Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mautzentrale, ein Mauterhebungssystem und
eine Fahrzeugeinrichtung zum Erheben einer Maut für die Benutzung einer mautpflichtigen
Verkehrsfläche durch ein mautpflichtiges Fahrzeug.
Stand der Technik
[0002] Benutzungsabhängig abrechnende Mautsysteme sind zur Erhebung der Maut auf die Erfassung
der Fahrstrecke der jeweiligen mautpflichtigen Fahrzeuge zumindest in dem Bereich
angewiesen, welcher maßgeblich für die Nutzung der mautpflichtigen Straße ist. Beispielsweise
werden hierzu die Fahrzeugpositionen in dem vom deutschen Mautbetreiber Toll Collect
GmbH betriebenen System zur Mauterhebung regelmäßig im Bereich der Auffahrt auf die
jeweilige mautpflichtige Verkehrsfläche sowie der Abfahrt von dieser Verkehrsfläche
erfasst.
[0003] Unter Mautdaten werden hierin einem Nutzer zugeordnete Daten mautpflichtiger Verkehrsflächen
und/ oder Mautgebühren verstanden, die durch eine Mauterkennung und/ oder Mautbestimmung
ermittelt werden. Mautrelevante Daten sind alle Daten, die in die Bestimmung der Mautgebühr
einfließen wie beispielsweise auch die Kennung und/ oder die Länge der mautpflichtigen
Verkehrsfläche sowie die Fahrzeugdaten wie beispielsweise Gewicht, Achsenzahl und
Schadstoffklasse. An zumindest einen mautrelevanten Datensatz ist üblicherweise eine
Grundgebühr oder Gebührenrate gekoppelt, die in Verbindung mit den übrigen mautrelevanten
Daten die Bestimmung der Gesamtgebühr bei der Mauterhebung gestattet.
[0004] Unter Mauterkennung wird hierin technisch der Vorgang des Verknüpfens einer benutzten,
anhand der erfassten Fahrzeugposition(en)erkannten, mautpflichtigen Verkehrsfläche
mit dem Nutzer verstanden. Mit anderen Worten wird darunter verstanden, den Nutzer
erstmalig mit einer benutzten mautpflichtigen Verkehrsfläche zu verknüpfen.
[0005] Unter Mautbestimmung wird hierin technisch der Vorgang verstanden, eine Mautgebühr
aus der benutzten oder perspektivisch zu nutzenden mautpflichtigen Verkehrsfläche,
gegebenenfalls unter Berücksichtigung von mautrelevanten Fahrzeugdaten und Zeitangaben,
zu bestimmen.
[0006] Unter Mauterhebung wird hierin technisch der Vorgang verstanden, die bestimmte Mautgebühr
von dem Nutzer, dessen Fahrzeug die mautpflichtige Verkehrsfläche nachweislich benutzt
hat oder perspektivisch benutzen wird, zu vereinnahmen, beispielsweise durch Einnahme
von Bargeld wie beispielsweise an einem Mautstellenterminal, durch zentrale Abbuchung
von einem Konto oder durch dezentralen Abzug von einem pre-paid Guthaben auf einer
in einem Fahrzeuggerät angeordneten Chipkarte.
[0007] Unter einer mautpflichtigen Verkehrsfläche werden hierin Verkehrsflächen verstanden,
für deren Benutzung eine Mautgebühr fällig ist. Dabei kann die Bestimmung der Höhe
der Mautgebühr beispielsweise nach auf der mautpflichtigen Verkehrsfläche gefahrener
Strecke, beispielsweise in Metern gemessen, nach der Anzahl benutzter mautpflichtiger
Streckenabschnitte oder pauschal oder nach Zeit für die Benutzung eines bestimmten
mautpflichtigen Streckennetzes, beispielsweise bei einer City-Maut, stattfinden.
[0008] Die Mautbestimmung kann beispielsweise durch Berechnung der Mautgebühr oder durch
Auslesen der betreffenden Mautgebühr aus einer Datenbank erfolgen.
[0009] Prinzipiell lassen sich unterschiedliche Systeme zur Erfassung der zu erhebenden
Mautgebühren unterscheiden:
Zum einen sind dezentrale erhebende Systeme bekannt, bei welchen eine Positionsbestimmungsvorrichtung
in dem Fahrzeug vorgesehen ist, beispielsweise in einer Fahrzeugeinrichtung oder einem
Fahrzeuggerät, welches auch als "on board unit" (OBU) bezeichnet wird. Ein GNSS Empfänger
im Fahrzeug erfasst die Position des Fahrzeugs über ein GNSS System und ein DSRC Empfänger
im Fahrzeug kann von straßenseitigen Einrichtungen Positionen empfangen. Im dezentralen
System werden diese Positionsdaten in dem Fahrzeuggerät zur Erkennung der allfällig
befahrenen mautpflichtigen Verkehrsfläche verarbeitet. Die Maut kann dezentral im
Fahrzeuggerät erhoben werden, beispielsweise durch Abbuchen von einem pre-paid Guthaben.
Alternativ kann die Maut nach Übermittlung der ermittelten Mautdaten an eine Mautzentrale
durch die Mautzentrale erhoben werden, welche die Abbuchung oder Rechnungsstellung
vornimmt. Die Erhebung der Maut findet nach dem Befahren des mautpflichtigen Streckenabschnitts
statt.
[0010] Weiterhin sind zentralisierte Systeme bekannt, bei welchen wiederum eine Positionsbestimmungsvorrichtung
im Fahrzeug beziehungsweise einem Fahrzeuggerät vorgesehen ist, welche die Positionsdaten
an eine Mautzentrale übermitteln und die Mauterkennung, die Mautbestimmung und die
Mauterhebung in der Mautzentrale durchgeführt werden. Ein GNSS Empfänger im Fahrzeug
erfasst dabei die Position des Fahrzeugs über ein GNSS System und ein DSRC Empfänger
im Fahrzeug kann von straßenseitigen Einrichtungen Positionen empfangen. Die Mauterkennung
kann im Fahrzeuggerät oder in der Mautzentrale durchgeführt werden. Wird die Mauterkennung
außerhalb des Fahrzeuggeräts durchgeführt, so werden nur Positionsdaten an die Mautzentrale
übermittelt, die die Mauterkennung durchführt. Die Erhebung der Maut findet nach dem
Befahren des mautpflichtigen Streckenabschnitts statt.
[0011] Weiterhin sind Mauterhebungssysteme bekannt, die auf die Verwendung von GNSS Empfängern
verzichten und eine Positionsbestimmung und Mauterkennung ausschließlich über straßenseitige
Fahrzeugerfassungsvorrichtungen durchführen. Dabei sendet das mautpflichtige Fahrzeug
an die straßenseitige Fahrzeugerfassungsvorrichtung ein entsprechendes Identifikationssignal.
Die von den straßenseitigen Fahrzeugerfassungsvorrichtungen empfangenen Identifikationssignale
werden an eine Mautzentrale übermittelt, welche auf dieser Grundlage die Maut bestimmt
und die Maut erhebt. Auch bei diesem Mauterhebungssystem findet die Erhebung der Maut
nach dem Befahren des mautpflichtigen Streckenabschnitts statt.
[0012] Aus Gründen der Vereinfachung wird hierin stets von einer Mautzentrale gesprochen.
Anstelle einer Mautzentrale kann die Maut aber auch durch einen separaten Mautdienst
erhoben werden.
[0013] Bislang ist das System der Toll Collect GmbH zur Erhebung von Maut bei der Benutzung
von Autobahnen in Deutschland vorgesehen, wobei hier straßenseitige Fahrzeugerfassungsvorrichtungen
in Form von die Straße überspannenden, fest installierten Kontrollbrücken vorgesehen
sind, welche die Kennzeichen jedes vorbeifahrenden Fahrzeugs erfassen und so einen
Abgleich mit einer zentralen Datenbank ermöglichen. Zusätzlich können auch mobile
Fahrzeugerfassungsvorrichtungen vorgesehen sein, welche unterstützend zur Erfassung
der Fahrzeuge dienen. Dieses System kann auf weitere Straßen erweitert werden.
[0014] Zur individuellen und weitgehend automatischen Erfassung der Nutzung der mautpflichtigen
Verkehrswege haben sich fahrzeugseitige Fahrzeugeinrichtungen, welche auch als OBUs
(On Board Units) bezeichnet werden, bewährt, welche zur Positionserfassung des Fahrzeugs
eine Positionsbestimmungsvorrichtung aufweisen beziehungsweise an eine im Fahrzeug
vorgesehene Positionsbestimmungsvorrichtung gekoppelt sind. Die Fahrzeugeinrichtungen
können entsprechend die Position des jeweiligen mautpflichtigen Fahrzeugs bestimmen
und/oder erfassen und anhand von im Fahrzeugeinrichtung gespeichertem Kartenmaterial
erkennen, ob sich das Fahrzeug auf einer mautpflichtigen Verkehrsfläche befindet.
Ist dies der Fall, so wird vom Fahrzeuggerät eine Mautgebühr für die Nutzung der ermittelten
mautpflichtigen Verkehrsfläche bestimmt und die entsprechenden Mautdaten, welche die
ermittelte Gebühr umfassen, an eine Mautzentrale übermittelt. Auf Grundlage der von
der Fahrzeugeinrichtung übermittelten Informationen kann dann in der Mautzentrale
die fällige Maut erhoben werden, entweder durch Berechnung der Maut aus den übermittelten
Streckendaten oder durch Verwendung der übermittelten Gebührendaten. Die fällige Maut
wird dann dem jeweiligen Nutzer in Rechnung gestellt beziehungsweise von einem vorhandenen
Guthaben abgezogen.
[0015] Um eine korrekte Mauterhebung zu ermöglichen, muss der Nutzer das Fahrzeuggerät vor
Fahrtantritt initialisieren und unter anderem Fahrzeugdaten eingeben, beispielsweise
das Gesamtgewicht des Fahrzeuges, dessen Schadstoffklasse sowie die aktuelle Anzahl
der Achsen. Auf dieser Grundlage ermittelt das Fahrzeuggerät unter Berücksichtigung
der über die Positionsbestimmungsvorrichtung ermittelten Position des mautpflichtigen
Fahrzeuges und des Abgleichs der Position des mautpflichtigen Fahrzeuges mit einer
Datenbank, in welcher die mautpflichtigen Straßen hinterlegt sind, die für die jeweilige
Fahrt anfallenden Maut und übermittelt diese Mautdaten spätestens bei Erfüllung eines
bestimmten Kriteriums, beispielsweise beim Verlassen der mautpflichtigen Strecke,
an die Mautzentrale.
[0016] In einer Variante werden die über den Fahrtverlauf von der Positionsbestimmungsvorrichtung
ermittelten und von dem Fahrzeuggerät aufgenommenen Positionsdaten fortlaufend oder
bei Erfüllung eines bestimmten Kriteriums, beispielsweise dem Erreichen einer vorbestimmten
Datenmenge an Positionsdaten, an die Mautzentrale übermittelt. Die für diese Fahrt
zu entrichtende Maut für das mautpflichtige Fahrzeug wird dann zentral in der Mautzentrale
auf Grundlage der Fahrzeugdaten und der aus den Positionsdaten als befahren erkannten
mautpflichtigen Verkehrsflächen bestimmt und erhoben.
[0017] Dieses Verfahren der Erhebung der Mautdaten, bei welchem der Nutzer des mautpflichtigen
Fahrzeugs lediglich das Fahrzeuggerät initialisieren muss und danach die Erfassung
der Fahrtstrecke, die Übermittlung der Mautdaten an die Mautzentrale, sowie die Erhebung
der Maut nach der Initialisierung ohne weitere Nutzereingaben durchgeführt werden,
wird auch als automatisches Verfahren (AV) bezeichnet. Die Maut wird in diesem Verfahren
erst nach dem Befahren des jeweiligen mautpflichtigen Streckenabschnitts bestimmt
und dadurch erhoben, dass sie entsprechend in Rechnung gestellt oder von einem hinterlegten
oder pre-paid Guthaben abgezogen wird.
[0018] Im automatischen Verfahren (AV) erkennt das von dem mautpflichtigen Fahrzeug mitgeführte
Fahrzeuggerät entsprechend anhand des Vergleichs von Positionsdaten, welche mittels
der Positionsbestimmungsvorrichtung bestimmt wurden, mit in einer Datenbank hinterlegten
Kartendaten, ob, und wenn ja, welcher mautpflichtige Streckenabschnitt befahren wird.
Ein solcher mautpflichtiger Streckenabschnitt wird dann in einer Speichervorrichtung
des Fahrzeuggerätes gespeichert. Entsprechend werden mautpflichtige Streckenabschnitte
Abschnitt für Abschnitt in der Speichervorrichtung im Fahrzeuggerät gespeichert und
dann als Mautdaten beim Eintritt eines vorbestimmten Kriteriums, beispielsweise nach
Überschreiten einer vorbestimmten Anzahl an gespeicherten Streckenabschnitten, an
die Mautzentrale übertragen. Die Mautbestimmung findet auf dieser Grundlage entweder
in der Mautzentrale oder im Fahrzeuggerät statt. Im letzteren Fall wird als Mautdaten
dann die zu erhebende Maut an die Mautzentrale übertragen. Im automatischen Verfahren
(AV) wird damit die Nutzungsberechtigung für den befahrenen, mautpflichtigen Streckenabschnitt
Schritt für Schritt jeweils nach dem Befahren eines jeden einzelnen mautpflichtigen
Streckenabschnitts erworben, wobei die Maut über die Mautzentrale nach Verlassen des
mautpflichtigen Streckenabschnitts und Übermittlung der entsprechenden Daten an die
Mautzentrale erhoben wird.
[0019] Zusätzlich zu dem automatischen Verfahren (AV) ist in dem von der Toll Collect GmbH
betriebenen Mauterhebungssystem auch eine Einbuchung nach dem sogenannten manuellen
Verfahren (MV) möglich.
[0020] Im manuellen Verfahren (MV) kann der jeweilige Nutzer eines der etwa 3600 Mautstellen-Terminals
nutzen, welche typischerweise auf Autohöfen, Rastplätzen oder an Tankstellen aufgestellt
sind. Alternativ dazu kann im manuellen Verfahren (MV) auch ein Webdienst im Internet
genutzt werden.
[0021] Der Nutzer erwirbt dabei im manuellen Verfahren (MV) eine Nutzungsberechtigung für
den jeweiligen mautpflichtigen Streckenabschnitt vordem Befahren des mautpflichtigen
Streckenabschnitts beziehungsweise einer mautpflichtigen Route, welche aus einem oder
mehreren mautpflichtigen Streckenabschnitten besteht. Hierzu gibt der Nutzer bereits
vor dem Befahren der Strecke am Mautstellenterminal oder im Webdienst die geplante
Auffahrt auf und die geplante Abfahrt von der mautpflichtigen Verkehrsfläche an, wodurch
dann der eine oder die mehreren mautpflichtigen Streckenabschnitte der Route definiert
werden. Der Nutzer kann weiterhin auch Via-Positionen in seiner Route eingeben, welche
bei der Bestimmung der zu fahrenden Route berücksichtigt werden und welche entsprechend
der Berechnung der fälligen Mautgebühr zugrunde gelegt werden. Der Nutzer des manuellen
Verfahrens (MV) legt entsprechend vor dem eigentlichen Befahren der mautpflichtigen
Streckenabschnitte die zu fahrende Strecke fest und zahlt die entsprechende Mautgebühr
ein. Dabei kann die Mautgebühr entweder am Mautstellenterminal beziehungsweise im
Internet direkt bezahlt werden, oder aber für registrierte Nutzer über die Mautzentrale
in einer monatlichen Sammelrechnung bereitgestellt werden oder von einem vorhandenen
Guthaben abgezogen werden.
[0022] Eine Buchung einer Strecke mit dem manuellen Verfahren resultiert in einer fest vorgegebenen
Route, welche der Nutzer nicht verlassen kann, ohne dabei gegebenenfalls als Mautpreller
zu gelten. Eine Änderung der Route kann beispielsweise notwendig werden, wenn ein
Streckenabschnitt der gebuchten Strecke gesperrt ist oder wenn ein Stau auftritt,
der umfahren werden soll. Auch kann es vorkommen, dass ein Nutzer unterwegs noch zusätzliche
Stationen anfahren möchte. Wenn der Nutzer nach Antritt der über das manuelle Verfahren
gebuchten Fahrt seine Route ändern will, muss er dies an einem stationären Mautterminal
tun, damit seine tatsächlich gefahrene Strecke nachvollziehbar bleibt. Dabei muss
der Nutzer dann eine Teilstornierung der gebuchten Strecke vornehmen und danach die
neue gewünschte Strecke buchen.
[0023] In den Fahrzeugeinrichtungen beziehungsweise Fahrzeuggeräten ist eine hochgenaue
Positionsbestimmung mittels der Positionsbestimmungsvorrichtung möglich, wobei diese
einen GNSS-Empfänger aufweist, welcher spezifische Signale von Satelliten eines globalen
Navigationssatellitensystems (Global Navigation Satellite System, kurz GNSS) empfängt,
welche im Erdorbit stationiert sind und welche entsprechende Positionssignale aussenden.
Die Positionsbestimmungsvorrichtung verwendet diese Signale in bekannter Weise zur
Berechnung der eigenen Position. Solche GNSS-Systeme sind beispielsweise das US-Amerikanische
GPS-System, das Russische GLONASS, das Europäische Galileo und das Chinesische Compass-System,
wobei die letzteren noch in Aufbau begriffen sind. Als Positionsbestimmungsvorrichtung
kann entweder eine bereits im mautpflichtigen Fahrzeug vorgesehene Positionsbestimmungsvorrichtung
verwendet werden, welche ihre Daten an eine OBU übergibt, oder die OBU selbst kann
eine Positionsbestimmungsvorrichtung aufweisen.
[0024] Zusätzlich können auch Weggeber (Tacho, Odometer) und Richtungsgeber wie beispielsweise
ein Gyroskop oder ein elektronischer Kompass des mautpflichtigen Fahrzeugs oder mit
der Positionsbestimmungsvorrichtung verbunden sein, um eine noch genauere Positionsbestimmung
durch eine Koppelnavigation zu ermöglichen. Dies kann insbesondere dann von Bedeutung
sein, wenn durch Abdeckung keine GNSS-Daten verfügbar sind, beispielsweise in einem
Tunnel, und dennoch eine genaue Positionsbestimmung gewünscht ist.
[0025] Die Übermittlung der Informationen an die Mautzentrale wird über ein in der Fahrzeugeinrichtung
vorliegenden Kommunikationsmodul durchgeführt, welches einen bekannten Mobilfunkstandard
verwendet und die Daten beispielsweise über den GSM-Standard an die Mautzentrale kommuniziert.
Eine zweiseitige Kommunikation ist dabei in der Regel nicht vorgesehen, sondern es
werden nur die von der Fahrzeugeinrichtung ermittelten mautrelevanten Daten an die
Mautzentrale übermittelt, wenn die Fahrzeugeinrichtung die Erhebung der Daten abgeschlossen
hat.
[0026] Verwendet der Nutzer eine Fahrzeugeinrichtung und nimmt am automatischen Verfahren
(AV) teil, so hat er aufgrund seiner Mitwirkungspflicht die Obliegenheit, sich über
das manuelle Verfahren einzubuchen, wenn die Fahrzeugeinrichtung während der Fahrt
ausfallen sollte. Hierzu führen die
"Nutzerinformationen zur LKW-Maut in Deutschland" der Toll Collect GmbH in der aktualisierten Auflage 2013 aus, dass der Nutzer der
Fahrzeugeinrichtung, wenn dieses während der Fahrt ausfallen sollte, die mautpflichtige
Straße an der nächsten Abfahrt verlassen muss und dann eine manuelle Einbuchung an
einem Mautstellenterminal vornehmen muss.
[0027] Entsprechend hat der Ausfall der automatischen Erfassung der Mautpflicht mittels
der Fahrzeugeinrichtung während der Fahrt zwingend eine Fahrtunterbrechung zur Folge,
in welcher die manuelle Buchung der weiteren Fahrt mit dem manuellen Verfahren durchgeführt
werden muss.
[0028] Die mangelnde Betriebsfähigkeit der Fahrzeugeinrichtung während der Fahrt kann unterschiedliche
technische Ursachen haben, zum Beispiel ein Verlust des Empfangs des GNSS-Signals
oder eine Fehlfunktion der Positionsbestimmungsvorrichtung. Aus der
EP 2 487 506 A1 ist beispielsweise eine Positionsbestimmungsvorrichtung sowie ein Verfahren und ein
Computerprogrammprodukt zur Signalisierung einer mangelnden Betriebsfähigkeit einer
solchen Positionsbestimmungsvorrichtung in einer Fahrzeugeinrichtung bekannt. Entsprechend
ist prinzipiell bekannt, dass und auf welche Weise die Betriebsfähigkeit einer Positionsbestimmungsvorrichtung
überprüft werden kann und die mangelnde Betriebsfähigkeit der Positionsbestimmungsvorrichtung
ermittelt werden kann.
Darstellung der Erfindung
[0029] Entsprechend ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Fahrzeugeinrichtung,
eine Mautzentrale und Verfahren zur Erhebung von Mautgebühren anzugeben, welche ein
verbessertes Verhalten bei einer mangelnden Betriebsfähigkeit bereitstellen.
[0030] Diese Aufgabe wird durch eine Mautzentral mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein
Mauterhebungssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 8 und eine Fahrzeugeinrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich
aus den Unteransprüchen und sind zudem im Folgenden beschrieben.
[0031] Entsprechend wird eine Mautzentrale zur Erhebung einer Maut eines mautpflichtigen
Fahrzeugs beim Benutzen einer mautpflichtigen Verkehrsfläche vorgeschlagen, die eine
zentrale Kommunikationseinrichtung und eine zentrale Recheneinrichtung umfasst, welche
mit der zentralen Kommunikationseinrichtung kommunikativ gekoppelt ist, wobei die
zentrale Recheneinrichtung dazu ausgebildet ist, die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen
Verkehrsfläche aus über die zentrale Kommunikationseinrichtung von einer Fahrzeugeinrichtung
empfangenen Identifikationsdaten und/oder Positionsdaten und/oder Mautdaten zu erkennen
und/ oder zu registrieren und eine auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte
Nutzung der mautpflichtigen Verkehrsfläche zu erheben und/oder deren Erhebung zu registrieren.
Erfindungsgemäß ist die zentrale Recheneinrichtung weiterhin dazu eingerichtet, eine
Ausfallnachricht der Fahrzeugeinrichtung über die zentrale Kommunikationseinrichtung
zu empfangen und/oder einen Ausfall der Fahrzeugeinrichtung und/oder einen Ausfall
wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente festzustellen
und in Antwort auf das Empfangen der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des
Ausfalls ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für die Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren, wobei die zentrale Recheneinrichtung
kommunikativ mit einer Speichereinrichtung gekoppelt ist, welche das Mautnetz betreffende
Daten umfasst, und die zentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet ist, in Antwort
auf den Empfang der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des Ausfalls anhand
der das Mautnetz betreffenden Daten mindestens eine Zielposition auf Grundlage einer
ermittelten Startposition zu generieren, und wobei die zentrale Recheneinrichtung
dazu eingerichtet ist, die ermittelten Zielpositionen über die zentrale Kommunikationseinrichtung
zur Auswahl durch den Nutzer an ein Mobilgerät des Nutzers zu übermitteln und in Antwort
auf eine über die zentrale Kommunikationseinrichtung empfangene Auswahl die ausgewählte
Zielposition bei der Initiierung des Verfahrens zur Registrierung der Nutzungsberechtigung
der dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu
verwenden.
[0032] Weiterhin wird entsprechend ein Mauterhebungssystem zur Erhebung einer Maut eines
mautpflichtigen Fahrzeugs beim Benutzen einer mautpflichtigen Verkehrsfläche, mit
einer von dem mautpflichtigen Fahrzeug mitgeführten Fahrzeugeinrichtung zur Bereitstellung
von Identifikationsdaten zur Identifizierung des mautpflichtigen Fahrzeugs, mit einer
Positionsbestimmungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer Position des mautpflichtigen
Fahrzeugs, und mit mindestens einer Recheneinrichtung, die dazu eingerichtet ist,
die ordnungsgemäße Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer von
der Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente zu überwachen, wobei das Mauterhebungssystem
dazu eingerichtet ist, die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche aus
von der Positionsbestimmungsvorrichtung bestimmten Positionsdaten zu erkennen und
eine auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen
Verkehrsfläche zu erheben, und mit einer Mautzentrale wie hierin beschrieben. Erfindungsgemäß
ist das Mauterhebungssystem weiterhin dazu eingerichtet, ein Verfahren zur Registrierung
wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung für
eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche
zu initiieren, wenn die Recheneinrichtung einen Mangel der ordnungsgemäßen Funktion
der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung verwendeten
Komponente festgestellt hat.
[0033] Weiterhin wird entsprechend eine Fahrzeugeinrichtung zur Mauterhebung für ein mautpflichtiges
Fahrzeug vorgeschlagen, welches eine Positionsbestimmungseinrichtung, wenigstens eine
dezentrale Kommunikationseinrichtung, ein Mobilgerät mit einer Nutzerschnittstelle,
einer mobilen Kommunikationseinrichtung und einer mobilen Recheneinrichtung, welche
mit der Nutzerschnittstelle und der mobilen Kommunikationseinrichtung gekoppelt ist,
und eine dezentrale Recheneinrichtung, welche mit der wenigstens einen dezentralen
Kommunikationseinrichtung und der Positionsbestimmungseinrichtung kommunikativ gekoppelt
ist, umfasst, wobei die dezentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet ist, Identifikationsdaten
sowie Positionsdaten und/oder Mautdaten über die wenigstens eine dezentrale Kommunikationseinrichtung
an eine Mautzentrale zu senden, um die Erhebung einer auf das mautpflichtige Fahrzeug
bezogenen Mautgebühr für die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche
zu ermöglichen oder zu bestätigen, und wobei die dezentrale Recheneinrichtung weiterhin
dazu eingerichtet ist, die ordnungsgemäße Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder
der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung und/oder einer mit der
dezentralen Recheneinrichtung kommunikativ gekoppelten Positionsbestimmungsvorrichtung
zu überwachen. Erfindungsgemäß ist die dezentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet,
in Antwort auf einen festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
und/oder der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung
eine Ausfallnachricht zu erzeugen und an eine Mautzentrale zu senden, um in der Mautzentrale
ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren, und wobei die mobile Recheneinrichtung
des Mobilgeräts dazu eingerichtet ist, zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit über
die mobile Kommunikationseinrichtung von der Mautzentrale zu empfangen und einem Nutzer
an der Benutzerschnittstelle anzuzeigen, in Antwort auf eine Nutzereingabe zu einer
angezeigten Zielauswahlmöglichkeit Zielpositionsdaten zu generieren und die generierten
Zielpositionsdaten als Bestandteil von Buchungsdaten an die Mautzentrale mittels der
mobilen Kommunikationseinrichtung zu übermitteln.
[0034] Entsprechend wird bei einem Ausfall der Fähigkeit der Fahrzeugeinrichtung zur Teilnahme
am automatischen Mauterhebungsverfahren das manuelle Mauterhebungsverfahren initiiert,
ohne dass der Fahrer des mautpflichtigen Fahrzeugs dazu seine Fahrt unterbrechen müsste
oder einen Abschnitt der mautpflichtigen Verkehrsfläche ohne Autorisierung beziehungsweise
Registrierung im manuellen Verfahren befahren müsste.
[0035] Eine Recheneinrichtung umfasst zumindest einen Prozessor mit einem internen Speicher.
Nach einer vorteilhaften Ausführungsform handelt es sich bei der Recheneinrichtung
um einen einzelnen, vorzugsweise körperlich abgrenzbaren Computer. Nach einer anderen
Ausführungsform handelt es sich dabei um ein verteiltes System, d.h. um mehrere unabhängige
Computer, die einem Nutzer wie ein einzelnes kohärentes System erscheinen. In letzterem
Fall hätte jeder der Computer zumindest einen Prozessor mit einem internen Speicher.
Die Computer arbeiten dann zwar autonom aber funktional aufeinander abgestimmt.
[0036] Die dezentrale Kommunikationseinrichtung und optional die dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung
sind mit der dezentralen Recheneinrichtung kommunikativ gekoppelt, so dass die Komponenten
untereinander Daten austauschen können. Die Komponenten müssen aber nicht notwendig
in einem Gerät zusammengefasst sein, sondern können auch durch mehrere Geräte oder
Schnittstellen ausgebildet sein.
[0037] Im Falle von fremdverorteten Fahrzeugeinrichtungen, die über die dezentrale Kommunikationseinrichtung
Identifikationsdaten an eine straßenseitige Erfassungsvorrichtung eines die Mautzentrale
umfassenden Mauterhebungssystem senden, ist die wenigstens eine dezentrale Kommunikationseinrichtung
bevorzugt als DSRC-Kommunikationseinrichtung zur kurzreichweitigen Kommunikation (dedicated
short-range communication) ausgebildet.
[0038] Im Falle von selbstverortenden Fahrzeugeinrichtungen ist die wenigstens eine dezentrale
Kommunikationseinrichtung bevorzugt als Mobilfunk-Kommunikationseinrichtung, beispielsweise
als ein GSM-Modul, ausgebildet, wobei die dezentrale Recheneinrichtung zur Selbstverortung
der Fahrzeugeinrichtung mit einer dezentralen Positionsbestimmungsvorrichtung kommunikativ
verbunden ist.
[0039] Dies ist jedoch nicht zwingend, denn auch selbstverortende Fahrzeugeinrichtungen
können über eine als DSRC-Kommunikationseinrichtung ausgebildete dezentrale Kommunikationseinrichtung
Positionsdaten von einer straßenseitigen Sendevorrichtung, beispielsweise von einer
Positionsgeber-Bake, empfangen.
[0040] In dem Fall, in dem die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet ist, die Mautgebühr zu bestimmen
und selbsttätig - beispielsweise durch Abbuchung von einem im Fahrzeuggerät vorgesehenen
Guthaben, welches beispielsweise in Form einer pre-paid Karte im Fahrzeuggerät aufgenommen
sein kann - zu erheben, genügt es, eine Bestätigung der dezentralen Recheneinrichtung
über die durch die Fahrzeugeinrichtung erfolgte Erhebung einer auf das mautpflichtige
Fahrzeug bezogenen Mautgebühr für die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche
an die Mautzentrale zu versenden. Die dezentrale Recheneinrichtung kann ausgebildet
sein, eine derartige Nachricht in Antwort auf eine Kontrollanfrage von einer straßenseitigen
Kontrollvorrichtung eines die Mautzentrale und die Fahrzeugeinrichtung umfassenden
Mauterhebungssystems im Wege einer DSRC-Kommunikation mit der Kontrollvorrichtung
an die Kontrollvorrichtung zu versenden, die diese Nachricht - gegebenenfalls in verarbeiteter
und/oder ergänzter Form - an die Mautzentrale weiterleitet.
[0041] Ist eine mit der dezentralen Recheneinrichtung kommunikativ gekoppelte dezentrale
Positionsbestimmungsvorrichtung vorgesehen, so kann diese beispielsweise eine von
dem Fahrzeug bereitgestellte Positionsbestimmungsvorrichtung sein, beispielsweise
ein im Fahrzeug eingebautes Navigationssystem. Die Positionsbestimmungsvorrichtung
kann auch von einem Mobilgerät, beispielsweise einem mit der dezentralen Recheneinrichtung
gekoppelten Smartphone bereitgestellt werden. Durch die in mehrere Komponenten aufgeteilte
Fahrzeugeinrichtung lassen sich einzelne Komponenten bei einem Defekt oder für ein
Hardware-Upgrade austauschen oder ergänzen.
[0042] Bevorzugt ist die Fahrzeugeinrichtung als Fahrzeuggerät ausgebildet, welches die
Positionsbestimmungsvorrichtung in einem Gehäuse umfasst, in dem auch die dezentrale
Recheneinrichtung angeordnet ist.
[0043] Die dezentrale Kommunikationseinrichtung kann durch eine im Fahrzeug eingebaute Kommunikationseinrichtung
wie beispielsweise ein eingebautes Mobiltelefon oder eine Telemetrievorrichtung ausgebildet
sein oder kann beispielsweise in Form eines Smartphones oder Mobiltelefons bereitgestellt
werden.
[0044] Die einzelnen Komponenten der Fahrzeugeinrichtung können aber auch in einem einzigen
Gehäuse als eigenständiges Fahrzeuggerät miteinander verbunden sein, wobei das Fahrzeuggerät
dann beispielsweise in einen DIN-Einschub in einem Fahrzeug eingesetzt werden kann.
Vorzugsweise kann die Fahrzeugeinrichtung dann als Einheit in einem Fahrzeug installiert
und auch insgesamt ausgetauscht werden.
[0045] Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Fahrzeugeinrichtung sehen vor, dass die dezentrale
Recheneinrichtung die Ausfallnachricht über die wenigstens eine dezentrale Kommunikationseinrichtung
an die Mautzentrale sendet, über die sie auch die Identifikationsdaten und/oder Positionsdaten
und/oder Mautdaten an die Mautzentrale sendet.
[0046] Das ist jedoch nicht zwingend. So kann die dezentrale Recheneinrichtung mit mehreren
dezentralen Kommunikationseinrichtungen gekoppelt sein und die Ausfallnachricht über
eine andere dezentrale Kommunikationseinrichtung an die Mautzentrale versenden als
die wenigstens eine dezentrale Kommunikationseinrichtung, über welche sie auch die
Identifikationsdaten und/oder Positionsdaten und/oder Mautdaten an die Mautzentrale
sendet. Dieser Fall ist insbesondere dann zu bevorzugen, wenn die dezentrale Recheneinrichtung
einen Ausfall der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung feststellt,
über die der Versand der Identifikationsdaten und/oder Positionsdaten und/oder Mautdaten
an die Mautzentrale vorgesehen ist. Der Ausfall dieser wenigstens einen dezentralen
Kommunikationseinrichtung kann nämlich derart sein, dass diese wenigstens eine dezentrale
Kommunikationseinrichtung nicht mehr zur Versendung der Ausfallnachricht verwendbar
ist. In diesem Fall verwendet die dezentrale Recheneinrichtung bevorzugt die andere
Kommunikationseinrichtung zur Versendung der Ausfallnachricht an die Mautzentrale.
Beispielsweise kann die andere Kommunikationseinrichtung ein Mobilgerät (beispielsweise
ein Smartphone) sein, welches über eine kurzreichweitige Kommunikationsschnittstelle
(beispielsweise für DSRC oder Bluetooth-Kommunikation) von der dezentralen Recheneinrichtung
zur Versendung der Ausfallnachricht an die Mautzentrale angewiesen werden kann.
[0047] Nach einer bevorzugten Ausführungsform beendet die dezentrale Recheneinrichtung ein
automatisches Mauterhebungsverfahren in Antwort auf den festgestellten Mangel der
ordnungsgemäßen Funktion. Dazu übermittelt sie die dazu erforderlichen Abschlussdaten
an die Mautzentrale. Die Abschlussdaten können Bestandteil der später noch erläuterten
einen Ausfallnachricht sein. Sie können aber auch separat übermittelt werden.
[0048] Bevorzugt ist die dezentrale Recheneinrichtung weiterhin dazu eingerichtet, zusammen
mit der Ausfallnachricht Startpositionsdaten an die Mautzentrale zu senden. Bevorzugt
erzeugt die dezentrale Recheneinrichtung die Startpositionsdaten auf Grundlage einer
von der Positionsbestimmungsvorrichtung bestimmten Position oder übernimmt die Startpositionsdaten
einer von der Positionsbestimmungsvorrichtung bestimmten Position. Auf diese Weise
kann in der Mautzentrale das Verfahren zur Registrierung der Nutzungsberechtigung
ausgehend von der übermittelten Startposition durchgeführt werden. Der Nutzer kann
entsprechend sicher sein, dass seine Fahrt auch bei einem festgestellten Mangel der
ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung oder der Positionsbestimmungsvorrichtung
lückenlos legal durchgeführt wird und er nicht eventuell als Mautpreller gilt.
[0049] In einer bevorzugten Weiterbildung ist eine mit der dezentralen Recheneinrichtung
kommunikativ gekoppelte Nutzerschnittstelle vorgesehen und die dezentrale Recheneinrichtung
ist dazu eingerichtet, in Antwort auf einen festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen
Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung zumindest
eine Zielauswahlmöglichkeit zu generieren und einem Nutzer an der Nutzerschnittstelle
anzuzeigen, in Antwort auf eine Nutzereingabe zu einer angezeigten Zielauswahlmöglichkeit
Zielpositionsdaten zu generieren und die generierten Zielpositionsdaten über die dezentrale
Kommunikationseinrichtung an die Mautzentrale zu übermitteln, um die dem mautpflichtigen
Fahrzeug vorausliegende mautpflichtige Verkehrsfläche zu definieren. Auf diese Weise
wird es möglich, auch bei Feststellung eines Mangels der ordnungsgemäßen Funktion
der Fahrzeugeinrichtung und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung dem Nutzer die
Auswahl aus unterschiedlichen Zielen zu geben. Besonders bevorzugt ist es für den
Nutzer so möglich, beispielsweise einen von Nutzer ausgewählten Servicepunkt oder
ein vom Nutzer ausgewähltes Mautterminal anzufahren, um dort entweder eine Reparatur
des Fahrzeuggeräts oder eine manuelle Buchung einer zu fahrenden Route durchzuführen.
[0050] Bevorzugt ist eine mit der dezentralen Recheneinrichtung kommunikativ gekoppelte
Nutzerschnittstelle vorgesehen und die dezentrale Recheneinrichtung ist dazu eingerichtet,
nach der Übermittlung der Ausfallnachricht an die Mautzentrale zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit
von der Mautzentrale über die dezentrale Kommunikationseinrichtung zu empfangen und
einem Nutzer an der Nutzerschnittstelle anzuzeigen, in Antwort auf eine Nutzereingabe
zu einer angezeigten Zielauswahlmöglichkeit Zielpositionsdaten zu generieren und die
generierten Zielpositionsdaten über die dezentrale Kommunikationseinrichtung an die
Mautzentrale zu übermitteln, um die dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegende mautpflichtige
Verkehrsfläche zu definieren. Auf diese Weise kann der Nutzer auch an der Fahrzeugeinrichtung
eine Vorausbuchung einer mautpflichtigen Route durchführen, so dass er beispielsweise
beim Ausfall der Fahrzeugeinrichtung die Fahrt bis zum Ende der Tour weiterführen
kann, ohne ein Mautterminal anfahren zu müssen oder das Fahrzeuggerät reparieren oder
wechseln zu lassen.
[0051] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist die dezentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet,
in Antwort auf einen festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung Wartungsdaten zu erzeugen und die Wartungsdaten
über die dezentrale Kommunikationseinrichtung an die Mautzentrale zu übermitteln.
Die Wartungsdaten können dann von der Mautzentrale an einen Servicepunkt weitergegeben
werden, um die Wartung beziehungsweise Reparatur des ausgefallenen Fahrzeuggeräts
zu unterstützen und dem Wartungspersonal eine Vorab-Information zukommen zu lassen.
[0052] Nach einer Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung ist die Kommunikationseinrichtung
der Fahrzeugeinrichtung dazu eingerichtet, Daten sowohl für das automatische Mauterhebungsverfahren
als auch für das manuelle Mauterhebungsverfahren an die Mautzentrale zu übermitteln.
Bei der Übermittlung von Daten kommt es nicht darauf an, wie die Daten konkret übermittelt
werden, d.h. beispielsweise kontinuierlich, gemultiplext oder in Datenpaketen. Es
ist unerheblich, ob die Daten kontinuierlich oder aufgeteilt, z.B. in Pakete, übermittelt
werden. Je nach Ausführungsform der Erfindung können der Inhalt, die Ausgestaltung,
die Struktur und die zeitliche Steuerung der Übertragung der übermittelten Daten variieren.
Bei der Kommunikationseinrichtung kann es sich um eine drahtlose Kommunikationseinrichtung
handeln. Vorzugsweise entspricht diese drahtlose Kommunikationseinrichtung dem GSM-,
dem UMTS und/oder der LTE-Mobilfunkstandard.
[0053] Die Überwachung der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder der
Positionsbestimmungsvorrichtung kann softwaretechnisch und/oder hardwaretechnisch
gelöst sein. Die Positionsbestimmungseinrichtung kann beispielsweise zwei Einrichtungen
zur Positionsbestimmung umfassen. Wenn die beiden Einrichtungen beispielsweise signifikant
divergierende Positionen ermitteln, kann die dezentrale Recheneinrichtung daraus schließen,
dass die Positionsbestimmungseinrichtung fehlerhaft arbeitet. Dann ist die Fähigkeit
der Fahrzeugeinrichtung zur Durchführung eines automatischen Mauterhebungsverfahrens
ausgefallen. Alternativ oder ergänzend kann die dezentrale Recheneinrichtung dazu
eingerichtet sein, eine Plausibilitätsprüfung an den von der Positionsbestimmungseinrichtung
bestimmten Positionsdaten vornehmen. Natürlich können, wie bereits oben geschildert,
auch andere Ereignisse, wie beispielsweise andere technische Gründe zu einem Ausfall
der Fähigkeit zur Durchführung des automatischen Verfahrens führen. Dazu zählen ein
- wenn auch nur vorübergehender - Abbruch der Stromversorgung der Fahrzeugeinrichtung
selbst (Leitungsunterbrechung außen) oder von einer Komponente der Fahrzeugeinrichtung
(Leitungsunterbrechung innen). Dem Fachmann sind Implementierungen und Verfahren bekannt,
die geeignet sind, um diese Ereignisse festzustellen. Die Funktion der Fahrzeugeinrichtung
die Ausfallnachricht zu erzeugen und zu senden kann im Falle des Unterbrechens der
Stromversorgung zur Fahrzeugeinrichtung durch eine Batterie oder einen sonstigen Ladungsspeicher
der Fahrzeugeinrichtung aufrechterhalten werden.
[0054] Bei der Bestimmung der Position ist zu beachten, dass dies im Rahmen des automatischen
Mauterhebungsverfahrens kontinuierlich, periodisch oder zumindest häufig durchgeführt
wird. Wenn es gerade der Ausfall der Positionsbestimmungseinrichtung ist, der zum
Ausfall der überwachten Funktion führt, dann kann zu diesem Zeitpunkt über die Positionsbestimmungsvorrichtung
keine aktuelle Position mehr bestimmt werden, die als Grundlage für die Bestimmung
der Startposition dient. Vielmehr muss dann zumindest eine vor dem Ausfall der Positionsbestimmungsvorrichtung
bestimmte Position als letzte bekannte Position als Grundlage dienen. Dazu kann die
Fahrzeugeinrichtung eine Speichereinrichtung aufweisen, in dem die von der Positionsbestimmungsvorrichtung
bestimmten Positionen abgespeichert werden können. Eine oder mehrere der abgespeicherten
Positionen kann dann die Recheneinrichtung dazu verwenden, um Startpositionsdaten
zu erzeugen. Insbesondere kann die Recheneinrichtung dazu eingerichtet sein, ein Extrapolationsverfahren
zu verwenden, um die Startpositionsdaten zu erzeugen. Daraus folgt wiederum, dass
der Schritt des Bestimmens einer Position vor oder nach dem Feststellen des Ausfalls
der überwachten Funktion stattfinden kann.
[0055] Dadurch, dass in der Fahrzeugeinrichtung eine mangelnde Funktion der Fahrzeugeinrichtung
zur Durchführung eines automatischen Mauterhebungsverfahrens (hierin auch als mangelnde
Betriebsfähigkeit bezeichnet) festgestellt wird und dann automatisch die Position
an die Mautzentrale zur Initiierung eines manuellen Mauterhebungsverfahrens übermittelt
wird, kann eine Fahrtunterbrechung vermieden werden. Zwar ist dann die Durchführung
einer automatischen Mauterhebung nicht mehr möglich, so dass ab diesem Zeitpunkt der
Nutzer, soweit er sich auf einem mautpflichtigen Straßenabschnitt befindet, Mautpreller
wäre. Durch die Übermittlung der Ausfallnachricht initiiert die eigentlich für das
automatische Mauterhebungsverfahren gedachte Fahrzeugeinrichtung im Falle der mangelnden
Betriebsfähigkeit ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige
Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen
Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche. Mit anderen Worten: Das Mauterhebungsverfahren
wird von dem automatischen Erhebungsverfahren (AV), in dem eine Mauterhebung nach
Durchfahren des mautpflichtigen Streckenabschnitts erfolgt, auf ein Erhebungsverfahren,
in welchem die Nutzungsberechtigung vor dem Durchfahren erworben und die Maut erhoben
wird, umgestellt.
[0056] Weiterhin wird eine Mautzentrale zur Erhebung einer Maut eines mautpflichtigen Fahrzeugs
beim Benutzen einer mautpflichtigen Verkehrsfläche vorgeschlagen, umfassend eine zentrale
Kommunikationseinrichtung und eine zentrale Recheneinrichtung, welche mit der zentralen
Kommunikationseinrichtung kommunikativ gekoppelt ist, wobei die zentrale Recheneinrichtung
dazu ausgebildet ist, die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche aus
über die zentrale Kommunikationseinrichtung von einer Fahrzeugeinrichtung empfangenen
Identifikationsdaten und/oder Positionsdaten und/oder Mautdaten zu erkennen und eine
auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen
Verkehrsfläche zu erheben und/oder deren Erhebung zu registrieren. Erfindungsgemäß
ist die zentrale Recheneinrichtung weiterhin dazu eingerichtet, eine Ausfallnachricht
der Fahrzeugeinrichtung über die zentrale Kommunikationseinrichtung zu empfangen und/oder
einen Ausfall der Fahrzeugeinrichtung oder von der Fahrzeugeinrichtung verwendeter
Komponente festzustellen und in Antwort auf das Empfangen der Ausfallnachricht und/oder
das Feststellen des Ausfalls ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf
das Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung für die Nutzung einer dem mautpflichtigen
Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren.
[0057] Damit kann in einem die Mautzentrale und die Fahrzeugeinrichtung umfassenden Mauterhebungssystem
das automatische Verfahren (AV) durchgeführt werden, bei welchem die Nutzungsberechtigung
für das mautpflichtige Fahrzeug nach dem Durchfahren eines mautpflichtigen Streckenabschnitts
erworben wird. Weiterhin kann beim Ausfall der Fahrzeugeinrichtung ein dazu alternatives
Verfahren durchgeführt werden, bei welchem die Nutzungsberechtigung für den mautpflichtigen
Streckenabschnitt vordem Durchfahren erworben wird. Dieses Verfahren ähnelt dem manuellen
Verfahren (MV), bei welchem die Nutzungsberechtigung vor Fahrtbeginn an einem Mautterminal
oder einem Internetterminal erworben wird. Die vor der eigentlichen Benutzung der
mautpflichtigen Strecke erworbene Nutzungsberechtigung erfordert für die Mauterhebung
die starre Festlegung einer zu fahrenden Strecke, so dass dieses Verfahren nicht mehr
die Flexibilität des automatischen Verfahrens aufweist.
[0058] Dadurch, dass beim Ausfall der Fahrzeugeinrichtung und/oder einer von der Fahrzeugeinrichtung
verwendeten Komponente (beispielsweise einer mit einer dezentralen Recheneinrichtung
der Fahrzeugeinrichtung kommunikativ gekoppelten Positionsbestimmungsvorrichtung oder
einer mit einer dezentralen Recheneinrichtung der Fahrzeugeinrichtung kommunikativ
gekoppelten dezentralen Kommunikationseinrichtung) die Nutzungsberechtigung für eine
vordem mautpflichtigen Fahrzeug liegende Verkehrsfläche erworben wird, kann die Fahrt
auf der mautpflichtigen Verkehrsfläche weitergeführt werden, ohne dass der Nutzer
als Mautpreller gilt.
[0059] In dem Fall, in dem die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet ist, die Mautgebühr zu bestimmen
und selbsttätig - beispielsweise durch Abbuchung von einem im Fahrzeuggerät vorgesehenen
Guthaben, welches beispielsweise in Form einer pre-paid Karte im Fahrzeuggerät aufgenommen
sein kann - zu erheben, genügt es, wenn die zentrale Recheneinrichtung von der Fahrzeugeinrichtung
eine Bestätigung der Fahrzeugeinrichtung über die durch die Fahrzeugeinrichtung erfolgte
Erhebung einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Mautgebühr für die erfolgte
Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche erhält, in deren Folge die Mautzentrale
die Erhebung der Gebühr durch die Fahrzeugeinrichtung registriert.
[0060] Bevorzugt ist die zentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet, über die zentrale
Kommunikationseinrichtung zusammen mit der Ausfallnachricht Startpositionsdaten von
der Fahrzeugeinrichtung zu empfangen und die Startpositionsdaten als Startposition
bei der Initiierung des Verfahrens zur Registrierung der Nutzungsberechtigung der
dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu verwenden.
Entsprechend wird eine lückenlose Nutzungsberechtigung für die mautpflichtige Verkehrsfläche
erworben.
[0061] Bevorzugt ist die zentrale Recheneinrichtung auch dazu eingerichtet, Startpositionsdaten
aus der letzten, vor dem Empfang der Ausfallnachricht und/oder dem Feststellen des
Ausfalls empfangenen Position der Fahrzeugeinrichtung zu generieren und die Startpositionsdaten
als Startposition bei der Initiierung des Verfahrens zur Registrierung der Nutzungsberechtigung
der dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu
verwenden. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die Positionsbestimmungsvorrichtung
keine aktuellen Positionsdaten mehr bereitstellen kann.
[0062] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist die zentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet,
in Antwort auf den Empfang der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des Ausfalls
nach einem vorbestimmten Kriterium Zielpositionsdaten zu erzeugen und diese als Zielposition
bei der Initiierung des Verfahrens zur Registrierung der Nutzungsberechtigung der
dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu verwenden.
Das mautpflichtige Fahrzeug kann dann zu einer vorgegebenen Zieladresse geleitet werden
und dabei legal auf der mautpflichtigen Verkehrsfläche unterwegs sein.
[0063] In einer bevorzugten Weiterbildung ist die zentrale Recheneinrichtung kommunikativ
mit einer Speichereinrichtung gekoppelt, welche ein das Mautnetz betreffende Daten
umfasst, insbesondere vorgespeicherte Zielpositionsdaten und/oder Kartenmaterial und/oder
Mautnetzdaten, und die zentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet, in Antwort auf
den Empfang der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des Ausfalls mindestens
eine Zielposition auf Grundlage einer ermittelten Startposition zu generieren, wobei
die Zielposition bevorzugt ein der Startposition nächstgelegenes Mautstellenterminal
und/oder eine der Startposition nächstgelegene Serviceeinrichtung ist. Es lassen sich
so dediziert Ziele einstellen, welche eine Behebung des Ausfallzustands ermöglichen.
[0064] In einer besonders bevorzugten Weiterbildung ist die zentrale Recheneinrichtung dazu
eingerichtet, die ermittelten Zielpositionen über die zentrale Kommunikationseinrichtung
zur Auswahl durch den Nutzer an die Fahrzeugeinrichtung oder ein Mobilgerät des Nutzers,
dessen Adresse (z.B. IP-Adresse oder Mobilfunknummer) beispielsweise in einer Datenbank
der Mautzentrale beispielsweise in Verknüpfung mit einer Nutzerkennung des Nutzers
gespeichert ist, zu übermitteln und in Antwort auf eine über die zentrale Kommunikationseinrichtung
empfangene Auswahl die ausgewählte Zielposition bei der Initiierung des Verfahrens
zur Registrierung der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu verwenden. So kann der Nutzer aus einer Auswahl
an möglichen Zielen auswählen und bevorzugt ein eigenes Ziel eingeben, bis zu welchem
er eine Nutzungsberechtigung erwerben will. Hier kann beispielsweise bis zum Ende
der geplanten Tour gebucht werden.
[0065] Bevorzugt ist die zentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet, eine Nachricht zur
Bestätigung der Registrierung der Nutzungsberechtigung zu generieren und die generierte
Nachricht zur Bestätigung der Registrierung über die zentrale Kommunikationseinrichtung
an die Fahrzeugeinrichtung zu senden oder an ein Mobilgerät eines Nutzers zu senden,
auf den die Fahrzeugeinrichtung in der Mautzentrale registriert ist, wobei die Nachricht
bevorzugt auch Zielpositionsdaten und besonders bevorzugt auch Via-Positionen umfasst.
So kann der Nutzer beziehungsweise der Fahrer darüber informiert werden, auf welcher
Route er die Nutzungsberechtigung erworben hat und entsprechend legal fahren kann.
Weiterhin kann im Falle einer Kontrolle durch eine Kontrollbehörde die Nutzungsberechtigung
anhand einesaus der Bestätigung abgeleiteten Belegs nachgewiesen werden.
[0066] Bevorzugt ist die zentrale Recheneinrichtung dazu eingerichtet, beim Initiieren des
Verfahrens zur Registrierung der auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung
die zwischen der Startposition und der Zielposition fälligen Mautgebühren auf Grundlage
eines vorgegeben Kriteriums bestimmt und die berechneten Mautgebühren erhebt. Damit
kann die Mautgebühr über die bekannten Zahlungswege auch beim Ausfall des automatischen
Verfahrens erhoben werden.
[0067] Weiterhin wird ein Mauterhebungssystem zur Erhebung einer Maut eines mautpflichtigen
Fahrzeugs beim Benutzen einer mautpflichtigen Verkehrsfläche vorgeschlagen, mit einer
von dem mautpflichtigen Fahrzeug mitgeführten Fahrzeugeinrichtung zur Bereitstellung
von Identifikationsdaten zur Identifizierung des mautpflichtigen Fahrzeugs, mit einer
Positionsbestimmungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer Position des mautpflichtigen
Fahrzeugs, und mit mindestens einer Recheneinrichtung, die dazu eingerichtet ist,
die ordnungsgemäße Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer von
der Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente zu überwachen, wobei das Mauterhebungssystem
dazu eingerichtet ist, die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche aus
von der Positionsbestimmungsvorrichtung bestimmten Positionsdaten zu erkennen und
eine auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen
Verkehrsfläche zu erheben. Erfindungsgemäß ist das Mauterhebungssystem weiterhin dazu
eingerichtet, ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige
Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen
Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren, wenn die Recheneinrichtung
einen Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/ oder wenigstens
einer von der Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente festgestellt hat.
[0068] Vorzugsweise erfolgt die Bestimmung der Position des mautpflichtigen Fahrzeugs mittels
der Positionsbestimmungsvorrichtung unter Verwendung der Fahrzeugeinrichtung.
[0069] Besonders bevorzugt umfasst das Mauterhebungssystem eine oben beschriebene Fahrzeugeinrichtung
und eine oben beschriebene Mautzentrale.
[0070] Entsprechend kann bei einem Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
und/oder der Positionsbestimmungseinrichtung ein Verfahren initiiert werden, bei welchem
die Fahrtroute vor der Fahrt bestimmt wird.
[0071] Damit kann beispielsweise in der oben beschriebenen Kombination aus Fahrzeuggerät
und Mautzentrale auch bei einem Ausfall der Möglichkeit, das automatische Verfahren
durchzuführen, eine Weiterfahrt ermöglicht werden, ohne als Mautpreller zu gelten.
[0072] Dies ist auch in Mauterhebungssystemen möglich, in denen die Maut nicht zentral erhoben
wird, sondern dezentral - beispielsweise durch Abbuchung von einem im Fahrzeuggerät
vorgesehenen Guthaben, welches beispielsweise in Form einer pre-paid Karte im Fahrzeuggerät
aufgenommen sein kann.
[0073] Weiterhin ist dies auch in Mauterhebungssystemen möglich, in welchen der Ausfall
des Fahrzeuggeräts und/oder der Positionsbestimmungseinrichtung in der Mautzentrale
ermittelt wird - beispielsweise durch das Ausbleiben eines erwarteten Signals oder
durch das Empfangen fehlerhafter oder erkennbar unsinniger Positionsdaten.
[0074] Darüber hinaus ist dies auch in Mauterhebungssystemen möglich, welche die Positionsbestimmung
über straßenseitige Erfassungseinrichtungen durchführen, welche beispielsweise von
dem Fahrzeuggerät beim Passieren nur Identifikationsdaten empfangen und aus diesen
an den unterschiedlichen straßenseitigen Erfassungsvorrichtungen empfangenen Identifikationsdaten
die fällige Maut Abschnitt für Abschnitt oder durch eine spätere Rekonstruktion der
Route bestimmen und entsprechend erheben. Das Fahrzeuggerät hat in einem solchen Mauterhebungssystem
typischerweise keine eigene Positionsbestimmungsvorrichtung sondern sendet nur Identifikationssignale.
[0075] Bevorzugt liegt entsprechend die Recheneinrichtung zur Überwachung der ordnungsgemäßen
Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung in der
Fahrzeugeinrichtung und/oder in einem im Fahrzeug mitgeführten Mobilgerät und/oder
in einer Mautzentrale vor. Eine Überwachung über ein mitgeführtes Mobilgerät, beispielsweise
ein Smartphone, kann beispielsweise über eine kommunikative Anbindung des Mobilgeräts
an das Fahrzeuggerät und eine Übermittlung eines Kontrollsignals oder der gesendeten
Daten an das Mobilgerät stattfinden. Im Mobilgerät werden dann die vom Fahrzeuggerät
empfangenen Daten oder das Kontrollsignal überwacht und/oder ausgewertet und entsprechend
beim Fehlen des Kontrollsignals und/oder beim Vorliegen einer vorgegebenen Abweichung
von den erwarteten Daten das Vorliegen eines Mangels der Funktion der Fahrzeugeinrichtung
und/oder der Positionsbestimmungseinrichtung festgestellt. In der Mautzentrale kann
ebenfalls der Ausfall der Positionsbestimmungsvorrichtung und/oder des Fahrzeuggeräts
festgestellt werden, wenn hier keine erwarteten Daten oder kompromittierte Daten empfangen
werden. Weiterhin kann die Mautzentrale beim Empfangen von Positionsdaten einer straßenseitigen
Erfassungsvorrichtung diese Daten mit den empfangenen Positionsdaten abgleichen und
beim Vorliegen einer vorbestimmten Diskrepanz das Vorliegen eines Mangels der Fahrzeugeinrichtung
und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung feststellen.
[0076] Eine Mauterhebung kann bevorzugt durch eine Mautzentrale und/oder die Fahrzeugeinrichtung
und/oder ein im Fahrzeug mitgeführtes Mobilgerät erreicht werden. Bei der dezentralen
Erhebung in der Fahrzeugeinrichtung und/oder dem Mobilgerät kann in diesen ein Guthaben
vorliegen, welches dann durch die Mauterhebung nach und nach aufgebraucht wird. Eine
Erhebung kann auch über die Mobilfunkrechnung des Mobilgeräts erfolgen.
[0077] Bevorzugt ist die Positionsbestimmungsvorrichtung in der Fahrzeugeinrichtung und/oder
durch ein im Fahrzeug mitgeführtes Mobilgerät und/oder durch mindestens eine straßenseitige
Erfassungsvorrichtung ausgebildet. Entsprechend können unterschiedliche Positionsbestimmungsverfahren
angewendet werden, beispielsweise die Positionsbestimmung durch die in der Fahrzeugeinrichtung
vorgesehene Positionsbestimmungsvorrichtung. Auch ein mitgeführtes Mobilgerät kann
durch seine Eigenschaften eine Positionsbestimmung durchführen und an die Fahrzeugeinrichtung
oder eine Mautzentrale kommunizieren, so dass eine Mautbestimmung in der Fahrzeugeinrichtung,
der Mautzentrale oder im Mobilgerät durchgeführt werden kann. Die Positionsbestimmung
kann weiterhin auch über straßenseitige Erfassungsvorrichtungen durchgeführt werden,
deren Daten dann die Fahrtroute nachverfolgen lassen.
[0078] Besonders bevorzugt ist ein im Fahrzeug mitgeführtes Mobilgerät dazu eingerichtet,
während des Verfahrens zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug
bezogenen Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug
vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche auf Aufforderung eine Startposition
und/oder eine Endposition zu übermitteln. Damit kann beispielsweise eine Mautzentrale
beim Ausfall des Fahrzeuggeräts über ein weiteres Gerät, nämlich das Mobilgerät, eine
Positionsbestimmung durchführen und damit das Verfahren zur Vorab-Registrierung der
Nutzungsberechtigung mit genauen Positionsdaten versorgen.
[0079] Weiterhin wird ein Verfahren zur Erhebung einer Maut für die Benutzung einer mautpflichtigen
Verkehrsfläche durch ein mautpflichtiges Fahrzeug vorgeschlagen, mit den Schritten
des Bereitstellens von Identifikationsdaten zur Identifizierung des mautpflichtigen
Fahrzeugs durch eine in dem mautpflichtigen Fahrzeug mitgeführte Fahrzeugeinrichtung,
des Ermittelns der Position des mautpflichtigen Fahrzeugs mittels einer Positionsbestimmungsvorrichtung,
des Erkennens der erfolgten Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche aus den Identifikationsdaten
und/oder den Positionsdaten, des Erhebens einer auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr
für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen Verkehrsfläche, und des Überwachens der
ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer von der
Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente. Erfindungsgemäß ist das Initiieren eines
Verfahrens zur Registrierung wenigstens einer auf das Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung
für die Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen
Verkehrsfläche in Antwort auf einen festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion
der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung verwendeten
Komponente vorgesehen.
[0080] Vorzugsweise erfolgt das Ermitteln der Position des mautpflichtigen Fahrzeugs mittels
der Positionsbestimmungsvorrichtung unter Verwendung der Fahrzeugeinrichtung.
[0081] Mit dem Verfahren sind all die vorbeschriebenen Varianten unterschiedlichster Mauterhebungssysteme
betreibbar, beispielsweise Mauterhebungssysteme, in welchen die Maut zentral erhoben
wird, in welchen die Maut dezentral erhoben wird, in welchen die Fahrzeugeinrichtung
die Positionsbestimmung durchführt, in welchen die Positionsbestimmung über straßenseitige
Erfassungseinrichtungen durchgeführt wird, in welchen ein Mangel der Funktion des
Fahrzeuggeräts und/oder der Positionsbestimmungseinrichtung im Fahrzeuggerät, im Mobilgerät
oder in der Mautzentrale festgestellt wird.
[0082] Weiterhin ist ein Computerprogrammprodukt, welches Softwarecodeabschnitte umfasst,
die in einen internen Speicher einer dezentralen Recheneinrichtung, welche mit wenigstens
einer dezentralen Kommunikationseinrichtung kommunikativ gekoppelt ist, geladen werden
können und die, wenn sie von der dezentralen Recheneinrichtung ausgeführt werden,
die dezentrale Recheneinrichtung dazu veranlassen, die folgenden Schritte durchzuführen:
- Senden von Positionsdaten und/oder Mautdaten über die dezentrale Kommunikationseinrichtung
an eine Mautzentrale, um die Erhebung einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen
Mautgebühr für die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche zu ermöglichen
oder zu bestätigen,
- Überwachen der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder der wenigstens
einen dezentralen Kommunikationseinrichtung und/ oder einer mit der dezentralen Recheneinrichtung
kommunikativ gekoppelten Positionsbestimmungsvorrichtung,
- Erzeugen, in Antwort auf einen festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion
der Fahrzeugeinrichtung und/oder der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung
und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung, einer Ausfallnachricht, und
- Senden dieser Ausfallnachricht über die dezentrale Kommunikationseinrichtung an die
Mautzentrale, um in der Mautzentrale ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer
auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer
dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren.
[0083] Weiterhin wird ein Computerprogrammprodukt vorgeschlagen, welches Softwarecodeabschnitte
umfasst, die in einen internen Speicher einer zentralen Recheneinrichtung, welche
mit einer Kommunikationseinrichtung kommunikativ gekoppelt ist, geladen werden können
und die, wenn sie von der zentralen Recheneinrichtung ausgeführt werden, die zentrale
Recheneinrichtung dazu veranlassen, die folgenden Schritte durchzuführen:
- Erkennen der erfolgten Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche aus von über die
zentrale Kommunikationseinrichtung einer Fahrzeugeinrichtung empfangenen Positionsdaten
und/oder Mautdaten,
- Erheben einer auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen
Verkehrsfläche oder Registrieren einer Erhebung dieser Mautgebühr,
- Empfangen einer Ausfallnachricht der Fahrzeugeinrichtung über die zentrale Kommunikationseinrichtung
und/oder Feststellen eines Ausfalls der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer
von der Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente, und
- Initiieren eines Verfahrens zur Registrierung wenigstens einer auf das Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für die Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche in Antwort auf das Empfangen der Ausfallnachricht oder
das Feststellen des Ausfalls.
[0084] Nach einer weiteren Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung wird von der Mautzentrale
auf Grundlage der von der Fahrzeugeinrichtung empfangenen Positionsdaten das nächstgelegene
Mautstellenterminal oder die nächstgelegene Servicestation zum Austausch der Fahrzeugeinrichtung
ermittelt und diese Information (d.h. Daten) automatisch an die Fahrzeugeinrichtung
übertragen und dann als Zieladresse am Fahrzeugeinrichtung angezeigt. Dazu kann die
dezentrale Kommunikationseinrichtung der Fahrzeugeinrichtung mit einem Empfangskanal
ausgestattet sein, über welchen diese Informationen empfangen werden können. Die dezentrale
Kommunikationseinrichtung der Fahrzeugeinrichtung ist gemäß einer Ausführungsform
entsprechend nicht nur zum Senden von Daten an die Mautzentrale ausgebildet, sondern
kann von diesem auch Daten empfangen.
[0085] Gemäß einer weiteren Ausführungsform können die Positionsdaten des nächstgelegenen
Mautterminals oder der Servicestation aber auch auf ein im mautpflichtigen Fahrzeug
mitgeführtes Mobiltelefon übertragen werden, beispielsweise per SMS oder im Wege einer
Push-Nachricht. Damit kann die Fahrzeugeinrichtung die Startpositionsdaten als Bestandteil
von eine Ausfallnachricht, welche indikativ sind für einen Ausfall der überwachten
Funktion zur Durchführung des automatischen Mauterhebungsverfahrens, über die dezentrale
Kommunikationseinrichtung an die Mautzentrale übermitteln und die Fahrzeugeinrichtung
umfasst weiterhin ein Mobilgerät, welches wiederum eine Nutzerschnittstelle, eine
mobile Kommunikationseinrichtung, und eine mobile Recheneinrichtung, welche mit der
Nutzerschnittstelle und der mobilen Kommunikationseinrichtung kommunikativ gekoppelt
ist aufweist. Die mobile Recheneinrichtung des Mobilgeräts ist dazu eingerichtet,
zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit über die mobile Kommunikationseinrichtung von
dem Mautzentrale zu empfangen und einem Nutzer an der Nutzerschnittstelle anzuzeigen,
in Antwort auf eine Nutzereingabe zu einer angezeigten Zielauswahlmöglichkeit, Zielpositionsdaten
zu generieren, und die generierten Zielpositionsdaten als Bestandteil von Buchungsdaten
an die Mautzentrale mittels der mobilen Kommunikationseinrichtung zu übermitteln.
[0086] Diese Ausführungsform ist vorteilhaft, wenn die dezentrale Kommunikationseinrichtung
des Fahrzeuggeräts - beispielsweise aus Sicherheitsgründen (s.o.) - nur unidirektional
Kommunikation ausgehend von der Fahrzeugeinrichtung erlaubt. Dann können Zielauswahlmöglichkeiten,
welche von der Mautzentrale aufgrund der zuvor übermittelten Ausfallnachricht erzeugt
wurden, an das Mobilgerät übermittelt werden. Dort kann dann der Nutzer eine Auswahl
treffen und Buchungsdaten erzeugen sowie an die Mautzentrale übermitteln. Bei dem
Mobilgerät kann es sich um ein Smartphone handeln, auf dem eine Anwendung installiert
ist, die die Recheneinrichtung des Smartphones entsprechend einrichtet.
[0087] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist es für den Fahrer des mautpflichtigen Fahrzeugs
auch möglich, die manuelle Buchung nicht nur zum nächsten stationären Mautterminal
oder zur nächstgelegenen Servicestation durchzuführen oder automatisch durchführen
zu lassen, sondern er kann die manuelle Buchung bis zu einem gewünschten Zielort vornehmen.
Hierzu gibt der Fahrer den geplanten Zielort (und vorzugsweise die dorthin geplante
Route an, wenn mehrere Routen möglich sind) und bucht damit die mautpflichtige Strecke
ausgehend von der letzten bekannten Position des automatischen Verfahrens bis zum
Zielort manuell. Die Fahrzeugeinrichtung dient hier dann quasi als mobiles Mautterminal
und muss entsprechend mit einer Möglichkeit zur Dateneingabe oder zumindest Datenauswahl
ausgestattet sein.
[0088] Nach einer Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung weist die Fahrzeugeinrichtung
zusätzlich eine mit der dezentralen Recheneinrichtung kommunikativ gekoppelte Nutzerschnittstelle
auf und die Recheneinrichtung ist weiter dazu eingerichtet, an der Nutzerschnittstelle
zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit anzuzeigen, in Antwort auf eine Nutzereingabe
zu einer angezeigten Zielauswahlmöglichkeit Zielpositionsdaten zu generieren und die
generierten Zielpositionsdaten als Bestandteil von Buchungsdaten an die Mautzentrale
zu übermitteln.
[0089] Vorzugsweise wird an der Schnittstelle zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit dann
angezeigt wenn ein Ausfall der überwachten Funktion festgestellt wurde, d.h. in Antwort
auf einen festgestellten Ausfall der überwachten Funktion.
[0090] Gemäß einer Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung ist die Nutzerschnittstelle dazu
geeignet, Elemente darzustellen und Nutzereingaben betreffend zumindest eines der
dargestellten Elemente zu empfangen. Eine Nutzerschnittstelle kann beispielsweise
ein Touch-Screen oder eine Kombination aus Bildschirm oder LED-Anzeige und Eingabemittel,
wie etwa Eingabetasten, Scrollrad, Steuerknüppel, Touch-Pad, Spracherkennung oder
Maus sein. Bei einer dargestellten Zielauswahlmöglichkeit handelt es sich entweder
um eine bereits konkret vorgegebene Zielposition oder um ein oder mehrere Eingabefelder,
welche auch konsekutiv dargestellt werden können, in dem oder denen ein Nutzer eine
Zielposition manuell eingeben kann.
[0091] Nach einer weiteren Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung umfassen die Zielpositionsdaten
auch Routendaten, die eine Route von der Startposition zur Zielposition zum Gegenstand
haben.
[0092] Nach einer weiteren Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung können die Startpositionsdaten
als Bestandteil einer Ausfallnachricht, welche indikativ sind für einen Ausfall der
überwachten Funktion, über die dezentrale Kommunikationseinrichtung an die Mautzentrale
übermittelt werden und die dezentrale Recheneinrichtung ist weiter dazu eingerichtet,
nach der Übermittlung der Ausfallnachricht zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit von
der Mautzentrale über die dezentrale Kommunikationseinrichtung von der Mautzentrale
zu empfangen und einem Nutzer an der Nutzerschnittstelle anzuzeigen. Hier werden die
Zielpositionsdaten getrennt von der Ausfallnachricht übermittelt. Dies ist erforderlich,
weil die Mautzentrale erst in Antwort auf den Empfang der eine Ausfallnachricht zumindest
eine Zielauswahlmöglichkeit an die Fahrzeugeinrichtung schicken kann.
[0093] Nach einer weiteren Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung ist die dezentrale Recheneinrichtung
weiter dazu eingerichtet, zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit selbst zu generieren
und einem Nutzer an der Nutzerschnittstelle anzuzeigen. Dabei handelt es sich um eine
konkrete Zielauswahlmöglichkeit. Beispielsweise kann es sich um die nächstgelegene
Servicestation oder um das nächstgelegenen Mautterminal handeln.
[0094] Diese Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung hat den Vorteil, dass die dezentrale
Recheneinrichtung nach dem Ausfall keine Daten von außen erhalten muss. Dies ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn eingehende Kommunikation - beispielsweise aus Sicherheitsgründen
(s.o.) - überhaupt nicht möglich bzw. erlaubt ist (unidirektionale Kommunikation)
oder die eingehende Kommunikation eingeschränkt ist.
[0095] Vorzugsweise hat die Fahrzeugeinrichtung dann einen mit der dezentralen Recheneinrichtung
gekoppelten Speicher. In diesem Speicher sind Daten gespeichert. Diese umfassen zumindest
eines der folgenden Elemente: Daten betreffend das Mautnetz, Nutzerdaten, Daten bezüglich
des Fahrzeugs, vorgespeicherte Zielepositionen und Kartendaten. Auf Grundlage der
in dem Speicher gespeicherten Daten und vorzugsweise der beim Ausfall erzeugten Startpositionsdaten
generiert die dezentrale Recheneinrichtung dann zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit.
Nach dieser Ausführungsform zeigt die dezentrale Recheneinrichtung dann dem Nutzer
die zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit an der Nutzerschnittstelle an.
[0096] Vorzugsweise erfolgt die Anzeige und Auswahl des Ziels dann vor der Übermittlung
der Startposition, denn dann kann sowohl die Startposition als auch die Zielposition
als Bestandteile der eine Ausfallnachricht an die Mautzentrale übermittelt werden.
So kann die Anzahl der separat zu übertragenden Daten reduziert und der Initiierungsvorgang
beschleunigt werden.
[0097] Nach einer weiteren Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung bestimmt die dezentrale
Recheneinrichtung selbständig eine nach vorgebebenen Kriterien beste Zielposition
und übermittelt diese gleich als Bestandteil der eine Ausfallnachricht an die Mautzentrale.
Es kommt dann nicht zur Anzeige zumindest einer Zielauswahlmöglichkeit. Dies hat den
Vorteil, dass der Fahrer nicht dadurch abgelenkt wird, dass er Zielauswahlmöglichkeiten
auswählen oder eine Buchungsanfrage bestätigen muss. Zudem erfolgt der Buchungsvorgang
sehr schnell.
[0098] Nach einer weiteren Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung umfasst die Fahrzeugeinrichtung
zusätzlich einen Speicher, welcher mit der dezentralen Recheneinrichtung kommunikativ
gekoppelt ist und in dem zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit gespeichert ist. Die
dezentrale Recheneinrichtung ist weiter dazu eingerichtet, die gespeicherte zumindest
eine Zielauswahlmöglichkeit aus dem Speicher abzurufen und einem Nutzer an der Nutzerschnittstelle
anzuzeigen. Dies ist vorteilhaft, weil der Nutzer für den Fall eines Ausfalls der
überwachten Betriebsfähigkeit bereits vorsichtshalber eine Zieladresse vorgegeben
hat. Dabei kann der Speicher auch Teil eines Navigationssystems sein, welches mit
der dezentralen Recheneinrichtung der Fahrzeugeinrichtung kommunikativ gekoppelt ist.
Ein im Navigationssystem eingegebenes Ziel kann die Fahrzeugeinrichtung dann einfach
übernehmen.
[0099] Nach einer weiteren Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung werden die Startpositionsdaten
als Bestandteil von einer Ausfallnachricht, welche indikativ für den Ausfall der überwachten
Funktion sind, an die Mautzentrale übermittelt. Die eine Ausfallnachricht sind demnach
dergestalt, dass sie sich von anderen von dem Mautzentrale empfangenen Daten unterscheiden.
Beispielsweise unterscheiden sie sich von Buchungsanfragen, welche von gewöhnlichen
Mautterminals übermittelt werden.
[0100] Nach einer weiteren Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung werden die Startpositionsdaten
und die Zielpositionsdaten als Bestandteil von Buchungsdaten an die Mautzentrale übermittelt.
Buchungsdaten umfassen alle Daten, die erforderlich sind, um eine Buchung im Rahmen
des manuellen Buchungsverfahrens durchzuführen. Wenn die Mautzentrale dazu eingerichtet
ist, die Zielpositionsdaten (welche ggf. Routendaten umfassen) selbst zu ermitteln,
dann brauchen die Buchungsdaten keine Zielpositionsdaten zu umfassen. Andernfalls,
umfassen die Buchungsdaten auch die Zielpositionsdaten. Zudem können die Buchungsdaten
weitere mautrelevanten Daten umfassen, beispielsweise die Anzahl der Achsen des Fahrzeugs
und andere mautrelevanten Informationen.
[0101] Für den im manuellen Verfahren ausgehend von der letzten bekannten Position der Fahrzeugeinrichtung
gebuchten Streckenabschnitt erhält der Fahrer von der Mautzentrale eine Bestätigung,
beispielsweise in Form einer elektronischen Quittung, die die Fahrzeugeinrichtung
über die Kommunikationseinrichtung empfängt.
[0102] Nach einer Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung erlaubt die dezentrale Kommunikationseinrichtung
nur unidirektionale Kommunikation ausgehend von der dezentralen Kommunikationseinrichtung.
Dies ist im Sinne einer hohen Abstraktion im OSI zu verstehen. In den unteren Kommunikationsschichten
können natürlich Daten in beide Richtungen ausgetauscht werden. Wenn die dezentrale
Kommunikationseinrichtung beispielsweise nach dem GSM-Standard kommuniziert, können
zum Aufbau, Aufrechterhalten und Beenden einer Datenverbindung natürlich Daten in
beide Richtungen ausgetauscht werden.
[0103] Nach einer weiteren Ausführungsform erlaubt die dezentrale Kommunikationseinrichtung
bidirektionale Kommunikation. Das heißt, sie erlaubt auch in der obersten Anwendungsschicht
des OSI-Referenzmodells die Kommunikation in beide Richtungen. Vorzugsweise ist dann
aber die bei der Fahrzeugeinrichtung eingehende Kommunikation eingeschränkt. Beispielsweise
könnte dann die Kommunikation auf die Daten eingeschränkt sein, die zum Durchführen
des manuellen Mauterhebungsverfahrens nach einer der unten angegebenen Ausführungsformen
erforderlich sind. Insbesondere könnte sie eingeschränkt sein auf den Empfang einer
Bestätigungsnachricht oder den Empfang von Zielauswahlmöglichkeiten.
[0104] Die Beschränkung der Kommunikation kann hardwareseitig oder softwareseitig implementiert
sein. Bereits die dezentrale Kommunikationseinrichtung oder auch erst die dezentrale
Recheneinrichtung kann so eingerichtet sein, dass die Kommunikation beschränkt bzw.
verboten ist. Beispielsweise kann eine Art Firewall in der Kommunikationseinrichtung
oder der Recheneinrichtung implementiert sind.
[0105] Die Mautzentrale kann ein einzelner Computer sein. Es kann sich aber auch um ein
verteiltes System ("distributed system") handeln. Demnach umfasst die Recheneinrichtung
der Mautzentrale zumindest einen Prozessor mit einem internen Speicher. Nach einer
Ausführungsform handelt es sich bei der Recheneinrichtung um einen einzelnen, vorzugsweise
körperlich abgrenzbaren Computer. Nach einer anderen Ausführungsform handelt es sich
dabei um ein verteiltes System, d.h. um mehrere unabhängige Computer, die einem Nutzer
wie ein einzelnes kohärentes System erscheinen. In letzterem Fall hat jeder der Computer
zumindest einen Prozessor mit einem internen Speicher. Die Computer arbeiten dann
zwar autonom aber funktional aufeinander abgestimmt.
[0106] Nach einer weiteren Ausführungsform umfasst die Mautzentrale eine Speichereinrichtung,
wobei die Speichereinrichtung mit der zentralen Recheneinrichtung der Mautzentrale
kommunikativ gekoppelt ist, die Speichereinrichtung ein Mautnetz betreffende Daten
umfasst, insbesondere vorgespeicherte Zielpositionsdaten oder Kartenmaterial oder
Mautnetzdaten, und die Recheneinrichtung dazu eingerichtet ist, die Zielposition auf
Grundlage der ermittelten Startposition und der das Mautnetz betreffenden Daten selbst
zu bestimmen. Nach dieser Ausführungsform ist die zentrale Recheneinrichtung für die
Bestimmung der Zielposition nicht auf weitere von der Fahrzeugeinrichtung übermittelte
Daten angewiesen. Vorzugsweise ermittelt die zentrale Recheneinrichtung die Zielposition
automatisch, d.h. ohne weitere Eingaben des Nutzers, sei es über die Fahrzeugeinrichtung
oder über ein Mobiltelefon oder über eine Servicestation. Dies hat den Vorteil, dass
die Buchung des Streckenabschnitts sofort und ohne weitere Interaktion des Nutzers
erfolgen kann. Die Buchung erfolgt dann schnell und der Nutzer wird nicht vom Straßenverkehr
abgelenkt.
[0107] Nach einer weiteren Ausführungsform der Mautzentrale ist die zentrale Recheneinrichtung
dazu eingerichtet, eine Nachricht zur Bestätigung der Initiierung des manuellen Mauterhebungsverfahrens
zu generieren und die generierte Bestätigungsnachricht über die zentrale Kommunikationseinrichtung
an die Fahrzeugeinrichtung zu senden.
[0108] Nach einer weiteren Ausführungsform der Mautzentrale ist die Recheneinrichtung dazu
eingerichtet, über die zentrale Kommunikationseinrichtung Daten wahlweise an eine
von einer Vielzahl von Serviceeinrichtungen zu übermitteln und auf Grundlage der zuvor
bestimmten Zielpositionsdaten eine der Vielzahl von Serviceeinrichtungen auszuwählen
und der ausgewählten Serviceeinrichtung Wartungsdaten über die zentrale Kommunikationseinrichtung
zu übermitteln.
[0109] Bei dem Computerprogrammprodukt selber kann es sich um ein computerlesbares nichttransitorisches
Speichermedium handeln, beispielsweise um eine DVD, eine CD-ROM, eine Flashdisk oder
eine Festplatte.
[0110] Bei der obigen Darstellung der verschiedenen Aspekte der Erfindung wurden, um Wiederholungen
zu vermeiden, nicht bei allen Aspekten alle möglichen Ausführungsformen im Einzelnen
erläutert. Es sei aber darauf hingewiesen, dass natürlich Ausführungsformen eines
Aspekts, soweit sie auch einen anderen Aspekt betreffen, diesen entsprechend weiterbilden.
So werden die oben nur kurz erläuterten Verfahren und Computerprogrammprodukte durch
die Ausführungsformen der Erzeugnisse weitergebildet. Auch wird die Fahrzeugeinrichtung
durch Ausführungsformen der Mautzentrale und andersherum die Mautzentrale durch Ausführungsformen
der Fahrzeugeinrichtung weitergebildet. Die einzelnen Ausführungsformen sind als Konkretisierungen
der allgemeinen Aspekte zu verstehen und sind untereinander kombinierbar, soweit nicht
technische Gründe dagegensprechen.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0111] Bevorzugte weitere Ausführungsformen und Aspekte der vorliegenden Erfindung werden
durch die nachfolgende Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
Figur 1 ein schematisches Blockdiagramm einer Recheneinrichtung eines Mautzentrales;
Figur 2 ein schematisches Blockdiagramm der Fahrzeugeinrichtung;
Figur 3 ein schematisches Ablaufdiagramm des Verfahrens im Fahrzeugeinrichtung; und
Figur 4 ein schematisches Ablaufdiagramm des Verfahrens in der Mautzentrale.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0112] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben.
Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den unterschiedlichen
Figuren mit identischen Bezugszeichen bezeichnet und auf eine wiederholte Beschreibung
dieser Elemente wird verzichtet, um Redundanzen zu vermeiden.
[0113] Im Folgenden wird zumindest ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel (1.) der Mautzentrale
und (2.) der Fahrzeugeinrichtung beschrieben. Im Rahmen der Beschreibung dieser beiden
Erzeugnisse, werden zugleich bevorzugte Ausführungsformen der Verfahren beschreiben.
Weiterhin wird eine Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen (3.) von Computerprogrammprodukten
angegeben:
1. Mautzentrale
[0114] Zunächst wird eine bevorzugte Ausführungsform der Mautzentrale anhand der Figur 1
beschrieben. Die Mautzentrale 100 umfasst zunächst eine zentrale Recheneinrichtung
101.
[0115] Eine beispielhafte zentrale Recheneinrichtung 101 ist als Blockdiagramm in Figur
1 dargestellt. In dieser zentralen Recheneinrichtung 101 werden Anweisungen, zum Beispiel
in Form von Softwarecodeabschnitten, ausgeführt, so dass die zentrale Recheneinrichtung
101 eine oder mehrere der hierin beschriebenen Verfahren und Funktionen durchführt.
[0116] Die zentrale Recheneinrichtung 101 kann nur einen einzelnen Computer umfassen. Es
kann sich aber auch um ein verteiltes System ("
distributed system") handeln. Nach einer Ausführungsform handelt es sich bei der zentrale Recheneinrichtung
101 um einen einzelnen, vorzugsweise körperlich abgegrenzten Computer. Nach einer
anderen Ausführungsform handelt es sich dabei um ein verteiltes System, d.h. um mehrere
unabhängige Computer, die einem Nutzer wie ein einzelnes kohärentes System erscheinen.
In letzterem Fall hätte jeder der Computer zumindest einen Prozessor mit internem
Speicher. Die mehreren Computer der Recheneinrichtung arbeiten dann zwar autonom aber
funktional aufeinander abgestimmt.
[0117] Die beispielhafte zentrale Recheneinrichtung 101 umfasst einen zentralen Prozessor
102 (beispielweise eine CPU, eine GPU oder beides) mit einem internen Speicher, einen
zentralen Hauptspeicher 104 und einen zentralen statischen Speicher 106, welche miteinander
über einen zentralen Bus 108 kommunikativ gekoppelt sind. Die zentrale Recheneinrichtung
101 kann außerdem mit einer zentralen Nutzerschnittstelle kommunikativ gekoppelt sein.
Diese zentrale Nutzerschnittstelle kann eine Anzeigeeinheit 110 (zum Beispiel ein
Flachbildschirm oder ähnliches) und eine erste Eingabeeinheit 112 (zum Beispiel ein
Touch-Screen, Eingabetasten, ein Scrollrad, ein Steuerknüppel, ein Touch-Pad, eine
Maus oder ein Spracherkennungssystem) und eine zweite Eingabeeinheit 114 (zum Beispiel
ein Touch-Screen, Eingabetasten, ein Scrollrad, ein Steuerknüppel, ein Touch-Pad,
eine Maus oder ein Spracherkennungssystem) umfassen. Natürlich kann die zentrale Nutzerschnittstelle
die Anzeigeeinheit 114 und die Eingabeeinheit(en) in einem integrierten Gerät umfassen,
wie beispielsweise einen Touch-Screen. Schließlich umfasst die zentrale Recheneinrichtung
101 auch eine zentrale Speichereinrichtung 116, eine zentrale Signalerzeugungseinrichtung
118 und eine zentrale Kommunikationseinrichtung 120, welche kommunikativ über den
Bus miteinander verbunden sind.
[0118] Die zentrale Speichereinrichtung 116 umfasst ein maschinenlesbares Medium 122, auf
welchem Softwarecodeabschnitte und Daten wie zum Beispiel Anweisungen 124 gespeichert
sind, welche für die hierein beschriebenen Verfahren und Funktionen der zentralen
Recheneinrichtung 101 erforderlich sind. Während des Betriebs der zentrale Recheneinrichtung
101 können die Anweisungen 124 auch, zumindest teilweise, in den zentralen Hauptspeicher
104 und/oder in den internen Speicher des zentralen Prozessors 102 geladen sein, wobei
es sich bei dem zentralen Hauptspeicher 104 und dem internen Speicher des zentralen
Prozessors 102 ebenfalls um maschinenlesbare Medien handelt.
[0119] Die Anweisungen 124 können aber auch über ein Netzwerk 126 mittels der zentrale Kommunikationseinrichtung
120 übermittelt oder empfangen werden, und zwar unter Verwendung eines der zahlreichen
bekannten Übertragungsprotokolle (zum Beispiel HTTP).
[0120] Während das maschinenlesbare Medium 122 (welches vorzugsweise nicht-transitorisch
ist) in einer beispielhaften Ausführungsform ein einzelnes Medium ist, umfasst der
Begriff "
maschinenlesbares Medium" sowohl ein einzelnes Medium als auch mehrere Medien (zum Beispiel eine zentrale
oder verteilte Datenbank sowie gegebenenfalls damit assoziierte Zwischenspeicher ("
Cache") und Server), welche die Anweisungen in Form von Softwarecodeabschnitte 124 speichern.
Der Begriff "
maschinenlesbares Medium" umfasst zudem jedes Medium, das geeignet ist, Anweisungen 124 zu speichern, zu encodieren
oder zu tragen. Dies kann ein Festkörperspeicher sowie ein optischer oder ein magnetischer
Speicher sein. Beispielhafte Ausführungsformen der zentralen Recheneinrichtung 101
können in digitalen Schaltungen oder in Computerhardware, Firmware, Software oder
Kombinationen hiervon implementiert sein.
[0121] Weitere Einzelheiten der Mautzentrale 100, insbesondere bezüglich der Verfahren und
Funktionen, welche die Mautzentrale 100 mittels seiner besonders eingerichteten zentrale
Recheneinrichtung 101 durchführen kann, werden im Folgenden im Kontext einer bevorzugten
Ausführungsform einer Fahrzeugeinrichtung 200 erläutert.
2. Fahrzeugeinrichtung
[0122] Im Folgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform einer bevorzugten Fahrzeugeinrichtung
200 beschrieben. Hier handelt es sich um eine Fahrzeugeinrichtung 200, welche mit
einem mautpflichtigen Fahrzeug verbunden ist, und insbesondere in dieses eingebaut
ist. Ein Einbau kann beispielsweise in entsprechende DIN-Einschübe oder als Aufbaugerät
erfolgen.
[0123] Die Fahrzeugeinrichtung 200 ist zur Verwendung in einem automatischen Mauterhebungsverfahren
geeignet, beispielsweise dem automatischen Mauterhebungsverfahren (AV) der Toll Collect
GmbH. Die Fahrzeugeinrichtung 200 weist unter anderem eine dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung
230, eine dezentrale Kommunikationseinrichtung 220 und eine dezentrale Recheneinrichtung
201 auf, welche mit der dezentralen Positionsbestimmungsvorrichtung 230 und der dezentralen
Kommunikationseinrichtung 220 kommunikativ gekoppelt ist.
[0124] Bei der dezentralen Recheneinrichtung 201 kann es sich grundsätzlich um eine allgemeine
Recheneinrichtung handeln, wie sie bereits bezüglich der zentralen Recheneinrichtung
101 der Mautzentrale 100 beschreiben wurde. Bezüglich der allgemeinen Ausführungen
des technischen Aufbaus der dezentralen Recheneinrichtung 201 wird deshalb nach oben
verwiesen. Eine bevorzugte Ausführungsform der Fahrzeugeinrichtung 200 und auch der
dezentralen Recheneinrichtung 201 der Fahrzeugeinrichtung 200 wird im Folgenden beschrieben.
[0125] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Fahrzeugeinrichtung 200 ist als Blockdiagramm
in Figur 2 dargestellt. Demnach umfasst die Fahrzeugeinrichtung 200 unter anderem
eine dezentralen Recheneinrichtung 201 mit einem dezentralen dezentraler Prozessor
202, eine Mehrzahl unterschiedlicher dezentraler Datenspeicher 204, 216, 222, eine
Stromversorgung 214, welche bevorzugt mit der allgemeinen Stromversorgung des mautpflichtigen
Fahrzeugs verbunden ist, sowie eine Nutzerschnittstelle in Form einer Anzeige 210,
auf welcher vom durch den dezentralen Prozessor 202 Daten angezeigt werden können.
Der dezentrale Prozessor 202 ist weiterhin mit einer dezentrale Uhr 240, einer dezentralen
Kommunikationseinrichtung 220 in Form eines Mobilfunksenders/Empfängers, welcher eine
entsprechende Mobilfunkantenne 221 aufweist, sowie einer dezentrale Positionsbestimmungseinrichtung
230, welche einen mit einer GNSS-Empfangsantenne 234 kommunikativ gekoppelten GNSS-Empfänger
232 aufweist, kommunikativ gekoppelt.
[0126] Ein erster dezentrale Datenspeicher 222 ist ein Lesespeicher, beispielsweise ein
ROM, EEPROM oder FLASHMEMORY, und dient zur Speicherung eines Computerprogrammproduktes.
Ein Computerprogrammprodukt in Form einer Mautsoftware kann über entsprechende Kommunikationsschnittstellen
an den Datenspeicher 222 übertragen werden.
[0127] Ein dezentraler Hauptspeicher 204 ist ein kommunikativ mit dem dezentralen Prozessor
202 verbundener Hautspeicher in Form eines Schreib-Lesespeichers, beispielsweise eines
RAMs, und dient der vorübergehenden Aufnahme von zumindest Teilen der Mautsoftware
während des Betriebs der Fahrzeugeinrichtung 200. Dazu lädt der dezentrale Prozessor
202 während der Startphase der Fahrzeugeinrichtung 200 aus dem ersten dezentralen
Datenspeicher 222 die entsprechende Mautsoftware in den Hauptspeicher 204. Der Schreib-Lesespeicher
222 dient weiterhin zur Aufnahme von Positionsdaten, welche von dem dezentralen Prozessor
202 von der dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung 230 empfangen werden und im
dezentralen Prozessor 202 verarbeitet werden.
[0128] Ein weiterer dezentraler Datenspeicher 216 ist als kryptografischer Speicher, beispielsweise
als ROM, EEPROM oder RAM vorgesehen, kann in einem Sicherheitsmodul mit eigenständigem
Prozessor vorgesehen sein und dient der Aufnahme von Buchungsdatensätzen von Nutzungsberechtigungen
zur Benutzung anstehender Autobahnabschnitte.
[0129] Über die Kommunikationseinrichtung 220 kann die Fahrzeugeinrichtung 200 mit einer
Mautzentrale 100 kommunizieren. Die Mobilfunkantenne 221 und die GNNS-Empfangsantenne
234 können auch als extern angeordnete Antennen am mautpflichtigen Fahrzeug vorgesehen
sein.
[0130] In diesem Ausführungsbeispiel weist die dezentrale Recheneinrichtung 201 ein Überwachungsmittel
zur Überwachung der Funktionsfähigkeit des Fahrzeuggeräts 200 auf.
[0131] Aus dem dezentralen Datenspeicher 222 kann ein Computerprogrammprodukt in einen internen
Speicher des dezentralen Prozessors 202 geladen werden. Wenn dann das Computerprogrammprodukt
auf der dezentralen Recheneinrichtung 201 zur Laufzeit ausgeführt wird, ist die dezentrale
Recheneinrichtung 201 dazu eingerichtet die Betriebsfähigkeit und Mauterhebungsfähigkeit
der Fahrzeugeinrichtung 200 zu überwachen. Dazu kann die dezentrale Recheneinrichtung
201 beispielsweise dazu eingerichtet sein, einen steten Abgleich der von der dezentrale
Positionsbestimmungsvorrichtung 230 gelieferten Positionsdaten mit den über die Mobilfunksende-Empfangseinheit
220 ermittelten Daten der jeweiligen Funkzellen vorzunehmen und bei einer entsprechenden
signifikanten Abweichung eine mangelnde Betriebsfähigkeit der dezentralen Positionsbestimmungsvorrichtung
230 zu signalisieren.
[0132] Weiterhin können Daten eines Gyroskops, eines magnetischen Kompasses, sowie Daten,
die vom mautpflichtigen Fahrzeug selbst generiert werden, wie beispielsweise die Fahrtgeschwindigkeit
und die gefahrene Strecke übernommen werden und ebenfalls mit den über die dezentrale
Positionsbestimmungsvorrichtung 230 und die Mobilfunksende-Empfängereinheit 220 ermittelten
Positionsdaten abgeglichen werden.
[0133] Stellt das Überwachungsmittel fest, dass die Positionsdaten stark voneinander abweichen,
oder dass die dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung 230 und insbesondere deren
GNNS-Empfangsmodul 232 vollständig ausgefallen sind, wird von dem Überwachungsmittel
ein automatisches Übermitteln von einer Ausfallnachricht an die Mautzentrale 100 über
die dezentrale Kommunikationseinrichtung 220 ausgelöst. Dabei kann bevorzugt auch
die letzte ermittelte beziehungsweise bekannte Position des mautpflichtigen Fahrzeuges
an die Mautzentrale 100 übermittelt werden. Der Mautzentrale 100 wird auf diese Weise
vermittelt, dass in der Fahrzeugeinrichtung 200 eine mangelnde Betriebsfähigkeit beispielsweise
der Positionsbestimmung festgestellt wurde und die Fahrzeugeinrichtung 200 daher nicht
mehr am automatischen Mauterhebungsverfahren (AV) teilnehmen kann.
[0134] Die dezentrale Recheneinrichtung 201 ist ebenfalls dazu eingerichtet, in Antwort
auf das einen festgestellten Ausfall der jeweils überwachten Funktion der Fahrzeugeinrichtung
200 ein manuelles Mauterhebungsverfahren (MV) zu initiieren. Dazu schaltet die Fahrzeugeinrichtung
200 in den manuellen Modus um, so dass eine Mauterhebung nicht mehr automatisiert
werden kann, sondern manuell durchgeführt werden muss.
[0135] Ein Signalisierungsmittel als Bestandteil der Nutzerschnittstelle 210 ist ebenso
vorgesehen, welches beispielsweise eine LED oder einen Lautsprecher ansprechen kann,
um dem Nutzer der Fahrzeugeinrichtung 200 mitzuteilen, dass sich die Fahrzeugeinrichtung
200 in einem Zustand mangelnder Betriebsfähigkeit befindet.
[0136] Die Fahrzeugeinrichtung 200 dient grundsätzlich zur Durchführung des automatischen
Erhebungsverfahrens (AV) beim Betrieb des mautpflichtigen Fahrzeugs. Dabei wird über
die dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung 230 laufend, periodisch oder in Abständen
ein GNNS-Signal empfangen und hieraus eine Positionsinformation für das mautpflichtige
Fahrzeug generiert. Im dezentraler Prozessor 202 wird das in den Datenspeicher 204
geladene Computerprogrammprodukt, insbesondere die Mautsoftware, überwachen, ob die
Position, die von der dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung 230 ermittelt wurde
darauf schließen lässt, dass sich das mautpflichtige Fahrzeug in einem mautpflichtigen
Streckenabschnitt befindet. Hierzu werden die ermittelten Positionsdaten mit im Speicher
204 hinterlegten Kartendaten abgeglichen und entsprechend entschieden, ob das mautpflichtige
Fahrzeug einen mautpflichtigen Streckenabschnitt befährt. Ist dies der Fall, so wird
eine Information bezüglich dieses Streckenabschnitts in dem Fahrzeuggerät 200 gespeichert
oder in einer Alternative die Information direkt an die Mautzentrale 100 übersendet.
[0137] Wird die Information bezüglich des befahrenen mautpflichtigen Streckenabschnitts
im Fahrzeuggerät 200 gespeichert, so wird nach dem Eintritt eines Ereignisses, beispielsweise
nach Fahrtende oder nach Verlassen der mautpflichtigen Verkehrsfläche über die dezentrale
Kommunikationseinrichtung 220 eine entsprechende Information an die Mautzentrale 100
übersendet. Die Mobilfunkverbindung zwischen der dezentralen Kommunikationseinrichtung
220 und der Mautzentrale 100 besteht bevorzugt temporär nur zum Übersenden der Daten,
kann aber auch während des Betriebs der Fahrzeugeinrichtung 200 dauerhaft oder zeitweise
bestehen.
[0138] In der Mautzentrale 100 wird dann auf Grundlage der empfangenen Daten ermöglicht,
entweder die Strecke zu bestimmen, welche mautpflichtig ist, oder aus den übersendeten
Informationen die Maut zu berechnen und dann zu erheben.
[0139] Entsprechend wird durch den Vergleich der Positionsdaten mit den Betriebsdaten der
mautpflichtigen Streckenabschnitte im dezentralen Prozessor 202 überprüft, ob eine
Nutzung eines mautpflichtigen Streckenabschnitts vorliegt.
[0140] In der Mautzentrale 100 wird ein Datensatz erzeugt, welcher die übermittelte Mautgebühr
beziehungsweise die übermittelten Positionsdaten mit dem ebenfalls übermittelten Fahrzeugkennzeichen
sowie den weiteren mautrelevanten Daten verknüpft und entsprechend eine Mautgebühr
berechnet, welche dann von einem Konto des Nutzers erhoben wird, welches beispielsweise
bei einem Finanzdienstleister vorliegt. Die Gebühr kann auch von einem Guthaben abgezogen
werden, welches im Prepaid-Verfahren zuvor von der Mautzentrale 100 in Form von Guthabendaten
an die Fahrzeugeinrichtung 200 übertragen wurde und welches dann beispielsweise im
kryptografischen Datenspeicher 216 vorliegt.
[0141] Die Fahrzeugeinrichtung 200 und insbesondere die dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung
230 werden ständig mittels der dezentralen Recheneinrichtung 201 überwacht und auf
Exaktheit und/oder Plausibilität der erzeugten Positionsdaten hin überwacht beziehungsweise
es wird überwacht, ob überhaupt Positionsdaten erzeugt werden. Ein plötzlicher Ausfall
der dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung 230 kann beispielsweise auf das Fehlen
eines GNNS-Signals zurückzuführen sein, welches beispielsweise durch eine Abschattung
der Satellitensignale durch Vegetation, Bauten oder Topographien auftreten kann. Die
Überwachung wird dann für einen vorgegebenen Zeitabschnitt weitergeführt, um festzustellen,
ob es sich lediglich um einen temporären Ausfall, beispielsweise des GNNS-Signals
handelt, oder ob die dezentrale Positionsbestimmungsvorrichtung 230 generell nicht
mehr betriebsfähig ist, beispielsweise wegen eines Defekts. Stellt die dezentrale
Recheneinrichtung 201 fest, dass die Fahrzeugeinrichtung 200 eine mangelnde Betriebsfähigkeit
aufweist, so wird dies über die Nutzerschnittstelle 201 in Form eines Signalisierungsmittels
beispielsweise über die LED und/oder eine entsprechende Nachricht auf einer Anzeige
dem Nutzer mitgeteilt. Gleichzeitig kann auch ein akustisches Signal oder eine Sprachnachricht
abgespielt werden, so dass der Nutzer über den Zustand mangelnder Betriebsfähigkeit
der Fahrzeugeinrichtung 200 informiert ist.
[0142] In Antwort auf den festgestellten Ausfall der überwachten Funktion wird mittels der
dezentralen Kommunikationseinrichtung 220 die Position der Fahrzeugeinrichtung 200
beziehungsweise die letzte von der dezentralen Positionsbestimmungsvorrichtung 230
ermittelte Position über die dezentrale Kommunikationseinrichtung 220 an die Mautzentrale
100 übermittelt. Die dezentrale Kommunikationseinrichtung 220 übermittelt weiterhin
fahrzeugrelevante Daten, wie beispielsweise das Kennzeichen, das Gewicht, die Schadstoffklasse
sowie die Anzahl der Achsen, so wie sie vom Fahrer zu Beginn der Fahrt im automatisierten
Erhebungsverfahren (AV) eingegeben wurden.
[0143] Weiterhin wird das automatische Verfahren in der Fahrzeugeinrichtung 200 beendet,
wenn das Überwachungsmittel den Zustand der mangelnden Betriebsfähigkeit ermittelt.
Dazu werden eine Ausfallnachricht an die Mautzentrale 100 übermittelt.
[0144] Die Mautzentrale 100 erkennt beim Empfang der eine Ausfallnachricht, insbesondere
der Positionsdaten, und anderer fahrzeugrelevanter Daten durch die Fahrzeugeinrichtung
200, dass eine mangelnde Betriebsfähigkeit der Fahrzeugeinrichtung 200 während der
Fahrt festgestellt wurde und dass aus diesem Grund die Positionsdaten sowie die weiteren
Daten übermittelt wurden. In einer Alternative wird zusätzlich zu den Daten oder anstelle
der Daten eine Ausfallnachricht an die Mautzentrale 100 übermittelt, die den Ausfall
der Fahrzeugeinrichtung 200 für die automatische Mauterhebung, bevorzugt auch eine
Information zu den jeweils konkret ausgefallenen Komponenten, anzeigt.
[0145] Die Mautzentrale 100 verwendet die Positionsdaten sowie die weiteren fahrzeugrelevanten
Daten dazu, nun für das mautpflichtige Fahrzeug, dessen Fahrzeugeinrichtung 200 diese
Daten und eventuell eine Ausfallnachricht übermittelt hat, als Startpunkt und Startdaten
für die Durchführung des manuellen Erhebungsverfahrens (MV).
[0146] Damit sind sowohl die Fahrzeugeinrichtung 200 als auch die Mautzentrale 100 für die
Erfassung der Maut für das jeweilige mautpflichtige Fahrzeug von dem automatischen
Erhebungsverfahren (AV) auf das manuelle Erhebungsverfahren (MV) umgeschaltet. Weiterhin
wird ist die Startposition im manuellen Verfahren (MV) an die Mautzentrale 100 übermittelt,
ohne dass der Nutzer die mautpflichtige Strecke verlassen müsste und das mautpflichtige
Fahrzeug anhalten müsste. Weiterhin sind die fahrzeugrelevanten Daten an die Mautzentrale
100 übermittelt, so dass die Mautzentrale 100 das manuelle Verfahren auf Grundlage
dieser Daten durchführen kann und entsprechend eine Strecke auf der mautpflichtigen
Verkehrsfläche vor deren Befahren vorausgebucht werden kann. Das mautpflichtige Fahrzeug
kann damit weiterhin legal unter Entrichtung der Mautgebühren den mautpflichtigen
Streckenabschnitt weiter befahren, da trotz der mangelnden Betriebsfähigkeit der Fahrzeugeinrichtung
200 nun eine Erhebung der Mautgebühren mittels des manuellen Verfahrens stattfinden
kann. Im Unterschied zu dem automatischen Verfahren, bei welchem die Erhebung der
Mautgebühren nach dem eigentlichen Befahren eines mautpflichtigen Streckenabschnitts
stattfindet, wird im manuellen Verfahren die Route auf der mautpflichtigen Verkehrsfläche
vordem Befahren festgelegt und die Maut für diese Route erhoben.
[0147] Eine Nutzerkennung ist ohnehin für dieses Fahrzeuggerät 200 vorhanden, da eine Nutzerkennung
beziehungsweise ein Nutzerkonto zur Durchführung des automatischen Verfahrens grundsätzlich
notwendig ist. Mit der Nutzerkennung sind beispielsweise Zahlungsdaten, Rechnungsdaten,
Adressdaten, Kontaktdaten, Informationen zu hinterlegten Guthaben etc. verknüpft,
so dass die Mautzentrale 100 unter anderem stets Zugriff auf die Kontaktdaten des
Nutzers des mautpflichtigen Fahrzeugs hat.
[0148] Bei dem Umschalten vom automatischen Verfahren, bei welchem der Nutzer des mautpflichtigen
Fahrzeugs frei in seiner Routenwahl ist, auf das manuelle Verfahren, bei welchem eine
Vorab-Festlegung der Route stattfindet, muss entsprechende eine Auswahl der zu befahrenden
Route ab der Ausfallposition des Fahrzeuggeräts 200 festgelegt werden. Hierzu bieten
sich die folgenden Möglichkeiten an:
Bevorzugt ermittelt die Mautzentrale 100 beim Empfang der Positionsdaten sowie der
weiteren fahrzeugrelevanten Daten und/oder der Ausfallnachricht den zu der Ausfallposition
nächstgelegenen Servicepunkt und verwendet die Adresse dieses Servicepunkts als Zieladresse
für das manuelle Verfahren. Entsprechend bucht die Mautzentrale 100 für das entsprechende
mautpflichtige Fahrzeug eine Fahrtroute im manuellen Verfahren von der Ausfallposition
bis zur ermittelten Zieladresse. Damit kann das mautpflichtige Fahrzeug auch beim
Ausfall der Fahrzeugeinrichtung 200 die mautpflichtige Verkehrsfläche weiter befahren,
ohne potentiell als Mautpreller zu gelten. An dem nächstgelegenen Servicepunkt kann
die Fahrzeugeinrichtung 200 dann repariert oder ausgetauscht werden, so dass das mautpflichtige
Fahrzeug danach dann wieder im automatischen Verfahren und entsprechend ohne vorherige
Festlegung einer Route betrieben werden kann.
[0149] Um den Fahrer des mautpflichtigen Fahrzeugs über die Routenänderung bei Ausfall der
Fahrzeugeinrichtung 200 zu informieren und ihm die neue Zieladresse beim Servicepunkt
mitzuteilen, übermittelt die Mautzentrale 100 die ermittelte Zieladresse an die Fahrzeugeinrichtung
200 zur Darstellung auf der Anzeige 210 und/oder auf ein Mobiltelefon/Smartphone des
Nutzers.
[0150] Die Mobilnummer des Mobiltelefons/Smartphones ist zusammen mit der Nutzerkennung,
die bei der Durchführung des automatischen Verfahrens ohnehin notwendig ist, hinterlegt.
[0151] Die entsprechende Fahrstrecke von der Ausfallposition, welche durch die von der Fahrzeugeinrichtung
200 übermittelten Positionsdaten definiert ist, zum Zieladresse des nächstgelegenen
Servicepunkts wird die im manuellen Verfahren (MV) festgelegte Fahrstrecke dem manuellen
Verfahren zugrunde gelegt und die entsprechende Maut dem Nutzer beziehungsweise dem
mit der Nutzerkennung verknüpften Nutzerkonto in Rechnung gestellt.
[0152] Auf diese Weise kann bei einem Ausfall der Fahrzeugeinrichtung 200 beziehungsweise
beim Feststellen einer mangelnden Betriebsfähigkeit der Fahrzeugeinrichtung 200 während
der Fahrt eine problemlose und legale Weiterfahrt des Nutzers erreicht werden, ohne
dass dieser die Fahrt zum manuellen Einbuchen mittels des manuellen Verfahrens unterbrechen
müsste, fortsetzen, und wird direkt zu einem Servicepunkt geleitet, an welchem das
fehlerhafte Fahrzeugeinrichtung 200 ausgetauscht werden kann.
[0153] Die Mautzentrale 100 kann weiterhin nach dem Übertragen der Zieladresse bezüglich
des nächstgelegenen Servicepunktes auch eine Nachricht an den Servicepunkt übermitteln,
um die Mitarbeiter dort auf das baldige Eintreffen des mautpflichtigen Fahrzeugs mit
der defekten Fahrzeugeinrichtung 200 vorzubereiten und entsprechend einen zügigen
Austausch der Fahrzeugeinrichtung 200 zu unterstützen. Dabei wird besonders bevorzugt
nicht nur die erwartete Ankunftszeit übermittelt, sondern auch der mit dem Nutzerprofil
für das jeweilige Fahrzeug in der Mautzentrale 100 hinterlegte Gerätetyp der defekten
Fahrzeugeinrichtung 200 sowie - falls von der Fahrzeugeinrichtung 200 mit der Ausfallnachricht
an die Mautzentrale 100 übermittelt - auch der Fehlertypus beziehungsweise eine Information
zu den ausgefallenen Komponenten des Fahrzeuggeräts 200.
[0154] In Figur 3 ist ein schematisches Ablaufdiagramm des Verfahrens in der Fahrzeugeinrichtung
200 gezeigt. Im Schritt S10 wird die Fahrzeugeinrichtung 200 zur Bestimmung und Erhebung
der im automatischen Verfahren auf bekannte Weise verwendet. Insbesondere bestimmt
die Fahrzeugeinrichtung 200 auf bekannte Weise, ob das mautpflichtige Fahrzeug einen
mautpflichtigen Streckenabschnitt verwendet und, wenn dies der Fall ist, übersendet
nach dem Durchfahren des mautpflichtigen Streckenabschnitts einen entsprechenden Datensatz
mit den Mautdaten an die Mautzentrale 100.
[0155] Im Schritt S12 wird durch das Überwachungsmittel geprüft, ob die Fahrzeugeinrichtung
200 betriebsfähig ist. Ist dies der Fall, kann die Erhebung im automatischen Verfahren
gemäß Schritt S10 weitergeführt werden. Ist die Fahrzeugeinrichtung 200 jedoch für
die Mauterhebung nicht betriebsfähig, da relevante Komponenten ausgefallen oder defekt
sind, werden im Schritt S14 die Positionsdaten beziehungsweise die letzten bekannten
Positionsdaten und bevorzugt auch weitere Daten wie Fahrzeugdaten und/oder eine Ausfallnachricht
an die Mautzentrale 100 übermittelt. Weiterhin wird im Schritt S16 bevorzugt die mangelnde
Betriebsfähigkeit dem jeweiligen Nutzer des mautpflichtigen Fahrzeugs signalisiert,
beispielsweise durch eine Nachricht auf der Anzeige der Fahrzeugeinrichtung 200, durch
das Blinken beziehungsweise Anzeigen einer LED, vorzugsweise einer roten LED und/oder
durch das Abspielen eines Tonsignals beziehungsweise einer Sprachnachricht.
[0156] Weiterhin wird, wenn eine mangelnde Betriebsfähigkeit der Fahrzeugeinrichtung 200
festgestellt wurde, das automatische Verfahren im Schritt S18 beendet.
[0157] Die Übermittlung der Positionsdaten und eventuell der Ausfallnachricht, das Signalisieren
der mangelnden Betriebsfähigkeit sowie das Beenden des automatischen Verfahrens findet
hier vorzugsweise jeweils automatisch statt. Die Schritte S14 bis S18 können auch
gleichzeitig oder in einer anderen Reihenfolge durchgeführt werden. Sie finden jedoch
nur dann statt, wenn im Schritt S12 tatsächlich festgestellt wurde, dass die Fahrzeugeinrichtung
200 eine mangelnde Betriebsfähigkeit für die Mauterhebung aufweist.
[0158] In Figur 4 ist ein schematisches Ablaufdiagramm in der Mautzentrale 100 dargestellt,
wobei im Schritt S20 die Erhebung im automatischen Verfahren auf bekannte Weise durchgeführt
wird, wobei von der Fahrzeugeinrichtung 200 die entsprechenden Mautdaten empfangen
werden.
[0159] Werden im Schritt S22 plötzlich anstelle der Mautdaten Positionsdaten von der jeweiligen
Fahrzeugeinrichtung 200 und/oder eine Ausfallnachricht empfangen, so wird im Schritt
S24 die weitere Mautbestimmung und Mauterhebung im manuellen Verfahren durchgeführt.
Für die Mautbestimmung und Mauterhebung im manuellen Verfahren wird im Schritt S25
die Einbuchung in das manuelle Verfahren mit den empfangenen Positionsdaten beziehungsweise
mit der letzten bekannten Position des mautpflichtigen Fahrzeugs als Startpunkt durchgeführt.
[0160] Werden im Schritt S22 keine Positionsdaten und/oder keine Ausfallnachricht empfangen,
so wird die Erhebung im automatischen Verfahren gemäß Schritt S20 weitergeführt.
[0161] Bevorzugt wird gemäß Schritt S26 dann, wenn das manuelle Verfahren durchgeführt wird
und die Mautzentrale 100 entsprechend festgestellt hat, dass die Fahrzeugeinrichtung
200 eine mangelnde Betriebsfähigkeit für die Mauterhebung aufweist, im Schritt S26
die Adresse des nächstgelegenen Servicepunkts ermittelt, an welchem die Fahrzeugeinrichtung
200 repariert oder ausgetauscht werden kann. Die Zieladresse dieses nächsten Servicepunktes
wird dann im Schritt S28 an die Fahrzeugeinrichtung 200 zur Information des Nutzers
auf der Anzeige 210 der Fahrzeugeinrichtung übermittelt, oder an ein Mobiltelefon
oder Smartphone des Nutzers übersendet. Entsprechend kann der Nutzer des mautpflichtigen
Fahrzeuges die Adresse des Servicepunkts direkt anfahren, ohne wegen der eine mangelnde
Betriebsfähigkeit aufweisenden Fahrzeugeinrichtung 200 das Fahrzeug anhalten zu müssen
und eine manuelle Einbuchung in das manuelle Verfahren vorzunehmen.
[0162] Weiterhin wird von der Mautzentrale 100 bevorzugt die Route von dem über die empfangenen
Positionsdaten definierten Startpunkt zu der Zieladresse des Servicepunkts ermittelt
und als mittels des manuellen Verfahrens gebuchte Strecke hinterlegt. Die hierfür
fällige Maut kann sowohl dem Nutzer auf der Anzeige 210 der Fahrzeugeinrichtung 200
angezeigt werden, als auch direkt von dem Nutzerkonto abgezogen werden.
[0163] Anstelle zu einem Servicepunkt geleitet zu werden, kann die Mautzentrale 100 als
Zieladresse auch ein weiteres manuelles Mauterhebungsterminal angeben, so dass der
jeweilige Nutzer das mautpflichtige Fahrzeug bis zu dem nächsten Mautterminal legal
und unter Entrichtung der Maut steuern kann, und dann an dem Mauterhebungsterminal
den weiteren geplanten Routenverlauf mittels des manuellen Verfahrens buchen kann.
[0164] In einer bevorzugten Weiterbildung ist es für den Nutzer bei einem signalisierten
Ausfall der Fahrzeugeinrichtung 200 und einem entsprechenden Umschalten von dem automatischen
Verfahren auf das manuelle Verfahren auch möglich, anstelle einer von der Mautzentrale
100 vorgegebenen Zieladresse in Form der Adresse eines Servicepunkts oder eines Mautterminals
auch eine individuelle Adresse zu buchen. Hierzu kann der Nutzer die von der Mautzentrale
100 übermittelte Zieladresse des Servicepunkts oder des Mautterminals abwählen und
anstelle der von der Mautzentrale 100 vorgegebenen Zieladresse eine eigene Adresse
angeben, beispielsweise die von vornherein vorgesehene Zieladresse der gefahrenen
Tour. Aufgrund dieser neu eingegebenen Zieladresse wird in der Mautzentrale eine neue
Route über die mautpflichtigen Verkehrsflächen ausgehend von der Ausfallposition zur
Zieladresse ermittelt, die Route für diesen Nutzer gebucht und die Maut erhoben. Eine
etwaig vorher schon im manuellen Verfahren automatisch gebuchte Strecke beispielsweise
zum Servicepunkt oder zum Mautterminal wird entsprechend storniert oder eingebunden.
[0165] Die Abwahl der automatisch gebuchten Zieladresse zum Servicepunkt oder zum Mautterminal
kann entweder durch eine entsprechende Ausbildung der Fahrzeugeinrichtung 200 durchgeführt
werden oder über ein Mobiltelefon oder Smartphone des Nutzers. Die Abwahl der automatisch
gebuchten Zieladresse kann entsprechend nach der Übermittlung dieser an den Nutzer
stattfinden.
[0166] In einer bevorzugten Weiterbildung kann dem Nutzer nach der Beendigung des automatischen
Verfahrens auch die Möglichkeit zur Auswahl entweder einer von der Mautzentrale vorgeschlagenen
Zieladresse in Form des nächstgelegenen Servicepunkts oder des nächstgelegenen Mautterminals
oder aber einer vom Nutzer eingegebenen, von den automatisch generierten Adressen
abweichenden Zieladresse gegeben werden. Erst nach der Auswahl der Adresse durch den
Nutzer wird dann im manuellen Verfahren die Route ermittelt und ausgehend von der
Ausfallposition oder der letzten bekannten Position des mautpflichtigen Fahrzeugs
die Route an die angegebene Zieladresse bestimmt und die Maut im manuellen Verfahren
erhoben. Auch hierzu muss der Nutzer die Fahrt nicht unterbrechen, da die Angabe oder
Auswahl der Zieladresse ohne Interaktion mit einem Mautterminal möglich ist und auch
per Spracheingabe erreicht werden kann.
[0167] Die vorliegende Offenbarung wird weiterhin noch einmal und weitergehend anhand der
nachfolgend aufgelisteten und nummerierten Beispiele dargestellt:
- 1. Fahrzeugeinrichtung (200) für ein mautpflichtiges Fahrzeug, umfassend:
eine dezentrale Recheneinrichtung (201), welche mit wenigstens einer dezentralen Kommunikationseinrichtung
(220) kommunikativ gekoppelt ist, wobei die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu
eingerichtet ist, Identifikationsdaten und/oder Positionsdaten und/oder Mautdaten
über die wenigstens eine dezentrale Kommunikationseinrichtung (220) an eine Mautzentrale
(100) zu senden, um die Erhebung einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Mautgebühr
für die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche zu ermöglichen oder
zu bestätigen, und wobei die dezentrale
Recheneinrichtung (201) weiterhin dazu eingerichtet ist, die ordnungsgemäße Funktion
der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung
(220) und/oder einer mit der dezentralen Recheneinrichtung kommunikativ gekoppelten
Positionsbestimmungsvorrichtung (230) zu überwachen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu eingerichtet ist, in Antwort auf einen
festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder
der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung (220) und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung
(230) eine Ausfallnachricht zu erzeugen und an eine Mautzentrale (100) zu senden,
um in der Mautzentrale (100) ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf
das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer
dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren.
- 2. Fahrzeugeinrichtung (200) nach Beispiel 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dezentrale Recheneinrichtung (201) weiterhin dazu eingerichtet ist, zusammen
mit der Ausfallnachricht Startpositionsdaten bevorzugt auf Grundlage einer von der
Positionsbestimmungsvorrichtung (230) bestimmten Position an die Mautzentrale (100)
zu senden.
- 3. Fahrzeugeinrichtung (200) nach Beispiel 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine mit der dezentralen Recheneinrichtung (201) kommunikativ gekoppelte Nutzerschnittstelle
(210) vorgesehen ist und die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu eingerichtet
ist, in Antwort auf einen festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
(200) und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung (230) zumindest eine Zielauswahlmöglichkeit
zu generieren und einem Nutzer an der Nutzerschnittstelle (210) anzuzeigen, in Antwort
auf eine Nutzereingabe zu einer angezeigten Zielauswahlmöglichkeit Zielpositionsdaten
zu generieren und die generierten Zielpositionsdaten über die dezentrale Kommunikationseinrichtung
(220) an die Mautzentrale (100) zu übermitteln, um die dem mautpflichtigen Fahrzeug
vorausliegende mautpflichtige Verkehrsfläche zu definieren.
- 4. Fahrzeugeinrichtung (200) nach Beispiel 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine mit der dezentralen Recheneinrichtung (201) kommunikativ gekoppelte Nutzerschnittstelle
(210) vorgesehen ist und die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu eingerichtet
ist, nach der Übermittlung der Ausfallnachricht an die Mautzentrale (100) zumindest
eine Zielauswahlmöglichkeit von der Mautzentrale (100) über die dezentrale Kommunikationseinrichtung
(220) zu empfangen und einem Nutzer an der Nutzerschnittstelle (210) anzuzeigen, in
Antwort auf eine Nutzereingabe zu einer angezeigten Zielauswahlmöglichkeit Zielpositionsdaten
zu generieren und die generierten Zielpositionsdaten über die dezentrale Kommunikationseinrichtung
(220) an die Mautzentrale (100) zu übermitteln, um die dem mautpflichtigen Fahrzeug
vorausliegende mautpflichtige Verkehrsfläche zu definieren.
- 5. Mautzentrale (100) zur Erhebung einer Maut eines mautpflichtigen Fahrzeugs beim
Benutzen einer mautpflichtigen Verkehrsfläche, umfassend:
eine zentrale Kommunikationseinrichtung (120) und eine zentrale Recheneinrichtung
(101), welche mit der zentralen Kommunikationseinrichtung (120) kommunikativ gekoppelt
ist, wobei die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu ausgebildet ist, die erfolgte
Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche aus über die zentrale Kommunikationseinrichtung
(120) von einer Fahrzeugeinrichtung (200) empfangenen Identifikationsdaten und/oder
Positionsdaten und/oder Mautdaten zu erkennen und/ oder zu registrieren und eine auf
das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen Verkehrsfläche
zu erheben und/oder deren Erhebung zu registrieren,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zentrale Recheneinrichtung (101) weiterhin dazu eingerichtet ist, eine Ausfallnachricht
der Fahrzeugeinrichtung (200) über die zentrale Kommunikationseinrichtung (120) zu
empfangen und/oder einen Ausfall der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder einen Ausfall
wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente (220, 230) festzustellen
und in Antwort auf das Empfangen der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des
Ausfalls ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für die Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren.
- 6. Mautzentrale (100) nach Beispiel 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, über die zentrale Kommunikationseinrichtung
(120) zusammen mit der Ausfallnachricht Startpositionsdaten von der Fahrzeugeinrichtung
(200) zu empfangen und die Startpositionsdaten als Startposition bei der Initiierung
des Verfahrens zur Registrierung der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen
Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu verwenden.
- 7. Mautzentrale (100) nach Beispiel 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, Startpositionsdaten aus
der letzten, vordem Empfang der Ausfallnachricht und/oder oder dem Feststellen des
Ausfalls empfangenen Position der Fahrzeugeinrichtung (200) zu generieren und die
Startpositionsdaten als Startposition bei der Initiierung des Verfahrens zur Registrierung
der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen
Verkehrsfläche zu verwenden.
- 8. Mautzentrale (100) nach einem der Beispiele 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, in Antwort auf den Empfang
der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des Ausfalls nach einem vorbestimmten
Kriterium Zielpositionsdaten zu erzeugen und diese als Zielposition bei der Initiierung
des Verfahrens zur Registrierung der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen
Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu verwenden.
- 9. Mautzentrale (100) nach einem der Beispiele 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) kommunikativ mit einer Speichereinrichtung gekoppelt
ist, welche ein das Mautnetz betreffende Daten umfasst, insbesondere vorgespeicherte
Zielpositionsdaten und/oder Kartenmaterial und/oder Mautnetzdaten, und die zentrale
Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, in Antwort auf den Empfang der Ausfallnachricht
und/oder das Feststellen des Ausfalls anhand der das Mautnetz betreffenden Daten mindestens
eine Zielposition auf Grundlage einer ermittelten Startposition zu generieren, wobei
die Zielposition bevorzugt ein der Startposition nächstgelegenes Mautstellenterminal
und/oder eine der Startposition nächstgelegene Serviceeinrichtung und/ oder eine Abfahrt
aus dem Mautnetz ist.
- 10. Mautzentrale (100) nach Beispiel 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, die ermittelten Zielpositionen
über die zentrale Kommunikationseinrichtung (120) zur Auswahl durch den Nutzer an
die Fahrzeugeinrichtung (200) oder ein Mobilgerät des Nutzers zu übermitteln und in
Antwort auf eine über die zentrale Kommunikationseinrichtung (120) empfangene Auswahl
die ausgewählte Zielposition bei der Initiierung des Verfahrens zur Registrierung
der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen
Verkehrsfläche zu verwenden.
- 11. Mautzentrale (100) nach einem der Beispiele 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, eine Nachricht zur Bestätigung
der Registrierung der Nutzungsberechtigung zu generieren und
die generierte Nachricht zur Bestätigung der Registrierung über die zentrale Kommunikationseinrichtung
(120) an die Fahrzeugeinrichtung (200) zu senden oder an ein Mobilgerät eines Nutzers
zu senden, auf den die Fahrzeugeinrichtung in der Mautzentrale registriert ist, wobei
die Nachricht bevorzugt auch Zielpositionsdaten und besonders bevorzugt auch Via-Positionen
umfasst.
- 12. Mautzentrale (100) nach einem der Beispiele 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, während des Verfahrens
zur Registrierung der auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung
auf einer Route zwischen der Startposition und der Zielposition fällige Mautgebühren
auf Grundlage eines vorgegeben Kriteriums bestimmt und die berechneten Mautgebühren
erhebt.
- 13. Mauterhebungssystem zur Erhebung einer Maut eines mautpflichtigen Fahrzeugs beim
Benutzen einer mautpflichtigen Verkehrsfläche,
mit einer von dem mautpflichtigen Fahrzeug mitgeführten Fahrzeugeinrichtung (200)
zur Bereitstellung von Identifikationsdaten zur Identifizierung des mautpflichtigen
Fahrzeugs, mit einer Positionsbestimmungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer
Position des mautpflichtigen Fahrzeugs, und
mit mindestens einer Recheneinrichtung, die dazu eingerichtet ist, die ordnungsgemäße
Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung
(200) verwendeten Komponente (220, 230) zu überwachen,
wobei das Mauterhebungssystem dazu eingerichtet ist, die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen
Verkehrsfläche aus von der Positionsbestimmungsvorrichtung bestimmten Positionsdaten
zu erkennen und eine auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung
der mautpflichtigen Verkehrsfläche zu erheben,
bevorzugt mit einer Fahrzeugeinrichtung (200) gemäß Beispiel 1 bis 4 und mit einer
Mautzentrale gemäß Beispiel 5 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mauterhebungssystem weiterhin dazu eingerichtet ist,
ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren, wenn die Recheneinrichtung einen Mangel
der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder wenigstens einer
von der Fahrzeugeinrichtung (200) verwendeten Komponente (220, 230) festgestellt hat.
- 14. Mauterhebungssystem gemäß Beispiel 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinrichtung zur Überwachung der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
und/oder wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung (200) verwendeten Komponente
(220, 230) in der Fahrzeugeinrichtung und/oder in einem im Fahrzeug mitgeführten Mobilgerät
und/oder in einer Mautzentrale vorliegt.
- 15. Mauterhebungssystem gemäß Beispiel 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mautzentrale und/oder die Fahrzeugeinrichtung und/oder ein im Fahrzeug mitgeführtes
Mobilgerät dazu eingerichtet ist, die Mautgebühr zu erheben.
- 16. Mauterhebungssystem gemäß einem der Beispiele 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionsbestimmungsvorrichtung in der Fahrzeugeinrichtung und/oder durch ein
im Fahrzeug mitgeführtes Mobilgerät und/oder durch mindestens eine straßenseitige
Erfassungsvorrichtung ausgebildet ist.
- 17. Mauterhebungssystem gemäß einem der Beispiele 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein im Fahrzeug mitgeführtes Mobilgerät dazu eingerichtet ist, während des Verfahrens
zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung
für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen
Verkehrsfläche auf Aufforderung eine Startposition und/oder eine Endposition zu übermitteln.
- 18. Verfahren zur Erhebung einer Maut für die Benutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche
durch ein mautpflichtiges Fahrzeug, umfassend die Schritte:
Bereitstellen von Identifikationsdaten zur Identifizierung des mautpflichtigen Fahrzeugs
durch eine in dem mautpflichtigen Fahrzeug mitgeführte Fahrzeugeinrichtung (200),
Ermitteln der Position des mautpflichtigen Fahrzeugs mittels einer Positionsbestimmungsvorrichtung,
Erkennen der erfolgten Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche aus den Identifikationsdaten
und/oder den Positionsdaten,
Erheben einer auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen
Verkehrsfläche, und
Überwachen der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens
einer von der Fahrzeugeinrichtung (200) verwendeten Komponente (220, 230),
gekennzeichnet durch
das Initiieren eines Verfahrens zur Registrierung wenigstens einer auf das Fahrzeug
bezogenen Nutzungsberechtigung für die Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug
vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche in Antwort auf einen festgestellten
Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer
von der Fahrzeugeinrichtung (200) verwendeten Komponente (220, 230).
- 19. Computerprogrammprodukt, welches Softwarecodeabschnitte umfasst, die in einen
internen Speicher einer dezentralen Recheneinrichtung (201), welche mit wenigstens
einer dezentralen Kommunikationseinrichtung (220) kommunikativ gekoppelt ist, geladen
werden können und die, wenn sie von der dezentralen Recheneinrichtung (201) ausgeführt
werden, die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu veranlassen, die folgenden Schritte
durchzuführen:
- Versenden von Positionsdaten und/oder Mautdaten über die wenigstens eine dezentrale
Kommunikationseinrichtung (220) an eine Mautzentrale (100), um die Erhebung einer
auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Mautgebühr für die erfolgte Nutzung einer
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu ermöglichen oder zu bestätigen,
- Überwachen der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder der
wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung und/oder einer mit der dezentralen
Recheneinrichtung kommunikativ gekoppelten Positionsbestimmungsvorrichtung (230),
- Erzeugen, in Antwort auf einen festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion
der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung
und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung (230), einer Ausfallnachricht, und
- Senden dieser Ausfallnachricht an die Mautzentrale (100), um in der Mautzentrale (100)
ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren.
- 20. Computerprogrammprodukt, welches Softwarecodeabschnitte umfasst, die in einen
internen Speicher einer zentralen Recheneinrichtung (101), welche mit einer Kommunikationseinrichtung
(130) kommunikativ gekoppelt ist, geladen werden können und die, wenn sie von der
zentralen Recheneinrichtung (101) ausgeführt werden, die zentrale Recheneinrichtung
(101) dazu veranlassen, die folgenden Schritte durchzuführen:
- Erkennen und/oder Registrieren der erfolgten Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche
aus von über die zentrale Kommunikationseinrichtung (120) einer Fahrzeugeinrichtung
(200) empfangenen Positionsdaten und/oder Mautdaten,
- Erheben einer auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen
Verkehrsfläche und/oder Registrieren einer Erhebung dieser Mautgebühr,
- Empfangen einer Ausfallnachricht der Fahrzeugeinrichtung (200) über die zentrale Kommunikationseinrichtung
(120) und/oder Feststellen eines Ausfalls der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder wenigstens
einer von der Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente (220, 230) und
- Initiieren eines Verfahrens zur Registrierung wenigstens einer auf das Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für die Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche in Antwort auf das Empfangen der Ausfallnachricht und/oder
das Feststellen des Ausfalls.
1. Mautzentrale (100) zur Erhebung einer Maut eines mautpflichtigen Fahrzeugs beim Benutzen
einer mautpflichtigen Verkehrsfläche, umfassend:
eine zentrale Kommunikationseinrichtung (120) und eine zentrale Recheneinrichtung
(101), welche mit der zentralen Kommunikationseinrichtung (120) kommunikativ gekoppelt
ist, wobei die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu ausgebildet ist, die erfolgte
Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche aus über die zentrale Kommunikationseinrichtung
(120) von einer Fahrzeugeinrichtung (200) empfangenen Identifikationsdaten und/oder
Positionsdaten und/oder Mautdaten zu erkennen und/oder zu registrieren und eine auf
das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung der mautpflichtigen Verkehrsfläche
zu erheben und/oder deren Erhebung zu registrieren,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zentrale Recheneinrichtung (101) weiterhin dazu eingerichtet ist, eine Ausfallnachricht
der Fahrzeugeinrichtung (200) über die zentrale Kommunikationseinrichtung (120) zu
empfangen und/oder einen Ausfall der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder einen Ausfall
wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung verwendeten Komponente (220, 230) festzustellen
und in Antwort auf das Empfangen der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des
Ausfalls ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für die Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren, wobei die zentrale Recheneinrichtung
(101) kommunikativ mit einer Speichereinrichtung gekoppelt ist, welche das Mautnetz
betreffende Daten umfasst, und die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet
ist, in Antwort auf den Empfang der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des
Ausfalls anhand der das Mautnetz betreffenden Daten mindestens eine Zielposition auf
Grundlage einer ermittelten Startposition zu generieren, und wobei die zentrale Recheneinrichtung
(101) dazu eingerichtet ist, die ermittelten Zielpositionen über die zentrale Kommunikationseinrichtung
(120) zur Auswahl durch den Nutzer an ein Mobilgerät des Nutzers zu übermitteln und
in Antwort auf eine über die zentrale Kommunikationseinrichtung (120) empfangene Auswahl
die ausgewählte Zielposition bei der Initiierung des Verfahrens zur Registrierung
der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen
Verkehrsfläche zu verwenden.
2. Mautzentrale (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, über die zentrale Kommunikationseinrichtung
(120) zusammen mit der Ausfallnachricht Startpositionsdaten von der Fahrzeugeinrichtung
(200) zu empfangen und die Startpositionsdaten als Startposition bei der Initiierung
des Verfahrens zur Registrierung der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen
Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu verwenden.
3. Mautzentrale (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, Startpositionsdaten aus
der letzten, vor dem Empfang der Ausfallnachricht und/oder oder dem Feststellen des
Ausfalls empfangenen Position der Fahrzeugeinrichtung (200) zu generieren und die
Startpositionsdaten als Startposition bei der Initiierung des Verfahrens zur Registrierung
der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen
Verkehrsfläche zu verwenden.
4. Mautzentrale (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, in Antwort auf den Empfang
der Ausfallnachricht und/oder das Feststellen des Ausfalls nach einem vorbestimmten
Kriterium Zielpositionsdaten zu erzeugen und diese als Zielposition bei der Initiierung
des Verfahrens zur Registrierung der Nutzungsberechtigung der dem mautpflichtigen
Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu verwenden.
5. Mautzentrale (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die das Mautnetz betreffende Daten vorgespeicherte Zielpositionsdaten und/oder Kartenmaterial
und/oder Mautnetzdaten sind und/oder die Zielposition ein der Startposition nächstgelegenes
Mautstellenterminal und/oder eine der Startposition nächstgelegene Serviceeinrichtung
und/ oder eine Abfahrt aus dem Mautnetz ist.
6. Mautzentrale (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, eine Nachricht zur Bestätigung
der Registrierung der Nutzungsberechtigung zu generieren und die generierte Nachricht
zur Bestätigung der Registrierung über die zentrale Kommunikationseinrichtung (120)
an das Mobilgerät des Nutzers zu senden, wobei die Nachricht bevorzugt auch Zielpositionsdaten
und besonders bevorzugt auch Via-Positionen umfasst.
7. Mautzentrale (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Recheneinrichtung (101) dazu eingerichtet ist, während des Verfahrens
zur Registrierung der auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung
auf einer Route zwischen der Startposition und der Zielposition fällige Mautgebühren
auf Grundlage eines vorgegeben Kriteriums bestimmt und die berechneten Mautgebühren
erhebt.
8. Mauterhebungssystem zur Erhebung einer Maut eines mautpflichtigen Fahrzeugs beim Benutzen
einer mautpflichtigen Verkehrsfläche,
mit einer von dem mautpflichtigen Fahrzeug mitgeführten Fahrzeugeinrichtung (200)
zur Bereitstellung von Identifikationsdaten zur Identifizierung des mautpflichtigen
Fahrzeugs, mit einer Positionsbestimmungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer
Position des mautpflichtigen Fahrzeugs, und
mit mindestens einer Recheneinrichtung, die dazu eingerichtet ist, die ordnungsgemäße
Funktion der Fahrzeugeinrichtung und/oder wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung
(200) verwendeten Komponente (220, 230) zu überwachen,
wobei das Mauterhebungssystem dazu eingerichtet ist, die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen
Verkehrsfläche aus von der Positionsbestimmungsvorrichtung bestimmten Positionsdaten
zu erkennen und eine auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die erfolgte Nutzung
der mautpflichtigen Verkehrsfläche zu erheben, und
mit einer Mautzentrale gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mauterhebungssystem weiterhin dazu eingerichtet ist,
ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen
Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden
mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren, wenn
die Recheneinrichtung einen Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
(200) und/oder wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung (200) verwendeten Komponente
(220, 230) festgestellt hat.
9. Mauterhebungssystem gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinrichtung zur Überwachung der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
und/oder wenigstens einer von der Fahrzeugeinrichtung (200) verwendeten Komponente
(220, 230) in der Fahrzeugeinrichtung und/oder in einem im Fahrzeug mitgeführten Mobilgerät
und/oder in der Mautzentrale vorliegt.
10. Mauterhebungssystem gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Mautzentrale und/oder die Fahrzeugeinrichtung und/oder ein im Fahrzeug mitgeführtes
Mobilgerät dazu eingerichtet ist, die Mautgebühr zu erheben und/oder dass die Positionsbestimmungsvorrichtung
in der Fahrzeugeinrichtung und/oder durch ein im Fahrzeug mitgeführtes Mobilgerät
und/oder durch mindestens eine straßenseitige Erfassungsvorrichtung ausgebildet ist.
11. Mauterhebungssystem gemäß einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein im Fahrzeug mitgeführtes Mobilgerät dazu eingerichtet ist, während des Verfahrens
zur Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung
für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen
Verkehrsfläche auf Aufforderung eine Startposition und/oder eine Endposition zu übermitteln.
12. Mauterhebungssystem gemäß einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrzeugeinrichtung (200) eine dezentrale Recheneinrichtung (201) aufweist, welche
mit wenigstens einer dezentralen Kommunikationseinrichtung (220) kommunikativ gekoppelt
ist, wobei die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu eingerichtet ist, Identifikationsdaten
und/oder Positionsdaten und/oder Mautdaten über die wenigstens eine dezentrale Kommunikationseinrichtung
(220) an eine Mautzentrale (100) zu senden, um die Erhebung einer auf das mautpflichtige
Fahrzeug bezogenen Mautgebühr für die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche
zu ermöglichen oder zu bestätigen, und wobei die dezentrale Recheneinrichtung (201)
weiterhin dazu eingerichtet ist, die ordnungsgemäße Funktion der Fahrzeugeinrichtung
(200) und/oder der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung (220) und/oder
einer mit der dezentralen Recheneinrichtung kommunikativ gekoppelten Positionsbestimmungsvorrichtung
(230) zu überwachen, wobei die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu eingerichtet
ist, in Antwort auf einen festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
(200) und/oder der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung (220) und/oder
der Positionsbestimmungsvorrichtung (230) eine Ausfallnachricht zu erzeugen und an
eine Mautzentrale (100) zu senden, um in der Mautzentrale (100) ein Verfahren zur
Registrierung wenigstens einer auf das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung
für eine Nutzung einer dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen
Verkehrsfläche zu initiieren.
13. Mauterhebungssystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die dezentrale Recheneinrichtung (201) weiterhin dazu eingerichtet ist, zusammen
mit der Ausfallnachricht Startpositionsdaten bevorzugt auf Grundlage einer von der
Positionsbestimmungsvorrichtung (230) bestimmten Position an die Mautzentrale (100)
zu senden.
14. Fahrzeugeinrichtung (200) zur Mauterhebung für ein mautpflichtiges Fahrzeug, umfassend:
- eine Positionsbestimmungseinrichtung (230),
- wenigstens eine dezentrale Kommunikationseinrichtung (220),
- ein Mobilgerät mit einer Nutzerschnittstelle, einer mobilen Kommunikationseinrichtung
und einer mobilen Recheneinrichtung, welche mit der Nutzerschnittstelle und der mobilen
Kommunikationseinrichtung gekoppelt ist,
- eine dezentrale Recheneinrichtung (201), welche mit der wenigstens einen dezentralen
Kommunikationseinrichtung (220) und der Positionsbestimmungseinrichtung (230) kommunikativ
gekoppelt ist,
- wobei die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu eingerichtet ist, Identifikationsdaten
sowie Positionsdaten und/oder Mautdaten über die wenigstens eine dezentrale Kommunikationseinrichtung
(220) an eine Mautzentrale (100) zu senden, um die Erhebung einer auf das mautpflichtige
Fahrzeug bezogenen Mautgebühr für die erfolgte Nutzung einer mautpflichtigen Verkehrsfläche
zu ermöglichen oder zu bestätigen, und
- wobei die dezentrale Recheneinrichtung (201) weiterhin dazu eingerichtet ist, die
ordnungsgemäße Funktion der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder der wenigstens einen
dezentralen Kommunikationseinrichtung (220) und/oder einer mit der dezentralen Recheneinrichtung
kommunikativ gekoppelten Positionsbestimmungsvorrichtung (230) zu überwachen,
wobei
die dezentrale Recheneinrichtung (201) dazu eingerichtet ist, in Antwort auf einen
festgestellten Mangel der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung (200) und/oder
der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung (220) und/oder der Positionsbestimmungsvorrichtung
(230) eine Ausfallnachricht zu erzeugen und an eine Mautzentrale (100) zu senden,
um in der Mautzentrale (100) ein Verfahren zur Registrierung wenigstens einer auf
das mautpflichtige Fahrzeug bezogenen Nutzungsberechtigung für eine Nutzung einer
dem mautpflichtigen Fahrzeug vorausliegenden mautpflichtigen Verkehrsfläche zu initiieren,
und
die mobile Recheneinrichtung des Mobilgeräts dazu eingerichtet ist, zumindest eine
Zielauswahlmöglichkeit über die mobile Kommunikationseinrichtung von der Mautzentrale
zu empfangen und einem Nutzer an der Benutzerschnittstelle anzuzeigen, in Antwort
auf eine Nutzereingabe zu einer angezeigten Zielauswahlmöglichkeit Zielpositionsdaten
zu generieren und die generierten Zielpositionsdaten als Bestandteil von Buchungsdaten
an die Mautzentrale mittels der mobilen Kommunikationseinrichtung zu übermitteln.
15. Fahrzeugeinrichtung (200) gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionsbestimmungsvorrichtung (230) durch eine vom Fahrzeug bereitgestellte
Positionsbestimmungsvorrichtung und/oder durch das Mobilgerät, welches mit der dezentralen
Recheneinrichtung gekoppelt ist, bereitgestellt ist, und/oder dass die dezentrale
Kommunikationseinrichtung durch eine im Fahrzeug eingebaute Kommunikationseinrichtung
und/oder durch das Mobilgerät ausgebildet ist und/oder dass die mobile Recheneinrichtung
des Mobilgeräts zur Überwachung der ordnungsgemäßen Funktion der Fahrzeugeinrichtung
(200) und/oder der wenigstens einen dezentralen Kommunikationseinrichtung (220) und/oder
der Positionsbestimmungsvorrichtung (230) vorliegt und/oder dass die dezentrale Recheneinrichtung
(201) weiterhin dazu eingerichtet ist, zusammen mit der Ausfallnachricht Startpositionsdaten
bevorzugt auf Grundlage einer von der Positionsbestimmungsvorrichtung (230) bestimmten
Position an die Mautzentrale (100) zu senden.