[0001] Der vorliegende Ansatz bezieht sich auf eine Radialkraft-Vorrichtung für ein Konturmessgerät
und ein Messsystem.
[0002] Unter Verwendung eines Konturmessgeräts lässt sich eine Kontur eines Werkstücks vermessen.
Die
US 2 696 675 A offenbart ein Messgerät mit verstellbarer Halterung. Die
DE 29 09 8367 A1 offenbart eine Präzisionsmeßvorrichtung für zylindrische Objekte. Die
US 2020/0309503 A1 beschreibt ein drehbares Gestell, das in der Lage ist, die Belastung einer Zuführvorrichtung
und die Verformung einer Ablageebene zu reduzieren. Die
US 2 701 170 A beschreibt eine Spindellagerung.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Vor diesem Hintergrund werden mit dem vorliegenden Ansatz eine Radialkraft-Vorrichtung
für ein Konturmessgerät und ein Messsystem gemäß den Hauptansprüchen vorgestellt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung.
[0004] Die mit dem vorgestellten Ansatz erreichbaren Vorteile bestehen darin, dass eine
Möglichkeit geschaffen wird, eine Vermessung eines belasteten Werkstückes während
einer Messwertaufnahme durchzuführen.
[0005] Es wird eine Radialkraft-Vorrichtung für ein Konturmessgerät zum Messen einer Kontur
eines um eine Rotationsachse rotierbaren wellenförmigen Werkstücks vorgestellt. Mit
Hilfe der Radialkraft-Vorrichtung kann eine radiale Kraft auf das Werkstück gebracht
werden. Die Radialkraft-Vorrichtung weist einen Klemmkörper, eine Krafteinleitungsrolle,
zumindest eine Gegenrolle und eine Koppeleinrichtung auf. Der Klemmkörper ist zum
radialen Umgreifen eines in dem Konturmessgerät aufgenommenen Werkstückabschnitts
des Werkstücks ausgeformt. Die Krafteinleitungsrolle ist zum Aufbringen einer mechanischen
radialen Kraft auf das Werkstück ausgebildet, um eine Belastung auf das Werkstück
einzuleiten, wobei die Krafteinleitungsrolle radial verschiebbar zum Werkstück an
dem Klemmkörper gelagert ist. Die Gegenrolle ist in dem Klemmkörper gelagert und zum
Abstützen des Werkstücks beim Aufbringen der Kraft ausgebildet. Die Koppeleinrichtung
ist zum Koppeln des Klemmkörpers an dem Konturmessgerät ausgeformt.
[0006] Die hier vorgestellte Radialkraft-Vorrichtung ermöglicht ein Aufbringen einer mechanischen
Kraft auf ein Werkstück, wobei die Kraft beispielsweise eine Betriebskraft im für
das Werkstück vorgesehenen Betrieb simuliert, um einen Betriebstest beispielsweise
in Bezug auf eine Materialbeständigkeit und/oder Verformbarkeit für das Werkstück
zu ermöglichen. Die Krafteinleitungsrolle ist parallel zur Rotationsachse, im Folgenden
auch als "C-Achse" bezeichnet, rotierbar gelagert, beispielsweise in einem Kugellager.
Hierbei ist die Krafteinleitungsrolle radial auf die Rotationsachse zu verschiebbar
an dem Klemmkörper gelagert, entlang einer orthogonal zu der Rotationsachse verlaufenden
Y-Achse. Die Gegenrolle dient hierbei vorteilhafterweise einer Stabilisierung des
Werkstücks beim Aufbringen der Kraft, damit das Werkstück nicht aus seiner Position
zwischen beispielsweise zwei Zentrierspitzen des Konturmessgeräts gedrückt wird. Auch
die Gegenrolle ist parallel zur Rotationsachse rotierbar in einem Kugellager gelagert.
[0007] Der Klemmkörper kann im Wesentlichen U-förmig zum radialen Umgreifen des Werkstückabschnitts
ausgeformt sein, wobei die Krafteinleitungsrolle und Gegenrolle auf je gegenüberliegenden
Schenkeln des U-förmigen Klemmkörpers angeordnet sind. Dies schafft eine praktische
Möglichkeit zum Umgreifen des Werkstücks. Auch kann ein solcher U-förmiger Klemmkörper
praktischerweise über die Öffnung des U-förmigen Klemmkörpers an ein bereits in dem
Konturmessgerät positioniertes Werkstück geschoben werden, oder aber das Werkstück
kann erst beim Positionieren in das Konturmessgerät in die Öffnung des bereits an
dem Konturmessgerät gekoppelten U-förmigen Klemmkörpers geschoben werden.
[0008] Die Radialkraft-Vorrichtung weist ferner zumindest eine in dem Klemmkörper gelagerte
zweite Gegenrolle zum Abstützen des Werkstücks beim Aufbringen der Kraft auf.
[0009] Dies erhöht eine Stabilität des Werkstücks in dem Konturmessgerät beim Aufbringen
der Kraft.
[0010] Gemäß der Erfindung sind die Gegenrolle und die zweite Gegenrolle fluchtend angeordnet.
Dies vergrößert eine der Kraft entgegengebrachte Abstützfläche und somit Stabilität
für das Werkstück in dem Konturmessgerät beim Aufbringen der Kraft.
[0011] Die Krafteinleitungsrolle ist in einer horizontalen Ebene zwischen der Gegenrolle
und der zweiten Gegenrolle angeordnet, für den Fall, dass sie fluchtend angeordnet
sind. Beispielsweise kann die Krafteinleitungsrolle mittig zwischen der Gegenrolle
und der zweiten Gegenrolle angeordnet sein. Dies ermöglicht ein gleichmäßiges Abstützen
und ein Vermeiden eines Kippens des Werkstücks beim
[0012] Aufbringen der Kraft. In dem Klemmkörper ist weiterhin eine weitere Gegenrolle gelagert,
auf horizontaler Ebene mit der Gegenrolle angeordnet ist, und eine weitere zweite
Gegenrolle gelagert, die auf horizontaler Ebene mit der zweiten Gegenrolle angeordnet
ist. Es kann so das Werkstück beim Aufbringen der Kraft auf einen mittigen Abschnitt
einer Seite des Werkstücks beispielsweise an einem oberen Abschnitt auf einer der
Seite gegenüberliegenden Seite zwischen der Gegenrolle und der weiteren Gegenrolle
abgestützt werden und an einem unteren Abschnitt auf der der Seite gegenüberliegenden
Seite zwischen der zweiten Gegenrolle und der weiteren Gegenrolle abgestützt werden.
[0013] Die Radialkraft-Vorrichtung weist ferner ein Bauteil auf in dem die Krafteinleitungsrolle
gelagert ist. Das Bauteil ist radial verschiebbar an dem Klemmkörper gelagert. Dies
schafft eine Möglichkeit zur beweglichen Aufnahme der Krafteinleitungsrolle sowie
zum Schutze dieser.
[0014] Gemäß der Erfindung weist die Radialkraft-Vorrichtung eine Bewegungsumkehreinrichtung
auf, die ausgebildet ist, um den Klemmkörper ansprechend auf eine Bewegung des Bauteils
in eine radiale erste Richtung in eine der ersten Richtung entgegengesetzte zweite
Richtung zu bewegen. Die radiale erste Richtung kann eine Bewegung entlang der Y-Achse
auf das Werkstück zu sein, um im Folgenden die Kraft auf das Werkstück zu bewirken.
Die Bewegungsumkehreinrichtung ermöglicht somit vorteilhafterweise auch ein Andocken
oder sogar eine der Kraft entgegengesetzten Kraft der gegenüberliegenden Gegenrolle/n
an das Werkstück hin. Dies kann lediglich durch die Bewegung des die Krafteinleitungsrolle
haltenden Bauteils zu dem Werkstück hin bewirkt werden.
[0015] Die Koppeleinrichtung kann ausgeformt sein, um eine Längsbewegung des Klemmkörpers
entlang einer Y-Achse und/oder eine Rotationsbewegung um die Y-Achse und/oder eine
Längsbewegung des Klemmkörpers entlang einer X-Achse und/oder eine Rotationsbewegung
um die X-Achse zu ermöglichen, wobei die Y-Achse und die X-Achse orthogonal zueinander
und orthogonal zu der Rotationsachse ausgerichtet sind. Dies ermöglicht mehrere Freiheitsgrade,
beispielsweise vier Freiheitsgrade, gegenüber dem Konturmessgerät, wodurch sich vorteilhafterweise
ein anpassungsfähiger geschlossener Kraftfluss zwischen der Radialkraft-Vorrichtung
und dem Werkstück ergibt. Die Bewegungsumkehreinrichtung ermöglicht im Zusammenspiel
mit den 4 Freiheitsgraden ein Vermeiden oder Reduzieren von Querkräften.
[0016] Beispielsweise kann die Koppeleinrichtung zum Koppeln mit dem Klemmkörper eine Kugelführungseinheit
mit einer Buchse, einem in der Buchse angeordneten Kugelkäfig und einer in dem Kugelkäfig
aufgenommenen oder aufnehmbaren Welle aufweisen, die zum Einführen in eine Einlassöffnung
in dem Klemmkörper ausgeformt ist. Die Buchse kann sich orthogonal zu der Rotationsachse
erstrecken, beispielsweise entlang der Y-Achse. Eine solche Kugelführungseinheit schafft
eine bewegliche Verbindung zwischen dem Klemmkörper und dem Messsystem, wobei der
Klemmkörper zwei Freiheitsgrade, beispielsweise entlang und um die Y-Achse, gegenüber
dem Messsystem aufweist, wenn die Welle über die Einlassöffnung in dem Klemmkörper
gelagert ist.
[0017] Die Koppeleinrichtung kann ferner einen Bolzen zum beweglichen Verbinden der Welle
mit dem Klemmkörper aufweisen. Der Bolzen kann sich orthogonal zu der Welle erstrecken,
beispielsweise entlang der X-Achse. Die Welle und der Klemmkörper können je Aufnahmeöffnungen
für den Bolzen aufweisen, um die Bewegungen entlang und um die X-Achse zu ermöglichen,
wodurch sich demnach zwei weitere Freiheitsgrade ergeben, beispielsweise entlang und
um die X-Achse.
[0018] Es ist weiterhin von Vorteil, wenn die Radialkraft-Vorrichtung gemäß einer Ausführungsform
eine Krafteinleitungseinheit zum Einleiten der Kraft aufweist. So kann die Kraft sowohl
manuell, z.B. mittels eines Kniehebelspanners, oder automatisiert, z.B. pneumatisch
über Pneumatikzylinder, bewirkt werden. Eine Druckfeder kann Bestandteil der Kraftbereitstellungseinrichtung
sein, unabhängig, ob dies manuell oder automatisiert erfolgt. Diese Druckfeder ist
dafür verantwortlich, eine definierte Kraft einzuleiten.
[0019] Es wird ferner ein Messsystem mit einer Radialkraft-Vorrichtung in einer der vorangehend
beschriebenen Varianten und dem Konturmessgerät mit zwei Zentrierspitzen zum drehbaren
Einspannen des Werkstücks entlang der Rotationsachse vorgestellt. Ein solches Messsystem
schafft vorteilhafterweise eine drehbare Aufnahmemöglichkeit für das Werkstück sowie
eine Möglichkeit zur Durchführung einer Vermessung des Werkstückes während dieses
belastet wird.
[0020] Das Messsystem kann ferner eine Messeinrichtung zum Vermessen einer Kontur des Werkstücks
aufweisen. So kann ein Messsystem mit mehreren Funktionen, zum Vermessen und zum Durchführen
einer Vermessung des Werkstückes während dieses belastet wird, realisiert sein.
[0021] Der Ansatz wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische seitliche Darstellung einer Radialkraft-Vorrichtung für
ein Konturmessgerät zum Messen einer Kontur eines um eine Rotationsachse rotierbaren
wellenförmigen Werkstücks gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 eine seitliche Querschnittdarstellung eines Messsystems mit einer Radialkraft-Vorrichtung
und einem Konturmessgerät zum Messen einer Kontur eines um eine Rotationsachse rotierbaren
wellenförmigen Werkstücks gemäß einem Ausführungsbeispiel; und
Fig. 3 eine Aufsicht auf eine Radialkraft-Vorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0022] In der nachfolgenden Beschreibung günstiger Ausführungsbeispiele des vorliegenden
Ansatzes werden für die in den verschiedenen Figuren dargestellten und ähnlich wirkenden
Elemente gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte
Beschreibung dieser Elemente verzichtet wird.
[0023] Fig. 1 zeigt eine perspektivische seitliche Darstellung einer Radialkraft-Vorrichtung
100 für ein Konturmessgerät zum Messen einer Kontur eines um eine Rotationsachse 105
rotierbaren wellenförmigen Werkstücks 110 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0024] Lediglich beispielhaft ist das Werkstück 110 gemäß diesem Ausführungsbeispiel in
der Radialkraft-Vorrichtung 100 aufgenommen.
[0025] Die Radialkraft-Vorrichtung 100 weist einen Klemmkörper 115, eine Krafteinleitungsrolle
120, zumindest eine Gegenrolle 125 und eine Koppeleinrichtung 130 auf. Der Klemmkörper
115 ist zum radialen Umgreifen eines in dem Konturmessgerät aufgenommenen Werkstückabschnitts
des Werkstücks 110 ausgeformt. Die Krafteinleitungsrolle 120 ist zum Aufbringen einer
mechanischen radialen Kraft 135 auf das Werkstück 110 ausgebildet, um die Belastung
auf das Werkstück 110 zu ermöglichen, wobei die Krafteinleitungsrolle 120 radial verschiebbar
an dem Klemmkörper 115 gelagert ist. Die Gegenrolle 125 ist in dem Klemmkörper 115
gelagert. Die Gegenrolle 125 ist zum Abstützen des Werkstücks 110 beim Aufbringen
der Kraft 135 vorgesehen. Die Koppeleinrichtung 130 ist zum Koppeln des Klemmkörpers
115 an dem in Fig. 2 gezeigten Konturmessgerät 205 ausgeformt.
[0026] Die Krafteinleitungsrolle 120 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel parallel zur Rotationsachse
105, die im Folgenden auch als "C-Achse" bezeichnet" wird, rotierbar gelagert, beispielsweise
in einem Kugellager. Die Krafteinleitungsrolle 120 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel
radial auf die Rotationsachse 105 zu verschiebbar an dem Klemmkörper 115 gelagert,
hier entlang einer orthogonal zu der Rotationsachse 105 verlaufenden Y-Achse. Auch
die Gegenrolle 125 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel parallel zur Rotationsachse
105 rotierbar gelagert, beispielsweise in einem Kugellager.
[0027] Der Klemmkörper 115 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel im Wesentlichen U-förmig
zum radialen Umgreifen des Werkstückabschnitts ausgeformt, wobei die Krafteinleitungsrolle
120 und Gegenrolle 125 auf je gegenüberliegenden Schenkeln 140 des U-förmigen Klemmkörpers
115 angeordnet sind.
[0028] Die Radialkraft-Vorrichtung 100 weist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ferner zumindest
eine in dem Klemmkörper 115 gelagerte zweite Gegenrolle 145 zum Abstützen des Werkstücks
110 beim Aufbringen der Kraft 135 auf. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel sind die Gegenrolle
125 und die zweite Gegenrolle 145 fluchtend angeordnet. Ferner ist die Krafteinleitungsrolle
120 gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine horizontale Ebene zwischen der Gegenrolle
125 und der zweiten Gegenrolle 145 angeordnet. Hierbei ist die Krafteinleitungsrolle
120 gemäß diesem Ausführungsbeispiel mittig zwischen der Gegenrolle 125 und der zweiten
Gegenrolle 145 angeordnet. Die Krafteinleitungsrolle 120 kann aber auch asymmetrisch
angeordnet sein. Das ist werkstückabhängig. Jedoch ist die Krafteinleitungsrolle 120
stets zwischen den Gegenrollen 125, 145 angeordnet. In dem Klemmkörper 115 ist gemäß
diesem Ausführungsbeispiel weiterhin eine weitere Gegenrolle 150 gelagert, die auf
horizontaler Ebene mit der Gegenrolle 125 und/oder eine weitere zweite Gegenrolle
155 gelagert, die auf horizontaler Ebene mit der zweiten Gegenrolle 145 angeordnet
ist. Ein oberer Abschnitt des Werkstücks 110 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel
mittig zwischen der Gegenrolle 125 und der weiteren Gegenrolle 150 mit diesen kontaktiert
oder kontaktierbar. Ein unterer Abschnitt des Werkstücks 110 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel
mittig zwischen der zweiten Gegenrolle 145 und der weiteren zweiten Gegenrolle 155
mit diesen kontaktiert oder kontaktierbar. Die Krafteinleitungsrolle 120 ist angeordnet,
um einen mittleren Abschnitt 160 des Werkstücks 110 zu kontaktieren, der zwischen
dem oberen Abschnitt und dem unteren Abschnitt angeordnet ist. Ein Außenumfang des
mittleren Abschnitts 160 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel größer als ein Außenumfang
des oberen Abschnitts und des unteren Abschnitts. Alternativ können der Außenumfang
des mittleren Abschnitts 160 auch gleich oder kleiner als ein Außenumfang des oberen
Abschnitts und des unteren Abschnitts sein.
[0029] Die Radialkraft-Vorrichtung 100 weist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ferner ein
Bauteil 165 auf, wobei die Krafteinleitungsrolle 120 in dem Bauteil 165 gelagert ist.
Das Bauteil 165 ist beispielsweise als ein quaderförmiger Block ausgeführt. Das Bauteil
165 ist radial verschiebbar an dem Klemmkörper 115 gelagert.
[0030] Ferner weist die Radialkraft-Vorrichtung 100 gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine
Bewegungsumkehreinrichtung auf, die ausgebildet ist, um den Klemmkörper 115 ansprechend
auf eine Bewegung des Bauteils 165 in eine radiale erste Richtung in eine der ersten
Richtung entgegengesetzte zweite Richtung zu bewegen. Die radiale erste Richtung ist
gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine Bewegung entlang der Y-Achse auf das Werkstück
110 zu, um im Folgenden die Kraft 135 auf das Werkstück 110 zu bewirken. Dadurch bewegt
sich der Klemmkörper in die zweite (- Y-Richtung) auf das Werkstück 110 zu, sodass
die Gegenrollen 125, 145, 150, 155 auch anliegen
[0031] Die hier vorgestellte Radialkraft-Vorrichtung 100 realisiert einen Mechanismus zur
radialen Kraftbeaufschlagung eines wellenförmigen Werkstückes 110, das gemäß diesem
Ausführungsbeispiel als eine Nockenwelle ausgeformt ist. Die Radialkraft-Vorrichtung
100 ist für alle Messmethoden einsetzbar, die eine radiale Kraftbeaufschlagung während
der Messung benötigen. Hierzu erfolgt gemäß einem Ausführungsbeispiel eine örtliche
Aufbringung der mechanischen Kraft 135 in Form einer Radialkraft an dem wellenförmigen
Werkstück 110 während der Vermessung des Werkstücks 110.
[0032] Die Radialkraft-Vorrichtung 100 ermöglicht eine Querkraftfreie radiale Belastung
wellenförmiger Werkstücke 110. Vorteilhafterweise erfolgt lediglich ein minimaler
Verschleiß an werkstückberührenden Komponenten wie der Krafteinleitungsrolle 120 und/oder
den Gegenrollen 125, 145, 150, 155.
[0033] Fig. 2 zeigt eine seitliche Querschnittdarstellung eines Messsystems 200 mit einer
Radialkraft-Vorrichtung 100 und einem Konturmessgerät 205 zum Messen einer Kontur
eines um eine Rotationsachse 105 rotierbaren wellenförmigen Werkstücks 110 gemäß einem
Ausführungsbeispiel. Bei der Radialkraft-Vorrichtung 100 kann es sich um die in Fig.
1 beschriebene Radialkraft-Vorrichtung 100 handeln. Auch das Werkstück 110 kann das
in Fig. 1 beschriebene Werkstück 110 sein.
[0034] Das Konturmessgerät 205 weist zwei Zentrierspitzen 210 zum drehbaren Einspannen des
Werkstücks 110 entlang der Rotationsachse 105 auf. Optional weist das Messsystem 200
gemäß diesem Ausführungsbeispiel ferner eine Messeinrichtung 215 zum Vermessen der
Kontur des Werkstücks 110 auf.
[0035] Die Koppeleinrichtung 130 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ausgeformt, um eine
Längsbewegung des Klemmkörpers 115 entlang der Y-Achse und/oder eine Rotationsbewegung
um die Y-Achse und/oder eine Längsbewegung des Klemmkörpers 115 entlang einer X-Achse
und/oder eine Rotationsbewegung um die X-Achse zu ermöglichen, wobei die Y-Achse und
die X-Achse orthogonal zueinander und orthogonal zu der Rotationsachse 105 ausgerichtet
sind.
[0036] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel weist die Koppeleinrichtung 130 zum Koppeln mit
dem Klemmkörper 115 eine Kugelführungseinheit 217 mit einer Buchse 220, einem in der
Buchse 220 angeordneten Kugelkäfig 225 und/oder einer in dem Kugelkäfig 225 aufgenommenen
oder aufnehmbaren Welle 230 auf, die zum Einführen in eine Einlassöffnung 235 in den
Klemmkörper 115 ausgeformt ist. Die Buchse 220 erstreckt sich gemäß diesem Ausführungsbeispiel
orthogonal zu der Rotationsachse 105, hier beispielsweise entlang der Y-Achse. Die
Koppeleinrichtung 130 weist ferner gemäß diesem Ausführungsbeispiel einen Bolzen 240
zum beweglichen Verbinden der Welle 230 mit dem Klemmkörper 115 auf. Der Bolzen 240
erstreckt sich gemäß diesem Ausführungsbeispiel orthogonal zu der Welle 230 und/oder
der Rotationsachse 105, hier beispielsweise entlang der X-Achse. Die Welle 230 und
der Klemmkörper 115 weisen gemäß diesem Ausführungsbeispiel je Aufnahmeöffnungen für
den Bolzen 240 auf, um die Bewegungen entlang und um die X-Achse zu ermöglichen.
[0037] Die Radialkraft-Vorrichtung 100 weist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ferner eine
Krafteinleitungseinheit 245 zum Einleiten der Kraft auf. Zwischen der Krafteinleitungseinheit
245 und der Krafteinleitungsrolle 120 ist ferner gemäß diesem Ausführungsbeispiel
eine Druckfeder 250 aufgenommen. Durch die Druckfeder 250 wird die Kraft auf das Werkstück
110 gebracht. Die Krafteinleitung erfolgt mechanisch, z.B. mittels eines Kniehebelspanners
oder pneumatisch.
[0038] Die Radialkraft-Vorrichtung 100 ermöglicht gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine
automatisierte Möglichkeit für eine Vermessung des Werkstückes 110 während dieses
belastet wird, wodurch vorteilhafterweise eine Zeitersparnis gegenüber einer manuellen
Vermessung entsteht.
[0039] Der Klemmkörper 115 kann zusammen mit dem Bauteil 165 auch als Druckvorrichtung 255
bezeichnet werden.
[0040] Die hier vorgestellte Radialkraft-Vorrichtung 100 ermöglicht es vorteilhafterweise,
eine zusätzliche Radialkraftbelastung an wellenförmigen Werkstücken 110 während der
Vermessung in Konturmessgeräten 205, auch "Contour"-Geräte genannt, durchzuführen.
Hierbei wird das zwischen den Zentrierspitzen 210 vertikal gespannte Werkstück 110
aufgrund der von der Kraft bewirkten Querkraftbelastung jedoch vorteilhafterweise
nicht aus seiner Spannposition herausgedrückt und es wirken keine Querkräfte auf die
Zentrierspitzen 210.
[0041] Es ist ferner eine Anbindung der Radialkraft-Vorrichtung 100 am Konturmessgerät 205
realisiert, wobei diese vorteilhafterweise gemäß diesem Ausführungsbeispiel vier Freiheitsgrade
gegenüber dem Konturmessgerät 205 hat. Dadurch ergibt sich ein geschlossener Kraftfluss
zwischen der Radialkraft-Vorrichtung 100 und dem Werkstück 110. Als werkstückberührende
Elemente kommen kugelgelagerte Scheiben zum Einsatz, hier die Krafteinleitungsrolle
120 und die Gegenrollen 125, 145, 150, 155.
[0042] Die radiale Kraftbelastung während der Vermessung des Werkstücks 110 simuliert gemäß
einem Ausführungsbeispiel eine Betriebskraft, die später im endeingebauten Zustand
auf diese wirkt. So kann bereits im Vorfeld festgestellt werden, ob die geometrischen
Toleranzvorgaben unter Last eingehalten werden.
[0043] Die radiale Krafteinleitung auf das Werkstück 110 sollte nicht einseitig ausgeführt
werden, da sonst durch die radiale Belastung Querkräfte an den Zentrierspitzen 210
des Contour-Messgerätes auftreten und so die Gefahr besteht, dass das Werkstück 110
aus den Zentrierspitzen 210 herausgedrückt wird. Daher wurde die Radialkraft-Vorrichtung
100 entwickelt, die keine Querkräfte auf die Zentrierspitzen 210, trotz radialer Belastung
auf das Werkstück 110, überträgt.
[0044] Die gesamte Radialkraft-Vorrichtung 100 besteht gemäß diesem Ausführungsbeispiel
aus der Koppeleinrichtung 130 in Form eines "Grundkörpers der Druckvorrichtung" und
der Druckvorrichtung 255, die über die Kugelführungseinheit 217 im "Grundkörper der
Druckvorrichtung" gelagert ist. Somit hat die Druckvorrichtung 255 zwei Freiheitsgrade,
die Y-Translationsachse und Y-Rotationsachse, gegenüber der Koppeleinrichtung 130,
die gemäß diesem Ausführungsbeispiel fest mit einem Maschinenbett des Konturmessgeräts
205 verschraubt ist. Weiterhin ist die Welle 230 der Kugelführungseinheit 217 gemäß
diesem Ausführungsbeispiel über den Bolzen 240 im Klemmkörper 115 gelagert, woraus
sich zwei weitere Freiheitsgrade ergeben, die X-Translationsachse und X-Rotationsachse.
Die restlichen zwei Freiheitsgrade, eine Z-Translation entlang der Z-Achse und Z-Rotation
um die Z-Achse, sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel gesperrt. Der Klemmkörper 115
dient als Aufnahme der beispielhaft vier Gegenrollen 125, 145, 150, 155 und der Krafteinleitungsrolle
120, wobei die Krafteinleitungsrolle 120 in Y-Richtung schiebbar über das hier beispielhaft
quaderförmige Bauteil 165 im Klemmkörper 115 gelagert ist. Beispielsweise ist eine
Achse der Krafteinleitungsrolle 120 von einer Durchgangsöffnung des Bauteils 165 aufgenommen.
Die Gegenrollen 125, 145, 150, 155 sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel fest mit
dem Klemmkörper 115 verschraubt und/oder es sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel
jeweils zwei Gegenrollen 125, 150 oberhalb und zwei Gegenrollen 145, 155 unterhalb
der Krafteinleitungsrolle 120, in Z-Richtung gesehen, angeordnet. Die Krafteinleitungsrolle
120 und/oder die vier Gegenrollen 125, 145, 150, 155 selber sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel
jeweils mit einem Kugellager gelagert.
[0045] Bei einem Funktionsbeispiel wird das Werkstück 110 zwischen den zwei Zentrierspitzen
210 aufgenommen. Zum Aufbringen der simulierten Betriebskraft auf das zu messende
Werkstück 110 erfolgt die Krafteinleitung über die in +Y-Richtung schiebbare Krafteinleitungsrolle
120, die sich am Klemmkörper 115 abstützt. Dadurch wird der gesamte Klemmkörper 115
über die Kugelführungseinheit 217 in -Y-Richtung geführt bis die Gegenrollen 125,
145, 150, 155 auch am Werkstück 110 anliegen. Das Führen des Klemmkörpers 115 in der
-Y-Richtung erfolgt gemäß einem Ausführungsbeispiel durch das Verschieben der Krafteinleitungsrolle
120 an das Werkstück 110. Das Verschieben der Krafteinleitungsrolle 120 kann wiederum
manuell, z.B. über einen Kniehebelspanner, oder auch pneumatisch, z.B. durch einen
Pneumatikzylinder, erfolgen. Über die Druckfeder 250 wird die erforderliche, radiale
Belastung auf das Werkstück 110 gebracht. Der Kraftfluss erfolgt dabei vom Klemmkörper
115 auf die Krafteinleitungsrolle 120 über das Werkstück 110 auf die Gegenrollen 125,
145, 150, 155 zurück auf den Klemmkörper 115. Durch die vier gegebenen Freiheitsgrade
wirken keine Querkräfte auf das zu messende Werkstück 110, wodurch eine querkraftfreie,
radiale Belastung bezogen auf das Maschinenbett des Werkstückes 110 möglich ist.
[0046] Fig. 3 zeigt eine Aufsicht auf eine Radialkraft-Vorrichtung 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Dabei kann es sich um die in Fig. 1 oder 2 beschriebene Radialkraft-Vorrichtung 100
handeln.
[0047] Die beschriebenen und in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele sind nur beispielhaft
gewählt. Unterschiedliche Ausführungsbeispiele können vollständig oder in Bezug auf
einzelne Merkmale miteinander kombiniert werden. Auch kann ein Ausführungsbeispiel
durch Merkmale eines weiteren Ausführungsbeispiels ergänzt werden, wobei der Schutzumfang
der Erfindung allerdings durch die nachfolgenden Ansprüche eingeschränkt ist.
[0048] Umfasst ein Ausführungsbeispiel eine "und/oder"-Verknüpfung zwischen einem ersten
Merkmal und einem zweiten Merkmal, so ist dies so zu lesen, dass das Ausführungsbeispiel
gemäß einer Ausführungsform sowohl das erste Merkmal als auch das zweite Merkmal und
gemäß einer weiteren Ausführungsform entweder nur das erste Merkmal oder nur das zweite
Merkmal aufweist.
1. Radialkraft-Vorrichtung (100) für ein Konturmessgerät (205) zum Messen einer Kontur
eines um eine Rotationsachse (105) rotierbaren wellenförmigen Werkstücks (110), wobei
die Radialkraft-Vorrichtung (100) die folgenden Merkmale umfasst:
einen Klemmkörper (115) zum radialen Umgreifen eines in dem Konturmessgerät (205)
aufgenommenen Werkstückabschnitts (160) des Werkstücks (110);
eine Krafteinleitungsrolle (120) zum Aufbringen einer mechanischen radialen Kraft
(135) auf das Werkstück (110), um eine Belastung auf das Werkstück (110) einzuleiten,
wobei die Krafteinleitungsrolle (120) entlang einer orthogonal zu der Rotationsachse
(105) verlaufenden Y-Achse radial verschiebbar zum Werkstück (110) an dem Klemmkörper
(115) gelagert ist, wobei die Krafteinleitungsrolle (120) parallel zur Rotationsachse
(105) rotierbar gelagert ist;
zumindest eine in dem Klemmkörper (115) gelagerte Gegenrolle (125) zum Abstützen des
Werkstücks (110) beim Aufbringen der Kraft (135), wobei die Gegenrolle (125) parallel
zur Rotationsachse (105) rotierbar gelagert ist, und eine in dem Klemmkörper (115)
gelagerte weitere Gegenrolle (150), die auf horizontaler Ebene mit der Gegenrolle
(125) gelagert ist;
zumindest eine in dem Klemmkörper (115) gelagerte zweite Gegenrolle (145) zum Abstützen
des Werkstücks (110) beim Aufbringen der Kraft (135), und eine in dem Klemmkörper
(115) gelagerte weitere zweite Gegenrolle (155), die auf horizontaler Ebene mit der
zweiten Gegenrolle (145) angeordnet ist, wobei die Gegenrolle (125) und die zweite
Gegenrolle (145) fluchtend angeordnet sind und die Krafteinleitungsrolle (120) in
einer horizontalen Ebene zwischen der Gegenrolle (125) und der zweiten Gegenrolle
(145) angeordnet ist, sodass die Gegenrolle (125) und die weitere Gegenrolle (150)
oberhalb und die zweite Gegenrolle (145) und die weitere zweite Gegenrolle (155) unterhalb
der Krafteinleitungsrolle (120), in Z-Richtung gesehen, angeordnet sind;
ein Bauteil (165), wobei die Krafteinleitungsrolle (120) in dem Bauteil (165) gelagert
ist, das radial verschiebbar an dem Klemmkörper (115) gelagert ist;
eine Bewegungsumkehreinrichtung, die ausgebildet ist, um den Klemmkörper (115) ansprechend
auf eine Bewegung des Bauteils (165) in eine radiale erste Richtung in eine der ersten
Richtung entgegengesetzte zweite Richtung zu bewegen; und
eine Koppeleinrichtung (130) zum Koppeln des Klemmkörpers (115) an dem Konturmessgerät
(205).
2. Radialkraft-Vorrichtung (100) gemäß Anspruch 1, bei der der Klemmkörper (115) im Wesentlichen
U-förmig zum radialen Umgreifen des Werkstückabschnitts (160) ausgeformt ist, wobei
die Krafteinleitungsrolle (120) und Gegenrolle (125, 150) auf je gegenüberliegenden
Schenkeln (140) des U-förmigen Klemmkörpers (115) angeordnet sind.
3. Radialkraft-Vorrichtung (100) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der die
Koppeleinrichtung (130) ausgeformt ist, um eine Längsbewegung des Klemmkörpers (115)
entlang der Y-Achse und/oder eine Rotationsbewegung um die Y-Achse und/oder eine Längsbewegung
des Klemmkörpers (115) entlang einer X-Achse und/oder eine Rotationsbewegung um die
X-Achse zu ermöglichen, wobei die Y-Achse und die X-Achse orthogonal zueinander und
orthogonal zu der Rotationsachse (105) ausgerichtet sind.
4. Radialkraft-Vorrichtung (100) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der die
Koppeleinrichtung (130) zum Koppeln mit dem Klemmkörper (115) eine Kugelführungseinheit
(217) mit einer Buchse (220), einem in der Buchse (220) angeordneten Kugelkäfig (225)
und/oder einer in dem Kugelkäfig (225) aufgenommenen oder aufnehmbaren Welle (230)
aufweist, die zum Einführen in eine Einlassöffnung (235) in dem Klemmkörper (115)
ausgeformt ist.
5. Radialkraft-Vorrichtung (100) gemäß Anspruch 4, bei der die Koppeleinrichtung (130)
einen Bolzen (240) zum beweglichen Verbinden der Welle (230) mit dem Klemmkörper (115)
aufweist.
6. Radialkraft-Vorrichtung (100) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einer
Krafteinleitungseinheit (245) zum Einleiten der Kraft (135).
7. Messsystem (200) mit einer Radialkraft-Vorrichtung (100) gemäß einem der vorangegangenen
Ansprüche und dem Konturmessgerät (205) mit zwei Zentrierspitzen (210) zum drehbaren
Einspannen des Werkstücks (110) entlang der Rotationsachse (105).
8. Messsystem (200) gemäß Anspruch 7, mit einer Messeinrichtung (215) zum Vermessen einer
Kontur des Werkstücks (110).
1. Radial force apparatus (100) for a contour measuring device (205) for measuring a
contour of a shaft-shaped workpiece (110) which is rotatable about an axis of rotation
(105), wherein the radial force apparatus (100) comprises the following features:
a clamping body (115) for radially engaging a workpiece portion (160) of the workpiece
(110) received in the contour measuring device (205);
a force introduction roller (120) for applying a mechanical radial force (135) to
the workpiece (110) in order to introduce a load on the workpiece (110), wherein the
force introduction roller (120) is mounted on the clamping body (115) so as to be
radially displaceable relative to the workpiece (110) along a Y axis extending orthogonally
to the axis of rotation (105),
wherein the force introduction roller (120) is rotatably mounted in parallel with
the axis of rotation (105);
at least one counter roller (125) mounted in the clamping body (115) for supporting
the workpiece (110) during application of the force (135), wherein the counter roller
(125) is rotatably mounted in parallel with the axis of rotation (105), and a further
counter roller (150) mounted in the clamping body (115), which further counter roller
is mounted on the horizontal plane with the counter roller (125);
at least one second counter roller (145) mounted in the clamping body (115) for supporting
the workpiece (110) during application of the force (135), and a further second counter
roller (155) mounted in the clamping body (115), which further second counter roller
is arranged on the horizontal plane with the second counter roller (145), wherein
the counter roller (125) and the second counter roller (145) are arranged in alignment,
and the force introduction roller (120) is arranged in a horizontal plane between
the counter roller (125) and the second counter roller (145), so that the counter
roller (125) and the further counter roller (150) are arranged above the force introduction
roller and the second counter roller (145) and the further second counter roller (155)
are arranged below the force introduction roller (120), seen in the Z direction;
a component (165), wherein the force introduction roller (120) is mounted in the component
(165), which is mounted on the clamping body (115) so as to be radially displaceable;
a movement reversing device which is designed to move the clamping body (115) in a
radial first direction in a second direction counter to the first direction in response
to a movement of the component (165), and a coupling device (130) for coupling the
clamping body (115) to the contour measuring device (205).
2. Radial force apparatus (100) according to claim 1, wherein the clamping body (115)
is substantially U-shaped for radially engaging the workpiece portion (160), the force
introduction roller (120) and counter roller (125, 150) being arranged on opposite
legs (140) of the U-shaped clamping body (115).
3. Radial force apparatus (100) according to either of the preceding claims, wherein
the coupling device (130) is formed to allow a longitudinal movement of the clamping
body (115) along the Y axis and/or a rotational movement about the Y axis and/or a
longitudinal movement of the clamping body (115) along an X axis and/or a rotational
movement about the X axis, the Y axis and the X-axis being oriented orthogonally to
one another and orthogonally to the axis of rotation (105).
4. Radial force apparatus (100) according to any of the preceding claims, wherein the
coupling device (130) for coupling to the clamping body (115) has a ball guide unit
(217) having a bushing (220), a ball cage (225) arranged in the bushing (220), and/or
a shaft (230) which is or can be received in the ball cage (225) and which is formed
for insertion into an inlet opening (235) in the clamping body (115).
5. Radial force apparatus (100) according to claim 4, wherein the coupling device (130)
has a bolt (240) for movably connecting the shaft (230) to the clamping body (115).
6. Radial force apparatus (100) according to any of the preceding claims, comprising
a force introduction unit (245) for introducing the force (135).
7. Measuring system (200) comprising a radial force apparatus (100) according to any
of the preceding claims and the contour measuring device (205) having two centering
tips (210) for rotatable clamping of the workpiece (110) along the axis of rotation
(105).
8. Measuring system (200) according to claim 7, comprising a measuring device (215) for
measuring a contour of the workpiece (110).
1. Dispositif à force radiale (100) pour un appareil de mesure de contour (205) permettant
de mesurer un contour d'une pièce (110) ondulée pouvant tourner autour d'un axe de
rotation (105), dans lequel le dispositif à force radiale (100) comprend les caractéristiques
suivantes :
un corps de serrage (115) permettant d'entourer radialement une section de pièce (160)
de la pièce (110), laquelle section de pièce est reçue dans l'appareil de mesure de
contour (205) ;
un rouleau d'introduction de force (120) permettant d'appliquer une force (135) radiale
mécanique sur la pièce (110) afin d'introduire une charge sur la pièce (110), dans
lequel le rouleau d'introduction de force (120) est monté sur le corps de serrage
(115) de manière à pouvoir coulisser radialement par rapport à la pièce (110) le long
d'un axe Y s'étendant orthogonalement par rapport à l'axe de rotation (105),
dans lequel le rouleau d'introduction de force (120) est monté de manière à pouvoir
tourner parallèlement à l'axe de rotation (105) ;
au moins un contre-rouleau (125) monté dans le corps de serrage (115) et permettant
de supporter la pièce (110) lors de l'application de la force (135), dans lequel le
contre-rouleau (125) est monté de manière à pouvoir tourner parallèlement à l'axe
de rotation (105), et un autre contre-rouleau (150) monté dans le corps de serrage
(115) et monté sur un plan horizontal avec le contre-rouleau (125) ;
au moins un second contre-rouleau (145) monté dans le corps de serrage (115) et permettant
de supporter la pièce (110) lors de l'application de la force (135), et un autre second
contre-rouleau (155) monté dans le corps de serrage (115) et disposé sur un plan horizontal
avec le second contre-rouleau (145), dans lequel le contre-rouleau (125) et le second
contre-rouleau (145) sont disposés en affleurement et le rouleau d'introduction de
force (120) est disposé dans un plan horizontal entre le contre-rouleau (125) et le
second contre-rouleau (145), de sorte que, vus dans la direction Z, le contre-rouleau
(125) et l'autre contre-rouleau (150) sont disposés au-dessus du rouleau d'introduction
de force (120) et le second contre-rouleau (145) et l'autre second contre-rouleau
(155) sont disposés en dessous du rouleau d'introduction de force ;
un composant (165), dans lequel le rouleau d'introduction de force (120) est monté
dans le composant (165), lequel composant est monté de manière à pouvoir coulisser
radialement sur le corps de serrage (115) ;
un moyen d'inversion de mouvement qui est conçu pour déplacer le corps de serrage
(115), en réponse à un mouvement du composant (165) dans une première direction radiale,
dans une seconde direction opposée à la première direction ; et un moyen d'accouplement
(130) permettant d'accoupler le corps de serrage (115) à l'appareil de mesure de contour
(205).
2. Dispositif à force radiale (100) selon la revendication 1, dans lequel le corps de
serrage (115) est formé sensiblement en forme de U pour entourer radialement la section
de pièce (160), dans lequel le rouleau d'introduction de force (120) et les contre-rouleaux
(125, 150) sont disposés sur chacun des bras (140) opposés du corps de serrage (115)
en forme de U.
3. Dispositif à force radiale (100) selon l'une des revendications précédentes, dans
lequel le moyen d'accouplement (130) est formé pour permettre un mouvement longitudinal
du corps de serrage (115) le long de l'axe Y et/ou un mouvement de rotation autour
de l'axe Y et/ou un mouvement longitudinal du corps de serrage (115) le long d'un
axe X et/ou un mouvement de rotation autour de l'axe X, dans lequel l'axe Y et l'axe
X sont orientés orthogonalement l'un par rapport à l'autre et orthogonalement par
rapport à l'axe de rotation (105).
4. Dispositif à force radiale (100) selon l'une des revendications précédentes, dans
lequel le moyen d'accouplement (130) destiné à l'accouplement au corps de serrage
(115) présente une unité de guidage à billes (217) comportant une douille (220), une
cage à billes (225) disposée dans la douille (220) et/ou un arbre (230) reçu ou pouvant
être reçu dans la cage à billes (225), lequel arbre est formé pour être inséré dans
une ouverture d'entrée (235) dans le corps de serrage (115).
5. Dispositif à force radiale (100) selon la revendication 4, dans lequel le moyen d'accouplement
(130) présente un boulon (240) permettant de relier de manière mobile l'arbre (230)
au corps de serrage (115).
6. Dispositif à force radiale (100) selon l'une des revendications précédentes, comportant
une unité d'introduction de force (245) permettant d'introduire la force (135).
7. Système de mesure (200) comportant un dispositif à force radiale (100) selon l'une
des revendications précédentes et l'appareil de mesure de contour (205) comportant
deux pointes de centrage (210) pour le serrage de manière à pouvoir tourner de la
pièce (110) le long de l'axe de rotation (105).
8. Système de mesure (200) selon la revendication 7, comportant un moyen de mesure (215)
permettant de mesurer un contour de la pièce (110).