[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Antriebssystem für eine linear bewegte Schiene,
wobei die Schiene an einer ausziehbaren Möbelkomponente angebracht ist oder Teil dieser
ausziehbaren Möbelkomponente ist.
[0002] Derartige Antriebssysteme werden zum Beispiel als Antrieb für Schubladen oder ausziehbare
Schränke benötigt. Im Stand der Technik gibt es für diesen Zweck Antriebssysteme,
welche auf in sich geschlossenen Zahnriemen basieren. Bei einem derartigen Antrieb
bildet ein Zapfen oder ein ähnliches Verbindungselement die Verbindung zwischen der
ausziehbaren Möbelkomponente und dem Zahnriemen. Nachteilig hierbei ist, dass an mehreren
Positionen im Möbelkorpus Komponenten des Antriebssystems montiert werden müssen,
wobei dies auch an schwer zugänglichen Positionen im hinteren Bereich des Möbelkorpus
der Fall ist. So muss in der Regel zum Beispiel eine Umlenkrolle im hintersten Bereich
des Möbelkorpus montiert werden. Die Montage solcher Antriebssysteme ist daher umständlich
und kann nicht ohne Vorkenntnisse ausgeführt werden, insbesondere wenn das Antriebssystem
nachträglich montiert werden soll.
[0003] Die vorliegende Erfindung hat sich deshalb zur Aufgabe gestellt, ein Antriebssystem
für eine linear bewegte Schiene einer ausziehbaren Möbelkomponente anzugeben, das
sich einfach montieren lässt. Das Antriebssystem soll sich insbesondere für die nachträgliche
Umrüstung von Apothekenschränken eignen, deren Schubladen im beladenen Zustand besonders
schwer sind und ein Gesamtgewicht von über 200 kg aufweisen können. Die Erfindung
hat sich daher zusätzlich zur Aufgabe gestellt, ein Antriebsystem anzugeben, welches
leistungsstark, leise und zudem kostengünstig ist.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1. Demnach
liegt dann ein erfindungsgemäßes Antriebssystem vor, wenn das Antriebssystem einen
Antrieb und eine von dem Antrieb angetriebene Antriebsrolle aufweist, wobei die Antriebsrolle
derart mit der Schiene in Kontakt bringbar ist, dass eine Rotationsbewegung der Antriebsrolle
in einer Antriebsdrehrichtung eine lineare Bewegung der Schiene in einer Ausziehrichtung
bewirkt, wobei ein entgegen der Antriebsdrehrichtung der Antriebsrolle auftretendes
Reaktionsmoment des Antriebs mittels zumindest einer Stützrolle, die gegenüber dem
Antrieb um eine Rotationachse drehbar gelagert ist, derart auf der Schiene abgestützt
ist, dass die Antriebsrolle und die Schiene aneinander gedrückt werden.
[0005] Das erfindungsgemäße Antriebssystem bietet den Vorteil, dass eine einzelne zusammenhängende
Baugruppe an einer Stelle im Möbelkorpus angebracht werden kann. Es müssen somit nicht
mehrere Baugruppen oder Bauteile an verschiedenen, teilweise schwer zugänglichen Stellen
im Möbelkorpus und an der ausziehbaren Möbelkomponente angebracht werden. Außerdem
nimmt das Antriebssystem das auftretende Reaktionsmoment direkt an der Schiene selbst
auf und es wirken somit weniger Kräfte auf eine Trägerstruktur des Antriebssystems.
Zusätzlich wird durch die Aufnahme des Reaktionsmoments gleichzeitig sichergestellt,
dass die Antriebsrolle an die Schiene gedrückt wird, was wiederum die Funktion des
erfindungsgemäßen Antriebs zu jeder Zeit sicherstellt.
[0006] Vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist eine Baugruppe,
die den Antrieb und die Stützrolle aufweist, um eine Schwenkachse des Antriebssystems
drehbar gegenüber einer Basis des Antriebssystems gelagert. Durch die drehbare Lagerung
der Baugruppe um die Schwenkachse wird die Stützrolle aufgrund des Reaktionsmoments,
welches auf den Antrieb wirkt, auf die Schiene gedrückt. Dadurch wird zum einen das
Reaktionsmoment auf der Schiene abgestützt und zum anderen die Antriebsrolle an die
Schiene drückt. Die Basis muss nicht dazu ausgelegt sein, das Reaktionsmoment selbst
aufzunehmen oder in eine entsprechende Trägerstruktur und/oder den Möbelkorpus einzuleiten.
Bei der Basis kann es sich vorzugsweise um ein Gehäuse oder einen Käfig handeln, gegenüber
dem die Baugruppe drehbar gelagert ist.
[0008] Vorzugsweise ist die Baugruppe gegenüber der Basis mittels zumindest einem Gleitlager
oder zumindest einem Wälzläger um die Schwenkachse drehbar gelagert. Eine Lagerung
mittels zumindest einem Gleitlager oder zumindest einem Wälzlager kann kostengünstig
realisiert werden.
[0009] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die
Schwenkachse koaxial zu einer Achse der Antriebsrolle ausgerichtet. Dies führt zu
einer kompakten Bauweise des Antriebssystems und einem einfachen Aufbau.
[0010] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die
Baugruppe in einer Ausgleichsrichtung quer zur Ausziehrichtung derart beweglich gelagert,
dass der Kontakt zwischen Antriebsrolle und Schiene stets gewährleistet ist. Bei dieser
Ausführungsform wird eine Art Selbstnivellierung des Antriebs bereitgestellt. Das
Antriebssystem muss daher in einer Richtung quer zur Schiene nicht absolut exakt positioniert
werden, wodurch sich die Montage erheblich vereinfacht und auch durch Personen vorgenommen
werden kann, die nicht über besondere Fachkenntnisse verfügen. Die bewegliche Lagerung
in der Ausgleichsrichtung ist auch dazu da, den Kontakt zwischen Antriebsrolle und
Schiene selbst dann sicherzustellen, wenn die Schiene in Abhängigkeit von Beladung
oder anderen Umständen nicht exakt linear verläuft.
[0011] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform steht die Ausgleichsrichtung senkrecht
zur Ausziehrichtung und senkrecht zur Achse der Antriebsrolle. Dadurch werden ein
vertikaler Höhenausgleich und eine besonders kompakte Bauweise erreicht. Alternativ
kann die Ausgleichrichtung auch senkrecht zur Ausziehrichtung und parallel zur Antriebsachse
vorgesehen sein.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Baugruppe in zwei Ausgleichsrichtungen
senkrecht zur Ausziehrichtung beweglich gelagert, wobei die eine Ausgleichsrichtung
senkrecht zur Achse der Antriebsrolle und die andere Ausgleichsrichtung in Richtung
der Achse der Antriebsrolle steht. Hierbei können nicht lineare Verläufe der Schiene
in unterschiedlichen Richtungen ausgeglichen werden.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante ist eine Lagerung der Baugruppe
vorgesehen, welche eine Drehung, insbesondere um einem Winkelbereich kleiner 20° (jeweils
10° zu beiden Seiten einer Lotstellung), der Baugruppe um eine Achse in Ausziehrichtung
gewährleistet. Hierdurch können kleinere Verdrehungen oder Wölbungen der Schiene ausgeglichen
werden.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass das Antriebssystem einen Träger und eine Lagerung aufweist, wobei die Lagerung
an der Basis angebracht ist und eine Verbindung zu dem Träger bildet, so dass die
Baugruppe mittels der Lagerung in der Ausgleichsrichtung beweglich gelagert ist. Bei
dieser Ausführungsform kann das Antriebssystem über den Träger auf einfache Weise
an dem Möbelkorpus befestigt, beispielsweise angeschraubt werden.
[0015] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Lagerung zumindest eine
Blattfeder auf. Vorzugsweise ist die Blattfeder derart ausgerichtet, dass eine Wirkrichtung
der Blattfeder quer zur Ausziehrichtung steht, so dass axial in Ausziehrichtung wirkende
Lagerkräfte des Antriebs ohne Verformung der Blattfeder durch diese aufgenommen werden.
Die Lagerung in Ausgleichsrichtung mittels Blattfeder bildet eine einfache und kostengünstige
Möglichkeit, die bewegliche Lagerung in Ausgleichsrichtung zu gewährleisten und gleichzeitig
die nötige Stabilität in Ausziehrichtung der Schiene zu erreichen. Besonders bevorzugt,
weist die Lagerung zwei Blattfedern auf, welche so zueinander angeordnet sind, dass
nur ein Bewegungsfreiheitsgrad auf Grund der Verformung der Blattfedern gegeben ist.
[0016] Vorzugsweise sind die beiden Blattfedern gegeneinander in Ausgleichsrichtung vorgespannt.
Wenn zwei gegeneinander vorgespannte Blattfedern verwendet werden, vereinfacht sich
die Montage des erfindungsgemäßen Antriebssystems, da sowohl positive als auch negative,
in Ausgleichrichtung gegenüber der Schiene bestehende Positionsabweichungen des Antriebssystems
ausgeglichen werden und in jedem Fall sichergestellt wird, dass die Antriebsrolle
derart gegen die Schiene gedrückt wird, dass ein Antrieb der Schiene erfolgen kann.
[0017] Gemäß einer alternativen besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Lagerung als
Querlenker-Aufhängung ausgebildet. Die Querlenker-Aufhängung hat den Vorteil, dass
sie eine sehr hohe Stabilität des Antriebssystems gewährleistet, nur einen Freiheitsgrad
offenlässt und eine kompakte Bauweise ermöglicht. Falls durch einen Defekt an der
Lagerung um die Schwenkachse Rotationsmomente auf die Lagerung in Ausgleichsrichtung
übertragen werden sollten, so können diese Momente von der Querlenker-Aufhängung bis
zu einem gewissen Grad aufgenommen werden.
[0018] Vorzugsweise wirkt eine Feder derart auf die Querlenker-Aufhängung, dass die Antriebsrolle
an die Schiene gedrückt wird. Dadurch wird eine zuverlässige Funktion des Antriebssystems
sichergestellt.
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
das Antriebssystem eine erste Stützrolle und eine zweite Stützrolle auf, wobei die
erste Stützrolle gegenüber dem Antrieb um eine erste Rotationachse drehbar gelagert
ist, und wobei die zweite Stützrolle gegenüber dem Antrieb um eine zweite Rotationsachse
drehbar gelagert ist, wobei das entgegen der Antriebsdrehrichtung der Antriebsrolle
auftretende Reaktionsmoment des Antriebs in Abhängigkeit des Vorzeichens der Antriebsdrehrichtung
entweder mittels der ersten Stützrolle oder mittels der zweiten Stützrolle derart
auf der Schiene abgestützt ist, dass die Antriebsrolle dadurch an die Schiene gedrückt
wird. Durch die Verwendung von zwei Stützrollen kann die Anfahrtszeit bei einem Richtungswechsel
der Antriebsdrehrichtung verbessert werden, da der Winkel, um den die Baugruppe um
die Schwenkachse gedreht wird, bis eine der Stützrollen das Reaktionsmoment auf der
Schiene abstützt, sehr klein bemessen sein kann.
[0020] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
weist der Antrieb einen Elektromotor, bevorzugt einen elektronisch kommutierten Elektromotor,
und ein Getriebe auf, das vorzugsweise als Planetengetriebe ausgeführt ist. Ein solcher
Antrieb kann leistungsstark und zugleich kompakt ausgeführt werden. Insbesondere durch
die Verwendung eines Planetengetriebes kann ein sehr kompakter Aufbau bei einem hohen
Wirkungsgrad erreicht werden.
[0021] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist das Antriebssystem als Reibradantrieb ausgeführt, wobei die Antriebsrolle als
Reibrolle ausgeführt ist. Durch die Aufnahme des Reaktionsmoments, wird die zur Übertragung
der Antriebskraft notwendige Normalkraft auf die Antriebsrolle aufgebracht, sodass
der Antrieb als Reibradantrieb ausführbar ist. Abhängig von dem Abstand der Antriebsrolle
von der Stützrolle kann der Schwenkwinkel des Antriebs so eingestellt werden, dass
eine Selbsthemmung zwischen Antriebsrolle und Schiene auftritt, sodass ein Durchrutschen
der Schiene unabhängig von der Antriebskraft unterbunden wird. Hierbei wird die Selbsthemmung,
die zwischen der Antriebsrolle und der das Reaktionsmoment aufnehmenden Stützrolle
entsteht, zur Erzeugung der notwendigen reibschlüssigen Verbindung zwischen Antriebsrolle
und Schiene verwendet. Der Vorteil eines derartigen Antriebs besteht darin, dass ein
Reibradantrieb sowohl leise als auch in seiner Antriebskraft begrenzt ist, da das
hohe Anhaltemoment des Motors nicht auf die Schiene übertragen werden kann. Dadurch
können etwaige Sicherheitsbestimmungen hinsichtlich der maximalen Kraft unabhängig
von elektronischen Hilfsmitteln erfüllt werden. Des Weiteren sind die Komponenten
kostengünstig und die Konstruktion einfach aufgebaut.
[0022] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
[0023] Es zeigen:
- Figur 1:
- ein erfindungsgemäßes Antriebssystem in einer ersten Ausführungsform in einer perspektivischen
Ansicht,
- Figur 2:
- das erfindungsgemäße Antriebssystem aus Figur 1 mit einer linear bewegten Schiene
aus einer weiteren perspektivischen Ansicht,
- Figur 3:
- einen teilweisen Längsschnitt des erfindungsgemäßen Antriebssystems aus Figur 1 in
einer perspektivischen Ansicht,
- Figur 4:
- ein erfindungsgemäßes Antriebssystem in einer zweiten Ausführungsform in einer perspektivischen
Ansicht,
- Figur 5:
- das erfindungsgemäße Antriebssystem aus Figur 4 mit einer linear bewegten Schiene
aus einer weiteren perspektivischen Ansicht,
- Figur 6:
- ein erfindungsgemäßes Antriebssystem in einer dritten Ausführungsform in einer perspektivischen
Ansicht, und
- Figur 7:
- einen Längsschnitt durch das erfindungsgemäße Antriebssystem aus Figur 6.
[0024] Für die folgenden Ausführungen gilt, dass gleiche Teile durch gleiche Bezugszeichen
bezeichnet sind. Sofern in einer Figur Bezugszeichen enthalten sind, auf die in der
zugehörigen Figurenbeschreibung nicht näher eingegangen wird, so wird auf vorangehende
oder nachfolgende Figurenbeschreibungen Bezug genommen.
[0025] Die Figuren 1, 2 und 3 zeigen eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Antriebssystems 1. Das Antriebssystem 1 weist einen Antrieb auf, wobei der Antrieb
aus einem Elektromotor 7 und einem Getriebe 15 gebildet wird. Der Antrieb weist eine
Abtriebswelle 16 auf, die eine Antriebsrolle 2 trägt, welche in einer Antriebsdrehrichtung
19 um die Achse 4 der Abtriebswelle 16 angetrieben wird. Gegenüber dem Antrieb ist
eine Stützrolle 3 auf einem Zapfen 18 um eine Rotationsachse 6 drehbar gelagert, wobei
der Zapfen 18 über ein Verbindungselement 11 fest mit einem Teil des Getriebes 15
und dadurch mit dem Antrieb verbunden ist. Eine Baugruppe, die den Antrieb und die
Stützrolle 3 aufweist, ist um eine Schwenkachse 5 mittels eines Wälzlagers 14 gegenüber
einer Basis 8 drehbar gelagert. Die Schwenkachse 5 fällt in dieser Ausführungsform
mit der Achse 4 der Abtriebswelle 16 zusammen. Die Basis 8 ist gegenüber einem Träger
10 in einer Ausgleichsrichtung 20 über eine Blattfeder 9 beweglich gelagert. Der Träger
10 ist an dem Möbelkorpus befestigt, gegenüber dem eine Schiene 12 linear bewegt werden
soll, die entweder Teil des Auszugs 13 ist oder an diesem befestigt ist.
[0026] Die Schiene 12 liegt zwischen der Antriebsrolle 2 und der Stützrolle 3 und kann durch
das Antriebssystem 1 in einer linearen Ausziehrichtung 21 bewegt werden. Die Lagerung
des Antriebs in der Ausgleichsrichtung 20 mittels einer Blattfeder 9 stellt dabei
sicher, dass die Antriebsrolle 2 mit der Schiene 12 in Kontakt steht. Wenn die Antriebsrolle
2 mittels des Antriebs in einer Antriebsdrehrichtung 19 angetrieben wird, wird die
Schiene in der Ausziehrichtung 21 bewegt. Dabei wird das entgegen der Antriebsdrehrichtung
19 wirkende Reaktionsmoment aus dem Kontakt zur Schiene 12 auf die Antriebsrolle 2
und damit auf den Antrieb durch die Stützrolle 3 auf der Schiene 12 abgestützt. Hierfür
bewirkt das Reaktionsmoment zuerst eine Drehung der Baugruppe um die Schwenkachse
5. Dies geschieht so lange, bis das Reaktionsmoment durch die Stützrolle 3 auf der
Schiene 12 abgestützt wird. Durch das Abstützen des Reaktionsmoments wird gleichzeitig
die Antriebsrolle 2 an die Schiene 12 gedrückt. Wenn das Antriebssystem 1 als Reibradantrieb
ausgeführt ist, wie das in der gezeigten Ausführungsform der Fall ist, wird die notwendige
reibschlüssige Verbindung zwischen Antriebsrolle 2 und Schiene 12, basierend auf der
Selbsthemmung zwischen Antriebsrolle 2 und Stützrolle 3, erzeugt. Damit wird keine
Vorspannung zwischen Antriebsrolle 2 und Schiene 12 benötigt, da die reibschlüssige
Verbindung durch das Zusammenspiel von Antriebsrolle 2 und Stützrolle 3 erzeugt wird.
Weiter kann das Reaktionsmoment entgegen der Antriebsdrehrichtung 19 durch die Stützrolle
3 auf der Schiene abgestützt werden und wird nicht auf die Basis 8 übertragen. Auf
die Basis 8 und damit auf die Blattfeder 9 und den Träger 10 wirkt durch den Aufbau
des Antriebssystems 1 somit nur eine Kraft entgegen der Ausziehrichtung 21. Da diese
Kraft senkrecht zu der Ausgleichsrichtung 20 steht, kann die Blattfeder 9 diese aufnehmen
und an den Träger 10 weiterleiten.
[0027] Die Figuren 4 und 5 zeigen eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Antriebssystems
1. Der Unterschied zur ersten Ausführungsform ist, dass das Antriebssystem 1 zwei
Stützrollen aufweist. Eine erste Stützrolle 3.1 ist gegenüber dem Antrieb auf einem
Verbindungselement 11 um eine erste Rotationsachse 6.1 drehbar gelagert und eine zweite
Stützrolle 3.2 ist ebenfalls gegenüber dem Antrieb auf dem Verbindungselement 11 um
eine zweite Rotationsachse 6.2 drehbar gelagert. Wenn nun die Schiene 12 durch eine
Rotationsbewegung der Antriebsrolle 2 in einer Antriebsdrehrichtung 19 in einer linearen
Ausziehrichtung 21 angetrieben wird, wird je nach Vorzeichen der Antriebsdrehrichtung
19 das Reaktionsmoment entgegen der Antriebsdrehrichtung 19 entweder mittels der ersten
Stützrolle 3.1 oder mittels der zweiten Stützrolle 3.2 auf der Schiene 12 abgestützt.
Dies ermöglicht unter anderem einen etwas schnelleren Wechsel der Bewegungsrichtung
der Schiene in der Ausziehrichtung 21, da eine kleinere Drehbewegung der Baugruppe,
welche den Antrieb und die Stützräder 3.1, 3.2 aufweist, um die Schwenkachse 5 nötig
ist, um das Reaktionsmoment auf der Schiene 12 abzustützen und dadurch die Antriebsrolle
2 ausreichend an die Schiene 12 zu drücken.
[0028] Eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Antriebssystems 1 wird in den Figuren
6 und 7 gezeigt. Hierbei ist insbesondere das Verbindungselement 11 anders gestaltet
und mit der Umgestaltung des Verbindungselements 11 ist auch die drehbare Lagerung
um die Schwenkachse 5 der Baugruppe, welche den Antrieb und die Stützrolle 3 aufweist,
gegenüber der Basis 8 anders gestaltet. Zusätzlich ist auch die Lagerung in der Ausgleichsrichtung
20 anders gelöst.
[0029] Der Antrieb mit dem Getriebe 15 und dem Elektromotor 7 ist über zwei Schrauben 24
mit dem Verbindungselement 11 verschraubt. Das Verbindungselement 11 ist in dieser
Ausführungsform U-förmig ausgebildet, wobei die Stützrolle 3 über einen Zapfen 18
drehbar um eine Rotationsachse 6 zwischen den Schenkeln des Verbindungselements 11
gelagert ist. Die drehbare Lagerung der Baugruppe um die Schwenkachse 5 gegenüber
der Basis 8 wird dadurch erzeugt, dass die beiden Schenkel des Verbindungselements
11 mittels zwei Wälzlagern 23 an der Abtriebswelle 16 der Antriebsrolle 2 drehbar
um die Schwenkachse 5 gelagert sind und die Abtriebswelle 16 zusätzlich über zwei
Wälzlager 24 gegenüber der Basis 8 drehbar um die Schwenkachse 5 gelagert ist. Die
Antriebsrolle 2 ist auf der Abtriebswelle 16 zwischen den Wälzlagern 23 angebracht,
die die Schenkel des Verbindungselements 11 an der Abtriebswelle 16 lagern. Die Lagerung
in Ausgleichsrichtung 20 wird bei der dritten Ausführungsform über eine Querlenker-Aufhängung
gelöst. Hierzu sind zwei Aufhängungselemente 25 jeweils mit der Basis 8 und dem Träger
10 drehbar verbunden, wobei die jeweilige drehbare Lagerung eine Rotationsachse in
Richtung der Ausziehrichtung 21 aufweist, sodass die Basis 8 in der Ausgleichsrichtung
20 gegenüber dem Träger 10 verschiebbar ist. Zusätzlich sind die Basis 8 und der Träger
10 in Ausgleichsrichtung 20 mittels einer Feder 22 zu einander vorgespannt. Dadurch
wird erreicht, dass die Antriebsrolle 2 in Ausgleichsrichtung 20 stets mit der Schiene
12 in Kontakt ist.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Antriebssystem
- 2
- Antriebsrolle
- 3
- Stützrolle
- 3.1
- Erste Stützrolle
- 3.2
- Zweite Stützrolle
- 4
- Achse
- 5
- Schwenkachse
- 6
- Rotationsachse
- 6.1
- Erste Rotationsachse
- 6.2
- Zweite Rotationsachse
- 7
- Elektromotor
- 8
- Basis
- 9
- Blattfeder
- 10
- Träger
- 11
- Verbindungselement
- 12
- Schiene
- 13
- Auszug
- 14
- Wälzlager
- 15
- Getriebe
- 16
- Abtriebswelle
- 17
- Wälzlager
- 18
- Zapfen
- 19
- Antriebsdrehrichtung
- 20
- Ausgleichsrichtung
- 21
- Ausziehrichtung
- 22
- Feder
- 23
- Wälzlager
- 24
- Wälzlager
- 25
- Aufhängungselement
1. Antriebssystem für eine linear bewegte Schiene einer ausziehbaren Möbelkomponente
mit einem Antrieb und mit einer von dem Antrieb angetriebenen Antriebsrolle, die derart
mit der Schiene in Kontakt bringbar ist, dass eine Rotationsbewegung der Antriebsrolle
in einer Antriebsdrehrichtung eine lineare Bewegung der Schiene in einer Ausziehrichtung
bewirkt, wobei ein entgegen der Antriebsdrehrichtung der Antriebsrolle auftretendes
Reaktionsmoment des Antriebs mittels zumindest einer Stützrolle, die gegenüber dem
Antrieb um eine Rotationachse drehbar gelagert ist, derart auf der Schiene abgestützt
ist, dass die Antriebsrolle und die Schiene aneinander gedrückt werden.
2. Antriebssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Baugruppe, die den Antrieb und die Stützrolle aufweist, um eine Schwenkachse
des Antriebssystems drehbar gegenüber einer Basis des Antriebssystems gelagert ist.
3. Antriebssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Baugruppe gegenüber der Basis mittels zumindest einem Gleitlager oder zumindest
einem Wälzläger um die Schwenkachse drehbar gelagert ist.
4. Antriebssystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse koaxial zu einer Achse der Antriebsrolle ausgerichtet ist.
5. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Baugruppe in einer Ausgleichsrichtung quer zur Ausziehrichtung derart beweglich
gelagert ist, dass der Kontakt zwischen Antriebsrolle und Schiene stets gewährleistet
ist.
6. Antriebssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichsrichtung senkrecht zur Ausziehrichtung und senkrecht zur Achse der
Antriebsrolle steht.
7. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Baugruppe in zwei Ausgleichsrichtungen senkrecht zur Ausziehrichtung beweglich
gelagert ist, wobei die eine Ausgleichsrichtung senkrecht zur Achse der Antriebsrolle
und die andere Ausgleichsrichtung in Richtung der Achse der Antriebsrolle steht.
8. Antriebssystem nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem einen Träger und eine Lagerung aufweist, wobei die Lagerung an
der Basis angebracht ist und eine Verbindung zu dem Träger bildet, so dass die Baugruppe
mittels der Lagerung in der Ausgleichsrichtung beweglich gelagert ist.
9. Antriebssystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung zumindest eine Blattfeder aufweist.
10. Antriebssystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Blattfeder derart ausgerichtet ist, dass eine Wirkrichtung der Blattfeder quer
zur Ausziehrichtung steht, so dass axial in Ausziehrichtung wirkende Lagerkräfte des
Antriebs ohne Verformung der Blattfeder durch diese aufgenommen werden.
11. Antriebssystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung als Querlenker-Aufhängung ausgebildet ist.
12. Antriebssystem nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Feder derart auf die Querlenker-Aufhängung wirkt, dass die Antriebsrolle an
die Schiene gedrückt wird.
13. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem eine erste Stützrolle und eine zweite Stützrolle aufweist, wobei
die erste Stützrolle gegenüber dem Antrieb um eine erste Rotationachse drehbar gelagert
ist und wobei die zweite Stützrolle gegenüber dem Antrieb um eine zweite Rotationsachse
drehbar gelagert ist, wobei das entgegen der Antriebsdrehrichtung der Antriebsrolle
auftretende Reaktionsmoment des Antriebs in Abhängigkeit des Vorzeichens der Antriebsdrehrichtung
entweder mittels der ersten Stützrolle oder mittels der zweiten Stützrolle derart
auf der Schiene abgestützt ist, dass die Antriebsrolle dadurch an die Schiene gedrückt
wird.
14. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb einen Elektromotor, bevorzugt einen elektronisch kommutierten Elektromotor,
und ein Getriebe aufweist, das vorzugsweise als Planetengetriebe ausgeführt ist.
15. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebssystem als Reibradantrieb ausgeführt ist, wobei die Antriebsrolle als
Reibrolle ausgeführt ist.