[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine aktive Radsatzsteuerung für ein Schienenfahrzeug.
[0002] Eine aktive Radsatzsteuerung für ein Schienenfahrzeug trägt maßgeblich zu einer Verbesserung
der Sicherheit eines Schienenfahrzeugs bei. Durch das gezielte Stellen von Rädern
oder Radsätzen durch ein aktives Verdrehen um deren Hochachsen, werden auf effektive
Art und Weise instabile Fahrzustände verhindert. Zudem wird dadurch der Fahrkomfort
durch das Verringern von störenden Schwingungen erhöht und gleichzeitig ein Verschleiß
von Rädern und Schienen verringert.
[0003] Eine passive Radsatzsteuerung hingegen liegt dann vor, wenn bei einer durch das Schienenpaar
vorgegebenen Bogenfahrt die Räder des Radsatzes nicht aktiv entsprechend eingeschlagen
werden, sondern durch die von den Schienen auf die Räder übertragene Kraft verstellt
werden. Dadurch kommt es oft zu unangenehmen Schwingungsbewegungen, die auch für eine
sehr starke Materialabnutzung an den Rädern und den Schienen verantwortlich sind.
[0004] In der
EP 0 759 390 B1 wird ein Verfahren zur Radsatzführung von Schienenfahrzeugen beschrieben. Über eine
in Richtung der Querachse des Fahrwerks verlaufende Koppeleinrichtung werden in Fahrtrichtung
zueinander beabstandete Radsätze gegensinnig zueinander ausgelenkt und radial zu einem
zu durchfahrenden Gleisbogen eingestellt. Es kommt somit zu einem Einlenken der beiden
Radsätze, so dass der Gleisbogen ohne die typische Schaukelbewegung einer passiven
Radsatzsteuerung durchfahren werden kann.
[0005] In der
WO 2017/157740 A1 ist ebenfalls eine aktive Radsatzsteuerung für ein Fahrwerk eines Schienenfahrzeugs
offenbart, bei dem die beiden Räder eines Radsatzes über einen jeweiligen Zylinder
ausgelenkt werden, damit die Räder um ein gemeinsame vertikal ausgerichtete Drehachse
(auch: Hochachse) verdrehbar sind. Dazu ist jedes der beiden Räder eines Räderpaars
mit einem Zylinder an das Fahrwerk gekoppelt, der sich bei einem gewünschten Einschlag
der Räder zur linken oder rechten Seite nach ein- bzw. ausfährt.
[0006] Durch eine Verbindung der beiden Zylinder über Kreuz an eine gemeinsame Druckversorgungseinheit
wird im Stand der Technik typischerweise erreicht, dass die beiden Zylinder mit nur
einer einzigen Druckversorgungseinheit versorgt werden können. Eine Verbindung der
beiden Zylinder "über Kreuz" würde bedeuten, dass die Versorgung mit Druckflüssigkeit
dafür sorgt, dass der erste Zylinder ausfährt und der zweite Zylinder einfährt und
vice versa. Dies würde zur erwünschten Drehung des Radsatzes um die Hochachse führen.
Damit die Kräfte symmetrisch ausfallen, d.h. dass beide Zylinder die gleichen Kräfte
erzeugen, ist ein Paar an Gleichgangzylindern zu wählen. Diese Zylinderbauart erzeugt
durch die beidseitig gleich großen Kolbenflächen bei gegebenem Flüssigkeitsdruck eine
identische Zugwie Druckkraft. Weitere Beispiele einer aktiven Radsatzsteuerung sind
in der
EP 0 655 378 A1 und in der
CN 110 836 205 A offenbart.
[0007] Es ist das Ziel der vorliegenden Erfindung eine besonders effiziente, kosten- und
ressourcenschonende Ansteuerung für eine aktive Radsatzsteuerung vorzusehen. Dabei
soll eine möglichst geringe Anzahl an Komponenten verwendet werden, um so wenig Bauraum
wie möglich in Anspruch zu nehmen.
[0008] Dies gelingt mit dem Gegenstand des unabhängigen Anspruchs 1, wobei vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung in den abhängigen Ansprüchen dargelegt sind. Erfindungsgemäß
ist vorgesehen, dass die aktive Radsatzsteuerung für ein Schienenfahrzeug, einen Radsatz
mit einem Räderpaar zum Abrollen auf einer jeweiligen Schiene eines Schienenpaares,
einen ersten in seiner Länge variierbaren Differentialzylinder zum Verschieben eines
ersten Rades des Räderpaares relativ zum Fahrwerksrahmen, einen zweiten in seiner
Länge variierbaren Differentialzylinder zum Verschieben eines zweiten Rades des Räderpaares
relativ zum Fahrwerksrahmen, und eine Versorgungseinheit zum Bereitstellen von unter
Druck stehendem Fluid für den ersten Zylinder und den zweiten Zylinder, umfasst. Ferner
ist die erfindungsgemäße Radsatzsteuerung dadurch gekennzeichnet, dass die Ringkammer
des ersten Zylinders und die Ringkammer des zweiten Zylinders mit einem gemeinsamen
Hochdruckausgang der Versorgungseinheit fluidisch verbunden sind, und die Kolbenkammer
des ersten Zylinders mit einem ersten Steuerausgang und die Kolbenkammer des zweiten
Zylinders mit einem zweiten Steuerausgang der Versorgungseinheit fluidisch verbunden
sind. Dabei kann vorgesehen sein, dass die in ihrer Länge variierbaren Differentialzylinder
hydraulisch und/oder elektrisch betätigbar sind.
[0009] Beim erfindungsgemäß verwendeten Differentialzylinder, der kompakter und auch günstiger
als ein Gleichgangzylinder ist, fallen die Kräfte bei gegebenem Druck prinzipbedingt
nicht mehr symmetrisch aus. Um diesen Nachteil zu beseitigen aber gleichzeitig nicht
zwei separate Versorgungseinheiten zu benötigen, wird der Gegenstand des Anspruchs
1 vorgeschlagen, wonach unter anderem die beiden Kolben der beiden Zylinder jeweils
einen mit einem Rückschlagventil versehenen Durchlass von der Kolbenkammer hin zur
Ringkammer aufweisen. Zudem werden die beiden Ringkammern miteinander fluidisch verbunden
und an den Hochdruckausgang der Versorgungseinheit angebunden.
[0010] Die Kolbenkammern der beiden Zylinder werden zum gewünschten gegensinnigen Betätigen
der Zylinder nun so verschaltet, dass eine der beiden Kolbenkammern der beiden Zylinder
mit einem Hochdruckbereich der Versorgungseinheit in fluidischer Verbindung steht
und die verbleibende Kolbenkammer der beiden Zylinder mit einem Niederdruckbereich
der Versorgungseinheit in fluidischer Verbindung steht. Damit es bei einem gegebenen
Druck zu identischen Zug- und Druckkräften kommt, sind die wirksamen Kolbenflächen
entsprechend zu dimensionieren. Die wirksame Kolbenfläche für die Erzeugung einer
Zugkraft ist die Fläche der Ringkammer. Die wirksame Fläche für die Erzeugung einer
Druckkraft ist aber nicht die Fläche des Kolbens, sondern lediglich die Fläche der
Kolbenstange, da sich durch den beidseitig anliegenden Druck die Kraftanteile aus
den beidseitigen Ringflächen gegenseitig aufheben. Von daher ist die Ringfläche und
die Kolbenstangenfläche idealerweise im Verhältnis 1:1 zu gestalten. Da Dichtungen
nicht beliebig abgestuft verfügbar sind, ist in der Praxis mit geringen Abweichungen
vom Idealfall 1:1 zu rechnen.
[0011] Derjenige Zylinder, in dessen beiden Kammern (Kolben- und Ringkammer) Hochdruck anliegt
fährt den Kolben aus, da die Kraft von der Kolbenkammerseite her größer als die Kraft
von der Kolbenstangenseite ist. Dies deswegen, da die von dem Kolben abgehende Kolbenstange
die Fläche zum Angreifen des in der Ringkammer herrschenden Drucks verringert und
somit die auf den Kolben erzeugbare Kraft geringer ist.
[0012] Der andere Zylinder, in dessen Kolbenkammer Niederdruck anliegt, fährt den Kolben
ein. Die in der Ringkammer anliegende Kraft ist in diesem Fall größer als die Kraft
in der Kolbenkammer, in der ja Niederdruck herrscht, so dass es insgesamt zu einer
gegenläufigen Bewegung der beiden Zylinder kommt, die das gewünschte Einlenken des
Radsatzes bzw. Radpaares bewirkt.
[0013] Nach einer Fortbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass in dem Kolben des
ersten Zylinders und in dem Kolben des zweiten Zylinders jeweils ein Rückschlagventil
angeordnet ist, das einen Fluiddurchlass von einer Kolbenkammer hin zur Ringkammer
zulässt. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die beiden Zylinder nicht aktiv
durch die Versorgungseinheit angesteuert werden sondern durch die extern einwirkenden
Kräfte vom Radsatz her bewegt werden. Dabei muss das Fluid (bspw. Öl) aus den Kammern
einerseits widerstandsarm verdrängt und - bei der Verwendung einer Flüssigkeit wie
Öl oder dergleichen - andererseits ohne Kavitation nachgesaugt werden. Die Rückschlagventile
in den Zylindern dienen dazu die Fluidmenge zu minimieren, die bei einem Hin- und
Herlenken des Radsatzes mit der Versorgungseinheit ausgetauscht werden muss. Bei der
Verwendung einer Flüssigkeit, bspw. Öl reduziert das das Kavitationspotential und
sorgt auch für einen Fluidumlauf zwischen der Versorgungseinheit und den Zylindern
(ohne den Rückschlagventilen würde nur die Ölsäule in den Verbindungsleitungen zu
den beiden Zylindern hinund hergeschoben werden).
[0014] Nach einer optionalen Modifikation der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der erste
Steuerausgang und der zweite Steuerausgang der Versorgungseinheit dazu ausgelegt sind,
jeweils zwischen einem Hochdruckzustand, einem Niederdruckzustand und/oder einem drucklosen
Zustand zu variieren. Die verschiedenen Druckzustände erlauben das Auslenken der Räder
sowie eine passive Stellung, bei der in den Zylinderkammern kein Druckunterschied
durch die Versorgungseinheit hervorgerufen wird.
[0015] Weiter kann nach der Erfindung vorgesehen sein, dass eine gegenläufige Betätigung
von dem ersten Zylinder und dem zweiten Zylinder dazu ausgelegt ist, eine Drehung
des Räderpaars um eine Hochachse, vorzugsweise eine gemeinsame Hochachse zu bewirken.
Dadurch wird also das typische Einlenken eines Räderpaars hervorgerufen, das die gewünschte
Ausrichtungsveränderung der Räder in Bezug auf eine Gleiskurve ermöglicht. Dies könnte
alternativ aber auch per Kreuzverschaltung realisiert werden. Der Unterschied hierbei
ist das symmetrische Kräftepaar, das mit der Kreuzverschaltung von Differentialzylindern
nicht realisiert werden kann.
[0016] Vorzugsweise weist die Versorgungseinheit eine Pumpe auf, deren Druckseite mit dem
Hochdruckausgang fluidisch verbunden ist, wobei vorzugsweise die Saugseite der Pumpe
mit einem Niederdruckbereich des Fluids fluidisch verbunden ist.
[0017] Auch kann vorgesehen sein, dass die Versorgungseinheit eine Verbindungsvorrichtung
aufweist, die dazu ausgelegt ist, den ersten Steuerausgang und den zweiten Steuerausgang
mit Fluid eines entsprechenden Drucks zu versorgen. So kann die Verbindungsvorrichtung
sowohl den ersten Steuerausgang wie auch den zweiten Steuerausgang mit der Druckseite
und/oder der Saugseite der Pumpe fluidisch verbinden oder auch die beiden Steuerausgänge
miteinander kurzschließen.
[0018] Ferner kann vorgesehen sein, dass die Verbindungsvorrichtung in einem ersten Zustand
dazu ausgelegt ist, die Kolbenkammer des ersten Zylinders über den ersten Steuerausgang
mit Hochdruck und die Kolbenkammer des zweiten Zylinders über den zweiten Steuerausgang
mit Niederdruck zu verbinden, und in einem zweiten Zustand dazu ausgelegt ist, die
Kolbenkammer des ersten Zylinders über den ersten Steuerausgang mit Niederdruck und
die Kolbenkammer des zweiten Zylinders über den zweiten Steuerausgang mit Hochdruck
zu verbinden.
[0019] Dadurch werden die beiden Zylinder jeweils gegensinnig zueinander betätigt, was zu
einem Einlenken des Radsatzes führt.
[0020] Weiter kann vorgesehen sein, dass die Verbindungsvorrichtung in einem dritten Zustand
dazu ausgelegt ist, die Kolbenkammer des ersten Zylinders und die Kolbenkammer des
zweiten Zylinders miteinander fluidisch zu verbinden. Durch das fluidische Kurzschließen
der beiden Kolbenkammern der zwei Zylinder wird eine passive Stellung erreicht, bei
der die Steifigkeit der Radsatzanbindung nicht durch einen Druckunterschied in den
verschiedenen Zylinderkammern beeinflusst wird.
[0021] Nach der Erfindung kann weiter vorgesehen sein, dass die Verbindungsvorrichtung ein
Ventil umfasst, das in seiner Ruhestellung die beiden Kolbenkammern miteinander fluidisch
verbindet, wobei vorzugsweise das Ventil ein Magnetventil ist, das bevorzugterweise
ein 4/3-Wegeventil ist. Dieses Ventil kann bspw. 3 Schaltzustände besitzen, wobei
es in der Ruhestellung die beiden Kolbenkammern der zwei Zylinder miteinander fluidisch
verbindet. In einer ersten von der Ruhestellung verschiedenen Schaltstellung wird
hingegen eine der beiden Kolbenkammern mit Hochdruck (bspw. der Druckseite einer Pumpe
der Versorgungseinheit) und die andere Kolbenkammer mit Niederdruck (bspw. der Saugseite
einer Pumpe der Versorgungseinheit) verbunden. Durch das gezielte Schalten des Ventils
werden die Räder entsprechend eingeschlagen.
[0022] Nach einer weiteren optionalen Fortbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Versorgungseinheit eine Druckregelvorrichtung aufweist, um das Niveau des Hochdrucks
zu steuern, wobei vorzugsweise die Druckregelvorrichtung eine Niveauveränderung des
Drucks durch Ansteuern von Betriebsparametern der Pumpe und/oder durch ein die Hochdruckseite
und die Niederdruckseite verbindendes Druckbegrenzungsventil verwirklicht.
[0023] Durch die Druckregelvorrichtung kann der Absolutwert des von der Versorgungseinheit
ausgegebenen Drucks variiert werden. Unterschiedliche Druckwerte bewirken, dass der
Radsatz unterschiedlich stark ausgelenkt wird. In der Regel steigt die Gegenkraft
mit dem Ausfahren oder dem Einfahren der Zylinder, die für ein weiteres Einlenken
überwunden werden muss, so dass der Lenkwinkel anhand der Druckregelvorrichtung einstellbar
sein kann. Die Gestaltung einer derartigen Ansteuerung kann nach
AT518698A1 Kraftgeregelte Spurführung für ein Schienenfahrzeug erfolgen.
[0024] So kann eine Abweichung vom Geradeauslauf des Radpaars mittels einer Federung oder
einer Lagerung widerstandsbehaftet sein, so dass sich mit steigendem Lenkwinkel die
Rückstellkraft zum Geradeauslauf erhöht. Das Variieren des zum Auslenken angelegten
Drucks, der von der Versorgungseinheit stammt, führt demnach zu unterschiedlichen
Lenkwinkeln.
[0025] Nach einer Fortbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Druckregelvorrichtung
ferner mit einem Drucksensor in Verbindung steht, um das Druckniveau der Hochdruckseite
zu erfassen.
[0026] Weiter kann vorzugsweise vorgesehen sein, dass ferner ein Fluidspeicher vorgesehen
ist, der mit einer Niederdruckseite der Versorgungseinrichtung fluidisch verbunden
ist. Der Fluidspeicher oder auch Hydrospeicher sorgt für ein gewisses Druckniveau
um das Nachsaugen von Fluid zu unterstützen, respektive Kavitation in den Kolbenkammern
zu unterdrücken. Bei kurzgeschlossenen Kammern resultiert der Vorspanndruck im Fluidspeicher
in einer drückenden parasitären Kraft in beiden Zylindern. Vorzugsweise ist eine entsprechende
Gegenkraft durch eine Federung oder Lagerung vorhanden, die eine Verschiebung des
Radsatzes begrenzt. Die Höhe dieser Kraft sollte einerseits minimiert werden bzw.
sollte die Höhe des Vorspanndrucks derart bemessen sein, dass es unter allen Betriebszuständen
zu keinem Abfall des Kolbenkammerdrucks unterhalb des Kavitationsdrucks kommt.
[0027] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
Versorgungseinheit eine Hydraulikflüssigkeit als Fluid bereitstellt. Somit kann auch
vorgesehen sein, dass die Zylinder Hydraulikzylinder sind.
[0028] Weiter kann vorgesehen sein, dass parallel zu dem ersten Zylinder ein erstes Elastiklager
und parallel zu dem zweiten Zylinder ein zweites Elastiklager vorgesehen ist, vorzugsweise
damit eine resultierende Steifigkeit der jeweiligen Anordnung aus Elastiklager und
Zylinder der Summe der Steifigkeiten dieser beiden Komponenten entspricht. Das Vorsehen
des Elastiklagers ist von Vorteil, da der Zylinder nur eine kleine parasitäre Steifigkeit
liefert und für eine Kopplung zwischen Fahrwerksrahmen und Radsatz nur bedingt geeignet
ist.
[0029] Die Erfindung betrifft ferner ein Fahrwerk eines Schienenfahrzeugs, das mit einer
Radsatzsteuerung nach einem der vorhergehenden Ansprüche versehen ist, vorzugsweise
wobei eine Veränderung der Länge des ersten Differentialzylinders und/oder des zweiten
Differentialzylinders eine Stellkraft erzeugt, die parallel bezüglich der Richtung
der Fahrwerkslängsachse wirkt.
[0030] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Figurenbeschreibung ersichtlich. Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen aktiven Radsatzsteuerung in einem
passiven Zustand,
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen aktiven Radsatzsteuerung in einem
ersten aktiven Zustand, und
- Fig. 3:
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen aktiven Radsatzsteuerung in einem
zweiten aktiven Zustand.
[0031] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen aktiven Radsatzsteuerung
in einem passiven Zustand. Man erkennt die beiden Differentialzylinder 2, 3, die zur
Auslenkung eines jeweiligen Rades eines Radsatzes verwendet werden. Die beiden Räder
eines Radsatzes entsprechen dabei einer Achse eines Fahrzeugs, beispielsweise eines
Schienenfahrzeugs und können beidseitig mit jeweils einem weiteren Lager, in Form
eines Elastiklagers oder dergleichen, das nicht dargestellt ist, ausgerüstet sein.
Wie gezeigt, ist es nun in vorteilhafter Weise umgesetzt, dass die beiden Differentialzylinder
2, 3 mit nur einer einzigen Versorgungseinheit 4, die eine Hydraulikeinheit sein kann,
verbunden sind. Die Zylinder 2, 3 sind dabei derart mit einem Fluid zu beaufschlagen,
dass eine Drehung des Radsatzes um die Hochachse ausgeführt wird. Im Stand der Technik
wurde dabei oftmals vorgeschlagen, die beiden Zylinder 2, 3 über Kreuz zu verbinden.
Eine Verbindung über Kreuz bedeutet dabei, dass die Kolbenkammer 22 des ersten Zylinders
2 und die Ringkammer 31 des zweiten Zylinders 3 miteinander fluidisch verbunden und
gemeinsam an einen Steuerausgang der Versorgungseinheit 4 angeschlossen werden. Die
verbleibenden Kammern der beiden Zylinder 2, 3 werden ebenfalls fluidisch miteinander
verbunden und an einen anderen Steuerausgang der Versorgungseinheit 4 angeschlossen.
Würde man nun einen der beiden Steuerausgänge mit Hochdruck versorgen, würde dies
zu einem gegensinnigen Bewegen der beiden Zylinder 2, 3 führen. Könnte man das resultierende
asymmetrische Kräftepaar nicht akzeptieren, so wäre es notwendig anstelle der dargestellten
Differentialzylinder Gleichgangzylinder zu verwenden.
[0032] Mit der in Fig. 1 dargestellten schematischen Darstellung der vorliegenden Erfindung
ist es möglich, Differentialzylinder 2, 3 zu verwenden und dennoch lediglich nur eine
einzige Versorgungseinheit 4 zu nutzen. Anders als oftmals im Stand der Technik vorgeschlagen,
werden die beiden Zylinder 2, 3 nicht mehr über Kreuz verschaltet, sondern es werden
die beiden Ringkammern 21, 31 der beiden Zylinder 2, 3 mit dem Hochdruckanschluss
41 der Versorgungseinheit 4 verknüpft. Die verbleibenden Kolbenkammern 22, 32 der
beiden Zylinder 2, 3 werden an einen jeweiligen Steuerausgang 42, 43 der Versorgungseinheit
4 angeschlossen.
[0033] Demnach kann die Radsteuerung über drei unterschiedliche Zustände verfügen. Diese
sind durch die Stellungen des Ventils 7, welches die unterschiedlichen Drücke der
Versorgungseinheit 4 an die beiden Steuerausgänge 42, 43 der Versorgungseinheit 4
schalten kann, einstellbar.
[0034] In einer ersten Stellung des Ventils, die typischerweise die unbetätigte Ruhestellung
des Ventils 7 sein kann, ist die Pumpe 6 der Versorgungseinheit 4 nicht aktiv. Weiter
sorgt das Ventil 7 in seiner Ruhestellung dafür, dass die Kolbenkammern 22, 32 der
Zylinder 2, 3 miteinander kurzgeschlossen sind, diese also eine Fluidverbindung miteinander
aufweisen. Demnach liegt in allen Kammern der beiden Zylindern 2, 3 das gleiche Druckniveau
an. Steht der Radsatz nun still, führt das Vorhandensein eines mit der Niederdruckseite
verbundenen Fluidspeichers 10, der auch ein Hydrospeicher sein kann, dazu, dass eine
davon ausgehende Vorspannung, bedingt durch das Differentialzylinderprinzip, eine
drückende Kraft in beiden Zylindern ausübt. Ist nämlich ein vom Fluidspeicher ausgehender
geringer Druck in den beiden Zylindern 2, 3 vorhanden, führt das Wirkprinzip des Differentialzylinders
dazu, dass jeder der beiden Zylinder 2, 3 eine Kraft in seine ausfahrende Richtung
ausübt. Um dieser Kraft entgegenzuwirken, kann für jeden der beiden Zylinder 2, 3
ein nicht dargestelltes Elastiklager vorgesehen sein, das jeweils eine entsprechende
statische Steifigkeit aufweist, um eine Gegenkraft zu erzeugen. So wird die Verschiebung
des Radsatzes durch die drückenden Zylinder, bedingt durch den Druck des Fluidspeichers,
begrenzt.
[0035] Bewegt sich nun der Radsatz, wird er also beispielsweise beim Überfahren eines Gleises
durch die externen Kräfte in Bewegung versetzt, werden die beiden Zylinder 2, 3 durch
die extern vorgegebene Bewegung des Radsatzes mitgeschleppt. Die optional vorgesehenen
Elastiklager, die parallel zu den Zylindern 2, 3 verbaut sein können, können dabei
mit ihrer dynamischen Steifigkeit die stabile Führung des Radsatzes übernehmen. Betrachtet
man nun einen Sinuslauf eines Radsatzes, also das Hin- und Herlenken über den gesamten
oder einen großen Teil des Lenkwinkelbereichs, so werden die beiden Zylinder 2, 3
durch den Radsatz wechselseitig ausgezogen und eingefahren. Dabei muss das Fluid,
beispielsweise ein Öl, aus den Kammern einerseits widerstandsarm verdrängt und andererseits
ohne Kavitation nachgesaugt werden. Um dies zu bewerkstelligen, sind in den jeweiligen
Kolben 24, 34 der beiden Zylinder 2, 3 Rückschlagventile 5 vorgesehen, die zu einer
Verringerung der Fluid- bzw. Ölmenge beitragen, die für einen solchen Sinuslauf mit
der Versorgungseinheit 4 ausgetauscht werden muss. Dies sorgt gleichzeitig für eine
Reduktion des Kavitationspotentials und auch für einen Fluidumlauf zwischen der Versorgungseinheit
4 und den Zylindern 2, 3. Ohne ein jeweiliges Rückschlagventil 5 in den Kolben 24,
34 der beiden Zylinder 2, 3 würde beispielsweise nur eine Ölsäule in der Verrohrung
bzw. der Verbindung zu den Zylindern 2, 3 hin und hergeschoben werden. Ein Filtervorgang
des Öls würde dadurch erheblich erschwert werden.
[0036] Ferner weist die dargestellte Versorgungseinheit 4 einen Drucksensor 9 sowie ein
Druckbegrenzungsventil 8 auf, das dazu in der Lage ist, den anliegenden Druck an dem
Hochdruckausgang 41 wunschgemäß einzustellen. Für einen bestimmten maximalen Lenkwinkeleinschlag
ist der auszugebende Druck an dem Hochdruckanschluss 41 selbstverständlich höher als
gegenüber einem nicht maximalen Lenkwinkeleinschlag. Hierzu wird in Abhängigkeit des
gemessenen Druckniveaus das Druckbegrenzungsventil 8 betätigt, welches für eine kurze
Zeit die Hochdruckseite und die Niederdruckseite miteinander verbindet. Dadurch kommt
es zu einem Erreichen des gewünschten Druckniveaus auf der Hochdruckseite. Dem Fachmann
ist klar, dass die Steuerung des Drucks selbstverständlich auch mit einer variabel
betreibbaren Pumpe oder mittels anderer Einrichtungen variiert werden kann. Darüber
hinaus besitzt die Versorgungseinheit 4 auch eine Pumpe 6, die mit ihrer Druckseite
61 direkt mit dem Hochdruckausgang 41 verbunden ist. Diese feste Verbindung von Druckseite
61 der Pumpe 6 mit dem Hochdruckausgang 41 und demzufolge auch mit den jeweiligen
Ringkammern 21, 31 trägt zu dem besonders einfachen und platzsparenden Aufbau der
vorliegenden Erfindung bei. Die Saugseite 62 ist dabei mit der Niederdruckseite der
Versorgungseinheit 4 verbunden.
[0037] Das dargestellte Ventil 7 ist ein 4/3-Wegeventil, das in seiner Ruhestellung einen
Kurzschluss der beiden Kolbenkammern 22, 32 verursacht. Selbstverständlich können
die Schaltfunktionen des Ventils auch durch mehrere Ventile oder eine eigene Ventiluntereinheit
verwirklicht werden. In den anderen beiden möglichen Stellungen wird jeweils eine
der beiden Kolbenkammern 22, 32 mit der Hochdruckseite der Versorgungseinheit 4 und
die andere der beiden Kolbenkammern 22, 32 mit der Niederdruckseite der Versorgungseinheit
4 verbunden, so dass es zu einem entsprechenden Lenkwinkeleinschlag der beiden Räder,
verursacht durch ein entsprechendes Betätigen der Zylinder 2, 3 kommt. Das zur Pumpe
parallel geschaltene Rückschlagventil ermöglicht ein besonders widerstandsarmes Nachsaugen
von Fluid vom Hydraulikspeicher zur Ringkammer des Zylinders 2.
[0038] Fig. 2 zeigt eine erste aktive Stellung, bei der die Pumpe 6 aktiv ist. Das Ventil
7 ist dabei betätigt, wobei die Kolbenkammer 32 des zweiten Zylinders 3 mit der Hochdruckseite
bzw. dem Druckausgang 61 der Pumpe 6 verbunden ist. Die Kolbenkammer 22 des ersten
Zylinders 2 ist hingegen mit der Niederdruckseite bzw. der Saugseite 62 der Pumpe
6 verbunden. Durch die Differenzialbauweise wird der zweite Zylinder 3 durch Druckbeauflagung
beider Kammern 31, 32 zum Ausfahren bewegt. Beim ersten Zylinder 2 wird nur die Ringkammer
21 mit Druck beaufschlagt, wohingegen die Kolbenkammer 22 mit dem Niederdruckbereich
verbunden ist. In dieser Konfiguration ist das im Kolben 24 angeordnete Rückschlagventil
5 geschlossen, so dass bei einem entsprechenden Hochdruckniveau auf der Kolbenstangenseite
eine Einfahrbewegung des Kolbens 23 des ersten Zylinders ausgeführt wird. Der zweite
Zylinder, bei dem sowohl in der Kolbenkammer 32 wie auch in der Ringkammer 31 Hochdruck
herrscht, schiebt den Kolben 33 nach außen, da die von der Kolbenkammer 32 herrührende
Kraft eine größere Fläche zum Ansetzen auf den Kolben besitzt, als dies für die von
der Ringkammer 31 herrührenden Kraft der Fall ist. Für jenen Fall, dass die extern
erzwungene Bewegung der Zylinder einen höheren Fluidbedarf erzeugt als die Pumpe fördern
kann, wirkt das zur Pumpe parallel geschaltene Rückschlagventil unterstützend um Fluid
vom Hydraulikspeicher in die Kolbenkammer zu fördern.
[0039] Fig. 3 zeigt ein zur Schaltstellung der Fig. 2 inverses Bild, so dass nun die Kolbenkammer
32 des zweiten Zylinders mit Niederdruck verbunden ist und die Kolbenkammer 22 des
ersten Zylinders 2 mit Hochdruck verbunden ist. Die Reaktionen der beiden Zylinder
2, 3 sind dabei erneut durch Richtungspfeile angegeben und verhalten sich invers zu
dem Verhalten, das bereits im Zusammenhang mit der Fig.2 beschrieben worden ist. Der
erste Zylinder 2 fährt demnach aus, wohingegen der zweite Zylinder 3 sich einzieht.
[0040] Durch die vorliegende Erfindung wird eine Möglichkeit geschaffen, die beiden Zylinder
zum Steuern eines Radsatzes mit lediglich einer Versorgungseinheit 4 anzusteuern.
[0041] Dies und die Verwendung kompakter Differentialzylinder ermöglichen eine sehr bauraumschonende
Umsetzung der vorliegenden Erfindung.
1. Aktive Radsatzsteuerung (1) für ein Schienenfahrzeug, umfassend:
einen Radsatz mit einem Räderpaar zum Abrollen auf einer jeweiligen Schiene eines
Schienenpaars,
einen ersten in seiner Länge variierbaren Differentialzylinder (2) zum Verschieben
eines ersten Rades des Räderpaares relativ zum Fahrwerksrahmen,
einen zweiten in seiner Länge variierbaren Differentialzylinder (3) zum Verschieben
eines zweiten Rades des Räderpaares relativ zum Fahrwerksrahmen, und
eine Versorgungseinheit (4) zum Bereitstellen von unter Druck stehendem Fluid für
den ersten Zylinder (2) und den zweiten Zylinder (3),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ringkammer (21) des ersten Zylinders (2) und die Ringkammer (31) des zweiten Zylinders
(3) mit einem gemeinsamen Hochdruckausgang (41) der Versorgungseinheit (4) fluidisch
verbunden sind, und
die Kolbenkammer (22) des ersten Zylinders (2) mit einem ersten Steuerausgang (43)
und die Kolbenkammer (32) des zweiten Zylinders (3) mit einem zweiten Steuerausgang
(42) der Versorgungseinheit (4) fluidisch verbunden sind.
2. Radsatzsteuerung (1) nach Anspruch 1, wobei in dem Kolben (24) des ersten Zylinders
(2) und in dem Kolben (34) des zweiten Zylinders (3) jeweils ein Rückschlagventil
(5) angeordnet ist, das einen Fluiddurchlass von einer Kolbenkammer (22, 32) hin zur
Ringkammer (21, 31) zulässt.
3. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Steuerausgang
(42) und der zweite Steuerausgang (43) der Versorgungseinheit (4) dazu ausgelegt sind,
jeweils zwischen einem Hochdruckzustand, einem Niederdruckzustand und/oder einem drucklosen
Zustand zu variieren.
4. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine gegenläufige
Betätigung von dem ersten Zylinder (2) und dem zweiten Zylinder (3) dazu ausgelegt
ist, eine Drehung des Räderpaars um eine Hochachse zu bewirken.
5. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Versorgungseinheit
(4) eine Pumpe (6) aufweist, deren Druckseite (61) mit dem Hochdruckausgang (41) fluidisch
verbunden ist, wobei vorzugsweise die Saugseite (62) der Pumpe (6) mit einem Niederdruckbereich
des Fluids fluidisch verbunden ist.
6. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Versorgungseinheit
(4) eine Verbindungsvorrichtung (7) aufweist, die dazu ausgelegt ist, den ersten Steuerausgang
(43) und den zweiten Steuerausgang (42) mit Fluid eines entsprechenden Drucks zu versorgen.
7. Radsatzsteuerung (1) nach Anspruch 6, wobei die Verbindungsvorrichtung (7)
in einem ersten Zustand dazu ausgelegt ist, die Kolbenkammer (22) des ersten Zylinders
(2) über den ersten Steuerausgang (43) mit Hochdruck und die Kolbenkammer (32) des
zweiten Zylinders (3) über den zweiten Steuerausgang (42) mit Niederdruck zu verbinden,
und
in einem zweiten Zustand dazu ausgelegt ist, die Kolbenkammer (22) des ersten Zylinders
(2) über den ersten Steuerausgang (43) mit Niederdruck und die Kolbenkammer (32) des
zweiten Zylinders (3) über den zweiten Steuerausgang mit Hochdruck zu verbinden.
8. Radsatzsteuerung (1) nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Verbindungsvorrichtung (7)
in einem Zustand dazu ausgelegt ist, die Kolbenkammer (22) des ersten Zylinders (2)
und die Kolbenkammer (32) des zweiten Zylinders (3) miteinander fluidisch zu verbinden.
9. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 - 8, wobei die Verbindungsvorrichtung
(7) ein Ventil umfasst, das in seiner Ruhestellung die beiden Kolbenkammern (22, 32)
miteinander fluidisch verbindet, wobei vorzugsweise das Ventil ein Magnetventil ist,
das bevorzugterweise ein 4/3-Wegeventil ist.
10. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Versorgungseinheit
(4) eine Druckregelvorrichtung (8) aufweist, um das Niveau des Hochdrucks zu steuern,
wobei vorzugsweise die Druckregelvorrichtung (8) eine Niveauveränderung des Drucks
durch Ansteuern von Betriebsparametern der Pumpe (6) und/oder durch ein die Hochdruckseite
und die Niederdruckseite verbindendes Druckbegrenzungsventil verwirklicht.
11. Radsatzsteuerung (1) nach Anspruch 10, wobei die Druckregelvorrichtung (8) ferner
mit einem Drucksensor (9) in Verbindung steht, um das Druckniveau der Hochdruckseite
zu erfassen.
12. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner mit einem Fluidspeicher
(10), der mit einer Niederdruckseite der Versorgungseinrichtung fluidisch verbunden
ist, wobei vorzugsweise der Fluidspeicher (10) ein Hydrospeicher ist.
13. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Versorgungseinheit
(4) eine Hydraulikflüssigkeit als Fluid bereitstellt.
14. Radsatzsteuerung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei parallel zu dem
ersten Zylinder (2) ein erstes Elastiklager und parallel zu dem zweiten Zylinder (3)
ein zweites Elastiklager vorgesehen ist, vorzugsweise damit eine resultierende Steifigkeit
der jeweiligen Anordnung aus Elastiklager und Zylinder (2, 3) der Summe der Steifigkeiten
dieser beiden Komponenten entspricht.
15. Fahrwerk eines Schienenfahrzeugs, das mit einer Radsatzsteuerung (1) nach einem der
vorhergehenden Ansprüche versehen ist, vorzugsweise wobei eine Veränderung der Länge
des ersten Differentialzylinders (2) und/oder des zweiten Differentialzylinders (3)
eine Stellkraft erzeugt, die parallel bezüglich der Richtung der Fahrwerkslängsachse
wirkt.
1. An active wheelset control (1) for a rail vehicle, comprising:
a wheelset having a wheel pair for rolling off on a respective rail of a rail pair;
a first differential cylinder (2) variable in length for the displacement of a first
wheel of the wheel pair relative to the undercarriage frame;
a second differential cylinder (3) variable in length for the displacement of a second
wheel of the wheel pair relative to the undercarriage frame; and
a supply unit (4) for providing pressurized fluid for the first cylinder (2) and the
second cylinder (3),
characterized in that
the ring chamber (21) of the first cylinder (2) and the ring chamber (31) of the second
cylinder (3) are fluidically connected to a common high pressure outlet (41) of the
supply unit (4); and
the piston chamber (22) of the first cylinder (2) is fluidically connected to a first
control outlet (43) and the piston chamber (32) of the second cylinder (3) is fluidically
connected to a second control outlet (42) of the supply unit (4).
2. A wheelset control (1) in accordance with claim 1, wherein a respective check valve
(5) that permits a fluid passage from a piston chamber (22, 32) toward the ring chamber
(21, 31) is arranged in the piston (24) of the first cylinder (2) and in the piston
(34) of the second cylinder (3).
3. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims, wherein the
first control outlet (42) and the second control outlet (43) of the supply unit (4)
are adapted to respectively vary between a high pressure state, a low pressure state,
and/or a pressureless state.
4. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims, wherein a counterrotating
actuation of the first cylinder (2) and the second cylinder (3) is adapted to effect
a rotation of the wheel pair about a vertical axis.
5. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims, wherein the
supply unit (4) has a pump (6) whose pressure side (61) is fluidically connected to
the high pressure outlet (41), with the suction side (62) of the pump (6) preferably
being fluidically connected to a low pressure region of the fluid.
6. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims, wherein the
supply unit (4) has a connection device (7) that is adapted to supply the first control
outlet (43) and the second control outlet (42) with fluid of a corresponding pressure.
7. A wheelset control (1) in accordance with claim 6, wherein the connection device (7)
is adapted in a first state to connect the piston chamber (22) of the first cylinder
(2) to high pressure via the first control outlet (43) and to connect the piston chamber
(32) of the second cylinder (3) to low pressure via the second control outlet (42);
and
is adapted in a second state to connect the piston chamber (22) of the first cylinder
(2) to low pressure via the first control outlet (43) and to connect the piston chamber
(32) of the second cylinder (3) to high pressure via the second control outlet.
8. A wheelset control (1) in accordance with claim 6 or claim 7. wherein the connection
device (7) is adapted in one state to fluidically connect the piston chamber (22)
of the first cylinder (2) and the piston chamber (32) of the second cylinder (3) to
one another.
9. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims 6 to 8, wherein
the connection device (7) comprises a valve that fluidically connects the two piston
chambers (22, 32) to one another in its position of rest, with the valve preferably
being a solenoid valve that is preferably a 4/3 way valve.
10. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims, wherein the
supply unit (4) has a pressure regulating device (8) to control the level of the high
pressure, with the pressure regulating device (8) preferably effecting a level change
of the pressure by controlling operating parameters of the pump (6) and/or by a pressure
relief valve connecting the high pressure side and the low pressure side.
11. A wheelset control (1) in accordance with claim 10, wherein the pressure regulating
device (8) is further connected to a pressure sensor (9) to detect the pressure level
of the high pressure side.
12. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims, further having
a fluid reservoir (10) that is fluidically connected to a low pressure side of the
supply device, with the fluid reservoir (10) preferably being a hydraulic accumulator.
13. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims, wherein the
supply unit (4) provides a hydraulic fluid as the fluid.
14. A wheelset control (1) in accordance with one of the preceding claims, wherein a first
elastic bearing is provided in parallel with the first cylinder (2) and a second elastic
bearing is provided in parallel with the second cylinder (3), preferably so that a
resulting stiffness of the respective arrangement of the elastic bearings and the
cylinders (2, 3) corresponds to the sum of the stiffness values of these two components.
15. An undercarriage of a rail vehicle that is provided with a wheelset control (1) in
accordance with one of the preceding claims, preferably wherein a change of the length
of the first differential cylinder (2) and/or of the second differential cylinder
(3) generates an actuating force that acts in parallel with respect to the direction
of the longitudinal axis of the undercarriage.
1. Commande d'essieu (1) active pour un véhicule ferroviaire, comprenant :
un essieu avec une paire de roues destinée à rouler sur un rail respectif d'une paire
de rails,
un premier vérin différentiel (2) dont la longueur peut varier, destiné à déplacer
une première roue de la paire de roues par rapport au châssis de l'organe de roulement,
un second vérin différentiel (3) dont la longueur peut varier, destiné à déplacer
une seconde roue de la paire de roues par rapport au châssis de l'organe de roulement,
et
une unité d'alimentation (4) destinée à mettre à disposition un fluide sous pression
pour le premier vérin (2) et le second vérin (3),
caractérisée en ce que
la chambre annulaire (21) du premier vérin (2) et la chambre annulaire (31) du second
vérin (3) sont en liaison fluidique avec une sortie haute pression (41) commune de
l'unité d'alimentation (4), et
la chambre de piston (22) du premier vérin (2) est en liaison fluidique avec une première
sortie de commande (43) et la chambre de piston (32) du second vérin (3) est en liaison
fluidique avec une seconde sortie de commande (42) de l'unité d'alimentation (4).
2. Commande d'essieu (1) selon la revendication 1, dans laquelle un clapet antiretour
(5) est agencé respectivement dans le piston (24) du premier vérin (2) et dans le
piston (34) du second vérin (3), ledit clapet antiretour permettant un passage de
fluide d'une chambre de piston (22, 32) à la chambre annulaire (21, 31).
3. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle la
première sortie de commande (42) et la seconde sortie de commande (43) de l'unité
d'alimentation (4) sont conçues pour varier respectivement entre un état de haute
pression, un état de basse pression et/ou un état sans pression.
4. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle un
actionnement dans des sens opposés du premier vérin (2) et du second vérin (3) est
conçu pour provoquer une rotation de la paire de roues sur un axe vertical.
5. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle l'unité
d'alimentation (4) présente une pompe (6), dont le côté refoulement (61) est en liaison
fluidique avec la sortie haute pression (41), le côté aspiration (62) de la pompe
(6) étant de préférence en liaison fluidique avec une zone de basse pression du fluide.
6. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle l'unité
d'alimentation (4) présente un dispositif de liaison (7), qui est conçu pour alimenter
la première sortie de commande (43) et la seconde sortie de commande (42) en fluide
avec une pression correspondante.
7. Commande d'essieu (1) selon la revendication 6, dans laquelle le dispositif de liaison
(7) est conçu pour, dans un premier état, relier la chambre de piston (22) du premier
vérin (2) à la haute pression par le biais de la première sortie de commande (43)
et la chambre de piston (32) du second vérin (3) à la basse pression par le biais
de la seconde sortie de commande (42), et est conçu pour, dans un second état, relier
la chambre de piston (22) du premier vérin (2) à la basse pression par le biais de
la première sortie de commande (43) et la chambre de piston (32) du second vérin (3)
à la haute pression par le biais de la seconde sortie de commande.
8. Commande d'essieu (1) selon la revendication 6 ou 7, dans laquelle le dispositif de
liaison (7) est conçu pour, dans un état, relier par liaison fluidique la chambre
de piston (22) du premier vérin (2) et la chambre de piston (32) du second vérin (3).
9. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes 6 à 8, dans laquelle
le dispositif de liaison (7) comprend une vanne, qui, dans sa position de repos, relie
les deux chambres de piston (22, 32) par liaison fluidique, la vanne étant de préférence
une électrovanne, qui est de préférence un distributeur à 4/3 voies.
10. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle l'unité
d'alimentation (4) présente un dispositif de régulation de pression (8) pour commander
le niveau de la haute pression, le dispositif de régulation de pression (8) réalisant
de préférence un changement de niveau de la pression par la commande de paramètres
de fonctionnement de la pompe (6) et/ou par un limiteur de pression reliant le côté
haute pression et le côté basse pression.
11. Commande d'essieu (1) selon la revendication 10, dans laquelle le dispositif de régulation
de pression (8) est en outre en liaison avec un capteur de pression (9) pour détecter
le niveau de pression du côté haute pression.
12. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes, comprenant en outre
un réservoir de fluide (10), qui est en liaison fluidique avec un côté basse pression
du dispositif d'alimentation, le réservoir de fluide (10) étant de préférence un accumulateur
hydraulique.
13. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle l'unité
d'alimentation (4) met à disposition un liquide hydraulique en guise de fluide.
14. Commande d'essieu (1) selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle un
premier palier élastique est prévu parallèlement au premier vérin (2) et un second
palier élastique parallèlement au second vérin (3), de préférence pour qu'une rigidité
obtenue de l'agencement respectif de palier élastique et vérin (2, 3) corresponde
à la somme des rigidités de ces deux composants.
15. Organe de roulement d'un véhicule ferroviaire, qui est pourvu d'une commande d'essieu
(1) selon l'une des revendications précédentes, de préférence dans lequel une modification
de la longueur du premier vérin différentiel (2) et/ou du second vérin différentiel
(3) génère une puissance de réglage qui agit parallèlement à la direction de l'axe
longitudinal de l'organe de roulement.