[0001] Die Erfindung betrifft eine Filteranordnung, insbesondere Absorptionsfilter zur Absorption
von hochfrequenten Differenzströmen in Phasenleitern einer Zuleitung eines elektrischen
Motors, umfassend ein Gehäuse mit zumindest einem Ringkern, der elektromagnetisch
mit zumindest einem der Phasenleiter koppelbar ist, wobei der zumindest eine Ringkern
in dem Gehäuse mittels einer Vergussmasse vergossen ist sowie ein Verfahren zur Herstellung
einer Filteranordnung, insbesondere Absorptionsfilter zur Absorption von hochfrequenten
Differenzströmen in Phasenleitern einer Zuleitung eines elektrischen Motors, wobei
zumindest ein Ringkern in einem Gehäuse angeordnet wird, so dass dieser elektrisch
mit dem zumindest einen Phasenleiter der Zuleitung des elektrischen Motors koppelbar
ist, wobei das Gehäuse mit dem darin angeordneten zumindest einen Ringkern mittels
einer Vergussmasse ausgegossen wird,
[0002] Eine Filteranordnung der zuvor genannten Art ist aus der
JP H03 102 808 A bekannt. Die Filteranordnung umfasst ein Gehäuse mit zumindest einem Ringkern, der
elektromagnetisch mit zumindest einem Phasenleiter gekoppelt ist. Der zumindest eine
Ringkern ist zusammen mit dem zumindest einen Phasenleiter in dem Gehäuse mittels
einer Vergussmasse vergossen. Folglich bilden Gehäuse, Ringkern und Phasenleiter eine
Einheit. Der Austausch der Phasenleiter bzw. die Verwendung der Filteranordnung mit
unterschiedlichen Phasenleitern ist nicht vorgesehen.
[0003] Die
US 6,218,913 B1 betrifft eine Filteranordnung mit einem Gehäuse mit zumindest einem Ringkern. Durch
den zumindest einen Ringkern sind Phasenleiter geführt. Die Phasenleiter sind mechanisch
miteinander verbunden, so dass ein Relativbewegung zu den Ringkernen ausgeschlossen
ist. Die Ringkerne sowie die Phasenleiter sind in dem Gehäuse mit einer Vergussmasse
ausgegossen. Die Phasenleiter sind somit in dem Gehäuse fixiert.
[0004] Die DT 27 04 337 A1 betrifft ein Überstromschutzgerät für einen Wechselstrommotor
mit wenigstens einem Stromwandler, dessen Eisenkern zumindest einen Teil einer den
Motor mit einer Wechselstromquelle verbindenden Anschlussleitung umschließt. Das Überstromschutzgerät
umfasst ein Gehäuse, welches drei im Abstand angeordnete Bohrungen oder Fenster aufweist,
die zwischen den Seitenwänden verlaufen. Die Bohrungen sind durch Rohre gebildet,
die zwischen entsprechenden Öffnungen und in den Seitenwänden sich erstrecken und
die durch die kreisförmigen Öffnungen der Ringkerne der Stromwandler verlaufen.
[0005] Die
US 2015/0244339 A1 betrifft eine Filteranordnung, umfassend ein Gehäuse mit zumindest einem Ringkern,
der elektromagnetisch mit elektrischen Leitern gekoppelt ist. Die elektrischen Leiter
weist Enden auf, die mit Anschlussklemmen des Gehäuses verbunden sind.
[0006] Die DT 25 43 977 A1 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kanälen in Vergüssen,
insbesondere Kühlkanälen bei harzimprägnierten sowie harzvergossenen normal- und supraleitenden
Spulen mit einem Wickelkern und darauf aufgewickelten Spulenwicklungen, die von Harzmasse
umgeben werden. Dabei ist vorgesehen, dass vor dem Vergießen der Form der Kühlkanäle
angepasste Stoffteile in den dafür vorgesehenen Stellen der Spule befestigt werden,
wobei die Stoffteile mit vergossen werden und wobei nach Austrocknung der Harzmasse
die Stoffteile auf Zug derart beansprucht werden, dass sie sich von der Harzmasse
lösen und dass danach die Stoffteile aus ihren Lagen entfernt werden.
[0008] Aufgrund einer stetig steigenden Integrationsdichte von Komponenten in Schaltschränken
ergeben sich - verbunden mit der entsprechenden Verdrahtung - vermehrt hohe parasitäre
Kapazitäten gegen Bezugspotential, wie z. B. Schaltschrankgehäuse, PE und / oder Bezugserde.
[0009] Durch den Einsatz elektronischer Antriebsregler mit einem Gleichspannungszwischenkreis
entstehen durch die mit kurzen Anstiegszeiten schaltenden Ausgangsstufen hohe Spannungssteilheiten,
d. h., du/dt-Werte, auch Common Mode Voltage genannt.
[0010] In Kombination mit den parasitären Kapazitäten entstehen durch die Spannungssteilheiten
hochfrequente Spannungen gegen das Bezugspotential, wodurch hochfrequente Differenzströme
(Common Mode Current) im Kilo- bis Megahertzbereich erzeugt werden. Die Effektivwerte
dieser Ströme können je nach Aufbau des Schaltschranks und der Verdrahtung der Maschinen
im zweistelligen Ampere-Bereich liegen.
[0011] Die Differenzströme fließen zum größten Teil nicht zwischen den spannungsführenden
Leitungen, sondern auf allen Phasenleitungen gleichzeitig, galvanisch auf gegebenenfalls
geschirmten Leitungen oder über die Lagerung von Motoren. Anschließend erfolgt der
Stromfluss über das Bezugspotential, wie Gehäuse, Erd-, PE- und PA- (Potenzialausgleich)
Verbindungen zur Störquelle zurück. Dies trifft insbesondere auf Drehstrommotore mit
größerer Leistung sowie auf Spindelmotoren zu, da diese konstruktionsbedingt höhere
Kapazitätswerte zwischen Stator und Rotor aufweisen.
[0012] Durch Verwendung von Absorptionsfiltern können diese unerwünschten Ströme reduziert
und dadurch die Betriebssicherheit von Maschinen und Anlagen gesteigert werden.
[0013] Nach dem Stand der Technik werden Absorptionsfilter zwischen Frequenzumrichter und
Motor angeschlossen. An einer Außenwand des Gehäuses des Absorptionsfilters sind Anschlussklemmen
vorgesehen, an die einerseits die Leitungen des elektrischen Motors und andererseits
die Leitungen des Frequenzumrichters angeschlossen werden.
[0014] Im Inneren des Gehäuses des Absorptionsfilters ist zumindest ein geschlossener Ringkern
mit elektrischen Leitern angeordnet, die intern mit den Anschlussklemmen verbunden
sind. Die elektrischen Leiter müssen abisoliert, verlötet oder mit einem Kabelschuh
versehen werden, damit die notwendige Verdrahtung und Anschluss der elektrischen Leiter
an die Anschlussklemmen erfolgen kann, was mit einem erhöhten Montage- und Herstellungsaufwand
verbunden ist.
[0015] Davon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Absorptionsfilter
und ein Verfahren zur Herstellung eines Absorptionsfilters der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, dass einerseits die Herstellung und andererseits die Montage
bzw. Installation des Absorptionsfilters vereinfacht werden. Insbesondere soll ein
einfaches Nachrüsten des Absorptionsfilters z. B. in einem Schaltschrank ohne großen
Zeit- und Kostenaufwand ermöglicht werden.
[0016] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß u. a. dadurch gelöst, dass die Filteranordnung zumindest
eine Durchführung in Form eines frei von Vergussmasse ausgebildeten Kanals aufweist,
wobei die zumindest eine Durchführung den zumindest einen Ringkern und das Gehäuse
derart durchsetzt, dass der zumindest eine Phasenleiter durchführbar, insbesondere
durchsteckbar, ist.
[0017] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass der zumindest eine Ringkern in dem Gehäuse
mittels einer Vergussmasse unter Bildung zumindest einer Durchführung, vorzugsweise
in Form eines Kanals, der frei von Vergussmasse ist, vergossen ist, wobei die zumindest
eine Durchführung den zumindest einen Ringkern und das Gehäuse derart durchsetzt,
dass der zumindest eine Phasenleiter durchführbar, insbesondere durchsteckbar, ist.
[0018] Gegenüber dem Stand der Technik weist das Absorptionsfilter keine Anschlussklemmen
mehr auf. Die Phasenleiter des Motors können durch die Durchführungen geführt bzw.
gesteckt und direkt mit dem Frequenzumrichter verbunden werden. Ein einfaches Nachrüsten
des Filters ohne großen Zeit- und Kostenaufwand wird somit ermöglicht. Eine Verbindung
zwischen Gehäuse bzw. Ringkern und Phasenleiter besteht nicht. Somit entfällt die
sonst notwendige Auftrennung der Phasenleiter mit Abisolierung der Ummantelung und
das Anbringen / Aufcrimpen von Aderendhülsen sowie das Anschließen an Anschlussklemmen.
Das Absorptionsfilter ist wartungsfrei, da es keine Anschlussklemmen hat. Des Weiteren
führt der Wegfall der Anschlussklemmen zu einer Reduzierung der Herstellungskosten
des Absorptionsfilters und auch zu einer deutlichen Reduktion der Gehäuseabmessungen.
Die Auswahl des passenden Absorptionsfilters ist somit nicht von der Größe der Anschlussklemmen
und / oder der Höhe des Betriebsstroms des Motors, sondern von der Größe des Durchmessers
der Durchführungen abhängig. Die Durchführungen weisen einen Durchmesser auf, der
größer als Durchmesser der Phasenleiter ist, damit diese durchgeführt bzw. durchgesteckt
werden können. Die Phasenleiter können im montierten Zustand des Filters durch dieses
hindurchgezogen werden.
[0019] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die zumindest eine Durchführung durch die Vergussmasse
oder durch zumindest einen Rohrabschnitt begrenzt ist, wobei der zumindest eine Rohrabschnitt
den zumindest einen Ringkern und das Gehäuse in Längsrichtung durchsetzt. Bei der
ersten Variante ist die Durchführung durch die Vergussmasse begrenzt, so dass keine
weiteren Materialien erforderlich sind. Auch können die Phasenleiter auf einfache
Weise durchgeführt werden. Die zweite Variante, bei der die Durchführung durch einen
Rohrabschnitt gebildet ist, kann bevorzugt für große Durchmesser verwendet werden.
[0020] Die zumindest eine Durchführung oder das zumindest eine Rohrstück mündet vorzugsweise
in gegenüberliegenden Wandungen des Gehäuses, so dass die Phasenleiter in Längsrichtung
durch die Durchführung eingeführt werden können.
[0021] Je nach Anwendungsfall kann die zumindest eine Durchführung als eine einzige Durchführung
oder in Form von mehreren Durchführungen ausgebildet sein. Einzelne Durchführungen
haben den Vorteil, dass die Phasenleiter definiert durch die Ringkerne geführt, gesteckt
bzw. gezogen werden.
[0022] Der zumindest eine Ringkern kann mehrere vorzugsweise geschlossene Ringkerne aus
nanokristallinem Material umfassen, die entlang einer Längsachse des Gehäuses oder
auch nebeneinander in dem Gehäuse angeordnet sind. Der Phasenleiter kann alle in einer
Reihe hintereinander liegenden Ringkerne oder nur einzelne der Ringkerne durchsetzen.
[0023] Vorzugsweise sind die einzelnen Ringkerne mittels einer Gerüstkonstruktion mit Abstand
zueinander und mit Abstand zu Gehäusewandungen des Gehäuses in dem Gehäuse fixiert.
Dadurch ist sichergestellt, dass die Ringkerne vollständig eingegossen werden können,
um eine optimale Wärmeübertragung an die Gehäusewandungen zu erreichen. Durch den
Vollverguss ist ebenfalls sichergestellt, dass keine gefährlichen Berührungsspannungen
sowie Ableit- und Fehlerströme am vorzugsweise aus Kunststoff ausgebildeten Gehäuse
auftreten.
[0024] Die Vergussmasse ist vorzugsweise aus der Gruppe der Polyurethane ausgewählt und
/ oder kann vorzugsweise selbst das Gehäuse bilden.
[0025] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Filteranordnung,
insbesondere Absorptionsfilter zur Absorption von hochfrequenten Differenzströmen
in Phasenleitern einer Zuleitung eines elektrischen Motors, wobei zumindest ein Ringkern
in einem Gehäuse angeordnet wird, so dass dieser elektrisch dem zumindest einen Phasenleiter
der Zuleitung des elektrischen Motors koppelbar ist, wobei das Gehäuse mit dem darin
angeordneten zumindest einen Ringkern mittels einer Vergussmasse ausgegossen wird.
[0026] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass in dem Gehäuse und der Vergussmasse zumindest
eine Durchführung in Form eines Kanals, der frei von Vergussmasse ist, ausgebildet
wird, wobei die zumindest eine Durchführung den zumindest einen Ringkern und das Gehäuse
derart durchsetzt, dass der zumindest eine Phasenleiter durchführbar, wie durchsteckbar,
ist.
[0027] Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist eine einfache und kostengünstige Herstellung
ermöglicht. Die Gehäuse sind kompakt aufgebaut und durch die Verbindung von Vergussmasse
mit dem Gehäuse wird eine verbesserte Wärmeableitung der Verlustwärme der Ringkerne
an die Umgebung erreicht.
[0028] Die Ringkerne und die Durchmesser der zumindest einen Durchführung werden vorzugsweise
derart konfiguriert, dass diese von dem Strom durch die einzelnen Phasenleiter unabhängig
sind. Folglich muss nur eine begrenzte Anzahl an Varianten vorgehalten werden. Die
Absorptionsfilter sind sowohl für Zuleitungen mit geringem Querschnitt als auch für
Zuleitungen mit großem Querschnitt ausgelegt. Strom- und Spannungsfestigkeiten von
Anschlussklemmen müssen nicht berücksichtigt werden.
[0029] Die zumindest eine Durchführung kann ausgebildet werden, indem vor dem Ausgießen
der Vergussmasse in das Gehäuse zumindest ein stabförmiges Element in einen von dem
zumindest einen Ringkern aufgespannten Kanal eingeführt wird, wobei das zumindest
eine stabförmige Element vorzugsweise gegenüberliegende Gehäusewandungen des Gehäuses
durchsetzt. Anschließend kann das Gehäuse mittels der Vergussmasse ausgegossen werden.
Das stabförmige Element ist vorzugsweise aus einem Material wie Teflon oder Silikon,
welches sich nicht mit der Vergussmasse verbindet, damit das stabförmige Element nach
dem Vergießen und Aushärten der Vergussmasse, aus der Vergussmasse herausgezogen werden
kann, ohne diese zu beschädigen.
[0030] Die zumindest eine Durchführung kann nach dem Ausgießen der Vergussmasse in das Gehäuse
auch durch Bohren oder Fräsen hergestellt werden.
[0031] Als Vergussmasse wird vorzugsweise eine solche aus der Gruppe der Polyurethane verwendet,
welches eine gute Wärmeleitfähigkeit aufweist.
[0032] Auch kann die Vergussmasse selbst das Gehäuse bilden.
[0033] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich nicht nur
aus den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen - für sich und / oder in
Kombination -, sondern auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels.
[0034] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines Absorptionsfilters,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Absorptionsfilters mit Vergussmasse im Schnitt,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung eines Ringkernpakets und
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung einer die Ringkerne tragenden Gerüststruktur.
[0035] Fig. 1 zeigt in perspektivischer Darstellung eine Filteranordnung 10, insbesondere
ein Absorptionsfilter zur Absorption von hochfrequenten Differenzströmen (Common Mode
Current) in Phasenleitungen eines elektrischen Motors.
[0036] Die Filteranordnung 10 umfasst ein vorzugsweise aus Kunststoff ausgebildetes Gehäuse
12, welches im dargestellten Ausführungsbeispiel als ein standardisierter Installationskasten
mit einem im Wesentlichen quaderförmigen Gehäuseunterteil 14 ausgebildet ist. Das
Grundgehäuse 14 umfasst seitliche Befestigungslaschen 16, 18 mit Aufnahmen 20, 22
für Befestigungselemente, mittels denen das Gehäuse 12 z. B. in einem Schaltschrank
montiert werden kann. Ferner ist ein Deckel 24 vorgesehen, mittels dem das Gehäuseunterteil
14 verschließbar ist.
[0037] In dem Gehäuse 12 sind eine Vielzahl von ringförmig geschlossenen, einstückigen Ringkernen
26 - 34 angeordnet. Die Ringkerne 26 - 34 sind entlang einer Längsachse 36 des Gehäuses
12 angeordnet und bilden einen Kanal 38 mit Durchführungen 40, 42, 44 zur Aufnahme
von Phasenleitungen eines Anschlusskabels des elektrischen Motors.
[0038] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist für jede Phasenleitung eine separate Durchführung
40, 42, 44 vorgesehen, die jeweils in vorzugsweise gegenüberliegende Gehäusewandungen
46, 48 münden.
[0039] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass die Ringkerne 26 - 34 in dem Gehäuse 12
mit Ausnahme der durch die Ringkerne 26 - 34 führenden Durchführungen 40, 42, 44 mittels
einer Vergussmasse 50 vergossen sind, wobei die Vergussmasse 50 ein zwischen den Ringkernen
26 - 34 und dem Gehäuse 12 gebildeten Hohlraum im Wesentlichen vollständig ausfüllt,
so dass die Ringkerne 26 - 34 mit Ausnahme der Durchführungen 40, 42, 44 vollständig
vergossen sind.
[0040] Die Vergussmasse 50 hat eine gute Wärmeleitfähigkeit, so dass eine besonders gute
Wärmeabfuhr der Verlustwärme der Ringkerne 26 - 34 an die Gehäuseoberfläche erreicht
wird.
[0041] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Seitenansicht der Filteranordnung 10, teilweise
geschnitten. Ein zwischen den Ringkernen 26 - 34 und Gehäusewandung gebildeter Hohlraum
52 ist vollständig durch die Vergussmasse 50 ausgefüllt, so dass die Ringkerne vollumfassend
in der Vergussmasse 50 eingebettet sind.
[0042] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung der Ringkerne 26 - 34 in Form eines
Ringkernpaketes 54. Dabei sind die Ringkerne 26 - 34 mittels einer Gerüstanordnung
56 mit Abstand zueinander fixiert, um sicherzustellen, dass die Vergussmasse 50 die
Ringkerne 26 - 34 vollständig umschließt.
[0043] Die Gerüstanordnung 56 ist in perspektivischer Darstellung in Fig. 4 dargestellt
und umfasst quer zur Längsachse 36 verlaufende flächige Trennelemente 58 - 68 sowie
in Längsrichtung verlaufende, die Trennelemente 58 - 68 in äquidistantem Abstand fixierende
Längsstreben 70, 72, 74. Die einzelnen Trennelemente 58 - 68 sind in einem Abstand
zueinander angeordnet, der größer ist als eine Breite eines einzelnen Ringkerns 26
- 34. In den Trennelementen 58 - 68 sind jeweils Durchbrechungen 76, 78, 80 vorgesehen,
die zueinander fluchten und die Lage der Durchführungen 40, 42, 44 definieren.
[0044] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der Filteranordnung 10 zeichnet sich
dadurch aus, dass die Filterkerne 26 - 34 zunächst mittels der Gerüstanordnung 56
fixiert und zu dem Ringkernpaket 54 zusammengesetzt werden. Anschließend wird das
Ringkernpaket 54 in das Gehäuse 12 eingesetzt, so dass die Durchbrechungen 76, 78,
80 der Trennelemente 58 - 68 mit stirnseitigen Öffnungen der Gehäusewandungen 46,
48 fluchten. Anschließend werden stabförmige Elemente, welche keine Verbindung mit
der Vergussmasse eingehen, durch die Durchbrechungen 76, 78, 80 durchgeführt, wobei
die Stäbe das Gehäuse 12 und die Ringkerne 26 - 34 vollständig durchsetzen. Sodann
wird der Deckel 24 aufgesetzt und das Gehäuse 12 verschlossen.
[0045] Über eine Öffnung in einer Gehäusewandung wird anschließend die Vergussmasse 50 in
das Gehäuseinnere eingeleitet, bis die Ringkerne 26 - 34 vollständig von Vergussmasse
50 umschlossen bzw. ausgegossen sind.
[0046] Nach Aushärten der Vergussmasse 50 können die Stäbe, die keine Verbindung mit der
Vergussmasse 50 eingehen, aus der Vergussmasse 50 herausgezogen werden, so dass die
Durchführungen 40, 42, 44 in Form von Kanälen für die einzelnen Phasenleitungen des
Motorkabels gebildet werden.
[0047] Eine alternative Verfahrensweise sieht vor, dass die einzelnen Ringkerne 26 - 34
ohne Gerüstanordnung 54 in Längsrichtung hintereinander in dem Gehäuse 12 angeordnet
und das Gehäuse 12 anschließend vollständig mit Vergussmasse 50 befüllt wird.
[0048] Nach Aushärten der Vergussmasse 50 können dann die Durchführungen 40, 42, 44 in Form
von Kanälen z. B. durch einzelne Bohrungen und / oder Fräsungen hergestellt werden.
[0049] Alternativ zu einzelnen Durchführungen 40, 42, 44 kann auch ein einziger Kanal ausgebildet
werden. Auch besteht die Möglichkeit, dass jeder Durchführung einzelne Ringkerne zugeordnet
werden, d. h., dass die Ringkerne auch nebeneinander und / oder in Längsrichtung angeordnet
werden können.
[0050] Durch die erfindungsgemäße Filteranordnung 10 wird gegenüber dem Stand der Technik
einerseits der Vorteil erreicht, dass die einzelnen Phasenleitungen des Motors lose
durch die Durchführungen 40, 42, 44 geführt, gesteckt bzw. gezogen und sodann unmittelbar
an den Frequenzumrichter angeschlossen werden können. Da die erfindungsgemäße Filteranordnung
10 keine Anschlussklemmen mehr aufweist, ist somit eine sehr einfache Montage, insbesondere
auch ein Nachrüsten des Filters ohne großen Zeit- und Kostenaufwand möglich.
[0051] Auch die Herstellung der Filteranordnung selbst wird erheblich vereinfacht, da eine
interne Verdrahtung von elektrischen Leitungen zwischen Eingangs- und Ausgangsklemmen
entfällt.
[0052] Die Einbettung in einer Vergussmasse 50 hat zudem den Vorteil, dass in den Ringkernen
26 - 34 entstehende Wärme an das Gehäuse 12 abgeleitet werden kann und somit der Wirkungsgrad
der Ringkerne 26 - 34 verbessert wird.
1. Filteranordnung (10), insbesondere Absorptionsfilter zur Absorption von hochfrequenten
Differenzströmen in Phasenleitern einer Zuleitung eines elektrischen Motors, umfassend
ein Gehäuse (12) mit zumindest einem Ringkern (26 - 34), der elektromagnetisch mit
zumindest einem der Phasenleiter koppelbar ist, wobei der zumindest eine Ringkern
(26 - 34) in dem Gehäuse (12) mittels einer Vergussmasse (50) vergossen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Filteranordnung (10) zumindest eine Durchführung (40, 42, 44) in Form eines frei
von Vergussmasse ausgebildeten Kanals aufweist, wobei die zumindest eine Durchführung
(40, 42, 44) den zumindest einen Ringkern (26 - 34) und das Gehäuse (12) derart durchsetzt,
dass der zumindest eine Phasenleiter durchführbar ist.
2. Filteranordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zumindest eine Durchführung (40, 42, 44) durch die Vergussmasse (50) oder durch
zumindest einen Rohrabschnitt begrenzt ist, wobei der zumindest eine Rohrabschnitt
den zumindest einen Ringkern (26 - 34) und das Gehäuse (12) in Längsrichtung durchsetzt.
3. Filteranordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zumindest eine Durchführung (40, 42, 44) oder das zumindest eine Rohrstück in
vorzugsweise gegenüberliegenden Wandungen (46, 48) des Gehäuses (12) mündet.
4. Filteranordnung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zumindest eine Durchführung (40, 42, 44) eine einzige Durchführung oder mehrere
Durchführungen (40, 42, 44) umfasst, wobei die zumindest eine Durchführung (40, 42,
44) einen Druchmesser aufweist, der größer als ein Durchmesser des zumindest einen
Phasenleiters ist.
5. Filteranordnung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zumindest eine Ringkern (26 - 34) mehrere vorzugsweise geschlossene Ringkerne
(26 - 34) aus vorzugsweise nanokristallinem Material umfasst, die entlang einer Längsachse
(36) des Gehäuses (12) oder auch nebeneinander in dem Gehäuse (12) angeordnet sind,
wobei einzelne Ringkerne (26 - 34) mittels einer Gerüstkonstruktion (56) mit Abstand
zueinander und mit Abstand zu Gehäusewandungen des Gehäuses (12) in dem Gehäuse (12)
fixiert sind.
6. Filteranordnung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vergussmasse vorzugsweise aus der Gruppe der Polyurethane ausgewählt ist und/oder
dass die Vergussmasse vorzugsweise selbst das Gehäuse bildet.
7. Verfahren zur Herstellung einer Filteranordnung (10), insbesondere Absorptionsfilter
zur Absorption von hochfrequenten Differenzströmen in Phasenleitern einer Zuleitung
eines elektrischen Motors, wobei zumindest ein Ringkern (26 - 34) in einem Gehäuse
(12) angeordnet wird, so dass dieser elektrisch mit dem zumindest einen Phasenleiter
der Zuleitung des elektrischen Motors koppelbar ist, wobei das Gehäuse (12) mit dem
darin angeordneten zumindest einen Ringkern (26 - 34) mittels einer Vergussmasse (50)
ausgegossen wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Gehäuse (12) und der Vergussmasse (50) zumindest eine Durchführung (40, 42,
44) in Form eines Kanals, der frei von Vergussmasse ist, ausgebildet wird, wobei die
zumindest eine Durchführung (40, 42, 44) den zumindest einen Ringkern (26 - 34) und
das Gehäuse (12) derart durchsetzt, dass der zumindest eine Phasenleiter durchführbar
ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zumindest eine Durchführung (40, 42, 44) ausgebildet wird, indem vor dem Ausgießen
der Vergussmasse (50) in das Gehäuse (12) zumindest ein stabförmiges Element, welches
keine Verbindung mit der Vergussmasse eingeht, in einen von dem zumindest einen Ringkern
aufgespannten Kanal (38) eingeführt wird, wobei das zumindest eine stabförmige Element
gegenüberliegende Gehäusewandungen (46, 48) des Gehäuses (12) durchsetzt und dass
anschließend das Gehäuse (12) mittels der Vergussmasse (50) ausgegossen und nach Aushärten
der Vergussmasse das zumindest eine stabförmige Element aus der Vergussmasse herausgezogen
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zumindest eine Ringkern (26 - 34) oder mehrere Ringkerne (26 - 34) entlang einer
Längsachse (36) des Gehäuses (12) oder nebeneinander in dem Gehäuse (12) angeordnet
werden, wobei einzelne Ringkerne (26 - 34) mittels einer Gerüstkonstruktion (56) mit
Abstand zueinander und mit Abstand zu Gehäusewandungen des Gehäuses (12) in dem Gehäuse
(12) fixiert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zumindest eine Durchführung (40, 42, 44) nach dem Ausgießen mit Vergussmasse
(50) und anschließenden Aushärten der Vergussmasse (50) in das Gehäuse (12) durch
Bohren oder Fräsen hergestellt wird.