Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Drucks auf einem Bedruckstoff,
wobei die Vorrichtung mindestens eine Druckform, mindestens eine Vorrichtung zur Abgabe
eines Druckmediums, mindestens eine Vorrichtung zur Datenübertragung und mindestens
eine Vorrichtung zur Steuerung umfasst. Die Druckform weist einen Druckkörper, eine
Vielzahl von Aktoren, eine Trennschicht mit einer Vielzahl von Perforationen und eine
Deckschicht auf. Erfindungsgemäß ist mindestens ein Aktor mit der Deckschicht durch
mindestens eine Perforation verbunden und jeder Aktor unabhängig von den weiteren
Aktoren elektrisch ansprechbar. Die Deckschicht ist dazu eingerichtet, eine Vielzahl
von Kavitäten zur Aufnahme eines Druckmediums auszubilden oder weist eine Vielzahl
von Kavitäten zur Aufnahme eines Druckmediums auf, wobei jede Kavität ein Schöpfvolumen
für das Druckmedium aufweist, welches steuerbar ist.
Beschreibung
[0002] Für die Wiedergabe von Druckmustern bzw. das Vervielfältigen von Druckmustern gibt
es vielfältige technische Lösungen. Unter dem Begriff Drucktechnik werden alle Verfahren
zur Vervielfältigung von Druckmustern zusammengefasst, wie Buchdruck, Offsetdruck,
Tiefdruck, Flexodruck, Siebdruck und Digitaldruck. Bei diesen Drucktechniken werden
unterschiedliche Verfahren angewandt, um ein Druckmedium, wie beispielsweise eine
Tinte, auf einen Bedruckstoff zu übertragen. Jede Drucktechnik bietet unterschiedliche
Vorteile und wird entsprechend in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt.
[0003] Die Anwendungsbereiche der Drucktechnik sind sehr vielfältig. Bekannt ist beispielsweise
der Druck von Printmedien, Tapeten oder ähnlichem. In der Herstellung von Fußbodenlaminat
oder Wand- und Deckenverkleidungselementen wird beispielsweise der sogenannte Dekordruck
verwendet. Hierbei werden häufig Holzwerkstoffplatten bedruckt. Zur Dekorierung von
Holzwerkstoffplatten gibt es mehrere Ansätze. So wurde in der Vergangenheit häufig
die Beschichtung von Holzwerkstoffplatten mit einem Dekorpapier genutzt, wobei der
Vielfältigkeit an verschiedengemusterten Dekorpapieren keine Grenzen gesetzt sind.
Als Alternative zur Verwendung von Dekorpapieren auf Holzwerkstoffplatten hat sich
die Möglichkeit des direkten Bedruckens von Holzwerkstoffplatten entwickelt, wobei
ein Bedrucken von Papier und dessen nachträgliches Kaschieren oder Direktbeschichten
auf die Holzwerkstoffplatten entfällt. Die hierbei hauptsächlich zum Einsatz kommenden
Drucktechniken sind die Tiefdruck- und Digitaldruckverfahren. Für die Verwendung dieser
Druckverfahren liegt das Druckdekor als digitale Vorlage vor, die die Farben und Farbverteilung
des Druckdekors abbildet.
[0004] Das Tiefdruckverfahren ist eine Drucktechnik, bei der die abzubildenden Elemente
als Kavitäten, also Vertiefungen, in einem statischen Druckkörper z.B. einer Druckwalze
oder einer Druckplatte vorliegen, die vor dem Druck mit einem Druckmedium, wie beispielsweise
einer Farbe versehen wird. Das Druckmedium befindet sich vornehmlich in den Vertiefungen
und wird aufgrund des Anpressdrucks der Druckform und von Adhäsionskräften auf den
zu bedruckenden Gegenstand, den Bedruckstoff, übertragen. Im Tiefdruck ist es möglich
Mischfarben und auch Farbverläufe zu drucken. Die für den Tiefdruck verwendeten Druckmedien,
insbesondere die pigmententhaltenden Flüssigkeiten wie Farben, stehen in vielfältiger
Auswahl zu Verfügung und sind verhältnismäßig preisgünstig.
[0005] Es gibt im Wesentlichen zwei verschiedene Arten, die Druckform für den Tiefdruck
aufzubauen, diese werden im Folgenden am Beispiel einer Druckwalze erläutert. Bei
der Druckwalze wird ein Stahlzylinder von einer rund 2mm starke Kupferschicht ummantelt,
die Grundkupfer genannt wird. Auf diese innere Kupferschicht wird entweder eine gravierfähige
Kupferschicht von etwa 100µm galvanisiert oder eine abziehbare Ballardhaut aufgebracht.
Zwischen der Ballardhaut und dem Grundkupfer liegt eine Trennschicht, wodurch sich
die Ballardhaut nach dem Druck entfernen und durch eine neue ersetzten lässt.
[0006] Im Tiefdruck wird das Druckmuster in winzige druckende Formelemente, die Näpfchen
genannt werden zerlegt, um die Näpfchen herum befinden sich nicht druckende Elemente,
die als Stege bezeichnet werden. Das Druckmuster wird demnach im Tiefdruck in eine
Rasterung zerlegt. Die Näpfchen werden vor dem Druck mit dem Druckmedium gefüllt und
überschüssiges Druckmedium wird meist durch eine Rakel abgestreift. Die Rakel besteht
aus einem der Länge des Druckzylinders entsprechenden Stahllineal. Das Druckmuster
wird in Form der Rasterung auf die gravierfähige Kupferschicht oder auf die Ballardhaut
aufgebracht, dies kann durch chemische Ätzung, elektromechanisch oder mittels Laser
geschehen. In jedem Fall entsteht eine statische Druckform mit einer unveränderlichen
Anordnung von Näpfchen. Soll ein mehrfarbiges Druckmuster gedruckt werden, so wird
zu Beginn des Druckprozesses eine Separationsdatei erstellt, in der das Druckmuster
in die zu druckenden Grundfarben zerlegt wird. Für jede zu druckende Farbe ist die
Anordnung der Näpfchen auf der Druckform eine andere, es muss daher im herkömmlichen
Tiefdruck für jede Farbe eine zugehörige Ballardhaut angefertigt werden. Im Druckprozess
werden dann nacheinander die einzelnen Grundfarben auf den Bedruckstoff gedruckt.
[0007] Die Ballardhaut einer Druckwalze kann ausgetauscht werden. Hierfür muss die Ballardhaut
zunächst vom Walzenkörper entfernt werden, anschließend wird der Walzenkörper gereinigt
und mit einer neuen Trennschicht versehen. Auf die neue Trennschicht kann dann eine
neue Ballardhaut aufgebracht werden.
[0008] Nachteilig am Tiefdruck ist daher, dass für jedes Druckmuster mindestens eine Ballardhaut
angefertigt werden muss, deren Anordnung der Näpfchen nicht mehr verändert werden
kann. Dies macht den Tiefdruck in vielerlei Hinsicht kostenintensiv. Die Ballardhäute
müssen nicht nur gesondert für jedes Druckmuster angefertigt werden, sondern nach
der Ausführung des Drucks auch gelagert werden. Das Wechseln der Ballardhäute auf
den Druckkörpern ist darüber hinaus aufwendig und zeitraubend.
[0009] Weiterhin ist die Breite/Länge des Druckmusters auf die Größe der Druckform beschränkt.
Entweder durch den Umfang und Breite der Druckwalze oder durch die Maße der Druckplatte.
Der Umfang der Druckwalze beschränkt dabei die Druckdatenlänge des Druckmusters und
die Breite der Druckwalze die Druckdatenbreite des Druckmusters. Unter Druckdatenlänge
versteht der Fachmann die Länge des fertig gedruckten Druckmusters und unter der Druckdatenbreite
die Breite des fertig gedruckten Druckmusters. Soll ein größeres Druckmuster gedruckt
werden, als die Druckform hergibt, muss dies in Teilen durchgeführt werden. Dieses
Vorgehen ist sehr aufwendig und fehleranfällig, da die Übergänge zwischen den einzeln
gedruckten Teilen des Druckmusters exakt eingehalten werden müssen, um ein harmonisches
Druckergebnis zu erhalten.
[0010] Darüber hinaus wird bei einigen Druckaufgaben im Rapport gedruckt. Rapport bezeichnet
dabei ein ständig wiederkehrendes gleiches Druckmuster. Im Tiefdruck werden für einen
Druck mit Rapport Druckwalzen benutzt, dabei wird der Rapport durch den Umfang der
Druckwalze bestimmt. Maximal kann die Druckdatenlänge des im Rapport wiederkehrenden
Druckmusters so lang sein, wie der Umfang der Walze. In diesem Fall wird mit einer
Walzenumdrehung ein Rapport, das heißt einmal das Druckmuster gedruckt. Ist das Druckmuster
kürzer, das heißt passen mehrere Rapports auf einen Walzenumfang, muss die Druckdatenlänge
des Druckmusters so gewählt werden, dass der Umfang der Druckwalze optimal ausgenutzt
wird. Nur so kann eine wirtschaftliche Arbeitsweise gewährleistet werden. Der Tiefdruck
hat daher neben vielen Vorteilen, insbesondere mit der Möglichkeit Farbverläufe darzustellen,
Mischfarben zu verwenden und mit hoher Geschwindigkeit ohne Qualitätsverlust bei der
Druckauflösung zu drucken, auch die genannten Nachteile.
[0011] Einige dieser Nachteile sollten durch die Verwendung des Digitaldrucks behoben werden.
Beim Digitaldruck wird das Druckmuster direkt von einem Computer in einen Digitaldrucker
wie z.B. ein Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker übertragen. Im Digitaldruck entfallen
daher die Verwendung von statischen Druckformen und damit auch die Limitierungen in
der Druckdatenlänge und Druckdatenbreite der Druckmuster. Der Digitaldruck bietet
damit eine hohe Flexibilität und Variabilität hinsichtlich der Druckmotive und bringt
keinerlei Einschränkungen im Rapport mit sich.
[0012] Aus dem Stand der Technik ist der Digitaldruck beispielsweise auch für das Bedrucken
von Holzwerkstoffplatten bekannt. Die
EP 2 181 852 B1 beispielsweise betrifft ein Digitaldruckverfahren zum Bedrucken von flachen Platten
auf Holzbasis. Hierbei werden die flachen Platten direkt mit einem Digitaldrucker
bedruckt.
[0013] Die
EP 2 636 531 A1 betrifft ebenfalls ein Digitaldruckverfahren zum Bedrucken einer Oberfläche eines
Werkstückes. In diesem Fall wird durch einen Digitaldrucker ein Druckwalze mit einem
Druckmuster versehen und dieses Druckmuster anschließend von der Druckwalze auf das
Werkstück aufgebracht.
[0014] Im Digitaldruck werden üblicherweise die Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz
(CMYK) verwendet. Das CMYK-Farbmodel ist ein subtraktives Farbmodel, wobei die Abkürzung
CMYK für die drei Farbbestandteile Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key
als Farbtiefe steht. Mit diesem Farbsystem lässt sich ein Farbraum (Gamut) abbilden,
der vielen Anforderungen aus verschiedensten Bereichen genügt. Die Darstellung von
Farbverläufen oder Mischfarben ist mit dem Digitaldruck jedoch nicht möglich.
[0015] Beim Digitaldruck wird das Druckmedium tröpfchenweise auf den Bedruckstoff aufgebracht.
Beim Verlassen der Druckkopfdüse bildet der Tropfen typischerweise ein Ligament aus,
das im optimalen Fall in den Tropfen hineingesogen wird. Es kommt jedoch auch vor,
dass das Ligament zerstäubt und einen feinen Nebel bildet. Dieser Sprühnebel verschmutzt
die Düsen des Druckkopfes und weiterer Elemente der Druckvorrichtung. Mit der Zeit
verschlechtert dies die Druckqualität und eine Reinigung des Druckers ist notwendig.
Dies ist zeitintensiv und verursacht daher Kosten. Darüber hinaus reichert sich der
Sprühnebel mit der Zeit in der umgebenden Luft an und stellt ein Gesundheitsrisiko
für die Arbeiter dar, die an den Maschinen tätig sind.
[0016] Ein Teil des Ligaments kann sich auch im vorderen Teil des Tropfens lösen und bildet
dann auf dem Bedruckstoff einen sogenannten Satelliten. Dieser verschlechtert das
Druckbild und damit die Qualität des Drucks.
[0017] Ein weiteres Problem stellt die Kondensation von Wasserdampf am Druckkopf dar, die
zu einer Beeinträchtigung der Druckqualität oder sogar zur Beschädigung des Druckkopfes
führen kann.
[0018] Weiterhin können Luftverwirbelungen, die beim Druckprozess auftreten, zu einem unscharfen
Druckbild führen. Die Digitaldrucker sind darüber hinaus aufgrund ihres technischen
Aufbaus oft anfällig für Störungen an den Druckköpfen. Fällt ein Druckkopf aus, ist
dies unmittelbar als Streifenbildung im Druckbild auf dem Bedruckstoff zu erkennen.
[0019] Der Digitaldruck kann daher zwar einige Nachteile des Tiefdruckverfahrens beheben,
bringt aber selber Nachteile hinsichtlich der Druckqualität mit sich.
[0020] Wünschenswert wäre es daher, ein Druckverfahren zu haben, welches eine hohe Flexibilität
und Variabilität bezüglich des Druckmusters, insbesondere bezüglich dessen Druckdatenlänge
ermöglicht und sich gleichzeitig durch eine robuste Drucktechnik auszeichnet, die
wirtschaftlich eingesetzt werden kann. Keines der eingangs genannten Verfahren aus
dem Stand der Technik, kann diesen Anforderungen gerecht werden.
[0021] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Nachteile des Standes der
Technik zu überwinden und eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erzeugung eines Drucks
auf einem Bedruckstoff zur Verfügung zu stellen, welches die robuste und wirtschaftlich
Drucktechnik des Tiefdrucks mit der großen Flexibilität bezüglich der druckbaren Druckmuster
des Digitaldrucks vereint.
[0022] Diese Aufgabe wird durch die vorliegende Erfindung gelöst, indem eine Vorrichtung
zur Erzeugung eines Drucks auf einem Bedruckstoff zur Verfügung gestellt wird, umfassend
- mindestens eine Druckform;
- mindestens eine Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums;
- mindestens eine Vorrichtung zur Datenübertragung;
- mindestens eine Vorrichtung zur Steuerung;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckform einen Druckkörper, eine Vielzahl von Aktoren, eine Trennschicht mit
einer Vielzahl von Perforationen und eine Deckschicht aufweist;
mindestens ein Aktor mit der Deckschicht durch mindestens eine Perforation verbunden
ist; und
jeder Aktor unabhängig von den weiteren Aktoren elektrisch ansprechbar ist;
wobei die Deckschicht dazu eingerichtet ist, eine Vielzahl von Kavitäten zur Aufnahme
eines Druckmediums auszubilden oder wobei die Deckschicht eine Vielzahl von Kavitäten
zur Aufnahme eines Druckmediums aufweist; und
wobei jede Kavität ein Schöpfvolumen für das Druckmedium aufweist, welches steuerbar
ist.
[0023] Weiterhin wird ein Verfahren zur Erzeugung einer Vielzahl von Kavitäten auf einer
Druckform mittels einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 beschrieben,
wobei über eine Steuerung jeder Aktor unabhängig von den weiteren Aktoren elektrisch
ansprechbar ist und dabei auf die Deckschicht einwirkt,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Spannung an jedem Aktor angelegt wird, an dessen Position eine Kavität an der
Oberfläche der Druckform entstehen soll;
durch die angelegte Spannung die Deckschicht verformt wird und dadurch an dieser Position
eine Kavität an der Oberfläche der Druckform gebildet wird.
[0024] Darüber hinaus wird ein Verfahren zur Steuerung des Schöpfvolumens von Kavitäten
auf einer Druckform mittels einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8 zur
Verfügung gestellt, wobei über eine Steuerung jeder Aktor unabhängig von den weiteren
Aktoren elektrisch ansprechbar ist
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Spannung an mindestens einem Aktor angelegt wird;
Druckgas aus dem Druckkörper durch den Kanal in die mit dem mindestens einen Aktor
verbundene mindestens eine Kavität entweicht oder ein Medium in einen Hohlraum in
der Deckschicht eingebracht wird oder das Sleeve durch Druck verformt wird;
ein Druckmedium auf die Druckform aufgebracht wird;
wobei das Schöpfvolumen der mindestens einen Kavität durch den Volumenstrom des ausströmenden
Druckgases oder durch das Volumen des in den Hohlraum strömenden Mediums oder durch
die Größe des Drucks mit dem das Sleeve verformt wird, gesteuert wird.
[0025] Weiterhin wird ein Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit einer Vorrichtung
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 mit einem digitalen Druckmuster beschrieben, dadurch
gekennzeichnet, dass
die Aktoren elektrisch angesteuert werden, so dass die Kavitäten Schöpfvolumen eines
Druckmediums aufnehmen können, die dazu geeignet sind, das digitale Druckmuster auf
einem Bedruckstoff abzubilden oder dass auf der Druckform Kavitäten mit Schöpfvolumen
ausgebildet werden, die dazu geeignet sind, das digitale Druckmuster auf einem Bedruckstoff
abzubilden;
von der Druckform ein Druckmedium durch eine Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums
aufgenommen wird; und
das digitale Druckmuster mit der Vorrichtung direkt oder indirekt auf den Bedruckstoff
gedruckt wird.
[0026] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung eines Drucks auf einem Bedruckstoff
umfasst mindestens eine Druckform, mindestens eine Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums,
mindestens eine Vorrichtung zur Datenübertragung und mindestens eine Vorrichtung zur
Steuerung.
[0027] Die Druckform der vorliegenden Erfindung umfasst einen Druckkörper, eine Vielzahl
von Aktoren, ein Trennschicht mit einer Vielzahl von Perforationen und eine Deckschicht.
Erfindungsgemäß ist der Druckkörper ein Druckkörper, wie er aus dem Tiefdruck bekannt
ist. Bevorzugt ist der Druckkörper eine Druckwalze oder eine Druckplatte. In einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Druckkörper eine Druckwalze. Typisch
sind hier beispielsweise Stahlzylinder. Die Druckkörper können alle im Bereich des
Drucks üblichen Maße aufweisen.
[0028] Die Vielzahl von Aktoren ist erfindungsgemäß innerhalb des Druckkörpers so angeordnet,
dass mindesten ein Aktor an die Trennschicht angrenzt. Die Trennschicht ist auf der
Oberfläche des Druckkörpers angeordnet und die Deckschicht wiederum auf der Trennschicht.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind alle Aktoren derart angeordnet,
dass jeder Aktor an die Trennschicht angrenzt.
[0029] Die Trennschicht weist eine Vielzahl von Perforationen auf. Diese durchragen die
Trennschicht in Form von Kanälen die vom Druckkörper zur Deckschicht verlaufen. Die
Trennschicht weist bevorzugt ein Material auf, auf dem eine stabile Perforierung erzeugt
werden kann und welches eine ausreichende Flexibilität aufweist, um auf einem Druckzylinder
aufgebracht zu werden. Die Trennschicht weist daher ein Material aus der Gruppe enthaltend
Metalle und Kunststoffe auf. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
die Trennschicht Kupfer, Aluminium oder Edelstahl auf.
[0030] Die Perforationen der Trennschicht können alle den gleichen Querschnitt oder unterschiedliche
Querschnitte aufweisen. In einer Ausführungsform der Erfindung weisen die Perforationen
einen kreisförmigen Querschnitt oder einen vieleckigen Querschnitt auf. In einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung ist der Querschnitt unregelmäßig geformt. Erfindungsgemäß
ist die Querschnittsfläche der Perforation nicht größer als die Fläche, mit der ein
Aktor an die Trennschicht angrenzt. Bevorzugt ist die Querschnittsfläche der Perforation
kleiner als die Fläche mit der ein Aktor an die Trennschicht angrenzt.
[0031] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Trennschicht eine Dicke zwischen
10 µm und 500 µm, bevorzugt zwischen 20 µm und 100 µm, besonders bevorzugt zwischen
25 µm und 50 µm auf. Die Dicke der Trennschicht beschreibt dabei deren Ausdehnung
vom Druckkörper bis zur Deckschicht. Die Trennschicht bedeckt vorteilhafterweise die
Oberfläche des gesamten Druckkörpers.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Aktor mindestens ein
Bauteil ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Piezoaktoren, Ventile, Kombinationen
von Ventilen und Ventile mit Düsen auf. In einer weiteren Ausführungsform weist der
Aktor weiterhin eine Vorrichtung auf, die geeignet ist Ventile zu öffnen und zu schließen.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist der Aktor ein Piezoaktor. In einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung ist der Aktor ein Ventil.
[0033] In piezoelektrischen Materialien bewirkt eine Druckeinwirkung, dass Ladungen an den
Oberflächen des Materials entstehen. Umgekehrt bewirkt in diesen Materialien der inverse
piezoelektrische Effekt eine Längenänderung beim Anlegen einer elektrischen Spannung.
Dieser Aktoreffekt wandelt elektrische Energie in mechanische Energie um und wird
in sogenannten Piezoaktoren ausgenutzt. Piezoaktoren, die aus dem Stand der Technik
bekannt sind, ermöglichen Stellwege zwischen einigen 10 µm bis hin zu einigen Millimetern,
abhängig von ihrem Aufbau. Dem Fachmann bekannt sind beispielsweise Longitudinalaktoren,
Scheraktoren, Rohraktoren, Kontraktoren und Biegeaktoren. Während Longitudinalaktoren
Stellwege im Bereich von einigen 10 µm bis hin zu einigen 100µm erreichen können,
zeichnen sich Biegeaktoren durch Stellwege bis zu einigen Millimetern aus.
[0034] Die Piezoaktoren weisen in einigen Bauarten mehrere Schichten von piezoelektrischen
Materialien auf. Durch die Ausbildung sogenannter Stapelaktoren kann der Stellweg
des Piezoaktors vergrößert werden. In longitudinalen Piezoaktoren wird beispielsweise
das elektrische Feld in einer Schicht aus einem piezoelektrischen Material parallel
zur Richtung der Polarisation angelegt. Dadurch wird eine Dehnung oder Auslenkung
in Richtung der Polarisation induziert. Einzelne Schichten eines piezoelektrischen
Materials liefern dabei relativ geringe Auslenkungen. Durch die Bildung von Stapelaktoren
summiert sich die Auslenkung der einzelnen Schichten jedoch auf und der Stellweg wird
vergrößert.
[0035] Piezoelektrische Materialien wie beispielsweise bestimmte Kristalle, piezoelektrische
Keramiken oder Kunststoffe sind dem Fachmann bekannt. Beispiele für piezoelektrische
Kristalle sind unter anderem Quarz, Lithiumniobat, Galliumorthophoshat, Berlinit,
Mineralien aus der Turmalingruppe, Seignettsaltz und alle Ferroelektrika wie Bariumtitanat
(BTO) oder Blei-Zirkonat-Titanat (PZT). Bekannte piezoelektrische Keramiken sind beispielsweise
Bariumtitanat (BTO) und Blei-Zirkonat-Titanat (PZT) in polykristalliner Form, Blei-Magnesium-Niobate
(PMN). Polyvinylidenfluorid (PVDF) ist beispielsweise ein Vertreter der Kunststoffe,
die piezoelektrische Eigenschaften aufweisen können.
[0036] Die Piezoaktoren sind derart im Druckkörper angeordnet, dass jeder Piezoaktor einzeln
und unabhängig von den weiteren Piezoaktoren elektrisch ansprechbar ist. An jedem
Piezoaktor kann eine steuerbare Spannung angelegt werden, so dass eine Verformung
der Piezoaktoren hervorgerufen werden kann. Die Piezoaktoren sind derart im Druckkörper
angeordnet, dass sie, wenn keine Spannung anliegt, an die Trennschicht angrenzen.
Erfindungsgemäß liegen die Piezoaktoren an der Trennschicht an, sind jedoch nicht
fest mit dieser verbunden.
[0037] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weisen die Aktoren Ventile auf. Erfindungsgemäß
sind Ventile Bauteile, mit denen das Ein-, Aus- und/oder Durchlassen von Medien wie
Flüssigkeiten oder Gasen gesteuert wird. Dies kann beispielsweise durch den Öffnungsgrad
des Ventils geschehen. Der Öffnungsgrad eines Ventils ist gemäß der vorliegenden Erfindung
durch eine angelegte Spannung an einer Vorrichtung zur Steuerung des Öffnungsgrads
des Ventils steuerbar. Geeignete Ventile sind dem Fachmann aus dem Stand der Technik
bekannt. In einer Ausführungsform der Erfindung weist das Ventil zusätzlich eine Düse
auf, durch die das Medium geleitet wird.
[0038] Erfindungsgemäß ist mindestens ein Aktor mit der Deckschicht durch mindestens eine
Perforation verbunden. In einer bevorzugten Ausführungsform ist jeder Aktor mit der
Deckschicht durch mindestens eine Perforation verbunden. Besonders bevorzugt ist jeder
Aktor mit der Deckschicht durch mehrere Perforationen in der Trennschicht verbunden.
[0039] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Deckschicht dazu eingerichtet,
eine Vielzahl von Kavitäten zur Aufnahme eines Druckmediums auszubilden, wobei jeder
Aktor mindestens eine Kavität ausbilden kann.
[0040] Sind die Aktoren in Form von Piezoaktoren ausgebildet, wird in einer Ausführungsform
der Erfindung eine Spannung an einem Piezoaktor angelegt, hierdurch verformt sich
der Piezoaktor und zwischen Piezoaktor und Trennschicht entsteht ein Hohlraum. Weisen
die Aktoren Ventile oder Ventile mit Düsen auf, sind die Ventile derart ausgebildet,
das durch das Öffnen der Ventile ebenfalls ein Hohlraum zwischen Ventil und Trennschicht
erzeugt wird.
[0041] Erfindungsgemäß grenzt an den Hohlraum mindestens eine Perforation der Trennschicht
derart an, dass der Austausch eines gasförmigen oder flüssigen Mediums zwischen dem
Hohlraum und der Perforation ermöglicht wird. In den Hohlraum kann daher erfindungsgemäß
ein Medium, das sich in den angrenzenden Perforationen der Trennschicht befindet,
eindringen. Durch diesen Vorgang wird der Druck in den Perforationen verringert, in
einer bevorzugten Ausführungsform wird durch diesen Vorgang ein Unterdruck in dem
Hohlraum und in jeder an den Hohlraum angrenzenden Perforation erzeugt. Durch die
Druckänderung wird die über dem Hohlraum und den angrenzenden Perforationen liegende
Deckschicht in Richtung Piezoaktor eingewölbt, womit auf der Oberfläche der Deckschicht
eine Kavität entsteht. Werden die Aktoren derart gesteuert, dass sich das Ventil schließt
oder keine Verformung des Piezoaktors mehr auftritt, so ist kein Unterdruck mehr vorhanden
und auf der Oberfläche der Deckschicht wird entsprechend keine Kavität ausgebildet.
Die Kavitäten können daher vorteilhafterweise ortsveränderlich auf der Oberfläche
der Deckschicht ausgebildet werden. Damit ist eine flexible Anpassung der Kavitäten
an Druckvorlagen möglich.
[0042] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung befindet sich in der Deckschicht
mindestens ein Hohlraum, der durch mindestens eine Perforation der Trennschicht mit
dem Aktor in Verbindung steht. Entsteht durch die Steuerung der Aktoren ein Hohlraum
zwischen Aktor und Trennschicht, so kann ein Medium, dass sich in dem mindestens einen
Hohlraum in der Deckschicht befindet durch die mindestens eine Perforation in den
Hohlraum zwischen Aktor und Trennschicht eindringen. Durch diesen Vorgang wird der
Druck in dem mindestens einen Hohlraum der Deckschicht verringert, in einer bevorzugten
Ausführungsform wird durch diesen Vorgang ein Unterdruck in dem mindestens einen Hohlraum
in der Deckschicht erzeugt. Durch die Druckänderung wird die Deckschicht über dem
mindestens einen Hohlraum in der Deckschicht in Richtung Aktor eingewölbt, womit auf
der Oberfläche der Deckschicht eine Kavität entsteht. Ebenfalls ist es möglich, dass
die Deckschicht mehrere Hohlräume aufweist, die an einen Aktor angrenzen und durch
mehrere Perforationen mit diesem in Verbindung stehen.
[0043] In einer Ausführungsform der Erfindung sind die Perforationen der Trennschicht mit
einem gasförmigen oder mit einem flüssigen Medium gefüllt. Bevorzugt sind die Perforationen
mit einem Medium gefüllt, welches die Lebensdauer und Haltbarkeit der Aktoren verlängert.
Besonders bevorzugt sind die Perforationen mit einem gasförmigen Medium gefüllt, ganz
besonders bevorzugt mit Luft. In einer Ausführungsform der Erfindung sind die Perforationen
mit einem gasförmigen Medium gefüllt, welches Atmosphärendruck aufweist, wenn die
Aktoren an die Perforationen angrenzen.
[0044] Weist die Deckschicht mindestens einen Hohlraum auf, der durch mindestens eine Perforation
mit mindestens einem Aktor in Verbindung steht, so sind der Hohlraum und die an ihn
angrenzenden Perforationen mit einem flüssigen oder gasförmigen Medium gefüllt. Besonders
bevorzugt sind der mindestens eine Hohlraum in der Deckschicht und die mindestens
eine angrenzende Perforation mit einem gasförmigen Medium gefüllt, ganz besonders
bevorzugt mit Luft. In einer Ausführungsform der Erfindung sind der mindestens eine
Hohlraum in der Deckschicht und die mindestens eine angrenzende Perforation mit einem
gasförmigen Medium gefüllt, welches Atmosphärendruck aufweist, wenn die Aktoren an
die mindestens eine Perforation angrenzen.
[0045] Da jeder Aktor einzeln ansteuerbar ist, wird durch das Anlegen einer Spannung an
einem genau definierten Aktor, entsprechend an einer genau definierten Positionen
auf der Deckschicht, eine Kavität ausgebildet. Bevorzugt sind die Aktoren im Druckkörper
so verteilt, dass im Wesentlichen auf der gesamten Oberfläche des Druckkörpers Kavitäten
ausgebildet werden können. Dies hat den Vorteil, dass die gesamte Oberfläche des Druckkörpers
zum Bedrucken eines Bedruckstoffes genutzt werden kann. Erfindungsgemäß ist daher
jeder Aktor in der Lage, eine Kavität auf der Oberfläche der Deckschicht auszubilden.
[0046] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Deckschicht dazu eingerichtet,
eine Vielzahl von Kavitäten zur Aufnahme eines Druckmediums auszubilden, wobei jeder
Aktor mindestens eine Kavität ausbilden kann.
[0047] Erfährt der Aktor eine Ausdehnung in Querrichtung, beispielsweise bei der Verwendung
von einigen Piezoaktoren, wird diese Ausdehnung in Querrichtung durch das Material
des Druckkörpers gepuffert. Das Material des Druckkörpers weist in diesem Fall bevorzugt
elastische Eigenschaften auf, um dies zu gewährleisten.
[0048] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Aktor in einen zylinderförmigen
Kanal in den Druckkörper eingebettet. Der zylinderförmige Kanal bietet ausreichend
Platz, um die Ausdehnung des Piezoaktors aufzunehmen.
[0049] Die Deckschicht weist erfindungsgemäß ein Material auf, welches durch äußere Kräfte
verformbar ist. In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Deckschicht mindestens
ein Elastomer auf. Die Deckschicht kann unter anderem eine dauerelastische Folie aus
einem Elastomer umfassen oder aus einer solchen bestehen. Insbesondere ist das Material
direkt oder indirekt durch die Verformung eines Piezoaktors verformbar. Erfindungsgemäß
können so Vertiefungen in Form von Kavitäten auf der Oberfläche der Deckschicht ausgebildet
werden. Die Kavitäten stellen Vertiefungen in der Deckschicht dar, die derart ausgebildet
sind, dass sie ein Druckmedium aufnehmen können. Die Deckschicht weist eine Höhe zwischen
30 µm und 150 µm, bevorzugt zwischen 40 µm und 120 µm, besonders bevorzugt zwischen
50 µm und 100 µm auf.
[0050] Durch Steuerung der angelegten Spannung am Aktor wird die Stärke der mechanischen
Verformung des Piezoaktors oder der Öffnungsgrad des Ventils bestimmt. Je größer die
angelegte Spannung, desto größer die mechanische Verformung des Piezoaktors oder desto
größer der Öffnungsgrad des Ventils. Damit wird auch das Volumen des Hohlraums bestimmt,
der zwischen Aktor und Trennschicht entsteht. Durch die Steuerung der Spannung an
den Aktoren kann daher die Tiefe und damit auch das Volumen der ausgebildeten Kavitäten
beeinflusst werden. Das Volumen einer ausgebildeten Kavität ist in dieser Ausführungsform
gleich dem Schöpfvolumen der Kavität für ein Druckmedium. Allgemein ist das Schöpfvolumen
einer Kavität das Volumen an Druckmedium, das eine Kavität beim Auftrag eines Druckmediums
auf die Druckform aufnimmt.
[0051] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Kavitäten
als Näpfchen ausgebildet, wie sie aus dem konventionellen Tiefdruck bekannt sind.
Die Näpfchen dienen ebenfalls für die Aufnahme eines Druckmediums in einem Druckprozess.
[0052] Erfindungsgemäß ist die angelegte Spannung an den Aktoren steuerbar. Prinzipiell
können damit zunächst zwei Zustände erzeugt werden. Im ersten Zustand ist die angelegte
Spannung an einem oder mehreren Aktoren null, somit wird an diesen Positionen keine
Verformung der Piezoaktoren hervorgerufen bzw. die Ventile bleiben geschlossen und
die Deckschicht der Druckform wird an diesen Positionen nicht verformt, das heißt
es werden keine Kavitäten ausgebildet. Im zweiten Zustand wird eine Spannung an einem
oder mehreren Aktoren angelegt, somit wird an diesen Positionen eine Verformung der
Piezoaktoren hervorgerufen bzw. die Ventile werden zu einem definierten Grad geöffnet
und die Deckschicht wird entsprechend verformt. Erfindungsgemäß findet die Verformung
derart statt, dass an den entsprechenden Positionen auf der Deckschicht der Druckform
Kavitäten ausgebildet werden. Durch die Stärke der angelegten Spannung wird auch die
Stärke der Verformung der Piezoaktoren bzw. der Öffnungsgrad der Ventile gesteuert,
so dass bei größeren Spannung tiefere Kavitäten ausgebildet werden als bei kleineren
Spannungen. Die Volumen der Kavitäten und damit deren Schöpfvolumen sind damit erfindungsgemäß
über die Steuerung der Stärke der angelegten Spannung steuerbar.
[0053] Damit können vorteilhafterweise die Helligkeitswerte in einem Druckmuster berücksichtigt
werden, da je nach Tiefe der Kavität, das Schöpfvolumen der Kavität variiert werden
kann und damit unterschiedliche Mengen Druckmedium in der Kavität aufgenommen werden
können. Im konventionellen Tiefdruck wird dies in analoger Weise über die Gravur von
Näpfchen mit verschiedener Tiefe realisiert. Vorteilhafterweise kann in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung die Tiefe und damit das Volumen jeder Kavität zwischen zwei Druckvorgängen
verändert werden, ohne einen Umbau der Druckform vorzunehmen. Im konventionellen Tiefdruck
ist dies aufgrund der Gravur der Druckform nicht möglich. Hier muss umständlich eine
neue Ballardhaut mit einer veränderten Gravur auf den Druckkörper aufgebracht werden.
[0054] In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Druckform daher dafür eingerichtet,
dass die Tiefe und damit das Volumen der Kavitäten über die an den Aktoren angelegte
Spannung einstellbar sind.
[0055] In einer Ausführungsform der Erfindung weisen die Kavitäten auf der Oberfläche der
Deckschicht eine Tiefe im Bereich von 2 µm bis 100 µm, bevorzugt im Bereich von 2
µm bis 80 µm, besonders bevorzugt im Bereich von 2 µm bis 80 µm auf.
[0056] Die Kavitäten weisen im Allgemeinen an der Oberfläche der Deckschicht eine runde
Form auf und sind in der Tiefe zylindrisch ausgeformt. Es können Kavitäten mit einem
gewölbten oder auch mit einem ebenen Boden ausgebildet werden. Da sich auch die Form
der Kavitäten auf deren Volumen auswirkt, können analog zum konventionellen Tiefdruck
Kavitäten mit unterschiedliche Schöpfvolumina erzeugt werden, indem die Tiefe und/oder
Form der Kavitäten gesteuert wird. Das Schöpfvolumen ist dabei, wie bereits beschrieben,
mit dem Volumen der Kavität gleichzusetzten.
[0057] Mit Form der Kavität wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl die Form der
Kavität beschrieben, wenn die Deckschicht von oben betrachtet wird, als auch die Form
der Kavität, wenn die Deckschicht im Querschnitt betrachtet wird.
[0058] In einer Ausführungsform der Erfindung werden Kavitäten mit variabler Form und/oder
Tiefe in der Deckschicht ausgebildet.
[0059] In einer Ausführungsform weist die Deckschicht Bereiche auf, die nicht direkt mit
einem Aktor in Verbindung stehen. Diese Bereiche der Deckschicht können nicht verformt
werden, folglich können an diesen Stellen daher auch keine Kavitäten ausgebildet werden.
Jene Bereiche dienen bevorzugt als Stege zwischen den Kavitäten, die auf der Deckschicht
ausgebildet werden können. Stege stellen die nichtdruckenden Bereiche der Druckform
dar und sind aus dem herkömmlichen Tiefdruck bekannt, wo sie ebenfalls der Abgrenzung
zwischen benachbarten Kavitäten dienen. Die Stege können die Deckschicht der Druckform
stabilisieren und erleichtern damit das Entfernen der überschüssigen Farbe mit einer
Rakel. In einer Ausführungsform der Erfindung weisen die Bereiche der Deckschicht,
die als Stege dienen, ein Material auf, welches nicht verformbar ist. In einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung sind unterhalb der Bereiche der Deckschicht, die als
Stege dienen, keine Aktoren angeordnet.
[0060] In einer weiteren Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Vorrichtung weiterhin
dadurch gekennzeichnet, dass
die Deckschicht (42) eine Vielzahl von Kavitäten (60, 61) aufweist, wobei jede Kavität
(60, 61) mindestens einen Kanal (120, 121) aufweist;
mindestens eine Perforation (111, 112) der Trennschicht (110) an mindestens einen
Kanal (120, 121) einer Kavität (60, 61) in der Deckschicht (42) angrenzt; und mindesten
ein Aktor an die mindestens eine Perforation der Trennschicht angrenzt.
[0061] In dieser Ausführungsform der Erfindung ist es möglich, das Schöpfvolumen von Kavitäten
auf einer Druckform zu steuern und damit einen Druck auf einem Bedruckstoff zu ermöglichen.
[0062] Erfindungsgemäß weist die Deckschicht in dieser Ausführungsform eine Vielzahl von
Kavitäten auf, wobei die Kavitäten jede aus dem Tiefdruck bekannte Näpfchenform und
damit auch alle bekannten Schöpfvolumen haben können. In einer Ausführungsform weisen
alle Kavitäten die gleiche Form auf, in einer weiteren Ausführungsform können die
Kavitäten verschiedene Formen aufweisen. Jede Kavität der Deckschicht weist mindestens
einen Kanal auf, wobei mindestens eine Perforation der Trennschicht an mindestens
einen Kanal derart angrenzt, dass der Austausch eines gasförmigen oder flüssigen Mediums
zwischen dem mindestens einem Kanal und der mindestens einen Perforation ermöglicht
wird. In einer Ausführungsform grenzen mehrere Perforationen der Trennschicht an einen
Kanal an. In einer Ausführungsform der Erfindung weist jede Kavität mehr als einen
Kanal auf. Die Kavitäten können beispielsweise in die Deckschicht eingraviert sein.
Vorteilhafterweise werden einzelne Kavitäten durch Stege voneinander getrennt. Die
Deckschicht kann in dieser Ausführungsform ein Material oder eine Kombination von
Materialien aufweisen, die für die Ballardhäute aus dem Tiefdruck bekannt sind.
[0063] Erfindungsgemäß grenzt weiterhin mindesten ein Aktor an die mindestens eine Perforation
der Trennschicht an. Es ist auch möglich, dass der mindestens eine Aktor an mehr als
eine Perforation der Trennschicht angrenzt, wobei diese Perforationen wiederum an
mindestens einen Kanal mindestens einer Kavität angrenzen.
[0064] In einer Ausführungsform kann der Druckkörper weiterhin ein Druckgas aufweisen, wobei
die Vorrichtung dazu eingerichtet ist, dass
- eine Spannung an mindestens einem Aktor angelegt wird;
- Druckgas aus dem Druckkörper in die mit dem mindestens einen Aktor verbundene mindestens
eine Kavität (60, 61) entweicht;
- ein Druckmedium (100) auf die Druckform aufgebracht wird; und
- das Schöpfvolumen der mindestens einen Kavität (60, 61) durch den Volumenstrom des
ausströmenden Druckgases gesteuert wird.
[0065] Erfindungsgemäß weist der Druckkörper in dieser Ausführungsform ein Druckgas auf.
Dieses ist im Inneren des Druckkörpers angeordnet und wird über geeignete Leitungen
zu der Vielzahl von Aktoren geleitet. In einer Ausführungsform der Erfindung befindet
sich das Druckgas in einem oder mehreren geeigneten Reservoirs. Das Druckgas wird
dabei vorteilhafterweise durch eine Zuleitung in den Druckkörper nachgefüllt, so dass
Verluste des Druckgases im Druckkörper ausgeglichen werden können.
[0066] Werden als Aktoren Piezoaktoren verwendet, sind die Leitungen des Druckgases derart
angeordnet, dass Druckgas in den Hohlraum entweichen kann, der zwischen Piezoaktor
und Trennschicht entsteht, wenn ein Piezoaktor durch das Anlegen einer Spannung verformt
wird. Erfindungsgemäß mündet zumindest jeweils eine Druckgasleitung an jedem entstehenden
Hohlraum. In einer weiteren Ausführungsform münden mehrere Druckgasleitungen an jedem
entstehenden Hohlraum.
[0067] Wird nun eine Spannung an einen Piezoaktor angelegt, verformt sich dieser und bildet
einen Hohlraum zwischen Piezoaktor und Trennschicht aus. In diesen Hohlraum strömt
ein Druckgas durch die mindestens eine einmündende Druckgasleitung in den Hohlraum.
Da der Hohlraum durch mindestens eine Perforation mit mindestens einem Kanal einer
Kavität verbunden ist, strömt das Druckgas durch die mindestens eine Perforation und
den mindestens einen Kanal in die Kavität.
[0068] Der Volumenstrom des ausströmenden Druckgases kann erfindungsgemäß auf mehrere Arten
gesteuert werden.
[0069] Einmal können die Druckgasleitungen so angeordnet sein, dass mehrere Druckgasleitungen
an einem Piezoaktor münden. Die Druckgasleitungen können dann entlang des Piezoaktors
derart angeordnet sein, dass mit zunehmender Verformung des Piezoaktors mehr Druckgasleitungen
Druckgas in den größer werdenden Hohlraum abgeben können. Somit gelangt mit zunehmender
Verformung des Piezoaktors mehr Druckgas in den Hohlraum, was zu einer Steigerung
des Volumenstroms durch den Kanal in die Kavität führt. Da die Stärke der Verformung
des Piezoaktors durch die angelegte Spannung steuerbar ist, ist in diesem Fall auch
der Volumenstrom durch den Kanal in die Kavität durch die angelegte Spannung steuerbar.
[0070] In einer Ausführungsform kann der Druckkörper weiterhin ein Druckgas und mindestens
eine Druckgasleitung (130, 131, 132) aufweist, wobei die Vorrichtung dazu eingerichtet
ist, dass
- eine Spannung an mindestens einem Aktor angelegt wird;
- Druckgas aus dem Druckkörper in die mit dem mindestens einen Aktor verbundene mindestens
eine Kavität (60, 61) entweicht;
- ein Druckmedium (100) auf die Druckform aufgebracht wird; und
- das Schöpfvolumen der mindestens einen Kavität (60, 61) durch den Volumenstrom des
ausströmenden Druckgases gesteuert wird.
[0071] Weiterhin ist es möglich, dass eine Kavität mehrere Kanäle aufweist und diese Kanäle
verschiedenen Piezoaktoren durch verschiedene Perforationen in der Trennschicht zugeordnet
sind. Die Piezoaktoren können erfindungsgemäß alle unabhängig voneinander elektrisch
gesteuert werden. Somit kann gesteuert werden, durch wie viele Kanäle einer Kavität
Druckgas entweicht, dies führt wiederum zu einer Steuerung des Gasvolumenstroms in
eine Kavität.
[0072] Erfindungsgemäß kann der Volumenstrom des Druckgases in eine Kavität durch eine der
beschriebenen Optionen gesteuert werden oder durch eine Kombination dieser.
[0073] Weisen die Aktoren Ventile auf, sind die Leitungen derart angeordnet, dass Druckgas
in mindestens eine angrenzende Perforation der Trennschicht entweichen kann, wenn
das Ventil geöffnet ist. Über die Perforation und den angrenzenden Kanal gelangt das
Druckgas in die Kavität. Eine Steuerung des Volumenstroms des Druckgases ist durch
die Steuerung des Öffnungsgrades des Ventils möglich. Der Öffnungsgrad des Ventils
kann, wie bereits beschrieben, durch die angelegte Spannung gesteuert werden.
[0074] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung liegt im Druckkörper ein einheitlicher
konstanter Überdruck an. Der Druckkörper ist hierfür zumindest teilweise mit einem
Gas, wie beispielsweise Luft gefüllt, welches Überdruck aufweist. Die Aktoren sind
derart angeordnet, dass durch das Anlegen einer Spannung an einem Aktor ein Hohlraum
zwischen Aktor und Trennschicht entsteht, in den das Gas aus dem Druckkörper entweichen
kann. Das Gas wird dabei vorteilhafterweise durch eine Zuleitung in den Druckkörper
nachgefüllt, so dass Verluste des Gases im Druckkörper ausgeglichen werden können
und der Überdruck konstant aufrechterhalten werden kann.
[0075] Die Vorrichtung ist weiterhin dazu eingerichtet, dass ein Druckmedium auf die Druckform
aufgebracht wird. Jede Kavität der Deckschicht weist ein definiertes Volumen auf,
welches das maximale Schöpfvolumen der Kavität darstellt. Erfindungsgemäß kann das
Schöpfvolumen einer Kavität durch den Volumenstrom des ausströmenden Druckgases gesteuert
wird. Das heißt, je mehr Druckgas in die Kavität strömt, während das Druckmedium auf
die Druckform aufgebracht wird, desto weniger Druckmedium kann von der Kavität aufgenommen
werden und desto kleiner ist damit das Schöpfvolumen dieser Kavität. Das ausströmende
Druckgas verdrängt das Druckmedium bei dessen Auftrag. Erfindungsgemäß ist es möglich,
dass der Volumenstrom des Druckgases so groß ist, dass von einer Kavität gar kein
Druckmedium aufgenommen wird, wenn das Druckmedium auf die Druckform aufgebracht wird.
Durch die Steuerung des Volumenstroms des Druckgases in eine Kavität wird damit die
Steuerung von dessen Schöpfvolumen ermöglicht. Die Grenzen liegen dabei bei einem
Schöpfvolumen von null, bei dem kein Druckmedium in die Kavität aufgenommen wird,
und dem maximalen Schöpfvolumen, welches dem Volumen der Kavität entspricht. Eine
Kavität kann das maximale Schöpfvolumen aufnehmen, wenn an jedem mit dieser Kavität
in Verbindung stehenden Aktor eine solche Spannung anliegt, dass kein Druckgas in
die Kavität strömt.
[0076] Da erfindungsgemäß jeder Aktor unabhängig von allen anderen Aktoren elektrisch ansprechbar
ist, ist es möglich, das Schöpfvolumen jeder Kavität unabhängig von den anderen Kavitäten
der Druckform zu steuern.
[0077] In dieser Ausführungsform der Erfindung ist das Druckgas bevorzugt ein Gas oder ein
Gasgemisch. Besonders bevorzugt ist das Druckgas ein Gas, welches kein gesundheitliches
Gefahrenpotential aufweist. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Druckgas
Luft.
[0078] Nach der Aufnahme des Druckmediums wird überschüssiges Druckmedium mit einer Rakel
entfernt, wobei währenddessen die Steuerung der einzelnen Piezoaktoren unverändert
zur Steuerung während des Aufbringens des Druckmediums beibehalten wird. Hierdurch
wird verhindert, dass unerwünschte Mengen von Druckmedium in die Kavitäten eindringen
können. Während des Aufbringens des Druckmediums auf einen Bedruckstoffe wird die
Spannung an allen Aktorenn dann derart gesteuert, dass kein Druckgas mehr in die Kavitäten
gelangt. Das Druckgas beeinflusst damit das Aufbringen des Druckmediums auf einen
Bedruckstoff nicht.
[0079] In einer weiteren Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Vorrichtung weiterhin
dadurch gekennzeichnet, dass
die Deckschicht (42) eine Vielzahl von Kavitäten (60, 61) aufweist, wobei jede Kavität
(60, 61) mindestens einen Kanal (120, 121) aufweist;
mindestens eine Perforation (111, 112) der Trennschicht (110) an mindestens einen
Kanal (120, 121) einer Kavität (60, 61) in der Deckschicht (42) angrenzt;
mindesten ein Aktor an die mindestens eine Perforation der Trennschicht angrenzt;
und das die Vorrichtung weiterhin ein Sleeve aufweist, welches auf der Deckschicht
angeordnet ist.
[0080] In dieser Ausführungsform, weist die Vorrichtung ein Sleeve auf, welches auf der
Deckschicht angeordnet ist und diese vollständig bedeckt. Das Sleeve bedeckt damit
erfindungsgemäß auch die Kavitäten, die in der Deckschicht vorhanden sind. Weiterhin
weist das Sleeve bevorzugt ein Material aus der Gruppe enthaltend Kunststoffe, Naturlatex,
Naturkautschuk und Smart Materials auf, wobei das Material elastisch verformbar ist.
Unter Smart Materials werden dabei Materialien verstanden, die eine oder mehrere Eigenschaften
aufweisen, die durch externe Stimuli kontrolliert werden können. Solche Stimuli können
z.B. elektrische oder magnetische Felder, ph-Wert, Temperatur oder Druck sein. Erfindungsgemäß
weist das Sleeve eine Höhe zwischen 1 µm und 100 µm, bevorzugt zwischen 2 µm und 30
µm, besonders bevorzugt zwischen 3 µm und 10 µm auf.
[0081] Ist der Aktor als Piezoaktor ausgebildet und grenzt dieser an die Trennschicht an,
ist also nicht verformt, bilden die mindestens eine angrenzende Kavität, jeder angrenzende
Kanal und die angrenzenden Perforationen einen abgeschlossenen Raum. Das gleich gilt
für den Fall das der Aktor ein Ventil aufweist und dieses geschlossen ist. In diesem
abgeschlossenen Raum können sich ein gasförmiges oder ein flüssiges Medium befinden.
Erfindungsgemäß weist das Medium in dem Raum einen geeigneten Druck auf, um das Sleeve
so zu formen, das die darunter liegende Kavität derart bedeckt ist, dass an dieser
Position kein Druckmedium aufgenommen werden kann.
[0082] Sind die Aktoren in Form von Piezoaktoren ausgebildet und wird eine Spannung an einem
Piezoaktor angelegt, verformt sich hierdurch der Piezoaktor und zwischen Piezoaktor
und Trennschicht entsteht ein Hohlraum. Weisen die Aktoren Ventile oder Ventile mit
Düsen auf, sind die Ventile derart ausgebildet, dass durch das Öffnen der Ventile
ebenfalls ein Hohlraum zwischen Ventil und Trennschicht erzeugt wird.
[0083] Erfindungsgemäß grenzt an den Hohlraum mindestens eine Perforation der Trennschicht
derart an, dass der Austausch eines gasförmigen oder flüssigen Mediums zwischen dem
Hohlraum und der Perforation ermöglicht wird. In den Hohlraum kann daher erfindungsgemäß
ein Medium, das sich in den angrenzenden Perforationen der Trennschicht, den angrenzenden
Kanälen und der angrenzenden Kavität befindet, eindringen. Durch diesen Vorgang wird
der Druck in der Kavität verringert, in einer bevorzugten Ausführungsform wird durch
diesen Vorgang ein Unterdruck in der Kavität erzeugt. Durch die Druckänderung wird
das über der Kavität liegende Sleeve zum Aktor hin verformt. Ist der Unterdruck groß
genug, formt das Sleeve die darunter liegende Kavität vollständig aus und die Kavität
mit dem Sleeve als Oberfläche kann das maximale Schöpfvolumen eines Druckmediums aufnehmen.
Durch die Steuerung der Stärke des Unterdruckes kann die Stärke der Verformung des
Sleeves über einer Kavität gesteuert werden und damit das Schöpfvolumen der Kavität
mit dem Sleeve als Oberfläche.
[0084] Werden die Aktoren derart gesteuert, dass sich das Ventil schließt oder keine Verformung
des Piezoaktors mehr auftritt, so ist kein Unterdruck mehr vorhanden, das Sleeve wird
nicht verform und bedeckt die Kavität vollständig. Diese kann dann entsprechend kein
Druckmedium aufnehmen. Damit ist eine flexible Anpassung des Schöpfvolumens der Kavitäten
an Druckvorlagen möglich.
[0085] Die Größe des Unterdrucks wird durch die an den Aktoren angelegte Spannung gesteuert,
die entweder die Stärke der Verformung des Piezoaktors steuert oder den Öffnungsgrad
des Ventile. Beides wirkt sich auf das Volumen des entstehenden Hohlraumes zwischen
Trennschicht und Aktor aus und damit direkt auf die Größe des entstehenden Unterdruckes.
[0086] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Deckschicht eine Vielzahl
von Kavitäten auf, wobei die Deckschicht weiterhin mindestens einen Hohlraum aufweist,
der durch die Perforationen der Trennschicht mit mindestens einem Aktor verbunden
ist und wobei der mindestens eine Aktor derart angeordnet ist, dass der Aktor das
Schöpfvolumen der mindestens einen Kavität steuert.
[0087] Der mindestens eine Hohlraum in der Deckschicht ist unterhalb einer Kavität angeordnet
und kann ein gasförmiges oder flüssiges Medium aufnehmen. Befindet sich kein Medium
in dem Hohlraum so wird dieser durch die darüber liegende Deckschicht derart zusammengedrückt,
das auf der Deckschicht an dieser Position eine Kavität vorhanden ist. In einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung befindet sich unterhalb jeder Kavität in der Deckschicht
ein Hohlraum.
[0088] Der Aktor ist mit dem Hohlraum in der Deckschicht über mindestens eine Perforation
in der Trennschicht verbunden. In dieser Ausführungsform weist der Aktor mindestens
ein Ventil und ein Reservoir für ein flüssiges oder gasförmiges Medium auf. Geeignet
Medien sind z.B. Gase wie Luft, Gasgemische, Flüssigkeiten oder Öle. Weiterhin weist
der Aktor eine geeignete Vorrichtung auf, die das Medium durch das mindestens eine
Ventil in die angrenzenden Perforationen der Trennschicht pressen kann bzw. die das
Medium aus dem Hohlraum und die Perforation zurück in das Reservoir saugt. Die Vorrichtung
weist bevorzugt eine Steuerung auf, die durch eine angelegte Spannung gesteuert werden
kann. Bevorzugt wird die Vorrichtung zusammen mit dem mindestens einen Ventil gesteuert.
Eine solche Vorrichtung kann beispielsweise ein in einem Zylinder verlaufender Kolben
sein, wobei ein Teil des Zylinders das Reservoir für das gasförmige oder flüssige
Medium darstellt.
[0089] Ist das Ventil geöffnet wird das Medium in den Hohlraum in der Deckschicht, der an
die Perforationen angrenzt gepresst. Hierdurch wird die Deckschicht oberhalb des Hohlraums
derart verformt, dass das Schöpfvolumen der Kavität, die sich über dem Hohlraum befindet
verringert wird. Bei maximalen Füllgrad des Hohlraumes ist das Schöpfvolumen der darüber
liegenden Kavität null. Der Füllgrad des Hohlraums wird durch die Steuerung des Öffnungsgrades
und der Öffnungszeit des Ventiles im Aktor und die Steuerung der Vorrichtung bestimmt.
Hierdurch ist es möglich den Füllgrad des Hohlraumes flexibel einzustellen und damit
auch das Schöpfvolumen der Kavitäten.
[0090] Umgekehrt kann bei entsprechender Steuerung der Kolben derart bewegt werden, dass
das Medium aus dem Hohlraum in das Reservoir gesaugt wird. In diesem Fall wird der
Hohlraum wie bereits beschrieben von der darüber liegenden Deckschicht zusammengedrückt
und die Kavität auf der Oberfläche der Deckschicht nimmt das größtmögliche Schöpfvolumen
an.
[0091] In allen beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung kann damit das Schöpfvolumen
der Kavitäten auf der Deckschicht gesteuert werden. Damit können vorteilhafterweise
die Helligkeitswerte in einem Druckmuster berücksichtigt werden, da je nach Schöpfvolumen
der Kavität die Mengen des Druckmediums das in einer Kavität aufgenommen wird, gesteuert
werden kann. Im konventionellen Tiefdruck wird dies in analoger Weise über die Gravur
von Näpfchen mit verschiedener Tiefe realisiert. Vorteilhafterweise kann in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung das Schöpfvolumen jeder Kavität zwischen zwei Druckvorgängen verändert
werden, ohne einen Umbau der Druckform vorzunehmen. Im konventionellen Tiefdruck ist
dies aufgrund der Gravur der Druckform nicht möglich. Hier muss umständlich eine neue
Ballardhaut mit einer veränderten Gravur auf den Druckkörper aufgebracht werden.
[0092] Beispielsweise wird beim Druck eines Bildes das Schöpfvolumen durch die Graustufen
in den Farbseparationsdaten bestimmt. Je größer das Schöpfvolumen, desto mehr Druckmedium
wird auf den Bedruckstoff aufgebracht. In einer Ausführungsform wird das für den Druckvorgang
benötigte Schöpfvolumen der einzelnen Kavitäten daher als Funktion der Graustufen
eines Druckmusters bzw. der aus dem Druckmuster erstellten Separationsdaten bestimmt.
Das Schöpfvolumen der Kavitäten wir dann wie beschrieben über die angelegte Spannung
an den Aktoren eingestellt.
[0093] Die vorliegende Erfindung stellt vorteilhafterweise eine Druckform zur Verfügung,
die die gleiche Auflösung an Kavitäten aufweist, wie sie im konventionellen Tiefdruck
durch die Gravur von Näpfchen möglich ist.
[0094] Eine typische Walze, die im konventionellen Tiefdruck verwendet wird, weist ein Raster
mit einer Rasterweite von 60 Ipi, das heißt 60 Linien pro cm auf. Beispielhaft ergeben
sich damit 8.400 Kavitäten in der Breite und 7.800 Kavitäten im Umfang, für eine erfindungsgemäße
Vorrichtung mit einer Walze mit einer Breite von 140 cm und einer Umfang von 130 cm
als Druckkörper. Das heißt, erfindungsgemäß sind auf der gesamten Deckschicht der
Walze entweder 8.400
∗7.800=65.520.000 Kavitäten ausgebildet oder können erfindungsgemäß ausgebildet werden.
Demzufolge sind die Aktoren derart verteilt, dass 65.520.000 Rasterpunkte zur Verfügung
stehen, die einzeln angesteuert werden können. Wird eine Walze mit einer Breite von
60cm und einem Umfang von 40cm bei 60 Ipi verwendet, ergeben sich 3.600 Kavitäten
in der Breite und 2.400 Kavitäten im Umfang. In diesem Falle sind auf der gesamten
Deckschicht der Walze erfindungsgemäß 3.600
∗2.400=8.640.000 Kavitäten ausgebildet oder können erfindungsgemäß ausgebildet werden.
Die Aktoren sind entsprechend so verteilt, dass 8.640.000 Rasterpunkte zur Verfügung
stehen, die einzeln angesteuert werden können.
[0095] In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Vorrichtung dazu eingerichtet, Kavitäten
mit einer Rasterweite im Bereich 10 Ipi bis 80 Ipi, bevorzugt im Bereich 30 Ipi bis
70 Ipi, besonders bevorzugt mit 60 Ipi auszubilden oder weist Kavitäten mit den genannten
Rasterweiten auf.
[0096] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die Druckform zusätzlich
einen Sensor auf. Der Sensor ist dafür geeignet, exakt eine Position des Umfangs der
Walze zu bestimmen. Mit Hilfe des Sensors ist es vorteilhafterweise möglich, genau
zu bestimmen, an welchem Punkt des Umfangs der Walze diese gerade druckt.
[0097] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist weiterhin eine Vorrichtung zur Abgabe eines
Druckmediums auf. Die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums weist bevorzugt einen
Behälter mit einer Rakel oder Leitungen zum Transport des Druckmediums auf.
[0098] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums
einen Behälter mit einer Rakel auf. Der Behälter enthält in diesem Fall das Druckmedium
und die Druckform taucht in das Druckmedium im Behälter ein, so dass die Kavitäten
auf der Deckschicht des Druckmediums vollständig mit dem Druckmedium überflutet werden.
Die Rakel entfernt anschließend das überschüssige Druckmedium, so dass sich nur in
den Kavitäten Druckmedium befindet, die Deckschicht zwischen den Kavitäten jedoch
frei vom Druckmedium ist. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung eines Behälters
mit einer Rakel wenn der Druckkörper ein Zylinder ist. Ausführungsformen von Rakeln
sind aus dem Stand der Technik bekannt, so kann die Rakel beispielsweise in Form eines
Stahllineals ausgebildet sein. Bekannt sind aber auch Rakel aus elastischen oder weichen
Werkstoffen, die dafür geeignet sind Pulver abzustreifen. Geeignete elastische Materialien
sind beispielsweise Filz, Gummi oder andere Kunststoffe.
[0099] In einer weiteren Ausführungsform weist die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums
einen Behälter mit einem Luftvorhang auf. Der Behälter enthält in diesem Fall das
Druckmedium und die Druckform taucht in das Druckmedium im Behälter ein, so dass die
Kavitäten auf der Deckschicht des Druckmediums vollständig mit dem Druckmedium überflutet
werden. Durch den Luftvorhang wird anschließend das überschüssige Druckmedium entfernt.
[0100] Die Ausführungsformen, in denen die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums einen
Behälter mit einer Rakel oder einen Behälter mit einem Luftvorhang aufweist, sind
besonders vorteilhaft, wenn die Druckform als Druckkörper eine Druckwalze aufweist.
[0101] Ist einer weiteren Ausführungsform weist die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums
mindestens eine Auftragswalze und eine Rakel auf. Mit der mindestens einen Auftragswalze
wird das Druckmedium auf die Druckform aufgebracht und mit Hilfe der mindestens einen
Rakel wird anschließend das überschüssige Druckmedium entfernt. Diese Ausführungsform
ist besonders vorteilhaft wenn die Druckform eine Druckplatte als Druckkörper aufweist.
[0102] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Vorrichtung zur Abgabe
eines Druckmediums Leitungen zum Transport des Druckmediums auf. Die Leitungen verlaufen
vorteilhafterweise durch den Druckkörper und enden in der Deckschicht der Druckform
in den Bereichen, in denen Kavitäten ausgebildet werden können. Die Leitungen sind
so positioniert, dass jede Kavität, welche auf der Deckschicht ausgebildet ist, mit
Druckmedium befüllt werden kann. In dieser Ausführungsform ist vorteilhafterweise
eine Befüllung der Kavitäten vom inneren des Druckkörper möglich. Die Leitungen sind
mit entsprechenden Behältern verbunden, die Druckmedien enthalten. Über geeignete
Pump- und Steuervorrichtungen können die Kavitäten gezielt befüllt werden. Diese Vorrichtungen
und deren Verwendung sind dem Fachmann bekannt.
[0103] Erfindungsgemäß weist das Druckmedium mindestens eine pigmententhaltende Flüssigkeit
oder mindestens ein Funktionsmaterial auf.
[0104] Vorteilhafterweise ermöglicht es die vorliegende Erfindung, alle im herkömmlichen
Tiefdruck genutzten Druckmedien zu nutzen. Druckmedien können daher in einer Ausführungsform
pigmententhaltende Farben sein, die für den Tiefdruck geeignet sind. Darin sind auch
Sonderfarben und Mischfarben umfasst. Pigmententhaltende Flüssigkeiten können erfindungsgemäß
auch pigmententhaltende Lacke sein, beispielsweise Acryllacke oder PU-Lacke.
[0105] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Druckmedium Funktionsmaterialien
aufweisen.
[0106] In einer Ausführungsform der Erfindung können Pulver oder Fasern als Funktionsmaterial
dienen. Diese können verwendet werden, um beispielsweise 3D-Dtrukturen auf einem Bedruckstoff
zu erzeugen. Dabei können alle aus dem herkömmlichen 3D-Druck verwendeten Materialien
eingesetzt werden. Diese sind dem Fachmann bekannt.
[0107] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung können die Funktionsmaterialien in
eine Flüssigkeit, beispielsweise in eine Tinte, eingearbeitet sein. In einer Ausführungsform
dient die Flüssigkeit dabei lediglich zur homogeneren Verteilung der Funktionsmaterialien
und verdunstet nach dem Auftrag oder ist nach dem Auftrag abtragbar.
[0108] In einer Ausführungsform der Erfindung weist das Druckmedium Funktionsmaterialien
auf, die leitfähig sind. Diese Funktionsmaterialien können ausgewählt sein aus der
Gruppe enthaltend Ruß, Kohlefasern, Metallpulver, Salze, Legierungen, Nanopartikel,
insbesondere Kohlenstoffnanoröhren und leitfähigen Polymeren, wie beispielsweise Polypyrrole.
Es können auch Kombinationen dieser Substanzen zum Einsatz kommen.
[0109] In einer Ausführungsform der Erfindung weist das Druckmedium Funktionsmaterialien
in Form von organischen und/oder anorganischen farbgebenden Pigmenten auf, wobei die
Pigmente mindestens einen Stoff oder mindestens eine Stoffzusammensetzung enthalten,
dessen/deren Farbe durch eine Veränderung einer auf die Pigmente einwirkenden physikalischen
Größe veränderbar ist. Derartige Stoffe oder Stoffzusammensetzungen können hydrochrome,
piezochrome, photochrome, thermochrome oder phosphoreszierende Farbstoffe sein. Auf
diese Weise ist eine Farbveränderung des Drucks auf dem Bedruckstoff und der daraus
hergestellten Elemente beispielsweise für Bodenbeläge, Wand- und/oder Deckenverkleidungen
durch eine Veränderung des Feuchtigkeitsgehaltes, der Temperatur oder des Drucks möglich.
[0110] Das Druckmedium kann als Funktionsmaterial auch ein Bindemittel aufweisen, wobei
das Bindemittel sowohl ein anorganisches als auch ein organisches Mittel oder eine
Mischung daraus sein kann. Häufig finden Kunstharz enthaltende Bindemittel Anwendung.
[0111] In einer Ausführungsform der Erfindung weist das Druckmedium Funktionsmaterialien
auf, die dazu geeignet sind elektronische Bauteile zu drucken. Für die gedruckte Elektronik
werden sowohl organische als auch anorganische Materialien verwendet. Diese Materialien
liegen vorzugsweise in flüssiger Form, d. h. als Lösung, Dispersion oder Suspension,
vor. Dies trifft insbesondere auf viele organische Funktionsmaterialien, die als Leiter,
Halbleiter oder Isolatoren verwendet werden, zu. In der Regel handelt es sich bei
den anorganischen Materialien um Dispersionen von metallischen Mikro- oder Nanopartikeln.
Geeignete Nanopartikel können beispielsweise eine leitfähige Beschichtung auf einem
nicht leitfähigen Kern aufweisen. Zu den am häufigsten in der gedruckten Elektronik
verwendeten Materialien zählen die leitfähigen Polymere Poly-3,4-ethylendioxythiophen,
das mit Polystyrensulfonat dotiert wird, Polypyrrol und Polyanilin. Beide Polymere
sind kommerziell in verschiedenen Formulierungen erhältlich. Alternativ werden Silber-,
Gold- und oder Kupfer-Nanopartikel verwendet. Neben den polymeren und metallischen
Materialien rückt zudem auch der Kohlenstoff als robustes Material für gedruckte elektronische
Anwendungen in den Fokus dieser Technologie. Zahlreiche polymere Halbleiter werden
im Inkjetdruck prozessiert. Beispiele für polymere Halbleiter sind Poylthiophene wie
Poly(3-Hexylthiophen) und Poly-9,9-dioctylfluorencobithiophen. Druckbare organische
und anorganische Isolatoren bzw. Dielektrika existieren in großer Zahl.
[0112] Weiterhin kann das Druckmedium Funktionsmaterialien in Form von Phasenwechselmaterialien
aufweisen. Phasenwechselmaterialien sind Materialien, deren latente Schmelzwärme,
Lösungswärme oder Absorptionswärme wesentlich größer ist als die Wärme, die sie aufgrund
ihrer normalen spezifischen Wärmekapazität, d.h. ohne den Phasenumwandlungseffekt
speichern können. Diese Materialien sind unter anderem dafür geeignet, um Latentwärmespeicher
zu erzeugen.
[0113] In einer weiteren Ausführungsform kann das Druckmedium als Funktionsmaterial Leuchtpigmente
in Form von Elektroluminophore oder luminiszierenden Stoffen aufweisen. Bei Elektroluminophoren
handelt es sich um Pigmente, die durch ein elektrisches Wechselfeld zur Lumineszenz
angeregt werden können. Ein geeignetes Elektroluminophor ist beispielsweise Zinksulfid,
das mit verschiedenen Metallen wie Mangan (ZnS:Mn), Gold, Silber, Kupfer oder Gallium
dotiert ist. Als luminiszierende Stoffe werden weiterhin bevorzugt fluoreszierende
und/oder phosphoreszierende Stoffe auf anorganischer oder organischer Basis, insbesondere
Zinksulfid und Erdalkalialuminate eingesetzt.
[0114] Das Druckmedium kann als Funktionsmaterial einkristalline Materialien aufweisen,
die als piezoelektrische Sensoren dienen können. Bevorzugt sind einkristalline Materialien,
wie Quarz, Turmalin und Galliumphosphat.
[0115] Weiterhin kann das Druckmedium als Funktionsmaterial abriebfeste Partikel, natürliche
Fasern, synthetische Fasern und/oder Flammschutzmittel aufweisen. In einer Ausführungsform
können Harze wie Melamin-Formaldehyd-Harz, oder Harnstoff-Formaldehyd-Harz, Acrylat-
und Polyurethanharze als geeignete Bindemittel zum Einsatz kommen. Diese Arten von
Funktionsmaterialien sind geeignet, um eine Schutzschicht auf einem Bedruckstoff aufzubringen.
In einer Ausführungsform können die Funktionsmaterialien pigmenthaltige oder auch
pigmentfreie Lacke sein, die bevorzugt mittels energiereicher Strahlung, z.B. durch
UV- oder Elektronenstrahlhärtung ausgehärtet werden. In einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weist das Funktionsmaterial ein Harz auf oder besteht aus
diesem.
[0116] Die abriebfesten Partikel sind bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Aluminiumoxide,
Korund, Borcarbide, Siliziumdioxide, Siliziumcarbide und Glaspartikel. Als natürliche
und/oder synthetische Fasern kommen insbesondere Fasern ausgewählt sind aus der Gruppe
enthaltend Holzfasern, Zellulosefasern, Wollfasern, Hanffasern und organische oder
anorganische Polymerfasern zum Einsatz. Als Korund kommt beispielsweise eine Mischung
aus üblichen silanisierten Korunden unterschiedlicher Körnung zum Einsatz.
[0117] Als Flammschutzmittel werden bevorzugt Phosphate, Borate, insbesondere Ammoniumpolyphosphat,
Tris(tri-bromneopentyl)phosphat, Zinkborat oder Borsäurekomplexe von mehrwertigen
Alkoholen verwendet.
[0118] Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung mindestens eine Vorrichtung zur Steuerung auf.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Vorrichtung zur Steuerung
ein PC, ein Tablet oder ein anderes datenverarbeitendes Gerät. Die Vorrichtung zur
Steuerung ist derart eingerichtet, dass sie die Spannung an den Aktoren steuert. Auf
dem PC, Tablet oder datenverarbeitenden Gerät wird das auf den Bedruckstoff zu druckende
Druckmuster hinterlegt und in Abhängigkeit von den Farbwerten des Druckmusters wird
die Spannung an den Aktoren gesteuert. In einer Ausführungsform werden abhängig von
der Spannung an den Aktoren Kavitäten mit einem gesteuerten Schöpfvolumen auf der
Deckschicht der Druckform derart ausgebildet, dass das Druckmuster auf den Bedruckstoff
abgebildet werden kann. In einer weiteren Ausführungsform wird das Schöpfvolumen der
Kavitäten auf der Deckschicht durch Volumenströme eines Druckgases in abhängig von
der Spannung an den Aktoren derart gesteuert, dass das Druckmuster auf den Bedruckstoff
abgebildet werden kann.
[0119] Wird ein mehrfarbiges Druckmuster gedruckt, ist die Vorrichtung zur Steuerung bevorzugt
dazu in der Lage, eine digitale Separationsdatei für die verschiedenen Farben des
Druckmusters zu erstellen. Die Spannung an den Aktoren wird dann entsprechend so gesteuert,
dass die Kavitäten auf der Deckschicht Schöpfvolumen aufweisen, die geeignet sind,
das Druckmuster entsprechend der Separationsdateien abzubilden.
[0120] Weist die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums Leitungen zum Transport des Druckmediums
auf, werden außerdem die Daten für die Abgabe des Druckmediums von der Vorrichtung
zur Steuerung der Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums übertragen. Somit ist
es möglich, die Menge und Art des Druckmediums zu steuern, das an die jeweiligen Kavitäten
abgegeben wird.
[0121] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist weiterhin mindestens eine Vorrichtung zur
Datenübertragung auf. In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Vorrichtung
zur Datenübertragung mindestens zwei Sender-/Empfängervorrichtungen auf, die dazu
eingerichtet sind, kontaktlos Daten zu übertragen. Geeignete Sender-/Empfängervorrichtungen
sind sowohl dazu eingerichtet, Daten kontaktlos zu senden als auch zu empfangen. Erfindungsgemäß
ist eine Sender-/Empfängervorrichtung mit der Vorrichtung zur Steuerung verbunden,
eine weitere Sender-/Empfängervorrichtung befindet sich an der Druckform. Somit ist
es möglich, Informationen von der Vorrichtung zur Steuerung an die Aktoren zu übertragen
und umgekehrt. Die kontaktlose Datenübertragung ist beispielsweise mittels WLAN, Bluetooth
oder ähnlicher Verfahren möglich. Kontaktlose Datenübertragung umfasst erfindungsgemäß
auch die kontaktlose optische Datenübertragung. Diese ist beispielsweise über Lichtwellenleiter
möglich. Die kontaktlose Datenübertragung hat den Vorteil, dass die Datenübertragung
problemlos auch bei hohen Drehzahlen gewährleistet werden kann und das diese Art der
Datenübertragung sich weitestgehend durch Verschleißfreiheit auszeichnet.
[0122] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Vorrichtung zur Datenübertragung
mindestens einen Kontakt auf. In einer bevorzugten Ausführungsform ist dieser Kontakt
ein Schleifringübertrager. Schleifringübertrager sind aus dem Stand der Technik bereits
bekannt und werden zur Übertragung von Informationen an rotierenden Elementen genutzt.
Ein Schleifringübertrager wird bevorzugt eingesetzt, wenn der Druckkörper ein Zylinder
ist. Der Schleifringübertrager ist dann derart positioniert, dass er Informationen
von der Vorrichtung zur Steuerung an die Druckform übertragen kann und umgekehrt.
[0123] Unabhängig von der Ausführungsform der Datenübertagung sind alle Aktoren zum Zweck
der Datenübertragung vernetzt. Jeweils ein Teil der Aktoren ist über eine Zwischenvernetzung
mit einer zentralen Vernetzung verbunden. Die Vernetzung findet erfindungsgemäß über
elektronische Verbindungen wie Leitungen, Leiterplatten und/oder Leiterfolien statt.
Die zentrale Vernetzung mündet in mindestens einem Kontakt oder in mindestens einer
Sender-/Empfängervorrichtung.
[0124] Weist die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums Leitungen zum Transport des Druckmediums
auf, befindet sich in einer Ausführungsform der Erfindung zusätzlich an der Vorrichtung
zur Abgabe eines Druckmediums eine Sender-/Empfängervorrichtung. Somit ist es möglich,
Informationen von der Vorrichtung zur Steuerung an die Vorrichtung zur Abgabe eines
Druckmediums zu übermitteln und umgekehrt. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
ist die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums mit der Vorrichtung zur Steuerung
über ein Datenkabel verbunden.
[0125] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die erfindungsgemäße Vorrichtung
mehrere Kontakte oder mehrere Sender-/Empfängervorrichtungen auf. In diesem Fall weist
die Druckform zum Beispiel zwei, drei oder vier Kontakte oder Sender-/Empfängervorrichtungen
auf. So kann gewährleistet werden, dass die Datenübertagung auch bei erhöhtem Datenvolumen
durchgeführt werden kann.
[0126] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Vorrichtung zur Datenübertragung
mindestens zwei Sender-/Empfängervorrichtungen auf, die dazu eingerichtet sind kontaktlos
Daten zu übertragen und/oder die Vorrichtung zur Datenübertragung weist mindestens
einen Kontakt auf. Eine Kombination der Vorrichtungen zur Datenübertragung ist erfindungsgemäß
möglich.
[0127] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird eine Druckform zur Verfügung gestellt,
bei der das Schöpfvolumen der Kavitäten der Deckschicht steuerbar ist. Damit ist es
möglich die Anordnung von druckenden (Kavitäten mit einem Schöpfvolumen ungleich Null)
und nichtdruckenden Bereichen (Kavitäten mit einem Schöpfvolumen von Null) zu verändern
ohne die Deckschicht der Druckform zu wechseln. Im Vergleich zum konventionellen Tiefdruck
entfällt daher vorteilhafterweise die Herstellung mindestens einer gravierten statischen
Druckform für jedes Druckmuster sowie deren Wechsel und Lagerung im Druckprozess.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht daher die Verwendung einer Druckform für
beliebig viele Druckmuster.
[0128] Darüber hinaus ist es möglich, das Schöpfvolumen der Kavitäten in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung unmittelbar nach einem durchgeführten Druckvorgang zu ändern. Hierfür
weist die Druckform erfindungsgemäß einen Sensor auf, der dafür geeignet ist, exakt
eine Position des Umfangs der Walze zu bestimmen. Mit Hilfe des Sensors ist es möglich,
genau zu bestimmen, an welchem Punkt des Umfangs der Walze diese gerade druckt. Somit
können die Schöpfvolumen der Kavitäten nach einem erfolgten Druckvorgang auf der Walze
verändert werden. Mit vorschreitendem Druckprozess können die Kavitäten daher fortlaufend
andere Druckpunkte im Druckmuster abbilden.
[0129] Durch die vorliegende Erfindung ist es daher möglich, digitale Druckmuster auf Bedruckstoffe
zu drucken, die eine größere Druckdatenlänge aufweisen als der Walzenumfang beträgt.
Dies bietet gegenüber dem konventionellen Tiefdruck den Vorteil, dass der Umfang einer
Druckwalze unabhängig von der Druckdatenlänge oder der Länge eines Rapports eines
Druckmusters gewählt werden kann. Damit ist es nicht länger notwendig, Walzen mit
verschiedenen Umfängen in der Produktion zur Verfügung zu stellen, um Druckmuster
mit unterschiedlichen Druckdatenlängen zu drucken. Die Druckdatenlänge, die gedruckt
werden kann, ist damit umgekehrt auch nicht mehr von den vorhandenen Walzen abhängig.
Jede beliebige Druckdatenlänge kann mit der vorliegenden Erfindung mit einer Walze
gedruckt werden. Dies bietet einen enormen wirtschaftlichen Vorteil und eine enorm
gesteigerte Flexibilität gegenüber konventionellen Tiefdruckvorrichtungen.
[0130] Die Merkmale der erfindungsgemäßen Vorrichtung gelten auch für die im Folgenden beschriebenen
erfindungsgemäßen Verfahren und umgekehrt.
[0131] Weiterhin ist ein Verfahren zur Erzeugung einer Vielzahl von Kavitäten auf einer
Druckform mittels einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 Gegenstand der
vorliegenden Erfindung. Die Druckform umfasst einen Druckkörper, eine Vielzahl von
Aktoren, eine Trennschicht mit einer Vielzahl von Perforationen und eine Deckschicht.
Über eine Steuerung ist jeder Aktor unabhängig von den weiteren Aktoren elektrisch
ansprechbar. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass
eine Spannung an jedem Aktor angelegt wird, an dessen Position eine Kavität an der
Oberfläche der Druckform entstehen soll; und
durch die angelegte Spannung die Deckschicht verformt wird und dadurch an dieser Position
eine Kavität an der Oberfläche der Druckform gebildet wird.
[0132] In einer Ausführungsform der Erfindung wird die Tiefe und damit das Schöpfvolumen
einer Kavität durch die Stärke der am zugehörigen Aktor angelegten Spannung gesteuert.
Die angelegte Spannung steuert das Volumen des Hohlraumes, der zwischen Aktor und
Trennschicht entsteht und damit die Größe des Unterdrucks und die Stärke der Verformung
der Deckschicht. Entsprechend wird auch die Tiefe und damit das Volumen der ausgebildeten
Kavität beeinflusst.
[0133] Durch das erfindungsgemäße Verfahren können in einer Ausführungsform der Erfindung
wie beschrieben, Kavitäten verschiedener Tiefe und verschiedener Form auf der Deckschicht
ausgebildet werden. Werden die Kavitäten als Näpfchen für den Tiefdruck ausgebildet,
ist es prinzipiell möglich alle Näpfchenformen und Näpfchentiefen, die aus dem konventionellen
Tiefdruck bekannt sind, auszubilden.
[0134] In einer Ausführungsform der Erfindung werden Kavitäten in Form von Näpfchen, die
vorzugsweise kreisförmig sind, mit einem Durchmesser von 0,05 bis 0,15 mm, besonders
bevorzugt mit einem Durchmesser von 0,1 mm ausgebildet. Kreisförmig bezieht sich in
diesem Zusammenhang auf die Form der Näpfchen wenn die Deckschicht von oben betrachtet
wird. Die Form der Näpfchen im Querschnitt der Deckschicht betrachtet kann dabei beliebig
ausgebildet sein.
[0135] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Deckschicht Stege auf, die die Form
der Kavitäten beeinflussen. Da die Stege nicht verformbar sind, können sie mit Ihrer
Formgebung die Form der Kavitäten, die ausgebildet werden beeinflussen.
[0136] Weiterhin umfasst die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung des Schöpfvolumens von
Kavitäten auf einer Druckform mittels einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4
bis 8, wobei über eine Steuerung jeder Aktor unabhängig von den weiteren Aktoren elektrisch
ansprechbar ist dadurch gekennzeichnet, dass
eine Spannung an mindestens einem Aktor angelegt wird;
Druckgas aus dem Druckkörper durch den Kanal in die mit dem mindestens einen Aktor
verbundene mindestens eine Kavität entweicht oder ein Medium in einen Hohlraum in
der Deckschicht eingebracht wird oder das Sleeve durch Druck verformt wird;
ein Druckmedium auf die Druckform aufgebracht wird;
wobei das Schöpfvolumen der mindestens einen Kavität durch den Volumenstrom des ausströmenden
Druckgases oder durch das Volumen des in den Hohlraum strömenden Mediums oder durch
die Größe des Drucks mit dem das Sleeve verformt wird, gesteuert wird.
[0137] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes
mit einer Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 mit einem digitalen Druckmuster,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Aktoren elektrisch angesteuert werden, so dass die Kavitäten Schöpfvolumen eines
Druckmediums aufnehmen können, die dazu geeignet sind, das digitale Druckmuster auf
einem Bedruckstoff abzubilden oder dass auf der Druckform Kavitäten mit Schöpfvolumen
ausgebildet werden, die dazu geeignet sind, das digitale Druckmuster auf einem Bedruckstoff
abzubilden;
von der Druckform ein Druckmedium durch eine Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums
aufgenommen wird; und
das digitale Druckmuster mit der Vorrichtung direkt oder indirekt auf den Bedruckstoff
gedruckt wird.
[0138] Gemäß dem Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung werden zunächst die Aktoren elektrisch angesteuert, so dass die Kavitäten
Schöpfvolumen eines Druckmediums aufnehmen können, die dazu geeignet sind, das digitale
Druckmuster auf einem Bedruckstoff abzubilden oder dass auf der Druckform Kavitäten
mit Schöpfvolumen ausgebildet werden, die dazu geeignet sind, das digitale Druckmuster
auf einem Bedruckstoff abzubilden. Hierfür werden über die Vorrichtung zur Steuerung
die notwendigen Daten über die Vorrichtung zur Datenübertragung an die Druckform übertragen
und so die Spannung an den einzelnen Piezoaktoren gesteuert.
[0139] Das digitale Druckmuster kann dabei maximal eine Druckdatenbreite aufweisen, die
so breit ist, wie die verwendete Druckform. Es kann aber auch ein digitales Druckmuster
geringerer Druckdatenbreite gedruckt werden. In einer Ausführungsform werden in diesem
Fall nur an den Stellen der Druckform Kavitäten ausgebildet, die für das Drucken des
digitalen Druckmusters notwendig sind. In einer weiteren Ausführungsform wird das
Schöpfvolumen alle Kavitäten, die außerhalb des für den Druck des digitalen Druckmusters
notwendigen Bereichs auf der Druckform angeordnet sind, derart gesteuert, dass deren
Schöpfvolumen Null ist. Damit tragen diese Kavitäten nicht zum Druck bei.
[0140] Anschließend wird von der Druckform ein Druckmedium durch eine Vorrichtung zur Abgabe
eines Druckmediums aufgenommen, das heißt die auf der Deckfläche der Druckform ausgebildeten
Kavitäten werden mit einem Druckmedium befüllt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist
also auch in dieser Hinsicht flexibler einsetzbar als konventionelle Druckvorrichtungen.
[0141] Das digitale Druckmuster wird dann direkt oder indirekt auf einen Bedruckstoff gedruckt.
Beim direkten Drucken wird das Druckmedium direkt von der Druckform auf einen Bedruckstoff
übertragen. Das Verfahren zum direkten Bedrucken wird analog zum direkten Bedrucken
im konventionellen Tiefdruckverfahren durchgeführt. Im Allgemeinen wird im Druckverfahren
durch einen sogenannten Presseur ein Anpressdruck auf den Bedruckstoff ausgeübt, so
dass der Übertrag des Druckmediums im Druckprozess stattfinden kann. Diese Verfahren
sind dem Fachmann bekannt.
[0142] Alternativ kann das digitale Druckmuster auch indirekt auf einen Bedruckstoff übertragen
werden. Verfahren zum indirekten Bedrucken sind ebenfalls aus dem konventionellen
Tiefdruck bekannt und können in der vorliegenden Erfindung genutzt werden. Insbesondere
kann ein indirekter Druck über eine Gummiwalze als Überträger durchgeführt werden.
In diesem Fall wird das Druckmuster durch die erfindungsgemäße Vorrichtung auf eine
Gummiwalze übertragen und von der Gummiwalze auf einen Bedruckstoff aufgebracht.
[0143] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das Druckmuster indirekt auf
eine strukturierte Oberfläche gedruckt. Das Druckmuster wird durch die erfindungsgemäße
Vorrichtung auf ein flexibles Übertragungselement aufgebracht. Das flexible Übertragungselement
wird über eine Umlenkwalze geführt und anschließend wird das Druckmuster auf den Bedruckstoff
übertragen. Hierfür wird mit einer beweglichen Gegendruckwalze das flexible Übertragungselement
an den Bedruckstoff gepresst. Die bewegliche Gegendruckwalze kann sich der Strukturierung
des Bedruckstoffes derart anpassen, dass während des Übertrags des Druckmediums auf
den Bedruckstoff jederzeit ein ausreichend großer Anpressdruck herrscht. Ausreichend
groß ist der Anpressdruck, wenn eine fehlerfreie Übertragung des Druckmediums gewährleistet
ist. Die bewegliche Gegendruckwalze weist zusätzlich eine elastische Beschichtung
derart auf, dass das flexible Übertragungselement zumindest teilweise in Strukturen
auf der Oberfläche des Bedruckstoffes hineingepresst wird, so dass eine fehlerfreie
Übertragung des Druckmediums gewährleistet ist. Geeignete flexible Übertagungselemente
weisen eine derartige Elastizität auf, dass sie sich an Strukturen auf der Oberfläche
des Bedruckstoffes anpassen können. Beispielhaft kann das flexible Übertragungselement
ein Material aufweisen, enthalten in einer Gruppe umfassend Schaumstoff, Gummi, Elastomere
und Textilien.
[0144] Die aus dem Stand der Technik bekannte Rasterwinkelung nach DIN 16 547 kann mit der
vorliegenden Erfindung ebenfalls umgesetzt werden. Bei der Rasterwinkelung werden
die Grundfarben des CMYK Farbraums in verschiedenen Rasterwinkeln übereinander gedruckt.
[0145] Die Winkel der Grundfarben sind dabei in der DIN 16 547 festgelegt. Die Rasterwinkelung
vermeidet auffallend störende Muster wie Moire-Effekte bzw. vermindert deren Prägnanz.
[0146] In einer Ausführungsform der Erfindung wird das Schöpfvolumen der Kavitäten auf der
Druckform nach der Übertragung des Druckmusters auf den Bedruckstoff verändert. In
einer Ausführungsform der Erfindung geschieht dies durch die Änderung der Anordnung
und/oder des Volumens der ausgebildeten Kavitäten. In einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung geschieht dies durch die Änderung des Volumenstroms des Druckgases in
die Kavitäten. Durch die Änderung des Schöpfvolumens der Kavitäten kann in jeder Ausführungsform
der Erfindung die Anordnung der druckenden und nicht druckenden Bereiche der Deckschicht
verändert werden. Im gleichen Zuge wird das Volumen des Druckmediums verändert, dass
von einer Kavität aufgenommen und damit auf einen Bedruckstoff abgegeben wird. Damit
können vorteilhafterweise die Helligkeitswerte in einem Druckmuster berücksichtigt
werden
[0147] In einer Ausführungsform der Erfindung wird das Schöpfvolumen der Kavitäten auf der
Druckform unmittelbar nach dem Übertragen des Druckmediums auf den Bedruckstoff verändert.
In diesem Fall kann das Schöpfvolumen der Kavitäten und damit die Anordnung der druckenden
und nicht druckenden Bereiche der Deckschicht bereits verändert werden, bevor das
vollständige Druckmuster gedruckt wurde. Dies ist vor allem vorteilhaft bei der Nutzung
einer Walze als Druckkörper. Vorteilhafterweise weist in dieser Ausführungsform die
Druckform zusätzlich einen Sensor auf, mit dem exakt bestimmt werden kann, an welcher
Position des Umfangs der Walze die Druckform gerade druckt. Somit können gezielt die
Kavitäten auf der Deckschicht verändert werden, die bereits gedruckt haben und die
unverändert gelassen werden, die noch nicht gedruckt haben.
[0148] Diese Ausführungsform ist besonders vorteilhaft bei der Verwendung einer Walze als
Druckform, da erfindungsgemäß die Rapportlänge eines Druckmusters nicht länger auf
den Walzenumfang beschränkt ist oder auf diesen abgestimmt werden muss. Die vorliegende
Erfindung ermöglicht es daher, eine wesentlich größere Auswahl an Druckmustern zu
drucken, als dies mit dem konventionellen Tiefdruck möglich ist, bei dem die Maße
eines Druckmusters durch den Walzenumfang beschränkt werden.
[0149] Als digitale Druckmuster können daher erfindungsgemäß sämtliche Druckmuster dienen,
die auch mit dem herkömmlichen Tiefdruckverfahren verarbeitet werden können. Jedoch
können mit der vorliegenden Erfindung auch Druckmuster gedruckt werden, deren Druckdatenlänge
größer ist als der Walzenumfang der Druckform, wenn eine Walze als Druckkörper genutzt
wird.
[0150] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das digitale Druckmuster beispielsweise
eine Dekorvorlage, die in der dekorativen Gestaltung von Laminaten, die für Boden-,
Wand- und/oder Deckenbeläge Verwendung findet. Insbesondere bei Fußbodenlaminaten
werden beliebige Holz-, Fliesen-, Stein-, Phantasiedekore oder Parkettimitate auf
Bedruckstoffe aufgebracht. Zur Herstellung dieser Dekore dienen häufig Vorlagen aus
der Natur, die nach einer Digitalisierung oder nach einer zusätzlichen digitalen Bearbeitung
mit einer Software auf einen Bedruckstoff aufgebracht werden.
[0151] In einer weiteren Ausführungsform kann das digitale Druckmuster auch eine oder mehrere
Funktionsschichten darstellen. Funktionsschichten sind Schichten, die auf einen Bedruckstoff
aufgebracht werden und die vorrangig einen funktionellen Nutzen bringen. Funktionsschichten
gemäß der vorliegenden Erfindung umfassen beispielsweise
- Latentwärmespeicher mit Phasenwechselmaterialien,
- eine Fussbodenheizung auf Basis einer Widerstandsheizung,
- eine Beleuchtung auf Basis von Elektrolumineszenz, wie z.B. zinksulfidische Luminophore,
- Einbruchssensor auf Basis piezoelektrischer Elemente,
- Farbanpassung auf Basis thermochromer Pigmente,
- Unfall-/Einbruchsmelder auf Basis piezochromer Pigmente,
- Feuermelder auf Basis Widerstandsänderung,
- Bindemittel zur Fixierung einer bereits aufgetragenen gedruckten Schicht, das Bindemittel
kann dabei vollflächig oder auch nur an bestimmten Stellen des Bedruckstoffes aufgetragen
werden,
- Funktionsschichten, die der Datenübertragung bzw. Datenweiterleitung dienen, diese
Funktionsschichten können beispielsweise an ein vorhandenes Computernetzwerk angebunden
werden.
[0152] Hierbei werden unter anderem die bekannten Verfahren zur Herstellung gedruckter Elektronik
verwendet. Gedruckte Elektronik bezeichnet elektronische Bauelemente, Baugruppen und
Anwendungen, die vollständig oder teilweise mittels Druckverfahren hergestellt werden.
Anstelle der Druckfarben werden elektronische Funktionsmaterialien, die in flüssiger
oder pastöser Form vorliegen, verdruckt. Geeignet Funktionsmaterialien sind bereits
eingangs beschrieben worden.
[0153] Die für die Herstellung der Funktionsschicht notwendigen Materialien können dabei
in eine Flüssigkeit eingearbeitet sein. Es ist aber auch möglich, dass die zum Druck
verwendete Tinte selbst die Funktionsschicht darstellt. Eine weitere Möglichkeit ist,
dass die Flüssigkeit lediglich zur homogeneren Verteilung der Funktionsschicht dient
und nach dem Auftrag verdunstet oder abtragbar ist.
[0154] Die Ausführung derartiger Funktionsschichten ist dem Fachmann bekannt und in der
Literatur bereits beschrieben.
[0155] Prinzipiell ist jedes für das Aufbringen eines Druckmediums geeignetes Material als
Bedruckstoff geeignet. Der Bedruckstoff kann dabei eine glatte oder auch eine raue
Oberfläche aufweisen, auf die das Druckmedium aufgebracht wird. In einer Ausführungsform
der Erfindung ist der Bedruckstoff gemäß der vorliegenden Erfindung ausgewählt aus
einer Gruppe enthaltend Papier, Glas, Metall, Folien, Holzwerkstoffe, insbesondere
MDF- oder HDF-Platten, WPC-Platten, Furniere, Lackschichten, Kunststoffplatten, faserverstärktem
Kunststoff, Hartpapier und anorganische Trägerplatten.
[0156] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Bedruckstoff zumindest eine flächige
Form auf, welche mit den erfindungsgemäßen Druckformen bedruckt werden kann. Geeignete
Bedruckstoffe können daher beispielsweise Laminate, Möbelplatte, Fronten von Möbeln,
Arbeitsplatte, Türfronten, Tapeten, Papiere und Glasflächen sein. Der Bedruckstoff
kann dabei eine glatte Oberfläche aufweisen oder aber auch eine strukturierte Oberfläche.
Weist der Bedruckstoff eine strukturieret Oberfläche auf, wird der Bedruckstoff bevorzugt
indirekt bedruckt. Dieses Verfahren wurde bereits eingangs beschrieben.
[0157] In einer Ausführungsform der Erfindung wird Papier als Bedruckstoff verwendet. Als
Druckbasispapier geeignetes Papier ist bevorzugt weiß und hat ein Gewicht von 60 bis
90 g/m
2, bevorzugt 65 bis 80 g/m
2, besonders bevorzugt 70 g/m
2. Das Papier wird vor dem Bedrucken mit einem Primer versehen, um dieses zu grundieren.
Geeignete Mittel, die als Primer verwendet werden können, sind dem Fachmann bekannt.
[0158] Druckdekore finden beispielsweise Einsatz in der Herstellung von Fußbodenlaminat
oder in Form von Wand- und Deckenverkleidungselementen. In diesem Fall ist der Bedruckstoff
vorzugsweise eine Holzwerkstoffplatte. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist der Bedruckstoff eine Holzwerkstoffplatte.
[0159] Insbesondere bei der Verwendung von Holzwerkstoffplatten wird in einer Ausführungsform
des vorliegenden Verfahrens auf die zu bedruckende Seite der Holzwerkstoffplatte vor
dem Bedrucken mit dem digitalen Druckmuster mindestens eine Grundierungsschicht umfassend
mindestens ein Harz und/oder mindestens einen Lack aufgetragen, die anschließend angetrocknet
und/oder angehärtet wird.
[0160] Vorzugsweise wird die zu bedruckende Seite der Holzwerkstoffplatte vor dem Auftragen
der Grundierung angeschliffen.
[0161] In einer Ausführungsform der Erfindung wird Papier als Bedruckstoff verwendet. Als
Druckbasispapier geeignetes Papier ist bevorzugt weiß und hat ein Gewicht von 60 bis
90 g/m
2, bevorzugt 65 bis 80 g/m
2, besonders bevorzugt 70 g/m
2. Das Papier wird vor dem Bedrucken mit einem Primer versehen, um dieses zu grundieren.
Geeignete Mittel, die als Primer verwendet werden können, sind dem Fachmann bekannt.
[0162] Druckdekore finden beispielsweise Einsatz in der Herstellung von Fußbodenlaminat
oder in Form von Wand- und Deckenverkleidungselementen. In diesem Fall ist der Bedruckstoff
vorzugsweise eine Holzwerkstoffplatte. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist der Bedruckstoff eine Holzwerkstoffplatte.
[0163] Insbesondere bei der Verwendung von Holzwerkstoffplatten wird in einer Ausführungsform
des vorliegenden Verfahrens auf die zu bedruckende Seite der Holzwerkstoffplatte vor
dem Bedrucken mit dem digitalen Druckmuster mindestens eine Grundierungsschicht umfassend
mindestens ein Harz und/oder mindestens einen Lack aufgetragen, die anschließend angetrocknet
und/oder angehärtet wird.
[0164] Vorzugsweise wird die zu bedruckende Seite der Holzwerkstoffplatte vor dem Auftragen
der Grundierung angeschliffen.
[0165] Zur Grundierung kann eine wässrige Harzlösung und/oder eine strahlenhärtbare Spachtelmasse
auf die zu bedruckende Seite des Trägermaterials aufgetragen werden. Als Grundierungsmittel
sind z.B. wässrige Harzlösungen wie Melamin-Formaldehyd-Harz, Harnstoff-Formaldehyd-Harz
oder Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz einsetzbar. Es ist ebenfalls möglich, das
Trägermaterial mit 1K/2K-Acrylat-, UV- und/oder ESH-Spachtel vorzubeschichten bzw.
zu grundieren und anschließend diese Grundierungsschicht entsprechend auszuhärten.
[0166] Vorzugsweise wird für die Vorbeschichtung bzw. Grundierung der Holzwerkstoffplatte
eine wässrige Harzlösung verwendet, die eine wässrige Harzlösung, insbesondere eine
wässrige Lösung eines Melamin-Formaldehyd-Harzes, Harnstoff-Formaldehyd-Harzes oder
Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz.
[0167] Die Auftragsmenge an flüssiger Harzlösung zur Grundierung kann zwischen 10 und 80
g/m
2, bevorzugt 20 und 50 g/m
2 betragen. Der Feststoffgehalt der wässrigen Harzlösung liegt zwischen 30 und 80%,
bevorzugt 40 und 60%, insbesondere bevorzugt bei 55%. Das Flüssigharz kann zusätzlich
geeignete Netzmittel, Härter, Trennmittel und Entschäumer aufweisen.
[0168] Nach Auftragen der wässrigen Harzlösung auf die Holzwerkstoffplatte zur Vorbeschichtung
bzw. Grundierung derselbigen wird das Flüssigharz auf eine Feuchte von 10%, bevorzugt
6% z.B. in einem Konvektionsofen oder Nahinfrarot-Ofen getrocknet.
[0169] In einer anderen Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens kann die Holzwerkstoffplatte
mit 1K/2K-Acrylat-, und/oder ESH-Spachtel vorbeschichtet bzw. grundiert werden. Eine
UV-Spachtelmasse besteht vorteilhafterweise im Wesentlichen aus UV-härtbaren Lackkomponenten,
Pigmenten, Reaktivverdünner und Radikalbildnern als Kettenstarter.
[0170] Die Auftragsmenge der Spachtelmasse kann in diesem Fall 50 bis 150 g/m
2, bevorzugt 50 bis 100 g/m
2 betragen. Die Mengenangaben beziehen sich dabei auf eine 100%ige Spachtelmasse.
[0171] Ebenfalls ist es möglich, dass die zur Grundierung verwendete Spachtelmasse pigmentiert
vorliegt, wodurch das Druckergebnis variiert oder verbessert werden kann.
[0172] Besonders bevorzugt gemäß der Erfindung ist die Vorbeschichtung der Holzwerkstoffplatte
mit einer transparenten Grundierung.
[0173] In einer weiteren Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird vor dem Bedrucken
der mindestens einen Seite der Holzwerkstoffplatte mindestens eine Schicht einer pigmentierten
Grundierung, die vorzugsweise wasserbasiert ist, auf die zu bedruckende Seite der
Holzwerkstoffplatte aufgetragen. Die pigmentierte Grundierung kann entweder direkt
auf die unbehandelte Oberfläche der Werkstoffplatte oder auch auf die vorherige, vorzugsweise
transparente Grundierung aufgetragen werden.
[0174] Die wasserbasierte pigmentierte Grundierung kann auch in mehr als einer Schicht aufgetragen
werden (z.B. 3 bis 10 Schichten, bevorzugt 5 bis 8 Schichten, besonders bevorzugt
7 Schichten), wobei nach jedem Schichtauftrag die pigmentierte Grundierung z.B. in
einem Konvektionstrockner oder einem Nahinfrarot-Trockner getrocknet wird. Die wasserbasierte
pigmentierte Grundierung enthält vorzugsweise mindestens ein Pigment einer hellen
Farbe, besonders bevorzugt mindestens ein Weißpigment.
[0175] Weißpigmente sind unbunte anorganische Pigmente mit einem hohen Brechungsindex (größer
als 1,8), die vor allem zur Erzeugung von optischer Weiße in Anstrichmitteln oder
als Füllstoff in z. B. Kunststoffen verwendet werden. Weißpigmente gemäß der Erfindung
können ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend Titandioxid, Lithopone, Bariumsulfat,
Zinkoxid, Zinksulfid und Calciumsulfat. Lithopone ist ein Weißpigment, das Bariumsulfat
und Zinksulfid beinhaltet. Gemäß der Erfindung wird vorzugsweise Titandioxid als Weißpigment
in der wasserbasierten pigmentierten Grundierung eingesetzt, da Titandioxid den höchsten
Brechungsindex und somit die höchste Deckkraft unter den bekannten Weißpigmenten aufweist.
[0176] Der Bedruckstoff kann daher vor dem Bedrucken Grundiert werden und nach dem Bedrucken
können optional eine oder mehrere Schutzschichten aufgebracht werden. Hierfür kann
eine Produktionslinie dienen, die die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst.
[0177] Eine Produktionslinie für das Bedrucken eines Bedruckstoffes mit der vorliegenden
Erfindung umfasst Mittel zum Erzeugen einer Grundierung, die erfindungsgemäße Vorrichtung
zum bedrucken des Bedruckstoffes und in einer weitergehenden Variante mindestens ein
Mittel zum Aufbringen einer Schutzschicht auf den mit dem jeweiligen Druck versehenen
Bedruckstoff. Dieses Mittel bzw. diese Vorrichtung zum Aufbringen einer Schutzschicht
ist vorzugsweise im Anschluss an die Druckstraße angeordnet.
[0178] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Produktionslinie mindestens eine Kurztaktpresse
zum Verpressen des mit dem Druckmuster versehenen Bedruckstoffes und der darauf angeordneten
Schutzschicht auf.
[0179] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Bedruckstoff eine Struktur
auf. Mit Hilfe des bereits beschriebenen indirekten Druckverfahrens kann ein solcher
Bedruckstoff mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung bzw. mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren bedruckt werden. In einer Ausführungsform der Erfindung wird ein Bedruckstoff,
der eine Struktur aufweist mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung bzw. mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren derart bedruckt, dass das Druckmuster synchron mit der Struktur auf dem
Bedruckstoff ist. In dieser Ausführungsform kann beispielsweise ein Bedruckstoff,
der eine holzähnliche Struktur aufweist mit einem Holzdekor derart bedruckt werden,
dass das Holzdekor und die darunterliegende Struktur synchron zueinander sind. Das
heißt, wo ein Astloch im Holzdekor abgebildet ist, verläuft auch eine entsprechende
Strukturierung. Für einen Nutzer entsteht so ein optimales Zusammenspiel aus Struktur
und Dekor. Diese Ausführungsform ist daher bei Kunden sehr beliebt und zeichnet sich
daher durch ein hohes wirtschaftliches Potenzial aus.
[0180] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung zum dosierten Auftragen von Produktionsmaterialien genutzt werden. Produktionsmaterialien
sind beispielsweise Korund und/oder Glas. Da die Kavitäten auf der Oberfläche der
Deckschicht erfindungsgemäß mit einem definierten Schöpfvolumen ausgebildet werden,
können die Kavitäten entsprechend ein gewünschtes Volumen eines Druckmediums aufnehmen.
Damit ist es möglich, auch ein Produktionsmaterial in einer gewünschten Menge auf
einen Bedruckstoff aufzubringen.
[0181] In einer Ausführungsform der Erfindung kann die Vorrichtung genutzt werden, um ein
3D-Struktur zu drucken. Hierfür werden bevorzugt Pulver oder Fasern als Druckmedium
verwendet. Auf der Druckform werden erfindungsgemäß Kavitäten ausgebildet, in die
das Druckmedium aufgenommen wird. Durch das Abschalten der Spannung an den Aktoren
bilden sich deren Verformungen zurück und damit auch die Verformungen (Kavitäten)
der Deckschicht. Das Druckmedium wird dann an den Bedruckstoff abgegeben. Anschließend
wird das Druckmedium getrocknet und/oder gehärtet.
[0182] Die vorliegende Erfindung bietet gegenüber dem Stand der Technik zahlreiche Vorteile,
unter anderem:
- Es gibt keine Beschränkungen der Druckmuster hinsichtlich deren Rapportlänge oder
deren Druckdatenlänge.
- Es können digitale Druckmuster gedruckt werden, die eine geringere Druckdatenbreite
als die Druckform aufweisen. In diesem Fall weist die Deckschicht nur an den Stellen
der Druckform Kavitäten mit einem Schöpfvolumen ungleich Null auf, die für das Drucken
des digitalen Druckmusters notwendig sind.
- Farbverläufe und Mischfarben können in der Qualität des Tiefdrucks abgebildet werden.
- Es können alle für das Aufbringen eines Druckmediums geeigneten Bedruckstoffe verwendet
werden. Die Bedruckstoffe können glatte als auch raue Oberflächen aufweisen, auf die
das Druckmedium aufgebracht wird.
- Während der Produktion können Veränderungen im Druckmuster vorgenommen werden, die
sich unmittelbar in der Druckform umsetzten lassen.
- Die Anfertigung von unveränderlichen statischen Druckformen abgestimmt auf jedes Druckmuster,
wie im herkömmlichen Tiefdruck genutzt, entfällt, ebenso deren Wechsel oder Einlagerung.
- Es können alle Druckmedien verwendet werden, die aus dem Tiefdruck bekannt sind und
preisgünstiger sind als Druckmedien für den Digitaldruck.
- Es kann mit den gleichen Geschwindigkeiten wie im konventionellen Tiefdruck gedruckt
werden, ohne dass Qualitätsverluste in der Druckauflösung auftreten.
- Qualitätsprobleme des Digitaldruck (Sprühnebel, Kondensatbildung, Satellitenausbildung,
Einfluss von Luftverwirbelungen, Streifenbildung durch Druckkopfausfälle) treten nicht
auf.
- Die vorliegende Erfindung ist einfach in bestehende analoge Druckanlagen implementierbar.
[0183] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von 17 Figuren und 14 Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
- Figur 1
- (A) und (B) stellen Verfahren im Digitaldruck aus dem Stand der Technik dar;
- Figur 2
- (A) zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der Kavitäten
in der Deckschicht ausgebildet werden; (B) zeigt eine weitere Ausführungsform der
Vorrichtung mit Aktoren, die Ventile aufweisen;
- Figur 3
- (A) zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der das Schöpfvolumen
der Kavitäten der Deckschicht durch einen Volumenstrom eines Druckgases gesteuert
wird; (B) zeigt eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung mit Aktoren, die Ventile
aufweisen;
- Figur 4
- zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der das
Schöpfvolumen der Kavitäten der Deckschicht durch einen Volumenstrom eines Druckgases
gesteuert wird;
- Figur 5
- zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der der Druckkörper
eine Druckplatte ist;
- Figur 6
- zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Hohlraum in
der Deckschicht;
- Figur 7
- zeigt Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Sleeve über der
Deckschicht;
- Figur 8
- zeigt eine Deckschicht einer Druckform;
- Figur 9
- (A) und (C) zeigen verschiedene Formen von Kavitäten im Querschnitt durch die Deckschicht
betrachtet und (B) in der Aufsicht auf die Deckschicht;
- Figur 10
- (A) bis (C) stellen drei verschiedene Druckformen dar;
- Figur 11
- zeigt eine Ausführungsform eines Druckvorganges;
- Figur 12
- zeigt eine Ausführungsform der Erfindung mit einer Vorrichtung zur Datenübertragung
mit einem Kontakt;
- Figur 13
- zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung mit einer Vorrichtung zur Datenübertragung
mit zwei Sender-/Empfängervorrichtungen;
- Figur 14
- (A) und (B) stellen zwei Ausführungsformen der Erfindung mit Vorrichtungen zur Abgabe
eines Druckmediums dar;
- Figur 15
- (A) stellt eine erste Ausführungsform der Erfindung mit einer Ausführungsform für
die Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums über Tintenleitungen dar; (B) stellt
eine zweite Ausführungsform der Erfindung mit einer Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums
über Tintenleitungen dar;
- Figur 16
- (A) zeigt eine Ausführungsform der Erfindung zum indirekten Bedrucken, (B) zeigt eine
Ausführungsform der Erfindung zum direkten Bedrucken und (C) zeigt eine Ausführungsform
der Erfindung zum indirekten Bedrucken von strukturierten Bedruckstoffen;
- Figur 17
- zeigt eine Ausführungsform der Erfindung zum direkten Bedrucken.
[0184] Figur 1 (A) zeigt ein Verfahren zum indirekten Digitaldruck, welches aus dem Stand der Technik
bekannt ist. Dabei wird über einen Digitaldrucker 10 ein Druckmedium 100 auf eine
Walze 20 aufgebracht. Die Walze überträgt anschließend das Druckmedium 100 auf den
Bedruckstoff 30.
Figur 1 (B) stellt eine Verfahren zum direkten Bedrucken eines Bedruckstoffes 30 mit einem Druckmedium
100 durch einen digitalen Drucker 10 dar. Beide Verfahren weisen die eingangs beschriebenen
Nachteile des Standes der Technik auf, die dem Fachmann für den Digitaldruck bekannt
sind.
[0185] Figur 2 (A) stellt eine Ausführungsform der der erfindungsgemäßen Vorrichtung dar, bei der Kavitäten
60 in der Deckschicht 42 ausgebildet werden. Die Vorrichtung weist als Druckkörper
eine Druckwalze 20 auf. Auf der Druckwalze befindet sich die Trennschicht 110, die
eine Vielzahl von Perforationen 111 aufweist. In der Druckwalze 20 sind Piezoaktoren
45, 46 derart angeordnet, das die Piezoaktoren 45, 46 an die Trennschicht 110 angrenzen.
Oberhalb der Trennschicht 110 befindet sich die Deckschicht 42, die in der dargestellten
Ausführungsform Stege 65 aufweist. An den Piezoaktor 46 wird eine Spannung angelegt,
wodurch dieser eine mechanische Verformung erfährt. Zwischen Piezoaktor 46 und Trennschicht
110 bildet sich daraufhin ein Hohlraum 49. Die Perforationen 111 der Trennschicht
sind mit einem Medium, z.B. Luft gefüllt, welches durch die an den Hohlraum 49 angrenzenden
Perforationen 111 in den Hohlraum 49 einströmt. Dadurch wird ein Unterdruck erzeugt,
durch den die Deckschicht 42 oberhalb des Hohlraumes 49 in Richtung des Piezoaktors
46 eingewölbt wird. Hierdurch wird die Kavität 60 ausgebildet. Je größer die am Piezoaktor
46 angelegte Spannung ist, desto stärker wird dieser mechanisch verformt und desto
größer ist der entstehende Unterdruck, wodurch die Deckschicht stärker eingewölbt
wird. Das Volumen der ausgebildeten Kavität 60 kann damit durch die Stärke der am
Piezoaktor 46 angelegten Spannung gesteuert werden. Am Piezoaktor 45 liegt keine Spannung
an, wodurch dieser Piezoaktor nicht mechanisch verformt wird. In der Deckschicht 42
wird an dieser Position daher keine Kavität ausgebildet. Die Spannung an den Piezoaktoren
45, 46 wird durch den Computer 50 gesteuert.
[0186] Figur 2 (B) stellt eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar, bei der Kavitäten
60 in der Deckschicht 42 ausgebildet werden. Der Aufbau ähnelt dem Aufbau der Vorrichtung
der Figur 2 (A). Die Aktoren weisen in dieser Ausführungsform jedoch Ventile 150,
151 auf und in der Deckschicht 42 befinden sich Hohlräume 140, die an der Trennschicht
110 angeordnet sind. Die Hohlräume 140 stehen über Perforationen 111 in der Trennschicht
110 mit den Ventilen 150, 151 in Verbindung.
[0187] Wird durch die Steuerung ein Ventil 150 geöffnet, entsteht erfindungsgemäß ein Hohlraum
49 zwischen Ventil 150 und Trennschicht 110, so kann ein Medium, dass sich in den
Hohlräumen 140 in der Deckschicht 42 befindet durch die die angrenzenden Perforationen
111 in den Hohlraum 49 zwischen Ventil 150 und Trennschicht 110 eindringen. Durch
diesen Vorgang wird der Druck in den Hohlräumen 140 der Deckschicht 42 verringert
und es entsteht ein Unterdruck. Durch die Druckänderung wird die Deckschicht 42 über
den Hohlräumen 140 in der Deckschicht 42 in Richtung Ventil 150 eingewölbt, womit
auf der Oberfläche der Deckschicht 42 eine Kavität 60 ausgebildet wird. In dieser
Ausführungsform kann die Deckschicht 42 einen oder auch mehrere Hohlräume 140 aufweisen.
Ist das Ventil 151 geschlossen, wird kein Hohlraum 49 zwischen Ventil 151 und Trennschicht
110 ausgebildet, es entsteht kein Unterdruck und auf der Oberfläche der Deckschicht
42 wird entsprechend keine Kavität 60 ausgebildet.
[0188] Figur 3 (A) stellt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung dar. In dieser
Ausführungsform weist die Deckschicht 42 eine Vielzahl von Kavitäten 60, 61 auf, wobei
jede Kavität 60, 61 mindestens einen Kanal 120, 121 aufweist. Die Kanäle 120, 121
verbinden die Kavitäten 60, 61 mit den Perforationen 111, 112 der Trennschicht 110.
Unterhalb der Trennschicht 110 sind die Piezoaktoren 45, 46 angeordnet, die an die
Trennschicht 110 angrenzen. Innerhalb des Druckkörpers, der in dieser Ausführungsform
eine Druckwalze 20 ist, verlaufen Druckgasleitungen 130, 131. Die Druckgasleitungen
130,131 enden an den Piezoaktoren 45, 46. Am Piezoaktor 46 liegt eine Spannung an,
so dass sich dieser mechanisch verformt und sich der Hohlraum 49 zwischen Piezoaktor
46 und Trennschicht 110 ausbildet. Der Kanal 131 endet am Hohlraum 49 und leitet Druckgas
in diesen. Das Druckgas entweicht durch die Perforation 112 und den Kanal 121 in die
Kavität 61. Durch das in die Kavität 61 entweichende Druckgas wird dessen Schöpfvolumen
verkleinert.
[0189] Am Piezoaktor 45 liegt keine Spannung an, so dass dieser keine mechanische Verformung
erfährt. Das Druckgas in der Druckgasleitung 130 wird durch den Piezoaktor 45 blockiert
und kann nicht in die Perforation 111 der Trennschicht 110 entweichen. In die Kavität
60 entweicht damit kein Druckgas und das Schöpfvolumen der Kavität 60 entspricht damit
dem Volumen der Kavität 60. Die Spannung an den Piezoaktoren 45, 46 wird durch den
Computer 50 gesteuert.
[0190] Figur 3 (B) stellt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung dar. In dieser
Ausführungsform weist die Deckschicht 42 eine Vielzahl von Kavitäten 60, 61 auf, wobei
jede Kavität 60, 61 mindestens einen Kanal 120, 121 aufweist. Die Kanäle 120, 121
verbinden die Kavitäten 60, 61 mit den Perforationen 111, 112 der Trennschicht 110.
Unterhalb der Trennschicht 110 sind die Ventile 150, 151 angeordnet, die an die Trennschicht
110 angrenzen. Der Druckkörper 20 ist teilweise mit einem Gas gefüllt, welches Überdruck
aufweist. Durch das Öffnen des Ventils 150 kann Gas aus dem inneren des Druckkörpers
durch die Perforationen 111 der Trennschicht 110 in den Kanal 121 und damit in die
Kavität 61 strömen. Durch den Volumenstrom des austretenden Gases wird ein Druckmedium,
welches aufgetragen wird verdrängt und damit das Schöpfvolumen der Kavität 61 verringert.
[0191] Ist das Ventil 151 geschlossen, kann kein Gas aus dem inneren des Druckkörpers in
die an das Ventil angrenzende Kavität 60 entweichen und diese weist damit das maximale
Schöpfvolumen auf.
[0192] Figur 4 stellt eine weiter Ausführungsform der Vorrichtung dar, bei der die Deckschicht 110
eine Vielzahl von Kavitäten 60 aufweist, wobei jede Kavität mindestens einen Kanal
120 aufweist. Der Kanal 120 verbindet die Kavität 60 über die Perforation 112 in der
Trennschicht 110 mit dem Hohlraum 49. Der Hohlraum 49 wird durch die mechanische Verformung
des Piezoaktors 46 ausgebildet. In dem Druckkörper verlaufen zahlreiche Druckgasleitungen
130, 131, 132, die am Piezoaktor 46 enden. Die Druckgasleitungen 130, 131, 132 sind
derart am Piezoaktor 46 angeordnet, dass mit zunehmender Verformung des Piezoaktors
immer mehr Druckgasleitungen 130, 131, 132 Druckgas in den entstehenden Hohlraum 49
abgeben können. Bei geringer angelegter Spannung und damit nur kleiner mechanischer
Verformung des Piezoaktors 46 mündet zunächst nur die Druckgasleitung 130 in dem entstehenden
Hohlraum 49. Wird die angelegte Spannung erhöht, verformt sich auch der Piezoaktor
stärker und der Hohlraum 49 wird größer. Dadurch grenzen nun die Druckgasleitung 130
und 132 an den Hohlraum 49 an und leiten Druckgas in diesen. Wird die am Piezoaktor
46 angelegte Spannung noch weiter erhöht, ist der Hohlraum 49 schließlich so groß,
dass alle drei Druckgasleitungen 130, 131, 132 in dem Hohlraum enden und Druckgas
in diesen einleiten. Je mehr Druckgasleitungen 130, 131, 312 Druckgas in den Hohlraum
einleiten, desto größer wird der Volumenstrom des Druckgases, der durch den mindestens
einen Kanal in die Kavität 60 strömt. Je größer der Volumenstrom des Druckgases in
die Kavität 60 ist, desto kleiner ist wiederum das Schöpfvolumen der Kavität 60, da
ein Druckmedium beim Auftrag durch das ausströmende Druckgas verdrängt wird.
[0193] Figur 5 stellte eine weitere Ausführungsform der Erfindung dar. Der Druckkörper ist in dieser
Ausführungsform eine Druckplatte 26 Die Vorrichtung zeigt die gleiche Funktionsweise,
wie die in Figur 2 dargestellte Vorrichtung.
[0194] Figur 6 stellt eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar, bei der die Deckschicht
42 eine Vielzahl von Kavitäten 60 aufweist. Weiterhin weist die Deckschicht 42 einen
Hohlraum 141 auf, der an die Trennschicht 110 angrenzt und über die Perforationen
111 mit dem Ventil 150, 151 verbunden ist. Der Hohlraum 141 ist unterhalb einer Kavität
60 angeordnet und kann ein gasförmiges oder flüssiges Medium aufnehmen. Befindet sich
kein Medium in dem Hohlraum 141 so wird dieser durch die darüber liegende Deckschicht
42 derart zusammengedrückt, das auf der Deckschicht 42 an dieser Position eine Kavität
60 vorhanden ist.
[0195] In dieser Ausführungsform weist der Aktor 200, 201 mindestens ein Ventil und ein
Reservoir für ein flüssiges oder gasförmiges Medium auf. Weiterhin weist der Aktor
200, 201 eine geeignete Vorrichtung auf, die das Medium durch das mindestens eine
Ventil in die angrenzenden Perforationen 111 der Trennschicht 110 pressen kann bzw.
die das Medium aus dem Hohlraum 414 und die angrenzenden Perforationen 111 zurück
in das Reservoir saugt. Der Übersichtlichkeit wegen sind die einzelnen Komponenten
des Aktors 200, 201 nicht dargestellt.
[0196] Die Vorrichtung weist bevorzugt eine Steuerung auf, die durch eine angelegte Spannung
gesteuert werden kann. Bevorzugt wird die Vorrichtung zusammen mit dem mindestens
einen Ventil gesteuert. Eine solche Vorrichtung kann beispielsweise ein in einem Zylinder
verlaufender Kolben sein, wobei ein Teil des Zylinders das Reservoir für das gasförmige
oder flüssige Medium darstellt.
[0197] Durch öffnen des mindestens einen Ventils des Aktor 151 kann Medium in den Hohlraum
141 der Deckschicht 42 gepresst werden. Hierdurch wird die Deckschicht 42 oberhalb
des Hohlraums 141 derart verformt, dass das Schöpfvolumen der Kavität, die sich über
dem Hohlraum befindet verringert wird, bzw. null wird. Bei maximalen Füllgrad des
Hohlraumes, wie in der Figur gezeigt, ist das Schöpfvolumen der darüber liegenden
Kavität null.
[0198] Umgekehrt kann bei entsprechender Steuerung das Medium aus dem Hohlraum 141 in das
Reservoir gesaugt wird. In diesem Fall wird der Hohlraum 141 wie bereits beschrieben
von der darüber liegenden Deckschicht 42 zusammengedrückt und die Kavität 60 auf der
Oberfläche der Deckschicht 42 nimmt das größtmögliche Schöpfvolumen an.
[0199] Figur 7 stellt eine Ausführungsform dar, in der die Vorrichtung ein Sleeve 160 aufweist,
welches auf der Deckschicht 42 angeordnet ist und diese vollständig bedeckt. Das Sleeve
160 bedeckt damit erfindungsgemäß auch die Kavitäten 60, 6, die in der Deckschicht
42 vorhanden sind.
[0200] Der Aktor weist ein Ventil 150, 151 auf, welches an die Trennschicht 110 angrenzt.
Im geschlossenen Zustand des Ventil 150, 151 bilden die angrenzende Kavität 60, 61,
jeder angrenzende Kanal 120, 121 und die angrenzenden Perforationen 111 einen abgeschlossenen
Raum. In diesem abgeschlossenen Raum können sich ein gasförmiges oder ein flüssiges
Medium befinden. Erfindungsgemäß weist das Medium in dem Raum einen geeigneten Druck
auf, um das Sleeve 160 so zu formen, das die darunter liegende Kavität 60, 61 derart
bedeckt ist, dass an dieser Position kein Druckmedium aufgenommen werden kann.
[0201] Durch das Öffnen des Ventils 151 wird ein Hohlraum 49 zwischen Ventil 151 und Trennschicht
110 erzeugt wird. Erfindungsgemäß grenzt an den Hohlraum 49 mindestens eine Perforation
112 der Trennschicht 110 derart an, dass der Austausch eines gasförmigen oder flüssigen
Mediums zwischen dem Hohlraum 49 und der Perforation 112 ermöglicht wird. In den Hohlraum
49 kann daher erfindungsgemäß ein Medium, das sich in den angrenzenden Perforationen
112 der Trennschicht 110, dem angrenzenden Kanal 121 und der angrenzenden Kavität
61 befindet, eindringen. Durch diesen Vorgang wird der Druck in der Kavität 61 verringert,
in einer bevorzugten Ausführungsform wird durch diesen Vorgang ein Unterdruck in der
Kavität 61 49 erzeugt. Durch die Druckänderung wird das über der Kavität 61 liegende
Sleeve 160 zum Ventil 151 hin verformt und das Schöpfvolumen der Kavität 61 vergrößert.
[0202] Wird das Ventil 150 geschlossen, wird das gesamte Medium in die an das Ventil 150
angrenzenden Perforationen 111 und den Kanal 120 und die Kavität 60 gedrückt. Das
Sleeve 160 bedeckt dadurch die Kavität 60 derart, dass von der Kavität 60 kein Druckmedium
100 aufgenommen werden kann.
[0203] Figur 8 zeigt die Deckschicht 42 in einer Draufsicht. Dargestellt ist eine Vielzahl von Kavitäten
60, die in dieser Ansicht einen kreisförmigen Grundriss aufweisen.
[0204] Figur 9 (A) zeigt drei verschiedene Formen von Kavitäten 60 die in einer Deckschicht 42 ausgebildet
sind. Die Deckschicht 42 ist dabei im Querschnitt abgebildet. Wie dargestellt, können
mit der vorliegenden Erfindung Kavitäten 60 mit verschiedenen Formen ausgebildet werden
oder in der Deckschicht ausgebildet sein. Es ist daher möglich, die Form der Kavitäten
an die gewünschte Anwendung anzupassen. Die vorliegende Erfindung bietet damit eine
große Flexibilität bei der Bedruckung von Bedruckstoffen 30.
Figur 9 (B) stellt die Form der Kavitäten 60 dar, wenn die Deckschicht 42 von oben betrachtet
wird. Alle Kavitäten 60 weisen in dieser Ansicht eine kreisförmige Form auf.
Figur 9(C) zeigt weitere Formen von Kavitäten, die in der folgenden Tabelle aufgelistet sind.
Die Deckschicht 42 ist im Querschnitt abgebildet.
| Figur |
Form der Kavität |
| a |
Spitzpyramide |
| b |
Stumpfpyramide |
| c |
Stumpfpyramide mit steilen Flanken |
| d |
spitze Kalotte |
| e |
normale Kalotte |
| f |
U-Form mit steilen Flanken und breitem Boden |
[0205] Figur 10 (A) bis (C) stellen drei verschiedene Druckformen dar, wobei jeweils eine Walze 20 als Druckkörper
dient. Die Walzen 20 weisen unterschiedliche Durchmesser auf. Im konventionellen Tiefdruck
bestimmt der Walzenumfang die maximale Druckdatenlänge bzw. den Rapport, mit dem gedruckt
werden kann, da die Näpfchen auf dem Druckkörper unveränderlich aufgebracht sind.
Mit der vorliegenden Erfindung ist es jedoch möglich, das Schöpfvolumen der Kavitäten
60 und damit auch die Anordnung der druckenden und nicht druckenden Bereiche der Deckschicht
während eines Druckvorgangs zu verändern. Hierfür weist die Druckform erfindungsgemäß
einen Sensor auf, der dafür geeignet ist, exakt eine Position des Umfangs der Walze
zu bestimmen. Mit Hilfe des Sensors ist es dann möglich, genau zu bestimmen, an welchem
Punkt des Umfangs der Walze, diese gerade druckt. Das heißt, das Schöpfvolumen der
Kavitäten 60 kann, nachdem sie gedruckt haben, verändert werden.
[0206] Durch die vorliegende Erfindung ist es daher möglich, digitale Druckmuster auf Bedruckstoffe
zu drucken, die eine größere Druckdatenlänge aufweisen als der Walzenumfang beträgt.
Dies bietet gegenüber dem konventionellen Tiefdruck den Vorteil, dass der Umfang einer
Druckwalze unabhängig von der Druckdatenlänge oder der Länge eines Rapports eines
Druckmusters gewählt werden kann. Damit ist es nicht länger notwendig, Walzen mit
verschiedenen Umfängen in der Produktion zur Verfügung zu stellen, um Druckmuster
mit unterschiedlichen Druckdatenlängen zu drucken. Die Druckdatenlänge, die gedruckt
werden kann, ist damit umgekehrt auch nicht mehr von den vorhandenen Walzen abhängig.
Jede beliebige Druckdatenlänge kann mit der vorliegenden Erfindung mit einer Walze
gedruckt werden. Dies bietet einen enormen wirtschaftlichen Vorteil und eine enorm
gesteigerte Flexibilität gegenüber dem konventionellen Tiefdruckvorrichtungen und
Verfahren.
[0207] Die Druckform in Figur 10 (C) kann in sieben Umläufen die gleiche Druckdatenlänge
abbilden, wie die Druckform in Figur 10 (B) in zwei Umläufen. Beide Druckformen bilden
dabei die gleiche Druckdatenlänge ab wie die Druckform in Figur 10 (A). Nach Beendigung
des Druckvorganges liegen in allen drei Fällen Bedruckstoffe vor, die die gleichen
Druckmuster mit gleicher Druckdatenlänge aufweisen.
[0208] Figur 11 stellt ein Beispiel für die Ausführung eines Druckvorganges mit der vorliegenden
Erfindung dar. Die vier Druckformen weisen als Druckkörper die Walzen 20, 21, 22,
23 auf. Jeder Walze ist ein anderes Druckmedium zugeordnet. Von einem digitalen Druckmuster
werden digitale Separationsdaten durch eine Steuervorrichtung 50 in Form eines Computers
erstellt. Die digitalen Separationsdaten werden anschließend an die Walzen 20, 21,
22, 23 übermittelt und das Schöpfvolumen der Kavitäten auf den Deckschichten der Walzen
20, 21, 22, 23 wird entsprechend gesteuert. Die Berechnung von Separationsdaten basiert
auf dem Fachmann bekannten Verfahren.
[0209] Figur 12 stellt eine Ausführungsform der Erfindung mit einer Vorrichtung zur Datenübertragung
dar. Zur Datenübertragung sind alle Aktoren vernetzt 70. Jeweils ein Teil der Aktoren
ist über eine Zwischenvernetzung 71 mit einer zentralen Vernetzung mit einem Kontakt
72 verbunden. Der Kontakt kann beispielsweise ein Schleifringübertrager sein. Über
den Kontakt kann eine Verbindung zu einem Steuergerät, beispielsweise in Form eines
Computers 50, hergestellt werden. Über diese Anordnung ist es möglich, Daten zwischen
der Steuervorrichtung und den Aktoren auszutauschen und damit die Schöpfvolumen der
Kavitäten 60 zu steuern. Die Vernetzung findet über elektronische Verbindungen wie
Leitungen, Leiterplatten und/oder Leiterfolien statt. Als Druckkörper ist eine Walze
20 in zwei Ansichten dargestellt.
[0210] Figur 13 stellt eine weitere Ausführungsform der Erfindung mit einer Vorrichtung zur Datenübertragung
dar. Genau wie in Figur 10 sind die Aktoren vernetzt 70, wobei eine Zwischenvernetzung
71 zu einer zentralen Vernetzung mit einer Sender-/Empfängervorrichtung 73 führt,
die dafür geeignet ist, kontaktlos Daten zu übertragen. Eine Steuereinrichtung, beispielsweise
in Form eines Computers 50, weist ebenfalls eine Sender-/Empfängervorrichtung 74 auf,
die dafür geeignet ist, kontaktlos Daten zu übertragen. Über diese Anordnung ist es
möglich, Daten zwischen der Steuereinrichtung und den Aktoren auszutauschen und damit
die Schöpfvolumen der Kavitäten 60 zu steuern. Als Druckkörper ist eine Walze 20 in
zwei Ansichten dargestellt.
[0211] Figur 14 (A) zeigt eine Ausführungsform der Erfindung mit einer Vorrichtung zur Abgabe eines Druckmediums
100. Das Druckmedium 100 wird aus einem Behälter 91 aufgenommen, indem die Walze 20
der Druckform in den Behälter 91 eintaucht und die Kavitäten 60 auf der Deckschicht
42 vollständig mit Druckmedium überflutet werden. Die Rakel 25 entfernt anschließend
das überschüssige Druckmedium 100, so dass sich nur in den Kavitäten 60 Druckmedium
100 befindet, die Deckschicht zwischen den Kavitäten 60 jedoch frei vom Druckmedium
ist. Das Druckmedium 100 wird auf die Gummiwalze 80 übertragen und von dieser auf
den Bedruckstoff 30. Die Steuerung des Druckvorgangs wird durch eine Steuervorrichtung
in Form eines Computers 50 symbolisiert.
[0212] Figur 14 (B) zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung mit einer Vorrichtung zur Abgabe
eines Druckmediums 100. Hier wird das Druckmedium 100 von oben auf die Druckform gegeben,
wobei die Druckform eine Walze 20 umfasst. Das überschüssige Druckmedium 100 wird
durch die Rakel 25 entfernt. Anschließend wird das Druckmedium 100 auf die Gummiwalze
80 übertragen und von dieser auf den Bedruckstoff 30. Die Steuerung des Druckvorgangs
wird durch eine Steuervorrichtung in Form eines Computers 50 symbolisiert.
[0213] Figur 15 (A) zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung mit einer Vorrichtung zur Abgabe
eines Druckmediums 100, die Tintenleitungen 90 innerhalb des Druckkörpers umfasst.
Die Tintenleitungen 90 verlaufen vorteilhafterweise durch den Druckkörper und enden
in der Deckschicht 42 der Druckform. Die Tintenleitungen 90 sind so positioniert,
dass jede Kavität 60, die auf der Deckschicht 42 vorhanden ist, mit Druckmedium 100
befüllt werden kann. In dieser Ausführungsform werden die Kavitäten 60 vom inneren
des Druckkörpers befüllt. Die Tintenleitungen 90 sind mit entsprechenden Behältern
verbunden, die Druckmedien 100 enthalten. Über geeignete Pump- und Steuervorrichtungen
können die Kavitäten 60 gezielt befüllt werden. Die Behälter mit den Druckmedien 100,
sowie die Pumpvorrichtungen sind der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt. Als
Steuervorrichtung ist symbolisch ein Computer 50 abgebildet. Das Druckmedium wird
von der Druckform auf eine Gummiwalze 80 übertragen und von dieser auf den Bedruckstoff
30.
[0214] Figur 15 (B) zeigt den gleichen Aufbau einer Druckform mit Tintenleitungen 90. In dieser Ausführungsform
wird jedoch der Bedruckstoff 30 direkt von der Druckform mit dem Druckmedium 100 bedruckt.
[0215] Figur 16 (A) bis (C) stellt unterschiedliche Übertragungswege des Druckmediums 100 auf einen Bedruckstoff
30 im Druckverfahren mit dem erfindungsgemäßen Verfahren dar. Figur 16 (A) zeigt eine
indirekte Übertragung des Druckmediums 100 von der Druckform über eine Gummiwalze
80 auf den Bedruckstoff 30.
[0216] Figur 16 (B) stellt ein direktes Druckverfahren mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
dar. Das Druckmedium 100 wird direkt durch die Druckform auf den Bedruckstoff 30 übertragen.
[0217] Das erfindungsgemäße Verfahren ist ebenfalls dazu geeignet, strukturierte Bedruckstoffe
zu bedrucken. Figur 16 (C) zeigt ein Druckverfahren mit einer Druckform, die eine
Walze 20 als Druckkörper aufweist. Auf die Druckform wird eine Druckmedium 100 aufgebracht,
das Druckmedium 100 wird auf ein flexibles Übertragungselement 83 aufgebracht. Das
flexible Übertragungselement 83 wird über eine Umlenkwalze 81 geführt und anschließend
wird das Druckmuster auf den Bedruckstoff 30 übertragen. Hierfür wird mit einer beweglichen
Gegendruckwalze 82 das flexible Übertragungselement 83 an den Bedruckstoff 100 gepresst.
Die bewegliche Gegendruckwalze 82 kann sich dabei der Strukturierung des Bedruckstoffes
30 derart anpassen, dass während des Übertrags des Druckmediums 100 auf den Bedruckstoff
30 jederzeit ein ausreichend großer Anpressdruck herrscht. Ausreichend groß ist der
Anpressdruck, wenn eine fehlerfreie Übertragung des Druckmediums 100 gewährleistet
ist. Die bewegliche Gegendruckwalze 82 weist zusätzlich eine elastische Beschichtung
derart auf, dass das flexible Übertragungselement 83 zumindest teilweise in Strukturen
auf der Oberfläche des Bedruckstoffes 30 hineingepresst wird, so dass eine fehlerfreie
Übertragung des Druckmediums 100 gewährleistet ist.
[0218] Figur 17 zeigt das Bedrucken eines Bedruckstoffes 30 mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Die Vorrichtung umfasst eine Druckplatte 26 als Druckkörper. Ein Presseur 95 presst
den Bedruckstoff 30 auf die erfindungsgemäße Vorrichtung, so dass ein Übertrag des
Druckmediums 100 auf den Bedruckstoff 30 stattfinden kann.
Ausführungsbeispiel 1 - Holzwerkstoffplatte
[0219] Von einem digitalen Druckmuster, welches ein Druckdekor darstellt, wurden die digitalen
Separationsdaten an vier Druckformen übertragen, wobei jede Druckform eine separate
Druckfarbe aufnahm. Jede Druckform wies als Druckkörper eine Walze 20, 21, 22, 23
auf. Die Druckformen wiesen eine Vielzahl von Kavitäten 60, 61 auf der Deckschicht
42 auf. Das Schöpfvolumen der Kavitäten 60, 61 wurde über den Volumenstrom eines in
die Kavitäten 60, 61 strömenden Druckgases gemäß der vorliegenden Erfindung derart
gesteuert, dass das Schöpfvolumen der Kavitäten 60, 61 entsprechend der digitalen
Separationsdaten gesteuert wurde. Als Druckgas wurde Luft verwendet. Die Kavitäten
60, 61 der Walzen 20, 21, 22, 23 wurden jeweils über einen Behälter mit Farbe gefüllt
und die Deckschicht 42 anschließend mit einer Rakel 25 gereinigt. Anschließend wurde
die Spannung an allen Aktoren derart gesteuert, dass kein Druckgas mehr in die Kavitäten
60, 61 einströmen konnte. Die Farben wurden nacheinander direkt auf eine vorgrundierte
Holzwerkstoffplatte gedruckt.
Ausführungsbeispiel 2 - Holzwerkstoffplatte
[0220] Von einem digitalen Druckmuster, welches ein Druckdekor darstellt, wurden die digitalen
Separationsdaten an vier Druckformen übertragen, wobei jede Druckform eine separate
Druckfarbe aufnahm. Jede Druckform wies als Druckkörper eine Walze 20, 21, 22, 23
auf. Die Kavitäten 60 wurden auf der Deckschicht 42 der Walzen 20, 21, 22, 23 entsprechend
der digitalen Separationsdaten ausgebildet. Die Kavitäten 60 der Walzen 20, 21, 22,
23 wurden jeweils über einen Behälter mit Farbe gefüllt und die Deckschicht 42 anschließend
mit einer Rakel 25 gereinigt. Die Farben wurden nacheinander direkt auf eine vorgrundierte
Holzwerkstoffplatte gedruckt.
Ausführungsbeispiel 3 - Holzwerkstoffplatte
[0221] Von einem digitalen Druckmuster, welches ein Druckdekor darstellt, wurden die digitalen
Separationsdaten an vier Druckformen übertragen, wobei jede Druckform eine separate
Druckfarbe aufnahm. Jede Druckform wies als Druckkörper eine Walze 20, 21, 22, 23
auf. Die Druckformen wiesen eine Vielzahl von Kavitäten 60, 61 auf der Deckschicht
42 auf. Das Schöpfvolumen der Kavitäten 60, 61 wurde über den Volumenstrom eines in
die Kavitäten 60, 61 strömenden Druckgases gemäß der vorliegenden Erfindung derart
gesteuert, dass das Schöpfvolumen der Kavitäten 60, 61 entsprechend der digitalen
Separationsdaten gesteuert wurde. Als Druckgas wurde Luft verwendet. Die Kavitäten
60, 61 der Walzen 20, 21, 22, 23 wurden jeweils über einen Behälter mit Farbe gefüllt
und die Deckschicht 42 anschließend mit einer Rakel 25 gereinigt. Anschließend wurde
die Spannung an allen Aktoren derart gesteuert, dass kein Druckgas mehr in die Kavitäten
60, 61 einströmen konnte. Von der Druckform wurde die Farbe auf eine Gummiwalze 80
übertragen und von dieser auf eine vorgrundierte Holzwerkstoffplatte gedruckt. In
dieser Weise wurden nacheinander sämtliche Farben aufgetragen.
Ausführungsbeispiel 4 - Holzwerkstoffplatte
[0222] Von einem digitalen Druckmuster, welches ein Druckdekor darstellt, wurden die digitalen
Separationsdaten an vier Druckformen übertragen, wobei jede Druckform eine separate
Druckfarbe aufnahm. Jede Druckform wies als Druckkörper eine Walze 20, 21, 22, 23
auf. Die Kavitäten 60 wurden auf der Deckschicht 42 der Walzen 20, 21, 22, 23 entsprechend
der digitalen Separationsdaten ausgebildet. Die Kavitäten 60 der Walzen 20, 21, 22,
23 wurden jeweils über einen Behälter mit Farbe gefüllt und die Deckschicht 42 anschließend
mit einer Rakel 25 gereinigt. Von der Druckform wurde die Farbe auf eine Gummiwalze
80 übertragen und von dieser auf eine vorgrundierte Holzwerkstoffplatte gedruckt.
In dieser Weise wurden nacheinander sämtliche Farben aufgetragen.
Ausführungsbeispiel 5 - Holzwerkstoffplatte
[0223] Von einem digitalen Druckmuster, welches ein Druckdekor darstellt, wurden die digitalen
Separationsdaten an vier Druckformen übertragen, wobei jede Druckform eine separate
Druckfarbe aufnimmt. Jede Druckform wies als Druckkörper eine Platte 26 auf. Die Kavitäten
60 wurden entsprechen der Separationsdatei ausgebildet und mittels einer Auftragswalze
mit Farbe befüllt und die Oberfläche der Deckschicht 42 anschließend mit einer Rakel
25 gereinigt. Das Druckmuster wurde direkt auf eine vorgrundierte Holzwerkstoffplatte
gedruckt.
Ausführungsbeispiel 6 - Papier
[0224] Auf ein Druckbasispapier mit einem Geweicht von 70 g/m
2 wurde ein Primer aufgebracht und anschließend wurde das Druckbasispapier mit einem
digitalen Druckmuster in Form eines Dekors gemäß des Ausführungsbeispiels 1 bedruckt
und anschließend wie folgt weiterverarbeitet:
Die dekorierten Papierlagen wurden mit wässrigem Melaminharz imprägniert. Nach dem
Trocknen wurden die Papierlagen geschnitten und zum Verpressen als Laminat aufgestapelt.
Für die Herstellung eines Laminates wurden, wie im Folgenden beschrieben, verschiedene
Lagen aufgestapelt. Auf die Unterseite einer Trägerplatte, die in diesem Ausführungsbeispiel
eine Spanplatte war, wurde zunächst eine harzimprägnierte Papierlage als Gegenzug
aufgebracht. Auf die Oberseite der Trägerplatte wurde die imprägnierte dekorierte
Papierlage aufgebracht und darauf ein sogenanntes Overlay. Als Overlay wurde eine
harzimprägnierte und mit Hartstoffpartikeln ausgestattete transparente Papierlage
genutzt. Der Stapel wurde in eine Kurztaktpresse gefahren und unter der Wirkung von
Wärme und Druck zu Laminat verpresst. Oberseitig wurde dazu in der Kurztaktpresse
ein strukturiertes Pressblech verwendet, so dass auf der Oberfläche des Laminats eine
Struktur erzeugt wurde. Die erzeugte Struktur ist zumindest teilweise synchron zu
dem Dekor der Papierlage.
Ausführungsbeispiel 7 - strukturierte Oberfläche
[0225] Von einem digitalen Druckmuster, welches ein Druckdekor darstellt, wurden die digitalen
Separationsdaten an vier Druckformen übertragen, wobei jede Druckform eine separate
Druckfarbe aufnimmt. Jede Druckform wies als Druckkörper eine Walze 20, 21, 22, 23
auf. Das Schöpfvolumen der Kavitäten 60, 61 wurden auf der Deckschicht 42 der Walzen
20, 21, 22, 23 entsprechend der digitalen Separationsdaten gesteuert. Die Kavitäten
60, 61 der Walzen 20, 21, 22, 23 wurden jeweils über einen Behälter mit Farbe gefüllt
und die Deckschicht 42 anschließend mit einer Rakel 25 gereinigt. Von der Druckform
wurde die Farbe auf ein flexibles Übertragungselement 83 übertragen. Das flexible
Übertragungselement 83 wurde über eine Umlenkwalze 81 umgelenkt und anschließend das
flexible Übertragungselement 83 durch eine bewegliche Gegendruckwalze 82 gegen eine
strukturierte, vorgrundierte Holzwerkstoffplatte gepresst. Dieser Druckvorgang wurde
nacheinander für alle Farben durchgeführt. Die vorgrundierte Holzwerkstoffplatte wurde
dadurch mit dem Druckdekor derart versehen, dass das Druckdekor im wesentlich synchron
zu der Struktur der Holzwerkstoffplatte ist.
Ausführungsbeispiel 8 - Finishing
[0226] Holzwerksstoffplatten (HDF) wurden nach dem Aufbringen einer Grundierung gemäß der
Ausführungsbeispiele 1 bis 4 bedruckt und wie folgt weiterverarbeitet:
Die bedruckten HDF-Platten wurden vor der Produktionslinie vereinzelt und mit einer
Geschwindigkeit von 40 m/min durch die nachfolgende Produktionsanlage transportiert.
[0227] In einem ersten Walzenauftragsaggregat werden ca. 70 g Melaminharz fl. (Feststoffgehalt:
55 Gew%) die üblichen Hilfsstoffe enthaltend (Härter, Netzmittel usw.) auf die Plattenoberfläche
aufgetragen. Auf die Plattenunterseite wird ebenfalls mit dem ersten Walzenauftragsaggregat
ein Melaminharz aufgetragen (Auftragsmenge: 60 g Harz fl. /m
2, Feststoffgehalt: ca. 55 Gew%).
[0228] Danach werden auf die Oberfläche mit einer Streuapparatur 14 g Korund /m
2 (F 200) aufgestreut. Danach wird eine Melamin-Harzschicht (Feststoffgehalt: 55 Gew%)
in einer Menge von 25 g/m
2 aufgetragen. Auch diese enthält die üblichen Hilfsstoffe. Auf die Plattenunterseite
wird ebenfalls mit einem Walzenauftragsaggregat ein Melaminharz aufgetragen (Auftragsmenge:
50 g Harz fl. /m
2, Feststoffgehalt: ca. 55 Gew%). Die Platte wird in einem Umlufttrockner getrocknet.
[0229] Danach wird auf die Plattenoberfläche ein Melaminharz aufgetragen, das zusätzlich
noch Glaskugeln enthält. Diese haben einen Durchmesser von 60 - 80 µm. Die Auftragsmenge
des Harzes liegt bei ca. 20 g Melaminharz fl. / m
2 (Feststoffgehalt: 61,5 Gew%). In der Rezeptur ist neben dem Härter und dem Netzmittel
auch ein Trennmittel enthalten. Die Auftragsmenge an Glaskugeln liegt bei ca. 3 g/m
2. Auf die Plattenunterseite wird ebenfalls mit einem Walzenauftragsaggregat ein Melaminharz
aufgetragen (Auftragsmenge: 40 g Harz fl. /m
2, Feststoffgehalt: ca. 55 Gew%). Die Platte wird wiederum in einem Umlufttrockner
getrocknet und danach nochmals mit einem Melaminharz beschichtet, das Glaskugeln enthält.
Als weitere Komponente ist Zellulose (Vivapur 302) enthalten. Es werden wiederum ca.
20 g Melaminharz fl. / m
2 (Feststoffgehalt: 61,6 Gew%) aufgetragen. Dabei werden wieder ca. 3 g Glaskugeln
und 0,25 g Zellulose / m
2 aufgetragen. In den Rezepturen ist neben dem Härter und dem Netzmittel auch ein Trennmittel
enthalten. Auf die Plattenunterseite wird ebenfalls mit einem Walzenauftragsaggregat
ein Melaminharz aufgetragen (Auftragsmenge: 30 g Harz fl. /m
2, Feststoffgehalt: ca. 55 Gew%). Das Harz wird wiederum in einem Umlufttrockner getrocknet
und danach wird die Platte in einer Kurztaktpresse bei 200°C und einem Druck von 400
N/cm
2 verpresst. Die Presszeit betrug 10 Sekunden. Als Strukturgeber wurde ein Pressblech
mit einer Holzstruktur verwendet.
[0230] Die Menge an Harz variiert je Walzenauftrag im Bereich von 5 g/m
2 bis etwa 100 g/m
2; dabei kann auch der Feststoffgehalt des Harzes im Bereich von 50 Gew% bis etwa 80
Gew% variieren. Die Korundmenge variiert zwischen 2 g/m
2 bis 30 g/m
2. Die Zuschlagstoffe Glas und Korund variieren gleichfalls in ihren jeweiligen Mengen.
Ausführungsbeispiel 9 - Funktionsmaterial
[0231] In der Produktion wird eine Charge HDF-Platten verarbeitet, die mit einer als Fußbodenheizung
ausgebildeten Funktionsschicht versehen werden soll. Der Verfahrensablauf ist dabei
folgendermaßen:
- Vereinzelung der HDF-Platten von einem Lagerstapel,
- Anschliff der HDF-Platten auf der Oberseite,
- Auftragen einer transparenten Grundierung bestehend aus Melaminharz,
- Trocknung der Grundierung,
- Auftrag einer mit Titandioxid pigmentierten Grundierung mit Zwischentrocknung (bis
zu 7x),
- direktes Aufbringen einer dünnen Schicht einer Tinte mit Kohlenstoffnanopartikeln
mittels einer der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Ausbildung einer Fußbodenheizung
als Funktionsschicht (Auftragsmenge: 3 - 50 g Pigment/m2), flächig oder streifenförmig,
- Trocknung der Funktionsschicht,
- Digitaldruck eines Fliesendekors,
- Trocknung,
- Auftrag eines Transportschutzes bestehend aus Melaminharz,
- Trocknung
Ausführungsbeispiel 10 - Druckdatenlänge
[0232] Von einem digitalen Druckmuster, welches ein Druckdekor darstellt, wurden die digitalen
Separationsdaten an vier Druckformen übertragen, wobei jede Druckform eine separate
Druckfarbe aufnahm. Jede Druckform wies als Druckkörper eine Walze 20, 21, 22, 23
auf. Das Schöpfvolumen der Kavitäten 60, 61 auf der Deckschicht 42 der Walzen 20,
21, 22, 23 wurde entsprechend der digitalen Separationsdaten gesteuert. Die Kavitäten
60, 61 der Walzen 20, 21, 22, 23 wurden jeweils über einen Behälter 81 mit Farbe gefüllt
und die Deckschicht 42 anschließend mit einer Rakel 25 gereinigt. Die Farben wurden
nacheinander direkt auf eine vorgrundierte Holzwerkstoffplatte gedruckt.
[0233] Der Umfang der Walzen 20, 21, 22, 23 der Druckformen betrug 70cm, die Druckdatenlänge
des Druckmusters jedoch 140cm. Während des Druckvorgangs wurde daher das Schöpfvolumen
der Kavitäten 60, 61 jeder Walze 20, 21, 22, 23, die bereits gedruckt hatten, unmittelbar
nach dem Druckprozess verändert. Die Schöpfvolumen wurde dabei derart geändert, dass
das gesamte Druckmuster mit zwei Umdrehungen der Walzen 20, 21, 22, 23 gedruckt werden
konnte.
Ausführungsbeispiel 11 - Computerchips/Leiterplatten
[0234] Als Bedruckstoff dienen Grundkörper aus elektrisch isolierendem Material, wie faserverstärktem
Kunststoff oder Hartpapier. Als Druckmedium werden eine Tinte oder ein Pulver mit
stromleitenden Partikeln verwendet. Mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird
eine Funktionsschicht als elektrisch leitende Form auf den Bedruckstoff aufgebracht,
hierfür werden die Grundkörper in Reihen ausgelegt. Die Auftragsmenge des Druckmediums
liegt dabei im Bereich von 3-50g Pigment pro m
2. Anschließend wird die Funktionsschicht getrocknet und/oder gehärtet.
Ausführungsbeispiel 12 - 3D-Druck
[0235] Mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird ein Pulver oder werden Fasern als
Druckmedium aufgenommen. Durch das Abschalten der angelegten Spannung bilden sich
die Kavitäten zurück und geben das Pulver oder die Fasern an den Bedruckstoff ab.
Anschließend wird die gedruckte Schicht getrocknet und/oder ausgehärtet.
Ausführungsbeispiel 13 - gedruckte Struktur
[0236] Mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird ein UV-Lack aufgenommen und auf einen
Bedruckstoff aufgebracht. Die Auftragung des UV-Lacks wird dabei auf dem Bedruckstoff
an Positionen vorgenommen, an denen eine Strukturausbildung gewünscht ist, beispielsweise
in Bereichen auf denen auf dem Bedruckstoff ein Dekor abgebildet ist, welches unter
anderem Holzporen darstellt. Die durch die erfindungsgemäße Vorrichtung gedruckte
Struktur ist dabei im wesentliche deckungsgleich zu der Porenstruktur.
Ausführungsbeispiel 14 - Auftrag Produktionsmaterial
[0237] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird als Druckmedium ein Produktionsmaterial
wie beispielsweise Korund oder Glas aufgenommen. Dabei wird eine genau definierte
Menge des Druckmediums aufgenommen, die durch das Schöpfvolumen Kavitäten bestimmt
ist. Damit ist es möglich, die Auftragsmenge eines Druckmediums zu dosieren und eine
vollautomatische Anpassung an Rezepte zur Auftragsmenge von Produktionsmaterialien
vorzunehmen.
Bezugszeichenliste
[0238]
- 10
- Digitaldrucker
- 20, 21, 22, 23
- Walze
- 25
- Rakel
- 26
- Druckplatte
- 30
- Bedruckstoff
- 42
- Deckschicht
- 45, 46
- Piezoaktor
- 48, 49
- Hohlraum
- 50
- Computer
- 60, 61
- Kavität
- 65
- Steg
- 70
- Vernetzung der Kavitäten
- 71
- Zwischenvernetzung
- 72
- Zentralvernetzung mit Kontakt
- 73
- Zentralvernetzung mit Sender-/Empfängervorrichtung
- 74
- Sender-/Empfängervorrichtung
- 80
- Gummiwalze
- 81
- Umlenkwalze
- 82
- Gegendruckwalze
- 83
- flexibles Übertragungselement
- 90
- Tintenleitung
- 91
- Behälter
- 95
- Presseur
- 100
- Druckmedium
- 110
- Trennschicht
- 111, 112
- Perforation
- 120, 121
- Kanal
- 130, 131, 132
- Druckgasleitung
- 140, 141
- Hohlraum in Deckschicht
- 150, 151
- Ventil
- 160
- Sleeve
- 200, 201
- Aktor