[0001] Die Erfindung betrifft eine Pumpe für hygienesensitive Anwendungen sowie ein Verfahren
zum Betreiben einer Pumpe.
[0002] Pumpen für hygienesensitive Anwendungen sind bereits bekannt. Die Druckschrift
DE 10 2019 102 073 A1 offenbart eine Zahnradpumpe, bei der druckseitig ein Teilvolumenstrom des geförderten
Fluids in einen Rotorraum abgeleitet wird, um diesen mit dem Fluid zu spülen.
[0003] Ein wesentlicher Nachteil der bekannten Pumpe besteht darin, dass bei dieser die
Spülung des Rotorraums nur unzureichend und undefiniert erfolgt.
[0004] Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der Erfindung, eine Pumpe anzugeben, die eine verbesserte
Spülung des Rotorraums bei gleichzeitig hohem Wirkungsgrad ermöglicht.
[0005] Die Aufgabe wird durch eine Pumpe mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs
1 gelöst. Ein Verfahren zum Betreiben einer Pumpe ist Gegenstand des nebengeordneten
Patentanspruchs 13. Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt bezieht sich die Erfindung auf eine Pumpe zur Förderung
eines Fluids, insbesondere einer Flüssigkeit. Die Pumpe umfasst einen Förderkanal,
durch den ein Fluid förderbar ist. Der Förderkanal weist einen Pumpeneinlass und einen
Pumpenauslass auf. Zwischen dem Pumpeneinlass und dem Pumpenauslass ist eine Pumpeinrichtung
zum Fördern des Fluids vorgesehen. Die Pumpeinrichtung weist eine Saugseite und eine
Druckseite auf. Die Pumpeinrichtung umfasst zwei rotierende, ineinander eingreifende
Förderelemente, mittels denen ein Fluidstrom erzeugt wird.
[0007] Zudem ist ein Antriebsmotor vorgesehen, der antriebsmäßig mit zumindest einem Förderelement
gekoppelt ist, um dieses in Rotation zu versetzen. Der Antriebsmotor weist einen Rotor
und einen Stator auf. Der Rotor des Antriebsmotors ist in einem gegenüber der Umgebung
fluidisch abgedichteten Rotorraum vorgesehen.
[0008] Die Pumpe weist zudem ein Spülkanalsystem zum Spülen des Rotorraums mit dem geförderten
Fluid auf, wobei das Spülkanalsystem einen Rotorraumeinlass und einen Rotorraumauslass
umfasst. Das Spülkanalsystem ist derart ausgebildet, dass zumindest ein Teil des Fluidstroms
von der Druckseite der Pumpeinrichtung zu dem Rotorraumeinlass gefördert wird, der
an einer oberen, der Pumpeinrichtung abgewandten Seite des Rotorraums angeordnet ist
und nach dem Umfließen des Rotors durch den Rotorraumauslass zum Pumpenauslass gefördert
wird. Der Rotorraumauslass ist an einer unteren, der Pumpeinrichtung zugewandten Seite
des Rotorraums angeordnet.
[0009] Der technische Vorteil der Pumpe besteht darin, dass durch das Ableiten des Fluidstroms
von der Druckseite der Pumpe an die Oberseite des Rotors und die Anordnung des Rotorraumauslasses
an der Unterseite des Rotorraums, d.h. auf der gegenüberliegenden Seite des Rotors
eine effektive Spülung des Rotorraums erreicht wird, was zu verbesserten hygienischen
Bedingungen führt. Zudem hat die Anmelderin erkannt, dass durch die Drehbewegung des
Rotors das Fluid fliehkraftbedingt von dem Rotorraumeinlass nach außen gefördert wird,
was zu einem verbesserten Wirkungsgrad der Pumpe und zudem zu einem verbesserten Reinigungseffekt
im Rotorraum führt.
[0010] Gemäß einem Ausführungsbeispiel verläuft ein erster Spülkanalabschnitt des Spülkanalsystems
entlang der Drehachse des Rotors, und zwar derart, dass der erste Spülkanalabschnitt
deckungsgleich mit der Drehachse des Rotors zu liegen kommt. Dadurch kann der Fluidstrom
zentral durch den Rotor hindurch geleitet werden, um das Fluid an der Oberseite des
Rotors austreten zu lassen.
[0011] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der erste Spülkanalabschnitt rohrförmig mit einem
kreisförmigen Außenquerschnitt ausgebildet und der erste Spülkanalabschnitt bildet
eine Lagerachse des Rotors. Insbesondere ist der erste Spülkanalabschnitt drehfest
in der Pumpe angeordnet, d.h. dieser dreht sich nicht mit dem Rotor des Antriebsmotors
mit und bildet damit eine feststehende Drehachse für den Rotor aus.
[0012] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist zumindest ein Förderelement zumindest abschnittsweise
als Hohlwelle ausgebildet und drehbar auf dem ersten Spülkanalabschnitt des Spülkanalsystems
gelagert. Dadurch kann das Förderelement auf den ersten Spülkanalabschnitt aufgesteckt
werden und um diesen ersten Spülkanalabschnitt rotieren. Zwischen dem Förderelement
und dem ersten Spülkanalabschnitt ist vorzugsweise ein Gleitlager ausgebildet. Dabei
bildet das Förderelement innenseitig einen ersten Teil des Gleitlagers und die Außenseite
des ersten Spülkanalabschnitts den zweiten Teil des Gleitlagers. Die Pumpe kann dabei
derart ausgebildet sein, dass sich ein Flüssigkeitsfilm (gebildet aus der geförderten
Flüssigkeit) zwischen dem Förderelement und dem ersten Spülkanalabschnitt bildet.
[0013] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Hohlwelle des Förderelements mit dem Rotor
gekoppelt, um eine Einleitung eines Drehmoments vom Antriebsmotor in das Förderelement
zu erreichen.
[0014] Vorzugsweise ragt die Hohlwelle zumindest abschnittsweise in den Rotor hinein, insbesondere
durchdringt die Hohlwelle den Rotor vollständig oder im Wesentlichen vollständig.
Dadurch wird durch die Hohlwelle ein großflächiges Gleitlager zwischen dem Förderelement
und dem ersten Spülkanalabschnitt gebildet, das als Lagerstelle für den Rotor dient.
[0015] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der Rotor auf die Hohlwelle aufgesteckt und/oder
aufgepresst. Dadurch kann eine sichere Einleitung des Drehmoments in das Förderelement
auf technisch einfache Weise erreicht werden.
[0016] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der Rotorraumeinlass zentriert im Bereich der
der Pumpeinrichtung abgewandten Rotoroberseite vorgesehen. Dadurch wird das Fluid
oberhalb des Rotors in den Rotorraum eingeleitet und muss über die Rotoraußenflächen
nach unten hin abfließen, um zu dem Rotorraumauslass zu gelangen.
[0017] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der Rotorraum derart ausgebildet, dass das über
den Rotorraumeinlass dem Rotorraum zugeführte Fluid im Rotorraum bezogen auf die Drehachse
des Rotors radial nach außen umgelenkt und über die Rotoraußenfläche nach unten in
Richtung des Rotorraumauslass abgeleitet wird. Durch dieses Umfließen des Rotors wird
eine hinreichend gute Spülung des Rotorraums ohne Toträume erreicht. Zudem verbessert
dieses Umfließen des Rotors aufgrund dessen Drehbewegung den Wirkungsgrad der Pumpe.
[0018] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist das Spülkanalsystem derart ausgelegt, dass zumindest
der überhälftige Anteil, insbesondere zumindest 60%, 70%, 80% oder 90%, besonders
bevorzugt der gesamte von der Pumpeinrichtung geförderte Fluidstrom an den Rotorraumeinlass
gefördert wird. Dies hat den technischen Vorteil, dass ein hoher Volumenstrom durch
den Rotorraum gefördert wird, was die Spülwirkung entscheidend verbessert.
[0019] Das Fluid wird dabei vorzugsweise von der Druckseite der Pumpeinrichtung über einen
mehrfach gewinkelten Spülkanalabschnitt entlang der Drehachse des Rotors geführt,
oberhalb des Rotors in den Rotorraum eingeleitet und nach dem Umfließen des Rotors
über den Rotorraumauslass dem Pumpenauslass zugeführt wird. In anderen Worten bildet
das Spülkanalsystem einen Teilabschnitt des Förderkanals zwischen dem Pumpeneinlass
und dem Pumpenauslass, über den der gesamte von der Pumpeinrichtung geförderte Fluidvolumenstrom
geführt wird, um den Rotorraum hinreichend gut zu spülen und einen möglichst geringen
Druckabfall entlang des Spülkanalsystems zu erreichen.
[0020] Gemäß einem Ausführungsbeispiel werden die Förderelemente durch zwei ineinander eingreifende
Zahnräder gebildet. Dadurch lässt sich eine effektive Pumpwirkung erreichen.
[0021] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist eine haubenartige Abdeckung vorgesehen, die den
Rotorraum ober- und umfangsseitig umschließt und zur Umgebung hin fluiddicht begrenzt.
Dadurch kann auf einfache technische Weise eine fluiddichte Umhausung des Rotors erreicht
werden, so dass dieser ohne Austreten eines Fluids umspülbar ist.
[0022] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der Stator des Antriebsmotors umfangseitig um
die haubenartige Abdeckung herum angeordnet.
[0023] Dadurch erstreckt sich der Antriebsmotor über die Abdeckung hinweg, d.h. ein erster
Teil, nämlich der Rotor, ist innerhalb der Abdeckung und ein zweiter Teil, nämlich
der Stator, ist außerhalb der Abdeckung vorgesehen.
[0024] Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zum Betreiben
einer Pumpe. Die Pumpe umfasst einen Förderkanal, durch den ein Fluid förderbar ist,
wobei der Förderkanal einen Pumpeneinlass und einen Pumpenauslass aufweist. Zwischen
dem Pumpeneinlass und dem Pumpenauslass ist eine Pumpeinrichtung zum Fördern des Fluids
vorgesehen, die eine Saugseite und eine Druckseite aufweist. Die Pumpeinrichtung weist
zwei rotierende, ineinander eingreifende Förderelemente auf, mittels denen ein Fluidstrom
erzeugt wird. Die Förderelemente werden durch einen Antriebsmotor angetrieben, der
antriebsmäßig mit zumindest einem Förderelement gekoppelt ist, um dieses in Rotation
zu versetzen. Der Antriebsmotor weist einen Rotor und einen Stator auf, wobei der
Rotor des Antriebsmotors in einem gegenüber der Umgebung fluidisch abgedichteten Rotorraum
vorgesehen ist. Der Rotorraum wird mit dem geförderten Fluid über ein Spülkanalsystem
gespült. Das Spülkanalsystem umfasst einen Rotorraumeinlass und einen Rotorraumauslass,
wobei zumindest ein Teil des Fluidstroms von der Druckseite der Pumpeinrichtung zu
dem Rotorraumeinlass gefördert wird, der an einer oberen, der Pumpeinrichtung abgewandten
Seite des Rotorraums angeordnet ist und nach dem Umfließen des Rotors durch den Rotorraumauslass
zum Pumpenauslass gefördert wird, wobei der Rotorraumauslass an einer unteren, der
Pumpeinrichtung zugewandten Seite des Rotorraums angeordnet ist.
[0025] Der technische Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass durch das Ableiten des
Fluidstroms von der Druckseite der Pumpe an die Oberseite des Rotors und die Anordnung
des Rotorraumauslasses an der Unterseite des Rotorraums, d.h. auf der gegenüberliegenden
Seite des Rotors eine effektive Spülung des Rotorraums erreicht wird, was zu verbesserten
hygienischen Bedingungen führt. Zudem hat die Anmelderin erkannt, dass durch die Drehbewegung
des Rotors das Fluid fliehkraftbedingt von dem Rotorraumeinlass nach außen gefördert
wird, was zu einem verbesserten Wirkungsgrad der Pumpe und zudem zu einem verbesserten
Reinigungseffekt im Rotorraum führt.
[0026] Gemäß eines Ausführungsbeispiels des Verfahrens wird das Fluid zum Spülen des Rotorraums
entlang der Drehachse des Rotors an eine der Pumpeinrichtung abgewandte Oberseite
des Rotorraums gefördert und nach einem Umfließen des Rotors entlang der Rotoroberseite
und der Rotorumfangsfläche an dem Rotorraumauslass abgeleitet. Durch dieses Umfließen
des Rotors wird eine hinreichend gute Spülung des Rotorraums ohne Toträume erreicht.
[0027] Gemäß eines Ausführungsbeispiels des Verfahrens wird zumindest der überhälftige Anteil,
insbesondere zumindest 60%, 70%, 80% oder 90%, besonders bevorzugt der gesamte von
der Pumpeinrichtung geförderte Fluidstrom von der Druckseite der Pumpeinrichtung über
einen mehrfach gewinkelten Spülkanalabschnitt entlang der Drehachse des Rotors oberhalb
des Rotors in den Rotorraum eingeleitet und nach dem Umfließen des Rotors über den
Rotorraumauslass dem Pumpenauslass zugeführt. Dadurch lässt sich der Rotorraum hinreichend
gut spülen und ein möglichst geringer Druckabfall entlang des Spülkanalsystems erreichen.
[0028] Die Ausdrücke "näherungsweise", "im Wesentlichen" oder "etwa" bedeuten im Sinne der
Erfindung Abweichungen vom jeweils exakten Wert um +/-10%, bevorzugt um +/- 5% und/oder
Abweichungen in Form von für die Funktion unbedeutenden Änderungen.
[0029] Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren.
Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder
in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung. Auch wird der Inhalt der
Ansprüche zu einem Bestandteil der Beschreibung gemacht.
[0030] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer Figur an Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Die Figur zeigt beispielhaft eine Schnittdarstellung einer Pumpe 1 mit
einem Spülkanalsystem 6 zur Spülung eines Rotorraums 5. Die Pumpe 1 kann insbesondere
in hygienesensitiven Anwendungen mit der Anforderung nach hermetischer Abdichtung
eingesetzt werden. Die Pumpe 1 kann insbesondere eine Kaffeemaschinenpumpe sein, d.h.
für den Einsatz in einer ein Kaffeegetränk zubereitenden Maschine, insbesondere einem
Kaffeevollautomaten vorgesehen sein.
[0031] Die Pumpe 1 umfasst eine Pumpeinrichtung 3, die motorisch mittels eines Antriebsmotors
4 angetrieben wird. Die Pumpeinrichtung 3 umfasst einen Pumpeneinlass 2.1 und einen
Pumpenauslass 2.2, wobei zwischen dem Pumpeneinlass 2.1 und einen Pumpenauslass 2.2
ein Förderkanal 2 verläuft, auf dem ein Fluid, insbesondere eine Flüssigkeit, durch
die Pumpeinrichtung 3 gefördert wird (angedeutet durch die Pfeile). Zur Förderung
des Fluid sind zwei rotierend ineinander eingreifende Förderelemente 3.3 vorgesehen,
die gegenläufig rotierend angetrieben sind und dadurch einen Fluidstrom durch den
Förderkanal 2 erzeugen.
[0032] Die Förderelemente 3.3 können beispielsweise durch Zahnräder gebildet werden, so
dass die Pumpe 1 eine Zahnradpumpe ist.
[0033] Zum Antreiben der Förderelemente 3.3 ist ein Antrieb 4 vorgesehen, der einen Rotor
4.1 und einen Stator 4.2 umfasst. Der Rotor 4.1 des Antriebs 4 ist mit einem der Förderelemente
3.3 gekoppelt, um dieses Förderelement 3.3 rotierend anzutreiben. Das weitere Förderelement
3.3 wird aufgrund des Ineinandergreifens der Förderelemente 3.3 mit angetrieben, so
dass sich eine gegenläufige Rotation der Förderelemente 3.3 ergibt.
[0034] Die Pumpe 1 ist im Wesentlichen sandwich-artig aufgebaut und besteht aus einem unteren,
ersten Pumpenteil 1.1, einem zweiten, mittleren Pumpenteil 1.2 und einem dritten,
oberen Pumpenteil 1.3, wobei das zweite Pumpenteil 1.2 zwischen dem ersten und dritten
Pumpenteil 1.1, 1.3 angeordnet ist. Der erste Pumpenteil 1.1 umfasst die Pumpeinrichtung
3 mit den beispielsweises zahnradartig ausgebildeten Förderelementen 3.3, mittels
denen die Ansaugung bzw. Druckbeaufschlagung des Fluids erfolgt. Vorzugsweise sind
in dem ersten Pumpenteil 1.1 ebenso der Pumpeneinlass 2.1 und der Pumpenauslass 2.2
vorgesehen.
[0035] Der zweite Pumpenteil 1.2 ist als Trenneinrichtung ausgebildet. Er ist im Wesentlichen
plattenförmig ausgebildet und trennt den ersten Pumpenteil 1.1 vom dritten Pumpenteil
1.3. Der zweite Pumpenteil 1.2 ist mittels einer Dichtung 8 fluidicht mit dem ersten
Pumpenteil 1.1 verbunden. Der dritte Pumpenteil 1.3 umfasst den Antriebsmotor 4, der
zum motorischen Antrieb der Pumpeinrichtung 3 vorgesehen ist. Der dritte Pumpenteil
1.3 weist dabei eine Abdeckung 7 auf, die haubenartig ausgebildet ist und mittels
einer Dichtung 9 fluidicht mit dem zweiten Pumpenteil 1.2 verbunden ist. Die Abdeckung
7 umschließt zusammen mit dem zweiten Pumpenteil 1.2 einen Rotorraum 5, in dem der
Rotor 4.1 des Antriebsmotors 4 aufgenommen ist. Der Rotorraum 5 ist zur Umgebung hin
fluiddicht ausgebildet und dazu ausgebildet, von dem von der Pumpeinrichtung 3 geförderten
Fluid durchflossen zu werden, um den Rotorraum 5 zu spülen. Der Rotor 4.1 kann einen
oder mehrere Permanentmagnete umfassen.
[0036] Umfangsseitig um die Abdeckung 7 herum ist der Stator 4.2 vorgesehen. Der Stator
4.2 ist damit außerhalb des fluiddurchflossenen Rotorraums 5 vorgesehen. Der Stator
4.2 kann mehrere stromdurchflossene Wicklungen bzw. Spulen aufweisen, mittels denen
der Rotor 4.1 in Drehbewegung versetzbar ist.
[0037] Nachfolgend wird das Hygienekonzept der Pumpe, insbesondere das Spülkonzept zur Spülung
des Rotorraums 5, näher beschrieben:
Die Pumpeinrichtung 3 weist eine Saugseite 3.1 und eine Druckseite 3.2 auf, die beide
in dem ersten Pumpenteil 1.1 vorgesehen sind. Die Saugseite 3.1 ist dem Paar von Förderelementen
3.3 in Fließrichtung des Fluids gesehen vorgelagert, die Druckseite 3.2 ist in Fließrichtung
des Fluids gesehen nach dem Paar von Förderelementen 3.3 angeordnet.
[0038] Um den Rotorraum 5 zu spülen, wird im gezeigten Ausführungsbeispiel der gesamte von
der Pumpeinrichtung 5 geförderte Fluidstrom durch den Rotorraum 5 gefördert. Nach
dem Abfließen aus diesem Rotorraum 5 wird der Fluidstrom an den Pumpenauslass 2.2
gefördert. Der Weg des Fluids ist in der Figur durch die Vielzahl von Pfeilen dargestellt.
[0039] Um den Fluidstrom durch den Rotorraum 5 zu leiten, weist die Pumpe 1 ein Spülkanalsystem
6 auf. Das Spülkanalsystem 6 ist derart ausgebildet, dass das Fluid von der Druckseite
3.2 der Pumpeinrichtung 3 zu einem Rotorraumeinlass 6a gefördert wird, der im oberen
Bereich des Rotorraums 5 vorgesehen ist. Anschließend wird der Fluidstrom derart umgelenkt,
dass dieser entlang der Rotoroberseite 4.1.1 und der Rotoraußenfläche 4.1.3 fließt
und an dem Rotorraumauslass 6b, der unterhalb des Rotors 4.1 vorgesehen ist, in Richtung
des Pumpenauslasses 2.2 abfließt. Damit bildet das Spülkanalsystem 6 einen Teil des
Förderkanals 2, da vorzugsweise das gesamte von der Pumpeinrichtung geförderte Fluid
durch den Rotorraum 5 geleitet wird, und nicht nur ein Bruchteil des Fluidstroms.
[0040] Mehr im Detail weist das Spülkanalsystem 6 einen ersten Spülkanalabschnitt 6.1 auf.
Dieser erste Spülkanalabschnitt 6.1 verläuft entlang der Drehachse DA des Rotors 4.1,
d.h. die Mittellängsachse des ersten Spülkanalabschnitts 6.1 fällt mit der Drehachse
DA des Rotors 4.1 zusammen. Der Rotorraumeinlass 6a wird durch das im Bereich der
Oberseite des Rotorraums 5 angeordnete freie Ende des ersten Spülkanalabschnitts 6.1
gebildet. Damit kann das Fluid durch den mittig angeordneten ersten Spülkanalabschnitt
6.1 den Rotor 4.1 entlang dessen Mittelhochachse durchfließen.
[0041] Der erste Spülkanalabschnitt 6.1 ist gerade und vorzugsweise als Rundrohr ausgebildet.
Dadurch bildet der erste Spülkanalabschnitt 6.1 eine feststehende Achse als Lagerstelle,
um die der Rotor 4.1 des Antriebsmotors 4 rotieren kann.
[0042] Wie in der Figur ersichtlich, weist zumindest ein Förderelement 3.3 eine Hohlwelle
3.3.1 auf. Das Förderelement 3.3 weist beispielsweise in einem unteren Bereich einen
zahnradartig ausgebildeten Abschnitt auf, von dem die Hohlwelle 3.3.1 nach oben hin
absteht. Beispielsweise sind der zahnradartig ausgebildete Abschnitt und die Hohlwelle
3.3.1 Abschnitte eines einstückig ausgebildeten Förderelements 3.3.
[0043] Das Förderelement 3.3, insbesondere der zahnradartig ausgebildete Abschnitt und die
Hohlwelle 3.3.1, weist eine Innenlängsbohrung auf, die an den Außendurchmesser des
ersten Spülkanalabschnitts 6.1 angepasst ist, so dass das Förderelement 3.3 nach Aufstecken
auf den ersten Spülkanalabschnitt 6.1 um diesen rotieren kann.
[0044] Das Förderelement 3.3, insbesondere die Hohlwelle 3.3.1 weist eine Länge derart auf,
dass diese durch den zweiten Pumpenteil 1.2 hindurch in den dritten Pumpenteil 1.3
hineinragt. Vorzugsweise ist die Länge der Hohlwelle 3.3.1 derart an die Länge des
ersten Spülkanalabschnitts 6.1 angepasst, dass die Hohlwelle 3.3.1 und der erste Spülkanalabschnitt
6.1 im oberen Bereich auf gleicher Höhe oder im Wesentlichen gleicher Höhe enden.
Vorzugsweise ist der erste Spülkanalabschnitt 6.1 länger ausgebildet als das Förderelement
3.3, so dass die Einleitung des Fluids in den ersten Spülkanalabschnitt 6.1 durch
einen mehrfach gewinkelt ausgebildeten Spülkanalabschnitt bereits unterhalb des Förderelements
3.3 erfolgt. Vorzugsweise wird das Förderelement 3.3 über dessen gesamte Länge von
dem Fluidstrom durchflossen.
[0045] Um das Förderelement 3.3 durch den Antriebsmotor 4 anzutreiben, ist vorzugsweise
der Rotor 4.1 mit der Hohlwelle 3.3.1 verbunden. Insbesondere weist der Rotor 4.1
eine zentrale Öffnung auf, in die die Hohlwelle 3.3.1 zumindest abschnittsweise hineinragt.
Vorzugsweise ist der Rotor 4.1 auf die Hohlwelle 3.3.1 aufgesteckt oder aufgepresst.
Dadurch kann die Antriebskraft des Rotors 4.1 auf das Förderelement 3.3 übertragen
werden.
[0046] Wie zuvor beschrieben ist der Rotorraumeinlass 6a im oberen Bereich des Rotorraums
5 bzw. im Bereich der Rotoroberseite 4.1.1 vorgesehen.
[0047] Um eine möglichst gute Durchströmung des Rotorraums 5 ohne Toträume zu erreichen,
ist der Rotorraumauslass 6b im unteren Bereich des Rotorraums 5, d.h. unterhalb des
Rotors 4.1 vorgesehen. Damit muss das Fluid vom im oberen Bereich des Rotorraums 5
vorgesehenen Rotorraumeinlass 6a den Rotor 4.1 umfließen, um zu dem Rotorraumauslass
6b zu gelangen.
[0048] Insbesondere ist die Pumpe 1 derart ausgebildet, dass das Fluid von dem Rotorraumeinlass
6a radial nach außen umgelenkt wird, d.h. das Fluid fließt vom Zentrum des Rotors
4.1 an dessen Rotoroberseite 4.1.1 radial nach außen (d.h. radial in Bezug auf die
Drehachse DA des Rotors 4.1). Dabei ist zwischen der Abdeckung 7 und der Rotoroberseite
4.1.1 ein Spalt gebildet, durch den das Fluid hindurchfließen kann.
[0049] Anschließend wird der Fluidstrom durch die Abdeckung 7 erneut umgelenkt, und zwar
derart, dass das Fluid durch einen zwischen Abdeckung 7 und Rotoraußenfläche 4.1.3
gebildeten Spalt von der Rotoroberseite 4.1.1 nach unten fließt. Nach dem Umfließen
des Rotors 4.1 gelangt das Fluid an den Rotorraumauslass 6b und fließt von diesem
aus durch einen weiteren Spülkanalabschnitt zum Pumpenauslass 2.2 hin ab.
[0050] Die Erfindung wurde voranstehend an Ausführungsbeispielen beschrieben. Es versteht
sich, dass zahlreiche Änderungen sowie Abwandlungen möglich sind, ohne dass dadurch
der durch die Patentansprüche definierte Schutzbereich verlassen wird.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 1
- Pumpe
- 1.1
- erster Pumpenteil
- 1.2
- zweiter Pumpenteil
- 1.3
- dritter Pumpenteil
- 2
- Förderkanal
- 2.1
- Pumpeneinlass
- 2.2
- Pumpenauslass
- 3
- Pumpeinrichtung
- 3.1
- Saugseite
- 3.2
- Druckseite
- 3.3
- Förderelement
- 3.3.1
- Hohlwelle
- 4
- Antriebsmotor
- 4.1
- Rotor
- 4.1.1
- Rotoroberseite
- 4.1.2
- Rotorunterseite
- 4.1.3
- Rotoraußenfläche
- 4.2
- Stator
- 5
- Rotorraum
- 6
- Spülkanalsystem
- 6a
- Rotorraumeinlass
- 6b
- Rotorraumauslass
- 6.1
- erster Spülkanalabschnitt
- 7
- Abdeckung
- 8
- Dichtung
- 9
- Dichtung
- DA
- Drehachse
1. Pumpe umfassend:
- einen Förderkanal (2), durch den ein Fluid förderbar ist, mit einem Pumpeneinlass
(2.1) und einem Pumpenauslass (2.2), wobei zwischen dem Pumpeneinlass (2.1) und dem
Pumpenauslass (2.2) eine Pumpeinrichtung (3) zum Fördern des Fluids vorgesehen ist,
die eine Saugseite (3.1) und eine Druckseite (3.2) aufweist;
- wobei die Pumpeinrichtung (3) zwei rotierende, ineinander eingreifende Förderelemente
(3.3) aufweist, mittels denen ein Fluidstrom erzeugt wird;
- ein Antriebsmotor (4), der antriebsmäßig mit zumindest einem Förderelement (3.3)
gekoppelt ist, um dieses in Rotation zu versetzen, wobei der Antriebsmotor (4) einen
Rotor (4.1) und einen Stator (4.2) aufweist, wobei der Rotor (4.1) des Antriebsmotors
(4) in einem gegenüber der Umgebung fluidisch abgedichteten Rotorraum (5) vorgesehen
ist;
- wobei die Pumpe (1) ein Spülkanalsystem (6) zum Spülen des Rotorraums (5) mit dem
geförderten Fluid aufweist, wobei das Spülkanalsystem (6) einen Rotorraumeinlass (6a)
und einen Rotorraumauslass (6b) umfasst;
dadurch gekennzeichnet, dass
das Spülkanalsystem (6) derart ausgebildet ist, dass zumindest ein Teil des Fluidstroms
von der Druckseite (3.2) der Pumpeinrichtung (3) zu dem Rotorraumeinlass (6a) gefördert
wird, der an einer oberen, der Pumpeinrichtung (3) abgewandten Seite des Rotorraums
(5) angeordnet ist und nach dem Umfließen des Rotors (4.1) durch den Rotorraumauslass
(6b) zum Pumpenauslass (2.2) gefördert wird, wobei der Rotorraumauslass (6b) an einer
unteren, der Pumpeinrichtung (3) zugewandten Seite des Rotorraums (5) angeordnet ist.
2. Pumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Spülkanalabschnitt (6.1) des Spülkanalsystems (6) entlang der Drehachse
(DA) des Rotors (4.1) verläuft, und zwar derart, dass der erste Spülkanalabschnitt
(6.1) deckungsgleich mit der Drehachse (DA) des Rotors (4.1) zu liegen kommt.
3. Pumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Spülkanalabschnitt (6.1) rohrförmig mit einem kreisförmigen Außenquerschnitt
ausgebildet ist und dass der erste Spülkanalabschnitt (6.1) eine Lagerachse des Rotors
(4.1) bildet.
4. Pumpe nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Förderelement (3.3) zumindest abschnittsweise als Hohlwelle (3.3.1)
ausgebildet und drehbar auf dem ersten Spülkanalabschnitt (6.1) des Spülkanalsystems
(6) gelagert ist.
5. Pumpe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlwelle (3.3.1) des Förderelements (3.3) mit dem Rotor (4.1) gekoppelt ist,
um eine Krafteinleitung vom Antriebsmotor (4) in das Förderelement (3.3) zu erreichen.
6. Pumpe nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (4.1) auf die Hohlwelle (3.3.1) aufgesteckt und/oder aufgepresst ist.
7. Pumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotorraumeinlass (6a) zentriert im Bereich der der Pumpeinrichtung (3) abgewandten
Rotoroberseite (4.1.1) vorgesehen ist.
8. Pumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotorraum (5) derart ausgebildet ist, dass das über den Rotorraumeinlass (6a)
dem Rotorraum (5) zugeführte Fluid im Rotorraum (5) bezogen auf die Drehachse (DA)
des Rotors (4.1) radial nach außen umgelenkt und über die Rotoraußenfläche (4.1.3)
nach unten in Richtung des Rotorraumauslass (6b) abgeleitet wird.
9. Pumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Spülkanalsystem (6) derart ausgelegt ist, dass der gesamte von der Pumpeinrichtung
(3) geförderte Fluidstrom von der Druckseite (3.2) der Pumpeinrichtung (3) über einen
mehrfach gewinkelten Spülkanalabschnitt entlang der Drehachse (DA) des Rotors oberhalb
des Rotors (4.1) in den Rotorraum (5) eingeleitet und nach dem Umfließen des Rotors
(4.1) über den Rotorraumauslass (6b) dem Pumpenauslass (2.2) zugeführt wird.
10. Pumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderelemente (3.3) zwei ineinander eingreifende Zahnräder sind.
11. Pumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine haubenartige Abdeckung (7) vorgesehen ist, die den Rotorraum (5) ober- und umfangsseitig
umschließt und zur Umgebung hin fluiddicht begrenzt.
12. Pumpe nach einem der Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Stator (4.2) des Antriebsmotors (4) umfangseitig um die haubenartige Abdeckung
(7) herum angeordnet ist.
13. Verfahren zum Betreiben einer Pumpe (1) umfassend einen Förderkanal (2), durch den
ein Fluid förderbar ist, wobei der Förderkanal (2) einen Pumpeneinlass (2.1) und einen
Pumpenauslass (2.2) aufweist, wobei zwischen dem Pumpeneinlass (2.1) und dem Pumpenauslass
(2.2) eine Pumpeinrichtung (3) zum Fördern des Fluids vorgesehen ist, die eine Saugseite
(3.1) und eine Druckseite (3.2) aufweist, wobei die Pumpeinrichtung (3) zwei rotierende,
ineinander eingreifende Förderelemente (3.3) aufweist, mittels denen ein Fluidstrom
erzeugt wird, wobei ein Antriebsmotor (4) vorgesehen ist, der antriebsmäßig mit zumindest
einem Förderelement (3.3) gekoppelt ist, um dieses in Rotation zu versetzen, wobei
der Antriebsmotor (4) einen Rotor (4.1) und einen Stator (4.2) aufweist, wobei der
Rotor (4.1) des Antriebsmotors (4) in einem gegenüber der Umgebung fluidisch abgedichteten
Rotorraum (5) vorgesehen ist, wobei der Rotorraum (5) mit dem geförderten Fluid über
ein Spülkanalsystem (6) gespült wird, wobei das Spülkanalsystem (6) einen Rotorraumeinlass
(6a) und einen Rotorraumauslass (6b) umfasst, wobei zumindest ein Teil des Fluidstroms
von der Druckseite (3.2) der Pumpeinrichtung zu dem Rotorraumeinlass (6a) gefördert
wird, der an einer oberen, der Pumpeinrichtung (3) abgewandten Seite des Rotorraums
(5) angeordnet ist und nach dem Umfließen des Rotors (4.1) durch den Rotorraumauslass
(6b) zum Pumpenauslass (2.2) gefördert wird, wobei der Rotorraumauslass (6b) an einer
unteren, der Pumpeinrichtung (3) zugewandten Seite des Rotorraums (5) angeordnet ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass zum Spülen des Rotorraums (5) das Fluid entlang der Drehachse (DA) des Rotors an
eine der Pumpeinrichtung (3) abgewandte Oberseite des Rotorraums (5) gefördert wird
und nach einem Umfließen des Rotors (4.1) entlang der Rotoroberseite (4.1.1) und der
Rotorumfangsfläche (4.1.2) an dem Rotorraumauslass (6b) abgeleitet wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der gesamte von der Pumpeinrichtung (3) geförderte Fluidstrom von der Druckseite
(3.2) der Pumpeinrichtung (3) über einen mehrfach gewinkelten Spülkanalabschnitt entlang
der Drehachse (DA) des Rotors oberhalb des Rotors (4.1) in den Rotorraum (5) eingeleitet
und nach dem Umfließen des Rotors (4.1) über den Rotorraumauslass (6b) dem Pumpenauslass
(2.2) zugeführt wird.