[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine WC-Spülung, ein damit ausgestattetes WC,
einen Nachrüstsatz zur Herstellung einer solchen WC-Spülung und die Verwendung dieser
Elemente.
[0002] Definitionsgemäß sind WC (Wasserklosetts) mit einer Wasserspülung ausgerüstet, die
in den meisten Fällen einen Spülkasten und ein Spülventil zum Ablassen einer bestimmten
Spülwassermenge aus dem Spülkasten aufweist. Das Spülventil ist bei vielen Lösungen
mechanisch betätigbar, und zwar über einen Auslösemechanismus, also ein mechanisches
Getriebe, das eine Bedienbewegung umsetzt in eine Ventilöffnung, typischerweise in
ein Anheben eines Ventilkörpers. In jüngerer Vergangenheit sind elektrische Betätigungslösungen
hinzugekommen, die über entsprechende Bedienelemente, z. B. Näherungssensoren auf
Basis von Infrarotstrahlung oder Kapazitätsmessungen, berührungsfrei bedient werden
können.
[0003] WC-Spülungen müssen natürlich durch ein Wasserleitungssystem versorgt werden, das
im Regelfall Kaltwasser in den Spülkasten nachführt, wenn dieser durch eine Spülung
entleert worden ist.
[0004] In manchen Fällen, vor allem beim Einsatz in Hotels oder Alten- und Pflegeheimen,
wird ein verstärkter Wert auf die Gewährleistung einer regelmäßigen Durchspülung von
Wasserleitungen gelegt, wozu sogenannte Hygienespüleinrichtungen vorgesehen werden.
Diese können z. B. abhängig von der Einhaltung bestimmter Höchsttemperaturen bei Kaltwasserleitungen
oder Mindesttemperaturen bei Warmwasserleitungen in Fällen längerer Stagnation des
Wassers eine durch Temperatursensoren ausgelöste Durchspülung durch eine zu diesem
Zweck herbeigeführte Entnahme von Wasser durchführen.
[0005] In einzelnen Fällen wurden auch bereits WC-Spülungen für solche Wasserentnahmen vorgesehen.
Hierzu kann bei einer elektronischen Auslösung der Spülung unabhängig von einer Benutzereinwirkung
ein Spülvorgang ausgelöst werden und damit die Spülkasten-Nachfüllmenge einer Kaltwasserleitung
entnommen werden. Es gibt auch Vorschläge zur Einbeziehung einer Warmwasserleitung.
Beispielhaft wird verwiesen auf die
WO 2018/145878 A1.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine im Hinblick auf solche
Hygienespülungen verbesserte WC-Spülung anzugeben.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine WC-Spülung mit einem Spülkasten, einem mechanisch
betätigbaren Spülventil und einem Auslösemechanismus für das Spülventil, gekennzeichnet
durch einen elektrischen Aktuator zum mechanischen Betätigen des Spülventils und einer
Steuerung zum Ansteuern des elektrischen Aktuators, welche Steuerung so ausgelegt
ist, dass sie den Aktuator unabhängig von dem Auslösemechanismus zum Bewirken von
Spülvorgängen ansteuert.
[0008] Bevorzugte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Die Erfindung baut im Unterschied zu dem zitierten Stand der Technik auf einem rein
mechanisch betätigbaren Spülventil und einem entsprechenden Auslösemechanismus dafür
auf. Die WC-Spülung lässt sich also durch einen Nutzer nach der Nutzung des WC in
der konventionellen Weise rein mechanisch auslösen und funktioniert dabei auch rein
mechanisch.
[0010] Zusätzlich gibt es einen elektrischen Aktuator, der außerdem das Spülventil betätigen
kann, wobei der elektrische Aktuator, wie der Name sagt, eine mechanische Bewegung
für die Spülventilbetätigung erzeugt. Der elektrische Aktuator dient ausschließlich
zum Bewirken von Spülvorgängen, bei welchen der Auslösemechanismus nicht durch einen
Nutzer betätigt wird. Das Einwirken auf das Spülventil ist also nicht durch den Auslösemechanismus
bedingt, wobei zwischen dem elektrischen Aktuator und dem Spülventil selbst durchaus
noch eine mehrstufige mechanische Wirkverbindung vorgesehen sein kann, die auch bei
der rein mechanischen Betätigung, also durch den Nutzer nach der WC-Benutzung, mitverwendet
wird. Es kann ferner einen mechanischen Wirkmechanismus für die letztgenannte rein
mechanische Betätigung geben, der bei der Betätigung durch den elektrischen Aktuator
zwar nicht notwendig ist, aber möglicherweise mitbewegt wird. Z. B. könnte dies ein
Hebel- und Stangengetriebe zwischen einer mechanischen Betätigungsplatte (z. B. übliche
Drückerplatte z. B. auf einer gefliesten Wand) und einer Kupplung über dem Spülkasten
sein, welches jedenfalls dann bewegt wird, wenn die Betätigungsplatte durch den Nutzer
betätigt wird.
[0011] Der elektrische Aktuator wird seinerseits durch eine Steuerung angesteuert, die insoweit
also nicht für gewöhnliche Spülvorgänge nach der WC-Benutzung vorgesehen ist, sondern
nur für die elektrisch auszulösenden. Solche Spülvorgänge können insbesondere Hygienespülvorgänge
der eingangs bereits beschriebenen Art sein, also in größeren Abständen und (zumindest
auch) unabhängig von einer unmittelbar vorangegangenen WC-Benutzung. Vorzugsweise
sind ausschließlich solche Hygienespülvorgänge elektrisch ausgelöst.
[0012] Der Benutzer nimmt damit ein konventionelles und rein mechanisch funktionierendes
WC war, an dessen Eigenschaften und vor allem Bedienung sich für ihn nichts ändert.
Er muss bei der normalen WC-Benutzung nicht durch die Auseinandersetzung mit für ihn
in irgendeiner Weise besonderen Bedienungselementen oder Bedien-Operationen konfrontiert
werden, sodass die Erfindung vor allem für ältere Nutzer, Kinder oder sonstwie zur
Auseinandersetzung mit komplexeren technischen Einrichtungen nicht gut geeigneten
oder dazu nicht gern bereiten Personen geeignet ist. Die erfindungsgemäße Lösung ist
damit besonders einfach anwendbar und kann, wenn gewünscht, so ausgestaltet werden,
dass sie in bestehenden klassisch-mechanischen WC-Spülungen nachgerüstet werden kann
oder dort jedenfalls keinen Komplettaustausch erfordert.
[0013] Der elektrische Aktuator kann natürlich elektromagnetisch funktionieren (dieser Begriff
ist eingeschlossen) und natürlich sind Urinale in dem Begriff "WC" eingeschlossen.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung ist eine Batterie zur Versorgung des elektrischen
Aktuators und der Steuerung vorgesehen, wobei diese vorzugsweise ausschließlich durch
die Batterie versorgt sind. Eine solche Batterie kann dann gelegentlich ausgewechselt
werden. In diesem Fall benötigt eine solche WC-Spülung keinen Netzanschluss, was bei
der Installation in Bestandsbauten und vor allem bei der Nachrüstung von Vorteil ist.
[0015] Die Ansteuerung des elektrischen Aktuators erfolgt vorzugsweise nach einem vordefinierten
Regelschema, wobei grundsätzlich, wie in dem zitierten Stand der Technik, eine Abhängigkeit
von bestimmten Temperaturen, z. B. einer Höchsttemperatur der Kaltwasserzuleitung
zu dem Spülkasten, sowie natürlich Zeitschemata in Betracht kommen. Besonders bevorzugterweise
erfolgt die Ansteuerung des elektrischen Aktuators ausschließlich zeitgesteuert.
[0016] Insbesondere kann bei dem zeitlichen Schema vorgesehen sein, dass nach Ablauf einer
vorbestimmten Zeit ein Spülvorgang erfolgt, die Steuerung also den Aktuator dementsprechend
ansteuert. Dabei kann der Spülvorgang, im Unterschied zu gewöhnlichen Spülvorgängen
nach der WC-Benutzung, infolge der Ansteuerung durch die Steuerung besonders lang
ausgedehnt sein. Es wird also nicht einfach nur das Spülventil angehoben, sodass eine
vorbestimmte Menge, höchstens der Spülkasteninhalt, ausläuft und danach nachgefüllt
wird. Stattdessen kann eine Spülzeit z. B. mindestens 50 s, vorzugsweise aber auch
mindestens 70 s, 90 s, 120 s, und vorzugsweise nicht mehr als z. B. 200 s andauern.
Damit wird über das Nachfüllen des Spülkastens hinaus Wasser aus der zu spülenden
Leitung entnommen. Die entsprechende Zeit ist vorzugsweise einstellbar, sodass mit
Rücksicht auf die Lage des Spülkastens in der Gesamtinstallation dafür gesorgt werden
kann, dass eine Hygienespülung den von Stagnation gefährdeten Leitungsabschnitt vollständig
durchspült.
[0017] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung verfügt die WC-Spülung über einen mit
der Steuerung verbundenen Sensor, über den die Steuerung erfassen kann, dass ein Spülvorgang
durch den Auslösemechanismus, also rein mechanisch und Benutzer-veranlasst, ausgelöst
worden ist. Ein durch die mechanische Auslösung betätigter Schalter soll dabei inbegriffen
sein. Damit kann z. B. die bereits erwähnte Zeit bis zum nächsten Hygienespülvorgang,
also zur nächsten Ansteuerung des elektrischen Aktuators, zurückgesetzt bzw. gestartet
werden. Wenn nämlich häufig genug Benutzer-veranlasste Spülvorgänge nach der WC-Benutzung
erfolgen, erübrigt sich eine Hygienespülung.
[0018] Andererseits bedeutet der Sensor einen gewissen Zusatzaufwand. Daher ist auch eine
Lösung ohne Sensor von Vorteil, wenngleich damit möglicherweise gelegentlich überflüssige
Hygienespülvorgänge erfolgen, z. B. einfach indem zwischen diesen ohne Rücksicht auf
Benutzer-veranlasste Spülvorgänge auf die vorgegebenen Zeitabstände geachtet wird.
[0019] Als Sensor kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht, z. B. ein Beschleunigungen
bzw. Vibrationen erfassender Sensor, ein IR-Sensor, der z. B. eine Spülventil- oder
Heber-/Hebel-Bewegung erkennen kann (wobei nötigenfalls eine aktive IR-Bestrahlung
stattfindet), ein kapazitiver Sensor, Radar-Sensor oder auch ein Ultraschallsensor,
die solche Bewegungen oder auch den Wasserstand im Spülkasten erkennen können.
[0020] Eine weitere vorteilhafte Ausstattung betrifft eine Echtzeit-Uhr, die mit der Steuerung
verbunden sein kann (was eine Inkludierung darin einschließt) und mit der Spülvorgänge
während bestimmter Tageszeiten, z. B. nachts und/oder während einer Mittagsruhezeit,
vermieden werden können. Entsprechende Zeiten können natürlich einstellbar sein. Eine
fällige Spülung kann dann aus den betroffenen Zeiten heraus geschoben werden, also
vorgezogen oder nachgeholt werden.
[0021] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung berücksichtigt neben der bisher betrachteten
und den Spülkasten füllenden Wasserleitung, die üblicherweise (aber nicht notwendigerweise)
eine reine Kaltwasserleitung ist, zusätzlich auch eine zweite Leitung, nämlich eine
Warmwasserleitung. Dementsprechend kann die WC-Spülung mit einem Magnetventil, also
einem elektrisch ansteuerbaren Ventil, versehen sein, das in der Warmwasserleitung
bzw. an einem Abzweig so montiert ist oder wird, dass damit Wasser aus der Leitung
entnommen werden kann. Dementsprechend kann die Steuerung für Hygienespülvorgänge
beide Leitungen heranziehen. Dabei sind abwechselnde Spülvorgänge der beiden Leitungen
oder aufeinanderfolgende Spülvorgänge erst der einen oder anderen, oder gleichzeitige
Spülvorgänge, auch mit Wassermischung, möglich. Beispielsweise wird auch das Wasser
aus der Warmwasserleitung dazu in den Spülkasten geleitet. Daraus kann es durch eine
Spülventilbetätigung oder auch durch einen Überlauf des Spülkastens (oder beides)
abgeführt werden.
[0022] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass eine mechanische Betätigungsplatte zur
Bedienung des Auslösemechanismus zur WC-Spülung dazugehört. Üblicherweise werden solche
Betätigungsplatten auch separat angeboten, weil sie auch nach ästhetischen Kriterien
ausgewählt werden. Die Betätigungsplatte wirkt jedenfalls mit dem Auslösemechanismus
zusammen, indem sie diesen direkt beaufschlagt, also z. B. Hebelgestänge horizontal
bewegt, wobei diese gegen bewegliche Teile der Betätigungsplatte anstehen. Daher muss
die Betätigungsplatte nicht zwingend zum beanspruchten Gegenstand gehören. Die Erfindung
betrifft aber jedenfalls auch die bevorzugte Verwendung in dieser Kombination.
[0023] In vielen Fällen verfügen auch rein mechanische WC-Spülungen über eine Zwei-Mengen-Wahlmöglichkeit.
Dabei kann zwischen einer kleineren und einer größeren Wassermenge gewählt werden,
z. B. indem verschiedene Teile einer Betätigungsplatte gedrückt werden. Eine solche
Ausgestaltung ist auch für die Erfindung von Vorteil, wobei der elektrische Aktuator
dabei erstens nicht zwingend ebenfalls beide Mengen wählbar ansteuern können muss
und zweitens auch hinsichtlich der Spülmenge unabhängig gestaltet sein kann (etwa
durch eine entsprechend lange Öffnungszeit).
[0024] Die erfindungsgemäße Steuerung kann in verschiedener Weise einstellbar sein, z. B.
hinsichtlich der zur Auslösung einer Hygienespülung vorgegebenen Parameter (Zeitabstände,
Sperrzeiten, Temperaturschwellenwerte etc.) und weist insoweit eine Schnittstelle
zur Bedienung durch einen Benutzer auf, bspw. eine Steckbuchse zum Anschluss eines
Kabels und/oder eine Möglichkeit zur Funkansteuerung (Bluetooth). Vorzugsweise betreffen
etwaige Schnittstellen aber nur die Einstellung von solchen Parametern, also für eine
gewisse Dauer geltenden Grundeinstellungen. Vorzugsweise gibt es keine Möglichkeit
zur Benutzer-veranlassten Auslösung einer Ansteuerung des elektrischen Aktuators zu
einem Spülvorgang, also insbesondere kein elektrisches oder sonst ein Betätigungsorgan
zur Auslösung eines solchen elektrisch induzierten Spülvorgangs. Für den Nutzer sollen
stattdessen die ihm vertrauten üblichen mechanischen Betätigungsmöglichkeiten für
den normalen WC-Gebrauch zur Verfügung stehen.
[0025] Die Erfindung richtet sich neben der WC-Spülung (mit oder ohne Betätigungsplatte)
auch auf ein komplettes WC mit zusätzlich einem WC-Körper, der eine WC-Schüssel enthält.
Diese WC-Schüssel wird dann durch die WC-Spülung in der üblichen Weise gespült. Die
Erfindung betrifft außerdem einen Nachrüstsatz, mit dem aus einer konventionellen
mechanischen WC-Spülung eine erfindungsgemäße hergestellt werden kann. Der Nachrüstsatz
verfügt damit mindestens über den elektrischen Aktuator und die Steuerung. Er ist
vorzugsweise so ausgestaltet, dass diese beiden Teile als Baueinheit ohne weitere
Zusammenbau- oder Zerlegearbeiten an dieser Baueinheit eingebaut werden können. Dies
schließt allerdings nicht aus, dass die vorhandene WC-Spülung vor dem Einbau der Baueinheit
ein Stück weit demontiert werden muss.
[0026] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines konkreten Ausführungsbeispiels veranschaulicht.
Figuren 1 und 2 zeigen den für die Erfindung wesentlichen Teil einer WC-Spülung in
zwei perspektivischen Ansichten von jeweils schräg oben links vorn;
Figur 3 zeigt in ähnlicher perspektivischer Ansicht ein für die Erfindung wesentliches
Modul isoliert, das in den Figuren 1 und 2 bereits dargestellt ist und den elektrischen
Aktuator sowie die Steuerung enthält;
Figuren 4-7 zeigen denselben WC-Spülungsteil wie in den Figuren 1 und 2, jedoch in
Seitenansicht von rechts und links (Figuren 4 und 6), Frontansicht (Figur 5) und Draufsicht
(Figur 7).
[0027] In den Figuren 1 und 2 erkennt man vorn einen üblichen und seit langer Zeit bekannten
sogenannten Lagerbock 1 einer mechanischen WC-Spülung. Dahinter erkennt man ein zusätzliches
Bauteil, das im Folgenden als (Hygienespülungs-) Modul 2 bezeichnet wird und in Figur
3 allein dargestellt ist. Figur 3 zeigt dabei insbesondere eine Befestigungsaufnahme
3 an dem Modul 2, mit welcher das Modul 2, wie die Figuren 1, 2, 4 und 5 zeigen, auf
die hier rechte Seitenwand einer rahmenartigen Grundstruktur des Lagerbocks 1 von
hinten nach schräg unten vorn aufgeschoben werden kann.
[0028] Der Lagerbock 1 hat zwei hintere Befestigungsstifte 4, vergleiche auch die Figuren
4 und 7, und einen mittigen vorderen Schnappmechanismus 5. In an sich bekannter Weise
kann der Lagerbock 1 damit durch eine Revisionsöffnung in einer Wand über einem Spülkasten
zunächst mit den Befestigungsstiften 4 in entsprechende Aufnahmen eingeschoben und
dann mit seinem vorderen Teil abgesenkt werden. Dabei schnappt der Schnappmechanismus
5 in einer Lage ein, in der die im Folgenden noch näher erläuterte Drückerstange 6
z. B. horizontal liegt.
[0029] Das in den Figuren 1 und 2 nach vorne weisende Ende der Drückerstange 6 weist eine
gerundete Anschlagfläche für eine Betätigungstaste einer üblichen Drückerplatte zum
Auslösen eines Spülvorgangs auf und ist in einer Wippe 7 gehalten, die um eine quer
verlaufende horizontale Drehachse an ihrem oberen Ende verkippt werden kann, vergleiche
auch die Figuren 3, 4 und 5. Die Drückerstange 6 ist dabei in einer in Figur 4 horizontalen
Richtung verstellbar in der Wippe 7 gehalten, um an die genaue Einbausituation angepasst
werden zu können. Über die Wippe 7 kann mit einer Bewegung über die Betätigungstaste
und die Drückerstange 6 in derselben Richtung ein an dieser Wippe 7 weiter rechts
(in Bezug auf die Figuren 3, 5 und 7) gehaltener Hebel 8 verkippt werden. Der in dieser
Form verkippte Hebel 8 ist gemäß Figur 7 in einer an sich üblichen Weise mit der Oberseite
des Spülmechanismus im Spülkasten gekoppelt, wobei er konkret in ein Auge eines Teils
9 eingreift, das unterhalb des Auges eine sechseckige horizontale Platte aufweist
(Figur 7) und darunter eine klammerartige Befestigung zum Umgreifen des Überlaufrohres
der Spülmechanik.
[0030] Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Ein-Mengen-Spülung; es gibt demzufolge
nur eine Drückerstange 6 für eine Vollspülmenge. Natürlich wäre eine Ausführung mit
zwei Spülmengen genauso gut möglich. Dann müsste in den Figuren 1, 2, 5 und 7 in der
rechten Hälfte (also rechts von dem Schnappmechanismus 5) eine zweite Drückerstange
vorgesehen sein. Dazu müsste das Modul 2 etwas mehr Platz lassen als bei diesem Ausführungsbeispiel,
etwa indem es um 90° gedreht und etwas höher angebracht wird.
[0031] Das dem bisher beschriebenen Teil der WC-Spülung hinzugefügte Modul 2 ändert die
bislang erläuterten Zusammenhänge nicht, kann aber unabhängig von einer Betätigung
der Drückerstange 6 das Teil 9 anheben. Dazu dient ein Hebel 10, vergleiche vor allem
die Figuren 2, 3, 5 und 7, der unter den bereits erläuterten Hebel 8 greift und diesen
anheben kann. Dazu ist der Hebel 10 angetrieben von einem Servomotor 11, der hier
in einem ungefähr quaderförmigen Gehäuseblock 12 untergebracht ist, ein Getriebe aufweist
und an dessen Getriebeabtriebsachse der Hebel 10 angebracht ist. Es handelt sich um
einen Standardservomotor, der auch in ganz anderen technischen Zusammenhängen eingesetzt
werden kann und daher, wie die Figuren zeigen, an seiner Frontplatte oben und unten
jeweils zwei Befestigungsöffnungen zum Anschrauben aufweist (die hier nicht benutzt
werden).
[0032] Wenn der Servomotor 11 den Hebel 10 anhebt, löst dies auf analoge Weise wie zuvor
für die mechanische Auslösung beschrieben einen Spülvorgang aus, wobei der Servomotor
unabhängig von der üblichen und allgemein bekannten Rückstellung eines Spülventils
(nicht gezeigt) infolge des Wasserabflusses aus dem Spülkasten das Spülventil deutlich
länger geöffnet halten kann. Insoweit lassen sich durch die elektrische Betätigung
mit dem durch den Servomotor 11 und den Hebel 10 gebildeten elektrischen Aktuator
im Prinzip beliebig lange Spülzeiten realisieren. Dabei kann der elektrische Aktuator
statt, wie hier, auf einen Mechanismus zur Vollmengenspülung bei einer alternativen
Variante auch auf einen Teilmengen-Mechanismus (bei einer Zwei-Mengen-Variante) einwirken.
Insbesondere kann der elektrische Aktuator dabei, wie auch beim vorliegenden Ausführungsbeispiel,
einfach durch ausreichend langes Hochhalten für die Hygienespülungen deutlich größere
Spülmengen erzwingen als sie bei einer rein mechanischen Auslösung einer Teilmengenspülung
vorgegeben wären.
[0033] In einem weiteren Gehäuseteil 13 des Moduls 2 ist eine Steuerung eingebaut, wobei
das Bezugszeichen 14 eine Platine der Steuerung zeigt, deren Vorderkante aus einer
Vergussmasse herausragt. Mit 15 ist eine elektrische Anschlussbuchse bezeichnet, über
die eine ebenfalls in der Vergussmasse untergebrachte Batterie geladen werden kann.
Stattdessen könnte auch außerhalb des Gehäuseteils 13 und der Vergussmasse eine aufladbare
Batterie untergebracht sein, aber auch eine Halterung für austauschbare und nicht
wiederaufladbare Batterien (die dann z. B. durch die Revisionsöffnung hindurch ausgetauscht
werden können). Die Steuerung 14 und der Servomotor 11 sind über Kabel 16 verbunden,
was auch für die bereits erwähnte Batterie gilt. Damit kann der Servomotor 11 durch
die Steuerung 14 gesteuert und von der Batterie versorgt werden.
[0034] Zusätzlich kann ein Sensor 17 zur Erfassung eines mechanisch ausgelösten Spülvorgangs
vorgesehen sein, der in Figur 3 an dem Hebel 10 symbolisch dargestellt und über ein
ebenfalls symbolisch eingezeichnetes Kabel mit der Steuerung 14 verbunden ist. Dieser
Sensor 17 kann z. B. ein Beschleunigungssensor sein, der bei einer mechanischen Auslösung
eines Spülvorgangs über die Drückerstange 6 und den Hebel 8 die dabei auch auf den
Hebel 10 übertragenen Erschütterungen erfasst. Es könnte aber auch eine andere Sensorart
und auch ein anderer Einsatzort des Sensors gewählt werden. Insbesondere kann auch
ein Sensor, z. B. auch ein Beschleunigungssensor mit der oben beschriebenen Funktion,
in dem Gehäuseteil 13 und auch in der Vergussmasse untergebracht sein, weil sich die
Erschütterungen auch dorthin fortpflanzen. Das wäre hinsichtlich des Anschlusses des
Sensors einfacher, ist aber in der Figur nicht dargestellt.
[0035] Die Steuerung 14 kann damit nach einer ganz konventionellen mechanischen Auslösung
eines Spülvorgangs eine bestimmte Zeit abwarten und, wenn innerhalb dieser Zeit kein
weiterer Spülvorgang mechanisch ausgelöst wird, dann eine elektrische Auslösung bewirken.
Dazu steuert sie den Motor 11 an und hebt über den Hebel 10 das Teil 9.
[0036] Außerdem kann die Steuerung 14 eine Echtzeit-Uhr (auf derselben Platine) aufweisen
und insoweit z. B. bestimmte Ruhezeiten aussparen und abwarten.
[0037] Ferner kann die Steuerung 14 (ebenfalls in dem Gehäuseteil 13) eine Sende- und Empfangseinheit
z. B. nach dem "low energy bluetooth"-Standard aufweisen. Damit kann die Steuerung
14 z. B. über ein Smartphone adressiert werden, um z. B. die Echtzeit-Uhr zu stellen,
die erwähnte Wartezeit oder die Dauer des Spülvorgangs einzustellen, Ruhezeiten zu
programmieren etc.. Dabei ist nicht daran gedacht, über das Smartphone auch eine elektrische
Spülung auszulösen. Erstens gibt es dafür gar keinen Bedarf, weil die mechanische
Betätigungsmöglichkeit besteht. Zweitens soll die WC-Spülung im Alltag, wenn also
die erwähnten und möglicherweise weitere Parameter programmiert sind, gewissermaßen
unsichtbar und nur für Hygienespülungen zuständig sein. Die Nutzer des WCs sollen
dabei praktisch keinen Unterschied zu einer gewohnten rein mechanischen Lösung feststellen.
[0038] Wenn in der bereits weiter oben beschriebenen Weise auch noch eine Warmwasserleitung
mit in die Hygienespülungen einbezogen werden soll, muss die Steuerung 14 dementsprechend
z. B. über ein weiteres (nicht gezeichnetes) Kabel mit einem entsprechenden Magnetventil
in der Warmwasserleitung bzw. an einem Abzweig derselben verbunden sein und über das
Magnetventil Warmwasser in den Spülkasten einleitbar sein, z. B. nachdem ein Spülvorgang
elektrisch ausgelöst wurde.
[0039] Das Ausführungsbeispiel zeigt, dass das Modul 2 an einem im Übrigen konventionellen
Lagerbock 1 angebracht werden kann. Zur eventuellen Nachrüstung ist lediglich eine
Demontage des Lagerbocks 1 durch die Revisionsöffnung nötig, weil üblicherweise der
Lagerbock 1 nicht mehr genügend Platz in der Revisionsöffnung zum direkten Einbau
des Moduls 2 lässt. Das Modul 2 kann dann aufgesteckt werden, wie der Vergleich der
Figuren 1 und 3 zeigt. Im Prinzip kann natürlich auch ein konventioneller Lagerbock
1 durch einen Satz aus einem anderen Lagerbock 1 und einem Modul 2 ersetzt werden,
wobei beide auch fest verbunden ausgeführt sein könnten. Die übrige WC-Spülung und
die Betätigungsplatte bleiben dabei völlig unverändert.
1. WC-Spülung mit
einem Spülkasten,
einem mechanisch betätigbaren Spülventil und
einem Auslösemechanismus (6-9) für das Spülventil,
gekennzeichnet durch einen elektrischen Aktuator (2) zum mechanischen Betätigen des Spülventils unabhängig
von dem Auslösemechanismus (6-9) und
einer Steuerung (14) zum Ansteuern des elektrischen Aktuators (2), welche Steuerung
(14) so ausgelegt ist, dass sie den Aktuator (2) zum Bewirken von Spülvorgängen ansteuert,
bei welchen Spülvorgängen der Auslösemechanismus (6-9) nicht betätigt wird.
2. WC-Spülung nach Anspruch 1 mit einer Batterie zur Versorgung des elektrischen Aktuators
(2) und der Steuerung (14), wobei der Aktuator (2) und die Steuerung (14) vorzugsweise
ausschließlich durch die Batterie versorgt sind.
3. WC-Spülung nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Steuerung (14) den elektrischen Aktuator
(2) vorzugsweise ausschließlich nach einem zeitlichen Schema ansteuert, in dem nach
Ablauf einer vorbestimmten Zeit nach einem Spülvorgang infolge einer Ansteuerung durch
die Steuerung (14) durch den Aktuator (2) ein Spülvorgang ausgelöst wird.
4. WC-Spülung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Steuerung (14) zur Auslösung
eines Spülvorgangs den elektrischen Aktuator (2) in solcher Weise ansteuert, dass
der Spülvorgang eine vorbestimmte Zeit von mindestens 50 Sekunden andauert, wobei
diese Zeit vorzugsweise einstellbar ist.
5. WC-Spülung nach einem der vorstehenden Ansprüche mit einem Sensor (17), welcher mit
der Steuerung (14) verbunden ist und über den die Steuerung (14) erfasst, dass ein
Spülvorgang durch den Auslösemechanismus (6-9) ausgelöst worden ist.
6. WC-Spülung nach einem der vorstehenden Ansprüche mit einer Echtzeit-Uhr, welche mit
der Steuerung (14) verbunden ist, wobei die Steuerung (14) so ausgelegt ist, dass
sie anhand der Echtzeit-Uhr durch den elektrischen Aktuator (2) ausgelöste Spülvorgänge
während bestimmter Tageszeiten vermeidet.
7. WC-Spülung nach einem der vorstehenden Ansprüche mit einem Magnetventil zur Montage
an einer im montierten Zustand zu dem Spülkasten benachbarten Warmwasserleitung, welches
Magnetventil im montierten Zustand mit der Steuerung (14) verbunden ist und von der
Steuerung (14) zu Spülvorgängen der Warmwasserleitung, vorzugsweise unter Einleitung
des durch das Magnetventil der Warmwasserleitung entnommenen Wassers in den Spülkasten,
angesteuert werden kann.
8. WC-Spülung mit einer mechanischen Betätigungsplatte, über welche ein Benutzer den
Auslösemechanismus (6-9) durch Beaufschlagung des Auslösemechanismus (6-9) durch die
Betätigungsplatte betätigen kann.
9. WC-Spülung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Steuerung (14) ausgelegt
ist zum ausschließlich autonomen Ansteuern des elektrischen Aktuators (2) und keine
Schnittstelle zur benutzerinduzierten Auslösung einer Ansteuerung des elektrischen
Aktuators (2) zu einem Spülvorgang aufweist.
10. WC mit einem eine WC-Schüssel enthaltenden WC-Körper und mit einer WC-Spülung nach
einem der vorstehenden Ansprüche zum Spülen der WC-Schüssel.
11. Nachrüstsatz zur Herstellung einer WC-Spülung nach einem der Ansprüche 1-9 oder eines
WC nach Anspruch 10 mit einem elektrischen Aktuator (2) zum mechanischen Betätigen
des Spülventils der WC-Spülung unabhängig von einem Auslösemechanismus (6-9) der WC-Spülung
und einer Steuerung (14) zum Ansteuern des elektrischen Aktuators (2), welche Steuerung
(14) so ausgelegt ist, dass sie den Aktuator (2) zum Bewirken von Spülvorgängen ansteuert,
bei welchen Spülvorgängen der Auslösemechanismus (6-9) nicht betätigt wird.
12. Nachrüstsatz nach Anspruch 11, welcher als Baueinheit ausgebildet ist, und zwar in
solcher Weise, dass er ohne Zerlegung des Nachrüstsatzes und ohne Zusammenbauen von
Teilen des Nachrüstsatzes an oder in der WC-Spülung verbaut werden kann.
13. Verwendung eines Nachrüstsatzes nach Anspruch 11 oder 12 zur Herstellung einer WC-Spülung
nach einem der Ansprüche 1-9 oder eines WC nach Anspruch 10 durch Einbau des elektrischen
Aktuators (2) in oder über einem Spülkasten einer WC-Spülung.
14. Verwendung einer WC-Spülung nach einem der Ansprüche 1-9 oder eines WC nach Anspruch
10 zum regelmäßigen Spülen einer den Spülkasten versorgenden Wasserleitung durch Auslösen
eines Spülvorgangs durch die Steuerung (14) mit Hilfe des elektrischen Aktuators (2)
und nachfolgendes Nachfüllen des Spülkastens durch die Wasserleitung.