz
9 herausbewegt werden.
[0035] Der Gleitstein
10 ist hier derart ausgebildet, dass einander zugewandte Anschlagflächen
19 der Gleitbacken
14 in einem Abstand
18 zueinander angeordnet sind, der eine Schlitzhöhe
20 des Führungsschlitzes
9 leicht übersteigt. Auf diese Weise weist der Gleitstein
10 bezogen auf das Führungsblech
26 ein gewisses axiales Spiel auf. Der Abstand
18 beträgt hier 110 % der Schlitzhöhe
20. Ferner sind die Gleitbacken
14 an ihren jeweiligen dem Führungsschlitz
9 zugewandten Enden abgerundet ausgebildet. Dies trägt dazu bei, eine Verkantung des
Gleitsteins
10 an dem Führungsblech
26 zu vermeiden, sobald eine Verdrehung des Gleitsteins
10 relativ zu dem Führungsblech
26 auftritt. Eine solche Verdrehung kann mithin insbesondere um Drehachsen stattfinden,
die sich innerhalb einer Schlitzebene
17 erstrecken. Aufgrund der rotationssymmetrischen Ausgestaltung des Gleitsteins
10 ist zudem eine Verdrehung des Gleitsteins
10 um die Längsachse
41 des Gleitstabs
11 möglich.
[0036] Die beschriebene Ausgestaltung bietet den besonderen Vorteil, dass das jeweilige
mit den Gleitsteinen
10 zusammenwirkende Sitzelement
3 ebenfalls ein gewisses Spiel bezogen auf den Drehsitzbeschlag
4 aufweist, sodass das Sitzelement
3 sowohl störungsfrei zwischen seiner Normalposition und seiner Drehposition überführt
als auch (und insbesondere) relativ zu dem Gestell
2 geneigt werden kann. Dies verhilft dazu, dass das Sitzelement
3, zumindest bei Vorliegen in seiner Normalposition, ein Sitzgefälle aufweisen kann.
Hierbei ist eine Sitzebene
23 des Sitzelements
3 gegenüber der Horizontalebene
24 hin zu der Rückseite
25 des Sitzmöbels
1 geneigt. Dies ist besonders gut anhand von
Figur 7 erkennbar. Das Sitzgefälle des Sitzelements
3 manifestiert sich in einem Winkel
33 zwischen der Sitzebene
23 und der Horizontalebene
24, der hier ca. 3° beträgt.
[0037] In dem gezeigten Beispiel wirkt der Gleitstein
10 ferner mit einem Gleitelement
21 zusammen, das den Gleitstab
11 im Bereich des Führungsschlitzes 9 radial umgibt. Das Gleitelement
21 weist hier eine plankonvexe Ringform auf, die sich besonders gut anhand der
Figuren 4 bis 6 ergibt. Diese Form äußert sich dadurch, dass das Gleitelement
21 sich zwischen den einander zugewandten Anschlagflächen
19 der Gleitbacken
14 in Richtung auf einen Schlitzrand
22 des Führungsschlitzes
9 hin aufwölbt, sodass ein Durchmesser des Gleitelements
21 im Bereich der mittigen Schlitzebene
17 des Führungsschlitzes
9 maximal ist. Der Gleitstein
21 ist dabei bezogen auf die parallel zur Schlitzebene
17 sowie zwischen den Schlitzrändern
22 gemessene Schlitzbreite
13 mit einem gewissen Untermaß dimensioniert, sodass der Gleitstein
10 insgesamt frei entlang des Führungsschlitzes
9 führbar ist, ohne jedoch ein zu großes Spiel parallel zu der Schlitzebene
17 zu lassen, das ein unbeabsichtigtes Hin-und-her-Schlagen des Gleitsteins
10 in dem Führungsschlitz
9 zur Folge haben würde. Die gewölbte Ausgestaltung des Gleitsteins
21 vermindert zudem die Gefahr einer Verkantung des Gleitsteins
10 in dem Führungsschlitz
9, sodass das vorstehend beschriebene Spiel des Gleitsteins
10 bezogen auf das Führungsblech
26 und die damit einhergehende Freiheit eines gewissen Sitzgefälles des Sitzelements
3 bezogen auf das Gestell
2 erhalten bleibt.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Sitzmöbel
- 2
- Gestell
- 3
- Sitzelement
- 4
- Drehsitzbeschlag
- 5
- Vertikalachse
- 6
- Führungseinrichtung
- 7
- Führungsstrecke
- 8
- Führungselement
- 9
- Führungsschlitz
- 10
- Gleitstein
- 11
- Gleitstab
- 12
- Durchmesser
- 13
- Schlitzbreite
- 14
- Gleitbacke
- 15
- Oberseite
- 16
- Unterseite
- 17
- Schlitzebene
- 18
- Abstand
- 19
- Anschlagfläche
- 20
- Schlitzhöhe
- 21
- Gleitelement
- 22
- Schlitzrand
- 23
- Sitzebene
- 24
- Horizontalebene
- 25
- Rückseite
- 26
- Führungsblech
- 27
- Mittelachse
- 28
- Querachse
- 29
- Rastmechanismus
- 30
- Lagerzapfen
- 31
- Ausnehmung
- 32
- Ausnehmung
- 33
- Winkel
- 34
- Gleitblech
- 35
- Unterseite
- 36
- Schenkel
- 37
- Schenkel
- 38
- Ecke
- 39
- Längsachse
- 40
- Ecke
- 41
- Längsachse
- 42
- Gleitlager
1. Sitzmöbel (1), insbesondere in Form eines Sofas, umfassend
- ein Gestell (2),
- mindestens ein Sitzelement (3) sowie
- mindestens einen Drehsitzbeschlag (4),
wobei das Sitzelement (3) in Zusammenwirkung mit dem Drehsitzbeschlag (4) an dem Gestell
(2) gelagert ist,
wobei das Sitzelement (3) mittels des Drehsitzbeschlags (4) gegenüber dem Gestell
(2) um eine Vertikalachse (5) zwischen einer Normalposition und einer Drehposition
verdrehbar ist,
wobei der Drehsitzbeschlag (4) mindestens eine Führungseinrichtung (6) umfasst, die
mindestens eine langgestreckte Führungsstrecke (7) definiert,
wobei das Sitzelement (3) mindestens ein Führungselement (8) umfasst, das formschlüssig
mit der Führungseinrichtung (6) zusammenwirkt und im Zuge einer Überführung des Sitzelements
(3) zwischen der Normalposition und der Drehposition entlang der Führungsstrecke (7)
führbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Führungseinrichtung (6) mindestens zwei Führungsschlitze (9) aufweist, die jeweils
eine Führungsstrecke (7) definieren,
wobei das Sitzelement (3) mindestens zwei Führungselemente (8) umfasst, von denen
jeweils eines mit einem der Führungsschlitze (9) zusammenwirkt,
wobei die Führungselemente (8) jeweils einen Gleitstein (10) umfassen, der in dem
jeweils zugehörigen Führungsschlitz (9) geführt ist,
wobei die Gleitsteine (10) jeweils einen sich durch den jeweiligen Führungsschlitz
(9) erstreckenden Gleitstab (11) aufweisen,
wobei die Gleitsteine (10) jeweils zwei entlang des Gleitstabs (11) beabstandet ausgebildete
Gleitbacken (14) aufweisen, von denen einer einer Oberseite (15) und der andere einer
Unterseite (16) des jeweilig zugehörigen Führungsschlitzes (9) zugeordnet sind,
wobei die Gleitbacken (14) gegenüber dem jeweiligen Gleitstab (11) verdickt sind,
sodass der Gleitstein (10) in axiale Richtung des Gleitstabs (11) betrachtet in dem
jeweilig zugehörigen Führungsschlitz (9) gelagert ist,
wobei die Führungsschlitze (9) derart relativ zueinander angeordnet sind, dass sie
gemeinsam eine L-Form bilden, sodass eine Führung der Führungselemente (8) entlang
der Führungsschlitze (9) die Verdrehung des Sitzelements (3) gegenüber dem Gestell
(2) um die Vertikalachse (5) bewirkt.
2. Sitzmöbel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitbacken (14) an dem jeweiligen Führungsschlitz (9) zugewandten Enden abgerundet
ausgebildet sind, sodass der jeweilige Gleitstab (11) bezogen auf den jeweiligen Führungsschlitz
(9) ein Drehspiel aufweist, innerhalb dessen der Gleitstab (11) verkantungsfrei um
sich in einer Schlitzebene (17) des Führungsschlitzes (9) erstreckende Rotationsachsen
relativ zu dem Führungsschlitz (9) rotierbar ist.
3. Sitzmöbel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein in axiale Richtung mindestens eines Gleitstabs (11) gemessener Abstand (18) zwischen
einander zugewandten Anschlagflächen (19) der Gleitbacken (14) eine senkrecht zu einer
Schlitzebene (17) des zugehörigen Führungsschlitzes (9) gemessenen Schlitzhöhe (19)
nur minimal überschreitet, insbesondere der Abstand (18) höchstens 120%, vorzugsweise
höchstens 110%, der Schlitzhöhe (20) entspricht.
4. Sitzmöbel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Gleitstein (10) im Bereich des Führungsschlitzes (9) ein Gleitelement
(21) aufweist, das umfangsseitig an dem Gleitstab (11) ausgebildet ist, wobei vorzugsweise
das Gleitelement (21) einen plankonvexen Teilquerschnitt aufweist, der sich - von
einer äußeren Mantelfläche des Gleitstabs (11) aus betrachtet - konvex in Richtung
auf einen Schlitzrand (22) des Führungsschlitzes (9) zu wölbt.
5. Sitzmöbel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzelement (3) zumindest bei Vorliegen in seiner Normalposition, vorzugsweise
ferner bei Vorliegen in seiner Drehposition, ein Sitzgefälle aufweist, wobei eine
Sitzebene (23) des Sitzelements (3) gegenüber einer Horizontalebene (24) hin zu einer
Rückseite (25) des Sitzmöbels (1) geneigt ist, vorzugsweise in einem Winkelbereich
zwischen 2° und 5°.
6. Sitzmöbel (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Führungseinrichtung (6) in der Horizontalebene (24) erstreckt.
7. Sitzmöbel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (6) mindestens ein Führungsblech (26) umfasst, in das mindestens
einer der Führungsschlitze (9) eingebracht ist, wobei vorzugweise das Führungsblech
(26) in sich eben ausgebildet ist.
8. Sitzmöbel (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsschlitz (9) das Führungsblech (26) vollständig durchdringt.
9. Sitzmöbel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der Führungsschlitze (9), vorzugsweise sämtliche Führungsschlitze
(9), nichtlinear ausgebildet ist bzw. sind, wobei vorzugsweise der jeweilige Führungsschlitz
(9) entlang seiner Mittelachse (27) wechselnde Krümmungsradien aufweist.
10. Sitzmöbel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Führungsschlitz (9) einer Rückseite (25) des Sitzmöbels (1) und ein weiterer
Führungsschlitz (9) einer senkrecht zu der Rückseite (25) orientierten Querachse (28)
des Sitzmöbels (1) zugeordnet ist.
11. Sitzmöbel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Rastmechanismus (29), mittels dessen das Sitzelement (2) zumindest bei Vorliegen
in seiner Normalposition und seiner Drehposition relativ zu dem Gestell (2) verrastbar
ist, sodass eine unbeabsichtigte Verdrehung des Sitzelements (3) um die Vertikalachse
(5) unterbunden ist.
12. Sitzmöbel (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastmechanismus (29) dazu eingerichtet ist, einen Formschluss auszubilden, wobei
vorzugsweise mindestens ein erster Rastpartner von einem Lagerzapfen (30) und mindestens
ein zweiter Rastpartner von einer mit dem Lagerzapfen (30) korrespondierenden Ausnehmung
(31, 32) gebildet ist, wobei mittels Eindringens des Lagerzapfens (30) in die Ausnehmung
(31, 32) ein Formschluss ausbildbar ist.
13. Sitzmöbel (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerzapfen (30) an dem Gestell (2) und zwei Ausnehmungen (31, 32) an dem Sitzelement
(3) ausgebildet sind, wobei das Sitzelement (3) bei Vorliegen des Formschlusses zwischen
dem Lagerzapfen (30) und der ersten Ausnehmung (31) in seiner Normalposition und bei
Vorliegen des Formschlusses zwischen dem Lagerzapfen (30) und der zweiten Ausnehmung
(32) in seiner Drehposition vorliegt.
14. Sitzmöbel (1) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzmöbel (1) ein Gleitblech (34) umfasst, das die beiden Ausnehmungen (31, 32)
aufweist und im Zuge einer Überführung des Sitzelements (3) zwischen seiner Normalposition
und seiner Drehposition in gleitendem Kontakt mit dem Lagerzapfen (30) tritt, wobei
vorzugsweise das Gleitblech (34) an einer Unterseite (35) des Sitzelements (3) angeordnet
ist.