[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schutz eines Elements, welches mit zwei
sich relativ zueinander bewegbaren Objekten, insbesondere einem Fahrzeug und einem
gegenüber dem Fahrzeug bewegbar angeordneten Fahrzeuganbaugerät, gekoppelt ist, mit
einem Schutzelement zum Schutz des Elements vor ballistischer Bedrohung. Weiterhin
betrifft die Erfindung ein Fahrzeug mit einem Anbaugerät und einer Schutzvorrichtung.
[0002] Entsprechende Schutzvorrichtungen werden insbesondere im militärischen Bereich eingesetzt,
um Elemente zu schützen, die mit zwei relativ zueinander bewegbaren Objekten verbunden
sind. Beispielsweise kann es sich bei einem Objekt um ein militärisches Fahrzeug und
bei einem anderen Objekt um ein Anbaugerät handeln, mit welchem die Funktionalität
des Fahrzeugs vergrößert werden kann. Typische Beispiele solcher Anbaugeräte sind
Stützschilder, über welche das Fahrzeug gegenüber dem Untergrund abgestützt werden
kann, oder auch Minenpflüge, mit denen sich vor dem Fahrzeug befindliche Minen aus
dem Weg räumen lassen.
[0003] Um eine zuverlässige Abstützung oder auch eine zuverlässige Minenräumung zu gewährleisten,
ist es in der Regel erforderlich, die entsprechenden Anbaugeräte gegenüber dem Fahrzeug
zu bewegen. Zum einen, um die Stützschilde oder die Minenpflüge anzuheben, wenn diese
nicht verwendet werden sollen, zum anderen aber bspw. auch, um diese an die Bodenbeschaffenheit
anzupassen. Denn bspw. muss ein Stützschild bei einem weichen und nachgiebigeren Untergrund
zur Abstützung des Fahrzeugs weiter abgesenkt werden als dies bei einem harten und
ggf. gefrorenen Untergrund der Fall ist.
[0004] Um die Anbaugeräte entsprechend gegenüber dem Fahrzeug zu bewegen, werden oft Elemente
in Form von Hubzylindern eingesetzt. Diese Hubzylinder sind zumeist auf der einen
Seite mit dem Fahrzeug und auf der anderen Seite mit dem entsprechenden Anbaugerät
verbunden, so dass über eine Längenänderung des Hubzylinders das Anbaugerät gegenüber
dem Fahrzeug bewegt werden kann. Zudem können auch noch weitere Elemente vorgesehen
sein, die auf der einen Seite mit dem Fahrzeug und auf der anderen Seite mit dem Anbaugerät
verbunden sind, wie beispielsweise elektrische oder hydraulische Leitungen zur Versorgung
des Anbaugerätes.
[0005] Gerade die mit dem Fahrzeug und mit dem Anbaugerät verbundenen Elemente bergen im
Fall von ballistischem Beschuss ein vergleichsweise hohes Risiko für das gesamte Fahrzeug
und damit auch für die Fahrzeugbesatzung. Denn wenn beispielsweise ein Hubzylinder
oder eine Versorgungsleitung zerstört wird, kann es mitunter dazu kommen, dass sich
das Anbaugerät nicht mehr bewegen lässt, wodurch dann im schlimmsten Fall sogar das
gesamte Fahrzeug manövrierunfähig werden kann. Um die entsprechenden Elemente daher
vor ballistischem Beschuss zu schützen, ist es bekannt, Schutzelemente einzusetzen
und diese mit einem der beiden Objekte zu verbinden. Diese Schutzelemente können zwar
in der Regel zumeist in einer festdefinierten Position der Objekte zueinander einen
zuverlässigen Schutz bieten, gleichwohl kann es aber in anderen Positionen zu einem
verringerten und nicht ausreichenden Schutz kommen.
[0006] Wenn das Schutzelement bspw. mit dem Fahrzeug verbunden ist, können der Hubzylinder
oder die Versorgungsleitungen in einer angehobenen Stellung des Anbaugerätes, diese
Elemente vollständig überdecken und schützen. Wird das Anbaugerät jedoch abgesenkt
und damit der Hubzylinder oder auch die Versorgungsleitungen verlängert, kann es dazu
kommen, dass bspw. der untere Teil des Hubzylinders oder die Versorgungsleitungen
zumindest teilweise frei liegen und somit nicht mehr geschützt ist. Durch die Relativbewegung
der beiden Objekte kann es somit zu einer Verringerung des Schutzniveaus der Elemente
kommen.
[0007] Die Erfindung stellt sich davon ausgehend die
Aufgabe, eine Schutzvorrichtung anzugeben, die auch bei einer Relativbewegung der Objekte
einen zuverlässigen Schutz des Elements gewährleistet.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einer Schutzvorrichtung der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass das Schutzelement über Anbindungspunkte mit den beiden relativ zueinander bewegbaren
Objekten verbindbar ist, wobei das Schutzelement mehrere beweglich miteinander verbundene
Schutzsegmente aufweist, die einen einseitig offenen Schutzkanal bilden.
[0009] Durch die Verbindung des Schutzelements mit beiden relativ zueinander bewegbaren
Objekten kann das Schutzelement der Bewegung der Objekte folgen und somit das Element
auch dann zuverlässig schützen, wenn sich die beiden Objekte relativ zueinander bewegen.
Durch die mehreren beweglich miteinander verbundenen Schutzsegmente können sich diese
bei einer Bewegung der beiden Objekte relativ zueinander bewegen, so dass sich das
Schutzniveau nicht verringert. Der einseitig offene Kanal ermöglicht den Einsatz der
Schutzvorrichtung auf einer Oberfläche, auf der das zu schützende Elemente entlangläuft.
Die Oberfläche kann Teil eines der beiden Objekte sein. Das Schutzelement kann auf
die Oberfläche aufgesetzt werden, so dass das Element durch den Schutzkanal hindurch
verläuft. Insofern kann das Schutzelement als Aufsetzschutz ausgestaltet sein. Die
Öffnung des Schutzelements bzw. des Schutzkanals kann dann durch das Aufsetzen auf
die Oberfläche geschlossen werden, so dass das Schutzelement zuverlässig geschützt
ist.
[0010] Es hat sich im Hinblick auf die Kanalöffnung als vorteilhaft herausgestellt, wenn
sich diese in Längsrichtung des Schutzelements erstecken. Diese Ausgestaltung ermöglicht
eine einfache Montage, da das Element nicht durch das Schutzelement hindurchgefädelt
werden muss, sondern das Schutzelement nach Art einer längsseitig offenen Röhre auf
das Element aufgesetzt werden kann. Das Schutzelement bzw. die Schutzvorrichtung können
insofern auch als sehr einfach zu installierende Nachrüstlösung fungieren und das
Elements braucht nicht zu demontiert werden. Die Röhre kann halbkreisförmig oder U-förmig
ausgestaltet sein, so dass das Schutzelement das zu schützende Element zuverlässig
abdecken kann. Das Schutzelement kann insofern als Abdeckschutz ausgestaltet sein.
[0011] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Schutzsegmente linearbeweglich
und/oder schwenkbeweglich miteinander verbunden sind. Um eine möglichst freie Bewegung
der Objekte zu ermöglichen, können mindestens zwei Schutzsegmente linearbeweglich
und mindestens zwei Schutzsegmente schwenkbeweglich miteinander verbunden sind. Es
ist auch möglich, dass ein Schutzsegment auf der einen Seite linearbeweglich und auf
der anderen Seite schwenkbeweglich mit jeweils einem anderen Schutzsegment verbunden
ist.
[0012] Damit sich die beiden Objekte nicht nur im selben Abstand relativ zueinander bewegen
können, sondern auch ein zuverlässiger Schutz bei einer Abstandsänderung gewährleistet
wird, kann das Schutzelement längenveränderbar ausgestaltet. Das Schutzelement kann
somit für das Element einen Schutz gewährleisten, unabhängig von der Bewegung bzw.
der Position der Objekte.
[0013] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn das Schutzelement ausziehbar
ist. Dies ermöglicht eine einfache Längenanpassung des Schutzelements, so dass eine
entsprechende Bewegung der Objekte zueinander nicht beeinträchtigt wird.
[0014] Im Hinblick auf die Ausgestaltung des Schutzelements hat es sich als vorteilhaft
herausgestellt, wenn dieses als Schuppenpanzerung ausgestaltet ist. Dadurch wird ermöglicht,
dass sich das Schutzelement bewegen bzw. die Länge des Schutzelementes auf einfache
Weise verändert werden kann und gleichwohl ein zuverlässiger Schutz des Elements gewährleistet
wird. Insofern ermöglicht die Ausgestaltung als Schuppenpanzerung eine variable Anpassung
des Schutzelements an verschiedene Objektpositionen und damit auch an verschiedene
Stellungen des Elements.
[0015] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn das Schutzelement mehrere
Schutzsegmente aufweist, wobei sich zumindest zwei Schutzsegmente zumindest teilweise
überlappen. Durch die Schutzsegmente kann ein zuverlässiger Schutz und gleichzeitig
eine hohe Variabilität gewährleistet werden. In den Bereichen, in denen sich die Schutzsegmente
überlappen, kann zudem ein noch besserer Schutz erreicht werden. Denn die ballistischen
Geschosse müssen beim Auftreffen auf diese Bereiche nicht nur ein Schutzsegment, sondern
mehrere hintereinanderliegende Schutzsegmente durchschlagen, bis sie auf das zu schützende
Element treffen. Vorteilhaft ist es, wenn sich aneinander angrenzende Schutzsegmente
überlappen. Weiterhin können die Schutzsegmente auch aufgefächert sein, sowohl linear
als auch kreisförmig.
[0016] Die Schutzsegmente können sich derart überlappen, dass sich anfliegende Geschosse
nicht zwischen den Schutzsegmenten einfädeln können. Mit Einfädeln ist gemeint, dass
anfliegende Geschosse auf die Nahtstellen von zwei Schutzsegmenten treffen und sich
dann durch diese Nahtstellen zwischen den beiden Schutzsegmenten hindurchbewegen,
ohne dass dabei die Schutzsegmente durchschlagen werden müssen. Bei diesem Einfädeln
verliert das Geschoss daher im Vergleich zu einem Durchschlag durch ein oder auch
mehrere Schutzsegmente deutlich weniger Energie, so dass die Gefahr einer Beschädigung
des Elements erhöht ist. Dahingehend können sich die Schutzsegmente in der Richtung
überlappen, aus der ein Beschluss am wahrscheinlichsten ist. Wird die Schutzvorrichtung
bspw. vorne an einem Fahrzeug angeordnet, so steht in erster Linie ein Beschuss von
vorne und ggf. auch von den Seiten zu befürchten, nicht jedoch von hinten. Insofern
kann die Überlappungsrichtung nach hinten bzw. in Richtung des Fahrzeugs weisen.
[0017] Weiterhin ist es aber auch möglich, dass die Überlappungsrichtung nach vorne bzw.
in Richtung eines anfliegenden Geschosses weist. Bei einem Fahrzeug kann die Überlappungsrichtung
somit in Fahrtrichtung des Fahrzeugs weisen. Um insbesondere auch bei dieser Ausgestaltung
ein Einfädeln zu verhindern oder die Gefahr des Einfädelns zumindest zu verringern,
können die Schutzsegmente nach unten geneigt sein. Durch diese Neigung können anfliegende
Geschosse, die in der Regel aus horizontaler Richtung oder von oben kommen, nicht
zwischen zwei Schutzsegmente bzw. in einem kritischen Winkel auf die Nahtstellen zwischen
zwei Schutzsegmente treffen. Um einen zuverlässigen Schutz zu gewährleisten, hat es
sich weiterhin als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Schutzsegmente zur Anpassung
des Schutzbereichs gegeneinander bewegbar sind. Wenn sich der Abstand der beiden Objekte
verringert, können die Schutzsegmente entsprechend gegeneinander bewegt, insbesondere
ineinandergeschoben, werden, so dass eine Anpassung an die Bewegung der Objekte bzw.
an das zu schützende Element ermöglicht wird. Wird der Abstand vergrößert, können
die Schutzsegmente ebenfalls gegeneinander bewegt, insbesondere auseinandergezogen
werden, so dass sich dann auch der Schutzbereich der Schutzsegmente bzw. der Schutzvorrichtung
vergrößert. Die Schutzsegmente können insofern ineinander schiebbar sein. Bei einem
Ineinanderschieben kann sich zwar der Schutzbereich der Schutzvorrichtung verringern,
gleichwohl kann sich das Schutzniveau des geschützten Bereichs aber erhöhen. Denn
durch das Ineinanderschieben können sich die Schutzsegmente in einem größeren Bereich
überlappen oder es können sich auch mehr als zwei Schutzsegmente überlappen, so dass
es insofern bei einem Ineinanderschieben zu einem selbstverstärkenden Effekt kommt.
Weiterhin können die Schutzsegmente als Führungen für eingeschobene bzw. für einschiebbare
Schutzsegmente fungieren oder entsprechende Führungen aufweisen, so dass die Schutzsegmente
sich bei einem Zusammen- bzw. Ineinanderschieben nicht verhaken oder verkanten und
eine zuverlässige Längenveränderung gewährleistet ist. Die Führungen können als Führungsschienen
ausgestaltet sein.
[0018] Die Schutzsegmente können passiv relativ zueinander bewegbar, insbesondere linearbewegbar
und/oder schwenkbar, sein. Die Schutzsegmente können somit aufgrund der Relativbewegung
der Objekte automatisch mit bewegt werden und es ist kein separater Antrieb zur Bewegung
der Schutzsegmente erforderlich. Dadurch, dass ein Schutzsegment des Schutzelements
mit dem ersten Objekt, insbesondere einem Fahrzeug, und ein Schutzsegment des Schutzelements
mit dem zweiten Objekt, insbesondere dem Anbaugerät, verbunden sein kann, werden die
Schutzsegmente bei einer Relativbewegung der Objekte automatisch mitbewegt. Es ist
insofern kein Antrieb zur Bewegung der Schutzsegmente erforderlich.
[0019] In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Schutzsegmente in einer
Reihe angeordnet sind. Durch diese Ausgestaltung lassen sich insbesondere längliche
Elemente, wie bspw. Versorgungsleitungen oder Hubzylinder, schützen.
[0020] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, dass die Schutzsegmente beweglich
miteinander verbunden sind. Eine solche Verbindung ermöglicht auch eine gute Beweglichkeit
der Schutzsegmente gegeneinander, so dass eine Relativbewegung der beiden Objekte
zueinander durch die Schutzvorrichtung bzw. das Schutzelement nicht beeinträchtigt
wird. Vorteilhaft ist es dahingehend, wenn benachbarte Schutzsegmente beweglich miteinander
verbunden sind. Die Schutzsegmente können linearbeweglich und/oder schwenkbeweglich
miteinander verbunden sein. Insbesondere vorteilhaft ist es, wenn zumindest ein Schutzsegment
mit einem anderen Schutzsegment linearbeweglich verbunden ist, so dass dadurch eine
Längenveränderung der Schutzvorrichtung ermöglicht werden kann. Weiterhin können zumindest
zwei Schutzsegmente schwenkbeweglich miteinander verbunden sein. Dadurch kann eine
Winkeländerung bzw. eine Winkelanpassung des Schutzelements erreicht werden. Gleichwohl
ist es aber auch möglich, dass manche Schutzsegmente nicht beweglich miteinander verbunden
sind, sondern dass zur Stabilisierung des Schutzelements einige Schutzsegmente fest
mit benachbarten Schutzsegmenten verbunden sind.
[0021] Vorteilhaft weist das Schutzelement mindestens drei Schutzsegmente auf, wobei das
mittlere Schutzsegment auf der einen Seite linearbeweglich mit einem anderen Schutzsegment
verbunden, und insbesondere in dieses einschiebbar ist, und auf der anderen Seite
schwenkbeweglich mit einem anderen Schutzsegment verbunden ist. Durch diese Ausgestaltung
kann sowohl eine Längenänderung als auch eine Winkeländerung ermöglicht werden, sodass
eine Bewegung der Objekte wird nicht behindert wird.
[0022] Ferner hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Schutzsegmente aus Panzerstahl
bestehen. Panzerstahl kann einen zuverlässigen Schutz gegen unterschiedliche Arten
ballistischer Bedrohung liefern. Weiterhin lässt sich Panzerstahl vergleichsweise
einfach verarbeiten und umformen. Der Panzerstahl kann eine Brinell-Härte von über
300 HB, bevorzugt von über 400 HB, besonders bevorzugt von über 500 HB, und ganz besonders
bevorzugt von über 600 HB, aufweisen. Alternativ können die Schutzsegmente auch aus
Nichteisenmetallen oder aus Keramiken sowie auch Mischungen hergestellt sein.
[0023] Im Hinblick auf den Schutzkanal können die Schutzsegmente das zu schützende Element
abdecken bzw. zusammen mit der Oberfläche umhüllen und so zuverlässig vor einer Bedrohung
schützen. Vorteilhaft bieten die Schutzsegmente einen Schutz aus drei Richtungen.
Da das bzw. die zu schützenden Elemente in der Regel auf einer Oberfläche verlaufen
oder deren Rückseite bspw. bereits ohnehin durch eines der Objekte, insbesondere ein
Fahrzeug, geschützt wird, genügt oftmals ein Schutz aus drei Richtungen. Das Schutzelement
kann nach Art eines Schutztunnels ausgestaltet sein, durch den sich das zu schützende
Element hindurcherstrecken kann.
[0024] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Schutzsegmente U-förmig
ausgestaltet sind. Diese Ausgestaltung ermöglicht einen zuverlässigen Seitenschutz.
Die U-förmigen Schutzsegmente können auf einer Oberfläche, insbesondere einer Oberfläche
eines der Objekte, angeordnet sein, so dass die Schutzsegmente die Elemente zusammen
mit der Oberfläche umhüllen. Die U-förmigen Schutzsegmente können zwei im Wesentlichen
parallel zueinander angeordnete Schenkelabschnitte aufweisen. Die Schenkelabschnitte
können sich im Wesentlichen senkrecht zu der Oberfläche erstrecken. Weiterhin kann
ein Deckabschnitt vorgesehen sein, der sich im Wesentlichen parallel zu der Oberfläche
und senkrecht zu den Schenkelabschnitten erstrecken kann. In einer alternativen Ausgestaltung
können die Schutzsegmente auch zwei Schenkelabschnitte aufweisen, die winkelig zueinander
angeordnet sind. Bei dieser Ausgestaltung kann auf einen zusätzlichen Deckabschnitt
verzichtet werden. Die Schutzsegmente können dann die Form eines umgedrehten V aufweisen.
[0025] Ferner hat es sich im Hinblick auf die Schutzsegmente als vorteilhaft herausgestellt,
wenn diese als Zwischenschutzsegmente oder als Endschutzsegmente ausgestaltet sind,
wobei an jedem Ende des Schutzelements ein Endschutzsegment und dazwischen ein oder
mehrere Zwischenschutzsegmente vorgesehen sind. Die Endschutzsegmente können dazu
dienen, die Enden des zu schützenden Elements zu schützen, und diese können insofern
um die Enden des zu schützenden Elements herumgeführt sein. Auch ist es möglich, dass
das Zwischenschutzsegment einstückig mit zumindest einem Endschutzsegment ausgestaltet
ist. Ein erstes Endschutzsegment kann mit dem ersten Objekt, insbesondere dem Fahrzeug,
verbindbar sein und ein zweites Endschutzsegment kann mit dem zweiten Objekt, insbesondere
dem Anbaugerät, verbindbar sein. Das Zwischenschutzsegment kann schwenkbeweglich mit
einem Endschutzsegment und linearbeweglich mit dem anderen Endschutzsegment verbunden
sein.
[0026] In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das oder die Zwischenschutzsegmente
eine Einschiebseite und/oder eine Einschiebaufnahme und die Endschutzsegmente eine
Einschiebseite und/oder eine Einschiebaufnahme aufweisen. Ein Zwischenschutzsegment
kann über die Einschiebseite in ein anderes Zwischenschutzsegment eingeschoben werden.
Zudem kann auch ein weiteres Zwischenschutzsegment über die Einschiebaufnahme in ein
Zwischenschutzsegment eingeschoben werden. Die Einschiebseite eines Zwischenschutzsegments
kann somit in die Einschiebaufnahme eines angrenzenden Zwischenschutzsegments eingeschoben
werden. Einschiebaufnahmen und Einschiebseiten können insofern abwechselnd angeordnet
sind. Ein Endschutzsegment kann über die Einschiebseite in eine Einschiebaufnahme
eines benachbarten Zwischenschutzsegments eingeschoben werden. Das andere Endschutzsegment
kann eine Einschiebaufnahme aufweisen, in die das benachbarte Zusatzschutzsegment
eingeschoben werden kann. Das vordere Endschutzsegment kann eine Einschiebaufnahme
und das hintere Endschutzsegment eine Einschiebseite aufweisen. Weiterhin können auch
mehrere Zwischenschutzsegmente schwenkbeweglich miteinander verbunden sein.
[0027] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass ein Schutzsegment
auf der einen Seite linearbeweglich mit einem angrenzenden Schutzsegment verbunden
ist. Weiterhin kann das Schutzsegment auf der anderen Seite über ein Gelenk schwenkbeweglich
mit einem anderen angrenzenden Schutzsegment verbunden sein. Durch diese Verbindungen
kann sowohl ein Längenausgleich als auch ein Winkelausgleich erreicht werden, so dass
ein gleichbleibendes Schutzniveau sichergestellt ist. Bei dem zwischen den zwei anderen
Schutzsegmenten angeordneten Schutzsegment kann es sich um ein Zwischenschutzsegment
handeln und bei den beiden anderen Schutzsegmenten kann es sich um Endschutzsegmente
handeln.
[0028] Das Zwischenschutzsegment kann eine Einschiebseite aufweisen und über diese in das
erste Endschutzsegment einschiebbar sein, welches insofern eine Einschiebaufnahme
aufweisen kann. Auf der anderen Seite können das Zwischenschutzsegment und das zweite
Endschutzsegment schwenkbeweglich miteinander verbunden sein. Vorteilhaft ist es,
wenn die Segmente derart schwenkbeweglich miteinander verbunden sind, dass auch bei
einer Schwenkbewegung das zu schützende Element nicht freigelegt wird. Insofern können
sich auch das Zwischenschutzsegment und das zweite Endschutzsegment zumindest teilweise
überlappen. Weiterhin kann das zweite Endschutzsegment einen Gelenkschutz aufweisen,
der die Gelenkachse nach Art einer Haube überdecken kann. Dieser Gelenkschutz kann
einen Schutz des Gelenks und damit auch des zu schützenden Elements gewährleisten,
wenn sich das Zwischenschutzsegment und das zweite Endschutzsegment relativ zueinander
bewegen. Der Gelenkschutz kann an jedem Schutzsegment, welches mit einem anderen Schutzsegment
schwenkbeweglich verbunden ist, vorgesehen sein. Vorteilhaft weist eines von zwei
schwenkbeweglich miteinander verbundenen Schutzsegmenten einen entsprechenden Gelenkschutz
auf.
[0029] Wenn ein Schutzsegment in ein anderes Schutzsegment eingeschoben ist, können die
beiden Schutzsegmente im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sein, so dass
ein Geschoss dann beide Schutzsegmente durchschlagen muss, um das zu schützende Element
zu erreichen. Wenn das einschiebbare Schutzsegment auf der einen Seite linearbeweglich
und auf der anderen Seite schwenkbeweglich mit einem anderen Schutzsegment verbunden
ist, kann das Schutzsegment so weit in das Schutzsegment einschiebbar sein, dass auch
das Gelenk zumindest teilweise von dem entsprechenden Schutzsegment überdeckt wird.
Das Zwischenschutzsegment kann demnach so weit in das Endschutzsegment einschiebbar
sein, dass das Gelenk zumindest teilweise von dem entsprechenden Endschutzsegment
überdeckt wird.
[0030] Auch ist es möglich, dass das Zwischenschutzsegment sowohl linearbeweglich als auch
schwenkbeweglich mit einem Endschutzsegment verbunden ist. Da dann insoweit durch
diese Verbindung allein sowohl eine Längenanpassung als auch eine Winkelanpassung
erreicht werden kann, kann das Zwischenschutzsegment mit dem anderen Endschutzsegment
auch fest bzw. einstückig verbunden sein.
[0031] In konstruktiver Hinsicht hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn zumindest
ein Schutzsegment, insbesondere das Zwischenschutzsegment, verjüngt ist. Die Schutzsegmente
können bspw. an einer Seite breiter sein als an einer gegenüberliegenden Seite. Die
Schutzsegmente können bspw. konisch oder auch nach Art eines Trapezes verjüngt sein.
Bei einer Verjüngung nach Art eines Trapezes kann die Höhe des Schutzsegments und
damit auch die Höhe des Schutzelements über deren Länge konstant bleiben, wohingegen
sich die Breite ändern kann. Durch eine Verjüngung kann eine Anpassung an das zu schützende
Element realisiert werden. Handelt es sich bei dem Element bspw. um eine flexible
Leitung, kann unter dem Schutzelement zumindest in einem gewissen Bereich genug Platz
vorhanden sein, der ein seitliches Ausweichen erlaubt. Dies kann bspw. dann erforderlich
sein, wenn ein Anbaugerät angehoben wird und sich insofern der Abstand der beiden
Objekte bzw. der Abstand der Verbindungspunkte des Elements mit den Objekten verkürzt.
[0032] Die Schutzsegmente können eine unterschiedliche Breite aufweisen. Insbesondere kann
das erste Endschutzsegment breiter sein als das zweite Endschutzsegment, so dass das
Zwischenschutzsegment zuverlässig in das erste Endschutzsegment hineinbewegt werden
kann. Ein Schutzsegment, insbesondere das erste Endschutzsegment, kann eine Aussparung
aufweisen, die es ermöglicht, dass ein anderes Schutzsegment, insbesondere ein Zwischenschutzsegment,
möglichst weit in das erste Endschutzsegment hineinbewegt werden kann. Die Aussparung
kann zur Aufnahme eines Gelenkschutzes ausgestaltet sein, so dass im zusammengeschobenen
Zustand, die beiden Endschutzsegmente direkt aneinander angrenzen können.
[0033] In konstruktiver Hinsicht wird ferner vorschlagen, dass ein Schutzsegment, insbesondere
das zweite Endschutzsegment, keilförmig ausgestaltet ist. Insbesondere wenn ein Objekt
als militärisches Fahrzeug ausgestaltet ist, hat sich eine derartige Ausgestaltung
als vorteilhaft erwiesen, da zumeist auch die Front eines solchen Fahrzeugs entsprechend
keilförmig ausgestaltet ist. Wenn ein Geschoss in waagerechter Richtung auf das entsprechende
Schutzsegment trifft, führt die keilförmige Ausgestaltung somit zu einer verbesserten
Schutzwirkung. Die entsprechende Keilfläche des Schutzsegments kann sich insofern
schräg nach unten erstrecken.
[0034] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass an jedem Endschutzsegment
jeweils mindestens ein Anbindungspunkt angeordnet ist. Durch die Anordnung der Anbindungspunkte
an den Endschutzsegmenten kann das Schutzelement am vorderen und am hinteren Ende
jeweils mit einem der beiden Objekte verbunden werden.
[0035] Im Hinblick auf die Anbindungspunkte wird vorgeschlagen, dass zumindest ein Anbindungspunkt
als Gelenkanbindungspunkt zur gelenkigen Verbindung mit einem der Objekte ausgestaltet
ist. Über einen Gelenkanbindungspunkt kann eine gelenkige Verbindung des Schutzelements
mit dem entsprechenden Objekt realisiert werden. Das Schutzelement kann auch mit beiden
Objekten gelenkig verbunden sein, so dass insofern auch alle Anbindungspunkte als
Gelenkanbindungspunkte ausgestaltet sein können bzw. an beiden Endschutzsegmenten
entsprechende Gelenkanbindungspunkte vorgesehen sind
[0036] Weiterhin ist es aber auch möglich, dass das Schutzelement über die Anbindungspunkte
fest mit mindestens einem Objekt verbindbar ist. Vorteilhaft ist das Schutzelement
fest mit beiden Objekten verbindbar. Dies gewährleistet eine zuverlässige Verbindung
des Schutzelements mit beiden Objekten. Die Möglichkeit, die Objekte bei einer festen
Verbindung trotzdem relativ zueinander zu bewegen, resultiert daraus, dass sich die
Schutzsegmente teilweise linear und/oder teilweise schwenkbeweglich gegeneinander
bewegen lassen. Weiterhin kann auch durch ein gewisses Spiel der Schutzsegmente eine
entsprechende Relativbewegung ermöglicht werden. Die beiden Endschutzsegmente können
bspw. mit dem jeweiligen Objekt verschweißt, verschraubt, vernietet oder verklebt
sein.
[0037] In Hinblick auf das zweite Endschutzsegment hat es sich als vorteilhaft herausgestellt,
wenn dieses über seitliche Anbindungspunkte mit einem der Objekte verbunden ist. Zur
Verbindung hat sich eine Schraubverbindung bewährt. Durch diese seitliche Anbindung
sind die entsprechenden Anbindungspunkte weniger stark exponiert und unterliegen daher
einem verringerten Trefferrisiko.
[0038] Im Hinblick auf die eingangs genannte Aufgabe wird ferner ein Fahrzeug mit einem
Anbaugerät vorgeschlagen, wobei ein Element vorgesehen ist, welches mit dem Fahrzeug
und dem Anbaugerät gekoppelt ist, und wobei eine Schutzvorrichtung vorgesehen ist,
die in der vorstehend beschriebenen Weise ausgestaltet ist. Es ergeben sich die im
Hinblick auf die Schutzvorrichtung bereits beschriebenen Vorteile.
[0039] Im Hinblick auf das Element hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn dieses
mechanisch, pneumatisch, hydraulisch oder elektrisch mit dem Fahrzeug und/oder dem
Anbaugerät gekoppelt ist. Das Element kann insofern eine mechanische, pneumatische,
hydraulische oder elektrische Verbindung des Anbaugeräts mit dem Fahrzeug sicherstellen.
Über das Element kann das Anbaugerät insofern mit Energie versorgt werden, die unter
anderem dazu verwendet werden kann, das Anbaugerät gegenüber dem Fahrzeug zu bewegen.
[0040] In Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass das Element als Leitung, insbesondere als
elektrische Leitung, als Hydraulikleitung oder als Pneumatikleitung, als Hubzylinder,
insbesondere als Hydraulikzylinder, oder als Gelenkstange ausgebildet ist. Durch die
Ausgestaltung als Leitung kann das Anbaugerät mit elektrischer Energie oder mit hydraulischer
oder pneumatischer Energie versorgt werden. Auch die Übermittlung von Steuersignalen
an das Anbaugerät kann so sichergestellt werden. In der Regel weisen entsprechende
Leitungen keinen Schutz für ballistischen Beschuss auf, so dass diese leicht beschädigt
werden können. Es kann daher mitunter dazu kommen, dass sich dann die entsprechenden
Anbaugeräte nicht mehr bewegen lassen. Insofern sorgt das Schutzelement, insbesondere
bei solchen Leitungen, für eine deutliche Erhöhung des Schutzniveaus. Die Leitungen
können mit einem entsprechenden fahrzeugseitigen Kreislauf verbunden werden Beispielsweise
kann das Anbaugerät so mit dem Bordnetz bzw. der Batterie des Fahrzeugs, mit einem
Hydraulik- oder mit einem Pneumatikkreislauf bzw. mit entsprechenden Kompressoren
verbunden sein.
[0041] Auch bei der Ausgestaltung des Elements als Hubzylinder oder als Gelenkstange besteht
eine erhöhte Gefahr. Denn auch diese können durch ballistischen Beschuss in Mitleidenschaft
gezogen werden, so dass das Anbaugerät bei einer Zerstörung oder Beschädigung mitunter
nicht mehr zuverlässig bewegt werden kann.
[0042] Weiterhin ist es auch möglich, dass das Schutzelement nicht nur ein Element, sondern
auch mehrere Elemente schützt. Beispielsweise kann das Anbaugerät sowohl über einen
Hubzylinder als auch über eine Leitung mit dem Fahrzeug verbunden sein. Das Schutzelement
kann dann insofern gleichzeitig beide Elemente vor ballistischem Beschuss schützen.
Auch ein Schutz von mehreren Leitungen ist möglich.
[0043] Hinsichtlich der Anordnung des Elements wird vorgeschlagen, dass dieses zwischen
dem Fahrzeug und dem Anbaugerät angeordnet ist. "Zwischen" bedeutet dahingehend nicht
unbedingt, dass das Element räumlich zwischen dem Fahrzeug und dem Anbaugerät angeordnet
ist, sondern eher, dass das Element in funktionaler Hinsicht zwischen dem Fahrzeug
und dem Anbaugerät angeordnet ist, so dass das Anbaugerät über das Fahrzeug bspw.
mit Energie versorgt und auch gesteuert werden kann.
[0044] Im Hinblick auf die Schutzvorrichtung wird vorschlagen, dass diese das oder ggf.
auch die Elemente überspannt. Die Schutzvorrichtung bzw. das Schutzelement kann dafür
auf der einen Seite mit dem Fahrzeug und auf der anderen Seite mit dem Anbaugerät
verbunden sein. Das Element ist somit unabhängig von der Bewegung der Objekte über
die gesamte Länge gegen ballistischen Beschuss geschützt. Insofern ist das Anbaugerät
auch über das Schutzelement mit dem Fahrzeug verbunden.
[0045] Im Hinblick auf die Ausgestaltung des Anbaugerätes wird vorgeschlagen, dass dieses
als Stützschild, als Minenräumschild, als Minenpflug, als Schutzvorrichtung, als Kran,
als Hubvorrichtung, als Abschleppvorrichtung oder als Seilwinde ausgestaltet ist.
Durch diese verschiedenen Ausgestaltungen kann die Funktionalität des Fahrzeugs verbessert
werden. Es ist möglich, dass in Abhängigkeit der Anforderung jeweils Anbaugeräte unterschiedlichen
Typs mit dem Fahrzeug verbunden werden, um die Funktionalität des Fahrzeugs zu erweitern.
Auch weitere Ausgestaltungen des Anbaugeräts sind möglich.
[0046] Als besonders vorteilhaft hat es sich herausgestellt, wenn es sich bei dem Fahrzeug
um ein militärisches Landfahrzeug, insbesondere um ein Brückenverlegefahrzeug, handelt.
Solche Fahrzeuge werden verwendet, um provisorische Brücken zu transportieren und
diese dann am entsprechenden Verlegeort auch zu verlegen. Die Brücken können dann
ein Hindernis, wie bspw. eine Schlucht oder einen Flusslauf, überspannen und eine
Überquerung ermöglichen. Da bei der Verlegung der Brücke ganz erhebliche Kräfte und
Drehmomente auf das Fahrzeug wirken, werden solche Brückenverlegefahrzeuge oft mit
einem als Stützschild ausgestalteten Anbaugerät ausgestattet, welches eine ausreichende
Standsicherheit des Fahrzeugs gewährleistet. Über das Stützschild kann das Fahrzeug
beim Verlegen der Brücke gegenüber dem Untergrund abgestützt werden, so dass ein zuverlässiger
Verlegevorgang gewährleistet ist.
[0047] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sollen nachfolgend anhand von schematischen
Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Darin zeigen:
- Fig 1
- eine Schnittansicht durch ein Fahrzeug mit einem sich in einer abgesenkten Stellung
befindlichen Anbaugerät und einer Schutzvorrichtung;
- Fig. 2
- eine perspektivische Schrägansicht gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht durch ein Fahrzeug mit einem sich in einer angehobenen Stellung
befindlichen Anbaugerät und einer Schutzvorrichtung;
- Fig. 4
- eine perspektivische Schrägansicht gemäß Fig. 3.
[0048] In der Darstellung der Fig. 1 ist ein militärisches Fahrzeug 10 gezeigt, welches
sich über ein als Stützschild ausgestaltetes Anbaugerät 20 gegenüber dem Untergrund
abstützen kann. Das Anbaugerät 20 ist an der Fahrzeugfront des Fahrzeugs 10 angeordnet
und steht in der Stellung gemäß Fig. 1 mit dem Untergrund in Kontakt, so dass sich
in dieser Stellung das Fahrzeug 10 über das Anbaugerät 20 gegenüber dem Untergrund
abstützen kann.
[0049] Um das Anbaugerät 20 hoch und herunter zu bewegen bzw. zu schwenken, weist diesen
einen als Hydraulikzylinder 21 ausgestalteten Hubzylinder und einen Schwenkarm 22
auf, die beide gelenkig mit dem Fahrzeug 10 verbunden sind. Wird der Hydraulikzylinder
21 ausgefahren, so bewegt sich das Anbaugerät 20 nach unten und wird dabei um den
am Fahrzeug 10 angeordneten Anlenkungspunkt des Schwenkarms 22 gedreht, so wie dies
in der Darstellung der Fig. 1 zu erkennen ist. Um den Hydraulikzylinder 21 des Anbaugerätes
20 mit entsprechender Hydraulikflüssigkeit zu versorgen, ist dieser über zwei Leitungen
30 mit dem Hydraulikkreislauf des Fahrzeugs 10 verbunden.
[0050] Die beiden Hydraulikleitungen 30 verlaufen entlang der oberen Vorderseite des Fahrzeugs
10 und befinden sich daher in einer sehr exponierten Stellung. Bei einem ballistischen
Beschuss kann es somit leicht zu einer Beschädigung oder einer Zerstörung der Leitungen
30 kommen, die dann im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass sich das Anbaugerät
20 nicht mehr bewegen lässt. Befindet sich das Anbaugerät 20 bzw. in einer abgesenkten
Stellung, kann es sogar dazu kommen, dass das Fahrzeug 10 nach einer Zerstörung der
Leitungen 30 manövrierunfähig ist. Zum Schutz der Leitungen 30 ist daher eine Schutzvorrichtung
1 vorgesehen, die nachfolgend noch näher beschrieben wird.
[0051] Die Schutzvorrichtung 1 weist ein Schutzelement 2 auf, welches aus drei hintereinander
angeordneten Schutzsegmenten 2.1, 2.2, 2.3 besteht. Das erste Schutzsegment 2.1 ist
als Endschutzsegment ausgestaltet und über einen Anbindungspunkt 3 fest mit dem Fahrzeug
10 verbunden, so wie dies in der Darstellung der Fig. 2 zu erkennen ist.
[0052] Das dritte Schutzsegment 2.3 ist ebenfalls als Endschutzsegment ausgestaltet und
über einen mehrere Schraubverbindungen aufweisenden Anbindungspunkt 3 mit dem Anbaugerät
20 bzw. mit dem Hydraulikzylinder 21 verbunden. Bei einer Bewegung des Anbaugeräts
20 bzw. des Hydraulikzylinders 21 gegenüber dem Fahrzeug 10 bewegt sich somit das
dritte Schutzsegment 2.3 zusammen mit dem Hydraulikzylinder 21.
[0053] Zwischen den beiden Endschutzsegmenten 2.1, 2.3 ist ein Zwischenschutzsegment 2.2
vorgesehen, welches zusammen mit den beiden anderen Schutzsegmenten 2.1, 2.3 einen
Schutzkanal 4 bildet, durch welchen sich die Hydraulikleitungen 30 hindurcherstrecken
können. Die Schutzsegmente 2.1, 2.2, 2.3 weisen jeweils einen U-förmigen Querschnitt
auf, so wie man dies auch in der perspektivischen Ansicht der Fig. 2 erkennt. Durch
diese Form können die Schutzsegmente 2.1, 2.2, 2.3 die Leitungen 30 nicht nur nach
vorne hin, also in Fahrtrichtung des Fahrzeugs 10 schützen, sondern diese können gleichwohl
auch ballistischen Seitenschutz für die Leitungen 30 bieten. Da die Leitungen 30 auf
der Oberfläche des Fahrzeugs 10 verlaufen und das Schutzelement nach Art einer nach
unten offenen, insbesondere U-förmigen, Röhre ausgestaltet ist, die auf die Oberfläche
des Fahrzeugs 10 aufgesetzt werden kann, so dass die Leitungen 30 abgedeckt ist, sind
diese somit von allen Seiten geschützt. Demnach sind die Leitungen 30 auch nur in
den Schnittansichten gemäß der Fig. 1 und 3, nicht jedoch in den perspektivischen
Ansichten gemäß der Fig. 2 und 4, zu erkennen.
[0054] Wie dies vorstehend bereits beschrieben wurde, kann das Anbaugerät 20 gegenüber dem
Fahrzeug 10 bewegt werden, wobei es sowohl eine lineare als auch eine Schwenkbewegung
ausführt. Damit die Schutzvorrichtung 1 die Leitungen 30 auch unabhängig von der Stellung
bzw. von der Bewegung des Anbaugerätes 20 schützen kann, ist es somit erforderlich,
dass das Schutzelement 2 bzw. die einzelnen Schutzsegmente 2.1, 2.2, 2.3 eine entsprechende
Bewegung des Anbaugeräts 20 erlauben. Das Schutzelement 2 muss demnach sowohl eine
Längenänderung als auch eine Winkeländerung ermöglichen, um ein gleichbleibendes Schutzniveau
für die zu schützenden Hydraulikleitungen 30 zu gewährleisten.
[0055] Das erste Schutzsegment 2.1 ist fest mit dem Fahrzeug 10 verbunden und weist eine
nach Art einer Führung ausgestaltete Einschiebaufnahme 2.11 auf. Das zweite als Zwischenschutzsegment
ausgestaltete Schutzsegment 2.2 weist eine Einschiebseite 2.12 auf, über die es in
das erste Schutzsegment 2.1 bzw. in die Einschiebaufnahme 2.11 einschiebbar ist. Das
erste Schutzsegment 2.1 ist etwas breiter und auch etwas höher als das zweite Schutzsegment
2.2, so dass insofern ein ineinanderschieben problemlos möglich ist. Durch die entsprechende
lineare Bewegung des zweiten Schutzsegments 2.2 gegenüber dem ersten Schutzsegment
2.1 kann somit eine Längenänderung des Schutzelements 2 realisiert werden. In den
Darstellungen der Fig. 1 und 2 ist das zweite Schutzsegment 2.2 aus dem ersten Schutzsegment
2.1 herausgezogen, so dass das Schutzsegment 2 in dieser ausgezogenen Stellung deutlich
länger ist als in der eingeschobenen Stellung, die in den Fig. 3 und 4 dargestellt
ist.
[0056] In der ineinandergeschobenen Stellung sind die beiden Schutzsegmente 2.1, 2.2 im
Grunde parallel zueinander angeordnet und bieten insofern einen doppelten Schutz für
die sich zwischen den beiden Schutzsegmenten 2.1, 2.2 und der Oberfläche des Fahrzeugs
10 befindlichen Leitungen 30. Denn ein anfliegendes Geschoss muss dann beide Schutzsegmente
2.1, 2.2 durchschlagen, bevor es die Leitung 30 erreichen kann, so wie dies in der
Fig. 3 ersichtlich ist. Das erste Schutzsegment 2.1 weist in etwa dieselbe Länge auf
wie das zweite Schutzsegment 2.2., so dass dieses im Grunde vollständig in das erste
Schutzsegment 2.1 eingeschoben werden kann. Folglich ist das zweite Schutzsegment
2.2 in der Fig. 4 auch fast nicht mehr zu erkennen.
[0057] Auf der gegenüberliegenden Seite ist das Schutzsegment 2.2 mit dem dritten Schutzsegment
2.3 schwenkbeweglich verbunden. Das dritte Schutzsegment 2.3 kann somit zusammen mit
dem Anbaugerät 20 bzw. mit dem Hydraulikzylinder 21 gegenüber dem Fahrzeug 10 sowie
auch gegenüber dem zweiten Schutzsegment 2.1 verschwenkt werden. Damit eine entsprechende
Schwenkbewegung möglich ist, ist zwischen dem zweiten Schutzsegment 2.2 und dem dritten
Schutzsegment 2.3 ein Gelenk 5 vorgesehen, so wie dies beispielsweise in den Fig.
1 und 3 zu erkennen ist.
[0058] Das dritte Schutzsegment 2.3 weist einen Gelenkschutz 5.1 auf, der nach Art einer
Haube ausgestaltet ist und sich über die Gelenkachse erstreckt. Dieser Gelenkschutz
5.1 sorgt auf der einen Seite dafür, dass das Gelenk 5 auch bei einem ballistischen
Beschuss intakt bleibt, weiterhin sorgt er aber auch für ein gleichbleibendes Schutzniveau
der Hydraulikleitungen 30, so dass diese, auch wenn die beiden Schutzsegmente 2.2.,
2.3 gegeneinander verschwenkt sind, weiterhin zuverlässig geschützt bleiben.
[0059] Da der Gelenkschutz 5.1 etwas nach oben hervorsteht, so wie dies beispielsweise in
der Fig. 1 zu erkennen ist, weist das erste Schutzsegment 2.1 eine Ausnehmung 2.12
auf. Dies ermöglicht, dass das zweite Schutzsegment 2.2 möglichst weit in das erste
Schutzsegment 2.1 hineingeschoben werden kann. In dieser in der Fig. 4 dargestellten
eingeschobenen Stellung liegt dann der Gelenkschutz 5.1 in der Ausnehmung 2.12 des
ersten Schutzsegments 2.1.
[0060] In konstruktiver Hinsicht ist das dritte Schutzsegment 2.3 schmaler ausgestaltet
als das erste und das zweite Schutzsegment 2.1, 2.2. Dies geht damit einher, dass
das dritte Schutzsegment 2.3 mit dem ebenfalls relativ schmalen Hydraulikzylinder
21 verbunden ist und das Schutzsegment 2.3 auch für einen gewissen Seitenhalt der
Leitungen 30 sorgt. Wie dies weiterhin in den Fig. 2 und 4 ersichtlich ist, weist
das dritte Schutzsegment 2.3 eine Keilform auf, wobei die vordere Keilfläche in der
angehobenen Stellung des Anbaugeräts 20 im Wesentlichen parallel zu der Fahrzeugfront
verläuft.
[0061] Auch wenn beim Ausführungsbeispiel nur drei Schutzsegmente 2.1, 2.2, 2.3 miteinander
verbunden sind, ist es gleichwohl möglich, auch mehrere Schutzsegmente aneinander
zu reihen. Die einzelnen Schutzsegmente können mit benachbarten Schutzsegmenten linearbeweglich,
im Sinne der Verbindung des ersten Schutzsegments 2.1 mit dem zweiten Schutzsegment
2.2 und/oder schwenkbeweglich, im Sinne der Verbindung des zweiten Schutzsegments
2.2 mit dem dritten Schutzsegment 2.3, verbunden sein. In der Regel sind dabei einige
Schutzsegmente mit benachbarten Schutzsegmenten linearbeweglich und andere Schutzsegmente
sind mit benachbarten Schutzsegmenten schwenkbeweglich verbunden. Ob zwischen zwei
Schutzsegmenten eine schwenkbewegliche Verbindung, eine linearbewegliche Verbindung
oder sowohl eine schwenkbewegliche als auch eine linearbewegliche Verbindung vorgesehen
ist, kann von den geometrischen Gegebenheiten des Fahrzeugs 10 und der Ausgestaltung
des Anbaugeräts 20 sowie den Bewegungsmöglichkeiten des Anbaugeräts 20 abhängen.
Bezugszeichen:
[0062]
- 1
- Schutzvorrichtung
- 2
- Schutzelement
- 2.1
- Erstes Schutzsegment
- 2.11
- Einschiebaufnahme
- 2.12
- Ausnehmung
- 2.2
- Zweites Schutzsegment
- 2.21
- Einschiebseite
- 2.3
- Drittes Schutzsegment
- 3
- Anbindungspunkt
- 4
- Schutzkanal
- 5
- Gelenk
- 5.1
- Gelenkschutz
- 10
- Objekt/Fahrzeug
- 20
- Objekt/Anbaugerät
- 30
- Element/Leitung
1. Vorrichtung zum Schutz eines Elements (30), welches mit zwei sich relativ zueinander
bewegbaren Objekten (10, 20), insbesondere einem Fahrzeug (10) und einem gegenüber
dem Fahrzeug (10) bewegbar angeordneten Fahrzeuganbaugerät (20), gekoppelt ist, mit
einem Schutzelement (2) zum Schutz des Elements (30) vor ballistischer Bedrohung,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzelement (2) über Anbindungspunkte (3) mit den beiden zueinander bewegbaren
Objekten (10, 20) verbindbar ist, wobei das Schutzelement (2) mehrere beweglich miteinander
verbundene Schutzsegmente (2.1, 2.2, 2.3) aufweist, die einen einseitig offenen Schutzkanal
(4) bilden.
2. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Kanalöffnung in Längsrichtung des Schutzelements (2) erstreckt.
3. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzelement (2) längenveränderbar ausgebildet ist.
4. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzelement (2) ausziehbar ist.
5. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich zumindest zwei Schutzsegmente (2.1, 2.2, 2.3) zumindest teilweise überlappen.
6. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzsegmente (2.1, 2.2, 2.3) aus Panzerstahl bestehen.
7. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzsegmente (2.1, 2.2, 2.3) U-förmig ausgestaltet sind.
8. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzsegmente (2.1, 2.2, 2.3) als Zwischenschutzsegmente (2.2) oder als Endschutzsegmente
(2.1, 2.3) ausgestaltet sind, wobei an jedem Ende des Schutzelements (2) ein Endschutzsegment
(2.1, 2.3) und dazwischen ein oder mehrere Zwischenschutzsegmente (2.2) vorgesehen
sind.
9. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schutzsegment (2.1, 2.2, 2.3) auf der einen Seite linearbeweglich mit einem angrenzenden
Schutzsegment (2.1, 2.2, 2.3) und auf der anderen Seite über ein Gelenk (5) schwenkbeweglich
mit einem anderen angrenzenden Schutzsegment (2.1, 2.2, 2.3) verbunden ist.
10. Schutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem Endschutzsegment (2.1, 2.3) jeweils mindestens ein Anbindungspunkt (3) angeordnet
ist.
11. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzelement (2) über die Anbindungspunkte (3) fest mit mindestens einem Objekt
(10, 20) verbindbar ist.
12. Fahrzeug mit Anbaugerät aufweisend ein Element (30), welches mit dem Fahrzeug (10)
und dem Anbaugerät (20) gekoppelt ist, und einer Schutzvorrichtung (1) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche.
13. Fahrzeug mit Anbaugerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (30) als Leitung, insbesondere als elektrische Leitung, als Hydraulikleitung
oder als Pneumatikleitung, als Hubzylinder, insbesondere als Hydraulikzylinder, oder
als Gelenkstange ausgebildet ist.
14. Fahrzeug mit Anbaugerät nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Anbaugerät (20) als Stützschild, als Minenräumschild, als Minenpflug, als Schutzvorrichtung,
als Kran, als Hubvorrichtung, als Abschleppvorrichtung oder als Seilwinde ausgestaltet
ist.
15. Fahrzeug mit Anbaugerät nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug (10) als militärisches Landfahrzeug, insbesondere als Brückenverlegefahrzeug,
ausgestaltet ist.