[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorwärmung einer Pressgutmatte vor dem Einlauf
in eine Presse, insbesondere im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
wobei die Pressgutmatte eine Doppelband-Vorwärmeinrichtung mit einem oberen endlos
umlaufenden, gasdurchlässigen Transportband und einem unteren endlos umlaufenden,
gasdurchlässigen Transportband durchläuft,
wobei die Pressgutmatte (in der Doppelband-Vorwärmeinrichtung) mit einem erwärmten
Fluid, welches Dampf enthält, beaufschlagt und dadurch erwärmt wird.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Doppelband-Vorwärmeinrichtung zur Erwärmung einer
Pressgutmatte sowie eine Anlage zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten.
[0003] Bevorzugt handelt es sich bei der zu erwärmenden Pressgutmatte (die auch einfach
als "Matte" bezeichnet wird) um eine Pressgutmatte für die Herstellung von Holzwerkstoffplatten.
Grundsätzlich wird aber auch die Erwärmung anderer Pressgutmatten oder Materialbahnen
erfasst. Eine Pressgutmatte für die Herstellung von Holzwerkstoffplatten besteht in
der Regel aus Spänen oder Fasern, insbesondere Holzspänen oder Holzfasern, bevorzugt
beleimten Holzspänen oder Holzfasern, die z. B. auf einen Streubandförderer oder dergleichen
zu einer Pressgutmatte gestreut werden. Dadurch wird eine kontinuierliche Pressgutmatte
und folglich ein Pressgutmattenstrang erzeugt, der zur Erwärmung eine Doppelband-Vorwärmeinrichtung
durchläuft und anschließend in einer Presse, z. B. in einer kontinuierlich arbeitenden
Doppelbandpresse, unter Anwendung von Druck und Wärme zu einer Platte bzw. einem Plattenstrang
verpresst wird.
[0004] Bei der Produktion von Holzwerkstoffplatten ist man bestrebt, in möglichst wirtschaftlicher
Weise ein Produkt mit den gewünschten Platteneigenschaften herzustellen. Eine besonders
wichtige Eigenschaft einer Holzwerkstoffplatte ist das Dichtprofil über die Plattendicke,
welches sich bei der Plattenherstellung in der Presse durch Einstellung der Heizplatten-Temperaturen,
der Pressdrücke und der Einstellung des Pressspaltes in der jeweils gewünschten Richtung
beeinflussen lässt. Die maßgeblichen Einstellungen der Heißpresse, z. B. einer kontinuierlich
arbeitenden Doppelbandpresse, werden dabei als Pressprogramm bezeichnet. Um z. B.
die Biegesteifigkeit einer Platte anzuheben, kann das Pressprogramm der kontinuierlichen
Presse so angepasst werden, dass höhere Dichten im Bereich der Deckschichten erreicht
werden. Um dagegen die Querzugfestigkeit einer Platte anzuheben, kann das Pressprogramm
der kontinuierlichen Presse so angepasst werden, dass eine höhere Dichte in der Plattenmitte
erzielt wird. Insgesamt ist man bei der Plattenproduktion bestrebt, die gewünschten
und zuvor festgelegten Platteneigenschaften zu erreichen bzw. über dem Grenzwert zu
halten und zugleich die Produktionskosten zu reduzieren, insbesondere durch Materialeinsparungen
von Holz und Leim. Weiterhin lassen sich die Produktionskosten durch eine gleichzeitige
Maximierung der Produktionskapazität senken. Dazu werden diverse Produktionsparameter
wie die Leimmenge, die Mattenfeuchte und das Pressprogramm (zur Optimierung der Form
des Dichteprofils) optimiert. Diese Maßnahmen betreffen den Betrieb der Presse, in
der die Pressgutmatte unter Anwendung von Druck und Wärme bei einem bestimmten Pressprogramm
zu einer Platte verpresst wird.
[0005] Zur Optimierung des Herstellungsprozesses erfolgt außerdem vor dem eigentlichen Pressvorgang
eine Vorwärmung der Pressgutmatte in einer Vorwärmeinrichtung. Um z. B. die Produktionskapazität
zu steigern, werden bei der Produktion, z. B. bei der MDF-Produktion, Vorwärmeinrichtungen
eingesetzt, in denen die Pressgutmatte z. B. mit einem erwärmten Fluid (Dampf oder
ein Dampf-Luft-Gemisch) beaufschlagt und dadurch erwärmt wird. Dabei ist einerseits
die Erwärmung der Matte mit einem Damp-Luft-Gemisch mit definiertem Taupunkt bekannt,
wobei ein solches Dampf-Luft-Gemisch auch als Feuchtluft bezeichnet wird. Zum anderen
ist die Beaufschlagung mit Dampf (Sattdampf oder überhitzter Dampf ohne Luftanteil)
bekannt.
[0006] Die Mattenvorwärmung mit Hilfe eines Dampf-Luft-Gemisches (Feuchtluft) erfolgt in
der Regel in einer Doppelband-Vorwärmeinrichtung, in der die Pressgutmatte mit einem
Dampf-Luft-Gemisch mit eingestelltem Taupunkt durchströmt wird. Dabei wird die Feuchtluft
der Matte auf der Ober- oder Unterseite zugeführt und auf der gegenüberliegenden Seite
abgesaugt, wobei der wesentliche Teil des in dem Gemisch enthaltenen Dampfes in der
Matte kondensiert und die Matte auf den in der Feuchtluft eingestellten Taupunkt (gleich
der Vorwärmtemperatur) erwärmt wird. Die Vorwärmtemperatur beträgt dabei üblicher
Weise nicht mehr als 75°C, um eine Voraushärtung des Leims vor dem Erreichen der Plattenenddicke
in der Presse zu vermeiden. Insgesamt lässt sich durch eine solche Dampf-Luft-Vorwärmung
die Produktionskapazität durch den Wärmeeintrag vor der Presse erhöhen.
[0007] Die alternativ ebenfalls bekannte Vorwärmung mit Dampf führt in der Regel zu einer
Erwärmung lediglich der Deckschichten der Pressgutmatte bzw. zu einer Erwärmung begrenzter
Anteile der Matte auf der Ober- und Unterseite. Im Zuge der Beaufschlagung mit Dampf
wird in der Regel an der Mattenoberfläche eine Temperatur von ca. 100°C erreicht,
die abhängig von der zugeführten Dampfmenge in einem mehr oder weniger breiten Übergangsbereich
auf die (Anfangs-)Temperatur der Matte auf der Formstraße und folglich vor dem Einlauf
in die Vorwärmeinrichtung abfällt. Auch ein solcher Vorwärmprozess durch (beidseitige)
Dampfinjektion führt durch die in die Matte eingebrachte Wärmemenge insgesamt zu einer
Steigerung der Produktionskapazität, die jedoch in der Regel geringer ist als bei
der gleichmäßigen Vorwärmung mit Feuchtluft (Dampf-Luft-Gemisch).
[0008] Ein Verfahren zum Vorwärmen von Streugut auf eine vorgebbare Vorwärmtemperatur im
Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten durch Heißpressen einer Streugutmatte
in einer kontinuierlichen Presse oder einer Taktpresse ist z. B. aus der
DE 44 23 632 A1 bekannt. Die Vorwärmung wird mit einem klimatisierten Fluid aus Luft und Wasserdampf
durchgeführt, welches das Streugut durchströmt. Das Fluid hat dabei eine Temperatur,
die um die Taupunktdifferenz höher als der Taupunkt ist und der Mengenstrom des Fluid
einerseits, der Taupunkt andererseits und außerdem die Taupunktdifferenz werden so
gewählt, dass die vorgegebene Vorwärmtemperatur des erwärmten Streugutes sich einstellt.
Dabei wird eine Kondensation des Wasserdampfs in dem Streugut in Kauf genommen und
die Feuchte des erwärmten Streugutes erforderlichenfalls durch zusätzliche Verfahrensmaßnahmen
eingestellt.
[0009] Die
DE 197 01 596 C2 beschreibt ein Verfahren und eine Anlage zum Vorwärmen von Pressgutmatten aus beleimten
Streugut, wobei die Pressgutmatte in einer Vorwärmanlage einer Strömungsbehandlung
unterzogen wird, bei der sie von einem klimatisierten Fluid aus Luft und Wasserdampf
bei einer Temperatur von unter 100°C mit einem eingestellten Taupunkt und einer eingestellten
Taupunktdifferenz durchströmt wird. Dabei werden die Pressgutmatten bei der Strömungsbehandlung
in Richtung der Mattendicke von oben und unten gleichzeitig mit gleichklimatisiertem
Fluid und in gleichen spezifischen Mengenströmen durchströmt, wobei sich in den Pressgutmatten
Kondensationsfronten bilden, die im Pressgut von der Oberfläche der Pressgutmatte
sowie von der Unterfläche der Pressgutmatte aufeinander zuwandern.
[0010] Die Behandlung einer Streugutmatte mit einem Dampf-Luft-Gemisch ist auch im Zusammenhang
mit der Herstellung biologisch abbaubarer Dämmplatten bekannt (vgl.
DE 196 35 410 A1). Dabei wird die Matte bzw. das Vlies zunächst auf die gewünschte Plattenstärke verdichtet
und anschließend wird in das verdichtete Vlies in einer Aufheizzone über einen Zeitraum
von 10 bis 20 Sekunden ein Dampf-Luft-Gemisch eingeführt, und zwar unter Vermeidung
von Voraushärtungen der Bindemittel. Zur Aushärtung und Trocknung wird in einem weiteren
Behandlungsschritt durch das verdichtete Vlies ein Heißluftstrom hindurchgeleitet.
Die insoweit bekannte Anlage dient folglich nicht der Vorwärmung einer Matte für eine
anschließende Verpressung in einer separaten Presse, sondern in der Doppelbandpresse
erfolgt sowohl die Vorwärmung über ein Dampf-Luft-Gemisch als auch die Aushärtung
und Trocknung der Matte mittels Heißluft.
[0011] Verfahren und Vorrichtungen zur Vorwärmung von Pressgutmatten im Zuge der Herstellung
von Holzwerkstoffplatten sind im Übrigen aus der
EP 2 213 432 A1 und der
EP 2 588 286 B1 bekannt.
[0012] Die aus der Praxis bekannten Verfahren und Anlagen zur Vorwärmung einer Pressgutmatte
vor dem Einlauf in eine Presse haben sich grundsätzlich bewährt. Sie sind jedoch verbesserungsfähig,
und zwar einerseits hinsichtlich der Produktionskapazität und andererseits hinsichtlich
der Platteneigenschaften. - Hier setzt die Erfindung ein.
[0013] EP3181664A1 offenbart die Oberbegriffe der Ansprüche 1 und 9.
[0014] Ausgehend von dem vorbekannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren zur Vorwärmung einer Pressgutmatte zu schaffen, mit welchem
sich die Produktionskapazität bei gleichzeitig optimierten Platteneigenschaften erhöhen
lässt. Außerdem soll eine entsprechende Vorwärmeinrichtung sowie eine Anlage zur Herstellung
von Holzwerkstoffplatten geschaffen werden.
[0015] Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einem gattungsgemäßen Verfahren
zur Vorwärmung einer Pressgutmatte, dass die Pressgutmatte in der Doppelband-Vorwärmeinrichtung
zunächst in einer ersten Stufe mit einer ersten Erwärmungseinheit mit einem Dampf-Luft-Gemisch
mit eingestelltem Taupunkt (d. h. mit eingestellter Taupunkttemperatur) und in der
Regel mit einer (eingestellten) Temperatur von weniger als 100°C beaufschlagt wird,
welches die Matte von einer Seite bzw. Oberfläche zur gegenüberliegenden Seite bzw.
Oberfläche durchströmt und dadurch über die gesamte Mattendicke auf eine erste Temperatur
T1 erwärmt wird und
dass die Pressgutmatte in der Doppelband-Vorwärmeinrichtung anschließend in einer
zweiten Stufe mit einer zweiten Erwärmungseinheit beidseitig mit (reinem) Dampf oder
mit einem Dampf-Luft-Gemisch beaufschlagt wird und dadurch lediglich die oberflächennahen
Deckschichten auf eine zweite Temperatur T2 erwärmt werden, die höher als die erste
Temperatur T1 ist. Dampf meint insbesondere Wasserdampf.
[0016] Bevorzugt erfolgt in der ersten Stufe eine Durchströmung der Matte mit einem Dampf-Luft-Gemisch
und in der zweiten Stufe eine beidseitige Beaufschlagung mit Dampf.
[0017] Alternativ kann jedoch in der ersten Stufe eine Vorwärmung mit einem (ersten) Dampf-Luft-Gemisch
mit eingestelltem Taupunkt und mit einer (eingestellten) Temperatur von weniger als
100°C erfolgen und in der zweiten Stufe erfolgt ebenfalls eine Beaufschlagung mit
einem (zweiten) Dampf-Luft-Gemisch, dass jedoch einen höheren Taupunkt und/oder eine
höhere Temperatur als das erste Dampf-Luft-Gemisch der ersten Stufe aufweist, so dass
in dieser zweiten Stufe die Erwärmung der oberflächennahen Deckschichten erfolgt.
[0018] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass die Vorwärmung mit einem Dampf-Luft-Gemisch
(Feuchtluft) einerseits und die Vorwärmung mit Dampf (Sattdampf oder überhitzter Dampf)
unterschiedlich wirken und zu verschiedenen Effekten im Produktionsprozess führen,
so dass der Produktionsprozess durch eine kombinierte, zweistufige Vorgehensweise
insgesamt optimiert werden kann. Denn mit Hilfe einer Vorwärmung mittels eines Dampf-Luft-Gemisches
lässt sich bei der Erwärmung auf den Taupunkt eine deutlich höhere Wärmemenge in die
gesamt Matte einbringen als bei einer herkömmlichen Dampf-Vorwärmung, die ausschließlich
oder im Wesentlichen zu einer Erwärmung der Deckschichten führt. Damit lässt sich
die Produktionskapazität durch die Vorwärmung mittels eines Dampf-Luft-Gemisches stärker
erhöhen als mit einem Dampf-Vorwärmprozess. Allerdings führt die Vorwärmung der gesamten
Matte mittels Feuchtluft zu einer mehr oder weniger starken "Abplattung" des Dichteprofils,
da sich eine vorgewärmte Matte mit weniger Druck verdichten lässt, weil sowohl Mattenfeuchte
als auch Mattentemperatur beim Vorwärmen angehoben werden. Dadurch steigt bei einer
vollständig vorgewärmten Matte die minimale Dichte bzw. die Mittelschichtdichte an,
was sich grundsätzlich positiv auf den Querzug auswirkt. Nachteilig ist jedoch, dass
die Deckschichtdichte mehr oder weniger stark abnimmt, mit entsprechend negativen
Auswirkungen auf z. B. die Biegesteifigkeit.
[0019] Anders als bei der Vorwärmung mit Hilfe eines Dampf-Luft-Gemisches führt die Vorwärmung
mit Dampf dazu, dass die Deckschichten wärmer und feuchter und damit auch weicher
werden und damit lassen sich sehr ausgeprägte Deckschichten hoher Dichte erzeugen,
während die kalte und "harte" Mattenmitte zu eher niedrigen Mattendichten in der Plattenmitte
führt. Auf diese Weise lässt sich die Produktionskapazität wegen des geringen Wärmeeintrags
in der Mattenmitte nur geringfügig erhöhen. Wenn jedoch höhere Dampfmengen in die
Mattendeckschichten injiziert werden, um die Produktionskapazität zu steigern, besteht
die Gefahr, dass ein immer größerer Anteil des Flächengewichts der Matte in den Deckschichten
"verbraucht" wird und in der Plattenmitte nicht mehr genug Material zur Verfügung
steht, um die für den Querzug benötigte Mattendichte zu erreichen.
[0020] Erfindungsgemäß werden nun durch die zweistufige Vorwärmung mittels eines Dampf-Luft-Gemisches
in einer ersten Stufe und mittels Dampf (oder alternativ auch einem Dampf-Luft-Gemisch
mit höherem Taupunkt) in der zweiten Stufe sowohl die Produktionskapazität erhöht
als auch hohe Materialeinsparungen und ein optimales Dichteprofil (bezogen auf die
wichtigen Platteneigenschaften wie Querzug und Biegefestigkeit) erreicht, und zwar
gleichzeitig in einem gemeinsamen Vorwärmprozess und in einer einzigen Vorwärm-Einrichtung.
Die bislang "gegenläufigen Ziele", nämlich hohe Produktionskapazität, hohe Materialeinsparung
und optimales Dichteprofil, werden in einem kombinierten Prozess gemeinsam erreicht.
[0021] In dem erfindungsgemäßen zweistufigen Vorwärmprozess erfolgt die Vorwärmung in der
ersten Stufe mit einem Dampf-Luft-Gemisch und folglich mit Feuchtluft mit einem eingestellten
Taupunkt und eingestellter Temperatur, die um die sogenannte Taupunktdifferenz über
dem Taupunkt liegt. Der Taupunkt (der auch als Taupunkttemperatur bezeichnet wird)
bezeichnet diejenige Temperatur, bei der in dem Dampf-Luft-Gemisch die Luft mit der
vorhanden Menge des Dampfes (insbesondere Wasserdampfes) grade gesättigt ist. Unterhalb
des Taupunktes tritt Kondensation des Wasserdampfes in Folge einer Übersättigung ein,
so dass sich der Wasserdampf tauartig niederschlägt. Am Taupunkt beträgt die relative
Luftfeuchtigkeit folglich 100 % und die Luft ist mit Wasserdampf (gerade) gesättigt.
Der Taupunkt bzw. die Taupunkttemperatur (sowie ggf. die Temperatur bzw. Taupunktdifferenz)
des Dampf-Luft-Gemisches lässt bzw. lassen sich mit bekannten Mitteln und Maßnahmen
gezielt einstellen. Dazu kann z. B. Luft (z. B. mit Hilfe eines Wärmetauschers) auf
eine gewünschte Temperatur erhitzt und anschließend mit einer Mischvorrichtung mit
(frischem) Dampf (z. B. Wasserdampf) in dem gewünschten Verhältnis gemischt werden.
Bevorzugt wird für die Vorwärmung in der ersten Stufe ein Dampf-Luft-Gemisch mit einem
Taupunkt von 50°C bis 85°C, vorzugsweise 60°C bis 75°C, z. B. etwa 70°C verwendet.
Im Zuge der Vorwärmung in der ersten Stufe, bei der das Dampf-Luft-Gemisch die Matte
über die gesamt Dicke vollständig durchströmt, kondensiert der Dampf in der Matte
und die Matte wird bevorzugt auf den eingestellten Taupunkt erwärmt, d. h. die Vorwärmtemperatur
T1 der Matte in der ersten Stufe entspricht bevorzugt der Taupunkttemperatur des verwendeten
Dampf-Luft-Gemisches, so dass die Pressgutmatte in der ersten Stufe bevorzugt auf
eine Temperatur T1 von 50°C bis 85°C, vorzugsweise 60°C bis 75°C erwärmt wird.
[0022] Dabei durchströmt das Dampf-Luft-Gemisch die Pressgutmatte in der ersten Stufe von
einer Oberfläche zur gegenüberliegenden Oberfläche, indem sie bevorzugt auf der einen
Oberfläche (z. B. der Oberseite) zugeführt und auf der gegenüberliegenden Seite (z.
B. der Unterseite) abgesaugt wird. Grundsätzlich kann es ausreichen, in der ersten
Stufe lediglich in einer einzelnen Zone für eine Durchströmung der Matte in einer
Richtung zu sorgen, z. B. von oben nach unten oder alternativ von unten nach oben.
In bevorzugter Weiterbildung besteht die erste Stufe für die Dampf-Luft-Vorwärmung
jedoch aus zumindest zwei hintereinander angeordneten Zonen, in denen das Dampf-Luft-Gemisch
mit dem eingestellten Taupunkt die Matte in wechselnden, entgegengesetzten Richtungen
durchströmt. So kann z. B. in der ersten Stufe das Dampf-Luft-Gemisch von oben in
die Matte gedrückt und von unten aus der Matte gesaugt werden und in der zweiten Zone
von unten in die Matte gedrückt und von oben aus der Matte gesaugt werden, wobei bevorzugt
das gleiche Gemisch mit denselben Parametern, insbesondere identischem Taupunkt verwendet
wird. Auf diese Weise lässt sich ein besonders homogener Wärmeeintrag und damit eine
gleichmäßige Vorwärmung der Matte über die gesamte Dicke erreichen.
[0023] Demgegenüber erfolgt in der zweiten Stufe eine starke Erwärmung lediglich der oberflächennahen
Deckschichten, und zwar bevorzugt auf eine Temperatur T2 von mehr als 85°C, vorzugsweise
mehr als 95°C, z. B. etwa 100°C oder mehr. Besonders bevorzugt wird dazu (reiner)
Dampf (z. B. Wasserdampf) gleichzeitig von beiden gegenüberliegenden Seiten bzw. Oberflächen
in die Matte gedrückt, ohne dass auf der jeweils gegenüberliegenden Seite eine Absaugung
erfolgt. Die zum Zwecke der Kapazitätssteigerung in der ersten Stufe über die gesamte
Dicke auf die Temperatur T1 vorgewärmte Matte wird folglich in dem zweiten Schritt
im Bereich der Deckschichten auf die Temperatur T2 weiter aufgewärmt, und zwar bevorzugt
mittels Dampf, so dass mit Hilfe der Matten mit wärmeren und weicheren Deckschichten
eine besonders hohe Deckschichtdichte mit den beschriebenen Vorteilen der Platteneigenschaften
erzielt werden kann. Während folglich die Matte in der ersten Stufe von einem Dampf-Luft-Gemisch
vollständig durchströmt wird, wird die Matte in der zweiten Stufe bevorzugt mit Dampf
von beiden Seiten gleichzeitig ohne gegenüberliegende Absaugung beaufschlagt.
[0024] In einer alternativen Ausführungsform kann jedoch auch in der zweiten Stufe, die
der Deckschichterwärmung dient, ein Dampf-Luft-Gemisch statt eines Dampfes zum Einsatz
kommen. In diesem Fall wird jedoch in der zweiten Stufe ein Dampf-Luft-Gemisch und
folglich Feuchtluft mit einem höheren Taupunkt und optional höherer Temperatur verwendet,
d. h. das Dampf-Luft-Gemisch weist in der zweiten Stufe einen höheren Taupunkt und/oder
eine höhere Temperatur bzw. Taupunktdifferenz auf als das Dampf-Luft-Gemisch in der
ersten Stufe, das für die gleichmäßige Durchwärmung der Matte verantwortlich ist.
Das Dampf-Luft-Gemisch kann in der zweiten Stufe - so wie bei einer reinen Dampfbeaufschlagung
- gleichzeitig von beiden Seiten in die Matte eingedrückt werden. Alternativ besteht
jedoch auch die Möglichkeit, dass das Dampf-Luft-Gemisch in der zweiten Stufe (so
wie in der ersten Stufe) die Matte in einer Richtung durchströmt und folglich von
einer Seite in die Matte gedrückt und auf der anderen Seite abgesaugt wird. Dann ist
es jedoch in der zweiten Stufe zweckmäßig, das Dampf-Luft-Gemisch (mit höherem Taupunkt)
in zwei hintereinander angeordneten Zonen in wechselnden, entgegengesetzten Richtungen
in die Matte hineinzudrücken und/oder durch die Matte zu saugen.
[0025] Insgesamt erfolgt in dem erfindungsgemäßen, zweistufigen Prozess eine besonders vorteilhafte
Vorwärmung, die sowohl zur Erhöhung der Produktionskapazität als auch zur Optimierung
der Platteneigenschaften führt, so dass sich Platten mit guten Eigenschaften (insbesondere
hinsichtlich Querzugfestigkeit und Biegefestigkeit) mit erhöhter Produktionskapazität
und folglich in besonders wirtschaftlicher Weise herstellen lassen.
[0026] Optional besteht im Übrigen die Möglichkeit, die Matte in der Doppelband-Vorwärmeinrichtung
nicht nur vorzuwärmen, sondern auch zu verdichten, und zwar nach der zweiten Vorwärmstufe.
Dazu kann in die Doppelband-Vorwärmeinrichtung hinter der zweiten Erwärmungseinrichtung
eine Kompaktiereinrichtung angeordnet sein.
[0027] Die Erfindung betrifft ferner eine Doppelband-Vorwärmeinrichtung zur Erwärmung einer
Pressgutmatte, und zwar insbesondere mit bzw. nach einem Verfahren der beschriebenen
Art. Diese Doppelband-Vorwärmeinrichtung weist ein oberes, endlos umlaufendes, gasdurchlässiges
Transportband und ein unteres, endlos umlaufendes, gasdurchlässiges Transportband
auf, zwischen denen ein Behandlungsspalt gebildet ist, durch den die Matte entlang
der Transportrichtung (mittels der angetriebenen Transportbänder) hindurchführbar
ist. Ferner weist die Doppelband-Vorwärmeinrichtung eine Erwärmungseinheit, nämlich
eine erste Erwärmungseinheit, auf, die als Dampf-Luft-Zuführungseinrichtung ausgebildet
ist und mit welcher die Pressgutmatte (in einer ersten Behandlungsstufe) mit einem
Dampf-Luft-Gemisch mit einstellbarem Taupunkt (und einstellbarer Temperatur) beaufschlagbar
ist, wobei dieses Dampf-Luft-Gemisch (Feuchtluft) die Matte von einer Oberfläche zur
gegenüberliegenden Oberfläche durchströmt und dadurch über die gesamten Mattendicke
die Matte erwärmt, und zwar bevorzugt auf den eingestellten Taupunkt des Dampf-Luft-Gemisches.
Erfindungsgemäß weist die Doppelband-Vorwärmeinrichtung zusätzlich eine zweite Erwärmungseinheit
auf, die der ersten Erwärmungseinheit und folglich der Dampf-Luft-Zuführeinrichtung
in der Transportrichtung nachgeordnet ist und die der Behandlung der Pressgutmatte
in einer zweiten Behandlungsstufe dient. Bevorzugt ist die zweite Erwärmungseinrichtung
als Dampf-Zuführungseinrichtung ausgebildet, mit der die Matte zur Erwärmung lediglich
der oberflächennahen Deckschichten mit (reinem) Dampf (vorzugsweise Wasserdampf) beaufschlagbar
ist. Alternativ kann die zweite Erwärmungseinrichtung jedoch als Dampf-Luft-Zuführungseinrichtung
ausgebildet sein, mit der die Matte zur Erwärmung lediglich der oberflächennahen Deckschichten
mit einem (zweiten) Dampf-Luft-Gemisch beaufschlagbar ist, welches einen höheren Taupunkt
und/oder eine höhere Temperatur als das (erste) Dampf-Luft-Gemisch der ersten Erwärmungseinheit
aufweist.
[0028] Bevorzugt weist die erste Erwärmungseinheit, die als Dampf-Luft-Zuführungseinrichtung
ausgebildet ist, zumindest ein Zufuhr-Absaug-Paar mit einer Zuführung, z. B. einem
Zuführkasten, auf der einen Seite der Matte und einer Absaugung, z. B. einem Absaugkasten,
auf der gegenüberliegenden Seite der Matte auf. Die Zufuhr und/oder die Abfuhr können
entsprechende Kästen, Register und/oder Platten, z. B. Lochplatten, Gitterplatten
oder dergleichen aufweisen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass mehrere solcher
Einrichtung über die Breite der Matte verteilt angeordnet sind, so dass das Beaufschlagungs-
und oder Absaugprofil über die Breite der Matte variabel ist.
[0029] Besonders bevorzugt weist die erste Erwärmungseinheit jedoch nicht nur ein einziges
Zufuhr-Absaug-Paar für eine Durchströmung der Matte in einer Richtung auf, sondern
es sind mehrere, hintereinander angeordnete Zufuhr-Absaug-Paare vorgesehen, die bevorzugt
für entgegengesetzte Strömungsrichtungen ausgelegt sind, so dass die Matte nacheinander
in zumindest zwei hintereinander angeordneten Zonen in entgegensetzten Richtungen
durchströmt wird. So kann z. B. auf der Oberseite zunächst eine erste Zuführung, z.
B. ein erster Zufuhrkasten und auf der gegenüberliegenden Unterseite eine erste Absaugung,
z. B. ein erster Absaugkasten, angeordnet sein. Dahinter kann auf der Unterseite eine
zweite Zufuhr, z. B. ein zweiter Zufuhrkasten und auf der Oberseite eine zweite Absaugung,
z. B. ein zweiter Absaugkasten vorgesehen sein. Die umgekehrte Anordnung ist ebenfalls
möglich.
[0030] Die zweite Erwärmungseinheit ist bevorzugt als (reiner) Dampf-Zuführungseinrichtung
ausgebildet und weist zumindest ein Zufuhr-Paar mit auf beiden Seiten der Matte jeweils
einer Zuführung, z. B. einen Zuführkasten auf. Damit lassen sich von beiden Seiten
über die Zuführungen, z. B. Zuführkästen, gleichzeitig von beiden Seiten Dampf (oder
alternativ auch ein Dampf-Luft-Gemisch) in die Matte drücken, um die Deckschichten
zu erwärmen.
[0031] In alternativer Ausgestaltung kann die zweite Erwärmungseinheit (z. B. als Dampf-Luft-Zuführeinheit)
mehrere hintereinander angeordnete Zuführ-Absaug-Paare aufweisen, die für entgegengesetzte
Strömungsrichtungen ausgelegt sind, so dass die Konstruktion der zweiten Erwärmungseinheit
im Wesentlichen der Konstruktion der ersten Erwärmungseinheit entsprechen kann, wobei
die zweite Erwärmungseinheit jedoch für eine Beaufschlagung eines Dampf-Luft-Gemisches
mit höherem Taupunkt ausgelegt ist.
[0032] Die Transportbänder der Vorwärmeinrichtung sind bevorzugt als Siebbänder ausgebildet.
[0033] Optional kann die Doppelband-Vorwärmeinrichtung mit einer Kompaktiereinrichtung für
die Verdichtung der Matte ausgerüstet sein, wobei diese Kompaktiereinrichtung bevorzugt
der zweiten Erwärmungseinheit nachgeordnet ist. Es erfolgt folglich zunächst die Vorwärmung
mit Hilfe der ersten Erwärmungseinheit und der zweiten Erwärmungseinheit und anschließend
optional eine Verdichtung mit der Kompaktiereinrichtung. Eine solche Kompatkiereinrichtung
kann z. B. eine obere und eine untere Kompaktierwalze aufweisen, wobei die obere und/oder
die untere Kompaktierwalze mit zumindest einem Kraftmittel, z. B. einem Presszylinder,
beaufschlagbar ist bzw. beaufschlagbar sind. Bei den Presszylindern kann es sich z.
B. um Hydraulikzylinder handeln. Optional erfolgt folglich im Anschluss an die Vorwärmung
eine Nachverdichtung zur Entlüftung der Pressgutmatte, und zwar mit dem Ziel, Luft
auf der Matte zu verdrängen, so dass der anschließende Pressprozess in der nachgeordneten
Presse optimiert und die Gefahr von Ausbläsern reduziert wird. Auf diese Weise wird
eine erhöhte Vorschubgeschwindigkeit der Anlage und damit eine noch höhere Wirtschaftlichkeit
erreicht.
[0034] Erfindungsgemäß steht die beschriebene Doppelband-Vorwärmeinrichtung sowie deren
Betrieb zur Vorwärmung der Pressgutmatte im Vordergrund. Die Erfindung betrifft jedoch
außerdem eine Anlage zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten, mit zumindest einer
Streuvorrichtung zur Erzeugung einer Pressgutmatte und mit einer Doppelband-Vorwärmeinrichtung
der beschriebenen Art sowie mit einer Presse zum Verpressen der vorgewärmten Pressgutmatte.
Diese Presse, die bevorzugt als kontinuierlich arbeitende Doppelbandpresse ausgebildet
ist, ist folglich bevorzugt hinter der erfindungsgemäßen Doppelband-Vorwärmeinrichtung
angeordnet. Die Doppelband-Vorwärmeinrichtung dient folglich nicht der Herstellung
eines fertigen Produktes, sondern lediglich der Vorwärmung einer Pressgutmatte innerhalb
des Herstellungsprozesses, d. h. die vorgewärmte Pressgutmatte wird anschließend in
einer separaten Presse unter Anwendung von Druck und Wärme zu dem Fertigprodukt verpresst.
[0035] Die der Vorwärmeinrichtung nachgeordnete Presse ist bevorzugt als Doppelbandpresse
ausgebildet. Sie weist z. B. eine obere Heizplatte und eine untere Heizplatte sowie
im Pressenoberteil und im Pressenunterteilt endlos umlaufende Pressbänder auf, z.
B. Stahlpressbänder. Diese Pressbänder sind z. B. unter Zwischenschaltung von Wälzkörperaggregaten
(z. B. Rollstangen) an den Heizplatten bzw. Pressenplatten abgestützt. Eine der Heizplatten
oder auch beide Heizplatten werden mit Presszylindern beaufschlagt, die an dem Pressengestell
(z. B. an dem Pressenrahmen) abgestützt sind. Die erfindungsgemäße Vorwärmeinrichtung
kann dann folglich in einen herkömmlichen Herstellungsprozess integriert und mit bekannten
Doppelbandpressen kombiniert werden.
[0036] Besonders bevorzugt wird die Vorwärmeinrichtung bei der Herstellung von Faserplatten,
z. B. MDF-Platte (Medium Densified Fiber) eingesetzt, d. h. es erfolgt die Vorwärmung
einer Pressgutmatte aus Holzfasern. Alternativ kann auch der Einsatz bei Spanplatten
und OSB-Platten und folglich die Vorwärmung von Spanmatten und OSB-Matten erfolgen.
[0037] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert, die lediglich
ein Ausführungsbeispiel darstellen. Es zeigen
- Fig. 1
- einen Ausschnitt aus einer Anlage zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten in einer
vereinfachten Darstellung,
- Fig. 2
- eine schematisch vereinfachte Seitenansicht einer Doppelband-Vorwärmeinrichtung aus
der Anlage nach Fig. 1,
- Fig. 3a, 3b
- Temperatur- und Dichteprofil einer Matte bzw. Platte ohne Mattenvorwärmung
- Fig. 4a, 4b
- Temperatur- und Dichteprofil einer Matte mit einer Mattenvorwärmung mittels eines
Dampf-Luft-Gemisches,
- Fig.5a, 5b
- Temperatur- und Dichteprofil einer Matte mit einer Vorwärmung mittels Dampf und
- Fig. 6a, 6b
- Temperatur- und Dichteprofil mit einer erfindungsgemäßen zweistufigen Vorwärmung mit
sowohl Dampf-Luft-Gemisch als auch Dampf.
[0038] In Fig. 1 ist vereinfachte eine Anlage zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten im
kontinuierlichen Durchlauf dargestellt. Zunächst wird mit Hilfe einer lediglich angedeuteten
Streuvorrichtung 1 das zu verpressende Streugut (z. B. Holzfasern) unter Bildung einer
Streugutmatte bzw. Pressgutmatte 2 auf ein Bandförderer aufgestreut. Die auf diese
Weise hergestellte Streugutmatte wird in einer Doppelband-Vorwärmeinrichtung 3 vorbehandelt
und anschließend in einer kontinuierlich arbeitenden Presse 4 unter Anwendung von
Druck und Wärme zu einer Platte bzw. einem plattenförmigen Strang, z. B. einer Faserplatte
(vorzugsweise MDF-Platte) verpresst. Die Presse 4 ist bevorzugt als Doppelbandpresse
ausgebildet, die eine obere Heizplatte und eine untere Heizplatte und im Pressenoberteil
und im Pressenunterteil endlos umlaufende Pressbänder (z. B. Stahlpressbänder) aufweist,
wobei diese Pressbänder unter Zwischenschaltung von Wälzkörperaggregaten (z. B. Rollstangen)
an den Pressenplatten (Heizplatten) abgestützt sind. Eine der Heizplatten oder auch
beide Heizplatten werden mit Presszylindern beaufschlagt, die an dem Pressengestellt
(z. B. an Pressenrahmen) abgestützt sind.
[0039] Um den Pressprozess innerhalb der Presse 4 zu optimieren, erfolgt erfindungsgemäß
eine Vorwärmung der Pressgutmatte 1 mit Hilfe der in Fig. 1 lediglich angedeuteten
Vorwärmeinrichtung 3, die im Übrigen in Fig. 2 näher dargestellt ist. Diese weist
ein oberes, endlos umlaufendes, gasdurchlässiges Transportband 5a, z. B. ein Siebband
5a, und ein unteres, endlos umlaufendes, gasdurchlässiges Transportband 5b, z. B.
ein Siebband 5b auf. Die Transportbänder bzw. Siebbänder 5a, 5b sind jeweils um mehrere
Rollen bzw. Walzen 6 geführt, von denen für das Oberteil und das Unterteil zumindest
jeweils eine Walze als Antriebswalze ausgebildet ist. Zwischen den Transportbändern
5a, 5b ist ein Behandlungsspalt gebildet, durch den die Matte 2 entlang der Transportrichtung
X von einem Einlauf E bis zu einem Auslauf A hindurchgeführt wird. Der Bereich des
Transportbandes 5a, 5b der sich vom Einlauf E bis zum Auslauf A erstreckt und in dem
folglich die Pressgutmatte 2 geführt wird, wird als Vorlauf V bezeichnet und der sich
daran anschließende Bereich der Bänder beginnend am Auslauf A bis zum Einlauf E bildet
den Rücklauf R, der dann wiederum am Einlauf E in den Vorlauf V übergeht.
[0040] Die Doppelband-Vorwärmeinrichtung 3 weist unmittelbar hinter dem Einlauf E eine erste
Erwärmungseinheit 7 auf, die als Dampf-Luft-Zuführungseinrichtung ausgebildet ist
und mit welcher die Pressgutmatte mit einem Dampf-Luft-Gemisch mit einstellbarem Taupunkt
beaufschlagbar ist, welches die Matte von einer Oberfläche zur gegenüberliegenden
Oberfläche durchströmt und dadurch über die gesamte Mattendicke erwärmt. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel weist die erste Erwärmungseinheit 7 mehrere hintereinander angeordnete
Zuführ-Absaug-Paare 8 auf, die jeweils eine Zuführung 8a und einer auf der gegenüberliegenden
Mattenseite angeordnete Absaugung 8b aufweisen, wobei diese als Zuführkasten 8a und
Absaugkasten 8b ausgebildet sein können. Einzelheiten sind nicht dargestellt. Das
erste Zuführ-Absaug-Paar 8 weist eine obere Zuführung 8a und eine untere Absaugung
8b auf, während das zweite Zuführ-Absaugpaar 8 eine untere Zuführung 8a und eine obere
Absaugung 8b aufweist. In der ersten Behandlungsstufe innerhalb der Dampf-Zuführeinrichtung
7 sind folglich zwei hintereinander angeordnete Zonen 8 realisiert, in denen in entgegengesetzten
Richtungen ein Dampf-Luft-Gemisch durch die Matte 2 hindurchgedrückt und durch die
Matte hindurchgesaugt wird. Die Pressgutmatte 2 wird folglich in einer von der ersten
Erwärmungseinheit 7 gebildeten ersten Stufe mit einem Dampf-Luft-Gemisch mit eingestelltem
Taupunkt (und eingestellter Temperatur) beaufschlagt, welches die Matte von einer
Oberfläche zur gegenüberliegenden Oberfläche durchströmt und dadurch über die gesamten
Mattendicke auf eine erste Temperatur T1 erwärmt, die (in etwa) der (voreingestellten)
Taupunkttemperatur des Dampf-Luft-Gemisches entspricht.
[0041] Ferner weist die Vorwärmeinrichtung 3 eine zweite Erwärmungseinheit 9 auf, die in
der Transportrichtung X hinter der ersten Erwärmungseinheit 7 angeordnet ist. Diese
ist im Ausführungsbeispiel als Dampf-Zuführungseinrichtung ausgebildet, mit der die
Matte 2 zur Erwärmung lediglich der oberflächennahen Deckschichten mit (reinem) Dampf
beaufschlagbar ist. Dazu weist die Dampf-Zuführungseinrichtung 9 ein Zuführ-Paar mit
auf beiden Seiten der Matte jeweils einer Zuführung 9a für den Dampf auf, wobei diese
Zuführungen 9a z. B. als Zuführkästen ausgebildet sein können. Mit den Zuführungen
9a wird von beiden Seiten gleichzeitig Dampf (z. B. Wasserdampf) in die Matte gedrückt,
wobei der Dampf z. B. eine Temperatur von 100°C oder mehr aufweisen kann. Mit dieser
zweiten Erwärmungseinheit 9 wird beidseitig Dampf in die Matte 2 gedrückt und dadurch
werden lediglich die oberflächennahen Deckschichten auf eine zweite Temperatur T2
erwärmt, die höher als die erste Temperatur T1 ist, auf die die Matte in der ersten
Erwärmungseinheit 7 erwärmt wird.
[0042] Mit der in Fig. 2 dargestellten Vorwärmeinrichtung folgt eine zweistufige Vorwärmung
der Pressgutmatte, und zwar in der ersten Stufe mit Hilfe eines Dampf-Luft-Gemisches,
mit dem die Pressgutmatte 2 auf eine erste Temperatur T1 gleichmäßig über die gesamte
Mattendicke erwärmt wird. In der zweiten Stufe erfolgt eine weitere Erwärmung lediglich
der oberflächennahen Deckschichten auf die zweite Temperatur T2. Durch die Erwärmung
in der ersten Stufe erfolgt ein hoher Wärmeeintrag, der zu einer erhöhten Produktionskapazität
führt. Die Erhöhung der Temperatur in den oberflächennahen Deckschichten führt im
Zuge des anschließenden Pressprozesses zu Platten mit verbesserten Eigenschaften,
insbesondere hinsichtlich Biegefestigkeit und Querzugfestigkeit.
[0043] Im Einzelnen werden die erfindungsgemäß erreichten Vorteile anhand der grafischen
Darstellungen in den Fig. 3a, 3b bis 6a, 6b näher erläutert. Die Fig. 3a, 4a, 5a und
6a zeigen jeweils ein Temperaturprofil über die Dicke der Platte, d. h. es sind die
Temperatur der in die Presse einlaufenden Matte und die Temperatur der Platte nach
der Presse in Abhängigkeit von dem Ort innerhalb der Platte in Prozent bezogen auf
die Plattendicke aufgetragen. Bei einer Plattendicke von z. B. 16 mm meint 0 % 0 mm
und 100 % 16 mm, d. h. der Wert 0 % betrifft die eine Plattenoberfläche und der Wert
100 % betrifft die gegenüberliegende Plattenoberfläche und die Werte dazwischen betreffen
das Platteninnere. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Dicke der Matte im Pressprozess
in der kontinuierlichen Presse natürlich erheblich reduziert wird, z. B. auf die Plattendicke
von 16 mm.
[0044] Die Figuren 3b, 4b, 5b und 6b zeigen jeweils Dichteprofile, und zwar zum einen für
die Pressgutmatte vor dem Einlauf in die Presse (z. B. DP
0 in Fig. 3b) und zum anderen für die fertig gepresste Platte hinter der Presse, d.
h. es ist die Dichte der Platte in Abhängigkeit von der Plattendicke bzw. von dem
Ort innerhalb der Platte bezogen auf die Plattendicke aufgetragen.
[0045] Die Figuren 3a und 3b zeigen zunächst die Verhältnisse bei der Herstellung einer
Faserplatte (z. B. MDF-Platte) ohne jegliche Vorwärmung vor der Presse. Die Temperatur
T
0 der Pressgutmatte nach der Streustation beträgt z. B. etwa 30 °C, so dass die Matte
ohne Vorwärmung mit einer Temperatur T
0 = 30°C mit einem Temperaturprofil TP
0 in die Presse einläuft und nach der Presse das Temperaturprofil TP
P der Platte mit einer minimalen Temperatur von z. B. 110°C am Auslauf der Presse aufweist.
Die Mattendichte ρ
M beträgt gemäß Fig. 3b z. B. 120 kg/m
3, und zwar homogen über die gesamte Dicke der Pressgutmatte (Dichteprofil DPa). Im
Zuge des Pressens stellt sich das in Fig. 3b ebenfalls dargestellte Dichteprofil DP
p ein, wobei die Platte eine mittlere Dichte ρ
P von z. B. 550 kg/m
3 aufweist. In Fig. 3b ist erkennbar, dass die Platte in der Plattenmitte eine verhältnismäßig
geringe Dichte und in den äußeren Deckschichten eine verhältnismäßig hohe Dichte aufweist.
[0046] Die Figuren 4a, 4b zeigen den Einfluss der Erwärmung der gesamten Pressgutmatte mit
einer grundsätzlich bekannten Vorwärmung mittels eines Dampf-Luft-Gemisches (hier
in den Indizes mit DL abgekürzt), welches z. B. einen Taupunkt von 70°C aufweist,
so dass eine Vorwärmung der Matte über die gesamte Breite auf eine Temperatur T
1 von (etwa) 70°C erfolgt. In Fig. 4a ist wiederum das homogene Temperaturprofil TP
0 mit der Mattentemperatur T
0 nach der Streustation und folglich vor der Vorwärmeinrichtung mit 30°C dargestellt.
Ferner ist die Mattentemperatur T
1 hinter der Vorwärmeinrichtung dargestellt, d. h. es erfolgt über die Dicke eine im
Wesentlichen gleichmäßige Vorwärmung auf etwa 70°C (Temperaturprofil TP
DL). Das Pressprogramm ist an diese Vorwärmung angepasst, so dass am Auslauf der Presse
dasselbe Temperaturprofil TP
P wie in Fig. 3a erreicht wird, jedoch mit erhöhter Produktionskapazität durch die
vorgeschaltete Vorwärmung. In Fig. 4b ist zum Vergleich wieder das Dichteprofil DP
P der fertigen Platte ohne Vorwärmung (so wie in Fig. 3b) dargestellt. Ferner ist das
Dichteprofil DP
DL dargestellt, das sich aufgrund der beschriebenen Vorwärmung mit dem Dampf-Luft-Gemisch
einstellt. Es ist erkennbar, dass die Dichte in der Mattenmitte angehoben wird, was
sich positiv auf den Querzug auswirkt. Dagegen nehmen jedoch die Deckschichtdichten
gegenüber der Verarbeitung ohne Vorwärmung ab, was unerwünscht ist.
[0047] Die Figuren 5a, 5b zeigen den Einfluss einer Vorwärmung der Deckschichten durch eine
herkömmliche beidseitige Dampfbeaufschlagung. Es ist erkennbar, dass über die beidseitige
Beaufschlagung mit Dampf mit einer Temperatur von z. B. 100°C eine starke Erhöhung
der Mattentemperatur im Bereich der Oberflächen bzw. der Deckschichten erfolgt (vgl.
Fig. 5a). Ausgehend von dem homogenen Temperaturprofil TP
0 stellt sich das Temperaturprofil TP
D der Matte durch die Dampfvorwärmung ein. Dieses führt zu einer Platte mit hoher Dichte
in den Deckschichten (vgl. Fig. 5b). Gezeigt sind das Dichteprofil DP
P ohne Vorwärmung und das Dichteprofil DP
D der Platte durch die Dampf-Vorwärmung. Nachteilig sind dabei die verhältnismäßig
geringen Dichten in der Plattenmitte, die insgesamt dazu führen, dass die Produktionskapazität
bei dem Vorwärmverfahren gemäß Figuren 5a, 5b nicht so stark erhöht wird wie bei dem
Verfahren nach Figuren 4a, 4b.
[0048] Die Figuren 6a, 6b zeigen den Einfluss der erfindungsgemäßen zweistufigen Vorwärmung
mittels zunächst eines Dampf-Luft-Gemisches in einer ersten Stufe und anschließend
mittels einer Dampfbeaufschlagung in einer zweiten Stufe. In der ersten Stufe wird
die Mattentemperatur über die gesamte Dicke der Matte auf die Temperatur T
1 angehoben und das homogene Temperaturprofil TP
S1 erzielt. In der anschließenden zweiten Stufe wird über die Dampfbeaufschlagung die
Temperatur lediglich im Bereich der Deckschichten auf die Temperatur T
2 von etwa 100°C angehoben und das Temperaturprofil TP
S2 erreicht. Das sich im anschließenden Pressprozess ergebende Dichteprofil DP
K durch kombinierte Vorwärmung ist wiederum in Fig. 6b im Vergleich zu einem Dichteprofil
DP
P ohne Vorwärmung dargestellt. Aus Fig. 6b ergibt sich folglich, dass sich mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren mit Kapazitätssteigerung ein grundsätzlich vorteilhaftes
Dichteprofil DP
K ergibt, und zwar ähnlich wie ohne Vorwärmung oder sogar ein noch weiter optimiertes
Dichteprofil im Hinblick auf Querzug und Biegefestigkeit, da zum einen die Dichte
in der Plattenmitte erhöht und zum anderen die Dichte im Bereich der Deckschichten
erhöht werden. Wichtig ist dabei, dass dieses gleichwertige oder sogar verbesserte
Dichtprofil bei gleichzeitig hoher Produktionskapazität erreicht wird, da gemäß Fig.
6a über die Vorwärmung ein hoher und gleichmäßiger Wärmeeintrag in die Matte gelingt,
so dass der anschließende Pressprozess besonders wirtschaftlich mit hoher Kapazität
erfolgen kann.
[0049] Eine in den Figuren beispielhaft dargestellte Anlage bzw. deren Vorwärmeinrichtung
weist im Übrigen übliche Mittel zur Erzeugung, Einstellung, Zuführung und Steuerung
oder Regelung des Dampfes und des Dampf-Luft-Gemisches auf, z. B. Wärmetauscher, Mischvorrichtungen
etc. Damit lassen sich die genannten Parameter des Dampfes und insbesondere des Dampf-Luft-Gemisches
einstellen, insbesondere der Taupunkt und die Temperatur bzw. Taupunktdifferenz.
1. Verfahren zur Vorwärmung einer Pressgutmatte (2) vor dem Einlauf in eine Presse (4),
insbesondere im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
wobei die Pressgutmatte (2) eine Doppelband-Vorwärmeinrichtung (3) mit einem oberen
endlos umlaufenden, gasdurchlässigen Transportband (5a) und einem unteren, endlos
umlaufenden gasdurchlässigen Transportband (5b) durchläuft,
wobei die Pressgutmatte (2) mit einem erwärmten Fluid, welches Dampf enthält, beaufschlagt
und dadurch erwärmt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Pressgutmatte (2) in der Doppelband-Vorwärmeinrichtung (3) zunächst in einer
ersten Stufe mit einer ersten Erwärmungseinheit (7) mit einem Dampf-Luft-Gemisch mit
einem eingestellten Taupunkt beaufschlagt wird, welches die Pressgutmatte (2) von
einer Oberfläche zur gegenüberliegenden Oberfläche durchströmt und dadurch über die
gesamte Mattendicke auf eine Temperatur (T1) erwärmt wird und
dass die Pressgutmatte (2) in der Doppelbandvorwärmeinrichtung (3) anschließend in einer
zweiten Stufe mit einer zweiten Erwärmungseinheit (9) beidseitig mit Dampf oder mit
einem Dampf-Luft-Gemisch beaufschlagt wird und dadurch lediglich die oberflächennahen
Deckschichten auf eine zweite Temperatur (T2) erwärmt werden, die höher als die erste Temperatur (T1) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Stufe Dampf oder ein Dampf-Luft-Gemisch gleichzeitig in die beiden
gegenüberliegenden Oberflächen der Pressgutmatte (2) gedrückt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Stufe ein Dampf-Luft-Gemisch oder Dampf in zumindest zwei hintereinander
angeordneten Zonen in wechselnden, entgegengesetzten Richtungen in die Pressgutmatte
(2) gedrückt und/oder durch die Pressgutmatte (2) gesaugt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Stufe in zumindest zwei hintereinander angeordneten Zonen ein Dampf-Luft-Gemisch
in wechselnden, entgegengesetzten Richtungen in die Pressgutmatte (2) gedrückt und/oder
durch die Pressgutmatte (2) gesaugt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressgutmatte (2) in der ersten Stufe auf eine Temperatur (T1) erwärmt wird, die dem Taupunkt des Dampf-Luft-Gemisches entspricht.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressgutmatte (2) in der ersten Stufe mit dem Dampf-Luft-Gemisch über die gesamte
Dicke auf eine Temperatur (T1) von 50°C bis 85°C, vorzugsweise 60°C bis 75°C erwärmt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Stufe die beiden oberflächennahen Deckschichten der Pressgutmatte
(2) mit dem Dampf oder dem Dampf-Luft-Gemisch auf eine Temperatur (T2) von mehr als 85°C, vorzugsweise mehr am 95°C, z. B. etwa 100°C, erwärmt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressgutmatte (2) in der Doppelband-Vorwärmeinrichtung (3) nach der zweiten Stufe
mit einer der zweiten Erwärmungseinheit (9) nachgeordneten Kompaktiereinrichtung (10)
verdichtet wird.
9. Doppelband-Vorwärmeinrichtung (3) zur Erwärmung einer Pressgutmatte (2), insbesondere
mit einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
mit einem oberen, endlos umlaufenden gasdurchlässigen Transportband (5a) oder in einem
unteren, endlos umlaufenden gasdurchlässigen Transportband (5b), zwischen denen ein
Behandlungsspalt gebildet ist, durch den die Pressgutmatte (2) entlang der Transportrichtung
(X) hindurchführbar ist,
mit einer ersten Erwärmungseinheit (7), die als Dampf-Luft-Zuführeinrichtung ausgebildet
ist, und mit welcher die Pressgutmatte (2) mit einem Dampf-Luft-Gemisch mit einstellbarem
Taupunkt beaufschlagbar ist, welches die Pressgutmatte (2) von einer Oberfläche zur
gegenüberliegenden Oberfläche durchströmt und dadurch über die gesamte Mattendicke
erwärmt,
wobei der ersten Erwärmungseinheit (7), d. h. der Dampf-Luft-Zuführungseinrichtung,
in der Transportrichtung (X) eine zweite Erwärmungseinheit (9) nachgeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Erwärmungseinrichtung (9) entweder als Dampf-Zuführungseinrichtung ausgebildet
ist, mit der die Matte zur Erwärmung lediglich der oberflächennahen Deckschichten
mit Dampf beaufschlagbar ist oder
als Dampf-Luft-Zuführungseinrichtung ausgebildet ist, mit der die Pressgutmatte (2)
zur Erwärmung lediglich der oberflächennahen Deckschichten mit einem Dampf-Luft-Gemisch
beaufschlagbar ist, welches einen höheren Taupunkt und/oder eine höhere Temperatur
als das Dampf-Luft-Gemisch der ersten Erwärmungseinheit (7) aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Erwärmungseinheit (7), d. h. die Dampf-Luft-Zuführungseinrichtung, zumindest
ein Zufuhr-Absaug-Paar (8) mit einer Zuführung (8a), z. B. mit einem Zuführkasten,
auf der einen Seite der Matte und einer Absaugung (8b), z. B. einem Absaugkasten,
auf der gegenüberliegenden Seite der Matte aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Erwärmungseinheit (7) mehrere hintereinander angeordnete Zufuhr-Absaug-Paare
(8) aufweist, die bevorzugt für entgegengesetzte Strömungsrichtungen ausgelegt sind,
so dass nacheinander ein Dampf-Luft-Gemisch in entgegengesetzten Richtungen durch
die Pressgutmatte 2 gedrückt und/oder gesaugt wird.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Erwärmungseinheit (9), die z. B. als Dampf-Zuführungseinrichtung ausgebildet
ist, ein Zuführpaar mit auf beiden Seiten der Matte jeweils einer Zuführung (9a),
z. B. einem Zuführkasten, aufweist, mit denen die Pressgutmatte (2) gleichzeitig von
beiden Seiten mit Dampf oder einem Dampf-Luft-Gemisch beaufschlagbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Erwärmungseinheit (7), z. B. als Dampf-Luft-Zuführeinheit, mehrere hintereinander
angeordnete Zufuhr-Absaug-Paare aufweist, die für entgegengesetzte Strömungsrichtungen
ausgelegt sind, so dass ein Dampf-Luft-Gemisch hintereinander in entgegengesetzten
Richtungen durch die Matte gedrückt und/oder durch die Matte gesaugt wird.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportbänder (5a, 5b) als Siebbänder ausgebildet sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der zweiten Erwärmungseinheit (7) eine Kompaktiereinrichtung (10) für die Verdichtung
der Pressgutmatte nachgeordnet ist, die bevorzugt eine obere und eine untere Kompaktierwalze
(11) aufweist, wobei die obere und/oder die untere Kompaktierwalze (11) mit zumindest
einem Kraftmittel (12), z. B. einem Presszylinder, beaufschlagbar ist bzw. beaufschlagbar
sind.
16. Anlage zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten, mit zumindest einer Streuvorrichtung
(1) zur Erzeugung einer Pressgutmatte (2), einer Doppelband-Vorwärmeinrichtung (3)
nach einem der Ansprüche 9 bis 15 zur Vorwärmung der Pressgutmatte und einer Presse
(4) zum Verpressen der vorgewärmten Pressgutmatte (2) unter Anwendung von Druck und
Wärme.
1. Method of preheating a press material mat (2) before it enters into a press (4), more
particularly during the course of the manufacturing of wood based boards,
wherein the press material mat (2) runs through a double-belt preheating device (3)
with an upper, endlessly circulating, gas-permeable transporting belt (5a) and a lower,
endlessly circulating, gas-permeable transporting belt (5b),
wherein a heated fluid, which contains steam, is applied to the press material mat
(2) and heated thereby,
characterised in that
in the double-belt preheating device (3), in a first step with a first heating unit
(7), the press material mat (2) is acted upon by a steam-air mixture with a set dewpoint,
which flows through the press material mat (2) from one surface to the opposite surface,
and is thereby heated over the entire mat thickness to a temperature (T1), and
in that in the double-belt preheating device (3), in a second step with a second heating
unit (9), the press material mat (2) is acted upon on both sides with steam or a steam-air
mixture, and thereby only the cover layers close to the surface are heated to a second
temperature (T2) that is higher than the first temperature (T1).
2. Method according to claim 1, characterised in that in the second step, steam or a steam-air mixture is pressed into both opposite surfaces
of the press material mat (2) .
3. Method according to claim 1 or 2 characterised in that in the second step a steam-air mixture or steam is pressed into the press material
mat (2) and/or sucked through the press material mat (2) in at least two zones arranged
one behind the other in alternating, opposite directions.
4. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that in the first step a steam-air mixture is pressed into the press material mat (2)
and/or sucked through the press material mat (2) in at least two zones arranged one
behind the other in alternating, opposite directions.
5. Method according to any one of claims 1 to 4, characterised in that in a first step, the press material mat (2) is heated to a temperature (T1) that corresponds to the dewpoint of the steam-air mixture.
6. Method according to any one of claims 1 to 5, characterised in the first step, the press material mat (2) is heated over its entire thickness by
the steam-air mixture to a temperature (T1) of 50°C to 85°C, preferably 60°C to 75°C.
7. Method according to any one of claims 1 to 6, characterised in that in the second step, the two cover layers of the press material mat (2) close to the
surface, are heated with the steam or the steam-air mixture to a temperature (T2) of more than 85°C, preferably more than 95°C, such as 100°C for example.
8. Method according to any one of claims 1 to 7, characterised in that in the double-belt preheating device (3), after the second step the press material
mat (2) is compacted with a compacting device (10) arranged downstream of the second
heating unit (9).
9. Double-belt preheating device (3) for heating a press material mat (2), more particularly
with a method according to any one of claims 1 to 8, with an upper endlessly circulating
gas-permeable transporting belt (5a) or a lower endlessly circulating gas-permeable
transporting belt (5b), between which a processing gap is formed through which the
press material mat (2) can be passed along transporting direction (X), with a first
heating unit (7) configured as a steam-air supply device, and with which the press
material mat (2) can be acted upon by a steam air mixture with an adjustable dewpoint,
which flows through the press material mat (2) from one surface to the opposite surface
and thereby heats the entire mat thickness, wherein in the transporting direction
(X) a second heating unit (9) is arranged downstream of the first heating unit (7),
i.e. the steam-air supply device, characterised in that the second heating device (9) is either designed as a steam supply device, with which
the mat acted upon by steam for warming only of the cover layers close to the surface
is
or
is designed as a steam-air supply device, with which the press material mat (2) for
heating of only the cover layers close to the surface are acted up upon with an steam-air-mixture
which has a higher dewpoint and/or temperature than that of the steam-air mixture
of the first heating unit (7).
10. Device according to claim 9, characterised in that the first heating unit (7), i.e. the steam-air supply device, comprises at least
one supply-suction pairing (8) with a supply (8a), e.g. a supply box, on one side
of the mat, and suction means (8b), e.g. a suction box, on the opposite side of the
mat.
11. Device according to claim 9 or 10, characterised in that the first heating unit (7) comprises several supply-suction pairings (8) arranged
one after the other, that are preferably configured for opposing flow directions,
so that a steam-air mixture can be successively pushed and/or sucked through the press
material mat 2 in opposite directions.
12. Device according to any one of claims 8 to 11, characterised in that the second heating unit (9), designed, for example, as a steam supply device, comprises
a supply pairing with one supply (9a) on each of the two sides of the mat, e.g. a
supply box, which applies a steam-air mixture onto the press material mat (2) simultaneously
from both sides.
13. Device according to any one of claims 9 to 12, characterised in that the second heating unit (7), as a steam-air supply unit, for example, comprises several
supply-suction pairings arranged one behind the other that are configured for opposing
flow directions, so that a steam-air mixture is successively pushed through the mat
and/or sucked through the mat in opposite directions.
14. Device according to any one of claims 1 to 13, characterised in that the transporting belts (5a, 5b) are designed as sieve belts.
15. Device according to any one of claims 9 to 14, characterised in that arranged downstream of the second heating unit (14) is a compacting device (10) for
compacting the press material mat, that preferably comprises an upper and a lower
compacting roller (11), wherein at least one force means (12), e.g. a press cylinder
can act on the upper and/or the lower compacting roller (11).
16. Installation for manufacturing wood based boards, with at least a scattering device
(1) for producing a press material mat (2), a double-belt preheating device (3) according
to any one of claims 9 to 15 for preheating the press material mat, and a press (4)
for pressing the preheated press material mat (2) using pressure and heat.
1. Procédé de préchauffage d'une natte de matériau comprimable (2) avant l'introduction
dans une presse (4) en particulier au cours de la fabrication de panneaux à base de
dérivés du bois,
sachant que la natte de matériau comprimable (2) passe par un système de préchauffage
à double bande (3) avec une bande transporteuse supérieure perméable aux gaz circulant
en continu (5a) et une bande transporteuse inférieure perméable aux gaz circulant
en continu (5b),
sachant que la natte de matériau comprimable (2) est sollicitée par un fluide réchauffé,
lequel contient de la vapeur, et est de ce fait chauffée,
caractérisé en ce que
la natte de matériau comprimable (2) est sollicitée dans le système de préchauffage
à double bande (3) d'abord dans un premier niveau par une première unité de chauffage
(7) avec un mélange vapeur-air avec un point de rosée établi, lequel traverse la natte
de matériau comprimable (2) d'une surface à la surface opposée et est de ce fait chauffée
sur toute l'épaisseur de natte à une température (T1), et
en ce que la natte de matériau comprimable (2) est ensuite sollicitée des deux côtés dans le
système de préchauffage à double bande (3) dans un deuxième niveau par une deuxième
unité de chauffage (9) avec de la vapeur ou un mélange vapeur-air et que de ce fait
seules les couches de couverture proches de la surface sont chauffées à une deuxième
température (T2), qui est plus élevée que la première température (T1).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans le deuxième niveau, de la vapeur ou un mélange vapeur-air est comprimé simultanément
dans les deux surfaces opposées de la natte de matériau comprimable (2) .
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que dans le deuxième niveau, un mélange vapeur-air ou de la vapeur est comprimé dans
la natte de matériau comprimable (2) dans au moins deux zones disposées l'une derrière
l'autre dans des directions opposées alternatives et/ou aspiré à travers la natte
de matériau comprimable (2).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que dans le premier niveau, un mélange vapeur-air est comprimé dans la natte de matériau
comprimable (2) dans au moins deux zones disposées l'une derrière l'autre dans des
directions opposées alternatives et/ou aspiré à travers la natte de matériau comprimable(2).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la natte de matériau comprimable (2) est réchauffée dans le premier niveau à une
température (T1), qui correspond au point de rosée du mélange vapeur-air.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la natte de matériau comprimable (2) est réchauffée dans le premier niveau avec le
mélange vapeur-air sur toute l'épaisseur à une température (T1) de 50°C à 85°C, de préférence de 60°C à 75°C.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que dans le deuxième niveau, les deux couches de couverture proches de la surface de
la natte de matériau comprimable (2) sont chauffées avec de la vapeur ou le mélange
vapeur-air, à une température (T2) de plus de 85°C, de préférence de plus de 95°C, par ex. à peu près 100°C.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la natte de matériau comprimable (2) est compactée dans le système de préchauffage
à double bande (3) après le deuxième niveau avec un système de compactage (10) disposé
après la deuxième unité de chauffage (9).
9. Système de préchauffage à double bande (3) pour le chauffage d'une natte de matériau
comprimable (2), en particulier avec un procédé selon l'une quelconque des revendications
1 à 8,
avec une bande transporteuse supérieure perméable aux gaz circulant en continu (5a)
ou une bande transporteuse inférieure perméable aux gaz circulant en continu (5b),
entre lesquelles est formé un espace de traitement à travers lequel la natte de matériau
comprimable (2) peut être passée le long de la direction de transport (X),
avec une première unité de chauffage (7), qui est constituée sous la forme d'un système
d'alimentation vapeur-air et avec lequel la natte de matériau comprimable (2) peut
être sollicitée par un mélange vapeur-air avec un point de rosée réglable, lequel
traverse la natte de matériau comprimable (2) d'une surface à la surface opposée et
est chauffée de ce fait sur toute l'épaisseur de natte,
sachant qu'une deuxième unité de chauffage (9) est disposée dans la direction de transport
(X) après la première unité de chauffage (7), c. à d. l'unité d'alimentation vapeur-air,
caractérisé en ce que
la deuxième unité de chauffage (9) est constituée, soit comme un système d'alimentation
vapeur-air, avec lequel la natte peut être sollicitée avec de la vapeur pour le chauffage
uniquement des couches de couverture proches de la surface,
soit
est constituée comme un système d'alimentation vapeur-air avec lequel la natte de
matériau comprimable (2) peut être sollicitée avec un mélange vapeur-air pour le chauffage
uniquement des couches de couverture proches de la surface, lequel comporte un point
de rosée plus élevé et/ou une température plus élevée que le mélange vapeur-air de
la première unité de chauffage (7).
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que la première unité de chauffage (7), c. à d. le système d'alimentation vapeur-air,
comporte au moins une paire d'ensembles alimentation-aspiration (8) avec une alimentation
(8a), par ex. avec un coffrage d'alimentation, sur un côté de la natte et une aspiration
(8b), par ex. un coffrage d'aspiration, sur le côté opposé de la natte.
11. Dispositif selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que la première unité de chauffage (7) comporte plusieurs paires d'ensembles alimentation-aspiration
(8), qui sont conçues de préférence pour des directions d'écoulement opposées de telle
manière qu'un mélange vapeur-air soit comprimé et/ou aspiré dans des directions opposées
l'une derrière l'autre à travers la natte de matériau comprimable (2).
12. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que la deuxième unité de chauffage (9), qui est constituée par ex. comme un système d'alimentation
de vapeur, comporte une paire d'ensembles d'alimentation avec respectivement sur les
deux côtés de la natte une alimentation (9a), par ex. un coffrage d'alimentation,
avec lesquels la natte de matériau comprimable (2) peut être simultanément sollicitée
des deux côtés avec de la vapeur ou un mélange vapeur-air.
13. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 12, caractérisé en ce que la deuxième unité de chauffage (7), par ex. en tant qu'unité d'alimentation vapeur-air,
comporte plusieurs paires d'ensembles alimentation-aspiration, qui sont conçues pour
des directions d'écoulement opposées de telle manière qu'un mélange vapeur-air est
comprimé dans des directions opposées l'une derrière l'autre à travers la natte et/ou
est aspiré à travers la natte.
14. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que les bandes transporteuses (5a, 5b) sont constituées sous la forme d'une bande de
tamisage.
15. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 14, caractérisé en ce qu'après la deuxième unité de chauffage (7) pour le compactage de la natte de matériau
comprimable est disposé un système de compactage (10), qui comporte de préférence
un rouleau de compactage supérieur et un rouleau de compactage inférieur (11), sachant
que le rouleau de compactage supérieur et/ou inférieur (11) peut ou peuvent être sollicité(s)
par au moins un moyen de force (12), par ex. : un vérin de compression.
16. Installation de fabrication de panneaux à base de dérivés du bois, avec au moins un
dispositif de dispersion (1) pour produire une natte de matériau comprimable (2),
un système de préchauffage à double bande (3) selon l'une quelconque des revendications
9 à 15 pour le préchauffage de la natte de matériau comprimable et une presse (4)
pour presser la natte de matériau comprimable préchauffée (2) en utilisant de la pression
et de la chaleur.