[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abstützen eines stehend verankerten Mastes
und/oder eines Mastfundamentes sowie eine Vorrichtung zum Abstützen eines solchen
Mastes und/oder Mastfundamentes.
[0002] Die Standsicherheitsprüfung von Masten zählt heute zum Standard. Gegenstand der Prüfung
ist dabei die Stabilität des Mastes selbst, aber auch seiner Verankerung, das heißt
des Mastfundamentes. Die Prüfung erfolgt zerstörungsfrei unter Anwendung der Grundlagen
der Festigkeitslehre. Derartige Verfahren sind aus
EP 0 638 794 A1,
EP 0 894 250 A1,
EP 0 943 079 A1,
EP 0 953 147 A1,
EP 1 049 918 A1 sowie
EP 1 174 699 A1 bekannt, auf die insoweit verwiesen wird. Die Prüfverfahren sind im Laufe der Zeit
stets verbessert worden, den aktuellen Stand der Technik repräsentiert
EP 3 252 451 A1, in dessen Fig. 1 das Prüfverfahren anschaulich dargestellt ist. Mittels eines Raupenfahrzeugs
mit einem Ausleger, an dem im vorderen Teil ein Linearantrieb angeordnet ist, wird
über eine Schelle, welche in einem vorbestimmten Abstand über dem Boden an den zu
prüfenden Mast angelegt ist, zunächst eine Druckkraft und nachfolgend eine Zugkraft
angelegt, wobei über einen Kraftsensor die aufgebrachte Kraft in Abhängigkeit der
Zeit ermittelt wird. Ein solcher Prüfvorgang ist anhand der Fig. 1a bis 1d beispielhaft
aufgezeichnet. Dabei zeigt die Fig. 1a den zeitlichen Kraftverlauf beim Aufbringen
einer Druckkraft und nachfolgendem Entlasten auf den Mast, die Fig. 1b bei gleicher
Anordnung des Prüfgerätes das Aufbringen einer Zugkraft mit nachfolgender Entlastung.
Zur vollständigen Prüfung werden die gleichen Prüfvorgänge noch einmal um 90 Grad
bezogen auf die Mastachse versetzt durchgeführt, wobei in Fig. 1c das Aufbringen einer
Druckkraft mit nachfolgender Entlastung und in Fig. 1d das Aufbringen einer Zugkraft
nachfolgender mit Entlastung dargestellt ist. Idealerweise sollte der zeitliche Kraftverlauf
so sein, wie er anhand der Fig. 1c und 1d dargestellt ist. Bei den in den Fig. 1a
und 1b beim Anstieg der Kraft sichtbar werdenden Nichtlinearitäten der Kurve ist die
Fundamentierung des Mastes angegriffen und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet.
[0003] Nur der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass typischerweise auch Weg-/Zeitdiagramme
erstellt werden, um weitere Aspekte des Mastes zu prüfen.
[0004] Wenn beim Prüfen des Mastes bzw. seiner Verankerung im Boden ein Mangel in der Fundamentierung
festgestellt wird, wie zuvor beschrieben, dann ist dies häufig nur punktuell der Fall,
auch kann der Mast selbst in seiner Funktion völlig in Ordnung sein.
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Abstützen eines stehend verankerten Mastes und/oder eines Mastfundamentes zu schaffen,
mit welchem ein solcher Mangel mit einfachen technischen Mitteln behoben werden kann.
Darüber hinaus soll eine Vorrichtung zum Abstützen eines solchen stehend verankerten
Mastes und/oder eines Mastfundamentes bereitgestellt werden, mit der insbesondere
das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar ist.
[0006] Der verfahrensmäßige Teil dieser Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den in Anspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst. Eine Vorrichtung zum Abstützen eines stehend verankerten
Mastes und/oder eines Mastfundaments ist durch die in Anspruch 5 angegebenen Merkmalen
definiert. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der
erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung
und den Zeichnungen angegeben.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Abstützen eines stehend verankerten Mastes und/oder
eines Mastfundamentes ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Stützkörper ganz oder abschnittsweise
in den Boden eingebracht und kraftschlüssig an das Fundament und/oder an den Mast
angelegt wird, um das Fundament und/oder den Mast an mindestens einer Seite abzustützen.
[0008] Grundgedanke des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es, da häufig in der Fundamentierung
nur einseitig Fehler auftauchen, diese durch geeignete Maßnahmen vor Ort zu beheben
und somit die Standsicherheit des Mastes auch langfristig wiederherzustellen. Dabei
wird ein Stützkörper je nach Art des Schadens ganz oder auch nur abschnittsweise in
den Boden eingetrieben, und zwar so, dass er kraftschlüssig an dem Fundament anliegt
und dieses an mindestens einer Seite, typischerweise der zuvor als schadhaft begutachteten
Seite, abstützt. Zur Abstützung des Fundamentes kann der Stützkörper, wenn das Fundament
vollständig im Boden eingelassen ist, ebenfalls vollständig in den Boden eingetrieben
werden und zwar durch Wahl eines entsprechenden Anstellwinkels beim Eintreiben so,
dass der Stützkörper kraftschlüssig am Fundament anliegt und somit das Fundament an
dieser Seite, an welcher der Stützkörper anliegt, zusätzlich abstützt.
[0009] Vorteilhaft kann eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Fundament und Stützkörper
durch ein umlaufendes Zugband unterstützt werden. Letztere Maßnahme bietet sich insbesondere
dann an, wenn das Fundament nicht vollständig im Boden eingelassen ist, sondern, wie
dies häufig der Fall ist, bis über den Boden reicht. Dann kann ein solches Zugband
kurz oberhalb des Bodens um das Fundament und den Stützkörper gespannt werden, um
so einen sicheren Kraftschluss zu erzeugen. Ein solches Zugmittel kann auch vorteilhaft
zwischen Mast und Stützkörper unmittelbar angebracht sein, um einen kraftschlüssigen
Verbund zwischen diesen Bauteilen zu erreichen.
[0010] Wenn der Mast unmittelbar im Boden verankert ist, kann der Stützkörper auch zur unmittelbaren
Anlage an den Mast in den Boden eingetrieben werden, wobei auch bei dieser Konstellation
ein Zugband vorgesehen sein kann, welches den Stützkörper und den Mast umspannt. Der
Kraftschluss zwischen Fundament und Stützkörper bzw. Mast und Stützkörper sorgt dafür,
dass der Stützkörper kraftmäßig Teil des Fundamentes wird und somit die durch die
Belastung des Mastes in das Fundament eingeleiteten Kräfte an dieser Seite, wo der
Stützkörper angeordnet und das Fundament schadhaft ist, sicher aufnimmt.
[0011] Schließlich kann der Kraftschluss auch dadurch hergestellt werden, dass oberhalb
des Fundamentes eine oder mehrere Querstützen zwischen Stützkörper und Mast angeordnet
werden, welche diese Bauteile zueinander verspannen. Letzteres ist insbesondere dann
vorteilhaft anwendbar, wenn nicht die Verankerung zwischen Fundament und Boden gestört
ist, sondern das Fundament einseitig schadhaft ist, wenn beispielsweise Bindungen
im Fundament durch äußere Einflüsse gelöst sind oder gar nicht erst vorhanden sind.
Typischerweise ist dann eine kraftschlüssige Anlage des Stützkörpers an das Fundament
in diesem Bereich nicht möglich, da die sich das Fundament örtlich in Auflösung befindet.
Durch die kraftschlüssige Verbindung mit dem Mast selbst kann jedoch die erforderliche
Krafteinleitung in diesem schadhaften Bereich unmittelbar vom Mast in den Stützkörper
und somit in den Boden erfolgen.
[0012] Als umlaufendes Zugmittel wird vorteilhaft ein Band aus Stahl, Kunststoff oder dergleichen
eingesetzt, welches das Fundament und den Stützkörper umspannt oder aber in geeigneter
Weise am Stützkörper befestigt ist. Auch ist es denkbar, zwei Stützkörper diametral
gegenüberliegend am Fundament anzubringen und das Zugmittel diese Bauteile umspannend
vorzusehen. Ein Zugmittel wird bevorzugt dann anzubringen sein, wenn eine kraftschlüssige
Anlage des Stützkörpers am Mastfundament nicht oder nur mit Hindernissen möglich ist.
[0013] Gemäß der Erfindung kann der Kraftschluss nicht nur zwischen Stützkörper und Fundament,
sondern gegebenenfalls zwischen Stützkörper und Mast vorgesehen sein. Hierzu können
stützkörperseitig Druckmittel vorgesehen sein, welche zwischen Stützkörper und Mast
wirksam sind und die vorzugsweise oberhalb des Fundamentes angeordnet werden. Derartige
Druckmittel können beispielsweise durch Keile oder druckwirksame Körper gebildet sein,
welche zwischen Mast und Stützkörper eingepresst werden. Eine sehr feinfühlige und
zugleich wirksame Anordnung kann dadurch erreicht werden, dass Querstützen zwischen
Stützkörper und Mast angebracht werden, beispielsweise in Form von Gewindestangen,
welche hinsichtlich ihrer wirksamen Länge bedarfsweise vor Ort eingestellt werden
können. Vorteilhaft kann eine Querstütze auch dazu genutzt werden, um ein Zugmittel,
zum Beispiel ein umlaufendes Band am Stützkörper anzubringen, mit welchem der Mast
umschlungen und darüber mit dem Stützkörper kraftschlüssig verbunden wird.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorteilhaft im Anschluss an die Standsicherheitsprüfung
durchgeführt. Das Einpressen des Stützkörpers in den Boden kann dabei unter Zuhilfenahme
geeigneter Einschlagwerkzeuge oder auch unter Zuhilfenahme des für die Prüfzwecke
verwendeten Raupenfahrzeugs erfolgen. Um die Wirksamkeit des Stützkörpers zu überprüfen,
erfolgt zweckmäßigerweise nach dessen Einbringen eine erneute Standsicherheitsprüfung
des Mastes.
[0015] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Abstützen eines stehend verankerten Mastes
und/oder eines Mastfundaments ist gekennzeichnet durch einen flächigen und mindestens
einachsig gekrümmten oder abgewinkelten Körper, welcher in Richtung der mindestens
einen Krümmungs- oder Abwinkelungsachse oder parallel dazu eine Längserstreckung aufweist,
welche um ein mehrfaches größer als die Quererstreckung in Krümmungsrichtung bzw.
in Richtung der Abwinkelung ist und der an einem zum Einbringen in den Boden vorgesehenen
Ende seiner Längserstreckung verjüngend zulaufend ausgebildet ist.
[0016] Die flächige Ausbildung ist dabei wesentlich, um innerhalb des Bodens ein hohes Widerstandsmoment
zu erzeugen. Die flächige Ausbildung ist darüber hinaus wichtig, um den Stützkörper
mit vergleichsweise geringem Kraftaufwand in den Boden eintreiben zu können. Um sicherzustellen,
dass der Stützkörper, welcher kraftschlüssig an dem Fundament anliegen soll, dies
auch an der vorgesehenen Seite tut und nicht bei Krafteinwirkung seitlich abrutscht,
ist dieser flächige Körper mindestens einachsig gekrümmt oder ein- oder gegebenenfalls
auch mehrfach abgewinkelt. Dabei liegt die Achse, um welche die Krümmung erfolgt bzw.
um welche die Abwinkelung des flächigen Körpers erfolgt, parallel zur Längserstreckung,
sodass sich ein schlanker, langgestreckter Stützkörper ergibt, welcher eine stabilisierende
Profilierung aufweist. Die Längserstreckung des Stützkörpers ist um ein Mehrfaches
größer als die Quererstreckung, welche in Krümmungsrichtung bzw. in Richtung der Abwinkelung
oder Abwinkelungen verläuft.
[0017] Die Längsrichtung ist auch die Richtung, in welcher der Stützkörper in das Erdreich
eingetrieben wird. Um den Widerstand beim Eintreiben in den Boden möglichst gering
zu halten und eine mögliche Verformung des Stützkörpers zu verhindern, ist dieser
an seinem zum Einbringen in den Boden vorgesehenen Ende seiner Längserstreckung verjüngend
zulaufend ausgebildet. Dabei kann die Verjüngung nach Art einer Klinge zu einem fast
linienförmigen Ende auslaufen oder aber, was bevorzugt ist, in der Fläche des Körpers
gebildet sein. Auch eine Kombination ist möglich, ähnlich wie dies bei der Spitze
eines Schwertes der Fall ist.
[0018] Um die Steifigkeit des Stützkörpers in Querrichtung zu erhöhen, ist gemäß einer vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung vorzugsweise an der Außenseite seiner Krümmung oder Abwinkelung
mindestens eine in Längsrichtung des Stützkörpers verlaufende Versteifungsrippe vorgesehen.
Eine solche Versteifungsrippe bildet beim Eintreiben in den Boden eine schienenartige
Führung und erhöht zudem die Steifigkeit des Stützkörpers gegen Ausknicken. Es können
je nach Breite des Stützkörpers ein oder mehrere Versteifungsrippen vorgesehen sein,
die sich vorteilhaft über einen Großteil der Länge des Stützkörpers erstrecken, z.B.
über mindestens 2/3 seiner Länge. Wenn der Stützkörper eine Abwinkelung aufweist,
ist es vorteilhaft, wenn auf jeder Seite der Abwinkelung, vorzugsweise außenseitig,
eine solche Stützrippe angeordnet ist.
[0019] Wenn der Stützkörper in seiner Fläche zum Ende hin verjüngt ausgebildet ist, dann
ist es zweckmäßig, zumindest im Bereich der Spitze eine solche ebenfalls in Längsrichtung
angeordnete Versteifungsrippe vorzusehen. Diese kann durchgehend bis nahe zum anderen
Ende sein oder kurz oberhalb der Spitze enden, um dort von beabstandeten Rippen in
Längsrichtung fortgesetzt zu werden.
[0020] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Stützkörper in seiner Krümmung oder Abwinkelung
an Form und Größe des Fundamentes oder auch aus des daraus sich empor erstreckenden
Mastes angepasst ist. Dabei ist die Anpassung hinsichtlich des Fundamentes unmittelbar,
das heißt zur direkten Anlage gegeben, wohingegen beim Mast der sich dabei typischerweise
ergebende Abstand zu berücksichtigen ist. Wenn beispielsweise ein Mast von 20 cm Durchmesser
mit Abstand einseitig vom Stützkörper abgestützt werden soll, dann sollte der Stützkörper
eine Krümmung haben, welche einem Mast von 40 cm Durchmesser entspricht, um dann in
10 cm Abstand zum Mast angeordnet und durch entsprechende Querstützen mit diesem kraftschlüssig
verbunden zu werden. Hierzu weist der Stützkörper vorteilhaft nahe seinem anderen
Ende, also dem in Einbaulage aus dem Boden ragenden Ende mindestens eine Aufnahme
für die Querstütze auf, welche vorzugsweise axial, das heißt in Längsrichtung der
Querstütze, also quer zum Mast und zum Stützkörper verstellbar und im Stützkörper
feststellbar angeordnet ist. Je nach Materialstärke kann eine solche Aufnahme durch
eine Gewindebohrung im Stützkörper oder durch eine fluchtend zu einer Bohrung im Stützkörper
angeordnete Gewindemutter gebildet sein. Dann kann als Querstütze eine Gewindestange
oder eine Schraube eingesetzt werden, wobei die Fixierung in einfacher Weise durch
eine Kontermutter vorzugsweise von außen erfolgen kann.
[0021] Um einerseits sicherzustellen, dass der Stützkörper die in der Praxis üblichen Festigkeitsanforderungen
erfüllt, andererseits jedoch insbesondere für den teilweise händischen Betrieb gut
handhabbar und kostengünstig herstellbar ist, hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
den Stützkörper aus Stahlblech, typischerweise aus Baustahl, zum Beispiel S235 mit
einer Dicke zwischen 3 mm und 7 mm, vorzugsweise 5 mm, herzustellen. Dabei sollte
der Stützkörper eine Länge zwischen 1 m und 2 m, vorzugsweise zwischen 1,20 m und
1,80 m aufweisen. Zweckmäßigerweise werden für die tägliche Arbeit zum Einbringen
solcher Stützkörper im Nachgang zur Standsicherheitsprüfung eine Reihe von Stützkörpern
vorgehalten, welche sich insbesondere in ihrer Größe unterscheiden, sodass für den
jeweiligen Einsatzzweck ein möglichst passender Stützkörper auffindbar ist. Dann können
die Stützkörper fabrikmäßig kostengünstig hergestellt und beispielsweise durch Verzinken
korrosionsgeschützt werden, um ihren Zweck innerhalb und außerhalb des Bodens langzeitstabil
zu erfüllen. Vorteilhaft ist ein solcher Stützkörper aus einem gebogenen Blech gebildet,
dessen bodenseitiges Ende zu einer vorzugsweise in der Fläche auslaufenden Spitze
ausgebildet ist und welches an der Außenseite seiner Krümmung mindestens eine Versteifungsrippe
aufweist, die sich zumindest über die untere Hälfte des Stützkörpers erstreckt.
[0022] Alternativ kann der Stützkörper aus einem abgewinkelten Blech gebildet sein, sodass
er einen V-, L-, U- oder W-förmigen Querschnitt aufweist, wobei die Schenkel an ihrem
bodenseitigen Ende jeweils in einer in der Fläche gebildeten Spitze auslaufen. So
kann ein im Querschnitt L-förmiger Stützkörper zwei Spitzen, nämlich an beiden Schenkelenden
aufweisen, ein im Querschnitt W-förmiger Stützkörper bis zu vier Spitzen. Diese Anordnung
ist insbesondere dann zu bevorzugen, wenn die Konturierung des hierzu verwendeten
Bleches vor der Formgebung erfolgt. Wird hingegen als Stützkörper ein bereits profiliertes
Blech verwendet, dann ist es fertigungstechnisch meist günstiger, eine Spitze in dem
Bereich zu bilden, in welchem die durch die Abwinkelung gebildete Kante angeordnet
ist. Das Ende der Kante bildet dann das bodenseitige Ende der Spitze, welche zu den
seitlichen Schenkelenden schräg ausläuft. Da beim Eintreiben des Stützkörpers in den
Boden die Spitze einer hohen Belastung ausgesetzt ist, ist es vorteilhaft, insbesondere
dann, wenn die Spitze durch Formgebung der Fläche gebildet ist, diese mit einer Versteifungsrippe
in Längsrichtung zu versehen, die vorteilhaft bis in den Bereich ragt, in welchem
der Stützkörper das volle Profil aufweist. Hierdurch kann ein Abknicken der Spitze
beim Eintreiben in den Boden wirksam verhindert werden.
[0023] Die Erfindung ist nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1a bis 1d
- vier Kraft-/Zeitdiagramme bei der Standsicherheitsprüfung eines Mastes,
- Fig. 2a bis 2c
- in schematisierter, vereinfachter Darstellung drei Möglichkeiten der Anordnung eines
Stützkörpers am Fundament eines Mastes bzw. am Mast,
- Fig. 3
- in perspektivischer Darstellung eine Draufsicht schräg von oben einer erste Ausführungsform
eines Stützkörpers gemäß der Erfindung,
- Fig. 4
- in perspektivischer Darstellung eine Draufsicht schräg von unten einer weiteren Ausführung
eines Stützkörpers,
- Fig. 5
- eine perspektivische Draufsicht schräg von unten auf einen aus einem abgewinkelten
Blech gebildeten Stützkörper und
- Fig. 6
- eine alternative Ausgestaltung des bodenseitigen Endes des Stützkörpers in Darstellung
gemäß Fig. 5
[0024] In den Figuren 2a bis 2c ist mit 1 ein Mast, mit 2 ein Fundament mit 3 ein Stützkörper
und mit 4 das Erdreich gekennzeichnet. Die Bodenoberfläche ist mit 5 gekennzeichnet.
Die übliche Verankerung eines Mastes 1 im Erdreich 4 erfolgt mittels eines das bodenseitige
Mastende umgebenden Fundamentes 2, welches entweder, wie in Fig. 2a dargestellt, vollständig
innerhalb des Erdreichs 4 angeordnet ist oder aber, wie anhand der Fig. 2b und 2c
dargestellt ist, nur teilweise innerhalb des Erdreichs und teilweise oberhalb der
Bodenoberfläche 5 angeordnet ist.
[0025] Der weiter unten noch im Einzelnen beschriebene Stützkörper 3 wird bei einem Schaden
am Fundament 2 an der Seite angebracht, an welcher der Schaden auftritt. Bei den anhand
der Fig. 2a und 2b dargestellten Anordnungen ist das Fundament 2 als solches funktionsfähig,
allerdings ist die Verbindung zum umgebenden Erdreich 4 an einer Seite entsprechend
der Auswertung der einleitend erörterten Diagramme der Fig. 1a bis 1d gestört. An
dieser Seite, an welcher die Erdabstützung gestört ist, wird ein Stützkörper 3, wie
in Fig. 2a dargestellt, am Fundament kraftschlüssig anliegend in den Erdboden 4 so
weit getrieben, bis der Stützkörper 3 bündig mit der Bodenoberfläche 5 abschließt
oder darunter angeordnet ist. Dabei wird der Stützkörper 5 so ausgerichtet, dass er
eine seitliche Druckkraft auf das Fundament 2 ausübt, also kraftschlüssig an diesem
anliegt. Bei entsprechender Druckbelastung des Fundamentes in Richtung zum Stützkörper
3 wird die Kraft auf diesen übertragen und durch die nach unten reichende Verankerung
des Stützkörpers 3 im Erdreich 4 sicher aufgenommen.
[0026] Bei der anhand der Fig. 2b dargestellten Ausführungsvariante ist das Fundament 2
intakt, allerdings ist auch hier die Verbindung zum umgebenden Erdreich 4 gestört,
und zwar an der Seite, an welcher der Stützkörper 3 in das Erdreich eingebracht worden
ist. Auch bei dieser Ausführung liegt der Stützkörper 4 am Fundament 2 an, überragt
dieses nach unten im Erdreich 4 und schließt an der Oberseite mit dem Fundament 2
oberhalb der Bodenoberfläche 5 ab. Um den Kraftschluss zwischen Fundament 2 und Stützkörper
3 zu erhöhen, ist ein Spannband 6 vorgesehen, welches oberhalb der Bodenoberfläche
5 das Fundament 2 und den Stützkörper 3 umgebend gespannt ist und somit eine Zugkraft
zwischen Fundament 2 und Stützkörper 3 ausübt.
[0027] Bei der anhand von Fig. 2c dargestellten Ausführung ist die Fundamentanordnung entsprechend
der in Fig. 2b dargestellten, nämlich dergestalt, dass ein Teil des Fundamentes im
Erdreich 4 unterhalb der Bodenoberfläche 5 und ein anderer Teil oberhalb angeordnet
ist. Bei der dargestellten Ausführung ist das Fundament 2 einseitig schadhaft, wie
durch die Bruchlinien der Fundamentdarstellung an der rechten Seite angedeutet, weist
das Fundament hier nicht die erforderliche Festigkeit auf, hat abschnittsweise Auflösungserscheinungen,
weshalb eine kraftschlüssige Anlage, wie anhand von Fig. 2a und 2b dargestellt, dort
nicht möglich ist. Auch bei dieser Ausführung ist der Stützkörper 3 am Fundament 2
anliegend in das Erdreich 4 getrieben, so dass er Mast 1 und Fundament 2 nach unten
deutlich überragt und auch nach oben das Fundament 2 überragt. In dem überragenden
Bereich ist zur Erzeugung eines Kraftschlusses zwischen Mast 1 und Stützkörper 3 eine
Querstütze 7 vorgesehen, welche ein Druckmittel zwischen Stützkörper 3 und Mast 1
bildet. Die Querstütze 7 ist zwischen Stützkörper 3 und Mast 1 verspannt, um den erforderlichen
Kraftschluss zwischen Mast 1 und Stützkörper 3 sicherzustellen. Typischerweise sind
hier zwei oder mehr Querstützen 7 um einen Teilumfang des Mastes 1 einseitig verteilt
angeordnet, um eine stabile Anlage der Bauteile zueinander zu gewährleisten.
[0028] Anhand der Fig. 3 bis 6 sind Ausführungsvarianten von Stützkörpern dargestellt, die
für die vorbeschriebenen Einsatzzwecke vorgesehen sind und die wie folgt aufgebaut
sind:
[0029] Der anhand von Fig. 3 dargestellte Stützkörper 3a ist aus einem Stahlblechabschnitt
8 gebildet, der hier eine Ausdehnung in Längsrichtung 9 von 1,60 m hat und der in
Querrichtung 10 dazu gekrümmt ausgebildet ist. Die Krümmungsachse ist mit 11 gekennzeichnet
und verläuft parallel zur Längsrichtung des Stahlblechabschnittes 8. Dieser gekrümmte
Stahlblechabschnitt 8 hat eine Breite von 25 cm bei einer Blechdicke von 5 mm.
[0030] Der Stahlblechabschnitt 8 ist mit zwei Versteifungsrippen 12 versehen, die an der
Außenseite des gekrümmten Bleches 8 angeschweißt sind und die sich über etwa dreiviertel
der Länge des Stützkörpers 3a erstrecken und jeweils mit Abstand vor dem oberen Ende
13 und dem unteren Ende 14 enden.
[0031] Das untere Ende 14 des Stützkörpers 3 ist zu einer Spitze 15 geformt, indem der Stahlblechabschnitt
8 in diesem flächigen Bereich zu einer Spitze 15 verjüngt ausgebildet ist, wie dies
in Fig. 3 sichtbar ist. Im Bereich der Spitze weist der Stützkörper 3a eine weitere
Versteifungsrippe 16 auf, die sich über die Spitze 15 hinaus bis zwischen die Versteifungsrippen
12 erstreckt und dort endet.
[0032] Nahe dem oberen Ende 13 weist der Stahlblechabschnitt 8 drei Durchgangsbohrungen
auf, zu denen fluchtend Sechskantmuttern 17 angeschweißt sind, welche jeweils eine
Aufnahme für eine Querstütze 7 bilden, die durch eine Gewindestange 18 gebildet ist.
Auf der Gewindestange 18 sitzt außenseitig eine Kontermutter 19, mit der die Gewindestange
18, die aufgrund des Gewindes innerhalb der durch die Sechskantmutter 17 gebildeten
Aufnahme axial verstellbar sitzt, festgelegt werden kann. Der Stützkörper 3a weist
insgesamt drei durch Sechskantmuttern 17 mit dazu fluchtenden Bohrungen im Stahlblechabschnitt
8 gebildete Aufnahmen und somit auch drei Querstützen 7 auf, die durch die Gewindestangen
8 gebildet sind.
[0033] Diese Querstützen 7 dienen zum Aufbringen einer Druckkraft zwischen Stützkörper 3a
und dem Mast 1 entsprechend der anhand von Fig. 2c dargestellten Anordnung. Sie legen
zugleich den Mast 1 zum Stützkörper 3a fest.
[0034] Der Stützkörper 3b gemäß Fig. 4 ist in ähnlicher Weise aufgebaut, wie der anhand
von Fig. 3 Vorbeschriebene, unterscheidet sich jedoch in der Größe und weist nur eine
Aufnahme in Form einer Sechskantmutter 17 auf. Darüber hinaus ist dort auch nur eine
Versteifungsrippe 20 vorgesehen, welche sich allerdings von der Spitze 21 über zwei
Drittel der Längserstreckung des Stützkörpers 3b zum oberen Ende hin erstreckt.
[0035] Die anhand der Fig. 5 und 6 dargestellten Stützkörper 3c und 3d sind ebenfalls aus
einem Stahlblechabschnitt gebildet, doch ist dieser nicht gekrümmt, sondern abgewinkelt
ausgebildet. Die Abwinkelungsachse 22 liegt innerhalb des Stahlblechs und verläuft
in Längsrichtung 9. In Querrichtung 10 dazu sind zwei Schenkel gebildet, die bei den
dargestellten Ausführungsbeispielen etwa im 90 Grad Winkel zueinander stehen. Bei
der Ausführung gemäß Fig. 5 ist am unteren Ende an jedem Schenkel jeweils eine Spitze
21 gebildet. Auch dort sind Versteifungsrippen 20 vorgesehen, die bis zur Spitze reichen
und im oberen Drittel des Stützkörpers 3c bzw. 3d enden.
[0036] Bei dem Stützkörper 3d gemäß Fig. 6 bildet das untere Ende der Abwinkelkante 23 eine
Spitze 24, die flachen Schenkel sind ebenfalls mit Versteifungsrippen 20 versehen,
die jedoch hier mit Abstand vor der Spitze 24 enden.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Mast
- 2
- Fundament
- 3
- Stützkörper
- 4
- Erdreich
- 5
- Bodenoberfläche
- 6
- Spannband
- 7
- Querstützen
- 8
- Stahlblechabschnitt
- 9
- Längsrichtung
- 10
- Querrichtung
- 11
- Krümmungsachse
- 12
- Versteifungsrippen
- 13
- oberes Ende des Stützkörpers
- 14
- unteres Ende des Stützkörpers
- 15
- Spitze des Stützkörpers 3a
- 16
- Versteifungsrippe der Spitze
- 17
- Sechskantmuttern
- 18
- Gewindestangen
- 19
- Kontermuttern
- 20
- Versteifungsrippen
- 21
- Spitze
- 22
- Abwinkelungsachse
- 23
- Abwinkelungskante
- 24
- Spitze in Fig. 6
1. Verfahren zum Abstützen eines stehend verankerten Mastes (1) und/oder eines Mastfundaments
(2), bei dem ein Stützkörper (3) ganz oder abschnittsweise in den Boden (4) eingebracht
und kraftschlüssig an das Fundament (2) und/oder an den Mast (1) angelegt wird um
das Fundament (2) und/oder den Mast (1) an mindestens einer Seite abzustützen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem ein vorzugsweise umlaufendes Zugmittel (6) angebracht
wird, welches das Fundament (2) und/oder den Mast (1) kraftschlüssig mit dem Stützkörper
(3) verbindet und das vorzugsweise über dem Boden (5) angeordnet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem mindestens ein vorzugsweise stützkörperseitig
angeordnetes Druckmittel (7) zwischen Stützkörper (3) und Mast (1) angebracht wird,
welches vorzugsweise oberhalb des Fundamentes (2) angeordnet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem als Druckmittel zwei oder mehr Querstützen (7)
zwischen Stützkörper (3) und Mast (1) angebracht werden.
5. Vorrichtung zum Abstützen eines stehend verankerten Mastes (1) und/oder eines Mastfundaments
(2), mit einem flächigen und mindestens einachsig gekrümmten oder abgewinkelten Körper
(3), welcher in Richtung der mindestens einen Krümmungs- oder Abwinklungsachse (11;22)
oder parallel dazu eine Längserstreckung aufweist, welche um ein Mehrfaches größer
als die Quererstreckung in Krümmungsrichtung (10) oder in Richtung (10) der Abwinkelung
ist, und der an einem zum Einbringen in den Boden (4) vorgesehenen Ende (14) seiner
Längserstreckung verjüngend zulaufend ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Verjüngung mindestens in der Fläche des Körpers (3) gebildet
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (3a) vorzugsweise an der Außenseite seiner Krümmung oder Abwinkelung
mit mindestens einer in Längsrichtung (9) des Stützkörpers (3) verlaufenden Versteifungsrippe
(12) versehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich die mindestens eine Versteifungsrippe (16;20) bis in den verjüngend zulaufenden
Bereich oder die verjüngend zulaufenden Bereiche des Stützkörpers (3a;3b;3c) erstreckt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (3) in seiner Krümmung oder Abwinkelung an Form und Größe des Fundamentes
(2)/Mastes (1) angepasst ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (3a;3b) nahe seinem anderen Ende (13) mindestens eine Aufnahme (17)
für eine Querstütze (7; 18) aufweist, die vorzugsweise axial verstellbar und feststellbar
im Stützkörper (3a; 3b) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Aufnahme (17) eine Gewindebohrung aufweist, und eine Querstütze (7;18) ein in
die Gewindebohrung eingreifendes Außengewinde aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (3) aus Stahlblech eine Dicke zwischen 3 - 7 mm, vorzugsweise 5 mm
gebildet ist und eine Länge zwischen 1 und 2 m, vorzugsweise zwischen 1,20 und 1,80
m aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (3a) aus einem gebogenen Blech (8) gebildet ist, dessen bodenseitiges
Ende (14) zu einer Spitze (15) ausläuft, und dass auf der Außenseite mindestens eine
Versteifungsrippe (12) angebracht ist, die sich über zumindest die untere Hälfte des
Stützkörpers (3a) erstreckt.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (3c) aus einem abgewinkelten Blech gebildet ist, dessen Schenkel
an ihren bodenseitigen Enden jeweils in eine Spitze (21) auslaufen.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (3d) aus einem abgewinkelten Blech gebildet ist, dessen durch die
Abwinkelung gebildete Kante (23) an ihrem bodenseitigen Ende zu einer Spitze (24)
ausläuft.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (3a;3b;3c) an seiner Außenseite im Bereich der mindestens einen Spitze
(15;21) mit einer Versteifungsrippe (16;20) versehen ist.