Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein System mit einer Bewegungskompensationseinrichtung für
einen schwimmenden Körper gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Des Weiteren betrifft
die Erfindung ein Verfahren mit dem System.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Aus dem Stand der Technik ist bekannt zwischen zwei schwimmenden Körpern, wie beispielsweise
zwischen einem Schiff und einer Bohrplattform, oder zwischen einem schwimmenden und
einem feststehenden Körper, wie beispielsweise zwischen einem Schiff und einer Offshore-Windturbine,
Personen und Güter zu transferieren. Hierfür ist ein Kontaktaufbau zwischen den Körpern
erforderlich. Dazu wird häufig eine Armkonstruktion, wie beispielsweise eine Gangway
oder ein Kran, eingesetzt. Diese kann den Kontakt zwischen den Körpern aufbauen und
halten. Eine hauptsächliche Störgröße hierbei sind Wasserbewegungen, insbesondere
ein Wellengang. Schon bei vergleichsweise kleiner Wellenhöhe wird ein Kontaktaufbau
zwischen den Körpern schwierig oder sogar unmöglich und gefährlich. Um den Kontaktaufbau
und den Kontakt zwischen dem schwimmenden und feststehenden Körper zu verbessern,
sind Bewegungskompensationssysteme bekannt. Diese bewegen beispielsweise die Armkonstruktion
derart, dass ein freies Ende eines Arms, das den Kontakt zum feststehenden Körper
aufbaut, keine Bewegung mehr ausführt. Das heißt, dass die welleninduzierte Bewegung
des freien Endes des Arms kompensiert wird, sodass ein gefahrloser Kontaktaufbau ermöglicht
ist. Dazu wird die Bewegung des Körpers, beispielsweise des Schiffs, auf dem die Armkonstruktion
gebaut ist, mit einer Beschleunigungs- und Drehratensensorik - Motion Reference Unit
(MRU) - erfasst. Über ein kinematisches Modell des Arms kann die dadurch entstehende
Bewegung am freien Ende des Arms berechnet werden und entsprechend kompensiert werden.
Ein geschlossener Regelkreis ist hierfür nicht notwendig, womit es sich üblicherweise
um eine Steuerung handelt.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes System zur
Bewegungskompensation zu schaffen. Außerdem ist es die Aufgabe der Erfindung ein Verfahren
zu schaffen, das zu einer verbesserten Bewegungskompensation führt.
[0004] Die Aufgabe hinsichtlich des Systems wird gelöst gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und hinsichtlich des Verfahrens gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 12.
[0005] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Erfindungsgemäß ist ein System mit einem schwimmenden Körper vorgesehen, der einen
Arm aufweist. Der Arm ist über zumindest einen Aktor bewegbar. Der Arm ist beispielsweise
als Gangway oder Kran ausgestaltet. Über den Aktor oder eine Mehrzahl von Aktoren
kann beispielsweise eine Länge des Arms verändert werden und/oder ein Winkel zu einer
Horizontalebene verstellt werden und/oder um eine Hochachse des Körpers rotiert werden.
Der Arm ist hierbei vorzugsweise um einen Lagerpunkt bewegbar. In weiteren Ausgestaltung
ist eine Bewegungskompensationseinrichtung vorgesehen. Mit dieser kann eine, insbesondere
ungewollte oder mögliche, Bewegung des Arms, insbesondere aufgrund äußerer Einflüsse,
wie beispielsweise eine Wasserbewegung oder eine Luftbewegung, kompensiert werden.
Vorzugsweise ist eine Sensoreinrichtung vorgesehen. Diese kann derart eingerichtet
sein, dass eine, insbesondere sich ändernde und/oder elastische, Verformung des Arms,
beispielsweise auch aufgrund eines Lagerspiels und/oder eine Biegung, und/oder eine
Schwingung des Arms ermittelbar ist/sind. Vorteilhafterweise kann eine Bewegungskompensationseinrichtung
derart eingerichtet sein, dass die ermittelte Verformung und/oder Schwingung für die
Bewegungskompensation, insbesondere für die Berechnung der Bewegungskompensation,
eingesetzt ist/sind.
[0007] Diese Lösung führt zu einer Verbesserung der Stabilität bei einer Regelung oder Steuerung
der Bewegungskompensation über die Bewegungskompensationseinrichtung und/oder zu einer
Verbesserung einer Regelgüte der Bewegungskompensationseinrichtung. Das System ist
beispielsweise vorteilhaft zwischen dem schwimmenden Körper und einem weiteren, insbesondere
schwimmenden, Körper, wenn der Arm an dem weiteren Körper andocken soll oder sich
diesem annähern soll, vorgesehen. Beispielsweise muss bei zwei schwimmenden Körpern
zunächst kontinuierlich eine Relativposition, translatorisch und/ oder rotatorisch,
zwischen einem freien Ende des Arms und der Andockstelle erfasst werden. Anschließend
kann dann eine Regelung über die Bewegungskompensationseinrichtung umgesetzt werden,
die die relative Abweichung zwischen dem freien Ende und der Andockstelle minimiert
und laufend in engen Grenzen hält. Hierbei ist beispielsweise ein geschlossener Regelkreis
und insbesondere keine Steuerung vorgesehen. Es hat sich gezeigt, dass Schwingungen
des freien Ende des Arms eine Regelgüte sehr negativ beeinflussen können und dass
diese sogar zu der Instabilität der Regelung der Bewegungskompensationseinrichtung
führen können. Durch die Berücksichtigung der Verformung und/oder Schwingung des Arms
wird dies vorteilhaft vermieden. Somit können negative Auswirkungen von unerwünschten
Schwingungen des freien Endes oder Armendes auf die Regelgüte des Regelkreises zur
Bewegungskompensation verhindert oder zumindest verringert werden.
[0008] In der Robotik werden häufig in vereinfachender Weise starre Verbindungen zwischen
Gelenken und ideale Gelenke ohne Spiel oder Hysterese usw. angenommen. Dadurch ergibt
sich ein vereinfachter kinematischer Zusammenhang zwischen einer Basis, wie beispielsweise
ein Bezugspunkt auf dem Körper, und dem Endeffektor oder freien Ende oder Armende
des Arms, wie beispielsweise eine Spitze einer Schiffsgangway. Eine Schiffsgangway
oder ein Kranarm können als Roboterarm interpretiert werden. Die vereinfachenden Annahmen
von völlig starren Elementen und idealen Gelenken können aber nicht ohne Weiteres
gemacht werden. Einerseits kann es aufgrund der Länge der Konstruktion oder Stahlkonstruktion
zu Biegungseffekten kommen, andererseits sind die Gelenke möglicherweise nicht ideal.
Insbesondere ein teleskopierbares Ende der Schiffsgangway oder des Arms kann ein Problem
darstellen, da dieses beispielsweise auf Hartgummirollen gelagert ist. Diese weisen
üblicherweise eine gewisse Elastizität auf. Außerdem kann ein geringes Spiel zwischen
den Hartgummirollen und dem teleskopierbaren Ende möglich sein. Durch diese Effekte
können Bewegungen und Schwingungen des freien Endes entstehen. Die Berücksichtigung
der Bewegungen und Schwingungen bei der Regelung erhöht die Regelgüte und führt zu
einer höheren Stabilität des Reglers oder der Bewegungskompensationseinrichtung.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Sensoreinrichtung derart eingerichtet
oder ausgebildet, dass eine Relativposition und/oder eine Relativbewegung zwischen
zumindest zwei Bereichen oder Punkten des Arms ermittelbar ist. Üblicherweise ist
ein Bereich näher am freien Ende oder Armende und ein Bereich näher an einer Basis
oder Armbasis des Arms. Die Bereiche sind vorzugsweise in Axialrichtung des Arms gesehen
voneinander beabstandet. Die Basis kann somit einen Bezugspunkt am schwimmenden Körper
darstellen, zum Beispiel fest mit diesem verbunden sein. Der Bereich näher am freien
Ende kann in weiterer Ausgestaltung beispielsweise am freien Ende oder benachbart
zum freiem Ende vorgesehen sein. Eine derartige Sensoreinrichtung kann vorrichtungstechnisch
einfach ausgestaltet werden und ausreichend Informationen liefern, um eine Verformung
und/oder Schwingungen des Arms zu erfassen.
[0010] Vorzugsweise hat die Sensoreinrichtung zumindest einen Messsensor. Dieser ist vorzugsweise
am Arm, insbesondere am freien Ende des Arms, angeordnet, insbesondere starr mit diesem
verbunden. Der Messsensor kann beispielsweise in dem Bereich näher am freien Ende
des Arms vorgesehen sein. Der Messsensor ist vorzugsweise in Wirkverbindung mit zumindest
einer am Körper, also vorzugsweise nicht am Arm, angebrachten Markierung. Hierbei
handelt es sich beispielsweise um einen Sichtkontakt. Hierdurch kann auf vorrichtungstechnisch
einfache Weise die Relativposition und/oder die Relativbewegung zwischen den zwei
Bereichen des Arms ermittelt werden. Alternativ ist denkbar, dass der Messsensor am
Körper, also vorzugsweise nicht am Arm, angeordnet und beispielsweise starr mit diesem
verbunden ist. Der Messsensor kann in einer Wirkverbindung mit zumindest einer am
Arm, insbesondere am freien Ende des Arms, angebrachten Markierung stehen, wobei insbesondere
ein Sichtkontakt vorgesehen ist. Ist die körperseitige Markierung oder der körperseitige
Messsensor vom Arm oder von der Basis des Arms beabstandet, wird dieser Abstand einfach
bei der Berechnung der Relativposition und/oder der Relativbewegung berücksichtigt.
Das gleiche gilt für die Markierung oder den Messsensor, die am Arm oder am freien
Ende des Arms befestigt sind, wenn diese also vom freien Ende beabstandet sein sollten.
Der Abstand zwischen dem freien Ende und dem Messsensor oder der Markierung wird bei
der Berechnung der Relativposition einfach berücksichtigt. Mit dem Messsensor und
der Markierung ist eine vorrichtungstechnisch einfache Umsetzung der Sensoreinrichtung
ermöglicht. Diese ist kostengünstig und robust ausgestaltbar.
[0011] Der Messsensor erfasst vorzugsweise die Markierung beispielsweise regelmäßig oder
kontinuierlich oder zu bestimmten Zeitpunkten. Aus den erfassten Messwerten des Messsensors
kann dann die Relativposition und/oder die Relativbewegung zwischen dem Messsensor
und der Markierung ermittelt werden, wobei die Ermittlung beispielsweise über die
Bewegungskompensationseinrichtung erfolgt.
[0012] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Bewegungskompensationseinrichtung
derart ausgebildet ist, dass eine Relativposition zwischen zwei Bereichen des Arms
über ein kinematisches Modell oder Starrkörpermodel und/ oder über eine Mehrkörpersimulation
ermittelbar ist. Hierdurch kann eine Relativposition zwischen dem freien Ende des
Arms und der Basis des Arms ermittelt werden. Hierfür kann beispielsweise eine Aktorposition
des Aktors oder der Aktoren zum Bewegen des Arms verwendet sein. Die Bewegungskompensationseinrichtung
kann in weiterer Ausgestaltung derart eingerichtet sein, dass es die stationäre Abweichung
zwischen der Relativposition, die aus den Werten des Messsensors ermittelt ist, und
der Relativposition, die aus dem kinematischen Modell ermittelt ist, als Ergänzung
zum kinematischen Modell berücksichtigt, um die Position des Arms zu regeln. Dies
hat den Vorteil, dass bei einer Regelung basierend auf dem kinematischen Modell des
Arms diese durch die Berücksichtigung der Verformung und/oder der Schwingung des Arms
verbessert ist.
[0013] Alternativ oder zusätzlich ist denkbar die Bewegungskompensationseinrichtung derart
auszugestalten, dass es eine dynamische Abweichung zwischen der Relativposition, die
aus den Werten des Messsensors ermittelt ist, und der Relativposition, die aus dem
kinematischen Modell ermittelt ist, bei der Regelung der Position des Arms derart
berücksichtigt, dass die Stabilität der Regelung verbessert ist.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung hat die Bewegungskompensationseinrichtung
vorzugsweise zumindest einen Sensor. Dieser kann derart eingerichtet sein, um eine
Bewegung des Körpers, der den Arm aufweist, zu erfassen. Bei der Bewegung handelt
es sich insbesondere um eine Störgröße. Als Sensor kann beispielsweise ein Beschleunigungssensor
und/oder ein Drehratensensor vorgesehen sein. Durch den Sensor können über den Körper
dann beispielsweise Wasserbewegungen, insbesondere Wellenbewegungen oder Luftbewegungen,
erfasst werden, um basierend darauf den Arm für die Bewegungskompensation zu steuern
oder zu regeln. Beispielsweise kann mit der Bewegungskompensationseinrichtung eine
Bewegung des freien Endes des Arms, insbesondere im Voraus oder aktuell, berechenbar
sein. Dies führt dann dazu, dass die Bewegung des freien Endes des Arms entsprechend
kompensierbar ist. Hierbei handelt es sich dann vorzugsweise um eine Steuerung oder
Störgrößenkom pensation.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann bei dem System ein weiterer, insbesondere
schwimmender, Körper vorgesehen sein. Dieser hat beispielsweise einen Andockbereich
für den Arm des ersten schwimmenden Körpers. An dem Andockbereich oder benachbart
zu diesem oder gegenüber von diesem kann das freie Ende des Arms anordenbar oder andockbar
sein. Vorzugsweise ist die Bewegungskompensationseinrichtung derart eingerichtet,
dass die Relativposition zwischen dem Andockbereich und dem freien Ende des Arms erfassbar
ist. Weiter erfolgt die Einrichtung vorzugsweise derart, dass eine relative Abweichung
und/oder Relativbewegung zwischen dem Andockbereich und dem freien Ende minimierbar
ist und/oder in, insbesondere engen Grenzen gehalten wird. Hierfür kann beispielsweise
ein geschlossener Regelkreis eingesetzt werden. Die Regelung der Relativposition und/oder
der Relativbewegung und/oder des Abstands zwischen dem Andockbereich und dem freien
Ende des Arms kann vorteilhafter Weise durch Einbeziehung der ermittelten Verformung
und/oder der Schwingung des Arms stabiler sein und die Regelgüte kann positiv beeinflusst
werden.
[0016] Vorzugsweise ist zumindest ein Sensor zum Erfassen oder Erkennen des Andockbereichs
vorgesehen. Beispielsweise ist der Sensor am freien Ende des Arms, insbesondere im
Bereich des freien Endes oder benachbart zum freien Ende des Arms, angeordnet.
[0017] In weiterer Ausgestaltung basiert die Regelung der Bewegungskompensationseinrichtung
zur Berechnung der Bewegungskompensation insbesondere auf einem kinematischen Modell
des Arms oder auf einer Mehrkörpersimulation des Arms. Vorzugsweise ist die Bewegungskompensationseinrichtung
dann derart ausgebildet, dass bei der Weiterverarbeitung der vom zumindest einen Sensor
erfassten Messwerte die von der Sensoreinrichtung ermittelte Verformung und/oder Schwingung
berücksichtigt wird oder werden. Dies kann beispielswese derart erfolgen, dass die
Verformung und/oder die Schwingung von erfassten Messwerten des Sensors abgezogen
werden.
[0018] In einer derartigen Konstellation, bei der ein Körper eine Andockstelle hat, geht
es bei einem bewegungskompensierten Arm darum, unabhängig von der Bewegung des Körpers
und unter Umständen unabhängig von der Bewegung der Andockstelle, falls diese beweglich
ist, eine möglichst konstante Position im Raum bei fester Andockstelle oder eine möglichst
konstante Relativposition bezüglich der beweglichen Andockstelle zu gewährleisten.
[0019] Bei fester Andockstelle kann die Position des freien Endes des Arms oder der Gangwayspitze
mit Hilfe des kinematischen Modells vorgesteuert werden. Hierbei kann beispielsweise
die Wellenbewegung am Körper über einen Sensor oder Sensoren gemessen werden, bei
den Sensoren handelt es sich beispielsweise um eine Motion Reference Unit (MRU). Über
das kinematische Modell des Arms und zusammen mit einem oder mehreren Positionssensor/en
an einem oder mehreren Aktoren zum Bewegen des Arms, bei denen es sich beispielsweise
um einen oder mehrere Hydraulikzylinder handelt, kann die Bewegung des freien Endes
des Arms aufgrund der Bewegung des Körpers berechnet werden. Des Weiteren können beispielsweise
mit Hilfe eines inversen kinematischen Modells die Aktoren oder Gangway-Aktoren so
vorgesteuert sein, dass die welleninduzierte Bewegung kompensiert wird. Positionsabweichungen
aufgrund einer Verformung und/oder Schwingungen des Arms, beispielsweise aufgrund
von Biegung und/oder eines Lagerspiels, können beispielsweise additiv auf die Position
des freien Endes des Arms aufgerechnet werden.
[0020] Ist zumindest ein Sensor zum Erfassen des Andockbereichs vorgesehen, dann ist dies
insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Andockstelle sich bewegt. Der oder die Sensor/en,
die bei beispielsweise auf der Gangwayspitze angebracht sind, kann/können beispielsweise
als Kamera oder als Light Detection and Ranging (LIDAR) Sensor oder als Radio Detection
and Ranging (RADAR) Sensor ausgestaltet sein. Bei Verwendung des oder der entsprechenden
Sensors/en zur Bewegungskompensation können dann die Störungen durch Verformung und/oder
Schwingung, insbesondere durch Biegung oder Lagerspiel, des Arms beispielsweise direkt
Eingang in einen geschlossenen Regelkreis der Bewegungskompensationseinrichtung finden.
Sie würden dann die Regelgüte und Stabilität negativ beeinflussen. Damit dies verhindert
wird, können diese unerwünschten, nicht im kinematischen Modell berücksichtigten Positionsabweichungen
durch die Sensoreinrichtung - die die Relativposition zwischen Körper mit Arm und
Armspitze ermittelt - gemessen und bei der Bestimmung des Messsignals für die Regelung
durch die Bewegungskompensationseinrichtung entsprechend abgezogen werden. Aus diesem
Grund wird über die Sensoreinrichtung die Verformung und/oder die Schwingung des Arms
für die Bewegungskompensation ermittelt. Hierdurch verbessert sich die Regelgüte und
die Stabilität der Regelung.
[0021] Der Messsensor - der insbesondere zum Ermitteln der Relativposition zwischen Körper
mit Arm und Armspitze vorgesehen ist - ist beispielsweise als Kamera oder LIDAR oder
RADAR ausgestaltet. Sind mehrere Messsensoren vorgesehen, so können diese vom gleichen
Typ sein oder so können diese als unterschiedliche Typen ausgebildet sein.
[0022] Mit anderen Worten kann der zumindest eine Messsensor in der Nähe der Gangwayspitze
und in starrer Verbindung zu ihr eingerichtet sein, wobei er zum Schiff gerichtet
ist. Der Messsensor kann dann laufend Bilder eines oder mehrerer auf dem Körper, beispielsweise
in Form eines Schiffs, angebrachter Marker liefern. Als Marker wird beispielsweise
ein ArUco-Marker eingesetzt. Aus den Bildern kann dann mit Hilfe von Algorithmen die
Relativposition zwischen dem Messsensor und dem Marker bestimmt werden. Alternativ
kann der Messsensor auch am Körper, insbesondere am Schiff, angebracht sein und der
Marker ist dann beispielsweise in der Nähe der Gangwayspitze vorgesehen.
[0023] Von besonderen Interesse ist vorzugsweise nicht die Relativposition zwischen dem
Messsensor und der Markierung, sondern vorzugsweise zwischen dem freien Ende des Arms,
insbesondere der Gangwayspitze, und der Basis des Arms, insbesondere der Gangwaybasis.
Diese Relativposition kann berechnet werden, vorzugsweise, nachdem die festen Relativpositionen
zwischen dem freien Ende des Arms, also beispielsweise der Gangwayspitze, und der
Markierung einerseits und dem Messsensor und der Basis des Arms, insbesondere der
Gangwaybasis, andererseits über ein Kalibrierverfahren bestimmt worden sind. Zusätzlich,
insbesondere gleichzeitig, oder alternativ kann die Relativposition zwischen der Basis
des Arms, insbesondere der Gangwaybasis, und dem freien Ende des Arms, insbesondere
der Gangwayspitze, mit dem kinematischen Modell des Arms, insbesondere der Gangway,
berechnet werden. Die Differenzen zwischen den beiden Relativpositionen sind zunächst
beispielsweise unmodifizierte Abweichungen. Ein stationärer Anteil dieser Abweichungen,
wie beispielsweise eine dauerhafte Durchbiegung des Arms, kann beispielsweise als
Ergänzung zum kinematischen Modell berücksichtigt werden. Dynamische Anteile, wie
beispielsweise Schwingungen oder hochfrequente Schwingungen des Arms, die beispielsweise
nach ruckartigen Bewegungen entstehen können, sind unerwünscht. Unter Kenntnis der
unerwünschten Abweichungen kann dann die Regelung der Bewegungskompensationseinrichtung
zwischen der Andockstelle und dem freien Ende des Arms erheblich verbessert werden.
Hierdurch steigen die Regelungsgüte und die Stabilität.
[0024] Erfindungsgemäß ist ein Verfahren mit einem System gemäß einem oder mehrerer der
vorhergehenden Aspekte vorgesehen. Mit der Bewegungskompensationseinrichtung wird
vorzugsweise die Bewegung des Arms, insbesondere kontinuierlich, kompensiert. Des
Weiteren kann die Verformung und/oder die Schwingung des Arms, insbesondere kontinuierlich,
über die Sensoreinrichtung ermittelt werden und für die Bewegungskompensation des
Arms von der Bewegungskompensationseinrichtung verwendet werden.
[0025] Vorzugsweise ist in weiterer Ausgestaltung des Verfahrens vorgesehen, dass die Bewegungskompensationseinrichtung
die Relativposition zwischen dem Andockbereich und dem freien Ende des Arms über Mittel,
insbesondere über einen Sensor, erfasst. Die Bewegungskompensationseinrichtung kann
somit zumindest einen Aktor des Arms basierend auf der Relativposition ansteuern.
Dies kann beispielsweise derart erfolgen, dass ein Abstand kleiner wird und/oder in,
insbesondere kleinen, Grenzen gehalten wird.
[0026] Bei dem Verfahren kann vorteilhafter Weise die Bewegungskompensationseinrichtung
aus der Relativposition zwischen dem Andockbereich und dem freien Ende des Arms, die
beispielsweise basierend auf den Messwerten des zumindest einen Sensors ermittelt
wird, und der Relativposition zwischen dem freien Ende des Arms und der Basis des
Arms, die vorzugsweise basierend auf den Messwerten des zumindest einen Messsensors
ermittelt wird, die Relativposition zwischen dem Andockbereich und der Basis des Arms
ermitteln. Diese Relativposition ist äußerst vorteilhaft bei der Regelung der Armposition
über einen oder mehrerer seiner Aktoren.
[0027] In weiterer oder alternativer Ausgestaltung des Verfahrens ist denkbar, dass die
Bewegungskompensationseinrichtung die Relativposition zwischen dem freien Ende des
Arms und der Basis des Arms, basierend auf den Messwerten des zumindest einen Messsensors,
ermittelt. Zusätzlich kann die Relativposition aus dem kinematischen Modell berechnet
werden. Störungen können aus der Differenz der Relativpositionen erfasst werden. Somit
wird die Relativposition, die über den Messsensor erfasst ist, und die Relativposition,
die aus dem kinematischen Modell berechnet wird, herangezogen, und daraus wird dann
eine Differenz gebildet. Bei der Differenz handelt es sich dann um die Störungen oder
aus der Differenz können die Störungen ermittelt werden. Die Störungen können dann
von der über den Sensor ermittelten Relativposition zwischen dem Andockbereich und
dem freien Ende des Arms abgezogen werden oder berücksichtigt werden, so dass eine
störungsfreie Relativposition zwischen dem Andockbereich und dem freien Ende des Arms
resultiert. Die Relativposition zwischen dem Andockbereich und der Basis des Arms
kann dann aus der störungsfreien Relativposition ermittelt werden. Die störungsfreie
Relativposition ist dabei vorzugsweise die Relativposition zwischen dem Andockbereich
und dem freien Ende des Arms und der Relativposition zwischen dem freien Ende des
Arms und der Basis des Arms, die auf dem kinematischen Modell basiert, ermittelt.
[0028] Offenbart ist ein System mit einem schwimmenden Körper, insbesondere einem Schiff,
das einen Arm, insbesondere eine Landungsbrücke, aufweist. Das System weist eine Bewegungskompensationseinrichtung
zur Bewegungskompensation des Arms auf. Vorzugsweise ist ein Sensor vorgesehen, mit
dem sich die Position des Kopfs der Landungsbrücke relativ zu dem Schiff genauer bestimmen
lässt. Insbesondere können Verformungen und/oder Schwingungen der Landungsbrücke über
den Sensor ermittelt werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0029] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand schematischer
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 in einer schematischen Darstellung ein System gemäß einem Ausführungsbeispiel,
Figur 2 schematisch eine Regelung für das System aus Figur 1 und
Figur 3 schematisch eine Regelung gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel für das
System aus Figur 1.
[0030] Gemäß Figur 1 ist ein System 12 für einen schwimmenden Körper 14 in Form eines Schiffs
vorgesehen. Der Körper 14 hat einen bewegbaren Arm 16, bei dem es sich um eine Schiffsgangway
handelt. Der Arm 16 ist an einem Turm 10 oder Gangwayturm befestigt. Der Arm 16 kann
entlang einer Hochachse 18 des Körpers 14 mit einem entsprechenden (nicht dargestellten)
Aktor bewegt werden. Außerdem ist der Arm 16 um einen Drehpunkt in zwei Drehrichtungen
20 über einen entsprechenden Aktor drehbar. Somit kann der Arm 16 um den Drehpunkt
nach oben und unten gedreht werden. Die Drehachse liegt dabei beispielsweise in einer
Ebene, die die Hochachse 18 des Körpers 14 senkrecht schneidet. Durch die Drehung
kann somit ein freies Ende 3 des Arms 16 hin zu einer Wasseroberfläche 22 oder weg
von der Wasseroberfläche 22 bewegt werden. Vorzugsweise bewegt sich das freie Ende
3 oder der Arm 16 bei einer Drehung in den Drehrichtungen 20 in einer Ebene, die die
Drehachse senkrecht schneidet und sich parallel zur Hochachse 18 erstreckt. Über einen
weiteren Aktor kann der Arm 16 in seiner Länge verstellt werden. So ist beispielsweise
ein vom Turm 10 entfernter Armteil 5 oder Gangwayteil des Arms 16 teleskopierbar oder
ein- und ausfahrbar bezüglich des übrigen Arms 16.
[0031] Am Turm 10 ist ein Messsensor 2 einer Sensoreinrichtung lagefixiert befestigt. Der
Messsensor 2 ist beispielsweise als Kamera oder als LIDAR-Sensor oder als Laser-Sensor
oder RADAR-Sensor ausgestaltet. Denkbar ist auch, mehrere Messsensoren 2 vorzusehen.
Diese können gleich ausgestaltet sein oder unterschiedlichen Typs sein, beispielsweise
ein Kamerasensor und ein LIDAR-Sensor. Der Messsensor 2 wirkt mit einer Markierung
1 zusammen. Diese ist endseitig des Arms 16, auf Seiten seines freien Endes 3, fest
und lagefixiert mit diesem verbunden. Der Messsensor 2 erfasst dann kontinuierlich
die Markierung 1. Diese ist beispielsweise als Marker oder Reflektor ausgestaltet.
Denkbar wäre, eine an den Messsensor 2 angepasste Markierung 1 zu verwenden. Beispielsweise
kann ein vordefinierter Marker, wie beispielsweise ein ArUco-Marker, für den Messsensor
2 in Form einer Kamera eingesetzt sein. Oder es wird ein vordefinierter Marker für
den Messsensor 2 in Form des LIDAR-Sensors verwendet. Denkbar wäre auch, die Markierung
1 als Reflektor oder Prisma für den Messsensor 2 in Form eines Laser-Sensors zu verwenden.
Auch wäre denkbar, die Markierung 1 als RADAR-Reflektor für den Messsensor 2 auszugestalten,
wenn der Sensor 2 als RADAR-Sensor ausgebildet ist. Außerdem wäre denkbar, mehrere
Markierungen vorzusehen. Auch ist denkbar, mehrerer Markierungen gleichen Typs oder
unterschiedlichen Typs auszugestalten. Die Markierung 1 ist vorzugsweise in unmittelbarer
Nähre zum freien Ende 3 oder zur Gangwayspitze starr mit dem Arm 16, insbesondere
mit dem Armteil 5, verbunden. Alternativ wäre denkbar, dass die Position der Markierung
1 und des Messsensors 2 vertauscht ist. Auch wäre denkbar, bei der Position der Markierung
1 zusätzlich einen weiteren Messsensor vorzusehen und bei der Position des Messsensors
2 eine weitere Markierung, wobei der weitere Messsensor und die weitere Markierung
in Wirkverbindung stehen. Außerdem ist denkbar, an weiteren Positionen zumindest einen
weiteren Messsensor und/oder eine weitere Markierung vorzusehen, um eine Messgenauigkeit
weiter zu verbessern.
[0032] Des Weiteren ist bei dem System 12 aus Figur 1 endseitig des Arms 16, insbesondere
benachbart zu seinem freien Ende 3, ein Sensor 8 angeordnet. Dieser dient zum Erfassen
eines Andockbereichs 4 oder einer Andockstelle eines weiteren Körpers. Der Andockbereich
4 ist beispielsweise ortsfest oder ebenfalls schwimmend, indem er beispielsweise Teil
eines Schiffs ist.
[0033] In der weiteren Beschreibung werden folgende Begrifflichkeiten verwendet: Eine Relativposition
zwischen zwei Körpern soll die Translation und die Rotation zwischen den Koordinatensystemen
der beiden Körper oder Starrkörper erfassen und weist im besonderen sieben Werte auf.
Zum einen Translationen in drei Koordinatenrichtungen und vier Quaternionenwerte,
um eine Rotation darzustellen. Alternativ zu den vier Quaternionenwerten ist denkbar,
beispielsweise drei Eulerwinkel zu verwenden. Die Relativposition zwischen zwei Körpern
A und B soll mit T
AB abgekürzt werden. Hierbei handelt es sich um eine homogene Transformation, die einen
homogenen Vektor vom Koordinatensystem B in das Koordinatensystem A überführt. Ist
die Transformation von Koordinatensystem B nach A T
AB und vom Koordinatensystem A nach C T
CA bekannt, so ergibt sich die Transformation von B nach C T
CB als Konkatenation der Einzeltransformationen T
CA * T
AB.
[0034] In einem ersten Schritt erfolgt die Bestimmung einer Positionsdifferenz zwischen
einem berechneten kinematischen Modell und einer tatsächlichen Messung der Position
des Arms 16, was im Folgenden erläutert ist. Vorzugsweise bestimmt eine schematisch
in Figur 1 dargestellte Bewegungskompensationseinrichtung 24 oder eine Sensoreinheit
mit dem Messsensor 2, insbesondere mit einem computerimplementierten Algorithmus,
die Relativposition zwischen dem Messsensor 2 und der Markierung 1. Die Relativposition
ist insbesondere aus drei Translationswerten und vier Quaternionenwerten zusammengesetzt.
Vorzugsweise wir initial zusätzlich eine Relativposition zwischen der Markierung 1
und dem freien Ende 3 oder der Gangwayspitze und eine Relativposition zwischen dem
Messsensor 2 und einer Basis 9 oder Gangwaybasis ermittelt. Es kann somit auf die
Relativposition zwischen dem freien Ende 3 und der Basis 9 oder dem Abstand zwischen
diesen Punkten basierend auf dem Messsensor 2 erfassten Werten geschlossen werden.
Zusätzlich wird diese Relativposition vorzugsweise über ein kinematisches Modell oder
kinematisches Starrkörpermodell berechnet. Durch ein geeignetes Kalibrierverfahren
kann die Differenz dieser Relativpositionen ermittelt werden. In anderen Worten kann
durch ein geeignetes Kalibierverfahren die Positionsdifferenz für die Gangwayspitze
zwischen dem kinematischen Modell für die Gangway und den vom Messsensor 2 tatsächlich
erfassten Positionswert ermittelt werden.
[0035] Es ist denkbar, dass nicht nur ein Messsensor 2 zum Einsatz kommt, sondern mehrere,
insbesondere parallel, deren Einzelsignale dann zu einem Gesamtsignal fusioniert werden.
[0036] In einem nächsten zweiten Schritt wird dann die Positionsdifferenz aus dem vorhergehenden
Schritt in einer Regelung für die Bewegungskompensation durch die Bewegungskompensationseinrichtung
24 berücksichtigt. Die Regelung funktioniert folgendermaßen: Mit Hilfe eines oder
mehrerer der Sensoren 8 wird die Relativposition zwischen dem Andockbereich 4 und
dem freien Ende 3, insbesondere kontinuierlich, bestimmt. Ein Regler der Bewegungskompensationseinrichtung
24 steuert dann Aktoren des Arms 16 derart an, dass diese Relativposition hinreichend
klein wird und in entsprechend hinreichend kleinen Grenzen gehalten wird. Das heißt,
dass ein Kontakt zwischen dem Andockbereich 4 und dem freien Ende 3 vorzugsweise aufgebaut
und gehalten wird. In das Signal des Messsensors 2 oder Relativpositionssignal gehen
sämtliche Bewegungen des freien Endes 3 ein, beispielsweise alle Schwingungen, die
sich aufgrund des Spiels oder der Biegung des teleskopierbaren Arms 5 ergeben. Dieser
Signalanteil ist aufgrund seiner geringen Größe für ein genaues Regelergebnis wenig
relevant, allerdings kann er umgekehrt das Regelverhalten negativ beeinflussen bis
hin zur Instabilität. Um diesen negativen Effekt zu vermeiden, werden die Signalanteile,
die im vorhergehend beschriebenen Schritt als Differenz zwischen dem kinematischen
Modell und der Messung über den Messsensor 2 bestimmt wurden, bei der Regelung der
Bewegungskompensation vorteilhaft benutzt.
[0037] In Figur 2 wird mit T
yx die Relativposition zwischen Element X oder Körper X und Element Y oder Körper Y
oder zwischen dem Koordinatensystem von Körper X und Y bezeichnet. X und Y betreffen
im Folgenden die Bezugszeichen aus Figur 1. Die Bestimmung von P
39, also die Relativposition zwischen der Basis 9 und dem freien Ende 3 wurde in Schritt
1 erläutert. Wie vorstehend erläutert wird über den Sensor 8 die Relativposition T
43 zwischen dem freien Ende 3 und dem Andockbereich 4 ermittelt. Fügt man T
39 und T
43 zusammen, so ergibt sich die Relativposition zwischen der Basis 9 und dem Andockbereich
4, was als T
49 bezeichnet wird. Gemäß Figur 2 wird für die Relativposition T
39 die Relativposition zwischen T
12, also zwischen der Markierung 1 und dem Messsensor 2, über einen Positionsbestimmungsalgorithmus
26 ermittelt. Als Eingang für diesen ist das Messsignal des Messsensors 2 vorgesehen.
Als weitere Basis für die Relativposition T
39 dient die Relativposition T
31, also zwischen dem freien Ende 3 und der Markierung 1, die über einen Kalibrierungsalgorithmus
28 ermittelt wird. Außerdem dient als Basis für die Relativposition T
39 die Relativposition zwischen dem Messsensor 2 und der Basis 9, die als T
29 bezeichnet ist und über einen Kalibrierungsalgorithmus 30 ermittelt wird. Aus den
Relativpositionen T
12, T
31 und T
29 ergibt sich dann die Relativposition T
39. Für die Relativposition T
43 aus Figur 2 dient die Relativposition T
48 zwischen dem Sensor 8 und dem Andockbereich 4 und die Relativposition T
83 zwischendem freien Ende 3 und dem Sensor 8 als Basis. Die Relativposition T
48 wird über einen Positionsbestimmungsalgorithmus 32 ermittelt, der als Eingang Sensorsignale
des Sensors 8 hat. Die Relativposition T
83 wird über einen Kalibrierungsalgorithmus 33 ermittelt. Wie bereits beschrieben ergibt
sich dann aus Relativpositionen T
39 und T
43 die Relativposition T
49. Da die Messsignale der Sensoren 2 und 8 die ungewollten Störungen enthalten, kompensieren
sich diese in der Addition, so dass sich eine daraus ergebende Relativposition T
49, s. Figur 2, störungsfrei ist. Diese eignet sich somit wesentlich besser zur Regelung,
als wenn T
43 mit T
39,ideal aus einem idealisierten, insbesondere starren, kinematischen Modell des Arms 16 kumuliert
wird.
[0038] Der Arm 16 aus Figur 1 kann eine Vielzahl von unterschiedlichen Relativpositionen
T
39 zwischen der Basis 9 und dem freien Ende realisieren. Entsprechend muss dem Regler
der Bewegungskompensationseinrichtung 24 vorgegeben werden, wo das freie Ende 3 oder
die Gangwayspitze relativ zum Andockbereich 4 oder der Andockstelle stehen soll, wobei
dies als T
34,Soll bezeichnet ist, s. Figur 2. Soll das freie Ende 3 oder die Gangwayspitze exakt auf
dem Andockbereich 4 positioniert werden, so ist der Sollwert für den Regler T
39,Soll = T
49. Eine Positionierung in einem beliebigen Abstand zum Andockbereich 4 ist aber auch
möglich, wobei dann T
39,Soll = T
34,Soll * T49 gilt. Der Regler setzt dann aus den Relativpositionen T
49 und T
34,Soll, die Relativpositionsanforderung als Reglersollwert T
39,Soll, um. Dies erfolgt dadurch, dass aus T
39,Soll über ein inverses Modell 34 Aktoranforderungen errechnet werden, die zum Erreichen
der Sollfunktion benötigt werden. Als Aktoranforderungen sind beispielsweise bei Hydrozylindern
Ausfahr- und Einfahrlängen einer jeweiligen Kolbenstange und Aus- und Einfahrgeschwindigkeiten
der jeweiligen Kolbenstange vorgesehen. Gemäß Figur 2 sind beispielhaft drei Aktoren
36, 38 und 40 schematisch dargestellt.
[0039] Gemäß Figur 3 ist eine weitere Ausführungsform einer Regelung der Bewegungskompensationseinrichtung
24 aus Figur 1 gezeigt. Die Bestimmung der Relativpositionen T
39 und T
43 ist entsprechend Figur 2 ausgestaltet. Die Relativposition T
49 wird allerdings alternativ berechnet. Unerwünschte Störungen ΔT
39 werden explizit berechnet als Differenz zwischen Relativpositionen T
39,
Modell aus dem kinematischen Modell 42 des Arms 16 und der über die Sensorsignale des Messsensors
2 bestimmte Relativposition T
39 zwischen der Basis 9 und dem freien Ende 3. Zum Berechnen des Modells 42 werden Sensorsignale
der Sensoren 44, 46 und 48 verwendet, die einen jeweiligen Aktor 36, 38 und 40 zugeordnet
sind. Die Sensoren 44 bis 48 ermitteln beispielsweise die aktuelle Aktorposition,
womit ein Rückschluss auf die Position des Arms 16 ermöglicht ist. Im Anschluss werden
die Störungen, insbesondere ΔT
39, von der über den Sensor 8 bestimmten Relativposition zwischen dem freien Ende 3
und dem Andockbereich 4, die als T
43 bezeichnet ist, abgezogen. Daraus wird eine störungsfreie Relativposition T
43,ohne Störung erhalten. Die Relativposition T
49 ergibt sich dann aus der störungsfreien Relativposition T
43,ohne Störung und T
39,modell. Die weitere Verarbeitung der Relativposition T
49 ist entsprechend Figur 2 ausgestaltet.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Markierung
- 2
- Messsensor
- 3
- freies Ende
- 5
- Armteil
- 4
- Andockbereich
- 8
- Sensor
- 9
- Basis
- 10
- Turm
- 12
- System
- 14
- Körper
- 16
- Arm
- 18
- Hochachse
- 20
- Drehrichtung
- 22
- Wasseroberfläche
- 24
- Bewegungskompensationseinrichtung
- 26, 32
- Positionsbestimmungsalgorithmus
- 28, 30, 33
- Kalibrierungsalgorithmus
- 34
- Inverses Modell
- 36, 38, 40
- Aktor
- 42
- Modell
- 44, 46, 48
- Sensor
1. System mit einem schwimmenden Körper (14), der einen Arm (16) aufweist, wobei der
Arm (16) über zumindest einen Aktor (36, 38, 40) bewegbar ist, wobei eine Bewegungskompensationseinrichtung
(24) vorgesehen ist, mit der eine Bewegung des Arms (16) kompensierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensoreinrichtung (1, 2) vorgesehen ist, die derart eingerichtet ist, dass eine
Verformung des Arms (16) und/oder eine Schwingung des Arms (16) ermittelbar ist, wobei
die Bewegungskompensationseinrichtung (24) derart eingerichtet ist, dass die von der
Sensoreinrichtung (1, 2) ermittelte Verformung und/oder Schwingung für die Bewegungskompensation
eingesetzt ist.
2. System nach Anspruch 1, wobei die Sensoreinrichtung derart eingerichtet ist, dass
eine Relativposition zwischen zwei Bereichen des Arms (16) ermittelbar ist.
3. System nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Sensoreinrichtung (1, 2) zumindest einen
Messsensor (2) hat, der am Arm (16) angeordnet ist, wobei der Messsensor (2) in Wirkverbindung
mit zumindest einer am Körper (14) angebrachten Markierung (1) steht, oder der am
Körper (14) angeordnet ist, wobei der Messsensor (2) in Wirkverbindung mit zumindest
einer am Arm (16) angebrachten Markierung (1) steht.
4. System nach Anspruch 3, wobei die Bewegungskompensationseinrichtung (24) derart eingerichtet
ist, dass aus den erfassten Werten des Messsensors (2) eine Relativposition zwischen
dem freien Ende (3) und der Basis (9) des Arms (16) ermittelbar ist.
5. System nach Anspruch 4, wobei die Bewegungskompensationseinrichtung (2) derart eingerichtet
ist, dass eine Relativposition zwischen dem freien Ende (3) des Arms (16) und der
Basis (9) des Arms (16) über ein kinematisches Modell ermittelt ist.
6. System nach Anspruch 5, wobei die Bewegungskompensationseinrichtung (24) derart eingerichtet
ist, dass es die stationäre Abweichung zwischen der Relativposition, die aus den Werten
des Messsensors (2) ermittelt ist, und der Relativposition, die aus dem kinematischen
Modell ermittelt ist, als Ergänzung zum kinematischen Modell berücksichtigt, um die
Position des Arms (16) zu regeln, und/oder dass es die dynamische Abweichung zwischen
der Relativposition, die aus den Werten des Messsensors (2) ermittelt ist, und der
Relativposition, die aus dem kinematischen Modell ermittelt ist, bei der Regelung
der Position des Arms (16) derart berücksichtigt, dass die Stabilität der Regelung
verbessert ist.
7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Bewegungskompensationseinrichtung
(14) zumindest einen Sensor aufweist, der derart eingerichtet ist, um eine Bewegung
des Körpers (14) zu erfassen.
8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein weiterer Körper vorgesehen
ist, der einen Andockbereich (4) für den Arm (16) aufweist, an den oder benachbart
oder gegenüber zu diesem das freie Ende (3) des Arms (16) anordenbar ist.
9. System nach Anspruch 8, wobei die Bewegungskompensationseinrichtung (24) derart eingerichtet
ist, dass die Relativposition zwischen dem Andockbereich (4) und dem freien Ende (3)
des Arms (16) erfassbar ist und eine relative Abweichung zwischen dem Andockbereich
(4) und dem freien Ende (3) minimierbar ist.
10. System nach Anspruch 8 oder 9, wobei zumindest ein Sensor (8) zum Erfassen des Andockbereichs
(4) vorgesehen ist.
11. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Regelung des Arms (16) über
die Bewegungskompensationseinrichtung (24) auf einem kinematischen Modell des Arms
(16) basiert.
12. Verfahren mit einem System gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei mit der
Bewegungskompensationseinrichtung (24) die Bewegung des Arms (16) kompensiert wird,
wobei die Verformung und/oder die Schwingung des Arms (16) ermittelt wird und für
die Bewegungskompensation des Arms (16) der Bewegungskompensationseinrichtung (24)
verwendet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Bewegungskompensationseinrichtung (24) aus der
Relativposition (T43) zwischen dem Andockbereich (4) und dem freien Ende (3) des Arms (16), die basierend
auf den Messwerten des zumindest einen Sensors (8) ermittelt wird, und aus der Relativposition
(T39) zwischen dem freien Ende (3) des Arms (16) und der Basis (9) des Arms (16), die
basierend auf den Messwerten des zumindest einen Messsensors (2) ermittelt wird, die
Relativposition (T49) zwischen dem Andockbereich (4) und der Basis (9) des Arms (16) ermittelt.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei die Bewegungskompensationseinrichtung (24) die Relativposition
(T43) zwischen dem Andockbereich (4) und dem freien Ende (3) des Arms (16) über Mittel
(8) erfasst, und wobei die Bewegungskompensationseinrichtung (24) zumindest einen
Aktor (36, 38, 40) des Arms (16) basierend auf der Relativposition (T43) ansteuert, so dass ein Abstand zwischen dem Andockbereich (4) und dem freien Ende
(3) kleiner wird und/oder in Grenzen gehalten wird.
15. System nach Anspruch 12 oder 13, wobei die Bewegungskompensationseinrichtung (24)
die Relativposition (T39) zwischen dem freien Ende (3) des Arms (16) und der Basis (9) des Arms (16), die
basierend auf den Messwerten des zumindest einen Messsensors (2) ermittelt ist, erfasst,
und die Relativposition (T39,Modell) zwischen dem freien Ende des Arms (3) und der Basis (9) des Arms (16) aus dem kinematischen
Modell (42) berechnet, wobei aus diesen Relativpositionen (T39, T39,Modell) Störungen ermittelbar sind, die bei der über den Sensor (8) ermittelten Relativposition
(T43) zwischen dem Andockbereich (4) und dem freien Ende (3) des Arms (16) berücksichtigt
werden, so dass eine störungsfreie Relativposition (T43,ohne Störung) zwischen dem Andockbereich (4) und dem freien Ende (3) resultiert.