[0001] Die Erfindung betrifft einen (Schmutz-) Sammelbehälter, insbesondere einen Staubbehälter,
für eine Reinigungsvorrichtung, insbesondere für eine Saugvorrichtung wie z. B. einen
Staubsauger oder einen Reinigungs- bzw. Saugroboter.
[0002] Eine Reinigungsvorrichtung weist typischerweise einen Saugmund auf, über den mittels
eines Luftstroms Verunreinigungen bzw. Schmutz, insbesondere Staubpartikel, von einem
zu reinigenden Boden, aufgesaugt werden. Der Luftstrom kann durch ein Gebläse bewirkt
werden. Durch den Luftstrom wird der Schmutz von dem Saugmund in einen Schmutzsammelbehälter
gefördert.
[0003] Die Entleerung des Sammelbehälters ist mit einem relativ großen Auffand für den Nutzer
einer Reinigungsvorrichtung verbunden, insbesondere wenn der Auffangbehälter ein relativ
kleines Volumen aufweist und daher relativ häufig entleert werden muss, wie dies z.
B. bei einem Reinigungsroboter der Fall sein kann.
[0004] Es sind Basisstationen für Reinigungsroboter bekannt, die ein automatisches Entleeren
des Sammelbehälters des Reinigungsroboters ermöglichen. Dabei kann der Sammelbehälter
z. B. über den Saugmund des Reinigungsroboters durch ein Reinigungsgerät der Basisstation
abgesaugt werden, was jedoch dazu führen kann, dass sich eine an dem Saugmund angeordnete
Reinigungsbürste relativ schnell mit Verunreinigungen, insbesondere mit Fasern, zusetzt,
die beim Absaugen des Sammelbehälters an der Reinigungsbürste hängenbleiben.
[0005] Die
US 8 984 708 B2 offenbart ein Reinigungssystem das einen Reinigungsroboter und eine Evakuierungsstation
umfasst. Der Reinigungsroboter kann an die Evakuierungsstation andocken, um Schmutz
von der Evakuierungsstation evakuieren zu lassen. Der Reinigungsroboter umfasst einen
Behälter zum Aufbewahren von Schmutz, und der Behälter umfasst eine Öffnungstür, durch
die der Schmutz in die Evakuierungsstation evakuiert werden kann. Die Evakuierungsstation
umfasst einen Saugmotor, um den Behälter des Reinigungsroboters zu evakuieren.
[0006] Das vorliegende Dokument befasst sich mit der technischen Aufgabe, einen Sammelbehälter
für eine Reinigungsvorrichtung bereitzustellen, der in effizienter und automatischer
Weise entleert werden kann, ohne die Reinigungsgüte der Reinigungsvorrichtung zu beeinträchtigen.
[0007] Die Aufgabe wird durch den Gegenstand des unabhängigen Patentanspruchs gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen sind insbesondere in den abhängigen Patentansprüchen definiert,
in nachfolgender Beschreibung beschrieben oder in der beigefügten Zeichnung dargestellt.
[0008] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Sammelbehälter, insbesondere ein Schmutzsammelbehälter,
für eine Reinigungsvorrichtung (insbesondere für eine Saugvorrichtung) beschrieben.
Die Reinigungsvorrichtung ist eingerichtet, mittels eines Luftstroms Schmutz (z. B.
Verunreinigungen, Staub, Fasern, etc.) in den Sammelbehälter zu leiten, der sich dann
in dem Sammelbehälter ansammelt.
[0009] Der (ggf. zylinderförmige, insbesondere kreiszylinderförmige) Sammelbehälter weist
an der Mantelfläche des Sammelbehälters eine Eingangsöffnung und eine separate Ausgangsöffnung
auf. Die Öffnungen können z. B. jeweils kreisförmig sein. Die Eingangsöffnung kann
ausgebildet sein, einen Luftstrom mit Schmutz in den Sammelbehälter hinein zu ermöglichen.
Insbesondere kann die Eingangsöffnung ausgebildet und/oder dafür vorgesehen sein,
mit einem Saugmund der Reinigungsvorrichtung verbunden zu werden. Die Eingangsöffnung
des Sammelbehälters kann somit für den Reinigungs- bzw. Saugbetrieb der Reinigungsvorrichtung
verwendet werden.
[0010] Die Ausgangsöffnung des Sammelbehälters kann ausgebildet sein, einen Luftstrom mit
Schmutz aus dem Sammelbehälter heraus zu ermöglichen. Ferner kann die Ausgangsöffnung
ausgebildet und/oder dafür vorgesehen sein, mit einer Schnittstelle der Reinigungsvorrichtung
zu einem, von der Reinigungsvorrichtung separaten, Reinigungsgerät verbunden zu werden.
Die Ausgangsöffnung kann somit für eine Entleerung und/oder Reinigung des Sammelbehälters
verwendet werden.
[0011] Der Sammelbehälter kann ausgebildet sein, durch eine Drehbewegung zumindest eines
Teils (insbesondere eines Innenbehälters) des Sammelbehälters zwischen einer Aufnahme-Stellung,
bei der die Eingangsöffnung geöffnet und die Ausgangsöffnung geschlossen ist, und
einer Abgabe-Stellung, bei der die Ausgangsöffnung geöffnet und die Eingangsöffnung
geschlossen ist, zu wechseln. In der Aufnahme-Stellung kann der Sammelbehälter dazu
verwendet werden Schmutz (insbesondere Staub) aufzunehmen. Andererseits kann der Sammelbehälter
in der Abgabe-Stellung gereinigt und/oder entleert werden (es kann somit eine Abgabe
von Schmutz aus dem Sammelbehälter erfolgen).
[0012] Das Wechseln zwischen der Aufnahme-Stellung (mit der selektiv und/oder individuell
geöffneten Eingangsöffnung) und der Abgabe-Stellung (mit der selektiv und/oder individuell
geöffneten Ausgangsöffnung) ermöglicht eine effiziente und automatische Entleerung
des Sammelbehälters (über die Ausgangsöffnung), ohne dabei die Reinigungsgüte der
Reinigungsvorrichtung zu beeinträchtigen (da die Reinigung über die separate Eingangsöffnung
erfolgt).
[0013] Die Mantelfläche des Sammelbehälters kann die Hochachse des (ggf. zylinderförmigen)
Sammelbehälters umschließen. Der zumindest eine Teil des Sammelbehälters, insbesondere
ein Innenbehälter des Sammelbehälters, kann dann für eine Drehbewegung um die Hochachse
ausgebildet sein, um zwischen der Aufnahme-Stellung und der Abgabe-Stellung zu wechseln.
So kann ein besonders effizienter und zuverlässiger Wechsel zwischen Reinigungsbetrieb
und Entleerung des Sammelbehälters ermöglicht werden.
[0014] Wie bereits oben dargelegt, kann der Sammelbehälter einen (zylinderförmigen, insbesondere
einen kreiszylinderförmigen) Innenbehälter zur Aufnahme von Schmutz umfassen. Ferner
kann der Sammelbehälter eine Ummantelung (auch als Hülle bezeichnet) umfassen, die
die Mantelfläche des Innenbehälters umschließt. Der Innenbehälter und die Ummantelung
können ausgebildet sein, gegeneinander verdreht zu werden, um den Wechsel zwischen
der Aufnahme-Stellung und der Abgabe-Stellung zu bewirken. Bevorzugt ist dabei die
Ummantelung feststehend (mit dem Gehäuse bzw. dem Gestell der Reinigungsvorrichtung
verbunden). Der Innenbehälter kann dann ausgebildet sein, gegenüber der Ummantelung
gedreht zu werden, um den Wechsel zwischen der Aufnahme-Stellung und der Abgabe-Stellung
zu bewirken. Durch die Bereitstellung eines Sammelbehälters mit einem Innenbehälter
und einer separaten Ummantelung kann das selektive Öffnen der Eingangsöffnung bzw.
der Ausgangsöffnung in besonders effizienter Weise durch eine Drehbewegung ermöglicht
werden. Der Innenbehälter und die Ummantelung können dabei jeweils zylinderförmig,
insbesondere kreiszylinderförmig, ausgebildet sein.
[0015] Die Ummantelung kann eine Eingangsöffnung und eine separate Ausgangsöffnung aufweisen,
die jeweils durch die Mantelfläche des Innenbehälters bedeckt oder alternativ durch
zumindest eine Öffnung in der Mantelfläche des Innenbehälters geöffnet werden können.
Zum Öffnen einer Öffnung der Ummantelung kann dabei die zumindest eine Öffnung der
Mantelfläche des Innenbehälters in einer Flucht mit der jeweiligen Öffnung der Ummantelung
angeordnet werden.
[0016] Alternativ oder ergänzend kann die Mantelfläche des Innenbehälters eine Eingangsöffnung
und eine separate Ausgangsöffnung umfassen, die jeweils durch die Ummantelung bedeckt
oder alternativ durch zumindest eine Öffnung in der Ummantelung geöffnet werden können.
Zum Öffnen einer Öffnung der Mantelfläche des Innenbehälters kann dabei die zumindest
eine Öffnung der Ummantelung in einer Flucht mit der jeweiligen Öffnung der Mantelfläche
des Innenbehälters angeordnet werden.
[0017] Durch das Abdecken der einzelnen Öffnungen und durch das fluchtende Anordnen von
Öffnungen der Mantelfläche des Innenbehälters und der Ummantelung kann in besonders
effizienter und zuverlässiger Weise ein selektives Öffnen der Eingangsöffnung und
der Ausgangsöffnung des Sammelbehälters bewirkt werden.
[0018] Die Ummantelung kann derart ausgebildet sein, dass die Ummantelung gasdicht auf der
Mantelfläche des Innenbehälters aufliegt. Insbesondere kann die Ummantelung derart
(ggf. eng) auf der Mantelfläche des Innenbehälters aufliegen, dass die Eingangsöffnung
und die Ausgangsöffnung der Ummantelung jeweils gasdicht verschlossen sind, wenn die
jeweilige Öffnung durch die Mantelfläche des Innenbehälters bedeckt ist. So kann für
den Reinigungsbetrieb und für die Entleerung des Sammelbehälters in effizienter Weise
ein relativ hoher Volumenstrom an Luft ermöglicht werden.
[0019] Sowohl die Ummantelung als auch die Mantelfläche des Innenbehälters können jeweils
eine Eingangsöffnung und eine Ausgangsöffnung aufweisen. Der Sammelbehälter kann dann
ausgebildet sein, durch eine Drehbewegung, insbesondere durch eine Drehbewegung des
Innenbehälters, in selektiver Weise, in der Aufnahme-Stellung die Eingangsöffnung
der Ummantelung in einer Flucht mit der Eingangsöffnung des Innenbehälters anzuordnen
(während die Ausgangsöffnungen der Ummantelung und des Innenbehälters nicht in einer
Flucht angeordnet sind und somit der jeweils anderen Fläche, d.h. der Mantelfläche
des Innenbehälters bzw. der Mantelfläche der Ummantelung, bedeckt sind). Durch die
Eingangsöffnungen der Ummantelung und der Mantelfläche des Innenbehälters kann dann
die Eingangsöffnung des Sammelbehälters gebildet werden.
[0020] Ferner kann der Sammelbehälter ausgebildet sein, durch eine Drehbewegung, insbesondere
durch eine Drehbewegung des Innenbehälters, in selektiver Weise, in der Abgabe-Stellung
die Ausgangsöffnung der Ummantelung in einer Flucht mit der Ausgangsöffnung des Innenbehälters
anzuordnen (während die Eingangsöffnungen der Ummantelung und des Innenbehälters nicht
in einer Flucht angeordnet sind und somit durch die jeweils andere Fläche, d.h. die
Mantelfläche des Innenbehälters bzw. die Mantelfläche der Ummantelung, bedeckt sind).
Durch die Ausgangsöffnung der Ummantelung und durch die Ausgangsöffnung der Mantelfläche
des Innenbehälters kann dann zusammen die Ausgangsöffnung des Sammelbehälters gebildet
werden.
[0021] Durch die Bereitstellung von dedizierten Öffnungen in der Mantelfläche des Innenbehälters
und in der Ummantelung kann ein besonders zuverlässiges selektives Öffnen der Eingangsöffnung
oder der Ausgangsöffnung des Sammelbehälters ermöglicht werden.
[0022] Wie bereits oben dargelegt, kann der Sammelbehälter ausgebildet sein, eine Drehbewegung
um die Hochachse des Sammelbehälters zu ermöglichen Die Eingangsöffnung und die Ausgangsöffnung
der Ummantelung (und der Mantelfläche des Innenbehälters) können dann auf unterschiedlichen
Höhen entlang der Hochachse angeordnet sein. Dabei kann der Abstand zwischen den unterschiedlichen
Höhen insbesondere 40% oder mehr der Gesamthöhe des Sammelbehälters entlang der Hochachse
betragen. Durch die versetzte Anordnung der Eingangsöffnungen (der Ummantelung und
des Innenbehälters) relativ zu den Ausgangsöffnungen (der Ummantelung und des Innenbehälters)
kann auch bei einem relativ kleinen Verdrehwinkel ein zuverlässiges selektives Öffnen
der Eingangsöffnung oder der Ausgangsöffnung des Sammelbehälters ermöglicht werden.
[0023] In einem alternativen Beispiel kann die Ummantelung eine Eingangsöffnung und eine
(separate) Ausgangsöffnung umfassen, während die Mantelfläche des Innenbehälters eine
(gemeinsame) Öffnung für die Aufnahme-Stellung und für die Abgabe-Stellung umfasst.
Die Eingangsöffnung und die Ausgangsöffnung der Ummantelung können auf gleicher Höhe
entlang der Hochachse des Sammelbehälters angeordnet sein.
[0024] Der Sammelbehälter kann dann ausgebildet sein, durch eine Drehbewegung, insbesondere
durch eine Drehbewegung des Innenbehälters, in selektiver Weise, in der Aufnahme-Stellung
die Eingangsöffnung der Ummantelung in einer Flucht mit der (gemeinsamen) Öffnung
der Mantelfläche des Innenbehälters anzuordnen. Durch die Eingangsöffnung der Ummantelung
und durch die Öffnung der Mantelfläche des Innenbehälters kann dann die Eingangsöffnung
des Sammelbehälters gebildet werden. Ferner kann der Sammelbehälter ausgebildet sein,
durch eine Drehbewegung, insbesondere durch eine Drehbewegung des Innenbehälters,
in selektiver Weise, in der Abgabe-Stellung die Ausgangsöffnung der Ummantelung in
einer Flucht mit der Öffnung des Innenbehälters anzuordnen. Durch die Ausgangsöffnung
der Ummantelung und der Öffnung der Mantelfläche des Innenbehälters kann dann die
Ausgangsöffnung des Sammelbehälters gebildet werden. Durch die Bereitstellung einer
gemeinsamen Öffnung (sowohl für die Aufnahme-Stellung als auch für die Abgabe-Stellung)
in der Mantelfläche des Innenbehälters kann der Aufbau des Sammelbehälters weiter
vereinfacht werden.
[0025] Der Sammelbehälter kann ein Bedienelement (z. B. einen Hebel oder einen Griff) umfassen,
welches es einem Nutzer ermöglicht, die Drehbewegung zum Wechsel zwischen der Aufnahme-Stellung
und der Abgabe-Stellung manuell zu bewirken. Alternativ oder ergänzend kann der Sammelbehälter
einen Aktor, insbesondere einen elektrischen Motor, umfassen, der ausgebildet ist,
die Drehbewegung zum Wechsel zwischen der Aufnahme-Stellung und der Abgabe-Stellung
automatisch zu bewirken. Gemäß einem weiteren Aspekt wird eine Reinigungsvorrichtung
zur Reinigung einer Oberfläche (insbesondere eines Bodens) beschrieben. Die Reinigungsvorrichtung
kann als Saugvorrichtung, als Staubsauger, als Saugroboter, als Multi-Use Handgerät,
als Reinigungsroboter oder als Saugroboter ausgebildet sein.
[0026] Die Reinigungsvorrichtung umfasst einen in diesem Dokument beschriebenen Sammelbehälter.
Des Weiteren ist die Reinigungsvorrichtung eingerichtet, mittels eines Luftstroms
Schmutz von der zu reinigenden Oberfläche in den Sammelbehälter zu leiten, wenn sich
der Sammelbehälter in der Aufnahme-Stellung befindet. Außerdem ist die Reinigungsvorrichtung
eingerichtet, mittels eines Luftstroms Schmutz aus dem Sammelbehälter in ein externes
Reinigungsgerät zu leiten, wenn sich der Sammelbehälter in der Abgabe-Stellung befindet.
[0027] Die Reinigungsvorrichtung kann ein Gebläse (zur Erzeugung eines Saug-Luftstroms)
umfassen. Das Gebläse kann an einer Stirnfläche des Sammelbehälters angeordnet sein,
die insbesondere senkrecht zu der Hochachse des Sammelbehälters angeordnet ist. Des
Weiteren kann die Reinigungsvorrichtung eine drehbar gelagerte Dichtung zwischen der
Stirnfläche des Sammelbehälters, insbesondere zwischen der Stirnfläche des drehbaren
Teils (etwa des Innenbehälters) des Sammelbehälters, und dem Gebläse aufweisen. So
kann in effizienter Weise ein Luftstrom durch den Sammelbehälter bewirkt werden.
[0028] Wie bereits oben dargelegt, kann das Gebläse eingerichtet sein, einen Saug-Luftstrom
über die Eingangsöffnung des Sammelbehälters in den Sammelbehälter hinein zu bewirken,
wenn sich der Sammelbehälter in der Aufnahme-Stellung befindet. Das Gebläse kann somit
im Reinigungsbetrieb der Reinigungsvorrichtung dazu genutzt werden, den Saug-Luftstrom
zu bewirken.
[0029] Das Gebläse kann ferner eingerichtet sein, einen Blas-Luftstrom über die Ausgangsöffnung
des Sammelbehälters aus dem Sammelbehälter heraus zu bewirken, wenn sich der Sammelbehälter
in der Abgabe-Stellung befindet. Das Gebläse kann somit in effizienter Weise ggf.
zur Entleerung und/oder Reinigung des Sammelbehälters genutzt werden.
[0030] Es ist zu beachten, dass jegliche Aspekte des in diesem Dokument beschriebenen Sammelbehälters
und/oder der in diesem Dokument beschriebenen Reinigungsvorrichtung in vielfältiger
Weise miteinander kombiniert werden können. Insbesondere können die Merkmale der Patentansprüche
in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden.
[0031] Im Weiteren wird die Erfindung anhand von in der beigefügten Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Figur 1a
- einen beispielhaften Saugroboter als Beispiel für eine Reinigungsvorrichtung in einer
perspektivischen Ansicht;
- Figur 1b
- die Unterseite eines beispielhaften Saugroboters;
- Figur 1c
- eine schematische Darstellung des Verlaufs des Saug-Luftstroms durch eine Reinigungsvorrichtung;
- Figur 2a
- einen beispielhaften Sammelbehälter mit separaten Eingangs- und Ausgangsöffnungen;
- Figuren 2b und 2c
- unterschiedliche Stellungen bzw. Zustände des Sammelbehälters;
- Figur 2d
- eine perspektivische Ansicht des Sammelbehälters; und
- Figuren 3a und 3b
- unterschiedliche Stellungen bzw. Zustände eines Sammelbehälters mit einer gemeinsamen
Eingangs- und Ausgangsöffnung am Innenbehälter des Sammelbehälters.
[0032] Wie eingangs dargelegt, befasst sich das vorliegende Dokument mit der automatischen
Entleerung des Sammelbehälters einer Reinigungsvorrichtung. In diesem Zusammenhang
zeigt Fig. 1a die Unterseite 122 eines Saugroboters 100 als Beispiel für eine Reinigungsvorrichtung.
Die Unterseite 122 ist im Saugbetrieb des Saugroboters 100 dem zu reinigenden Boden
bzw. der zu reinigenden Fläche eines Reinigungsbereichs, etwa eines Raumes, zugewandt.
Die Unterseite 122 des Saugroboters 100 weist typischerweise ein oder mehrere Antriebseinheiten
101 (mit ein oder mehreren Antriebsrädern) auf, durch die der Saugroboter 100 bewegt
werden kann, um unterschiedliche Bereiche eines Bodens zu reinigen. Des Weiteren kann
der Saugroboter 100 ein oder mehrere Führungs- und/oder Stützelemente 104 (z. B. nicht
angetriebene Räder) aufweisen, die eine stabile Bewegung des Saugroboters 100 über
den zu reinigenden Boden ermöglichen. Außerdem umfasst ein Saugroboter 100 typischerweise
ein oder mehrere Reinigungseinheiten 106, die eingerichtet sind, den Boden unter dem
Saugroboter 100 zu reinigen. Die ein oder mehreren Reinigungseinheiten 106 können
durch ein oder mehrere tonnenförmige Abschirmungen 103 in Bewegungsrichtung 120 des
Saugroboters 100 abgeschirmt sein. Durch die ein oder mehreren Abschirmungen 103 können
auf dem Boden liegende größere Gegenstände zur Seite geschoben werden, um zu vermeiden,
dass größere Gegenstände in eine Reinigungseinheit 106 gelangen und die Reinigungseinheit
106 schädigen und/oder verstopfen.
[0033] Eine Reinigungseinheit 106 kann eine Bürstenwalze 102 aufweisen, die ausgebildet
ist, sich um eine Rotationsachse zu drehen, wobei die Rotationsachse typischerweise
parallel zu der Unterseite 122 des Saugroboters 100 angeordnet ist. Die Bürstenwalze
102 kann dazu verwendet werden, Staub und/oder Verunreinigungen auf dem zu reinigenden
Boden mechanisch von dem Boden zu lösen, so dass der Staub und/oder die Verunreinigungen
mit erhöhter Zuverlässigkeit in den Saugmund 107 der Reinigungseinheit 106 gesogen
werden können.
[0034] An der Oberseite 121 des Saugroboters 100 kann eine Benutzerschnittstelle angeordnet
sein, die es einem Nutzer des Saugroboters 100 ermöglicht, Steuereingaben zu tätigen.
Außerdem kann der Saugroboter 100 an einer Seitenwand 123 (z. B. an einer Seitenwand
123 im Frontbereich des Saugroboters 100) einen Stoßsensor 105 umfassen, der eingerichtet
ist, Sensordaten zu erfassen, die anzeigen, ob der Saugroboter 100 in Bewegungsrichtung
120 gegen ein Hindernis gestoßen ist. Das Auslösen des Stoßsensors 105 durch ein Hindernis
kann bewirken, dass sich der Saugroboter 100 um seine, senkrecht auf dem Boden stehende,
Vertikal- bzw. Hochachse dreht, und dadurch die Bewegungsrichtung 120 ändert, um dem
Hindernis auszuweichen.
[0035] Des Weiteren weist ein Saugroboter 100 typischerweise ein oder mehrere Umfeldsensoren
110 auf, die eingerichtet sind, Umfeld- bzw. Sensordaten in Bezug auf das Umfeld des
Saugroboters 100 zu erfassen (siehe Fig. 1b). Die ein oder mehreren Umfeldsensoren
110 können umfassen: eine oder mehrere Bildkameras, ein oder mehrere Ultraschallsensoren,
ein oder mehrere taktile und/oder optische Abstandssensoren, ein oder mehrere akustische
Sensoren, ein oder mehrere Temperatursensoren, etc. Ein Steuermodul 130 des Saugroboters
100 kann eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten digitale Karteninformation in
Bezug auf den zu reinigenden Reinigungsbereich zu ermitteln und ggf. auf einer Speichereinheit
111 des Saugroboters 100 zu speichern. Der Saugroboter 100 kann die digitale Karteninformation
nutzen, um sich innerhalb des Reinigungsbereichs (z. B. innerhalb eines Raums) zu
orientieren und/oder um eine Fahrroute zur Reinigung des Reinigungsbereichs festzulegen.
[0036] Fig. 1c zeigt in schematischer Weise einen beispielhaften Verlauf des durch den Saugmund
107 bewirkten Luftstroms 140 einer Reinigungsvorrichtung 100 (z. B. eines Saugroboters).
Der Luftstrom 140 wird durch ein Gebläse und/oder durch einen Saugmotor 155 bewirkt,
das bzw. der in Bezug auf die Strömungsrichtung des Luftstroms 140 (dargestellt durch
die Pfeile) hinter einem Luftfilter 154 angeordnet ist. Der Luftstrom 140 mit den
aufgesaugten (Staub-) Partikeln 141 gelangt von dem Saugmund 107 über eine Eingangsöffnung
152 in einen (Schmutz-) Sammelbehälter 151, in dem sich die aufgesaugten Partikel
141 sammeln. Durch das Gebläse 155 strömt dann ein gereinigter Luftstrom 143 (ohne
Schmutzpartikel 141).
[0037] Zur automatischen Entleerung kann der in dem Sammelbehälter 151 aufgefangene Schmutz
141 über die Eingangsöffnung 152 des Sammelbehälters 151 und über den Saugmund 107
von einem externen Reinigungsgerät abgesaugt werden. Dies kann jedoch zu einer Verunreinigung
der Bürstenwalze 102 und somit zu einer verminderten Reinigungsgüte der Reinigungsvorrichtung
100 führen. Alternativ kann, z. B. am Boden des Sammelbehälters 151, eine Absaugöffnung
bereitgestellt werden, die eine (Gummi-) Klappe aufweist, welche von einem Reinigungsgerät
zum Entleeren des Sammelbehälters 151 geöffnet werden kann. Beim Entleeren des Sammelbehälters
151 kann sich jedoch Schmutz an der Klappe der Absaugöffnung ansammeln, so dass die
Klappe nicht mehr vollständig schließt. Dies kann dazu führen, dass während des Betriebs
der Reinigungsvorrichtung 100 Schmutz 141 aus dem Sammelbehälter 151 auf den zu reinigenden
Boden fällt, und somit die Reinigungsgüte der Reinigungsvorrichtung 100 beeinträchtigt
wird.
[0038] Figur 2a zeigt eine beispielhafte Saug-Baugruppe 150 für eine Reinigungsvorrichtung
100. Die Saug-Baugruppe 150 umfasst einen Schmutzsammelbehälter 151, einen Filter
154 und ein Gebläse 155. Zwischen dem Sammelbehälter 151 und dem Filter 154 und/oder
dem Gebläse 155 kann eine Dichtung 201 zur Abdichtung des Luftkanals von dem Sammelbehälter
151 zu dem Gebläse 155 angeordnet sein, um eine möglichst hohe Saugleistung zu ermöglichen.
[0039] Der Sammelbehälter 151 weist, wie aus den Figuren 2b bis 2d ersichtlich, einen Innenbehälter
211 und eine, den Innenbehälter 211 umschließende, Hülle 212 auf (die in diesem Dokument
auch als Ummantelung bezeichnet wird). Der Innenbehälter 211 und die Hülle 212 können
jeweils eine zylindrische, insbesondere eine kreiszylindrische, Form aufweisen. Ferner
können der Innenbehälter 211 und die Hülle 212 ausgebildet sein, gegeneinander verdreht
zu werden (wie durch den Doppelpfeil 205 dargestellt). Insbesondere kann der Innenbehälter
211 ausgebildet sein, (in einem bestimmten Winkelbereich) gegenüber der (feststehenden)
Hülle 212 verdreht zu werden. Die relative Verdrehung 205 zwischen dem Innenbehälter
211 und der Hülle 212 kann z. B. durch einen (ggf. manuell betätigbaren) Drehmechanismus
203 bewirkt werden.
[0040] Der Sammelbehälter 151 weist an der Hülle 212 eine Eingangsöffnung 152 auf, die z.
B. mit dem Saugmund 107 der Reinigungsvorrichtung 100 verbunden ist, so dass der durch
das Gebläse 155 bewirkte Luftstrom 140 mit den Verunreinigungen 141 in den Sammelbehälter
151, insbesondere in den Innenbehälter 211 des Sammelbehälters 151, gelangen kann.
Des Weiteren weist die Hülle 212 eine Ausgangsöffnung 202 auf, die mit einem Reinigungsgerät
zum Entleeren des Sammelbehälters 151, insbesondere des Innenbehälters 211 des Sammelbehälters
151, verbunden werden kann. Durch die Ausgangsöffnung 202 kann somit ein Luftstrom
240 zum Entleeren des Sammelbehälters 151 bewirkt werden.
[0041] Die Hülle 212 ist bevorzugt fest (d.h. unbeweglich) in der Reinigungsvorrichtung
100, z. B. in einem Gehäuse bzw. Gestell der Reinigungsvorrichtung 100, verbaut, um
einen zuverlässigen Zugang zu der Eingangsöffnung 152 und zu der Ausgangsöffnung 202
an der Hülle 212 zu ermöglichen.
[0042] Der Innenbehälter 211 kann zumindest eine Öffnung 221 aufweisen, die selektiv, durch
eine Relativdrehung 205 des Innenbehälters 211 und der Hülle 212, mit der Eingangsöffnung
152 oder mit der Ausgangsöffnung 202 der Hülle 212 fluchtend ausgerichtet werden kann,
um selektiv die Eingangsöffnung 152 oder die Ausgangsöffnung 202 zu öffnen. In dem
in den Figuren 2a bis 2d dargestellten Beispiel weist der Innenbehälter 211 eine Eingangsöffnung
221 für die entsprechende Eingangsöffnung 152 der Hülle 212 und eine separate Ausgangsöffnung
222 für die entsprechende Ausgangsöffnung 202 der Hülle 202 auf. Durch eine Relativdrehung
205 können entweder die Eingangsöffnungen 221, 152 (siehe Fig. 2b) oder die Ausgangsöffnungen
222, 202 in einer Flucht angeordnet werden, um entweder einen Luftstrom 140 in den
Innenbehälter 211 des Sammelbehälters 151 zu ermöglichen oder um einen Luftstrom 240
aus dem Innenbehälter 211 des Sammelbehälters 151 zu ermöglichen.
[0043] In den Figuren 3a und 3b ist ein Beispiel dargestellt, bei dem der Innenbehälter
211 eine einzige Öffnung 221 aufweist, die selektiv (durch die Relativdrehung 205)
entweder mit der Eingangsöffnung 152 der Hülle 212 oder mit der Ausgangsöffnung 202
der Hülle 212 in einer Flucht angeordnet werden kann, um entweder durch die Eingangsöffnung
152 einen Luftstrom 140 in den Innenbehälter 211 des Sammelbehälters 151 zu ermöglichen
oder durch die Ausgangsöffnung 202 einen Absaugstrom 240 aus dem Innenbehälter 211
des Sammelbehälters 151 zu ermöglichen.
[0044] In den Figuren 1c, 2a bis 2d und 3a bis 3b ist ein kartesisches Koordinatensystem
dargestellt, um die Ausrichtung der unterschiedlichen Darstellungen anzuzeigen. Der
Sammelbehälter 151 kann als Zylinder, insbesondere als Kreiszylinder, ausgebildet
sein, mit der z-Achse als Hochachse und mit einer kreisförmigen Grundfläche, die in
der von der x-Achse und der y-Achse aufgespannten Ebene liegt. Der Innenbehälter 211
und die Hülle 212 können ausgebildet sein, eine Relativdrehung 205 um die z-Achse,
d.h. um die Hochachse des Zylinders, zu ermöglichen, um die Öffnungen 152, 202 der
Hülle 212 selektiv mit der zumindest einen Öffnung 221, 222 des Innenbehälters 211
in einer Flucht anzuordnen.
[0045] Die Verwendung einer dedizierten Eingangsöffnung 221 und einer dedizierten Ausgangsöffnung
222 an dem Innenbehälter 211 ermöglicht es, die Öffnungen 221, 211 in unterschiedlichen
Höhen entlang der z-Achse bzw. Hochachse anzuordnen, wie beispielhaft in Fig. 2a dargestellt.
So kann auch bei einer Relativdrehung 205 mit einem relativ kleinen Winkel ein relativ
großer Abstand zwischen der Eingangsöffnung 152 und der Ausgangsöffnung 202 an der
Hülle 212 bewirkt werden. Durch den relativ großen Abstand wird ein zuverlässiges
Schließen der einzelnen Öffnungen 152, 202 ermöglicht. Die Hülle 212 um den Innenbehälter
211 liegt bevorzugt auf der Mantelfläche des Innenbehälters 211 auf, so dass in zuverlässiger
Weise ein Luftstrom zwischen der Eingangsöffnung 152 und der Ausgangsöffnung 202 der
Hülle 212 vermieden werden kann.
[0046] Es wird somit ein Mechanismus zum automatischen Entleeren eines Schmutzbehälters
151 eines ersten Reinigungsgerätes 100 (d.h. einer Reinigungsvorrichtung) durch ein
zweites Reinigungsgerät beschrieben. Insbesondere wird ein Sammelbehälter 151 mit
einem drehbar gelagerten Innenbehälter 211 (zur Aufnahme von Schmutz 141) beschrieben,
der sich innerhalb einer Ummantelung bzw. Hülle 212 dreht.
[0047] Der Innenbehälter 211 kann zwei Öffnungen 221, 222, insbesondere eine Eingangsöffnung
221 und eine Ausgangsöffnung 222, aufweisen (an der Mantelfläche des Innenbehälters
211). Die Ummantelung 212 kann ebenfalls zwei Öffnungen 152, 202, insbesondere eine
Eingangsöffnung 152 und eine Ausgangsöffnung 202, aufweisen. Die Ummantelung 212 ist
bevorzugt gestellfest mit der Reinigungsvorrichtung 100 verbunden und führt damit
keine Relativbewegungen aus.
[0048] Der drehbar gelagerte Innenbehälter 211 (zur Aufnahme von Schmutz 141) kann einen
Deckel aufweisen, der mit dem Innenbehälter 211 kraft- bzw. formschlüssig verbunden
sein kann, und somit ebenfalls mit dem Innenbehälter 211 rotieren kann. Innerhalb
des Deckels kann eine Öffnung zum Gebläse 155 der Reinigungsvorrichtung 100 angeordnet
sein. Innerhalb dieser Öffnung zum Gebläse 155 kann der Filter 154 angeordnet sein,
um zu verhindern, dass Schmutz 141 in das Gebläse 155 gesaugt wird.
[0049] Das Gebläse 155 ist bevorzugt in einer Flucht mit dem Innenbehälter 211, insbesondere
mit einer Stirnfläche des Innenbehälters 211, angeordnet, um einen möglichst kurzen
Luftweg mit möglichst wenigen Richtungsänderungen (und einer damit verbundenen Drosselwirkung)
bereitzustellen, wodurch die Saugleistung der Reinigungsvorrichtung 100 erhöht werden
kann. Das Gebläse 155 ist typischerweise ebenfalls gestellfest gelagert. Durch eine
drehbar ausgeführte Dichtung 154 zwischen dem Innenbehälter 211 und dem Gebläse 155
kann bewirkt werden, dass der durch das Gebläse 155 erzeugte Luftstrom 140 zuverlässig
in den Innenbehälter 211 geleitet wird und dass eine zuverlässige Lagerung des drehbar
gelagerten Innenbehälters 211 gegenüber dem gestelllfesten Gebläse 155 gebildet wird.
[0050] Im Reinigungsbetrieb der Reinigungsvorrichtung 100 erzeugt das Gebläse 155 einen
Luftstrom 140, welcher die auf dem zu reinigenden Boden befindlichen Schmutzpartikel
141 erfasst und dem Innenbehälter 211 zuführt. Zu diesem Zweck kann der Innenbehälter
211 derart ausgerichtet und/oder gedreht werden, dass die Eingangsöffnung 152 der
Ummantelung 212 und die Eingangsöffnung 221 des Innenbehälters 211 in einer Flucht
angeordnet sind (der Sammelbehälter 151 befindet sich dann in einer Aufnahme-Stellung).
Infolge der unterschiedlichen Anordnung der Eingangs- und Ausgangsöffnung 152, 202
auf der Ummantelung 212 ist in dieser Position die Ausgangsöffnung 222 des Innenbehälters
211 durch die Ummantelung 212 verschattet. Der durch das Gebläse 155 bewirkte Luftstrom
140 kann somit nicht über die Ausgangsöffnung 222 des Innenbehälters 211 entweichen.
[0051] Wenn der Innenbehälter 211 gereinigt und vom gesammelten Schmutz 141 befreit werden
soll, kann das Gebläse 155 abgeschaltet werden. Anschließend kann der Innenbehälter
211 um einen bestimmen Winkel gedreht werden. Hierdurch werden die Ausgangsöffnung
222 des Innenbehälters 211 und die Ausgangsöffnung 202 der Ummantelung 212 fluchtend
übereinander angeordnet, während gleichzeitig die Eingangsöffnungen 152, 221 der Ummantelung
212 und des Innenbehälters 211 verschattet werden (der Sammelbehälter 151 befindet
sich dann in der Abgabe-Stellung). Es kann dann durch ein Reinigungsgerät an der Ausgangsöffnung
202, 222 ein Absaugstrom 240 bewirkt werden, um den Innenbehälter 211 zu reinigen
und/oder zu entleeren. Alternativ oder ergänzend kann ggf. das Gebläse 155 (in entgegengesetzter
Richtung zu dem Reinigungsbetrieb) betrieben werden, um den Luftstrom 240 zur Reinigung
und/oder Entleerung des Innenbehälters 211 zu bewirken. Infolge der Verschattung der
Eingangsöffnungen 152, 221 sind dabei eventuell störende Nebenluftventile geschlossen.
[0052] Die Rotation 205 des Innenbehälters 211, welche entweder die Eingangs- oder die Ausgangsöffnung
152, 202 verschattet, kann manuell erfolgen, z. B. durch Drehen eines Hebels 203 zwischen
zwei Positionen. Alternativ oder ergänzend kann die Rotation 205 des Innenbehälters
211 mittels eines Aktors vorgenommen werden, z. B. durch Verwendung einer Motor-Getriebe-Sensor
Anordnung (auch als Servomotor bezeichnet). Der beschriebene Mechanismus zum automatischen
Entleeren eines Schmutzbehälters 151 einer Reinigungsvorrichtung 100 durch ein Reinigungsgerät
kann insbesondere bei einem Reinigungsroboter verwendet werden. Dabei kann die Entleerung
des roboterseitigen Schmutzbehältnisses 151 mittels eines in der Basisstation befindlichen
Reinigungsgerätes bewirkt werden. Zur Reduzierung der manuellen Tätigkeit des Nutzers
wird der Schmutzsammelbehälter 151, insbesondere der Innenbehälter 211, bevorzugt
mittels eines Aktors automatisch rotiert. Der Mechanismus zum automatischen Entleeren
eines Schmutzbehälters 151 kann aber auch bei einem Staubsauger, wie den sogenannten
Multi-Use Handgeräten oder den 1in1 und 2in1 Geräten verwendet werden. Die beschriebene
Abreinigung eines Schmutzsammelbehältnisses 151, 211 ist insbesondere für Allergiker
geeignet, da der Nutzer mit dem Schmutz 141 innerhalb des (ggf. beutellosen) Schmutzsammelbehältnisses
151, 211 nicht in Berührung kommt.
[0053] Es wird somit ein Staubsauger 100, insbesondere ein Saugroboter, mit einer drehbar
gelagerten Staubsammelbox 151, 211 beschrieben, die zwischen einer ersten (Aufnahme-)
Stellung für den Saugbetrieb, in der eine erste Öffnung 152 geöffnet wird, um Staub
141 aufzunehmen, und einer zweiten (Abgabe-) Stellung für die Entleerung (z. B. in
einer Basisstation), in der eine zweite Öffnung 202 geöffnet wird, während die erste
Öffnung 152 verschlossen wird, um Staub 141 aus der Box 151, 211 zu entfernen, verschwenkt
werden kann. Dabei kann über einen Drehmechanismus 203 bewirkt werden, dass immer
nur eine der beiden Öffnungen 152, 202 für den Saugbetrieb bzw. für die Entleerung
freigegeben wird.
[0054] Durch die in diesem Dokument beschriebenen Maßnahmen kann bewirkt werden, dass der
aufgenommene Schmutz 141 beim Entleeren nicht über die gleiche Öffnung 152 entleert
wird, über die der Schmutz 141 in den Schmutzbehälter 151, 211 gelangt ist. Hierdurch
kann ein doppeltes Verschmutzen der Borstenwalze 102 einer Reinigungsvorrichtung 100,
insbesondere ein Verschmutzen mit Fasern, vermieden werden. Das Sperren der Einlass-
bzw. Auslassöffnung 152, 222 und damit das Führen des jeweiligen Luftstroms 140, 240
erfolgt in effizienter und zuverlässiger Weise über eine Rotation 205.
[0055] Durch eine tangentiale Anordnung der Schmutzeinlassöffnung 152 an der Hülle 212 ermöglicht
die in diesem Dokument beschriebene Ausgestaltung einer Staubbox 151, 211 die Berücksichtigung
von strömungsrelevanten Konstruktionskriterien, welche die Leistungsfähigkeit der
Schmutzaufnahme sicherstellen. Der beschriebene Mechanismus für die automatische Entleerung
eines Schmutzsammelbehältnisses 151, 211 durch ein externes Reinigungsgerät kann in
flexibler Weise bei Multi-Use Handsticks und/oder Reinigungsrobotern verwendet werden,
und ermöglicht ferner die Verwendung eines BLDC (Brushless DC) Motors.
[0056] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Insbesondere ist zu beachten, dass die Beschreibung und die Figuren nur das Prinzip
der vorgeschlagenen Reinigungsvorrichtung 100 und/oder des vorgeschlagenen Sammelbehälters
151 veranschaulichen sollen.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 100
- Reinigungsvorrichtung
- 101
- Antriebseinheit
- 102
- Bürstenwalze
- 103
- Abschirmung
- 104
- Führungs- und/oder Stützelement
- 105
- Stoßsensor
- 106
- Reinigungseinheit
- 107
- Saugmund
- 110
- Umfeldsensor
- 111
- Speichereinheit
- 120
- Bewegungsrichtung
- 121
- Oberseite
- 122
- Unterseite
- 123
- Seitenwand
- 130
- Steuermodul
- 140
- Luftstrom
- 141
- Partikel
- 143
- Luftstrom (gefiltert)
- 150
- Saug-Baugruppe
- 151
- Sammelbehälter
- 152
- Eingangsöffnung (Ummantelung)
- 154
- Filter
- 155
- Gebläse
- 201
- Dichtung
- 202
- Ausgangsöffnung (Ummantelung)
- 203
- Hebel / Griff
- 205
- Drehung
- 211
- Innenbehälter
- 212
- Hülle / Ummantelung
- 221
- Eingangsöffnung (Innenbehälter)
- 222
- Ausgangsöffnung (Ummantelung)
- 240
- Luftstrom
1. Sammelbehälter (151) für eine Reinigungsvorrichtung (100), die eingerichtet ist, mittels
eines Luftstroms (140) Schmutz (141) in den Sammelbehälter (151) zu leiten; wobei
- der Sammelbehälter (151) an einer Mantelfläche des Sammelbehälters (151) eine Eingangsöffnung
(152) und eine separate Ausgangsöffnung (202) aufweist; und
- der Sammelbehälter (151) ausgebildet ist, durch eine Drehbewegung (205) zumindest
eines Teils des Sammelbehälters (151) zwischen
- einer Aufnahme-Stellung, bei der die Eingangsöffnung (152) geöffnet und die Ausgangsöffnung
(202) geschlossen ist, und
- einer Abgabe-Stellung, bei der die Ausgangsöffnung (202) geöffnet und die Eingangsöffnung
(152) geschlossen ist,
zu wechseln.
2. Sammelbehälter (151) gemäß Anspruch 1, wobei
- die Mantelfläche des Sammelbehälters (151) eine Hochachse des Sammelbehälters (151)
umschließt; und
- der zumindest eine Teil des Sammelbehälters (151), insbesondere ein Innenbehälter
(211) des Sammelbehälters (151), für eine Drehbewegung (205) um die Hochachse ausgebildet
ist, um zwischen der Aufnahme-Stellung und der Abgabe-Stellung zu wechseln.
3. Sammelbehälter (151) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
- der Sammelbehälter (151) einen Innenbehälter (211) zur Aufnahme von Schmutz (141)
umfasst;
- der Innenbehälter (211) eine Mantelfläche aufweist;
- der Sammelbehälter (151) eine Ummantelung (212) umfasst, die die Mantelfläche des
Innenbehälters (211) umschließt; und
- der Innenbehälter (211) und die Ummantelung (212) ausgebildet sind, gegeneinander
verdreht zu werden, um den Wechsel zwischen der Aufnahme-Stellung und der Abgabe-Stellung
zu bewirken.
4. Sammelbehälter (151) gemäß Anspruch 3, wobei
― die Ummantelung (212) eine Eingangsöffnung (152) und eine Ausgangsöffnung (202)
aufweist, die jeweils durch die Mantelfläche des Innenbehälters (211) bedeckt oder
durch zumindest eine Öffnung (221, 222) in der Mantelfläche des Innenbehälters (211)
geöffnet werden können; und/oder
― die Mantelfläche des Innenbehälters (211) eine Eingangsöffnung (221) und eine Ausgangsöffnung
(222) umfasst, die jeweils durch die Ummantelung (212) bedeckt oder durch zumindest
eine Öffnung (152, 202) in der Ummantelung (212) geöffnet werden können.
5. Sammelbehälter (151) gemäß einem der Ansprüche 3 bis 4, wobei
― die Ummantelung (212) eine Eingangsöffnung (152) und eine Ausgangsöffnung (202)
umfasst;
― die Mantelfläche des Innenbehälters (211) eine Eingangsöffnung (221) und eine Ausgangsöffnung
(222) umfasst; und
― der Sammelbehälter (151) ausgebildet ist, durch die Drehbewegung (205), insbesondere
durch die Drehbewegung (205) des Innenbehälters (211), in selektiver Weise,
― in der Aufnahme-Stellung die Eingangsöffnung (152) der Ummantelung (212) in einer
Flucht mit der Eingangsöffnung (221) des Innenbehälters (211) anzuordnen; und
― in der Abgabe-Stellung die Ausgangsöffnung (202) der Ummantelung (212) in einer
Flucht mit der Ausgangsöffnung (222) des Innenbehälters (211) anzuordnen.
6. Sammelbehälter (151) gemäß Anspruch 5, wobei
― der Sammelbehälter (151) ausgebildet ist, die Drehbewegung (205) um eine Hochachse
des Sammelbehälters (151) zu ermöglichen;
― die Eingangsöffnung (152, 221) und die Ausgangsöffnung (202, 222) der Ummantelung
(212) auf unterschiedlichen Höhen entlang der Hochachse angeordnet sind; und
― ein Abstand zwischen den unterschiedlichen Höhen insbesondere 40% oder mehr einer
Gesamthöhe des Sammelbehälters (151) entlang der Hochachse beträgt.
7. Sammelbehälter (151) gemäß einem der Ansprüche 3 bis 4, wobei
― die Ummantelung (212) eine Eingangsöffnung (152) und eine Ausgangsöffnung (202)
umfasst;
― die Mantelfläche des Innenbehälters (211) eine Öffnung (221) umfasst; und
― der Sammelbehälter (151) ausgebildet ist, durch die Drehbewegung (205), insbesondere
durch die Drehbewegung (205) des Innenbehälters (211), in selektiver Weise,
― in der Aufnahme-Stellung die Eingangsöffnung (152) der Ummantelung (212) in einer
Flucht mit der Öffnung (221) des Innenbehälters (211) anzuordnen; und
― in der Abgabe-Stellung die Ausgangsöffnung (202) der Ummantelung (212) in einer
Flucht mit der Öffnung (221) des Innenbehälters (211) anzuordnen.
8. Sammelbehälter (151) gemäß Anspruch 7, wobei
― der Sammelbehälter (151) ausgebildet ist, die Drehbewegung (205) um eine Hochachse
des Sammelbehälters (151) zu ermöglichen; und
― die Eingangsöffnung (152, 221) und die Ausgangsöffnung (202, 222) der Ummantelung
(212) auf gleicher Höhe entlang der Hochachse angeordnet sind.
9. Sammelbehälter (151) gemäß einem der Ansprüche 4 bis 8, wobei
― die Ummantelung (212) gasdicht auf der Mantelfläche des Innenbehälters (211) aufliegt;
und/oder
― die Ummantelung (212) derart auf der Mantelfläche des Innenbehälters (211) aufliegt,
dass die Eingangsöffnung (152) und die Ausgangsöffnung (202) der Ummantelung (212)
jeweils gasdicht verschlossen sind, wenn die jeweilige Öffnung (152, 202) durch die
Mantelfläche des Innenbehälters (211) bedeckt ist.
10. Sammelbehälter (151) gemäß einem der Ansprüche 3 bis 9, wobei
― die Ummantelung (212) feststehend ist; und
― der Innenbehälter (211) ausgebildet ist, gegenüber der Ummantelung (212) gedreht
zu werden, um den Wechsel zwischen der Aufnahme-Stellung und der Abgabe-Stellung zu
bewirken.
11. Sammelbehälter (151) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
― der Sammelbehälter (151) ein Bedienelement (203) umfasst, das es einem Nutzer ermöglicht,
die Drehbewegung (205) zum Wechsel zwischen der Aufnahme-Stellung und der Abgabe-Stellung
manuell zu bewirken; und/oder
― der Sammelbehälter (151) einen Aktor, insbesondere einen elektrischen Motor, umfasst,
der ausgebildet ist, die Drehbewegung (205) zum Wechsel zwischen der Aufnahme-Stellung
und der Abgabe-Stellung automatisch zu bewirken.
12. Sammelbehälter (151) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
― die Eingangsöffnung (152) ausgebildet ist, einen Luftstrom (140) mit Schmutz (141)
in den Sammelbehälter (151) hinein zu ermöglichen; und/oder
― die Eingangsöffnung (152) ausgebildet ist, mit einem Saugmund (107) der Reinigungsvorrichtung
(100) verbunden zu werden; und
― die Ausgangsöffnung (202) ausgebildet ist, einen Luftstrom (240) mit Schmutz (141)
aus dem Sammelbehälter (151) heraus zu ermöglichen; und/oder
― die Ausgangsöffnung (202) ausgebildet ist, mit einer Schnittstelle der Reinigungsvorrichtung
(100) zu einem, von der Reinigungsvorrichtung (100) separaten, Reinigungsgerät verbunden
zu werden.
13. Reinigungsvorrichtung (100) zur Reinigung einer Oberfläche; wobei
― die Reinigungsvorrichtung (100) einen Sammelbehälter (151) gemäß einem der vorgehenden
Ansprüche umfasst;
― die Reinigungsvorrichtung (100) eingerichtet ist, mittels eines Luftstroms (140)
Schmutz (141) von einer zu reinigenden Oberfläche in den Sammelbehälter (151) zu leiten,
wenn sich der Sammelbehälter (151) in der Aufnahme-Stellung befindet; und
― die Reinigungsvorrichtung (100) eingerichtet ist, mittels eines Luftstroms (240)
Schmutz (141) aus dem Sammelbehälter (151) in ein externes Reinigungsgerät zu leiten,
wenn sich der Sammelbehälter (151) in der Abgabe-Stellung befindet.
14. Reinigungsvorrichtung (100) gemäß Anspruch 13, wobei
― die Reinigungsvorrichtung (100) ein Gebläse (155) umfasst;
― das Gebläse (155) an einer Stirnfläche des Sammelbehälters (151) angeordnet ist,
die insbesondere senkrecht zu einer Hochachse des Sammelbehälters (151) angeordnet
ist; und
― die Reinigungsvorrichtung (100) eine drehbar gelagerte Dichtung (201) zwischen der
Stirnfläche des Sammelbehälters (151), insbesondere des drehbaren Teils des Sammelbehälters
(151), und dem Gebläse (155) aufweist.
15. Reinigungsvorrichtung (100) gemäß einem der Ansprüche 13 bis 14, wobei
― die Reinigungsvorrichtung (100) ein Gebläse (155) umfasst; und
― das Gebläse (155) eingerichtet ist,
― einen Saug-Luftstrom (140) über die Eingangsöffnung (152) des Sammelbehälters (151)
in den Sammelbehälter (151) hinein zu bewirken, wenn sich der Sammelbehälter (151)
in der Aufnahme-Stellung befindet; und/oder
― einen Blas-Luftstrom (240) über die Ausgangsöffnung (202) des Sammelbehälters (151)
aus dem Sammelbehälter (151) heraus zu bewirken, wenn sich der Sammelbehälter (151)
in der Abgabe-Stellung befindet.