[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung Zünden eines (Vormisch-)
Brenners, insbesondere auch bei einem Betrieb mit Wasserstoff.
[0002] Mit flüssigem oder gasförmigem Brennstoff betriebene Brenner werden insbesondere
in Heizgeräten zur Heizung und/oder Bereitstellung von warmem Brauchwasser eingesetzt
und sollen eine hohe Verfügbarkeit bei geringem Wartungsaufwand haben. Bekannte Brenner
werden von einem Gebläse mit Umgebungsluft versorgt, der über ein Brennstoffventil
Brenngas und/oder ein flüssiger Brennstoff mit einem vorgebbaren Masseanteil beigemischt
wird. Das Gemisch wird dann in einer Verbrennungskammer gezündet und anschließend
in einer stabilen geregelten Verbrennung zur Wärmeerzeugung genutzt. Dabei ist der
Zündvorgang ein wichtiger Teil des gesamten Verfahrens. Ein Gemisch aus Luft und Brennstoff
zündet nur sicher und umweltfreundlich, wenn das Mischungsverhältnis von Luft zu Brennstoff
(die Luftzahl Lambda) in einem zündfähigen und umweltverträglichen Bereich vorliegt
und zu einem geeigneten Zeitpunkt gezündet wird. Ist dies nicht der Fall, so gelangt
möglicherweise (teilweise) unverbrannter Brennstoff in die Umwelt, darunter möglicherweise
auch Kohlenmonoxid und/oder es kann zu einer unerwünschten Ansammlung von zündfähigem
Gemisch kommen, welches bei Zündung zu einem ungünstigen Zeitpunkt starke Geräusche
und/oder unerwünschte Druckstöße bewirkt. Aus diesem Grunde wird dem Zündungsprozess,
also dem Start eines Verbrennungsvorganges in einem Brenner, besondere Aufmerksamkeit
geschenkt.
[0003] Nach dem Stand der Technik wird zunächst ein Gebläse eingeschaltet, welches einen
vorgebbaren Luftstrom, meist über eine Venturidüse, in den Brenner leitet. Diesem
Luftstrom wird an einem Brennstoffeinlass, z. B. vor der Venturidüse, Brennstoff beigemischt,
was durch Öffnen eines Brennstoffventils erfolgt. Das Brennstoffventil wird durch
eine geeignete Sensorik und Steuerung erst geöffnet, wenn genügend Luft vom Gebläse
gefördert wird. Umgekehrt wird das Brennstoffventil geschlossen, wenn aus irgendeinem
Grund nicht mehr genug Luft gefördert wird. Außerdem sorgt ein sogenannter Flammenwächter
dafür, dass die Brennstoffzufuhr abgeschaltet wird, wenn die Flamme aus irgendeinem
Grunde erlischt. In jedem Fall gibt es eine Steuereinheit zur Steuerung oder Regelung
für das gesamte System, die das Gebläse einschalten und dessen Drehzahl sowie die
Stellung des Brennstoffventils nach vorgebbaren Kalibrierdaten für einen sicheren
Betrieb des Brenners bei unterschiedlicher Last einstellen kann. Zu einer solchen
Regelung gehört auch die ständige Messung der Drehzahl des Gebläses sowie die Überwachung
der Stellung des Brennstoffventils.
[0004] Dies alles verhindert jedoch nicht alle Arten von Fehlern beim Zündvorgang selbst.
Aus verschiedenen Gründen kann es schon bei Inbetriebnahme eines Brenners oder später
im Betrieb durch Verschleiß und andere Einflüsse dazu kommen, dass der Zündvorgang
nicht optimal abläuft. Einerseits gibt es für alle Bauteile und Parameter Toleranzen
und/oder Verschmutzungen und/oder Verschleiß, die dazu führen, dass ein gewünschter
Wert für einen Parameter nicht immer genau eingestellt werden kann. Andererseits gibt
es im Betrieb unterschiedliche Umgebungstemperaturen, Luftfeuchtigkeit und/oder sogar
geringe Unterschiede in der Brennstoffzusammensetzung, die dazu führen, dass mit einer
vorgegebenen Einstellung von Gebläse und Brennstoffventil manchmal keine optimale
Zündung (mehr) erreicht wird. Obwohl Zündfunken oder ein Glühzünder sofort bei Beginn
der Brennstoffzufuhr aktiviert werden, kann es doch einige Sekunden dauern, bis eine
Zündung erfolgt. In dem Zeitraum vor der Zündung gelangt dann mehr oder weniger zündfähiges
Gemisch in den Verbrennungsraum und möglicherweise auch in ein Abgassystem, wo es
bei der Zündung in einer Art Verpuffung verbrennt und starke Geräusche und/oder Druckstöße
erzeugt. Um dies zu vermeiden, soll ein Zündvorgang nach einer begrenzten Zeit, beispielsweise
5 s [Sekunden] abgebrochen werden, wenn bis dahin keine Zündung erfolgt ist, wodurch
aber unverbrannter Brennstoff in die Umwelt gelangen kann.
[0005] Bei großen Vormischbrennern z. B. von Gasturbinen sind auch sogenannte meist zentral
in einem Hauptbrenner angeordnete Pilotbrenner (Diffusions- oder ebenfalls Vormischbrenner)
zur Stabilisierung des Verbrennungsvorgangs bekannt, welche mit dem Hauptbrenner zusammenwirken.
[0006] Weiterhin gibt es bei kleinen Heizgeräten sogenannte Zündflammen, die von einem kleinen
Diffusionsbrenner erzeugt werden und durchgehend brennen. Bei Einschalten der Brennstoffzufuhr
für einen Hauptbrenner sorgen sie für die Zündung des Hauptbrenners und brennen mit
diesem und nach dessen Abschaltung weiter. Um solche dauernd brennenden Zündflammen
(auch aus Gründen der Umweltfreundlichkeit) zu vermeiden, werden bei modernen Geräten
andere Arten Zünder, insbesondere elektrisch betriebene Glühzünder oder Funkenzünder
eingesetzt. Bisher ist es aber nicht möglich mit Geräten nach dem Stand der Technik
die oben beschriebenen Probleme bei Zündvorgängen dauerhaft zu beseitigen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, die mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten
Probleme wenigstens teilweise zu lindern und insbesondere eine sichere und geräuscharme
Zündung eines Brenners sicherzustellen. Die Lösung soll insbesondere bei einem Einsatz
von Wasserstoff als Brennstoff oder als Anteil im Brennstoff geeignet sein.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen ein Verfahren und eine Vorrichtung sowie ein Computerprogrammprodukt
gemäß den unabhängigen Ansprüchen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
der Erfindung sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen angegeben. Die Beschreibung,
insbesondere im Zusammenhang mit den Figuren, veranschaulicht die Erfindung und gibt
weitere Ausführungsbeispiele an.
[0009] Hierzu trägt ein Verfahren zum Zünden eines Hauptbrenners zur Verbrennung eines vorgemischten,
Wasserstoff enthaltenden Brennstoff-Luft-Gemisches bei, bei dem zunächst eine Pilotflamme
mit einer eigenen Brennstoff-Versorgung in einem Verbrennungsraum in der Nähe des
Hauptbrenners gezündet wird und dann erst der Hauptbrenner, wobei die Pilotflamme
(bevorzugt mit bzw. nach Zündung des Hauptbrenners oder) spätestens mit dem Hauptbrenner
abgeschaltet wird.
[0010] Hierbei wird zunächst ein Brennstoff-Luft-Gemisches vorkonditioniert, also insbesondere
eine konkrete Gemischbildung für die Verbrennung eingestellt. Dies kann umfassen,
dass einem vorgegebenen Luftstrom eine daran angepasste Menge des Brennstoffs beigemengt
wird. Der Brennstoff umfasst Wasserstoff. Dieses vorgemischte und Wasserstoff enthaltende
Brennstoff-Luft-Gemisches wird dem Hauptbrenner zur Verbrennung zugeleitet.
[0011] Die Pilotflamme brennt dabei in einem Bereich, in dem sich beim Betrieb des Hauptbrenners
dessen Flammen befinden, so dass sich bei brennender Pilotflamme aus dem Hauptbrenner
austretendes Brennstoff-Luft-Gemisch sofort sicher entzündet und es nicht zur Ansammlung
von zündfähigem Gemisch über einige Sekunden kommen kann. Grundsätzlich kann die Pilotflamme
auch noch mit einer Nachlaufzeit nach der Zündung des Hauptbrenners brennen, z. B.
über mindestens 3 Sekunden, 5 Sekunden, 10 Sekunden oder auch 20 Sekunden. Dabei kann
die Pilotflamme gerade in der Startphase des Hauptbrenners weiter unterstützen, wobei
ggf. auch der Betrieb von Pilotbrenner und/oder Hauptbrenner (nur) in dieser Nachlaufzeit
aufeinander abgestimmt sein kann.
[0012] Bevorzugt wird die Pilotflamme mit einem Diffusionsbrenner erzeugt wird, der nach
Zünden des Hauptbrenners abgeschaltet wird. Kleine Diffusionsbrenner sind sehr einfach
aufgebaut und daher kaum störanfällig. Da sie jedoch möglicherweise mehr Schadstoffe
(z. B. Stickoxide) erzeugen als Vormischbrenner, ist es sinnvoll, die Pilotflamme
nur für den Zeitraum brennen zu lassen, in dem sie gebraucht wird, auch wenn sie im
Verhältnis zum Hauptbrenner nur eine vernachlässigbare Menge an Brennstoff verbrennt.
[0013] Insbesondere wird die Pilotflamme mittels eines Funkenzünders oder eines Glühzünders
gezündet, der zur Zündung der Pilotflamme dimensioniert und positioniert ist. Bei
bisher bekannten Brenneranordnungen mit nur einem Hauptbrenner, muss der Zünder für
die Zündung dieses Hauptbrenner dimensioniert und positioniert sein, während erfindungsgemäß
nur die Zündung einer relativ kleinen Pilotflamme sichergestellt werden muss. Trotzdem
können auch eine Dimensionierung und Position gewählt werden, die zusätzlich auch
eine direkte Zündung des Hauptbrenners ermöglichen, so dass bisherige Zünder weiter
eingesetzt und z. B. bei Ausfall des Pilotbrenners auch wie im Stand der Technik üblich
mit den erwähnten Nachteilen eingesetzt werden können.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Vorhandensein der Pilotflamme nach
dem Start des Zündvorganges mittels eines Sensors festgestellt, um sicherzustellen,
dass die Pilotflamme brennt, bevor der Hauptbrenner zugeschaltet wird. Ein Temperatursensor
ist dafür besonders geeignet und kann den Temperaturverlauf in der Nähe der Pilotflamme
nach Starten des Zündvorganges aufnehmen. Er kann auch beim späteren Betrieb des Hauptbrenners
noch andere Funktionen übernehmen.
[0015] Aus Sicherheitsgründen kann der Zündvorgang der Pilotflamme, dessen Brennstoff-Versorgung
und damit der gesamte Zündvorgang des Hauptbrenners abgebrochen werden, wenn nach
3 bis 20 s [Sekunden], vorzugsweise nach 5 bis 15 s, insbesondere nach einer vorgegebenen
Zeit von mehr als 10 s keine Pilotflamme festgestellt wird. Die konkrete Zeitspanne
in dem angegebenen Bereich kann (anlagenspezifisch bzw. fest) vorgegeben sein und/oder
ggf. in Abhängigkeit des aktuellen oder der vorhergehenden Verbrennungsprozesse (automatisch)
einstellbar sein. Da dem Pilotbrenner nur geringe Mengen an Brennstoff zugeführt werden,
darf der Zündvorgang des Pilotbrenners auch viel länger dauern, bis unerwünschte Mengen
an Brennstoff in die Umwelt gelangen oder sich größere Mengen eines zündfähigen Gemisches
im Verbrennungsraum bilden. Dies ist gerade einer der Vorteile der vorliegenden Erfindung.
[0016] In einer Ausführungsform steuert eine Steuereinheit den gesamten Zündvorgang des
Hauptbrenners, indem erst die Pilotflamme gezündet und erst bei Vorhandensein der
Pilotflamme in an sich bekannter Weise der Hauptbrenner mit Brennstoff-Luft-Gemisch
beaufschlagt wird und nach Zündung des Hauptbrenners oder spätestens bei dessen Abschaltung
die Pilotflamme abgeschaltet wird.
[0017] Weiter wird eine Vorrichtung zum Zünden eines Hauptbrenners zur Verbrennung eines
vorgemischten, Wasserstoff enthaltenden Brennstoff-Luft-Gemisches in einem Verbrennungsraum
eines Heizgerätes vorgeschlagen, die einen Pilotbrenner in dem Verbrennungsraum in
der Nähe des Hauptbrenners aufweist, der eine eigene Brennstoff-Versorgung hat und
bei einem Zündvorgang vor dem Hauptbrenner gezündet (und vor oder mit diesem wieder
abgeschaltet) werden kann und dessen ordnungsgemäße Funktion mittels eines Sensors
überwachbar ist.
[0018] Die Brennstoff-Versorgung des Pilotbrenners ist zumindest teilweise getrennt von
dem der des Hauptbrenners, was mit anderen Worten insbesondere meint, dass die Brennstoff-Versorgung
des Pilotbrenners nicht ausschließlich über den (nicht gezündeten) Hauptbrenner erfolgt.
Insbesondere hat der Pilotbrenner einen eigenen (integrierten bzw. angebauten) Brennstoff-Versorgungsanschluss.
Die Brennstoff-Versorgung des Pilotbrenners kann mit eigenen Stellmitteln und/oder
Steuermitteln eigenständig, insbesondere unabhängig vom Betrieb der Brennstoff-Versorgung
des Hauptbrenners, eingestellt werden.
[0019] Bevorzugt ist der Pilotbrenner so angeordnet, dass seine Flamme den Hauptbrenner
zünden, aber nicht von durch den Hauptbrenner austretender Luft ausgeblasen werden
kann. Der Pilotbrenner ist insbesondere so angeordnet, dass seine Flamme von aus dem
Hauptbrenner ausströmendem Brennstoff-Gas-Gemisch schnell erreicht wird, also in einem
typischen Flammenbereich des Hauptbrenners. Damit kann die Pilotflamme auch von Luft
getroffen werden, die anfangs bei einem Zündvorgang aus dem Hauptbrenner austreten
kann. Eine Abschirmung und/oder geeignete Dimensionierung und Positionierung des Pilotbrenners
können daher hilfreich sein, um sicher zu verhindern, dass die Pilotflamme ausgeblasen
wird, bevor sie den Hauptbrenner zünden kann.
[0020] Die ordnungsgemäße Funktion Pilotbrenner kann mittels (mindestens) einen hierfür
geeigneten Sensor überwacht werden. Es ist möglich, dass der Sensor außerhalb, an
und/oder in dem Verbrennungsraum angeordnet ist. Der Sensor kann z.B. optisch ein
Flammenbild auswerten oder temperaturempfindlich sein. Insbesondere können mit dem
Sensor Signale erzeugen, die eine Auswertung der gewünschten Funktion bzw. Betriebsweise
des Pilotbrenners ermöglichen.
[0021] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Pilotbrenner ein Diffusionsbrenner
mit einer maximalen Leistung von weniger als 5 %, insbesondere weniger als 1 %, der
maximalen Leistung des Hauptbrenners. Die geringen durch den Pilotbrenner verbrauchten
Brennstoffmengen und eventuell erzeugte Schadstoffmengen sind gegenüber dem Hauptbrenner
vernachlässigbar.
[0022] Als Zünder für den Pilotbrenner sind ein Funkenzünder oder ein Glühzünder vorhanden,
der dimensioniert und positioniert ist, den Pilotbrenner zu zünden. Der Zünder kann
(muss aber nicht) an die Größe des Pilotbrenners angepasst sein.
[0023] Bevorzugt ist mindestens ein Temperatursensor in der Nähe des Pilotbrenners zur Feststellung
des Vorhandenseins einer Pilotflamme vorhanden. So kann festgestellt werden, ob und
ab wann die Temperatur nach Start der Brennstoffzufuhr des Pilotbrenners und dessen
Zünders ansteigt, was ein sicheres Zeichen für das Vorhandensein einer Pilotflamme
ist. Der Temperaturfühler kann später auch Aufgaben bei der Regelung des Verbrennungsvorganges
des Hauptbrenners übernehmen.
[0024] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine Steuereinheit vorhanden,
durch welche der gesamten Zündvorgang vom Einschalten des Pilotbrenners bis zum Zünden
des Hauptbrenners steuerbar ist. Im Prinzip kommt gegenüber dem Stand der Technik
hauptsächlich ein Pilotbrennstoffventil hinzu, welches auch von der Steuereinheit
ansteuerbar ist.
[0025] Weiter wird auch ein Computerprogrammprodukt vorgeschlagen, umfassend Befehle, die
bewirken, dass die beschriebene Vorrichtung die oben erwähnten Verfahrensschritte
ausführt. Insbesondere enthält eine moderne Steuereinheit mindestens einen Mikroprozessor
und einen Datenspeicher für Kalibrierdaten, Sollwerte, Kennfelder und dergleichen,
wobei ein Programm die beschriebenen Abläufe steuert. Daten und Programm werden im
Allgemeinen von Zeit zu Zeit aktualisiert, wozu z. b. ein solches Computerprogrammprodukt
dienen kann.
[0026] Die Erläuterungen zum Verfahren können auch zur Charakterisierung der Vorrichtung
herangezogen werden, und umgekehrt. Die Vorrichtung kann insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens eingerichtet sein. Das Computerprogrammprodukt kann in der Steuereinheit
der Vorrichtung implementiert sein.
[0027] Ein schematisches Ausführungsbeispiel der Erfindung, auf das diese jedoch nicht beschränkt
ist, und die Funktionsweise des Verfahrens werden nun anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es stellt dar:
- Fig. 1:
- schematisch eine Vorrichtung zum sicheren Zünden eines Brenners.
[0028] Fig. 1 zeigt schematisch eine Vorrichtung. Ein Heizgerät 1 weist einen Verbrennungsraum
15 mit einem Wärmetauscher 8 und einer Abgasanlage 9 auf. In dem Verbrennungsraum
15 ist in üblicher Weise ein Hauptbrenner 14 mit Brennerdüsen 16 (oder Auslassöffnungen)
für Brennstoff-Luft-Gemisch vorhanden. Dieser wird von einer Luftzufuhr 4 über ein
Gebläse 2 mit Verbrennungsluft versorgt, der über eine Brennstoffzufuhr 3 und ein
Hauptbrennstoffventil 5 Brennstoff beigemischt wird. Eine Steuereinheit 7 steuert
diese Komponenten beim Betrieb in an sich bekannter Weise, indem Gebläse 2 und Hauptbrennstoffventil
5 so eingestellt werden, dass ein gewünschtes, umweltschonendes Brennstoff-Luft-Gemisch
für eine gewünschte Leistung dem Hauptbrenner 14 zugeführt wird. Auch hier nicht dargestellte
übliche Sicherheitseinrichtungen und Sensoren sind mit der Steuereinheit 7 verbunden.
Die Steuereinheit 7 steuert auch einen Zündvorgang, wenn das Heizgerät 1 Wärme liefern
soll. Dies läuft aber anders ab als beim Stand der Technik. Im Verbrennungsraum 15
ist nämlich neben dem Hauptbrenner 14, vorzugsweise in einem Abstand von 1 bis 10
cm [Zentimeter], insbesondere 2 bis 5 cm, ein Pilotbrenner 11 angeordnet, der durch
einen Zünder 12 (bevorzugt ein Funkenzünder oder ein Glühzünder) gezündet werden kann
und dann eine Pilotflamme erzeugt. Im vorliegenden Beispiel handelt es sich bei dem
Pilotbrenner 11 um einen Diffusionsbrenner, der über eine eigene Brennstoffleitung
und ein eigenes Pilotbrennstoffventil 6 mit Brennstoff (hier Brenngas) versorgt wird.
Ein Temperatursensor 13 misst die Temperatur in der Nähe des Pilotbrenners 11 (bzw.
in der Nähe von dessen Flammenbereich) und leitet den Messwert an die Steuereinheit
7 weiter. Soll ein Zündvorgang stattfinden, so öffnet die Steuereinheit 7 zunächst
über eine Steuerleitung das Pilotbrennstoffventil 6 und löst den Zünder 12 so lange
aus, bis der Temperatursensor 13 einen charakteristischen Anstieg der Temperatur meldet,
der auf das Vorhandensein einer Pilotflamme schließen lässt. Dies darf länger dauern
als bei Zünden eines Hauptbrenners, beispielsweise bis zu 20 s, weil dem Pilotbrenner
nur relativ wenig Brennstoff zugeführt wird. Brennt die Pilotflamme, so wird das Gebläse
2 auf eine vorgebbare Solldrehzahl gebracht und das Hauptbrennstoffventil 5 bis zu
einer vorgebbaren Stellung geöffnet. Das entstehende Brennstoff-Luft-Gemisch tritt
aus den Brennerdüsen 16 des Hauptbrenners 14 in den Verbrennungsraum 15 aus und entzündet
sich sofort an der Pilotflamme des Pilotbrenners 11, ohne dass es zu Verzögerungen
und damit unerwünschten Verpuffungen, Geräuschen oder Druckstößen kommen kann. Danach
kann der Pilotbrenner 11 durch Schließen des Pilotbrennstoffventils 6 ausgeschaltet
werden. Die Verbrennung wird dann in bekannter Weise nur mit dem Hauptbrenner 14 fortgeführt
und geregelt.
[0029] Die vorliegende Erfindung erlaubt es, einen Hauptbrenner in einem Heizgerät sicher
und geräuscharm zu zünden. Sie kann bei allen Brennstoffarten, insbesondere Brenngasen,
angewendet werden, ist aber besonders vorteilhaft bei Wasserstoff oder Brenngas mit
Wasserstoffanteilen.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Heizgerät
- 2
- Gebläse
- 3
- Brennstoffzufuhr
- 4
- Luftzufuhr
- 5
- Hauptbrennstoffventil
- 6
- Pilotbrennstoffventil
- 7
- Steuereinheit
- 8
- Wärmetauscher
- 9
- Abgasanlage
- 10
- Pilotbrennstoffleitung
- 11
- Pilotbrenner (insbesondere Diffusionsbrenner)
- 12
- Zünder (insbesondere Funkenzünder oder Glühzünder)
- 13
- Sensor (insbesondere Temperatursensor)
- 14
- Hauptbrenner
- 15
- Verbrennungsraum
- 16
- Brennerdüsen
1. Verfahren zum Zünden eines Hauptbrenners (14) zur Verbrennung eines vorgemischten,
Wasserstoff enthaltenden Brennstoff-Luft-Gemisches, bei dem zunächst eine Pilotflamme
mit einer eigenen Brennstoff-Versorgung (6, 10) in einem Verbrennungsraum (15) in
der Nähe des Hauptbrenners (14) gezündet und dann erst der Hauptbrenner (14), wobei
die Pilotflamme spätestens mit dem Hauptbrenner (14) abgeschaltet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Pilotflamme mit einem Diffusionsbrenner (11)
erzeugt wird, der nach Zünden des Hauptbrenners (14) abgeschaltet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Pilotflamme mittels eines Funkenzünders
(12) oder eines Glühzünders gezündet wird, der zur Zündung der Pilotflamme dimensioniert
und positioniert ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Vorhandensein der Pilotflamme
mittels eines Sensors (13) festgestellt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Zündvorgang der Pilotflamme,
dessen Brennstoff-Versorgung und damit der gesamte Zündvorgang des Hauptbrenners (14)
abgebrochen wird, wenn nach 3 bis 20 s [Sekunden] keine Pilotflamme festgestellt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Steuereinheit (7) den
gesamten Zündvorgang des Hauptbrenners (14) steuert, indem erst die Pilotflamme gezündet
und erst bei Vorhandensein der Pilotflamme der Hauptbrenner (14) mit Brennstoff-Luft-Gemisch
beaufschlagt wird und nach Zündung des Hauptbrenners (14) oder spätestens bei dessen
Abschaltung die Pilotflamme abgeschaltet wird.
7. Vorrichtung zum Zünden eines Hauptbrenners (14) zur Verbrennung eines vorgemischten,
Wasserstoff enthaltenden Brennstoff-Luft-Gemisches in einem Verbrennungsraum (15)
eines Heizgerätes (1), wobei ein Pilotbrenner (11) mit einer eigenen Brennstoff-Versorgung
(6, 10) in dem Verbrennungsraum (15) in der Nähe des Hauptbrenners (14) vorhanden
ist, der bei einem Zündvorgang vor dem Hauptbrenner (14) gezündet werden kann und
dessen ordnungsgemäße Funktion mittels eines Sensors (13) überwachbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, wobei der Pilotbrenner (11) so angeordnet ist, dass seine
Flamme den Hauptbrenner (14) zünden, aber nicht von durch den Hauptbrenner (14) austretender
Luft ausgeblasen werden kann.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, wobei der Pilotbrenner (11) ein Diffusionsbrenner
ist mit einer maximalen Leistung von weniger als 5 % der maximalen Leistung des Hauptbrenners
(14) ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei ein Funkenzünder (12) oder ein
Glühzünder vorhanden ist, der dimensioniert und positioniert ist, den Pilotbrenner
(11) zu zünden.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei mindestens ein Temperatursensor
(13) in der Nähe des Pilotbrenners (11) zur Feststellung des Vorhandenseins einer
Pilotflamme vorhanden ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, wobei eine Steuereinheit (7) vorhanden
ist, durch welche der gesamten Zündvorgang vom Einschalten des Pilotbrenners (11)
bis zum Zünden des Hauptbrenners (14) steuerbar ist.
13. Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, die bewirken, dass die Vorrichtung nach
einem der Ansprüche 7 bis 12 die Verfahrensschritte gemäß einem der Ansprüche 1 bis
6 ausführt.