[0001] Die Erfindung betrifft eine Dichtung zur Verwendung bei einem Hitzeschildelement
einer Brennkammer mittels der eine unkontrollierte Strömung von Kühlluft verhindert
werden soll.
[0002] Bei Brennkammern, insbesondere bei Gasturbinen, werden vielfach Hitzeschildelemente
eingesetzt. Hierbei sind sowohl Hitzeschildelemente aus einem keramischen Material
als auch aus einem metallischen Material bekannt. Aufgabe ist insbesondere die Innenseite
der Brennkammer mit einem möglichst robusten und dennoch austauschbaren Bauteil auszustatten.
Um eine möglichst hohe Lebensdauer zu gewährleisten, wird in der Regel eine Kühlung
der Hitzeschildelemente mittels Kühlluft eingesetzt. Die Kühlluft wird dabei der Unterseite
der Hitzeschildelemente zugeführt, wobei es gilt, ein unkontrolliertes Strömen zwischen
den Hitzeschildelementen in die Brennkammer hinein zu verhindern.
[0003] Zu diesem Zweck werden in einigen Ausführungsformen Dichtungen eingesetzt, welche
in Nuten an umlaufenden Stegen auf der Unterseite der Hitzeschildelemente eingesetzt
sind. In aller Regel weisen die Dichtungen einen rechteckigen Querschnitt auf und
erstrecken sich im Wesentlichen über die Länge bzw. Breite der Hitzeschildelemente.
Zur Abdichtung ist dabei vorgesehen, dass die Dichtung auf einer Tragstruktur aufliegt
und somit die Dichtung bewirkt.
[0004] Wenngleich mit den bekannten Dichtungen eine in aller Regel hinreichende für den
Zweck zuverlässige Abdichtung der Hitzeschildelemente auf der Tragstruktur bewirkt
werden kann, hat sich jedoch als Nachteil gezeigt, dass mitunter die erforderliche
Strömung von Kühlluft zu weit reduziert wird. Weiterhin hat es sich als nachteilig
erwiesen, wenn die Spalte zwischen zwei benachbarten Hitzeschildelemente nicht hinreichend
mit Kühlluft versorgt werden.
[0005] Zur Lösung dieses Problems ist es aus dem Stand der Technik bekannt, in den umlaufenden
Stegen der Hitzeschildelemente Bohrungen einzubringen, um eine gezielte Kühlluftströmung
in die Spalte zu gewährleisten.
[0006] Wenngleich es eine bewährte Ausführungsform für die Hitzeschildelemente mit den Dichtungen
gibt, so ist es dennoch Aufgabe, eine kostengünstigere Ausführungsform zu entwickeln.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch eine erfindungsgemäße Dichtung nach den Merkmalen des
Anspruchs 1. Ein erfindungsgemäßes Hitzeschildelement ist im Anspruch 7 und ein erfindungsgemäßer
Hitzeschild ist im Anspruch 9 angegeben. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0008] Die gattungsgemäße Dichtung dient zunächst mal zur Verwendung bei einem Hitzeschildelement.
Dabei weist ein Hitzeschildelement eine Heißseite, welche zum Inneren einer Brennkammer
gerichtet ist, und eine gegenüberliegende Kaltseite, welche zu einer Tragstruktur
der Brennkammer gerichtet ist, auf. Weiterhin weist das Hitzeschildelement eine Dichtungsnut
auf, welche sich in einer Längsrichtung erstreckt. Ob hierbei die Längsrichtung mit
einer Längsachse der Brennkammer übereinstimmt oder quer dazu verläuft, ist unerheblich.
Zumindest ist die Dichtung bestimmungsgemäß in der Dichtungsnut eingesetzt, und verläuft
entsprechend entlang der Längsrichtung und weist somit gleichfalls eine Heißseite
und eine gegenüberliegende Kaltseite auf. Die auf der Heißseite liegende Oberfläche
der Dichtung wird im Folgenden als Nutfläche bezeichnet. Auf der gegenüberliegenden
Kaltseite befindet sich eine Anlagefläche. In der Richtung von der Kaltseite zur Heißseite
von der Anlagefläche bis zur Nutfläche erstrecken sich gegenüberliegende Seitenflanken.
[0009] Dabei besitzt die Dichtung eine Dichtungslänge von einem Ende bis zum gegenüberliegenden
Ende. Der Abstand der gegenüberliegenden Seitenflanken bildet die Dichtungsbreite.
Der Abstand von der Nutfläche bis zur Anlagefläche definiert dabei die Dichtungshöhe.
[0010] Die Kosteneinsparung wird erfindungsgemäß dadurch ermöglicht, in dem die Dichtung
mit Aussparungen versehen wird. Diese sind auf der Kaltseite angeordnet und erstrecken
sich entlang der Längsrichtung. Dabei dringen die Aussparungen von der Anlagefläche
ausgehend in Richtung Heißseite in die Dichtung ein. Entsprechend stellen sich die
Aussparungen als Materialentfernung vom regulären Dichtungsprofil zwischen den beiden
Seitenflanken dar. Zur Gewährleistung der notwendigen Kühlluftströmung durch die Aussparungen
ist weiterhin vorgesehen, dass mehrere zueinander beanstandete Aussparungen auf der
Kaltseite angeordnet sind.
[0011] Aufgrund der Aussparungen kann die Dichtung nicht mehr auf der vollständigen Dichtungslänge
auf einer Tragstruktur aufliegen. Unvermindert wird jedoch als Anlagefläche diejenige
Fläche verstanden, welche ohne die Aussparungen vorhanden wäre, d.h. die gesamte Fläche
auf der Kaltseite über die gesamte Dichtungslänge.
[0012] Durch die Aussparungen wird eine quasi undichte Dichtung gebildet, wodurch die Notwendigkeit
der Einbringung von Bohrungen in das Hitzeschildelement entfällt. Nun könnte man auf
die Idee kommen, die Dichtung auf der Kaltseite uneben und unpassend zur Tragstruktur
zu formen. Jedoch ist dann eine Vorhersage der Kühlluftströmung nahezu unmöglich.
Demgegenüber ist es mit der gezielten Einbringung der Aussparungen möglich, eine gewünschte
Kühlluftströmung einzustellen.
[0013] Die Dichtung besteht vorzugsweise aus einem metallischen Material. Somit kann die
notwendige Temperaturbeständigkeit als auch die Langlebigkeit im Einsatzzweck an einem
Hitzeschildelement bei Beibehaltung der elastischen Eigenschaften erreicht werden.
[0014] Eine kostengünstige Herstellung sowie eine vorteilhafte Anpassung der Dichtung in
die Dichtungsnut wird erzielt, wenn die Dichtung eine konstante Dichtungsbreite aufweist.
Somit verlaufen die beiden Seitenflanken parallel zueinander.
[0015] Sofern die Dichtungsnut bei einer Draufsicht auf die Kaltseite geradlinig verläuft,
ist es vorteilhaft, wenn die beiden Seitenflanken eben ausgeführt sind.
[0016] Um eine vorteilhafte Wirkung durch die Aussparungen erzielen zu können, ist es vorteilhaft,
wenn sich die Aussparungen entlang der Längsrichtung über eine Länge von zumindest
der 0,1-fachen Dichtungslänge erstrecken. Betrachtet werden dabei die vorhandenen
Aussparungen bei einer Addition derer einzelnen Längen. Besonders vorteilhaft ist
es, wenn sich die Aussparungen in Summe über zumindest 20% der Dichtungslänge erstrecken.
Dabei sollten die Aussparungen jedoch nicht zu lang gewählt werden, sodass sich diese
in Summe über maximal 40% der Dichtungslänge erstrecken. Besonders vorteilhaft ist
es hierbei, wenn die aufaddierte Länge der Aussparungen höchstens das 0,3-fache der
Dichtungslänge beträgt.
[0017] Zur Ermöglichung der gewünschten Kühlluftströmung durch die Aussparungen und zugleich
der Gewährleistung der eigentlichen Dichtwirkung sowie der dauerhaften Stabilität
der Dichtung ist es vorteilhaft, wenn die Aussparungen eine Tiefe gemessen von der
Anlagefläche von zumindest der 0,05-fachen Dichtungshöhe an gleicher Stelle aufweisen.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Tiefe der Aussparung zumindest 10% der Dichtungshöhe
beträgt. Demgegenüber ist es vorteilhaft, wenn die Tiefe maximal 40% der Dichtungshöhe
beträgt. Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Tiefe der Aussparungen jeweils
höchstens die 0,2-fache Dichtungshöhe beträgt.
[0018] Für die Dichtung kann eine Nennhöhe als nominale Abstand von der Nutfläche zur Anlagefläche
definiert werden. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Dichtungshöhe weitgehend der
Nennhöhe entspricht. Dieses wird als gegeben angesehen, wenn über zumindest 80% der
Dichtungslänge die Dichtungshöhe nicht mehr als 10% von der Nennhöhe abweicht.
[0019] Demgegenüber ist es jedoch ebenso vorteilhaft, wenn an zumindest einem Endabschnitt,
besonders bevorzugt an beiden gegenüberliegenden Endabschnitten, sich die Dichtungshöhe
zum jeweiligen Ende hin reduziert. Dabei sollte die Dichtungshöhe am Ende der Dichtung
vorzugsweise weniger als 50% der Nennhöhe betragen. Entsprechend der vorgesehenen
Anlage der Anlagefläche auf einer Tragstruktur ist es hierbei weiterhin von Vorteil,
wenn die Reduktion der Dichtungshöhe auf der Heißseite durch eine entsprechende Annäherung
der Nutfläche an die Anlagefläche bewirkt wird. Dabei kann vorgesehen sein, dass die
Änderung der Dichtungshöhe stufen-förmig oder durch eine Abschrägung bewirkt wird.
Vorteilhaft ist jedoch ein bogenförmiger Verlauf von der ungefähren Nennhöhe auf die
reduzierte Höhe am Ende der Dichtung.
[0020] Zur möglichst exakten Einpassung der Dichtung in die Dichtungsnut mit der gewünschten
Anlage der Anlagefläche auf einer Tragstruktur unter Berücksichtigung der thermischen
Belastung, ist es weiterhin vorteilhaft, wenn an zumindest einem Endabschnitt, besonders
vorteilhaft an beiden Endabschnitten, auf der Heißseite beanstandet vom jeweiligen
Ende eine Erhebung angeordnet ist. Hierbei ist eine relativ kleine Erhebung hinreichend,
die auf der Heißseite eine definierte Anlage ermöglicht. Daher ist es vorteilhaft,
wenn die Erhebung eine Höhe gegenüber der benachbarten Nutfläche von zumindest der
0,01-fachen Nennhöhe, d.h. 1% der Nennhöhe, und maximal der 0,1-fachen Nennhöhe, d.h.
10% der Nennhöhe, aufweist. Hierdurch kann bei gleichmäßig geformter Dichtungsnut
eine gezielte und somit definierte Auflage mittels der Erhebungen bewirkt werden.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform wird vorteilhaft an einem Endabschnitt beanstandet
vom Ende eine Vertiefung auf der Heißseite angeordnet. Hierbei weist die Vertiefung
eine Tiefe von zumindest 5% und von maximal 20% der Nennhöhe auf. Die Vertiefung kann
verwendet werden, um eine Fixierung der Dichtung in Längsrichtung zu bewirken. Bei
Vorhandensein einer Erhebung am gleichen Endabschnitt befindet sich die Vertiefung
vorzugsweise zwischen dem Ende und der Erhebung.
[0022] Die neu geschaffene erfindungsgemäße Dichtung ermöglicht die Realisierung eines neuen
erfindungsgemäßen Hitzeschildelements zur Verwendung bei einem Hitzeschild einer Brennkammer
durch Verwendung einer Dichtung wie zuvor beschrieben.
[0023] Dabei ist es vorteilhaft, wenn die am Hitzeschildelement montierte Dichtung bei Raumtemperatur
- vor einer Montage an einer Tragstruktur - nur an den beiden gegenüberliegenden Endabschnitten
auf einem Nutgrund der Dichtungsnut aufliegt, wobei demgegenüber im Bereich zwischen
den Endabschnitten ein Freiraum zwischen der Nutfläche und dem Nutgrund vorhanden
ist. Hierdurch wird ein definierter Abstand von der Anlagefläche bis zur Heißfläche
des Hitzeschildelements im Bereich der Endabschnitte geschaffen, wobei sich der Abstand
zwischen den Endabschnitten aufgrund des Freiraumes bei der Montage an einer Tragstruktur
anpassen kann.
[0024] Mit einem erfindungsgemäßen Hitzeschildelement, wie zuvor beschrieben, wird der Bildung
eines erfindungsgemäßen Hitzeschildes ermöglicht. Dabei umfasst der Hitzeschild eine
Tragstruktur, auf der mehrere Hitzeschildelemente montiert sind, wobei die Anlageflächen
der jeweiligen Dichtungen auf der Tragstruktur aufliegen. Auf der Länge der Aussparungen
entsteht hierdurch ein freier Kühlluftquerschnitt.
[0025] Eine vollständige Anlage der Anlageflächen der jeweiligen Dichtungen auf der Tragstruktur
kann vorteilhaft bewirkt werden, indem die Dichtungen bei der Montage des Hitzeschildelements
elastisch verformt werden. Dabei ist die Dichtung mit der Anlagefläche derart geformt,
dass sich durch die Montage der Abstand zwischen der Nutfläche und dem Nutgrund im
Bereich zwischen den Endabschnitten gegenüber der spannungsfreien Lage vor der Montage
reduziert. Hierdurch kann vorteilhaft gewährleistet werden, dass der gewollte Kühlluftstrom
durch die Aussparungen fließen kann, ohne dass eine nennenswerte zusätzliche Leckage
auftritt.
[0026] Zur Einstellung des Kühlluftstroms ist es weiterhin vorteilhaft, wenn im montierten
Zustand ein Spalt zwischen dem Hitzeschildelement ohne Dichtung und der Tragstruktur
zumindest im Bereich der Aussparungen vorhanden ist. Dies gewährleistet den freien
Querschnitt unter den Hitzeschildelementen entlang durch die Aussparungen.
[0027] In den nachfolgenden Figuren wird eine beispielhafte Ausführungsform für eine Dichtung
sowie ein Hitzeschildelement skizziert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine beispielhafte Ausführungsform für eine erfindungsgemäße Dichtung;
- Fig. 2
- eine beispielhafte Ausführungsformen für ein erfindungsgemäßes Hitzeschildelement;
- Fig. 3
- die Dichtung gemäß Fig. 1 in der Seitenansicht;
- Fig. 4
- die Dichtung gemäß Fig. 1 in der Draufsicht;
- Fig. 5
- eine Detailansicht des ersten Endabschnitts der Dichtung;
- Fig. 6
- ein Querschnitt durch das Hitzeschildelement im Detail im Bereich der Dichtung;
- Fig. 7
- eine Ansicht wie zuvor mit dem auf einer Tragstruktur montierten Hitzeschildelement;
- Fig. 8
- ein Längsschnitt durch das Hitzeschildelement im Bereich der Dichtung;
- Fig. 9
- eine Ansicht wie zuvor mit dem auf der Tragstruktur montierten Hitzeschildelement;
- Fig. 10
- eine Ansicht wie bei Fig. 9 mit einer thermischen Verformung des Hitzeschildelements.
[0028] In der Fig. 1 wird eine beispielhafte Ausführungsform für eine erfindungsgemäße Dichtung
11 in perspektivischer Ansicht auf die Anlagefläche 14 skizziert. Dabei erstreckt
sich die Dichtung entlang einer Längsrichtung von einem Ende bis zum gegenüberliegenden
Ende. Zu erkennen ist eine bogenförmige Gestalt, welche sich durch die Formgebung
der Brennkammer und somit des Hitzeschildelements 01 ergibt. Bei der schmalen sichtbaren
Seite mit der bogenförmigen Formgebung handelt es sich um die Anlagefläche 14. Quer
hierzu sichtbar ist die ebene Seitenflanke 19. An den beiden gegenüberliegenden Endabschnitten
15, 16 nimmt jedoch die Dichtungshöhe 21 zum Ende hin deutlich ab.
[0029] Wesentlich für die erfindungsgemäße Ausführungsform ist das Vorhandensein mehrerer
Aussparungen 12, welche 12 sich gleichfalls abschnittsweise entlang der Längsrichtung
und hierbei ausgehend von der Anlagefläche 14 in die Dichtung 11 hinein erstrecken.
[0030] In der nachfolgenden Fig. 2 ist ein beispielhaftes erfindungsgemäßes Hitzeschildelement
01 in perspektivischer Ansicht skizziert. Dargestellt ist das Hitzeschildelement 01
mit der Kaltseite 04, wobei sich gegenüberliegend nicht sichtbar die Heißseite 03
befindet. Die Heißseite 03 ist dabei dem Inneren der Brennkammer zugewandt. Weiterhin
zu erkennen ist, dass das Hitzeschildelement 01 einen umlaufenden, sich von der Heißseite
03 zur Kaltseite 04 erstreckenden Steg aufweist. An zwei gegenüberliegenden Seitenrändern
weisen die Stege dabei eine sich jeweils in einer Längsrichtung erstreckende Dichtungsnut
05 auf.
[0031] Hier dargestellt ist weiterhin die Dichtung 11 - wie in Fig. 1 dargestellt - eingesetzt
in der Dichtungsnut auf der linken Seite der Darstellung. In der gegenüberliegenden
Dichtungsnut 05 auf der rechten Seite der Darstellung ist gleichfalls die Verwendung
einer entsprechenden Dichtung mit Aussparungen vorgesehen. Weiterhin kann vorgesehen
sein, dass eine Dichtung mit Aussparungen in einem quer verlaufenden Steg verwendet
wird.
[0032] In den Figuren 3, 4 und 5 wird nochmals die Dichtung aus Fig. 1 in einer Seitenansicht
auf eine Seitenflanke 19 - Fig. 3 - und in einer Draufsicht auf die Nutfläche 13,
d. h. von der Heißseite 03 aus - Fig. 4 - und eine Detailansicht auf einen ersten
Endabschnitt 15 der Dichtung 11 - Fig. 5.
[0033] Die Dichtung 11 erstreckt sich entlang einer Längsrichtung und weist dabei einen
bogenförmigen Verlauf auf. Auf der Heißseite befindet sich eine Nutfläche 13, welche
13 sich im montierten Zustand in der Dichtungsnut 05 befindet. Gegenüberliegend befindet
sich die Anlagefläche 14, welche 14 bei der Montage des Hitzeschildelements 01 auf
einer Tragstruktur 09 zur Auflage kommt. Dabei bildet der Abstand von der Nutzfläche
13 zur Anlagefläche 14 die Dichtungshöhe 21. Diese ist bis auf die beiden Endabschnitte
15 und 16 im Wesentlichen konstant und entspricht hierbei einer Nennhöhe der Dichtung
11. Die beiden gegenüberliegenden Seitenflanken 19 sind hierbei eben ausgeführt, sodass
die Dichtung 01 eine konstante Dichtungsbreite aufweist.
[0034] Zu erkennen sind wiederum die Aussparungen 12, welche 12 auf der Kaltseite 04 angeordnet
sind und sich ausgehend von der Anlagefläche 14 in Richtung zur Heißseite 03 erstrecken.
Dabei weisen die Aussparungen 12 eine Tiefe 22 auf, welche 22 in diesem Ausführungsbeispiel
ungefähr der 0,3-fachen Dichtungshöhe 21 entspricht. Vorteilhaft ist jedoch eine Ausführung
mit einer etwas geringeren Tiefe als hier dargestellt.
[0035] Weiterhin zu erkennen ist die abweichende Formgebung der Endabschnitte 15 und 16.
Hierbei nimmt der Abstand von der Nutzfläche 13 zur Anlagefläche 14 zum Ende hin ab,
sodass die Höhe an den beiden gegenüberliegenden Enden der Dichtung auf ungefähr der
0,3-fachen Nennhöhe - im Wesentlichen entsprechend der Dichtungshöhe 21 im Verlauf
zwischen den Endabschnitten 15, 16 - reduziert ist.
[0036] Weiterhin zu erkennen ist, dass sich auf der Heißseite 03 an den beiden Endabschnitten
15, 16 jeweils eine Erhebung 17 befindet. Die Höhe der Erhebung 17 gegenüber der benachbarten
Nutfläche 13 ist relativ gering gewählt. Aufgabe der Erhebungen 17 ist insbesondere
die Herstellung einer definierten Auflage an einem Nutgrund 06 der Dichtungsnut 05.
[0037] An dem ersten Endabschnitt 15 befinden sich weiterhin auf der Heißseite 03 zwei Vertiefungen
18. Diese 18 ermöglichen eine Fixierung der Dichtung 11 an dem Hitzeschildelement
01 in Längsrichtung.
[0038] In den Figuren 6 und 7 ist eine Detailansicht auf das Hitzeschildelement 01 mit der
Dichtung 11 im Querschnitt dargestellt. Zu erkennen ist das Hitzeschildelement 01
mit dem hier dargestellten Steg, welcher sich von der Heißseite zur Kaltseite 04 erstreckt
und auf der Kaltseite 04 die Dichtungsnut 05 aufweist. In der Dichtungsnut 05 befindet
sich die Dichtung 11, wobei sich die Aussparung 12 auf der Kaltseite 04 befindet.
[0039] In der Fig. 6 dargestellt ist der spannungsfreie Einbau der Dichtung 11 am Hitzeschildelement
01, wobei ein größerer Freiraum zwischen der Nutfläche 13 und dem Nutgrund 06 der
Dichtungsnut 05 vorhanden ist. Demgegenüber ist in der Fig. 7 der Einbau an einer
Tragstruktur 09 skizziert, sodass sich der Abstand zwischen dem Nutgrund 06 und der
Nutfläche 13 reduziert.
[0040] Weiterhin zu erkennen ist, dass ein Spalt 10 zwischen dem Hitzeschildelement 01 und
der Tragstruktur 09 vorhanden ist wobei zudem die Aussparung 12 einen freien Durchgang
für einen Kühlluftstrom ermöglicht.
[0041] Hierzu zeigen weiterhin die Figuren 8-10 die Anordnung der Dichtung 11 am Hitzeschildelement
01 in einem Längsschnitt, d. h. entlang der Längsrichtung. Wie aus der Fig. 8 ersichtlich
ist, ist die Dichtung 11 in der Dichtungsnut 05 aufgenommen. Dabei liegt die Dichtung
11 mit den beiden Erhebungen 17, welche 17 sich an den Endabschnitten 15 und 16 befinden
am Nutgrund 06 der Dichtungsnut 05 an. Demgegenüber gibt es zwischen den Endabschnitten
15 und 16 einen Freiraum zwischen der Nutfläche 13 und dem Nutgrund 06.
[0042] Durch den Einbau des Hitzeschildelements 01 mit der Dichtung 11 auf der Tragstruktur
09 einer Brennkammer wird die Dichtung 11 verformt - siehe Fig. 9 - mit einer Reduzierung
des Abstands von der Nutfläche 13 zum Nutgrund 06.
[0043] Sofern thermische Verformungen auftreten ist es möglich, dass sich das Hitzeschildelement
01 in deren Mitte von der Tragstruktur 09 entfernt. Dennoch liegt die Dichtung 11
mit der Anlagefläche 11 auf der Tragstruktur 09, wobei sich der Abstand von der Nutfläche
13 zum Nutgrund 06 wieder erhöht - siehe Fig. 10.
[0044] Wesentlich für die Erfindung sind die Aussparungen 12 in der Dichtung 11, welche
12 weitgehend unabhängig von der Verformung des Hitzeschildelements 01 eine kontrollierte
Kühlluftströmung gewährleistet.
1. Dichtung (11) zur Verwendung bei einem Hitzeschildelement (01), welches (01) eine
Heißseite (03) und eine gegenüber liegende Kaltseite (04) und zumindest eine sich
in einer Längsrichtung erstreckende zur Kaltseite (04) offene Dichtungsnut (05) aufweist,
wobei sich die Dichtung (11) entlang der Längsrichtung über eine Dichtungslänge erstreckt
und auf der Heißseite (03) eine Nutfläche (13) und auf der Kaltseite (04) eine Anlagefläche
(14) und einander gegenüberliegende von der Nutfläche (13) zur Anlagefläche (14) erstreckende
Seitenflanken (19) aufweist, wobei eine Dichtungshöhe (21) von der Nutfläche (13)
zur Anlagefläche (14) und eine Dichtungsbreite zwischen den Seitenflanken (19) gegeben
ist,
gekennzeichnet durch
mehrere zueinander beabstandete Aussparungen (12), welche (12) sich abschnittsweise
entlang der Längsrichtung von der Anlagefläche (14) ausgehend zur Heißseite (03) hin
erstrecken.
2. Dichtung (11) nach Anspruch 1,
bestehend aus einem metallischen Material.
3. Dichtung (11) nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch eine konstante Dichtungsbreite zwischen den beiden Seitenflanken (19), wobei insbesondere
die Seitenflanken (19) eben sind.
4. Dichtung (11) nach einer der Ansprüche 1 bis 3,
wobei sich die Aussparungen (12) entlang der Längsrichtung in Summe über zumindest
10%, insbesondere zumindest 20%, und über maximal 40%, insbesondere maximal 30%, der
Dichtungslänge erstrecken.
5. Dichtung (11) nach einer der Ansprüche 1 bis 4,
wobei die Aussparungen (12) eine Tiefe (22) von zumindest 5%, insbesondere zumindest
10%, und maximal 40%, insbesondere maximal 20%, der Dichtungshöhe (21) aufweisen.
6. Dichtung (11) nach einer der Ansprüche 1 bis 5,
wobei eine Nennhöhe definiert ist als nominaler Abstand von der Nutfläche (13) zur
Anlagefläche (14); und
- wobei die Dichtungshöhe (21) über zumindest 80% der Dichtungslänge der Nennhöhe
+/- 10% entspricht; und/oder
- wobei an einem oder an beiden Endabschnitten (15, 16) die Dichtungshöhe (21) auf
der Heißseite (03) zum jeweiligen Ende hin auf weniger als 50% der Nennhöhe abnimmt;
und/oder
- wobei an einem oder an beiden Endabschnitten (15, 16) auf der Heißseite (03) beabstandet
vom jeweiligen Ende eine Erhebung (17) angeordnet ist, welche (17) eine Höhe von zumindest
1% und maximal 10% der Nennhöhe aufweist; und/oder
- wobei an einem Endabschnitt (15) auf der Heißseite (03) beabstandet zum Ende, insbesondere
zwischen dem Ende und der Erhebung (17), zumindest eine Vertiefung (18) vorhanden
ist, welche (18) eine Tiefe von zumindest 5% und maximal 20% der Nennhöhe aufweist.
7. Hitzeschildelement (01) zur Verwendung bei einem Hitzeschild einer Brennkammer mit
zumindest einer Dichtung nach (11) einer der vorhergehenden Ansprüche.
8. Hitzeschildelement (01) nach Anspruch 7,
wobei zumindest bei Raumtemperatur die Dichtung (11) an beiden gegenüberliegenden
Endabschnitten (15, 16), insbesondere mit den Erhebungen (17), auf einem Nutgrund
(06) der Dichtungsnut (05) aufliegt und im Bereich zwischen den beiden Endabschnitten
(15, 16) ein Freiraum zwischen dem Nutgrund (06) und der Nutfläche (13) vorhanden
ist.
9. Hitzeschild zur Verwendung bei einer Brennkammer einer Gasturbine umfassend eine Tragstruktur
(09) und eine Mehrzahl Hitzeschildelemente (01) mit Dichtung (11) nach einer der vorhergehenden
Ansprüche, wobei die Dichtungen (11) mit der Anlagefläche (14) auf der Tragstruktur
(09) aufliegen.
10. Hitzeschild nach Anspruch 9,
wobei zumindest bei Raumtemperatur die Dichtung elastisch verformt ist und der Abstand
vom Nutgrund (06) zur Nutfläche (13) gegenüber einer spannungsfreien Lage reduziert
ist.
11. Hitzeschild nach Anspruch 9 oder 10,
wobei zwischen dem Hitzeschildelement (01) selbst und der Tragstruktur (09) zumindest
im Bereich der Aussparungen (12) ein Spalt (10) gegeben ist.